|
DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DAS FÜNFTE
BUCH MOSE
Kapitel 18 -
34
Recht der Priester und Leviten
Kapitel 18
Die levitischen Priester, der ganze Stamm Levi, sollen
weder Anteil noch Erbe haben mit Israel. Von den Feueropfern des
HERRN und dem, was ihm gebührt, sollen sie essen.
Darum sollen sie kein Erbe unter ihren Brüdern haben;
der HERR ist ihr Erbteil, wie er ihnen zugesagt hat.
Das soll aber das Recht der Priester sein an das
Volk, an die, die ein Schlachtopfer darbringen, es sei Rind oder
Schaf, daß man dem Priester gebe die Vorderkeule und beide
Kinnbacken und den Magen
und die Erstlinge deines Korns, deines Weins und deines
Öls und die Erstlinge von der Schur deiner Schafe.
Denn der HERR, dein Gott, hat ihn erwählt aus allen
deinen Stämmen, daß er stehe im Dienst im Namen des
HERRN, er und seine Söhne für alle Zeit.
Wenn ein Levit kommt aus einer deiner Städte
aus ganz Israel, wo er ein Gast ist, und kommt ganz nach seines
Herzens Wunsch an die Stätte, die der HERR erwählen
wird,
so soll er dienen im Namen des HERRN, seines Gottes, wie
alle seine Brüder, die Leviten, die dort vor dem HERRN
stehen.
Sie sollen gleichen Anteil zu essen haben außer dem,
was einer hat von dem verkauften Gut seiner Väter.
Von falscher und rechter Prophetie
Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott,
geben wird, so sollst du nicht lernen, die Greuel dieser Völker
zu tun,
daß nicht jemand unter dir gefunden werde, der
seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt
oder Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei
treibt
oder Bannungen oder Geisterbeschwörungen oder
Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt.
Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Greuel, und um
solcher Greuel willen vertreibt der HERR, dein Gott, die Völker
vor dir.
Du aber sollst untadelig sein vor dem HERRN, deinem Gott.
Denn diese Völker, deren Land du einnehmen
wirst, hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; dir aber hat
der HERR, dein Gott, so etwas verwehrt.
Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott,
erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr
gehorchen.
Ganz so wie du es von dem HERRN, deinem Gott, erbeten hast
am Horeb am Tage der Versammlung und sprachst: Ich will hinfort
nicht mehr hören die Stimme des HERRN, meines Gottes, und
dies große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe.
Und der HERR sprach zu mir: Sie haben recht geredet.
Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus
ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll
zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.
Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in
meinem Namen redet, von dem will ich's fordern.
Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, daß
er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und
wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet
soll sterben.
Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann
ich merken, welches Wort der HERR nicht geredet hat? -
wenn der Prophet redet in dem Namen des HERRN und es wird
nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das
der HERR nicht geredet hat. Der Prophet hat's aus Vermessenheit
geredet; darum scheue dich nicht vor ihm.
Aussonderung von Freistädten als Asyl
Kapitel 19
Wenn der HERR, dein Gott, die Völker ausgerottet hat,
deren Land dir der HERR, dein Gott, geben wird, daß du es
einnimmst und in ihren Städten und Häusern wohnst,
sollst du dir drei Städte aussondern im Lande, das
dir der HERR, dein Gott, geben wird, es einzunehmen.
Und du sollst den Weg dahin herrichten und das Gebiet
deines Landes, das dir der HERR, dein Gott, zu eigen geben wird,
in drei Kreise teilen, damit dahin fliehen kann, wer einen
Totschlag getan hat.
Und in diesem Fall soll ein Totschläger, der
dahin flieht, am Leben bleiben: Wenn jemand seinen Nächsten
erschlägt, nicht vorsätzlich, und hat vorher keinen Haß
gegen ihn gehabt,
etwa wenn jemand mit seinem Nächsten in den Wald
ginge, Holz zu hauen, und seine Hand holte mit der Axt aus, das
Holz abzuhauen, und das Eisen führe vom Stiel und träfe
seinen Nächsten, so daß er stirbt: der soll in eine
dieser Städte fliehen, damit er am Leben bleibt;
auf daß nicht der Bluträcher dem Totschläger
nachjage in der Hitze seines Zornes und ihn einhole, weil der Weg
so weit ist, und ihn totschlage, wo er doch nicht des Todes
schuldig ist, weil er vorher keinen Haß gegen ihn gehabt
hat.
Darum gebiete ich dir, daß du drei Städte
aussonderst.
Und wenn der HERR, dein Gott, dein Gebiet erweitern
wird, wie er deinen Vätern geschworen hat, und dir alles
Land gibt, das er zugesagt hat, deinen Vätern zu geben
- wenn du nur alle diese Gebote halten wirst, daß du
danach tust, die ich dir heute gebiete, daß du den HERRN,
deinen Gott, liebst und in seinen Wegen wandelst dein Leben lang
-, so sollst du noch drei Städte zu diesen dreien hinzutun,
auf daß nicht unschuldiges Blut in deinem Lande
vergossen werde, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt, und
so Blutschuld auf dich komme.
Wenn aber jemand Haß trägt gegen seinen
Nächsten und lauert auf ihn und macht sich über ihn her
und schlägt ihn tot und flieht in eine dieser Städte,
so sollen die Ältesten seiner Stadt hinschicken und
ihn von da holen lassen und ihn in die Hände des Bluträchers
geben, daß er sterbe.
Deine Augen sollen ihn nicht schonen, und du sollst das
unschuldig vergossene Blut aus Israel wegtun, daß dir's
wohlgehe.
Gegen Landraub und falsches Zeugnis
Du sollst deines Nächsten Grenze, die die Vorfahren
festgesetzt haben, nicht verrücken in deinem Erbteil, das du
erbst, im Lande, das dir der HERR, dein Gott, gegeben hat, es
einzunehmen.
Es soll kein einzelner Zeuge gegen jemand auftreten
wegen irgendeiner Missetat oder Sünde, was für eine
Sünde es auch sei, die man tun kann, sondern durch zweier
oder dreier Zeugen Mund soll eine Sache gültig sein.
Wenn ein frevelhafter Zeuge gegen jemand auftritt, um ihn
einer Übertretung zu beschuldigen,
so sollen die beiden Männer, die eine Sache
miteinander haben, vor den HERRN treten, vor die Priester und
Richter, die zu jener Zeit sein werden,
und die Richter sollen gründlich nachforschen. Und
wenn der falsche Zeuge ein falsches Zeugnis wider seinen Bruder
gegeben hat,
so sollt ihr mit ihm tun, wie er gedachte, seinem Bruder
zu tun, damit du das Böse aus deiner Mitte wegtust,
auf daß die andern aufhorchen, sich fürchten
und hinfort nicht mehr solche bösen Dinge tun in deiner
Mitte.
Dein Auge soll ihn nicht schonen: Leben um Leben, Auge um
Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.
Kriegsgesetze
Kapitel 20
Wenn du in einen Krieg ziehst gegen deine Feinde und
siehst Rosse und Wagen eines Heeres, das größer ist
als du, so fürchte dich nicht vor ihnen; denn der HERR, dein
Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, ist mit
dir.
Wenn ihr nun auszieht zum Kampf, so soll der Priester
herzutreten und mit dem Volk reden
und zu ihnen sprechen: Israel, höre zu! Ihr zieht
heute in den Kampf gegen eure Feinde. Euer Herz verzage nicht,
fürchtet euch nicht und erschreckt nicht und laßt euch
nicht grauen vor ihnen;
denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, daß er für
euch streite mit euren Feinden, um euch zu helfen.
Und die Amtleute sollen mit dem Volk reden und
sagen: Wer ein neues Haus gebaut hat und hat's noch nicht
eingeweiht, der mache sich auf und kehre heim, auf daß er
nicht sterbe im Krieg und ein anderer es einweihe.
Wer einen Weinberg gepflanzt hat und hat seine Früchte
noch nicht genossen, der mache sich auf und kehre heim, daß
er nicht im Kriege sterbe und ein anderer seine Früchte
genieße.
Wer mit einem Mädchen verlobt ist und hat es noch
nicht heimgeholt, der mache sich auf und kehre heim, daß er
nicht im Kriege sterbe und ein anderer hole es heim.
Und die Amtleute sollen weiter mit dem Volk reden und
sprechen: Wer sich fürchtet und ein verzagtes Herz hat, der
mache sich auf und kehre heim, auf daß er nicht auch das
Herz seiner Brüder feige mache, wie sein Herz ist.
Und wenn die Amtleute dies alles zu dem Volk geredet
haben, so sollen sie Heerführer an die Spitze des Volks
stellen.
Wenn du vor eine Stadt ziehst, um gegen sie zu
kämpfen, so sollst du ihr zuerst den Frieden anbieten.
Antwortet sie dir friedlich und tut dir ihre Tore auf, so
soll das ganze Volk, das darin gefunden wird, dir fronpflichtig
sein und dir dienen.
Will sie aber nicht Frieden machen mit dir, sondern mit
dir Krieg führen, so belagere sie.
Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so
sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe
des Schwerts erschlagen.
Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in
der Stadt ist, und alle Beute sollst du unter dir austeilen und
sollst essen von der Beute deiner Feinde, die dir der HERR, dein
Gott, gegeben hat.
So sollst du mit allen Städten tun, die sehr fern von
dir liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier
gehören.
Aber in den Städten dieser Völker hier,
die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du
nichts leben lassen, was Odem hat,
sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich
an den Hethitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hewitern
und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat,
damit sie euch nicht lehren, all die Greuel zu tun, die
sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so
versündigt an dem HERRN, eurem Gott.
Wenn du vor einer Stadt lange Zeit liegen mußt,
gegen die du kämpfst, um sie zu erobern, so sollst du ihre
Bäume nicht verderben und mit Äxten umhauen, denn du
kannst davon essen; darum sollst du sie nicht fällen. Die
Bäume auf dem Felde sind doch nicht Menschen, daß du
sie belagern müßtest!
Die Bäume aber, von denen du weißt, daß
man nicht davon ißt, die darfst du verderben und fällen
und ein Bollwerk daraus bauen gegen die Stadt, die mit dir Krieg
führt, bis du sie besiegt hast.
Sühnung eines Mordes von unbekannter Hand
Kapitel 21
Wenn man einen Erschlagenen findet in dem Lande, das dir
der HERR, dein Gott, geben wird, es einzunehmen, und er liegt auf
freiem Felde und man weiß nicht, wer ihn erschlagen hat,
so sollen deine Ältesten und Richter hinausgehen und
den Weg abmessen von dem Erschlagenen bis zu den umliegenden
Städten.
Welche Stadt am nächsten liegt, deren Älteste
sollen eine junge Kuh nehmen, mit der man noch nicht gearbeitet
und die noch nicht am Joch gezogen hat,
und sollen sie hinabführen in einen Talgrund, der
weder bearbeitet noch besät ist, und dort im Talgrund ihr
das Genick brechen.
Und die Priester, die Leviten, sollen herzutreten, denn
der HERR, dein Gott, hat sie erwählt, daß sie ihm
dienen und in seinem Namen segnen, und nach ihrem Urteil sollen
alle Sachen und alle Schäden gerichtet werden.
Und alle Ältesten der Stadt, die dem Erschlagenen am
nächsten liegt, sollen ihre Hände waschen über der
jungen Kuh, der im Talgrund das Genick gebrochen ist.
Und sie sollen anheben und sagen: Unsere Hände haben
dies Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben's nicht
gesehen.
Entsühne dein Volk Israel, das du, der HERR, erlöst
hast; lege nicht das unschuldig vergossene Blut auf dein Volk
Israel! So wird für sie die Blutschuld gesühnt sein.
So sollst du das unschuldig vergossene Blut aus deiner
Mitte wegtun, damit du handelst, wie es recht ist vor den Augen
des HERRN.
Ehe mit kriegsgefangenen Frauen
Wenn du in einen Krieg ziehst gegen deine Feinde und der
HERR, dein Gott, gibt sie dir in deine Hände, daß du
Gefangene von ihnen wegführst,
und siehst unter den Gefangenen ein schönes Mädchen
und gewinnst sie lieb, daß du sie zur Frau nimmst,
so führe sie in dein Haus und laß sie ihr Haar
abscheren und ihre Nägel beschneiden
und die Kleider ablegen, in denen sie gefangen genommen
wurde, und laß sie in deinem Hause sein und einen Monat
lang ihren Vater und ihre Mutter beweinen. Danach geh zu ihr und
nimm sie zur Ehe und laß sie deine Frau sein.
Wenn du aber kein Gefallen mehr an ihr hast, so sollst du
sie gehen lassen, wohin sie will; du sollst sie aber nicht um
Geld verkaufen oder als Sklavin behandeln, weil du zu ihr
eingegangen bist.
Vom Recht des Erstgeborenen
Wenn jemand zwei Frauen hat, eine, die er liebhat, und
eine, die er nicht liebhat, und beide ihm Kinder gebären,
die Frau, die er liebhat, und die ungeliebte, und der
Erstgeborene ist von der ungeliebten Frau
und die Zeit kommt, daß er seinen Söhnen das
Erbe austeile, so kann er nicht den Sohn der Frau, die er
liebhat, zum erstgeborenen Sohn machen vor dem erstgeborenen Sohn
der ungeliebten;
sondern er soll den Sohn der ungeliebten Frau als den
ersten Sohn anerkennen und ihm zwei Teile geben von allem, was
vorhanden ist; denn dieser ist der Erstling seiner Kraft, und
sein ist das Recht der Erstgeburt.
Todesstrafe für ungeratene Söhne
Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn
hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht
gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht
gehorchen will,
so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den
Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes
und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser
Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme
nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold.
So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß
er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte
wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.
Bestattung eines Aufgehängten
Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes
würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an
ein Holz,
so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz
bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben –
denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott -, auf daß
du dein Land nicht unrein machst, das dir der HERR, dein Gott,
zum Erbe gibt.
Verschiedene Vorschriften
Kapitel 22
Wenn du deines Bruders Rind oder Schaf irregehen siehst,
so sollst du dich ihrer annehmen und sie wieder zu deinem Bruder
führen.
Wenn aber dein Bruder nicht nahe bei dir wohnt und du
kennst ihn nicht, so sollst du sie in dein Haus nehmen, daß
sie bei dir bleiben, bis sie dein Bruder sucht, und sollst sie
ihm dann wiedergeben.
So sollst du tun mit seinem Esel, mit seinem Kleid und mit
allem Verlorenen, das dein Bruder verliert und du findest; du
darfst dich dem nicht entziehen.
Wenn du deines Bruders Esel oder Rind unterwegs
fallen siehst, so sollst du dich ihrer annehmen und ihnen
aufhelfen.
Eine Frau soll nicht Männersachen tragen, und
ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn wer das tut, der
ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel.
Wenn du unterwegs ein Vogelnest findest auf einem
Baum oder auf der Erde mit Jungen oder mit Eiern und die Mutter
sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, so sollst du nicht die
Mutter mit den Jungen nehmen,
sondern du darfst die Jungen nehmen, aber die Mutter
sollst du fliegen lassen, auf daß dir's wohlgehe und du
lange lebest.
Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer
ringsum auf deinem Dache, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus
ladest, wenn jemand herabfällt.
Du sollst deinen Weinberg nicht mit Zweierlei
bepflanzen, damit dem Heiligtum nicht das Ganze verfalle: Der
Same, den du gesät hast, und der Ertrag des Weinbergs.
Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Rind und einem
Esel.
Du sollst nicht anziehen ein Kleid, das aus Wolle und
Leinen zugleich gemacht ist.
Du sollst dir Quasten machen an den vier Zipfeln
deines Mantels, mit dem du dich bedeckst.
Gesetze zum Schutz der Verleumdeten und Vergewaltigten
Wenn jemand ein Mädchen zur Frau nimmt und wird ihrer
überdrüssig, nachdem er zu ihr gegangen ist,
und legt ihr etwas Schändliches zur Last und bringt
ein böses Gerücht über sie auf und spricht: Dies
Mädchen hab ich geheiratet, und als ich zu ihr ging, fand
ich sie nicht als Jungfrau,
so sollen Vater und Mutter des Mädchens die Zeichen
ihrer Jungfräulichkeit nehmen und vor die Ältesten der
Stadt im Tor bringen.
Und der Vater des Mädchens soll zu den Ältesten
sagen: Ich habe diesem Mann meine Tochter zur Frau gegeben; nun
ist er ihrer überdrüssig geworden
und legt ihr Schändliches zur Last und spricht: Ich
habe deine Tochter nicht als Jungfrau gefunden. Hier aber sind
die Zeichen der Jungfräulichkeit meiner Tochter. Und sie
sollen die Decke vor den Ältesten der Stadt ausbreiten.
Und die Ältesten der Stadt sollen den Mann nehmen und
züchtigen
und ihm eine Buße von hundert Silberstücken
auferlegen und sie dem Vater des Mädchens geben, weil er
über eine Jungfrau in Israel ein böses Gerücht
aufgebracht hat. Und er soll sie als Frau behalten und darf sie
sein Leben lang nicht entlassen.
Ist's aber die Wahrheit, daß das Mädchen nicht
mehr Jungfrau war,
so soll man sie heraus vor die Tür des Hauses ihres
Vaters führen, und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode
steinigen, weil sie eine Schandtat in Israel begangen und in
ihres Vaters Hause Hurerei getrieben hat; so sollst du das Böse
aus deiner Mitte wegtun.
Wenn jemand dabei ergriffen wird, daß er
einer Frau beiwohnt, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide
sterben, der Mann und die Frau, der er beigewohnt hat; so sollst
du das Böse aus Israel wegtun.
Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft
sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei,
so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen
und sollt sie beide steinigen, daß sie sterben, die
Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der
Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut
geschändet hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte
wegtun.
Wenn aber jemand ein verlobtes Mädchen auf
freiem Felde trifft und ergreift sie und wohnt ihr bei, so soll
der Mann allein sterben, der ihr beigewohnt hat,
aber dem Mädchen sollst du nichts tun, denn sie hat
keine Sünde getan, die des Todes wert ist; sondern dies ist
so, wie wenn jemand sich gegen seinen Nächsten erhöbe
und ihn totschlüge.
Denn er fand sie auf freiem Felde, und das verlobte
Mädchen schrie, und niemand war da, der ihr half.
Wenn jemand eine Jungfrau trifft, die nicht verlobt
ist, und ergreift sie und wohnt ihr bei und wird dabei betroffen,
so soll, der ihr beigewohnt hat, ihrem Vater fünfzig
Silberstücke geben und soll sie zur Frau haben, weil er ihr
Gewalt angetan hat; er darf sie nicht entlassen sein Leben lang.
Kapitel 23
° Niemand soll seines Vaters Frau nehmen und
aufdecken seines Vaters Decke.
Wer in die Gemeinde des Herrn nicht aufgenommen werden darf
Kein Entmannter oder Verschnittener soll in die Gemeinde
des HERRN kommen.
Es soll auch kein Mischling in die Gemeinde des
HERRN kommen; auch seine Nachkommenschaft bis ins zehnte Glied
soll nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.
Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die
Gemeinde des HERRN kommen, auch nicht ihre Nachkommen bis ins
zehnte Glied; sie sollen nie hineinkommen,
weil sie euch nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser auf
dem Wege, als ihr aus Ägypten zogt, vielmehr gegen euch den
Bileam dingten, den Sohn Beors aus Pethor in Mesopotamien, daß
er dich verfluchen sollte.
Aber der HERR, dein Gott, wollte Bileam nicht hören
und wandelte dir den Fluch in Segen um, weil dich der HERR, dein
Gott, liebhatte.
Du sollst nie ihren Frieden noch ihr Bestes suchen dein
Leben lang.
Den Edomiter sollst du nicht verabscheuen; er ist
dein Bruder. Den Ägypter sollst du auch nicht verabscheuen;
denn du bist ein Fremdling in seinem Lande gewesen.
Die Kinder, die sie im dritten Glied zeugen, dürfen
in die Gemeinde des HERRN kommen.
Reinhaltung des Kriegslagers
Wenn du ausziehst gegen deine Feinde und ein Lager
aufschlägst, so hüte dich vor allem Bösen.
Wenn jemand unter dir ist, der nicht rein ist, weil ihm
des Nachts etwas widerfahren ist, der soll hinaus vor das Lager
gehen und nicht wieder hineinkommen,
bis er vor dem Abend sich mit Wasser gewaschen hat; und
wenn die Sonne untergegangen ist, soll er wieder ins Lager gehen.
Und du sollst draußen vor dem Lager einen
Platz haben, wohin du zur Notdurft hinausgehst.
Und du sollst eine Schaufel haben, und wenn du dich
draußen setzen willst, sollst du damit graben; und wenn du
gegraben hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.
Denn der HERR, dein Gott, zieht mit dir inmitten deines
Lagers, um dich zu erretten und deine Feinde vor dir
dahinzugeben. Darum soll dein Lager heilig sein, daß nichts
Schändliches unter dir gesehen werde und er sich von dir
wende.
Gebote für das Leben des Volkes
Du sollst den Knecht nicht seinem Herrn ausliefern, der
von ihm zu dir geflüchtet ist.
Er soll bei dir bleiben an dem Ort, den er erwählt,
in einer deiner Städte, wo es ihm gefällt. Du sollst
ihn nicht bedrücken.
Es soll keine Tempeldirne sein unter den Töchtern
Israel und kein Tempelhurer unter den Söhnen Israel.
Du sollst keinen Hurenlohn noch Hundegeld in das Haus des
HERRN, deines Gottes, bringen aus irgendeinem Gelübde; denn
das ist dem HERRN, deinem Gott, beides ein Greuel.
Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen,
weder für Geld noch für Speise noch für alles,
wofür man Zinsen nehmen kann.
Von dem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, aber nicht
von deinem Bruder, auf daß dich der HERR, dein Gott, segne
in allem, was du unternimmst in dem Lande, dahin du kommst, es
einzunehmen.
Wenn du dem HERRN, deinem Gott, ein Gelübde
tust, so sollst du nicht zögern, es zu erfüllen; denn
der HERR, dein Gott, wird's von dir fordern, und es wird Schuld
auf dich fallen.
Wenn du das Geloben unterläßt, so wird keine
Schuld auf dich fallen.
Aber was über deine Lippen gegangen ist, sollst du
halten und danach tun, wie du dem HERRN, deinem Gott, freiwillig
gelobt und mit deinem Mund geredet hast.
Wenn du in deines Nächsten Weinberg gehst, so
darfst du Trauben essen nach deinem Wunsch, bis du satt bist,
aber du sollst nichts in dein Gefäß tun.
Wenn du in das Kornfeld deines Nächsten gehst, so
darfst du mit der Hand Ähren abrupfen, aber mit der Sichel
sollst du nicht dreinfahren.
Weitere Ehegesetze
Kapitel 24
Wenn jemand eine Frau zur Ehe nimmt und sie nicht Gnade
findet vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches an ihr
gefunden hat, und er einen Scheidebrief schreibt und ihr in die
Hand gibt und sie aus seinem Hause entläßt
und wenn sie dann aus seinem Hause gegangen ist und
hingeht und wird eines andern Frau
und dieser andere Mann ihrer auch überdrüssig
wird und einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und
sie aus seinem Hause entläßt oder wenn dieser andere
Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hatte,
so kann sie ihr erster Mann, der sie entließ, nicht
wieder zur Frau nehmen, nachdem sie unrein geworden ist –
denn solches ist ein Greuel vor dem HERRN -, damit du nicht Sünde
über das Land bringst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe
gegeben hat.
Wenn jemand sich kurz vorher eine Frau genommen
hat, soll er nicht mit dem Heer ausziehen, und man soll ihm
nichts auferlegen. Er soll frei in seinem Hause sein ein Jahr
lang, daß er fröhlich sei mit seiner Frau, die er
genommen hat.
Das Recht der Schwachen und Armen
Du sollst nicht zum Pfande nehmen den unteren und oberen
Mühlstein; denn damit hättest du das Leben zum Pfand
genommen.
Wenn jemand ergriffen wird, der von seinen Brüdern,
den Kindern Israel, einen Menschen raubt und ihn gewalttätig
behandelt oder ihn verkauft: solch ein Dieb soll sterben, daß
du das Böse aus deiner Mitte wegtust.
Hüte dich beim Auftreten von Aussatz, daß
du alles genau hältst und tust, was dich die levitischen
Priester lehren; wie ich ihnen geboten habe, so sollt ihr's
halten und danach tun.
Bedenke, was der HERR, dein Gott, mit Mirjam tat auf dem
Wege, als ihr aus Ägypten zogt.
Wenn du deinem Nächsten irgend etwas borgst,
so sollst du nicht in sein Haus gehen und ihm ein Pfand nehmen,
sondern du sollst draußen stehen, und er, dem du
borgst, soll sein Pfand zu dir herausbringen.
Ist er aber bedürftig, so sollst du dich nicht
schlafen legen mit seinem Pfand,
sondern sollst ihm sein Pfand wiedergeben, wenn die Sonne
untergeht, daß er in seinem Mantel schlafe und dich segne.
So wird das deine Gerechtigkeit sein vor dem HERRN, deinem Gott.
Dem Tagelöhner, der bedürftig und arm
ist, sollst du seinen Lohn nicht vorenthalten, er sei von deinen
Brüdern oder den Fremdlingen, die in deinem Land und in
deinen Städten sind,
sondern du sollst ihm seinen Lohn am selben Tage geben,
daß die Sonne nicht darüber untergehe – denn er
ist bedürftig und verlangt danach -, damit er nicht wider
dich den HERRN anrufe und es dir zur Sünde werde.
Die Väter sollen nicht für die Kinder
noch die Kinder für die Väter sterben, sondern ein
jeder soll für seine Sünde sterben.
Du sollst das Recht des Fremdlings und der Waise
nicht beugen und sollst der Witwe nicht das Kleid zum Pfand
nehmen.
Denn du sollst
daran denken, daß du Knecht in Ägypten gewesen bist
und der HERR, dein Gott, dich von dort erlöst hat. Darum
gebiete ich dir, daß du solches tust.
Wenn du auf deinem Acker geerntet und eine Garbe
vergessen hast auf dem Acker, so sollst du nicht umkehren, sie zu
holen, sondern sie soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe
zufallen, auf daß dich der HERR, dein Gott, segne in allen
Werken deiner Hände.
Wenn du deine Ölbäume geschüttelt hast, so
sollst du nicht nachschütteln; es soll dem Fremdling, der
Waise und der Witwe zufallen.
Wenn du deinen Weinberg abgelesen hast, so sollst du nicht
nachlesen; es soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe
zufallen.
Denn du sollst daran denken, daß du Knecht in
Ägyptenland gewesen bist. Darum gebiete ich dir, daß
du solches tust.
Weitere Schutzbestimmungen
Kapitel 25
Wenn eine Streitsache zwischen Männern ist und sie
vor Gericht kommen und man sie richtet, so soll man den, der im
Recht ist, gerecht sprechen und den Schuldigen schuldig sprechen.
Und wenn der Schuldige Schläge verdient hat, soll ihn
der Richter hinlegen lassen, und man soll ihm vor dem Richter
eine Anzahl Schläge geben nach dem Maß seiner Schuld.
Wenn man ihm vierzig Schläge gegeben hat, soll man
nicht weiter schlagen, damit, wenn man mehr Schläge gibt, er
nicht zuviel geschlagen werde und dein Bruder entehrt werde in
deinen Augen.
Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das
Maul verbinden.
Wenn Brüder beieinander wohnen und einer
stirbt ohne Söhne, so soll seine Witwe nicht die Frau eines
Mannes aus einer andern Sippe werden, sondern ihr Schwager soll
zu ihr gehen und sie zur Frau nehmen und mit ihr die Schwagerehe
schließen.
Und der erste Sohn, den sie gebiert, soll gelten als der
Sohn seines verstorbenen Bruders, damit dessen Name nicht
ausgetilgt werde aus Israel.
Gefällt es aber dem Mann nicht, seine Schwägerin
zu nehmen, so soll sie, seine Schwägerin, hingehen ins Tor
vor die Ältesten und sagen: Mein Schwager weigert sich,
seinem Bruder seinen Namen zu erhalten in Israel, und will mich
nicht ehelichen.
Dann sollen ihn die Ältesten der Stadt zu sich rufen
und mit ihm reden. Wenn er aber darauf besteht und spricht: Es
gefällt mir nicht, sie zu nehmen -,
so soll seine Schwägerin zu ihm treten vor den
Ältesten und ihm den Schuh vom Fuß ziehen und ihm ins
Gesicht speien und soll antworten und sprechen: So soll man tun
einem jeden Mann, der seines Bruders Haus nicht bauen will!
Und sein Name soll in Israel heißen «des
Barfüßers Haus».
Wenn zwei Männer gegeneinander handgreiflich
werden und des einen Frau läuft hinzu, um ihren Mann zu
erretten von der Hand dessen, der ihn schlägt, und sie
streckt ihre Hand aus und ergreift ihn bei seiner Scham,
so sollst du ihr die Hand abhauen, und dein Auge soll sie
nicht schonen.
Du sollst nicht zweierlei Gewicht, groß und
klein, in deinem Beutel haben,
und in deinem Hause soll nicht zweierlei Maß, groß
und klein, sein.
Du sollst ein volles und rechtes Gewicht und ein volles
und rechtes Maß haben, auf daß dein Leben lange währe
in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
Denn wer das tut, der ist dem HERRN, deinem Gott, ein
Greuel, ein jeder, der übeltut.
Amaleks Schuld darf nicht vergessen werden
Denke daran, was dir die Amalekiter taten auf dem Wege,
als ihr aus Ägypten zogt:
wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachzügler
erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zurückgeblieben
waren, als du müde und matt warst, und wie sie Gott nicht
fürchteten.
Wenn nun der HERR, dein Gott, dich vor allen deinen
Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir der HERR,
dein Gott, zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die
Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das
vergiß nicht!
Darbringung der Erstlingsfrüchte und des Zehnten
Kapitel 26
Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott,
zum Erbe geben wird, und es einnimmst und darin wohnst,
so sollst du nehmen die Erstlinge aller Feldfrüchte,
die du von deinem Lande einbringst, das der HERR, dein Gott, dir
gibt, und sollst sie in einen Korb legen und hingehen an die
Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, daß
sein Name daselbst wohne,
und sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit sein
wird, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute dem HERRN, deinem Gott,
daß ich gekommen bin in das Land, das der HERR, wie er
unsern Vätern geschworen hat, uns geben wollte.
Und der Priester soll den Korb aus deiner Hand nehmen und
ihn vor dem Altar des HERRN, deines Gottes, niedersetzen.
Dann sollst du anheben und sagen vor dem HERRN, deinem
Gott: Mein Vater war ein Aramäer, dem Umkommen nahe, und zog
hinab nach Ägypten und war dort ein Fremdling mit wenig
Leuten und wurde dort ein großes, starkes und zahlreiches
Volk.
Aber die Ägypter behandelten uns schlecht und
bedrückten uns und legten uns einen harten Dienst auf.
Da schrien wir zu dem HERRN, dem Gott unserer Väter.
Und der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend,
unsere Angst und Not
und führte uns aus Ägypten mit mächtiger
Hand und ausgerecktem Arm und mit großem Schrecken, durch
Zeichen und Wunder,
und brachte uns an diese Stätte und gab uns dies
Land, darin Milch und Honig fließt.
Nun bringe ich die Erstlinge der Früchte des Landes,
das du, HERR, mir gegeben hast. - Und du sollst sie niederlegen
vor dem HERRN, deinem Gott, und anbeten vor dem HERRN, deinem
Gott,
und sollst fröhlich sein über alles Gut, das der
HERR, dein Gott, dir und deinem Hause gegeben hat, du und der
Levit und der Fremdling, der bei dir lebt.
Wenn du den Zehnten deines ganzen Ertrages
zusammengebracht hast im dritten Jahr, das ist das Zehnten-Jahr,
so sollst du ihn dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der
Witwe geben, daß sie in deiner Stadt essen und satt werden.
Und du sollst sprechen vor dem HERRN, deinem Gott: Ich hab
aus meinem Hause gebracht, was geheiligt ist, und hab's gegeben
den Leviten, den Fremdlingen, den Waisen und den Witwen ganz nach
deinem Gebot, das du mir geboten hast. Ich habe deine Gebote
nicht übertreten noch vergessen.
Ich habe nichts davon gegessen, als ich in Trauer war; ich
habe nichts davon weggebracht, als ich unrein war; ich habe
nichts davon gegeben als Gabe für die Toten. Ich bin der
Stimme des HERRN, meines Gottes, gehorsam gewesen und habe alles
getan, wie du es mir geboten hast.
Sieh nun herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel,
und segne dein Volk Israel und das Land, das du uns gegeben hast,
wie du unsern Vätern geschworen hast, ein Land, darin Milch
und Honig fließt.
Die Bundeszusagen
Heute gebietet dir der HERR, dein Gott, daß du tust
nach allen diesen Geboten und Rechten, daß du sie hältst
und danach tust von ganzem Herzen und von ganzer Seele.
Du hast dir heute vom HERRN sagen lassen, daß er
dein Gott sein wolle und daß du sollest in allen seinen
Wegen wandeln und halten seine Gesetze, Gebote und Rechte und
seiner Stimme gehorchen.
Und der HERR hat dich heute sagen lassen, daß du
sein eigenes Volk sein wollest, wie er dir zugesagt hat, und alle
seine Gebote halten wollest
und daß er dich zum höchsten über alle
Völker machen werde, die er geschaffen hat, und du gerühmt,
gepriesen und geehrt werdest, damit du dem HERRN, deinem Gott,
ein heiliges Volk seist, wie er zugesagt hat.
Die Denksteine mit dem Gesetz
Kapitel 27
Und Mose samt den Ältesten Israels gebot dem Volk und
sprach: Haltet alle Gebote, die ich euch heute gebiete.
Und zu der Zeit, wenn ihr über den Jordan geht in das
Land, das dir der HERR, dein Gott, geben wird, sollst du große
Steine aufrichten und sie mit Kalk tünchen
und darauf schreiben alle Worte dieses Gesetzes. Das
sollst du tun, wenn du hinübergehst, auf daß du
kommest in das Land, das der HERR, dein Gott, dir geben wird, ein
Land, darin Milch und Honig fließt, wie der HERR, der Gott
deiner Väter, dir zugesagt hat.
Wenn ihr nun über den Jordan geht, so sollt ihr, wie
ich euch heute gebiete, diese Steine auf dem Berge Ebal
aufrichten und mit Kalk tünchen.
Und dort sollst du dem HERRN, deinem Gott, einen Altar
bauen aus Steinen, die kein Eisen berührt hat.
Von unbehauenen Steinen sollst du diesen Altar dem HERRN,
deinem Gott, bauen und Brandopfer darauf opfern dem HERRN, deinem
Gott,
und Dankopfer darbringen und dort essen und fröhlich
sein vor dem HERRN, deinem Gott.
Und du sollst auf die Steine alle Worte dieses Gesetzes
schreiben, klar und deutlich.
Und Mose und die levitischen Priester redeten mit
ganz Israel und sprachen: Merke auf und höre, Israel! Am
heutigen Tage bist du ein Volk des HERRN, deines Gottes,
geworden,
daß du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorsam
seist und tust nach seinen Geboten und Rechten, die ich dir heute
gebiete.
Die zwölf Fluchworte
Und Mose gebot dem Volk an diesem Tage und sprach:
Diese sollen stehen auf dem Berge Garizim, um das Volk zu
segnen, wenn ihr über den Jordan gegangen seid: Simeon,
Levi, Juda, Isaschar, Joseph und Benjamin.
Und diese sollen stehen auf dem Berge Ebal, um zu
verfluchen: Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan und Naphthali.
Und die Leviten sollen anheben und zu allen Männern
Israels mit lauter Stimme sagen:
Verflucht sei, wer einen Götzen oder ein gegossenes
Bild macht, einen Greuel für den HERRN, ein Werk von den
Händen der Werkmeister, und es heimlich aufstellt! Und alles
Volk soll antworten und sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer seinen Vater oder seine Mutter
verunehrt! Und alles Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer seines Nächsten Grenze verrückt!
Und alles Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer einen Blinden irreführt auf dem
Wege! Und alles Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und
der Witwe beugt! Und alles Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer bei der Frau seines Vaters liegt, denn
er hat die Decke seines Vaters aufgedeckt! Und alles Volk soll
sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer bei irgendeinem Tier liegt! Und alles
Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, die seines
Vaters oder seiner Mutter Tochter ist! Und alles Volk soll sagen:
Amen. -
Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt! Und
alles Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer seinen Nächsten heimlich
erschlägt! Und alles Volk soll sagen: Amen. -
Verflucht sei, wer Geschenke nimmt, daß er
unschuldiges Blut vergieße! Und alles Volk soll sagen:
Amen. -
Verflucht sei, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes
erfüllt, daß er danach tue! Und alles Volk soll sagen:
Amen.
Ankündigung von Segen und Fluch
Kapitel 28
Wenn du nun der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen
wirst, daß du hältst und tust alle seine Gebote, die
ich dir heute gebiete, so wird dich der HERR, dein Gott, zum
höchsten über alle Völker auf Erden machen,
und weil du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorsam
gewesen bist, werden über dich kommen und dir zuteil werden
alle diese Segnungen:
Gesegnet wirst du sein in der Stadt, gesegnet wirst
du sein auf dem Acker.
Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes, der Ertrag
deines Ackers und die Jungtiere deines Viehs, deiner Rinder und
deiner Schafe.
Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog.
Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei
deinem Ausgang.
Und der HERR wird deine Feinde, die sich gegen dich
erheben, vor dir schlagen. Auf einem Weg sollen sie
ausziehen wider dich und auf sieben Wegen vor dir fliehen.
Der HERR wird gebieten dem Segen, daß er mit dir sei
in dem, was du besitzt, und in allem, was du unternimmst, und
wird dich segnen in dem Land, das dir der HERR, dein Gott,
gegeben hat.
Der HERR wird dich zum heiligen Volk für sich
erheben, wie er dir geschworen hat, weil du die Gebote des HERRN,
deines Gottes, hältst und in seinen Wegen wandelst.
Und alle Völker auf Erden werden sehen, daß
über dir der Name des HERRN genannt ist, und werden sich vor
dir fürchten.
Und der HERR wird machen, daß du Überfluß
an Gutem haben wirst, an Frucht deines Leibes, an Jungtieren
deines Viehs, an Ertrag deines Ackers, in dem Lande, das der HERR
deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben.
Und der HERR wird dir seinen guten Schatz auftun, den
Himmel, daß er deinem Land Regen gebe zur rechten Zeit und
daß er segne alle Werke deiner Hände. Und du wirst
vielen Völkern leihen, aber von niemandem borgen.
Und der HERR wird dich zum Kopf machen und nicht zum
Schwanz, und du wirst immer aufwärts steigen und nicht
heruntersinken, weil du gehorsam bist den Geboten des HERRN,
deines Gottes, die ich dir heute gebiete zu halten und zu tun,
und nicht abweichst von all den Worten, die ich euch heute
gebiete, weder zur Rechten noch zur Linken, und nicht andern
Göttern nachwandelst, um ihnen zu dienen.
Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des
HERRN, deines Gottes, und wirst nicht halten und tun alle seine
Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle
diese Flüche über dich kommen und dich treffen:
Verflucht wirst du sein in der Stadt, verflucht
wirst du sein auf dem Acker.
Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog.
Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes, der Ertrag
deines Ackers, das Jungvieh deiner Rinder und Schafe.
Verflucht wirst du sein bei deinem Eingang und verflucht
bei deinem Ausgang.
Der HERR wird unter dich senden Unfrieden, Unruhe
und Unglück in allem, was du unternimmst, bis du vertilgt
bist und bald untergegangen bist um deines bösen Treibens
willen, weil du mich verlassen hast.
Der HERR wird dir die Pest anhängen, bis er dich
vertilgt hat in dem Lande, in das du kommst, es einzunehmen.
Der HERR wird dich schlagen mit Auszehrung, Entzündung
und hitzigem Fieber, Getreidebrand und Dürre; die werden
dich verfolgen, bis du umkommst.
Der Himmel, der über deinem Haupt ist, wird ehern
werden und die Erde unter dir eisern.
Statt des Regens für dein Land wird der HERR Staub
und Asche vom Himmel auf dich geben, bis du vertilgt bist.
Der HERR wird dich vor deinen Feinden schlagen. Auf einem
Weg wirst du wider sie ausziehen, und auf sieben Wegen
wirst du vor ihnen fliehen und wirst zum Entsetzen werden für
alle Reiche auf Erden.
Deine Leichname werden zum Fraß werden allen Vögeln
des Himmels und allen Tieren des Landes, und niemand wird sie
verscheuchen.
Der HERR wird dich schlagen mit ägyptischem Geschwür,
mit Pocken, mit Grind und Krätze, daß du nicht geheilt
werden kannst.
Der HERR wird dich schlagen mit Wahnsinn, Blindheit und
Verwirrung des Geistes.
Und du wirst tappen am Mittag, wie ein Blinder tappt im
Dunkeln, und wirst auf deinem Wege kein Glück haben und
wirst Gewalt und Unrecht leiden müssen dein Leben lang, und
niemand wird dir helfen.
Mit einem Mädchen wirst du dich verloben; aber ein
anderer wird es sich nehmen. Ein Haus wirst du bauen; aber du
wirst nicht darin wohnen. Einen Weinberg wirst du pflanzen; aber
du wirst seine Früchte nicht genießen.
Dein Rind wird vor deinen Augen geschlachtet werden; aber
du wirst nicht davon essen. Dein Esel wird vor deinem Angesicht
mit Gewalt genommen und dir nicht wiedergegeben werden. Dein
Schaf wird deinen Feinden gegeben werden, und niemand wird dir
helfen.
Deine Söhne und deine Töchter werden einem
andern Volk gegeben werden, daß deine Augen zusehen müssen
und täglich vor Verlangen nach ihnen vergehen, und in deinen
Händen wird keine Kraft sein.
Den Ertrag deines Ackers und alle deine Arbeit wird ein
Volk verzehren, das du nicht kennst, und du wirst geplagt und
geschunden werden dein Leben lang
und wirst wahnsinnig werden bei dem, was deine Augen sehen
müssen.
Der HERR wird dich schlagen mit bösen Geschwüren
an den Knien und Waden, daß du nicht geheilt werden kannst,
von den Fußsohlen bis zum Scheitel.
Der HERR wird dich und deinen König, den du über
dich gesetzt hast, unter ein Volk treiben, das du nicht kennst
noch deine Väter, und du wirst dort andern Göttern
dienen: Holz und Steinen.
Und du wirst zum Entsetzen, zum Sprichwort und zum Spott
werden unter allen Völkern, zu denen der HERR dich treibt.
Du wirst viel Samen auf das Feld säen, aber wenig
einsammeln; denn die Heuschrecken werden's abfressen.
Weinberge wirst du pflanzen und bauen, aber weder Wein
trinken noch Trauben lesen; denn die Würmer werden's
verzehren.
Ölbäume wirst du haben in deinem ganzen Gebiet,
aber du wirst dich nicht salben mit Öl; denn dein Ölbaum
wird seine Frucht abwerfen.
Söhne und Töchter wirst du zeugen und doch nicht
behalten; denn sie werden gefangen weggeführt werden.
Alle Bäume und Früchte deines Landes wird das
Ungeziefer fressen.
Der Fremdling, der bei dir ist, wird immer höher über
dich emporsteigen; du aber wirst immer tiefer heruntersinken.
Er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen können;
er wird der Kopf sein, und du wirst der Schwanz sein.
Alle diese Flüche werden über dich kommen
und dich verfolgen und treffen, bis du vertilgt bist, weil du der
Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorcht und seine Gebote
und Rechte nicht gehalten hast, die er dir geboten hat.
Und diese Flüche werden Zeichen und Wunder sein an
dir und an deinen Nachkommen immerdar,
weil du dem HERRN, deinem Gott, nicht gedient hast mit
Freude und Lust deines Herzens, obwohl du Überfluß
hattest an allem.
Und du wirst deinem Feinde, den der HERR gegen dich
schicken wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße
und allerlei Mangel, und er wird ein eisernes Joch auf deinen
Hals legen, bis er dich vertilgt hat.
Der HERR wird ein Volk über dich schicken von ferne,
vom Ende der Erde, wie ein Adler fliegt, ein Volk, dessen Sprache
du nicht verstehst,
ein freches Volk, das nicht Rücksicht nimmt auf die
Alten und die Jungen nicht schont.
Es wird verzehren die Jungtiere deines Viehs und den
Ertrag deines Ackers, bis du vertilgt bist, und wird dir nichts
übriglassen vom Korn, Wein und Öl und vom Jungvieh
deiner Rinder und Schafe, bis es dich umgebracht hat.
Es wird dich ängstigen in allen deinen Städten,
bis es niedergeworfen hat deine hohen und festen Mauern, auf die
du dich verläßt, in deinem ganzen Lande; und du wirst
geängstigt werden in allen deinen Städten, in deinem
ganzen Lande, das dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.
Du wirst die Frucht deines Leibes, das Fleisch deiner
Söhne und deiner Töchter, die dir der HERR, dein Gott,
gegeben hat, essen in der Angst und Not, mit der dich dein Feind
bedrängen wird.
Ein Mann unter euch, der zuvor verwöhnt und in
Üppigkeit gelebt hat, wird seinem Bruder und der Frau in
seinen Armen und dem Sohn, der noch übrig ist von seinen
Söhnen, nichts gönnen
von dem Fleisch seiner Söhne, das er ißt, weil
ihm nichts übrig geblieben ist von allem Gut in der Angst
und Not, mit der dich dein Feind bedrängen wird in allen
deinen Städten.
Eine Frau unter euch, die zuvor so verwöhnt und in
Üppigkeit gelebt hat, daß sie nicht einmal versucht
hat, ihre Fußsohle auf die Erde zu setzen, vor Verwöhnung
und Wohlleben, die wird dem Mann in ihren Armen und ihrem Sohn
und ihrer Tochter nicht gönnen
die Nachgeburt, die von ihr ausgegangen ist, und ihr Kind,
das sie geboren hat; denn sie wird beides vor Mangel an allem
heimlich essen in der Angst und Not, mit der dich dein Feind
bedrängen wird in deinen Städten.
Wenn du nicht darauf hältst, daß du alle
Worte dieses Gesetzes tust, die in diesem Buch geschrieben sind,
und nicht fürchtest diesen herrlichen und heiligen Namen,
den HERRN, deinen Gott,
so wird der HERR schrecklich mit dir umgehen und dich und
deine Nachkommen schlagen mit großen und anhaltenden
Plagen, mit bösen und anhaltenden Krankheiten.
Und er wird auch alle Seuchen Ägyptens über dich
bringen, vor denen du dich fürchtest, und sie werden dich
nicht loslassen;
dazu wird der HERR alle Krankheiten und alle Plagen, die
nicht geschrieben sind in dem Buch dieses Gesetzes, über
dich kommen lassen, bis du vertilgt bist.
Und nur wenige werden übrigbleiben von euch, die ihr
zuvor zahlreich gewesen seid wie die Sterne am Himmel, weil du
nicht gehorcht hast der Stimme des HERRN, deines Gottes.
Und wie sich der HERR zuvor freute, euch Gutes zu tun und
euch zu mehren, so wird er sich nun freuen, euch umzubringen und
zu vertilgen, und ihr werdet herausgerissen werden aus dem Lande,
in das du jetzt ziehst, es einzunehmen.
Denn der HERR wird dich zerstreuen unter alle Völker
von einem Ende der Erde bis ans andere, und du wirst dort andern
Göttern dienen, die du nicht kennst noch deine Väter:
Holz und Steinen.
Dazu wirst du unter jenen Völkern keine Ruhe haben,
und deine Füße werden keine Ruhestatt finden. Denn der
HERR wird dir dort ein bebendes Herz geben und erlöschende
Augen und eine verzagende Seele,
und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben; Nacht und
Tag wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher
sein.
Morgens wirst du sagen: Ach daß es Abend wäre!
und abends wirst du sagen: Ach daß es Morgen wäre! vor
Furcht deines Herzens, die dich schrecken wird, und vor dem, was
du mit deinen Augen sehen wirst.
Und der HERR wird dich mit Schiffen wieder nach Ägypten
führen, auf dem Wege, von dem ich dir gesagt habe: Du sollst
ihn nicht mehr sehen. Und ihr werdet dort euren Feinden als
Knechte und Mägde verkauft werden, aber es wird kein Käufer
dasein.
Der Bund des Herrn mit Israel im Lande Moab
° Dies sind die Worte des Bundes, den der HERR dem
Mose geboten hat, mit Israel zu schließen im Lande Moab,
neben dem Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte am Horeb.
Kapitel 29
° Und Mose berief ganz Israel und sprach zu
ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der HERR vor euren Augen in
Ägypten dem Pharao und allen seinen Großen und seinem
ganzen Lande getan hat,
die gewaltigen Proben seiner Macht, die deine Augen
gesehen haben, die großen Zeichen und Wunder.
Und der HERR hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch
nicht ein Herz gegeben, das verständig wäre, Augen, die
da sähen, und Ohren, die da hörten.
Er hat euch vierzig Jahre in der Wüste wandern
lassen. Eure Kleider sind euch nicht zerrissen, auch deine Schuhe
nicht an deinen Füßen;
ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein getrunken und
kein starkes Getränk, auf daß ihr erkennen solltet,
daß ich der HERR, euer Gott, bin.
Und als ihr kamt an diesen Ort, zogen aus der König
Sihon von Hesbon und der König Og von Basan uns entgegen,
mit uns zu kämpfen. Und wir haben sie geschlagen
und ihr Land eingenommen und zum Erbteil gegeben den
Rubenitern und Gaditern und dem halben Stamm Manasse.
So haltet nun die Worte dieses Bundes und tut danach, auf
daß ihr glücklich ausrichten könnt all euer Tun.
Ihr steht heute alle vor dem HERRN, eurem Gott, die
Häupter eurer Stämme, eure Ältesten, eure
Amtleute, jeder Mann in Israel,
eure Kinder, eure Frauen, dein Fremdling, der in deinem
Lager ist, dein Holzhauer und dein Wasserschöpfer,
damit du tretest in den Bund des HERRN, deines Gottes, und
unter den Eid, den der HERR, dein Gott, dir heute auflegt,
daß er dich heute zum Volk für sich erhebe und
er dein Gott sei, wie er dir zugesagt hat und wie er deinen
Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.
Denn ich schließe diesen Bund und diesen Eid nicht
mit euch allein,
sondern mit euch, die ihr heute hier seid und mit uns
steht vor dem HERRN, unserm Gott, wie auch mit denen, die heute
nicht mit uns sind.
Denn ihr wißt, wie wir in Ägyptenland
gewohnt haben und mitten durch die Völker gezogen sind,
durch deren Land ihr zogt.
Ihr saht ihre Greuel und ihre Götzen, die bei ihnen
waren, Holz und Stein, Silber und Gold.
Laßt ja nicht einen Mann oder eine Frau, ein
Geschlecht oder einen Stamm unter euch sein, dessen Herz sich
heute abwendet von dem HERRN, unserm Gott, daß jemand
hingehe und diene den Göttern dieser Völker. Laßt
unter euch nicht eine Wurzel aufwachsen, die da Gift und Wermut
hervorbringt.
Laßt niemand, der die Worte dieses Fluches hört,
sich dennoch in seinem Herzen segnen und sprechen: Mir wird es
wohlgehen, auch wenn ich wandle nach meinem verstockten Herzen -,
damit nicht fortgerafft werde das wasserreiche mit dem dürren
Land!
Einem solchen Mann wird der HERR nicht gnädig sein,
sondern sein Zorn und Eifer wird entbrennen gegen ihn, und es
werden sich auf ihn legen alle Flüche, die in diesem Buch
geschrieben sind, und seinen Namen wird der HERR austilgen unter
dem Himmel
und wird ihn zum Unheil absondern aus allen Stämmen
Israels nach allen Flüchen des Bundes, der in dem Buch
dieses Gesetzes geschrieben ist.
Dann werden sagen künftige Geschlechter, eure Kinder,
die nach euch aufkommen, und die Fremden, die aus fernen Landen
kommen, wenn sie die Plagen dieses Landes sehen und die
Krankheiten, mit denen der HERR es beladen hat
- all ihr Land hat er mit Schwefel und Salz verbrannt, daß
es weder besät werden kann noch etwas wächst noch Kraut
darin aufgeht, gleichwie Sodom und Gomorra, Adma und Zeboïm
zerstört sind, die der HERR in seinem Zorn und Grimm
zerstört hat -,
ja, alle Völker werden sagen: Warum hat der HERR an
diesem Lande so gehandelt? Was ist das für ein großer,
grimmiger Zorn?
Dann wird man sagen: Darum, weil sie den Bund des HERRN,
des Gottes ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen
schloß, als er sie aus Ägyptenland führte,
und sind hingegangen und haben andern Göttern gedient
und sie angebetet, Götter, die sie nicht kennen und die er
ihnen nicht zugewiesen hat,
darum ist des HERRN Zorn entbrannt gegen dies Land, daß
er über sie hat kommen lassen alle Flüche, die in
diesem Buch geschrieben stehen.
Und der HERR hat sie aus ihrem Lande gestoßen in
großem Zorn, Grimm und ohne Erbarmen und hat sie in ein
anderes Land geworfen, so wie es heute ist.
Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was
aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich, daß
wir tun sollen alle Worte dieses Gesetzes.
Die Wahl zwischen Leben und Tod
Kapitel 30
Wenn nun dies alles über
dich kommt, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir
vorgelegt habe, und du es zu Herzen nimmst, wenn du unter den
Heiden bist, unter die dich der HERR, dein Gott, verstoßen
hat,
und du dich bekehrst zu dem
HERRN, deinem Gott, daß du seiner Stimme gehorchst, du und
deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele in allem,
was ich dir heute gebiete,
so wird der HERR, dein Gott,
deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen und wird
dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter die dich der
HERR, dein Gott, verstreut hat.
Wenn du bis ans Ende des
Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der HERR,
dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen
und wird dich in das Land
bringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es
einnehmen, und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher machen,
als deine Väter waren.
Und der HERR, dein Gott, wird
dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du
den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer
Seele, auf daß du am Leben bleibst.
Aber alle diese Flüche
wird der HERR, dein Gott, auf deine Feinde legen und auf die, die
dich hassen und verfolgen.
Du aber wirst umkehren und der
Stimme des HERRN gehorchen, daß du tust alle seine Gebote,
die ich dir heute gebiete.
Und der HERR, dein Gott, wird
dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände, zu der
Frucht deines Leibes, zu den Jungtieren deines Viehs, zum Ertrag
deines Ackers, daß dir's zugute komme. Denn der HERR wird
sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über
deine Väter gefreut hat,
weil du der Stimme des HERRN,
deines Gottes, gehorchst und hältst seine Gebote und Rechte,
die geschrieben stehen im Buch dieses Gesetzes, wenn du dich
bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, von ganzem Herzen und von
ganzer Seele.
Denn das Gebot, das ich
dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern.
Es ist nicht im Himmel, daß
du sagen müßtest: Wer will für uns in den Himmel
fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun?
Es ist auch nicht jenseits des
Meeres, daß du sagen müßtest: Wer will für
uns über das Meer fahren und es uns holen, daß wir's
hören und tun?
Denn es ist das Wort ganz
nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du
es tust.
Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und
das Gute, den Tod und das Böse.
Wenn du gehorchst den Geboten des HERRN, deines Gottes,
die ich dir heute gebiete, daß du den HERRN, deinen Gott,
liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und
Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und der
HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst,
es einzunehmen.
Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern
läßt dich verführen, daß du andere Götter
anbetest und ihnen dienst,
so verkünde ich euch heute, daß ihr umkommen
und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über
den Jordan ziehst, es einzunehmen.
Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen:
Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du
das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine
Nachkommen,
indem ihr den HERRN, euren Gott, liebt und seiner Stimme
gehorcht und ihm anhanget. Denn das bedeutet für dich, daß
du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der
HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat,
ihnen zu geben.
Mose setzt Josua zu seinem Nachfolger ein
Kapitel 31
Und Mose ging hin und redete diese Worte mit ganz Israel
und sprach zu ihnen:
Ich bin heute hundertundzwanzig Jahre alt, ich kann
nicht mehr aus- und eingehen. Dazu hat der HERR zu mir gesagt:
Den Jordan hier sollst du nicht überschreiten!
Der HERR, dein Gott, wird selber vor dir hergehen. Er
selber wird diese Völker vor dir her vertilgen, damit du ihr
Land einnehmen kannst. Josua, der soll vor dir hinübergehen,
wie der HERR zugesagt hat.
Und der HERR wird mit ihnen tun, wie er getan hat mit
Sihon und Og, den Königen der Amoriter, und ihrem Lande, die
er vertilgt hat.
Wenn sie nun der HERR vor euren Augen dahingeben wird, so
sollt ihr mit ihnen tun ganz nach dem Gebot, das ich euch gegeben
habe.
Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und
laßt euch nicht vor ihnen grauen; denn der HERR, dein Gott,
wird selber mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich
nicht verlassen.
Und Mose rief Josua und sprach zu ihm vor den Augen
von ganz Israel: Sei getrost und unverzagt; denn du wirst dies
Volk in das Land bringen, das der HERR ihren Vätern
geschworen hat, ihnen zu geben, und du wirst es unter sie
austeilen.
Der HERR aber, der selber vor euch hergeht, der wird mit
dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen.
Fürchte dich nicht und erschrick nicht!
Alle sieben Jahre soll das Gesetz öffentlich verlesen
werden
Und Mose schrieb dies Gesetz und gab's den Priestern, den
Söhnen Levi, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, und
allen Ältesten Israels
und gebot ihnen und sprach: Jeweils nach sieben Jahren,
zur Zeit des Erlaßjahrs, am Laubhüttenfest,
wenn ganz Israel kommt, zu erscheinen vor dem Angesicht
des HERRN, deines Gottes, an der Stätte, die er erwählen
wird, sollst du dies Gesetz vor ganz Israel ausrufen lassen vor
ihren Ohren.
Versammle das Volk, die Männer, Frauen und Kinder und
den Fremdling, der in deinen Städten lebt, damit sie es
hören und lernen und den HERRN, euren Gott, fürchten
und alle Worte dieses Gesetzes halten und tun
und daß ihre Kinder, die es nicht kennen, es auch
hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten
alle Tage, die ihr in dem Lande lebt, in das ihr zieht über
den Jordan, um es einzunehmen.
Gottes Befehl, das Lied des Mose aufzuschreiben
Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, deine Zeit ist
herbeigekommen, daß du sterben mußt. Rufe Josua, und
tretet hin zur Stiftshütte, daß ich ihm Befehl gebe.
Mose ging hin mit Josua, und sie traten hin zur Stiftshütte.
Der HERR aber erschien in der Hütte in einer
Wolkensäule, und die Wolkensäule stand in der Tür
der Hütte.
Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, du wirst schlafen bei
deinen Vätern, und dies Volk wird sich erheben und
nachlaufen den fremden Göttern des Landes, in das sie
kommen, und wird mich verlassen und den Bund brechen, den ich mit
ihm geschlossen habe.
Da wird mein Zorn entbrennen über sie zur selben
Zeit, und ich werde sie verlassen und mein Antlitz vor ihnen
verbergen, so daß sie völlig verzehrt werden. Und wenn
sie dann viel Unglück und Angst treffen wird, werden sie
sagen: Hat mich nicht dies Übel alles getroffen, weil mein
Gott nicht mit mir ist?
Ich aber werde mein Antlitz verborgen halten zu der Zeit
um all des Bösen willen, das sie getan haben, weil sie sich
zu andern Göttern wandten.
So schreibt euch nun dies Lied auf und lehrt es die
Kinder Israel und legt es in ihren Mund, daß mir das Lied
ein Zeuge sei unter den Kindern Israel.
Denn ich will sie in das Land bringen, das ich ihren
Vätern zu geben geschworen habe, darin Milch und Honig
fließt. Und wenn sie essen und satt und fett werden, so
werden sie sich zu andern Göttern wenden und ihnen dienen,
mich aber lästern und meinen Bund brechen.
Und wenn sie dann viel Unglück und Angst treffen
wird, so soll dies Lied vor ihnen als Zeuge reden; denn es soll
nicht vergessen werden im Mund ihrer Nachkommen. Denn ich weiß
ihre Gedanken, mit denen sie schon jetzt umgehen, ehe ich sie in
das Land bringe, wie ich geschworen habe. -
Also schrieb Mose dies Lied zur selben Zeit auf und lehrte
es die Kinder Israel.
Und der Herr befahl Josua, dem Sohn Nuns, und
sprach: Sei getrost und unverzagt, denn du sollst die Kinder
Israel in das Land führen, wie ich ihnen geschworen habe,
und ich will mit dir sein.
Die Aufbewahrung des Gesetzbuches
Als nun Mose damit fertig war, die Worte dieses Gesetzes
vollständig in ein Buch zu schreiben,
gebot er den Leviten, die die Lade des Bundes des HERRN
trugen, und sprach:
Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es neben die Lade
des Bundes des HERRN, eures Gottes, daß es dort ein Zeuge
sei wider dich.
Denn ich kenne deinen Ungehorsam und deine
Halsstarrigkeit. Siehe, jetzt schon, während ich noch bei
euch lebe, seid ihr ungehorsam gewesen gegen den HERRN; wieviel
mehr nach meinem Tode!
Aufforderung an Israel, das Lied des Mose zu hören
Versammelt vor mir alle Ältesten eurer Stämme
und eure Amtleute, daß ich diese Worte vor ihren Ohren rede
und Himmel und Erde wider sie zu Zeugen nehme.
Denn ich weiß, daß ihr euch nach meinem Tode
sehr versündigen werdet und von dem Wege abweichen, den ich
euch geboten habe. So wird euch am Ende der Tage das Unheil
treffen, weil ihr tut, was böse ist in den Augen des HERRN,
und ihn erzürnt durch eurer Hände Werk.
Und Mose trug vor den Ohren der ganzen Gemeinde
Israel dies Lied bis zum letzten Wort vor:
Das Lied des Mose
Kapitel 32
Merkt auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre
die Rede meines Mundes.
Meine Lehre rinne wie der Regen, und meine Rede riesele
wie Tau, wie der Regen auf das Gras und wie die Tropfen auf das
Kraut.
Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm
Gott allein die Ehre!
Er ist ein Fels. Seine
Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht.
Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig
ist er.
Das verkehrte und böse Geschlecht hat gesündigt
wider ihn; sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder.
Dankst du so dem HERRN, deinem Gott, du tolles und
törichtes Volk? Ist er nicht dein Vater und dein Herr? Ist's
nicht er allein, der dich gemacht und bereitet hat?
Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die
Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird
dir's verkünden, deine Ältesten, die werden dir's
sagen.
Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und
der Menschen Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen
der Völker nach der Zahl der Kinder Israel.
Denn des HERRN Teil ist sein Volk, Jakob ist sein Erbe.
Er fand ihn in der Wüste, in der dürren
Einöde sah er ihn. Er umfing ihn und hatte acht auf ihn. Er
behütete ihn wie seinen Augapfel.
Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über
ihnen schwebt, so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und
trug ihn auf seinen Flügeln.
Der HERR allein leitete ihn, und kein fremder Gott war mit
ihm.
Er ließ ihn einherfahren über die Höhen
der Erde und nährte ihn mit den Früchten des Feldes und
ließ ihn Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus hartem
Gestein,
Butter von den Kühen und Milch von den Schafen samt
dem Fett von den Lämmern, feiste Widder und Böcke und
das Beste vom Weizen und tränkte ihn mit edlem Traubenblut.
Als aber Jeschurun
fett ward, wurde er übermütig. Er ist fett und dick und
feist geworden und hat den Gott verworfen, der ihn gemacht hat.
Er hat den Fels seines Heils gering geachtet
und hat ihn zur Eifersucht gereizt durch fremde Götter;
durch Greuel hat er ihn erzürnt.
Sie haben den bösen Geistern geopfert und nicht ihrem
Gott, den Göttern, die sie nicht kannten, den neuen, die vor
kurzem erst aufgekommen sind, die eure Väter nicht geehrt
haben.
Deinen Fels, der dich gezeugt hat, hast du außer
acht gelassen und hast vergessen den Gott, der dich gemacht hat.
Und als es der HERR sah, ward er zornig über
seine Söhne und Töchter,
und er sprach: Ich will mein Antlitz vor ihnen verbergen,
will sehen, was ihnen zuletzt widerfahren wird; denn es ist ein
verkehrtes Geschlecht, es sind untreue Kinder.
Sie haben mich gereizt durch einen Nicht-Gott, durch ihre
Abgötterei haben sie mich erzürnt. Ich aber will sie
wieder reizen durch ein Nicht-Volk, durch ein gottloses Volk will
ich sie erzürnen.
Denn ein Feuer ist entbrannt durch meinen Zorn und wird
brennen bis in die unterste Tiefe und wird verzehren das Land mit
seinem Gewächs und wird anzünden die Grundfesten der
Berge.
Ich will alles Unglück über sie häufen, ich
will alle meine Pfeile auf sie schießen.
Vor Hunger sollen sie verschmachten und verzehrt werden
vom Fieber und von jähem Tod. Ich will der Tiere Zähne
unter sie schicken und der Schlangen Gift.
Draußen wird das Schwert ihre Kinder rauben und
drinnen der Schrecken den jungen Mann wie das Mädchen, den
Säugling wie den Greis.
Ich hätte gesagt: Es soll aus sein mit ihnen,
ich will ihren Namen tilgen unter den Menschen, -
wenn ich nicht den Spott der Feinde gescheut hätte;
ihre Widersacher hätten es nicht erkannt und gesagt: Unsere
Macht ist groß, und nicht der HERR hat dies alles getan. -
Denn Israel ist ein Volk, dem man nicht mehr raten kann,
und kein Verstand wohnt in ihnen.
O, daß sie weise wären und dies verstünden,
daß sie merkten, was ihnen hernach begegnen wird!
Wie geht's zu, daß einer tausend verjagt und zwei
sogar zehntausend flüchtig machen? Kommt's nicht daher, daß
ihr Fels sie verkauft hat und der HERR sie dahingegeben hat?
Denn unserer Feinde Fels ist nicht wie unser Fels; so
müssen sie selber urteilen.
Denn ihr Weinstock stammt von Sodoms Weinstock und von dem
Weinberg Gomorras; ihre Trauben sind Gift, sie haben bittere
Beeren,
ihr Wein ist Drachengift und verderbliches Gift der
Ottern.
Ist dies nicht bei mir verwahrt und versiegelt in
meinen Schatzkammern?
Die Rache ist mein, ich will vergelten zur Zeit, da ihr
Fuß gleitet; denn die Zeit ihres Unglücks ist nahe,
und was über sie kommen soll, eilt herzu.
Denn der HERR wird seinem Volk Recht schaffen, und über
seine Knechte wird er sich erbarmen. Denn er wird sehen, daß
ihre Macht dahin ist und es aus ist mit ihnen ganz und gar.
Und er wird sagen: Wo sind ihre Götter, ihr Fels, auf
den sie trauten,
die das Fett ihrer Schlachtopfer essen sollten und trinken
den Wein ihrer Trankopfer? Laßt sie aufstehen und euch
helfen und euch schützen!
Sehet nun, daß ich's allein bin und ist kein Gott
neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann
schlagen und kann heilen, und niemand ist da, der aus meiner Hand
errettet.
Denn ich will meine Hand zum Himmel heben und will
sagen: So wahr ich ewig lebe:
wenn ich mein blitzendes Schwert schärfe und meine
Hand zur Strafe greift, so will ich mich rächen an meinen
Feinden und denen, die mich hassen, vergelten.
Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein
Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und
Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde!
Preiset, ihr Heiden, sein Volk; denn er wird das
Blut seiner Knechte rächen und wird an seinen Feinden Rache
nehmen und entsühnen das Land seines Volks!
Moses letzte Mahnung an das Volk
Und Mose kam und redete alle Worte dieses Liedes vor den
Ohren des Volks, er und Josua, der Sohn Nuns.
Als nun Mose das alles zu Ende geredet hatte vor ganz
Israel,
sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich
euch heute bezeuge, daß ihr euren Kindern befehlt, alle
Worte dieses Gesetzes zu halten und zu tun.
Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es
ist euer Leben, und durch dies Wort werdet ihr lange leben in
dem Lande, in das ihr zieht über den Jordan, um es
einzunehmen.
Gott bereitet Mose auf seinen Tod vor
Und der HERR redete mit Mose am selben Tage und sprach:
Geh auf das Gebirge Abarim, auf den Berg Nebo, der da
liegt im Lande Moab gegenüber Jericho, und schaue das Land
Kanaan, das ich den Kindern Israel zum Eigentum geben werde.
Dann stirb auf dem Berge, auf den du hinaufgestiegen bist,
und laß dich zu deinem Volk versammeln, wie dein Bruder
Aaron starb auf dem Berge Hor und zu seinem Volk versammelt
wurde;
denn ihr habt euch an mir versündigt unter den
Kindern Israel bei dem Haderwasser zu Kadesch in der Wüste
Zin, weil ihr mich nicht heiligtet inmitten der Kinder Israel.
Denn du sollst das Land vor dir sehen, das ich den Kindern
Israel gebe, aber du sollst nicht hineinkommen.
Mose segnet die Stämme Israels
Kapitel 33
Dies ist der Segen, mit dem Mose, der Mann Gottes, die
Kinder Israel vor seinem Tode segnete.
Er sprach: Der HERR ist vom Sinai gekommen und ist ihnen
aufgeleuchtet von Seïr
her. Er ist erschienen vom Berge Paran her und ist gezogen nach
Meribath-Kadesch; in seiner Rechten ist ein feuriges Gesetz für
sie.
Wie hat er sein Volk so lieb! Alle Heiligen sind in deiner
Hand. Sie werden sich setzen zu deinen Füßen und
werden lernen von deinen Worten.
Mose hat uns das Gesetz geboten, das Erbe der Gemeinde
Jakobs.
Und der Herr ward König über Jeschurun, als sich
versammelten die Häupter des Volks samt den Stämmen
Israels.
Ruben lebe und sterbe nicht; seine Mannschaft
gewinne an Zahl!
Dies ist der Segen über Juda. Und er
sprach: HERR, erhöre die Stimme Judas und bringe ihn zu
seinem Volk; laß seine Macht groß werden und sei ihm
Hilfe wider seine Feinde!
Und über Levi sprach er: Deine Lose
«Licht und Recht» sollen bleiben bei deinem Getreuen,
den du versucht hast zu Massa, für den du gestritten hast am
Haderwasser,
der von seinem Vater und von seiner Mutter spricht: «Ich
sehe ihn nicht», und von seinem Bruder: «Ich kenne
ihn nicht», und von seinem Sohn: «Ich weiß
nichts von ihm». Die hüten dein Wort und bewahren
deinen Bund;
sie lehren Jakob deine Rechte und Israel dein Gesetz; sie
bringen Räucherwerk vor dein Angesicht und Ganzopfer auf
deinen Altar.
HERR, segne seine Macht, und laß dir gefallen die
Werke seiner Hände! Zerschlage den Rücken derer, die
sich wider ihn auflehnen, und derer, die ihn hassen, daß
sie nicht aufkommen!
Und über Benjamin sprach er: Der
Geliebte des HERRN wird sicher wohnen; allezeit wird Er die Hand
über ihm halten und wird zwischen seinen Höhen wohnen.
Und über Joseph sprach er: Gesegnet vom
HERRN ist sein Land mit dem Köstlichsten vom Himmel droben,
dem Tau, und mit der Flut, die drunten liegt,
mit dem Köstlichsten, was die Sonne hervorbringt, und
mit dem Köstlichsten, was die Monde erzeugen,
mit dem Besten uralter Berge und mit dem Köstlichsten
der ewigen Hügel,
mit dem Köstlichsten der Erde und ihrer Fülle.
Die Gnade dessen, der in dem Dornbusch wohnte, komme auf das
Haupt Josephs, auf den Scheitel des Geweihten unter seinen
Brüdern.
Sein erstgeborener Stier ist voll Herrlichkeit, und seine
Hörner sind wie die Hörner wilder Stiere: mit ihnen
wird er die Völker stoßen bis an die Enden der Erde.
Das sind die Zehntausende Ephraims und die Tausende
Manasses.
Und über Sebulon sprach er: Sebulon,
freue dich deiner Fahrten; und Isaschar, freue dich deiner
Zelte.
Sie werden die Stämme auf den Berg rufen und daselbst
opfern rechte Opfer. Denn sie werden den Reichtum des Meeres
gewinnen und die verborgenen Schätze im Sande.
Und über Gad sprach er: Gelobt sei, der
Gad Raum schafft! Gad liegt da wie ein Löwe und zerreißt
Schenkel und Scheitel.
Und er ersah sich ein Erstlingserbe; denn daselbst war für
ihn eines Anführers Teil. Und es versammelten sich die
Häupter des Volks, und er vollstreckte die Gerechtigkeit des
HERRN und seine Gerichte zusammen mit Israel.
Und über Dan sprach er: Dan ist ein
junger Löwe, der hervorspringt aus Basan.
Und über Naphthali sprach er: Naphthali
hat viel Gnade und ist voll Segens des HERRN; gegen Westen und
Süden hat er Besitz.
Und über Asser sprach er: Asser ist
gesegnet unter den Söhnen. Er sei der Liebling seiner Brüder
und tauche seinen Fuß in Öl.
Von Eisen und Erz sei der Riegel deiner Tore; dein Alter
sei wie deine Jugend!
Es ist kein Gott wie der Gott Jeschuruns,
der am Himmel daherfährt dir zur Hilfe und in seiner Hoheit
auf den Wolken.
Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen
Armen. Er hat vor dir her deinen Feind vertrieben und
geboten: Vertilge!
Israel wohnt sicher, der Brunnquell Jakobs unbehelligt in
dem Lande, da Korn und Wein ist, dessen Himmel von Tau trieft.
Wohl dir, Israel! Wer ist dir
gleich? Du Volk, das sein Heil empfängt durch den HERRN, der
deiner Hilfe Schild und das Schwert deines Sieges ist! Deine
Feinde werden dir huldigen, und du wirst auf ihren Höhen
einherschreiten.
Moses Tod
Kapitel 34
Und Mose stieg aus dem Jordantal der Moabiter auf den Berg
Nebo, den Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho. Und
der HERR zeigte ihm das ganze Land: Gilead bis nach Dan
und das ganze Naphthali und das ganze Land Ephraim und
Manasse und das ganze Land Juda bis an das Meer im Westen
und das Südland und die Gegend am Jordan, die Ebene
von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar.
Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich
Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen
Nachkommen geben. - Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber du
sollst nicht hinübergehen.
So starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande
Moab nach dem Wort des HERRN.
Und er begrub ihn im Tal, im Lande Moab gegenüber
Beth-Peor. Und niemand hat sein Grab erfahren bis auf den
heutigen Tag.
Und Mose war hundertundzwanzig Jahre alt, als er starb.
Seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war
nicht verfallen.
Und die Kinder Israel beweinten Mose im Jordantal der
Moabiter dreißig Tage, bis die Zeit des Weinens und Klagens
über Mose vollendet war.
Josua aber, der Sohn Nuns, wurde erfüllt mit
dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn
gelegt. Und die Kinder Israel gehorchten ihm und taten, wie der
HERR es Mose geboten hatte.
Und es stand hinfort kein Prophet in Israel auf wie
Mose, den der HERR erkannt hätte von Angesicht zu Angesicht,
mit all den Zeichen und Wundern, mit denen der HERR ihn
gesandt hatte, daß er sie täte in Ägyptenland am
Pharao und an allen seinen Großen und an seinem ganzen
Lande,
und mit all der mächtigen Kraft und den großen
Schreckenstaten, die Mose vollbrachte vor den Augen von ganz
Israel.
Josua
1-12
|