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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER PROPHET
JOEL
Kapitel 1 - 4
Die Heuschreckenplage und der
Tag des Herrn
Kapitel 1
Dies
ist das Wort des HERRN, das geschehen ist zu Joel, dem Sohn
Pethuëls.
Hört
dies, ihr Ältesten, und merkt auf, alle Bewohner des Landes,
ob solches geschehen sei zu euren Zeiten oder zu eurer Väter
Zeiten!
Sagt
euren Kindern davon und laßt's eure Kinder ihren Kindern
sagen und diese wiederum ihren Nachkommen:
Was die
Raupen übriglassen, das fressen die Heuschrecken, und was
die Heuschrecken übriglassen, das fressen die Käfer,
und was die Käfer übriglassen, das frißt das
Geschmeiß.
Wacht
auf, ihr Trunkenen, und weinet und heult, alle Weinsäufer,
um den süßen Wein; denn er ist euch vor eurem Munde
weggenommen!
Denn es zieht herauf in mein Land ein Volk, mächtig
und ohne Zahl; das hat Zähne wie die Löwen und
Backenzähne wie die Löwinnen.
Es verwüstet meinen Weinstock und frißt meinen
Feigenbaum kahl, schält ihn ganz und gar ab, daß seine
Zweige weiß dastehen.
Heule wie eine Jungfrau, die Trauer anlegt um ihres
Bräutigams willen!
Denn Speisopfer und Trankopfer gibt es nicht mehr im Hause
des HERRN, und die Priester, des HERRN Diener, trauern.
Das Feld ist verwüstet und der Acker ausgedörrt;
das Getreide ist verdorben, der Wein steht jämmerlich und
das Öl kläglich.
Die Ackerleute sehen traurig drein, und die Weingärtner
heulen um den Weizen und um die Gerste, weil aus der Ernte auf
dem Felde nichts werden kann,
weil der Weinstock verdorrt ist und der Feigenbaum
verwelkt, auch die Granatbäume, Palmbäume und
Apfelbäume, ja, alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt.
So ist die Freude der Menschen zum Jammer geworden.
Umgürtet euch und klagt, ihr Priester, heulet,
ihr Diener des Altars! Kommt, behaltet auch im Schlaf das
Trauergewand an, ihr Diener meines Gottes! Denn Speisopfer und
Trankopfer gibt es nicht mehr im Hause eures Gottes.
Sagt ein heiliges Fasten an, ruft die Gemeinde zusammen!
Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes zum
Hause des HERRN, eures Gottes, und schreit zum HERRN:
O weh des Tages! Denn der Tag des HERRN ist nahe und kommt
wie ein Verderben vom Allmächtigen.
Ist nicht die Speise vor unsern Augen weggenommen und vom
Hause unseres Gottes Freude und Wonne?
Der Same ist unter der Erde verdorrt, die Kornhäuser
stehen wüst, die Scheunen zerfallen; denn das Getreide ist
verdorben.
O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen kläglich
drein, denn sie haben keine Weide, und die Schafe verschmachten.
HERR, dich rufe ich an; denn das Feuer hat die Auen in der
Steppe verbrannt, und die Flamme hat alle Bäume auf dem
Felde angezündet.
Es schreien auch die wilden Tiere zu dir; denn die
Wasserbäche sind ausgetrocknet, und das Feuer hat die Auen
in der Steppe verbrannt.
Schilderung des Heuschreckenheeres.
Aufruf zur Buße
Kapitel 2
Blast die Posaune
zu Zion, ruft laut auf meinem heiligen Berge! Erzittert, alle
Bewohner des Landes! Denn der Tag des HERRN kommt und ist nahe,
ein finsterer Tag, ein dunkler Tag, ein wolkiger Tag, ein
nebliger Tag! Gleichwie die Morgenröte sich ausbreitet über
die Berge, so kommt ein großes und mächtiges Volk,
desgleichen vormals nicht gewesen ist und hinfort nicht sein wird
auf ewige Zeiten für und für.
Vor ihm her geht ein verzehrendes Feuer und hinter ihm
eine brennende Flamme. Das Land ist vor ihm wie der Garten Eden,
aber nach ihm wie eine wüste Einöde, und niemand wird
ihm entgehen.
Sie sind gestaltet wie Pferde und rennen wie die Rosse.
Sie sprengen daher über die Höhen der Berge, wie
die Wagen rasseln und wie eine Flamme prasselt im Stroh, wie ein
mächtiges Volk, das zum Kampf gerüstet ist.
Völker werden sich vor ihm entsetzen, und jedes
Angesicht erbleicht.
Sie werden laufen wie Helden und die Mauern ersteigen wie
Krieger; ein jeder zieht unentwegt voran und weicht von seiner
Richtung nicht.
Keiner wird den andern drängen, sondern ein jeder
zieht auf seinem Weg daher; sie durchbrechen die feindlichen
Waffen, und dabei reißt ihr Zug nicht ab.
Sie werden sich stürzen auf die Stadt und die Mauern
erstürmen, in die Häuser steigen sie ein, wie ein Dieb
kommen sie durch die Fenster.
Vor ihm erzittert das Land und bebt der Himmel, Sonne und
Mond werden finster, und die Sterne halten ihren Schein zurück.
Denn der HERR wird seinen Donner vor seinem Heer
erschallen lassen; denn sein Heer ist sehr groß und mächtig
und wird seinen Befehl ausrichten. Ja, der Tag des HERRN ist groß
und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen?
Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehret euch
zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!
Zerreißet eure
Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HERRN,
eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von
großer Güte, und es gereut ihn bald die Strafe.
Wer
weiß, ob es ihn nicht wieder gereut und er einen Segen
zurückläßt, so daß ihr opfern könnt
Speisopfer und Trankopfer dem HERRN, eurem Gott.
Blast
die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an, ruft die
Gemeinde zusammen!
Versammelt
das Volk, heiliget die Gemeinde, sammelt die Ältesten,
bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam
gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach!
Laßt
die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen Vorhalle und
Altar und sagen: HERR, schone dein Volk und laß dein
Erbteil nicht zuschanden werden, daß Heiden über sie
spotten! Warum willst du unter den Völkern sagen lassen: Wo
ist nun ihr Gott?
Gottes Gnadenzusage
Dann
wird der HERR um sein Land eifern und sein Volk verschonen.
Und der
HERR wird antworten und zu seinem Volk sagen: Siehe, ich will
euch Getreide, Wein und Öl die Fülle schicken, daß
ihr genug daran haben sollt, und will euch nicht mehr unter den
Heiden zuschanden werden lassen.
Und ich
will den Feind aus Norden von euch wegtreiben und ihn in ein
dürres und wüstes Land verstoßen, seine Spitze in
das östliche Meer und sein Ende in das westliche Meer; er
soll verfaulen und stinken, denn er hat Gewaltiges getan.
Fürchte
dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost;
denn der HERR kann auch Gewaltiges tun.
Fürchtet
euch nicht, ihr Tiere auf dem Felde; denn die Auen in der Steppe
sollen grünen und die Bäume ihre Früchte bringen,
und die Feigenbäume und Weinstöcke sollen reichlich
tragen.
Und
ihr, Kinder Zions, freuet euch und seid fröhlich im HERRN,
eurem Gott, der euch gnädigen Regen gibt und euch
herabsendet Frühregen und Spätregen wie zuvor,
daß
die Tennen voll Korn werden und die Keltern Überfluß
an Wein und Öl haben sollen.
Und ich
will euch die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken,
Käfer, Geschmeiß und Raupen gefressen haben, mein
großes Heer, das ich unter euch schickte.
Ihr
sollt genug zu essen haben und den Namen des HERRN, eures Gottes,
preisen, der Wunder unter euch getan hat, und mein Volk soll
nicht mehr zuschanden werden.
Und ihr
sollt's erfahren, daß ich mitten unter Israel bin und daß
ich, der HERR, euer Gott bin, und sonst keiner mehr, und mein
Volk soll nicht mehr zuschanden werden.
Ausgießung des heiligen
Geistes
Kapitel 3
Und nach diesem will ich
meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure
Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen
Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen.
Auch
will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen
Geist ausgießen.
Und ich
will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und
Rauchdampf.
Die
Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden,
ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.
Und es
soll geschehen: wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll
errettet werden. Denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem
wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei
den Entronnenen, die der HERR berufen wird.
Gottes Strafgericht über
die Heiden.
Israels Heil
Kapitel 4
°
Denn siehe, in jenen Tagen und zur selben Zeit, da ich das
Geschick Judas und Jerusalems wenden werde,
will
ich alle Heiden zusammenbringen und will sie ins Tal Josaphat
hinabführen und will dort mit ihnen rechten wegen meines
Volks und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden
zerstreut und sich in mein Land geteilt haben;
sie
haben das Los um mein Volk geworfen und haben Knaben für
eine Hure hingegeben und Mädchen für Wein verkauft und
vertrunken.
Und
ihr aus Tyrus und Sidon und aus allen Gebieten der Philister, was
habt ihr mit mir zu tun? Wollt ihr mir's heimzahlen? Wohlan,
zahlt mir's heim, so will ich's euch eilends und bald heimzahlen
auf euren Kopf.
Mein
Silber und Gold habt ihr genommen und meine schönen Kleinode
in eure Tempel gebracht;
dazu
habt ihr auch die Kinder Juda und die Kinder Jerusalems den
Griechen verkauft, um sie weit weg von ihrem Lande zu bringen.
Siehe,
ich will sie kommen lassen aus dem Ort, wohin ihr sie verkauft
habt, und will's euch heimzahlen auf euren Kopf
und
will nun eure Söhne und eure Töchter verkaufen in die
Hand der Kinder Juda; die sollen sie denen in Saba, einem Volk in
fernen Landen, verkaufen; denn der HERR hat's geredet.
Rufet
dies aus unter den Heiden! Bereitet euch zum heiligen Krieg!
Bietet die Starken auf! Laßt herzukommen und hinaufziehen
alle Kriegsleute!
Macht
aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße!
Der Schwache spreche: Ich bin stark!
Auf,
alle Heiden ringsum, kommt und versammelt euch! - Dahin führe
du hinab, HERR, deine Starken! -
Die Heiden sollen sich
aufmachen und heraufkommen zum Tal Josaphat; denn dort
will ich sitzen und richten alle Heiden ringsum.
Greift zur Sichel, denn die Ernte ist reif! Kommt und
tretet, denn die Kelter ist voll, die Kufen laufen über,
denn ihre Bosheit ist groß!
Es werden Scharen über Scharen von Menschen sein im
Tal der Entscheidung; denn des HERRN Tag ist nahe im Tal der
Entscheidung.
Sonne und Mond werden sich verfinstern, und die Sterne
halten ihren Schein zurück.
Und der HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem
seine Stimme hören lassen, daß Himmel und Erde erbeben
werden. Aber seinem Volk wird der HERR eine Zuflucht sein und
eine Burg den Kindern Israel.
Und ihr sollt's erfahren, daß ich, der HERR, euer
Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne. Dann wird
Jerusalem heilig sein, und kein Fremder wird mehr hindurchziehen.
Zur selben Zeit werden die Berge von süßem
Wein triefen und die Hügel von Milch fließen, und alle
Bäche in Juda werden voll Wasser sein. Und es wird eine
Quelle ausgehen vom Hause des HERRN, die wird das Tal Schittim
bewässern.
Aber Ägypten soll wüst werden und Edom eine
Einöde um des Frevels willen an den Kindern Juda, weil sie
unschuldiges Blut in ihrem Lande vergossen haben.
Aber Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem
für und für.
Und ich will ihr Blut nicht ungesühnt lassen. Und der
HERR wird wohnen zu Zion.
5. Mose 32,43; Hesekiel 48,35.
DER
PROPHET AMOS
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