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DIE BIBEL
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DER PROPHET
HESEKIEL
Kapitel 25 -
37
Gottes Gericht über die Nachbarn Judas
Kapitel 25
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Ammoniter
und weissage gegen sie
und sprich zu den Ammonitern: Hört das Wort Gottes
des HERRN! So spricht Gott der HERR: Weil ihr über mein
Heiligtum ruft: «Ha! es ist entweiht!» und über
das Land Israels: «Es ist verwüstet!» und über
das Haus Juda: «Es
ist weggeführt!»,
darum siehe, ich will dich den Söhnen des Ostens
übergeben, daß sie ihre Zeltdörfer in dir
aufschlagen und ihre Wohnungen in dir bauen sollen; sie sollen
deine Früchte essen und deine Milch trinken.
Und ich will Rabba zur Kameltrift machen und das Land der
Ammoniter zu Schafhürden, und ihr sollt erfahren, daß
ich der HERR bin.
Denn so spricht Gott der HERR: Weil du in die Hände
geklatscht und mit den Füßen gestampft und über
das Land Israels von ganzem Herzen so höhnisch dich gefreut
hast,
darum siehe, ich will meine Hand gegen dich ausstrecken
und dich den Völkern zur Beute geben und dich aus den
Nationen ausrotten und aus den Ländern austilgen und dich
vernichten; und du sollst erfahren, daß ich der HERR bin.
So spricht Gott der HERR: Weil Moab und Seïr
sprechen: «Siehe, das Haus Juda ist nichts anderes als alle
Völker!»,
siehe, so will ich die Berghänge Moabs bloßlegen,
daß es ohne Städte sei in seinem ganzen Gebiet, ohne
den Stolz des Landes: Beth-Jeschimoth, Baal-Meon und Kirjathajim,
und will es den Söhnen des Ostens zum Erbe geben, zum
Land der Ammoniter hinzu, so daß man an sie nicht mehr
denken wird unter den Völkern.
Und ich will das Gericht ergehen lassen über Moab,
und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin.
So spricht Gott der HERR: Weil sich Edom am Hause
Juda gerächt und sich schwer verschuldet hat mit seiner
Rache,
darum spricht Gott der HERR: Ich will meine Hand
ausstrecken gegen Edom und will von ihm ausrotten Menschen und
Vieh und will es wüst machen von Teman bis nach Dedan, und
sie sollen durchs Schwert fallen.
Und ich will mich an Edom rächen durch mein Volk
Israel, und sie sollen mit Edom umgehen nach meinem Zorn und
Grimm, daß sie meine Vergeltung erfahren sollen, spricht
Gott der HERR.
So spricht Gott der HERR: Weil die Philister sich
gerächt und mit beständigem Haß so höhnisch
Rache geübt haben zum Verderben meines Volks,
darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich will meine Hand
ausstrecken gegen die Philister und will die Krether ausrotten
und will umbringen, die übriggeblieben sind am Ufer des
Meeres,
und will bittere Rache an ihnen üben und sie mit
Grimm strafen, daß sie erfahren sollen, daß ich der
HERR bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.
Das Gericht über Tyrus
Kapitel 26
Und es begab sich
im elften Jahr am ersten Tage des ersten Monats, da geschah des
HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, weil Tyrus spricht über Jerusalem:
«Ha! die Pforte der Völker ist zerbrochen; nun fällt
es mir zu; ich werde jetzt reich werden, weil Jerusalem wüst
liegt!»,
darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an dich,
Tyrus, und will viele Völker gegen dich heraufführen,
wie das Meer seine Wellen heraufführt.
Die sollen die Mauern von Tyrus zerstören und seine
Türme abbrechen; ja, ich will sogar seine Erde von ihm
wegfegen und will einen nackten Fels aus ihm machen,
einen Platz im Meer, an dem man Fischnetze aufspannt; denn
ich habe es geredet, spricht Gott der HERR, und es soll den
Völkern zum Raub werden.
Und seine Tochterstädte auf dem Festland sollen mit
dem Schwert geschlagen werden, und sie sollen erfahren, daß
ich der HERR bin.
Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will über
Tyrus kommen lassen Nebukadnezar, den König von Babel, von
Norden her, den König der Könige, mit Rossen, Wagen,
Reitern und einem großen Heer.
Der soll deine Tochterstädte auf dem Festland mit dem
Schwert schlagen; aber gegen dich wird er Bollwerke errichten und
einen Wall gegen dich aufschütten und ein Schilddach gegen
dich erstellen.
Er wird mit Sturmböcken deine Mauern umstoßen
und deine Türme mit seinen Werkzeugen einreißen.
Von der Menge seiner Pferde wird Staub dich bedecken.
Deine Mauern werden erbeben von dem Getümmel seiner Rosse,
Wagen und Reiter, wenn er in deine Tore eindringt, wie man
eindringt in eine erstürmte Stadt.
Er wird mit den Hufen seiner Rosse alle deine Gassen
zerstampfen. Dein Volk wird er mit dem Schwert erschlagen und
deine stolzen Steinmale zu Boden reißen.
Sie werden deine Schätze rauben und deine
Handelsgüter plündern. Deine Mauern werden sie
abbrechen und deine schönen Häuser einreißen und
werden deine Steine und die Balken und den Schutt ins Meer
werfen.
Und ich will dem Getön deiner Lieder ein Ende machen,
und den Klang deiner Harfen soll man nicht mehr hören.
Und ich will einen nackten Fels aus dir machen, einen
Platz, an dem man Fischernetze aufspannt, und du sollst nicht
wieder gebaut werden. Denn ich bin der HERR, der dies redet,
spricht Gott der HERR.
So spricht Gott der HERR gegen Tyrus: Was gilt's?
Die Inseln werden erbeben, wenn du fallen wirst mit Getöse
und deine Verwundeten stöhnen werden und das Schwert morden
wird in deiner Mitte.
Alle Fürsten am Meer werden von ihren Thronen
herabsteigen und ihre Oberkleider ablegen und ihre bunten
Gewänder ausziehen und werden in Trauerkleidern gehen und
auf der Erde sitzen und immer von neuem erzittern und sich
entsetzen über dich.
Sie werden über dich ein Klagelied anstimmen und von
dir sagen: Ach, wie bist du zugrunde gegangen, du berühmte
Stadt, die du am Meer lagst und so mächtig warst auf dem
Meer samt deinen Einwohnern, daß sich das ganze Land vor
dir fürchten mußte!
Nun entsetzen sich die Inseln am Tag deines Falls, und die
Inseln im Meer erschrecken über deinen Untergang.
Denn so spricht Gott der HERR: Ich will dich zu
einer verödeten Stadt machen gleich den Städten, in
denen niemand wohnt, und will eine große Flut über
dich kommen lassen, daß hohe Wogen dich bedecken,
und will dich hinunterstoßen zu denen, die in die
Grube gefahren sind, zu dem Volk der Vorzeit. Ich will dich
wohnen lassen in den Tiefen unter der Erde zwischen den Trümmern
der Vorzeit bei denen, die in die Grube gefahren sind, daß
du keine Wohnung und keine Stätte mehr hast im Lande der
Lebendigen;
ja, tödlichem Schrecken gebe ich dich preis, daß
es aus ist mit dir und man dich nie mehr findet, wenn man nach
dir sucht, spricht Gott der HERR.
Klagelied über Tyrus
Kapitel 27
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über Tyrus
und sprich zu Tyrus: Die du wohnst am Zugang zum Meer und
für die Völker mit vielen Inseln Handel treibst! So
spricht Gott der HERR: O Tyrus, du sprichst: Ich bin die
Allerschönste!
Dein Gebiet liegt mitten im Meer, und deine Bauleute haben
dich aufs allerschönste erbaut.
Sie haben all dein Plankenwerk aus Zypressenholz vom Senir
gemacht und die Zedern vom Libanon geholt, um deine Mastbäume
daraus zu machen;
deine Ruder haben sie aus Eichen von Basan gemacht und
deine Wände mit Elfenbein getäfelt, gefaßt in
Buchsbaumholz von den Gestaden der Kittiter.
Dein Segel war beste bunte Leinwand aus Ägypten als
dein Kennzeichen, und deine Decken waren blauer und roter Purpur
von den Gestaden Elischas.
Die Edlen von Sidon und Arwad waren deine Ruderknechte,
und die kundigsten Männer von Tyrus hattest du als deine
Steuerleute.
Die Ältesten von Gebal und seine Kundigsten mußten
deine Risse abdichten. Alle Seeschiffe und ihre Schiffsleute
fanden sich bei dir ein, um mit deinen Waren Handel zu treiben.
Perser, Lyder und Libyer waren dein Kriegsvolk; ihre
Schilde und Helme hängten sie bei dir auf; sie waren dein
Schmuck.
Die Männer von Arwad waren in deinem Heer rings auf
deinen Mauern und waren Wächter auf deinen Türmen. Sie
haben ihre Schilde ringsum an deinen Mauern aufgehängt und
haben dich so schön gemacht.
Tarsis hat für dich Handel getrieben mit einer
Fülle von Gütern aller Art und Silber, Eisen, Zinn und
Blei auf deine Märkte gebracht.
Jawan, Tubal und Meschech haben mit dir gehandelt und
Sklaven und Geräte aus Kupfer als Ware gebracht.
Die Leute von Togarma haben dir Rosse und Reitpferde und
Maulesel auf deine Märkte gebracht.
Die Leute von Rhodos sind deine Händler gewesen, und
viele Inseln haben Handel mit dir getrieben; sie haben mit
Elfenbein und Ebenholz gezahlt.
Die Edomiter haben von dem Vielen gekauft, das du
gefertigt hattest, und haben Malachit, Purpur, bunte Stoffe,
feine Leinwand, Korallen und Rubine auf deine Märkte
gebracht.
Juda und das Land Israel haben mit dir gehandelt und haben
Weizen aus Minnith, Feigen, Honig, Öl und Harz als Ware
gebracht.
Damaskus hat von dem Vielen gekauft, das du gefertigt
hattest, von der Fülle der Güter aller Art gegen Wein
von Helbon und gegen kostbare Wolle.
Wedan und Jawan haben von Usal auf deine Märkte
geformtes Eisen, Zimt und Kalmus gebracht; die kamen als Ware.
Dedan hat mit dir gehandelt mit Decken zum Reiten.
Arabien und alle Fürsten von Kedar haben mit dir
Handel getrieben mit Schafen, Widdern und Böcken.
Die Kaufleute aus Saba und Ragma haben mit dir gehandelt;
den besten Balsam und Edelsteine aller Art und Gold haben sie auf
deine Märkte gebracht.
Haran und Kanne und Eden samt den Kaufleuten aus Assur und
ganz Medien haben mit dir gehandelt.
Sie waren deine Händler mit Prachtgewändern, mit
Mänteln von Purpur und bunten Stoffen, mit Teppichen von
Purpur, mit geflochtenen und gedrehten Tauen im Handel mit dir.
Tarsisschiffe waren die Käufer deiner Ware. So bist
du sehr reich und herrlich geworden mitten im Meer.
Deine Ruderer haben dich auf die hohe See geführt;
aber ein Ostwind wird dich mitten auf dem Meer zerschmettern,
so daß dein Reichtum, dein Handelsgut, deine Ware,
deine Schiffsleute, deine Steuerleute, deine Zimmerleute, deine
Händler und alle deine Kriegsleute und alles Volk in dir
mitten auf dem Meer umkommen werden am Tag deines Falls.
Da werden die Gestade erbeben von dem Geschrei deiner
Steuerleute.
Und alle, die das Ruder führen, die Schiffsleute,
alle Seefahrer werden von ihren Schiffen herabsteigen, sie werden
an Land gehen
und laut über dich schreien und bitterlich klagen,
werden Staub auf ihre Häupter werfen und sich in der Asche
wälzen.
Sie werden sich kahl scheren deinetwegen und Säcke
anlegen und von Herzen bitterlich um dich weinen und trauern.
Es werden auch ihre Kinder ein Klagelied über dich
anstimmen und um dich klagen: Ach! Wer ist je auf dem Meer so
still geworden wie Tyrus?
Als du deinen Handel auf dem Meer triebst, da machtest du
viele Länder satt, mit der Menge deiner Güter und Waren
machtest du reich die Könige auf Erden.
Nun aber bist du zerschmettert, hinweg vom Meer in die
tiefen Wasser gestürzt, daß dein Handelsgut und all
dein Volk in dir umgekommen ist.
Alle, die auf den Inseln wohnen, erschrecken über
dich, und ihre Könige entsetzen sich und sehen jämmerlich
drein.
Die Kaufleute unter den Völkern zischen über
dich, daß du so plötzlich untergegangen bist und nicht
mehr aufkommen kannst.
Das Gericht über den König von Tyrus
Kapitel 28
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, sage dem Fürsten zu Tyrus: So
spricht Gott der HERR: Weil sich dein Herz überhebt und
spricht: «Ich bin ein Gott, ich sitze auf einem Göttersitz
mitten im Meer», während du doch ein Mensch und nicht
Gott bist; dennoch überhebt sich dein Herz, als wäre es
eines Gottes Herz, -
siehe, du hältst dich für klüger als
Daniel, daß dir nichts verborgen sei
und durch deine Klugheit und deinen Verstand habest du dir
Macht erworben und Schätze von Gold und Silber gesammelt
und habest in deiner großen Weisheit durch deinen
Handel deine Macht gemehrt; nun bist du so stolz geworden, weil
du so mächtig bist; -
darum spricht Gott der HERR: Weil sich dein Herz überhebt,
als wäre es eines Gottes Herz,
darum siehe, ich will Fremde über dich schicken, die
Gewalttätigsten unter den Völkern; die sollen ihr
Schwert zücken gegen deine schöne Weisheit und sollen
deinen Glanz entweihen.
Sie sollen dich hinunterstoßen in die Grube, daß
du den Tod eines Erschlagenen sterbest mitten auf dem Meer.
Was gilt's, wirst du dann vor deinen Henkern noch sagen:
«Ich bin Gott», während du doch nicht Gott bist,
sondern ein Mensch und in der Hand deiner Henker?
Du sollst den Tod von Unbeschnittenen sterben durch die
Hand von Fremden; denn ich habe es geredet, spricht Gott der
HERR.
Klagelied über den König von Tyrus
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über den
König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht Gott der HERR:
Du warst das Abbild der Vollkommenheit, voller Weisheit und über
die Maßen schön.
In Eden warst du, im Garten Gottes, geschmückt mit
Edelsteinen jeder Art, mit Sarder, Topas, Diamant, Türkis,
Onyx, Jaspis, Saphir, Malachit, Smaragd. Von Gold war die Arbeit
deiner Ohrringe und des Perlenschmucks, den du trugst; am Tag,
als du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet.
Du warst ein glänzender, schirmender Cherub, und auf
den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt, ein Gott warst du und
wandeltest inmitten der feurigen Steine.
Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du
geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde.
Durch deinen großen Handel wurdest du voll Frevels
und hast dich versündigt. Da verstieß ich dich vom
Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus
der Mitte der feurigen Steine.
Weil sich dein Herz erhob, daß du so schön
warst, und du deine Weisheit verdorben hast in all deinem Glanz,
darum habe ich dich zu Boden gestürzt und ein Schauspiel aus
dir gemacht vor den Königen.
Weil du mit deiner großen Missetat durch unrechten
Handel dein Heiligtum entweiht hast, darum habe ich ein Feuer aus
dir hervorbrechen lassen, das dich verzehrte und zu Asche gemacht
hat auf der Erde vor aller Augen.
Alle, die dich kannten unter den Völkern, haben sich
über dich entsetzt, daß du so plötzlich
untergegangen bist und nicht mehr aufkommen kannst.
Das Gericht über Sidon
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen Sidon und
weissage gegen die Stadt
und sprich: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an
dich, Sidon, und will meine Herrlichkeit erweisen in deiner
Mitte, damit man erfahren soll, daß ich der HERR bin, wenn
ich das Gericht über die Stadt ergehen lasse und an ihr
zeige, daß ich heilig bin.
Und ich will Pest und Blutvergießen in ihre Gassen
schicken, und überall sollen in ihr liegen vom Schwert
Erschlagene, und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin.
Und forthin soll für das Haus Israel von all seinen
feindseligen Nachbarn ringsum kein Dorn übrigbleiben, es zu
stechen, und kein Gestrüpp, ihm wehe zu tun, damit sie
erfahren, daß ich Gott der HERR bin.
Israels Heil nach dem Gericht
So spricht Gott
der HERR: Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern,
unter die sie zerstreut sind, so will ich an ihnen vor den Augen
der Heiden zeigen, daß ich heilig bin. Und sie sollen
wohnen in ihrem Lande, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe,
und sollen darin sicher wohnen und Häuser bauen und
Weinberge pflanzen. Ja, sicher sollen sie wohnen, wenn ich das
Gericht ergehen lasse über alle ihre Feinde rings um sie
her, und sie sollen erfahren, daß ich, der HERR, ihr Gott
bin.
Das Schicksal Ägyptens
Kapitel 29
Im zehnten Jahr
am zwölften Tag des zehnten Monats geschah des HERRN Wort zu
mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen den Pharao,
den König von Ägypten, und weissage gegen ihn und gegen
ganz Ägyptenland.
Rede und sprich: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will
an dich, Pharao, du König von Ägypten, du großer
Drache, der du in deinem Strom liegst und sprichst: «Der
Strom ist mein, und ich habe ihn mir gemacht.»
Aber ich will dir einen Haken ins Maul legen und die
Fische in deinem Strom an deine Schuppen hängen und will
dich aus deinem Strom herausziehen samt allen Fischen in deinem
Strom, die an deinen Schuppen hängen.
Ich will dich und alle Fische aus deinem Strom in die
Wüste werfen; du wirst aufs Land fallen und nicht wieder
aufgelesen und gesammelt werden, sondern ich gebe dich den Tieren
auf dem Land und den Vögeln des Himmels zum Fraß.
Und alle, die in Ägypten wohnen, sollen erfahren, daß
ich der HERR bin.
Weil du dem Hause Israel ein Rohrstab gewesen bist -
wenn sie dich mit der Hand anfaßten, so brachst du
und stachst sie in die Seite; und wenn sie sich auf dich lehnten,
so brachst du entzwei, und alle Hüften wankten -,
darum spricht
Gott der HERR: Siehe, ich will das Schwert über dich kommen
lassen und Menschen und Vieh in dir ausrotten.
Und Ägyptenland soll zur Wüste und Öde
werden, und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin.
Weil du sprichst: «Der Strom ist mein, und ich
bin's, der ihn gemacht hat», -
darum siehe, ich will an dich und an deine Wasserströme
und will Ägyptenland zur Wüste und Öde machen von
Migdol bis nach Syene und bis an die Grenze von Kusch,
daß vierzig Jahre lang weder Mensch noch Tier das
Land durchziehen oder darin wohnen soll.
Denn ich will Ägyptenland zur Wüste machen
inmitten verwüsteter Länder und ihre Städte in
Trümmern liegen lassen inmitten verwüsteter Städte
vierzig Jahre lang und will die Ägypter zerstreuen unter die
Völker, und in die Länder will ich sie verjagen.
Denn so spricht Gott der HERR: Wenn die vierzig
Jahre um sein werden, will ich die Ägypter wieder sammeln
aus den Völkern, unter die sie zerstreut werden sollen,
und will das Geschick Ägyptens wenden und sie wieder
ins Land Pathros bringen, in ihr Vaterland; aber sie sollen dort
nur ein kleines Königreich sein.
Sie sollen kleiner sein als andere Reiche und nicht mehr
sich erheben über die Völker, und ich will sie gering
machen, daß sie nicht über die Völker herrschen
sollen,
damit sich das Haus Israel nicht mehr auf sie verläßt
und sich damit versündigt, wenn es sich an sie hängt;
und sie sollen erfahren, daß ich Gott der HERR bin.
Ägypten als Lohn für Nebukadnezar
Und es begab sich
im siebenundzwanzigsten Jahr am ersten Tag des ersten Monats, da
geschah des HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind! Nebukadnezar, der König von Babel,
hat sein Heer in hartem Dienst vor Tyrus arbeiten lassen, so daß
alle Häupter kahl wurden und alle Schultern wund gerieben
waren; und doch ist weder ihm noch seinem Heer all die Arbeit vor
Tyrus belohnt worden.
Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich will Nebukadnezar,
dem König von Babel, Ägyptenland geben, daß er
all ihr Gut wegnehmen und sie berauben und plündern soll,
damit er seinem Heer den Sold gebe.
Zum Lohn für die Arbeit, die er vor Tyrus getan hat,
will ich ihm das Land Ägypten geben; denn sie haben für
mich gearbeitet, spricht Gott der HERR.
Zur selben Zeit will ich dem Hause Israel wieder Macht
geben und will deinen Mund unter ihnen auftun, damit sie
erfahren, daß ich der HERR bin.
Der Sturz Ägyptens
Kapitel 30
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht Gott der
HERR: Heulet! Wehe, was für ein Tag!
Denn der Tag ist nahe, ja, des HERRN Tag ist nahe, ein
finsterer Tag; die Zeit der Heiden kommt.
Und das Schwert soll über Ägypten kommen, und
Kusch wird erschrecken, wenn die Erschlagenen in Ägypten
fallen und sein Reichtum weggenommen und seine Grundfesten
eingerissen werden.
Kusch und Put und Lud mit allerlei fremdem Volk und Kub
und ihre verbündeten sollen mit ihnen durchs Schwert fallen.
So spricht der HERR: Alle, die Ägypten
stützen, müssen fallen, und seine stolze Macht muß
herunter. Von Migdol bis nach Syene sollen sie durchs Schwert
fallen, spricht Gott der HERR.
Und sie sollen inmitten verwüsteter Länder zur
Wüste werden und ihre Städte inmitten verwüsteter
Städte in Trümmern liegen,
damit sie erfahren, daß ich der HERR bin, wenn ich
Feuer an Ägypten lege, so daß alle, die ihnen helfen,
zunichte werden.
Zur selben Zeit werden Boten von mir ausziehen in
Schiffen, um Kusch zu schrecken, das jetzt so sicher ist, und es
wird ein Schrecken über sie kommen am Tage Ägyptens;
denn siehe, er kommt gewiß.
So spricht Gott der HERR: Ich will dem Reichtum
Ägyptens ein Ende machen durch Nebukadnezar, den König
von Babel.
Er und sein Volk, die Gewalttätigsten unter den
Völkern, werden herangebracht werden, um das Land zu
verderben, und werden ihre Schwerter ziehen gegen Ägypten,
daß das Land überall voll Erschlagener liegt.
Und ich will die Ströme austrocknen und das Land an
böse Leute verkaufen und will das Land und was darin ist
durch Fremde verwüsten lassen. Ich, der HERR, habe es
geredet.
So spricht Gott der HERR: Ich will von Noph die
Götzen ausrotten und die Abgötter vertilgen, und
Ägypten soll keinen Fürsten mehr haben, und ich will
Schrecken über Ägyptenland bringen.
Ich will Pathros zur Wüste machen und an Zoan Feuer
legen und das Gericht über No ergehen lassen
und will meinen Grimm ausschütten über Sin, die
Festung Ägyptens, und will den Reichtum von No vernichten.
Ich will Feuer an Ägypten legen, und Sin soll es
angst und bange werden, und No soll erobert und Noph täglich
geängstigt werden.
Die junge Mannschaft von On und Bubastis soll durchs
Schwert fallen und die Frauen gefangen weggeführt werden.
In Tachpanches wird sich der Tag verfinstern, wenn ich
dort das Zepter Ägyptens zerbreche und seine stolze Macht
ein Ende nimmt. Die Stadt wird mit Wolken bedeckt werden, und
ihre Töchter werden gefangen weggeführt werden.
Und ich will das Gericht über Ägypten ergehen
lassen, damit sie erfahren, daß ich der HERR bin.
Der Arm des Pharao und der Arm Nebukadnezars
Und es begab sich
im elften Jahr am siebenten Tag des ersten Monats, da geschah des
HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, ich habe den Arm des Pharao, des Königs
von Ägypten, zerbrochen, und siehe, er ist nicht verbunden
worden, daß er wieder heilen könnte, auch nicht mit
Binden umwickelt, daß er wieder stark würde und ein
Schwert fassen könnte.
Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an den
Pharao, den König von Ägypten, und will seine Arme
zerbrechen, den gesunden und den zerbrochenen, daß ihm das
Schwert aus der Hand fallen muß,
und will die Ägypter unter die Völker zerstreuen
und in die Länder verjagen.
Aber die Arme des Königs von Babel will ich stärken
und ihm mein Schwert in die Hand geben und will die Arme des
Pharao zerbrechen, daß er vor ihm stöhnen soll wie ein
tödlich Verwundeter.
Ja, ich will die Arme des Königs von Babel stärken,
aber die Arme des Pharao sollen sinken, damit sie erfahren, daß
ich der HERR bin, wenn ich mein Schwert dem König von Babel
in die Hand gebe, damit er's gegen Ägyptenland zücke,
und ich die Ägypter unter die Völker zerstreue
und in die Länder verjage, damit sie erfahren, daß ich
der HERR bin.
Der Pharao – ein gestürzter Zedernbaum
Kapitel 31
Und es begab sich
im elften Jahr am ersten Tag des dritten Monats, da geschah des
HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, sage zum Pharao, dem König von
Ägypten, und zu seinem stolzen Volk: Wem bist du gleich in
deiner Herrlichkeit?
Siehe, einem Zedernbaum auf dem Libanon, mit schönen
Ästen und dichtem Laub und sehr hoch, so daß sein
Wipfel in die Wolken ragte.
Wasser ließ ihn groß werden und die Flut der
Tiefe in die Höhe wachsen. Ihre Ströme gingen rings um
seinen Stamm her, und ihre Rinnsale sandte sie zu allen Bäumen
auf dem Felde.
Darum ist er höher geworden als alle Bäume auf
dem Felde und trieb viele Äste und lange Zweige; denn er
hatte Wasser genug, sich auszubreiten.
Alle Vögel des Himmel nisteten auf seinen Ästen,
und alle Tiere des Feldes hatten Junge unter seinen Zweigen, und
unter seinem Schatten wohnten alle großen Völker.
Er war schön geworden in seiner Größe mit
seinen langen Ästen; denn seine Wurzeln hatten viel Wasser.
So war ihm kein Zedernbaum gleich in Gottes Garten, und
die Zypressen waren seinen Ästen nicht zu vergleichen, und
die Platanen waren nichts gegen seine Zweige. Ja, er war so schön
wie kein Baum im Garten Gottes.
Ich hatte ihn so schön gemacht mit seinen vielen
Ästen, daß ihn alle Bäume von Eden im Garten
Gottes beneideten.
Darum – so spricht Gott der HERR: Weil er so
hoch geworden war, daß sein Wipfel bis in die Wolken ragte,
und weil sein Herz sich erhob, da er so hoch geworden war,
darum gab ich ihn dem Mächtigsten unter den Völkern
in die Hände, daß er mit ihm umginge, wie er verdient
hat mit seinem gottlosen Tun, und ihn vertriebe.
Fremde hieben ihn um, die Gewalttätigsten unter den
Völkern, und ließen ihn liegen. Seine Äste fielen
auf die Berge und in alle Täler, und seine Zweige lagen
zerbrochen an allen Bächen im Lande, so daß alle
Völker auf Erden wegziehen mußten und ihn liegen
ließen, weil er keinen Schatten mehr gab.
Alle Vögel des Himmels saßen auf seinem
gefällten Stamm, und alle Tiere des Feldes legten sich auf
seine Äste,
damit sich fortan kein Baum am Wasser wegen seiner Höhe
überhebe und seinen Wipfel bis in die Wolken recke und kein
Baum am Wasser sich erhebe über die andern. Denn sie müssen
alle unter die Erde und dem Tod übergeben werden zu den
Menschen, die in die Grube fahren.
So spricht Gott der HERR: An dem Tage, an dem er
hinunter zu den Toten fuhr, da ließ ich die Fluten der
Tiefe um ihn trauern und hielt ihre Ströme an, daß die
großen Wasser nicht fließen konnten. Ich ließ
den Libanon um ihn trauern, daß alle Bäume auf dem
Felde um seinetwillen verdorrten.
Ich erschreckte die Völker, als sie ihn fallen
hörten, da ich ihn hinunterstieß zu den Toten, zu
denen, die in die Grube gefahren sind. Damit trösteten sich
unter der Erde alle Bäume von Eden, die edelsten und besten
vom Libanon, alle, die am Wasser gestanden hatten.
Denn sie mußten auch mit ihm hinunter zu den Toten,
zu den mit dem Schwert Erschlagenen, weil sie unter dem Schatten
seines Arms gewohnt hatten inmitten der Völker.
Wem bist du gleich, Pharao, mit deiner Pracht und
Herrlichkeit unter den Bäumen von Eden? Und du mußt
mit den Bäumen von Eden unter die Erde hinabfahren und unter
den Unbeschnittenen liegen, die mit dem Schwert erschlagen sind.
So soll es dem Pharao gehen und seinem stolzen Volk, spricht Gott
der HERR.
Klagelieder über den Pharao und über Ägypten
Kapitel 32
Und es begab sich
im elften Jahr am ersten Tag des zwölften Monats, da geschah
des HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über den
Pharao, den König von Ägypten, und sprich zu ihm: Du
Löwe unter den Völkern, wie bist du dahin! Und doch
warst du wie ein Drache im Meer und schnaubtest in deinen Strömen
und rührtest das Wasser auf mit deinen Füßen und
machtest seine Ströme trübe.
So spricht Gott der HERR: Ich will mein Netz über
dich auswerfen durch eine Menge Völker; die sollen dich in
meinem Garn heraufholen;
und ich will dich an Land ziehen und aufs Feld werfen, daß
sich alle Vögel des Himmels auf dich setzen sollen und alle
Tiere auf Erden von dir satt werden.
Und ich will dein Fleisch auf die Berge werfen und mit
deinem Aas die Täler füllen.
Das Land will ich mit deinem Blut tränken bis zu den
Bergen, und die Bäche sollen davon voll werden.
Und wenn du dann ganz dahin bist, so will ich den Himmel
verhüllen und seine Sterne verfinstern und die Sonne mit
Wolken überziehen, und der Mond soll nicht scheinen.
Alle Lichter am Himmel lasse ich über dir dunkel
werden und bringe eine Finsternis über dein Land, spricht
Gott der HERR.
Dazu will ich die Herzen vieler Völker erschrecken,
wenn ich deine Gefangenen unter die Völker bringe, in viele
Länder, die du nicht kennst.
Viele Völker sollen sich über dich entsetzen,
und ihren Königen soll vor dir grauen, wenn ich mein Schwert
vor ihnen blinken lasse; immer wieder sollen sie zittern, ein
jeder um sein Leben, wenn der Tag deines Falls kommt.
Denn so spricht Gott der HERR: Das Schwert des
Königs von Babel soll dich treffen.
Ich will dein Volk fällen durch das Schwert der
Helden, die allesamt die Gewalttätigsten unter den Völkern
sind; sie werden die Herrlichkeit Ägyptens verheeren und
sein stolzes Volk vernichten.
Und ich will alle seine Tiere umbringen an den großen
Wassern, daß keines Menschen Fuß und keines Tieres
Klaue sie mehr trübe machen soll.
Alsdann will ich seine Wasser klar machen, daß seine
Ströme fließen wie Öl, spricht Gott der HERR,
wenn ich das Land Ägypten verwüste und alles,
was im Land ist, öde mache und alle, die darin wohnen,
erschlage, und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin. -
Das ist ein Klagelied, und man soll es singen; ja, die
Töchter der Völker sollen es singen, über Ägypten
und sein stolzes Volk sollen sie klagen, spricht Gott der HERR.
Und im elften Jahr am fünfzehnten Tag
desselben Monats geschah des HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, wehklage über das stolze Volk in
Ägypten und stoß es hinab mit den Töchtern der
starken Völker, tief unter die Erde zu denen, die in die
Grube gefahren sind.
Vor wem hast du nun etwas voraus an Schönheit?
Hinunter mit dir! Lege dich zu den Unbeschnittenen!
Sie werden fallen mitten unter denen, die mit dem Schwert
erschlagen sind. Das Schwert ist schon gefaßt und gezückt
über ihr stolzes Volk.
Von ihm werden sagen unter der Erde die starken Helden mit
ihren Helfern: Sie sind hinuntergefahren und liegen da, die
Unbeschnittenen und mit dem Schwert Erschlagenen.
Da liegt Assur mit seinem ganzen Volk, ringsherum
seine Gräber, sie alle erschlagen und durchs Schwert
gefallen!
Seine Gräber bekam es ganz hinten in der Grube, und
sein Volk liegt ringsumher begraben, alle erschlagen und durchs
Schwert gefallen, von denen einst Schrecken ausging im Lande der
Lebendigen.
Da liegt Elam mit seinem stolzen Volk, ringsherum
seine Gräber, sie alle erschlagen und durchs Schwert
gefallen, hinuntergefahren als Unbeschnittene unter die Erde, von
denen einst Schrecken ausging im Lande der Lebendigen; sie müssen
ihre Schande tragen mit denen, die in die Grube gefahren sind.
Man hat sie mitten unter die Erschlagenen gelegt mit ihrem
stolzen Volk, ringsherum ihre Gräber, sie alle als
Unbeschnittene und mit dem Schwert Erschlagene, von denen einst
Schrecken ausging im Lande der Lebendigen; sie müssen ihre
Schande tragen mit denen, die in die Grube gefahren sind, und bei
den Erschlagenen liegen.
Da liegen Meschech und Tubal mit ihrem stolzen
Volk, ringsherum ihre Gräber, sie alle als Unbeschnittene
und mit dem Schwert Erschlagene, von denen einst Schrecken
ausging im Lande der Lebendigen.
Sie liegen nicht bei den Helden, die in der Vorzeit
gefallen und mit ihrer Kriegswehr zu den Toten gefahren sind,
denen man ihre Schwerter unter ihre Häupter gelegt und ihre
Schilde über ihre Gebeine gedeckt hat, die gefürchtete
Helden waren im Lande der Lebendigen.
Du aber mußt inmitten der Unbeschnittenen begraben
sein und bei denen liegen, die mit dem Schwert erschlagen sind.
Da liegt Edom mit seinen Königen und allen
seinen Fürsten, die in ihrer Heldenkraft zu den vom Schwert
Erschlagenen getan wurden; da liegen sie bei den Unbeschnittenen
und denen, die in die Grube gefahren sind.
Da sind alle Fürsten des Nordens und alle
Sidonier, die mit den Erschlagenen hinabgefahren sind, und ihre
schreckliche Gewalt ist zuschanden geworden; sie müssen als
Unbeschnittene bei denen liegen, die mit dem Schwert erschlagen
sind, und ihre Schande tragen samt denen, die in die Grube
gefahren sind.
Diese alle wird der Pharao sehen und sich trösten
über sein stolzes Volk. Mit dem Schwert erschlagen ist der
Pharao und sein ganzes Heer, spricht Gott der HERR.
Denn ich setzte ihn zum Schrecken im Lande der Lebendigen,
aber nun liegt er bei den Unbeschnittenen und mit dem Schwert
Erschlagenen, der Pharao und sein stolzes Volk, spricht Gott der
HERR.
Das Wächteramt des Propheten
Kapitel 33
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, rede zu den Söhnen deines Volks und
sprich zu ihnen: Wenn ich das Schwert über ein Land bringe
und das Volk des Landes nimmt einen Mann aus seiner Mitte und
macht ihn zu seinem Wächter
und er sieht das Schwert kommen über das Land und
bläst die Posaune und warnt das Volk -
wer nun den Hall der Posaune hört und will sich nicht
warnen lassen, und das Schwert kommt und nimmt ihn weg, dessen
Blut wird auf seinen Kopf kommen.
Denn er hat den Hall der Posaune gehört und sich
dennoch nicht warnen lassen; darum wird sein Blut auf ihn kommen.
Wer sich aber warnen läßt, der wird sein Leben
davonbringen.
Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht und
nicht die Posaune bläst und sein Volk nicht warnt und das
Schwert kommt und nimmt einen von ihnen weg, so wird der wohl um
seiner Sünde willen weggenommen; aber sein Blut will ich von
der Hand des Wächters fordern.
Und nun, du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter
gesetzt über das Haus Israel. Wenn du etwas aus meinem Munde
hörst, sollst du sie in meinem Namen warnen.
Wenn ich nun zu dem Gottlosen sage: Du Gottloser mußt
des Todes sterben! und du sagst ihm das nicht, um den Gottlosen
vor seinem Wege zu warnen, so wird er, der Gottlose, um seiner
Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner
Hand fordern.
Warnst du aber den Gottlosen vor seinem Wege, daß er
von ihm umkehre, und er will von seinem Wege nicht umkehren, so
wird er um seiner Sünde willen sterben, aber du hast dein
Leben errettet.
Gott richtet jeden nach seinem Handeln
Und nun, du
Menschenkind, sage dem Hause Israel: Ihr sprecht: Unsere Sünden
und Missetaten liegen auf uns, daß wir darunter vergehen;
wie können wir denn leben?
So sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der
HERR: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß
der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um
von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben, ihr vom
Hause Israel?
Und du, Menschenkind, sprich zu deinem Volk: Wenn
ein Gerechter Böses tut, so wird's ihm nicht helfen, daß
er gerecht gewesen ist; und wenn ein Gottloser von seiner
Gottlosigkeit umkehrt, so soll's ihm nicht schaden, daß er
gottlos gewesen ist. Auch der Gerechte kann nicht am Leben
bleiben, wenn er sündigt.
Denn wenn ich zu dem Gerechten spreche: Du sollst leben!
und er verläßt sich auf seine Gerechtigkeit und tut
Böses, so soll aller seiner Gerechtigkeit nicht mehr gedacht
werden, sondern er soll sterben um des Bösen willen, das er
getan hat.
Und wenn ich zum Gottlosen spreche: Du sollst sterben! und
er bekehrt sich von seiner Sünde und tut, was recht und gut
ist,
- so daß der Gottlose das Pfand zurückgibt und
erstattet, was er geraubt hat, und nach den Satzungen des Lebens
wandelt und nichts Böses tut -, so soll er am Leben bleiben
und nicht sterben,
und all seiner Sünden, die er getan hat, soll nicht
mehr gedacht werden, denn er hat nun getan, was recht und gut
ist; darum soll er am Leben bleiben.
Aber dein Volk spricht: «Der Herr handelt nicht
recht», während doch sie nicht recht handeln.
Wenn der Gerechte sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit
und Unrecht tut, so muß er deshalb sterben.
Und wenn sich der Gottlose von seiner Gottlosigkeit
bekehrt und tut, was recht und gut ist, so soll er deshalb am
Leben bleiben.
Und doch sprecht ihr: «Der Herr handelt nicht
recht», während ich doch einen jeden von euch, ihr vom
Hause Israel, nach seinem Handeln richte.
Der Prophet erhält die Botschaft vom Fall Jerusalems
Und es begab sich
im elften Jahr unserer Gefangenschaft am fünften Tag des
zehnten Monats, da kam zu mir ein Entronnener von Jerusalem und
sprach: Die Stadt ist genommen.
Und die Hand des HERRN war über mich gekommen am
Abend, bevor der Entronnene kam, und er tat mir meinen Mund auf,
als jener am Morgen zu mir kam. Und mein Mund wurde aufgetan, so
daß ich nicht mehr stumm sein mußte.
Gegen den Anspruch der im Lande Zurückgebliebenen
Und des HERRN Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, die Bewohner jener Trümmer im Lande
Israels sprechen: Abraham war ein einzelner Mann und nahm dies
Land in Besitz; wir aber sind viele, so gehört uns das Land
erst recht.
Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Ihr habt
das Fleisch über dem Blut gegessen und eure Augen zu den
Götzen aufgehoben und Blut vergossen – und dann wollt
ihr das Land besitzen?
Ihr verlaßt euch auf euer Schwert und übt
Greuel, und einer schändet die Frau des andern – und
dann wollt ihr das Land besitzen?
So sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: So wahr ich
lebe sollen alle, die in den Trümmern wohnen, durchs Schwert
fallen, und die auf freiem Felde sind, will ich den Tieren zum
Fraß geben, und die in den Festungen und Höhlen sind,
sollen an der Pest sterben.
Denn ich will das Land ganz verwüsten und seiner
Hoffart und Macht ein Ende machen, daß das Gebirge Israel
so zur Wüste wird, daß niemand mehr hindurchzieht.
Und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin, wenn
ich das Land ganz verwüste um aller ihrer Greuel willen, die
sie verübt haben.
Gegen die leichtfertigen Hörer des prophetischen Wortes
Und du,
Menschenkind, dein Volk redet über dich an den Mauern und in
den Haustüren, und einer spricht zum andern: Kommt doch und
laßt uns hören, was das für ein Wort ist, das vom
HERRN ausgeht.
Und sie werden zu dir kommen, wie das Volk so
zusammenkommt, und vor dir sitzen als mein Volk und werden deine
Worte hören, aber nicht danach tun, sondern ihr Mund ist
voll von Liebesweisen, und danach tun sie, und hinter ihrem
Gewinn läuft ihr Herz her.
Und siehe, du bist für sie wie einer, der
Liebeslieder singt, der eine schöne Stimme hat und gut
spielen kann. Sie hören wohl deine Worte, aber sie tun nicht
danach.
Wenn es aber kommt – und siehe, es kommt! -, so
werden sie erfahren, daß ein Prophet unter ihnen gewesen
ist.
Die schlechten Hirten und der rechte Hirt
Kapitel 34
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels,
weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den
Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht
die Herde weiden?
Aber ihr eßt das Fett und kleidet euch mit der Wolle
und schlachtet das Gemästete, aber die Schafe wollt ihr
nicht weiden.
Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt
ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt
ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht; das
Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.
Und meine Schafe sind zerstreut, weil sie keinen Hirten
haben, und sind allen wilden Tieren zum Fraß geworden und
zerstreut.
Sie irren umher auf allen Bergen und auf allen hohen
Hügeln und sind über das ganze Land zerstreut, und
niemand ist da, der nach ihnen fragt oder auf sie achtet.
Darum hört, ihr Hirten, des HERRN Wort!
So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: weil meine Schafe
zum Raub geworden sind und meine Herde zum Fraß für
alle wilden Tiere, weil sie keinen Hirten hatten und meine Hirten
nach meiner Herde nicht fragten, sondern die Hirten sich selbst
weideten, aber meine Schafe nicht weideten,
darum, ihr Hirten, hört des HERRN Wort!
So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten
und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein
Ende damit machen, daß sie Hirten sind, und sie sollen sich
nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus
ihrem Rachen, daß sie sie nicht mehr fressen sollen.
Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich
meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner
Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie
erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als
es trüb und finster war.
Ich will sie aus allen Völkern herausführen und
aus allen Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen
und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern
und an allen Plätzen des Landes.
Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den
hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf
guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels.
Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie
lagern lassen, spricht Gott der HERR.
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte
zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache
stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will
sie weiden, wie es recht ist.*
*So auch Luther selbst; nach anderer
Überlieferung: «aber
was fett und stark ist, will ich vertilgen und will es weiden mit
Gericht».
Aber zu euch, meine Herde, spricht Gott der HERR:
Siehe, ich will richten zwischen Schaf und Schaf und Widdern und
Böcken.
Ist's euch nicht genug, die beste Weide zu haben, daß
ihr die übrige Weide mit Füßen tretet, und klares
Wasser zu trinken, daß ihr auch noch hineintretet und es
trübe macht,
so daß meine Schafe fressen müssen, was ihr mit
euren Füßen zertreten habt, und trinken, was ihr mit
euren Füßen trübe gemacht habt?
Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich will selbst
richten zwischen den fetten und den mageren Schafen;
weil ihr mit Seite und Schulter drängtet und die
Schwachen von euch stießet mit euren Hörnern, bis ihr
sie alle hinausgetrieben hattet,
will ich meiner Herde helfen, daß sie nicht mehr zum
Raub werden soll, und will richten zwischen Schaf und Schaf.
Und ich will ihnen einen einzigen Hirten
erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David.
Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein,
und ich, der HERR, will ihr Gott sein, aber mein Knecht
David soll der Fürst unter ihnen sein; das sage ich, der
HERR.
Und ich will einen Bund des Friedens mit ihnen
schließen und alle bösen Tiere aus dem Lande
ausrotten, daß sie sicher in der Steppe wohnen und in den
Wäldern schlafen können.
Ich will sie und alles, was um meinen Hügel her ist,
segnen und auf sie regnen lassen zu rechter Zeit. Das sollen
gnädige Regen sein,
daß die Bäume auf dem Felde ihre Früchte
bringen und das Land seinen Ertrag gibt, und sie sollen sicher
auf ihrem Lande wohnen und sollen erfahren, daß ich der
HERR bin, wenn ich ihr Joch zerbrochen und sie errettet habe aus
der Hand derer, denen sie dienen mußten.
Und sie sollen nicht mehr den Völkern zum Raub
werden, und kein wildes Tier im Lande soll sie mehr fressen,
sondern sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken.
Und ich will ihnen eine Pflanzung aufgehen lassen zum
Ruhm, daß sie nicht mehr Hunger leiden sollen im Lande und
die Schmähungen der Heiden nicht mehr ertragen müssen.
Und sie sollen erfahren, daß ich, der HERR, ihr
Gott, bei ihnen bin und daß die vom Hause Israel mein Volk
sind, spricht Gott der HERR.
Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide,
und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.
Das Gericht über Edom
Kapitel 35
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen das Gebirge
Seïr und weissage gegen Edom
und sprich zu ihm: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich
will an dich, du Gebirge Seïr, und meine Hand gegen dich
ausstrecken und will dich ganz und gar zur Wüste machen.
Ich will deine Städte öde machen, daß du
zur Wüste werden sollst, und du sollst erfahren, daß
ich der HERR bin.
Weil ihr ewige Feindschaft hattet gegen die Kinder Israel
und sie dem Schwert preisgegeben habt, als es ihnen übel
ging und ihre Schuld zum Ende führte, -
darum, so wahr ich lebe, spricht Gott der HERR, will ich
auch dich bluten lassen, und du sollst dem Blutbad nicht
entrinnen. Weil du dich mit Blut verschuldet hast, soll auch dein
Blut fließen.
Und ich will das Gebirge Seïr wüst und öde
machen und alle ausrotten, die dort hin- und herziehen.
Und ich will seine Berge mit Erschlagenen füllen,
seine Hügel, seine Täler und alle seine Bachläufe
– überall sollen vom Schwert Erschlagene liegen.
Ja, zu einer ewigen Wüste will ich dich machen, daß
niemand mehr in deinen Städten wohnt, und ihr sollt
erfahren, daß ich der HERR bin.
Weil du sprachst: «Diese beiden Völker
mit ihren beiden Ländern müssen mein werden, und wir
wollen sie in Besitz nehmen» - obgleich der HERR dort wohnt
-,
darum, so wahr ich lebe, spricht Gott der HERR, will ich
an dir handeln mit demselben Zorn und derselben Leidenschaft, mit
denen du an ihnen gehandelt hast in deinem Haß, und will
mich an ihnen kundtun, wenn ich dich richte.
Und du sollst erfahren, daß ich, der HERR, all deine
Lästerreden gegen die Berge Israels gehört habe, als du
sagtest: Sie sind verwüstet und uns zum Fraß gegeben.
So habt ihr euch gegen mich gerühmt und frech gegen
mich geredet; das habe ich gehört.
So spricht Gott der HERR: Ich will dich zur Wüste
machen, daß sich alles Land freuen soll.
Und wie du dich gefreut hast über das Erbe des Hauses
Israel, weil es verwüstet war, ebenso will ich mit dir tun:
das Gebirge Seïr soll zur Wüste werden mit ganz Edom,
und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin.
Die Verheißung für die Berge Israels
Kapitel 36
Und du,
Menschenkind, weissage den Bergen Israels und sprich: Hört
des HERRN Wort, ihr Berge Israels!
So spricht Gott der HERR: Weil der Feind über euch
frohlockt: «Ha, die ewigen Höhen sind nun unser Besitz
geworden!»,
darum weissage und sprich: So spricht Gott der HERR: Weil
man euch allenthalben verwüstet und vertilgt und ihr zum
Besitz der übriggebliebenen Heiden geworden und übel
ins Gerede der Leute gekommen seid,
darum hört, ihr Berge Israels, das Wort Gottes des
HERRN! So spricht Gott der HERR zu den Bergen und Hügeln, zu
den Bächen und Tälern, zu den öden Trümmern
und verlassenen Städten, die den übriggebliebenen
Heiden ringsumher zum Raub und Spott geworden sind, -
darum, so spricht Gott der HERR: Wahrlich, ich habe in
meinem feurigen Eifer geredet gegen die Heiden, die
übriggeblieben sind, und gegen ganz Edom, die mein Land in
Besitz genommen haben mit Freude von ganzem Herzen und mit
Hohnlachen, um es zu verheeren und zu plündern.
Darum weissage über das Land Israels und
sprich zu den Bergen und Hügeln, zu den Bächen und
Tälern: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich rede in meinem
Eifer und Grimm, weil ihr solche Schmach von den Heiden tragen
mußtet.
Darum spricht Gott der HERR: Ich hebe meine Hand auf zum
Schwur: Wahrlich, eure Nachbarn, die Heiden ringsumher, sollen
ihre Schande tragen.
Aber ihr Berge
Israels sollt wieder grünen und eure Frucht bringen meinem
Volk Israel, denn bald sollen sie heimkehren.
Denn siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch
mein Angesicht zuwenden, daß ihr angebaut und besät
werdet.
Und ich will viele Menschen auf euch wohnen lassen, das
ganze Haus Israel insgesamt, und die Städte sollen wieder
bewohnt und die Trümmer aufgebaut werden.
Ja, ich lasse Menschen und Vieh auf euch zahlreich werden;
sie sollen sich mehren und fruchtbar sein. Und ich will euch
wieder bewohnt sein lassen wie früher und will euch mehr
Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, daß ich der
HERR bin.
Ich will wieder Menschen über euch ziehen lassen,
nämlich mein Volk Israel; die werden dich besitzen, und du
sollst ihr Erbteil sein und ihnen die Kinder nicht mehr nehmen.
So spricht Gott der HERR: Weil man das von euch sagt: «Du
hast Menschen gefressen und deinem Volk die Kinder genommen»,
darum sollst du nun nicht mehr Menschen fressen und deinem
Volk nicht mehr die Kinder nehmen, spricht Gott der HERR.
Und ich will dich nicht mehr die Schmähungen der
Heiden hören lassen, und du sollst den Spott der Heiden
nicht mehr tragen und sollst deinem Volk nicht mehr die Kinder
nehmen, spricht Gott der HERR.
Die Erneuerung Israels durch Gottes Geist
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, als das Haus Israel in seinem Lande
wohnte und es unrein machte mit seinem Wandel und Tun, daß
ihr Wandel vor mir war wie die Unreinheit einer Frau, wenn sie
ihre Tage hat,
da schüttete ich meinen Grimm über sie aus um
des Blutes willen, das sie im Lande vergossen, und weil sie es
unrein gemacht hatten durch ihre Götzen.
Und ich zerstreute sie unter die Heiden und versprengte
sie in die Länder und richtete sie nach ihrem Wandel und
Tun.
So kamen sie zu den Heiden; aber wohin sie kamen,
entheiligten sie meinen heiligen Namen, weil man von ihnen sagte:
«Sie sind des HERRN Volk und haben doch aus ihrem Lande
fortziehen müssen!»
Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus
Israel entheiligte unter den Heiden, wohin sie auch kamen.
Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht
Gott der HERR: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause
Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr
entheiligt habt unter den Heiden, wohin ihr auch gekommen seid.
Denn ich will meinen großen Namen, der vor den
Heiden entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt,
wieder heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß
ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn ich vor ihren Augen
an euch zeige, daß ich heilig bin.
Denn ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus
allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen,
und ich will reines Wasser über euch sprengen, daß
ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren
Götzen will ich euch reinigen.
Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist
in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch
wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.
Ich will meinen Geist in euch geben und will solche
Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine
Rechte halten und danach tun.
Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern
gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott
sein.
Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen und
will das Korn rufen und will es mehren und will keine Hungersnot
über euch kommen lassen.
Ich will die Früchte auf den Bäumen und den
Ertrag auf dem Felde mehren, daß euch die Heiden nicht mehr
verspotten, weil ihr hungern müßt.
Dann werdet ihr an euren bösen Wandel denken und an
euer Tun, das nicht gut war, und werdet euch selbst zuwider sein
um eurer Sünde und eures Götzendienstes willen.
Nicht um euretwillen tue ich das, spricht Gott der HERR,
das sollt ihr wissen, sondern ihr werdet euch schämen müssen
und schamrot werden, ihr vom Hause Israel, über euren
Wandel.
So spricht Gott der HERR: Zu der Zeit, wenn ich
euch reinigen werde von allen euren Sünden, will ich die
Städte wieder bewohnt sein lassen, und die Trümmer
sollen wieder aufgebaut werden.
Das verwüstete Land soll wieder gepflügt werden,
nachdem es verheert war vor den Augen aller, die vorüberzogen.
Und man wird sagen: Dies Land war verheert, und jetzt
ist's wie der Garten Eden, und diese Städte waren zerstört,
öde und niedergerissen und stehen nun fest gebaut und sind
bewohnt.
Und die Heiden, die um euch her übriggeblieben sind,
sollen erfahren, daß ich der HERR bin, der da baut, was
niedergerissen ist, und pflanzt, was verheert war. Ich, der HERR,
sage es und tue es auch.
So spricht Gott der HERR: Auch darin will ich mich
vom Hause Israel erbitten lassen, daß ich dies ihnen tue:
Ich will die Menschen bei ihnen mehren wie eine Herde.
Wie eine heilige Herde, wie eine Herde in Jerusalem an
ihren Festen, so sollen die verwüsteten Städte voll
Menschenherden werden, und sie sollen erfahren, daß ich der
HERR bin.
Israel, das Totenfeld,
wird durch Gottes Odem lebendig
Kapitel 37
Des HERRN Hand
kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des
HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller
Totengebeine.
Und er führte mich überall hindurch. Und siehe,
es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und siehe,
sie waren ganz verdorrt.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du
wohl, daß diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich
sprach: HERR, mein Gott, du weißt es.
Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und
sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des HERRN
Wort!
So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich
will Odem in euch bringen, daß ihr wieder lebendig werdet.
Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über
euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem
geben, daß ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt
erfahren, daß ich der HERR bin.
Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe,
da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich, und
die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein.
Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch
darauf, und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch
kein Odem in ihnen.
Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du
Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der HERR:
Odem, komm herzu von den vier Winden und blase diese Getöteten
an, daß sie wieder lebendig werden!
Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der
Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf
ihre Füße, ein überaus großes Heer.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese
Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie:
Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren,
und es ist aus mit uns.
Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der
HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein
Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land
Israels.
Und ihr sollt erfahren, daß ich der HERR bin, wenn
ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren
Gräbern heraufhole.
Und ich will meinen Odem in euch geben, daß ihr
wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr
sollt erfahren, daß ich der HERR bin. Ich rede es und tue
es auch, spricht der HERR.
Die Wiedervereinigung Israels unter dem einen Hirten
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, nimm dir ein Holz und schreibe darauf:
«Für Juda und Israel, die sich zu ihm halten.»
Und nimm noch ein Holz und schreibe darauf: «Holz Ephraims,
für Joseph und das ganze Haus Israel, das sich zu ihm hält.»
Und füge eins an das andere, daß es ein
Holz werde in deiner Hand.
Wenn nun dein Volk zu dir sprechen wird: Willst du uns
nicht zeigen, was du damit meinst?,
so sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich
will das Holz Josephs, das in der Hand Ephraims ist, nehmen samt
den Stämmen Israels, die sich zu ihm halten, und will sie zu
dem Holz Judas tun und ein Holz daraus machen, und sie
sollen eins sein in meiner Hand.
Und so sollst du die Hölzer, auf die du geschrieben
hast, in deiner Hand halten vor ihren Augen
und sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott der HERR:
Siehe, ich will die Kinder Israel herausholen aus den Heiden,
wohin sie gezogen sind, und will sie von überall her sammeln
und wieder in ihr Land bringen
und will ein einziges Volk aus ihnen machen im Land auf
den Bergen Israels, und sie sollen allesamt einen König
haben und sollen nicht mehr zwei Völker sein und nicht mehr
geteilt in zwei Königreiche.
Und sie sollen sich nicht mehr unrein machen mit ihren
Götzen und Greuelbildern und allen ihren Sünden. Ich
will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt
haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein, und
ich will ihr Gott sein.
Und mein Knecht David soll ihr König sein und der
einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen
Rechten und meine Gebote halten und danach tun.
Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem
Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure Väter gewohnt haben.
Sie und ihre Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen für
immer, und mein Knecht David soll für immer ihr Fürst
sein.
Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen,
der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie
erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für
immer.
Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und
sie sollen mein Volk sein,
damit auch die Heiden erfahren, daß ich der HERR
bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum für immer
unter ihnen sein wird.
DER
PROPHET HESEKIEL 38 - 48
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