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DIE BIBEL
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Schrift
DER PROPHET
HESEKIEL
Kapitel 1 -
24
Hesekiel schaut die Herrlichkeit des Herrn
Kapitel 1
Im dreißigsten
Jahr am fünften Tage des vierten Monats, als ich unter den
Weggeführten am Fluß Kebar war, tat sich der Himmel
auf, und Gott zeigte mir Gesichte.
Am fünften Tag des Monats – es war das fünfte
Jahr, nachdem der König Jojachin gefangen weggeführt
war -,
da geschah das Wort des HERRN zu Hesekiel, dem Sohn des
Busi, dem Priester, im Lande der Chaldäer am Fluß
Kebar. Dort kam die Hand des HERRN über ihn.
Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer
Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes
Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es
wie blinkendes Kupfer.
Und mitten darin war etwas wie vier Gestalten; die waren
anzusehen wie Menschen.
Und jede von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel.
Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße
waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes,
glattes Kupfer.
Und sie hatten Menschenhände unter ihren Flügeln
an ihren vier Seiten; die vier hatten Angesichter und Flügel.
Ihre Flügel berührten einer den andern. Und wenn
sie gingen, brauchten sie sich nicht umzuwenden; immer gingen sie
in der Richtung eines ihrer Angesichter.
Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur
rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur
linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten
gleich einem Adler bei allen vieren.
Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgebreitet; je
zwei Flügel berührten einander, und mit zwei Flügeln
bedeckten sie ihren Leib.
Immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter;
wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie; sie brauchten sich
im Gehen nicht umzuwenden.
Und in der Mitte zwischen den Gestalten sah es aus, wie
wenn feurige Kohlen brennen, und wie Fackeln, die zwischen den
Gestalten hin- und herfuhren. Das Feuer leuchtete, und aus dem
Feuer kamen Blitze.
Und die Gestalten liefen hin und her, daß es aussah
wie Blitze.
Als ich die Gestalten sah, siehe, da stand je ein
Rad auf der Erde bei den vier Gestalten, bei ihren vier
Angesichtern.
Die Räder waren anzuschauen wie ein Türkis und
waren alle vier gleich, und sie waren so gemacht, daß ein
Rad im andern war.
Nach allen vier Seiten konnten sie gehen; sie brauchten
sich im Gehen nicht umzuwenden.
Und sie hatten Felgen, und ich sah, ihre Felgen waren
voller Augen ringsum bei allen vier Rädern.
Und wenn die Gestalten gingen, so gingen auch die Räder
mit, und wenn die Gestalten sich von der Erde emporhoben, so
hoben die Räder sich auch empor.
Wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie, und die Räder
hoben sich mit ihnen empor; denn es war der Geist der Gestalten
in den Rädern.
Und wenn sie gingen, so gingen diese auch; wenn sie
standen, so standen diese auch; und wenn sie sich emporhoben von
der Erde, so hoben sich auch die Räder mit ihnen empor; denn
es war der Geist der Gestalten in den Rädern.
Aber über den Häuptern der Gestalten war
es wie eine Himmelsfeste, wie ein Kristall, unheimlich anzusehen,
oben über ihren Häuptern ausgebreitet,
daß unter der Feste ihre Flügel gerade
ausgestreckt waren, einer an dem andern; und mit zwei Flügeln
bedeckten sie ihren Leib.
Und wenn sie gingen, hörte ich ihre Flügel
rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen,
ein Getöse wie in einem Heerlager. Wenn sie aber
stillstanden, ließen sie die Flügel herabhängen,
und es donnerte im Himmel über ihnen. Wenn sie
stillstanden, ließen sie die Flügel herabhängen.
Und über der Feste, die über ihrem Haupt
war, sah es aus wie ein Saphir, einem Thron gleich, und auf dem
Thron saß einer, der aussah wie ein Mensch.
Und ich sah, und es war wie blinkendes Kupfer aufwärts
von dem, was aussah wie seine Hüften; und abwärts von
dem, was wie seine Hüften aussah, erblickte ich etwas wie
Feuer und Glanz ringsumher.
Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet
hat, so glänzte es ringsumher. So war die Herrlichkeit des
HERRN anzusehen.
Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein
Angesicht und hörte einen reden.
Hesekiels Berufung zum Prophetenamt
Kapitel 2
Und er sprach zu
mir: Du Menschenkind, tritt auf deine Füße, so will
ich mit dir reden.
Und als er so mit mir redete, kam Leben in mich und
stellte mich auf meine Füße, und ich hörte dem
zu, der mit mir redete.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende dich zu
den Kindern Israel, zu dem abtrünnigen Volk, das von mir
abtrünnig geworden ist. Sie und ihre Väter haben bis
auf diesen heutigen Tag wider mich gesündigt.
Und die Kinder,
zu denen ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte
Herzen. Zu denen sollst du sagen: «So spricht Gott der
HERR!»
Sie gehorchen oder lassen es – denn sie sind ein
Haus des Widerspruchs -, dennoch sollen sie wissen, daß ein
Prophet unter ihnen ist.
Und du, Menschenkind, sollst dich vor ihnen nicht
fürchten noch vor ihren Worten fürchten. Es sind wohl
widerspenstige und stachlige Dornen um dich, und du wohnst unter
Skorpionen; aber du sollst dich nicht fürchten vor ihren
Worten und dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen – denn
sie sind ein Haus des Widerspruchs -,
sondern du sollst ihnen meine Worte sagen, sie gehorchen
oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.
Aber du, Menschenkind, höre, was ich dir sage,
und widersprich nicht wie das Haus des Widerspruchs. Tu deinen
Mund auf und iß, was ich dir geben werde.
Und ich sah, und siehe, da war eine Hand gegen mich
ausgestreckt, die hielt eine Schriftrolle.
Die breitete sie aus vor mir, und sie war außen und
innen beschrieben, und darin stand geschrieben Klage, Ach und
Weh.
Kapitel 3
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iß,
was du vor dir hast! Iß diese Schriftrolle und geh hin und
rede zum Hause Israel!
Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir die Rolle zu
essen
und sprach zu mir: Du Menschenkind, du mußt diese
Schriftrolle, die ich dir gebe, in dich hinein essen und deinen
Leib damit füllen. Da aß ich sie, und sie war in
meinem Munde so süß wie Honig.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, geh hin zum
Hause Israel und verkündige ihnen meine Worte.
Denn ich sende dich ja nicht zu einem Volk, das unbekannte
Worte und eine fremde Sprache hat, sondern zum Hause Israel,
nicht zu vielen Völkern, die unbekannte Worte und
eine fremde Sprache haben, deren Worte du nicht verstehen
könntest. Und wenn ich dich zu solchen sendete, würden
sie dich gern hören.
Aber das Haus Israel will dich nicht hören,
denn sie wollen mich nicht hören; denn das ganze Haus
Israel hat harte Stirnen und verstockte Herzen.
Siehe, ich habe dein Angesicht so hart gemacht wie ihr
Angesicht und deine Stirn so hart wie ihre Stirn.
Ja, ich habe deine Stirn so hart wie einen Diamanten
gemacht, der härter ist als ein Kieselstein. Darum fürchte
dich nicht, entsetze dich auch nicht vor ihnen; denn sie sind ein
Haus des Widerspruchs.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, alle meine
Worte, die ich dir sage, die fasse mit dem Herzen und nimm sie zu
Ohren!
Und geh hin zu den Weggeführten deines Volks und
verkündige ihnen und sprich zu ihnen: «So spricht Gott
der HERR!», sie hören oder lassen es.
Hesekiel wird zum Wächter über Israel bestellt
Und der Geist hob mich empor, und ich hörte hinter
mir ein Getöse wie von einem großen Erdbeben, als die
Herrlichkeit des HERRN sich erhob von ihrem Ort.
Und es war ein Rauschen von den Flügeln der
Gestalten, die aneinander schlugen, und auch ein Rasseln der
Räder neben ihnen wie das Getöse eines großen
Erdbebens.
Da hob mich der Geist empor und führte mich weg. Und
ich fuhr dahin im bitteren Grimm meines Geistes, und die Hand des
HERRN lag schwer auf mir.
Und ich kam zu den Weggeführten, die am Fluß
Kebar wohnten, nach Tel-Abib und setzte mich zu denen, die dort
wohnten, und blieb dort unter ihnen sieben Tage ganz verstört.
Und als die sieben Tage um waren, geschah des HERRN
Wort zu mir:
Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt
über das Haus Israel. Du wirst aus meinem Munde das Wort
hören und sollst sie in meinem Namen warnen.
Wenn ich dem Gottlosen sage: Du mußt des Todes
sterben! und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den
Gottlosen vor seinem gottlosen Wege zu warnen, damit er am Leben
bleibe, - so wird der Gottlose um seiner Sünde willen
sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.
Wenn du aber den Gottlosen warnst und er sich nicht
bekehrt von seinem gottlosen Wesen und Wege, so wird er um seiner
Sünde willen sterben, aber du hast dein Leben errettet.
Und wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit
abwendet und Unrecht tut, so werde ich ihn zu Fall bringen, und
er muß sterben. Denn weil du ihn nicht gewarnt hast, wird
er um seiner Sünde willen sterben müssen, und seine
Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht angesehen werden;
aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.
Wenn du aber den Gerechten warnst, daß er nicht
sündigen soll, und er sündigt auch nicht, so wird er am
Leben bleiben; denn er hat sich warnen lassen, und du hast dein
Leben errettet.
Der Prophet soll verstummen
Und dort kam des
HERRN Hand über mich, und er sprach zu mir: Mach dich auf
und geh hinaus in die Ebene; da will ich mit dir reden.
Und ich machte mich auf und ging hinaus in die Ebene; und
siehe, dort stand die Herrlichkeit des HERRN, wie ich sie am Fluß
Kebar gesehen hatte; und ich fiel nieder auf mein Angesicht.
Und der Geist kam in mich und stellte mich auf meine Füße.
Und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh hin und schließ
dich ein in deinem Hause!
Und du, Menschenkind, siehe, man wird dir Stricke anlegen
und dich damit binden, daß du nicht unter die Leute gehen
kannst.
Und ich will dir die Zunge an deinem Gaumen kleben lassen,
daß du stumm wirst und sie nicht mehr zurechtweisen kannst;
denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.
Wenn ich aber mit dir reden werde, will ich dir den Mund
auftun, daß du zu ihnen sagen sollst: «So spricht
Gott der HERR!» Wer es hört, der höre es; wer es
läßt, der lasse es; denn sie sind ein Haus des
Widerspruchs.
Bildliche Darstellung des Gerichts über Jerusalem
Kapitel 4
Und du,
Menschenkind, nimm dir einen Ziegelstein; den lege vor dich hin
und entwirf darauf die Stadt Jerusalem
und mache eine Belagerung: baue ein Bollwerk um sie und
schütte einen Wall gegen sie auf und schlag ein Heerlager
auf und stelle Sturmböcke rings um sie her.
Nimm dir aber eine eiserne Platte und laß sie eine
eiserne Mauer sein zwischen dir und der Stadt und richte dein
Angesicht gegen sie und belagere sie. Das sei ein Zeichen dem
Hause Israel.
Du sollst dich auch auf deine linke Seite legen und
die Schuld des Hauses Israel auf dich legen. So viele Tage du so
daliegst, so lange sollst du auch ihre Schuld tragen.
Ich will dir aber die Jahre ihrer Schuld auflegen, für
jedes Jahr einen Tag, nämlich dreihundertneunzig Tage. So
lange sollst du die Schuld des Hauses Israel tragen.
Und wenn du dies vollbracht hast, sollst du danach dich
auf deine rechte Seite legen und sollst tragen die Schuld des
Hauses Juda vierzig Tage lang; denn ich gebe dir hier auch je
einen Tag für ein Jahr.
Richte aber dein Angesicht und deinen bloßen Arm
gegen das belagerte Jerusalem und weissage gegen die Stadt.
Und siehe, ich will dir Stricke anlegen, daß du dich
nicht wenden kannst von einer Seite zur andern, bis du die Tage
deiner Belagerung vollendet hast.
Nimm dir aber Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse
und Spelt und tu alles in ein Gefäß und mache
dir Brot daraus, daß du daran zu essen hast, so lange du
auf deiner Seite liegen mußt – dreihundertneunzig
Tage,
so daß deine Speise, die du täglich essen
sollst, abgewogen zwanzig Lot sei; so viel darfst du von einem
Tag zum andern essen.
Das Wasser sollst du auch abgemessen trinken, nämlich
den sechsten Teil von einer Kanne; so viel darfst du von einem
Tag zum andern trinken.
Gerstenfladen
sollst du essen, die du vor den Augen der Leute auf Menschenkot
backen sollst.
Und der HERR sprach: So sollen die Kinder Israel ihr
unreines Brot essen unter den Heiden, zu denen ich sie verstoßen
werde.
Ich aber sprach: Ach, Herr HERR! Siehe, ich bin noch nie
unrein geworden; denn ich habe von meiner Jugend an bis auf diese
Zeit niemals Fleisch von einem gefallenen oder zerrissenen Tier
gegessen, und nie ist unreines Fleisch in meinen Mund gekommen.
Er aber sprach zu mir: Sieh, ich will dir Kuhmist statt
Menschenkot zulassen, dein Brot darauf zu bereiten.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, siehe, ich will den
Vorrat an Brot in Jerusalem wegnehmen, daß sie das Brot
abgewogen essen müssen und mit Kummer, und das Wasser
abgemessen trinken müssen und mit Schaudern,
damit sie an Brot und Wasser Mangel leiden und sie, einer
wie der andere, erschaudern und in ihrer Schuld verschmachten
sollen.
Kapitel 5
Und du, Menschenkind, nimm ein scharfes Schwert und
brauche es als Schermesser und fahr damit über dein Haupt
und deinen Bart und nimm eine Waage und teile das Haar:
ein Drittel sollst du mit Feuer verbrennen mitten in der
Stadt, wenn die Tage der Belagerung um sind; ein anderes Drittel
nimm und schlag's mit dem Schwert ringsumher; das letzte Drittel
streue in den Wind, und ich will hinter ihnen her das Schwert
ziehen.
Nimm aber ein klein wenig davon und binde es in deinen
Mantelzipfel.
Und nimm noch einmal etwas davon und wirf's ins Feuer und
verbrenne es; davon soll ein Feuer ausbrechen über das ganze
Haus Israel.
Begründung und Beschreibung des Gerichts über
Jerusalem
So spricht Gott
der HERR: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden
gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!
Aber es widersprach meinen Ordnungen und trieb es
schlimmer als die Heiden und war gegen meine Gebote ungehorsamer
als die Länder, die ringsumher liegen. Denn sie verwarfen
meine Ordnungen und wollten nicht nach meinen Geboten leben.
Darum spricht Gott der HERR: Weil ihr es schlimmer
getrieben habt als die Heiden, die um euch her sind, und nach
meinen Geboten nicht gelebt und meine Ordnungen nicht gehalten
habt und nicht einmal nach den Ordnungen der Heiden gelebt habt,
die um euch her sind,
so spricht Gott der HERR: Siehe, auch ich will an dich und
Gericht über dich ergehen lassen, daß die Heiden
zusehen sollen,
und will so mit dir umgehen, wie ich es nie getan habe und
auch nicht mehr tun werde, um aller deiner Greuel willen.
Darum sollen in deiner Mitte Väter ihre Kinder und
Kinder ihre Väter fressen; und ich will ein solches Gericht
über dich ergehen lassen, daß alle, die von dir
übriggeblieben sind, in alle Winde zerstreut werden.
Darum, so wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: weil du
mein Heiligtum mit all deinen Götzen und Greueln unrein
gemacht hast, will auch ich dich zerschlagen, und mein Auge soll
ohne Mitleid auf dich blicken, und ich will nicht gnädig
sein.
Es soll ein Drittel von dir an der Pest sterben und durch
Hunger vernichtet werden in deiner Mitte, und das zweite Drittel
soll durchs Schwert fallen rings um dich her, und das letzte
Drittel will ich in alle Winde zerstreuen und will hinter ihnen
her das Schwert ziehen.
So soll mein Zorn vollendet werden und mein Grimm über
sie zum Ziel kommen, daß ich meinen Mut kühle, und sie
sollen erfahren, daß ich, der HERR, es in meinem Eifer
geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen vollende.
Ich will dich zur Wüste und zur Schmach machen unter
den Völkern, die um dich her sind, vor den Augen aller, die
vorübergehen.
Und du sollst zur Schmach, zum Hohn, zur Warnung und zum
Entsetzen werden für alle Völker, die um dich her sind,
wenn ich über dich Gericht ergehen lasse mit Zorn, Grimm und
zornigem Schelten – das sage ich, der HERR -
und wenn ich böse Pfeile des Hungers unter euch
schießen werde, die Verderben bringen und die ich schießen
werde, um euch zu verderben, und wenn ich den Hunger bei euch
immer größer werden lasse und euch den Vorrat an Brot
wegnehme.
Ja, Hunger und wilde Tiere will ich unter euch schicken,
die sollen euch Kinderlos machen, und es soll Pest und
Blutvergießen bei dir umgehen, und ich will das Schwert
über dich bringen. Ich, der HERR, habe es gesagt.
Die kommende Verwüstung des Landes
Kapitel 6
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Berge
Israels und weissage gegen sie
und sprich: Ihr Berge Israels, höret das Wort Gottes
des HERRN! So spricht Gott der HERR zu den Bergen und Hügeln,
zu den Gründen und Tälern: Siehe, ich will das Schwert
über euch bringen und eure Opferhöhen zerstören,
daß eure Altäre verwüstet und eure
Rauchopfersäulen zerbrochen werden, und will eure
Erschlagenen vor eure Götzen werfen;
ja, ich will die Leichname der Kinder Israel vor ihre
Götzen hinwerfen und will eure Gebeine um eure Altäre
her verstreuen.
Überall, wo ihr wohnt, sollen die Städte
verwüstet und die Opferhöhen zur Einöde werden;
denn man wird eure Altäre wüst und zur Einöde
machen und eure Götzen zerbrechen und zunichte machen und
eure Rauchopfersäulen zerschlagen und eure Machwerke
vertilgen.
Und Erschlagene sollen mitten unter euch daliegen, und ihr
sollt erfahren, daß ich der HERR bin.
Ich will aber einige von euch übriglassen, die
dem Schwert entgehen, unter den Völkern, wenn ich euch in
die Länder zerstreut habe.
Diese eure Entronnenen werden dann an mich denken unter
den Völkern, wohin sie gefangen weggeführt sind, wenn
ich ihr abgöttisches Herz, das von mir gewichen ist, und
ihre abgöttischen Augen, die nach ihren Götzen sahen,
zerschlagen habe. Und es wird sie ekeln vor all dem Bösen,
das sie mit all ihren Greueln begangen haben,
und sie werden erfahren, daß ich der HERR bin; nicht
umsonst habe ich geredet, solches Unglück ihnen zu tun.
So spricht Gott der HERR: Schlag deine Hände
zusammen und stampfe mit deinem Fuße und sprich: Weh über
alle schlimmen Greuel des Hauses Israel, derentwegen sie durch
Schwert, Hunger und Pest fallen müssen!
Wer ferne ist, wird an der Pest sterben, und wer nahe ist,
wird durchs Schwert fallen; wer aber übrigbleibt und davor
bewahrt ist, wird vor Hunger sterben. So will ich meinen Grimm
unter ihnen vollenden,
daß ihr erfahren sollt, daß ich der HERR bin,
wenn ihre Erschlagenen mitten unter ihren Götzen liegen um
ihre Altäre her, oben auf allen Hügeln und oben auf
allen Bergen und unter allen grünen Bäumen und unter
allen dichten Eichen, überall, wo sie all ihren Götzen
lieblichen Opferduft darbrachten.
Ich will meine Hand gegen sie ausstrecken und das Land
wüst und öde machen von der Wüste an bis nach
Ribla überall, wo sie wohnen, und sie sollen erfahren, daß
ich der HERR bin.
Das Ende naht
Kapitel 7
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, so spricht Gott der HERR zum Land
Israels: Das Ende kommt, das Ende über alle vier Enden des
Landes.
Nun kommt das Ende über dich; denn ich will meinen
Zorn über dich senden und will dich richten, wie du verdient
hast, und will alle deine Greuel über dich bringen.
Mein Auge soll ohne Mitleid auf dich blicken, und ich will
nicht gnädig sein, sondern ich will dir geben, wie du
verdient hast, und deine Greuel sollen über dich kommen, daß
ihr erfahrt, daß ich der HERR bin.
So spricht Gott der HERR: Siehe, es kommt ein
Unglück über das andere!
Das Ende kommt, es kommt das Ende, es ist erwacht über
dich; siehe, es kommt!
Es geht schon an und bricht herein über dich, du
Bewohner des Landes. Die Zeit kommt, der Tag des Jammers ist
nahe, an dem kein Singen mehr auf den Bergen sein wird.
Nun will ich bald meinen Grimm über dich schütten
und meinen Zorn an dir vollenden und will dich richten, wie du
verdient hast, und alle deine Greuel über dich bringen.
Mein Auge soll ohne Mitleid auf dich blicken, und ich will
nicht gnädig sein, sondern ich will dir geben, wie du
verdient hast, und deine Greuel sollen über dich kommen, daß
ihr erfahrt, daß ich der HERR bin, der euch schlägt.
Siehe, der Tag, siehe, er kommt, er bricht an!
Unrecht blüht, und Vermessenheit grünt.
Gewalttat hat sich erhoben und wird zur Rute des Frevels;
nichts ist mehr von ihnen da und nichts von ihrem Reichtum,
nichts von ihrer Pracht und nichts von ihrer Herrlichkeit.
Es kommt die Zeit, es naht der Tag! Der Käufer freue
sich nicht, und der Verkäufer traure nicht; denn es kommt
der Zorn über all ihren Reichtum.
Denn der Verkäufer wird zum Verkaufen nicht
zurückkehren, auch wenn er noch am Leben ist; denn der Zorn
über all ihren Reichtum wird sich nicht wenden; um seiner
Missetat willen wird keiner sein Leben erhalten können.
Laßt sie die Posaune nur blasen und alles
zurüsten; es wird doch niemand in den Krieg ziehen, denn
mein Zorn ist entbrannt über all ihren Reichtum.
Draußen das Schwert, drinnen Pest und Hunger! Wer
auf dem Feld ist, der wird vom Schwert sterben; wer in der Stadt
ist, den werden Pest und Hunger fressen.
Und die von ihnen entrinnen, die werden auf den Bergen
sein wie gurrende Tauben in den Schluchten, sie alle, ein jeder
wegen seiner Missetat.
Alle Hände werden herabsinken, und alle Knie werden
weich.
Und sie werden Säcke anlegen und mit Furcht
überschüttet sein, und auf allen Gesichtern liegt
Scham, und alle Köpfe werden kahl geschoren.
Sie werden ihr Silber hinaus auf die Gassen werfen und ihr
Gold wie Unrat achten; denn ihr Silber und Gold kann sie nicht
retten am Tage des Zorns des HERRN. Sie werden sich damit nicht
sättigen und ihren Bauch damit nicht füllen; denn es
wurde zum Anlaß ihrer Missetat.
Sie haben ihre edlen Kleinode zur Hoffart verwendet und
Bilder ihrer greulichen Götzen, ihrer Scheusale, daraus
gemacht. Darum will ich ihnen all das zum Unrat machen
und will es Fremden in die Hände geben, daß sie
es rauben, und den Gottlosen auf Erden zur Beute, daß sie
es entheiligen.
Ich will mein Angesicht von ihnen abwenden, und mein
Kleinod soll entheiligt werden; ja, Räuber sollen darüber
kommen und es entheiligen.
Mache Ketten! Denn das Land ist voll Blutschuld und
die Stadt voll Frevel.
So will ich die Schlimmsten unter den Völkern
herbringen, die sollen ihre Häuser einnehmen; und ich will
der Hoffart der Gewaltigen ein Ende machen, und entheiligt werden
ihre Heiligtümer.
Angst kommt; da werden sie Heil suchen, aber es wird nicht
zu finden sein.
Ein Unglück wird über das andere kommen, eine
schlimme Kunde nach der andern. So werden sie dann eine
Offenbarung bei den Propheten suchen; auch wird nicht mehr
Weisung bei den Priestern noch Rat bei den Ältesten sein.
Der König wird trauern, und die Fürsten werden
sich in Entsetzen kleiden, und die Hände des Volks des
Landes werden kraftlos sein. Ich will mit ihnen umgehen, wie sie
gelebt haben, und will sie richten, wie sie verdient haben, daß
sie erfahren sollen, daß ich der HERR bin.
Die Greuel des Götzendienstes im Tempel
Kapitel 8
Und es begab sich
im sechsten Jahr am fünften Tage des sechsten Monats. Ich
saß in meinem Hause, und die Ältesten von Juda saßen
vor mir. Da fiel die Hand Gottes des HERRN auf mich.
Und ich sah, und siehe, da war eine Gestalt wie ein Mann,
und abwärts von dem, was wie seine Hüften aussah, war
es wie Feuer, aber oberhalb seiner Hüften war ein Glanz zu
sehen wie blinkendes Kupfer.
Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich
bei dem Haar meines Hauptes. Da führte mich der Geist fort
zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in
göttlichen Gesichten zu dem Eingang des inneren Tores, das
gegen Norden liegt, wo ein Bild stand zum Ärgernis für
den Herrn.
Und siehe, dort war die Herrlichkeit des Gottes Israels,
so wie ich sie in der Ebene gesehen hatte.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, hebe deine Augen
auf nach Norden. Und als ich meine Augen aufhob nach Norden,
siehe, da stand nördlich vom Tor ein Altar, da, wo es zum
Bild geht, das für den Herrn ein Ärgernis war.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, siehst du auch, was
diese tun? Große Greuel sind es, die das Haus Israel hier
tut, um mich von meinem Heiligtum zu vertreiben. Aber du wirst
noch größere Greuel sehen.
Und er führte mich zur Tür des Vorhofes.
Da sah ich, und siehe, da war ein Loch in der Wand.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, brich ein Loch
durch die Wand. Und als ich ein Loch durch die Wand gebrochen
hatte, siehe, da war eine Tür.
Und er sprach zu mir: Geh hinein und schaue die schlimmen
Greuel, die sie hier treiben.
Und als ich hineinkam und schaute, siehe, da waren lauter
Bilder von Gewürm und scheußlichem Getier und allen
Götzen des Hauses Israel, ringsherum an den Wänden
eingegraben.
Davor standen siebzig Männer von den Ältesten
des Hauses Israel, und Jaasanja, der Sohn Schaphans, stand mitten
unter ihnen. Und ein jeder hatte sein Räucherfaß in
der Hand, und der Duft einer Wolke von Weihrauch stieg auf.
Und er sprach zu mir: Menschenkind, siehst du, was die
Ältesten des Hauses Israel tun in der Finsternis, ein jeder
in der Kammer seines Götzenbildes? Denn sie sagen: Der HERR
sieht uns nicht, der HERR hat das Land verlassen.
Und er sprach zu mir: Du sollst noch größere
Greuel sehen, die sie tun.
Und er führte mich zum Eingang des Tores am
Hause des HERRN, das gegen Norden liegt, und siehe, dort saßen
Frauen, die den Tammus
beweinten.
Und er sprach zu mir: Menschenkind, siehst du das? Aber du
sollst noch größere Greuel sehen als diese.
Und er führte mich in den inneren Vorhof am
Hause des HERRN; und siehe, vor dem Eingang zum Tempel des HERRN,
zwischen der Vorhalle und dem Altar, standen etwa fünfundzwanzig
Männer, die ihren Rücken gegen den Tempel des HERRN und
ihr Gesicht gegen Osten gewendet hatten und beteten gegen Osten
die Sonne an.
Und er sprach zu mir: Menschenkind, siehst du das? Ist es
dem Hause Juda nicht genug, diese Greuel hier zu treiben, daß
sie auch sonst das ganze Land mit Gewalt und Unrecht erfüllen
und mich immer wieder reizen? Und siehe, sie halten sich die
Weinrebe an die Nase.*
*Gemeint ist ein abgöttischer
Brauch.
Darum will ich auch mit Grimm an ihnen handeln, und mein
Auge soll ohne Mitleid auf sie blicken, und ich will nicht gnädig
sein. Wenn sie auch mit lauter Stimme mir in die Ohren schreien,
will ich sie doch nicht hören.
Die Heimsuchung Jerusalems
Kapitel 9
Und er rief mit
lauter Stimme vor meinen Ohren und sprach: Gekommen ist die
Heimsuchung der Stadt; ein jeder habe sein Werkzeug zur
Zerstörung in seiner Hand!
Und siehe, da kamen sechs Männer auf dem Wege vom
oberen Tor her, das gegen Norden liegt, und jeder hatte ein
Werkzeug zum Zerschlagen in seiner Hand. Aber es war einer unter
ihnen, der hatte ein Kleid von Leinwand an und ein Schreibzeug an
seiner Seite. Und sie kamen heran und traten neben den kupfernen
Altar.
Und die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich
von dem Cherub, über dem sie war, zu der Schwelle des
Tempels am Hause, und der HERR rief dem, der das Kleid von
Leinwand anhatte und das Schreibzeug an seiner Seite,
und sprach zu ihm: Geh durch die Stadt Jerusalem und
zeichne mit einem Zeichen an der Stirn die Leute, die da seufzen
und jammern über alle Greuel, die darin geschehen.
Zu den andern Männern aber sprach er, so daß
ich es hörte: Geht ihm nach durch die Stadt und schlagt
drein; eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen
verschonen.
Erschlagt Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und
Frauen, schlagt alle tot; aber die das Zeichen an sich haben, von
denen sollt ihr keinen anrühren. Fangt aber an bei meinem
Heiligtum! Und sie fingen an bei den Ältesten, die vor dem
Tempel waren.
Und er sprach zu ihnen: Macht den Tempel unrein, füllt
die Vorhöfe mit Erschlagenen; dann geht hinaus! Und sie
gingen hinaus und erschlugen die Leute in der Stadt.
Und als sie die erschlagen hatten, war ich noch übrig.
Und ich fiel auf mein Angesicht, schrie und sprach: Ach, Herr
HERR, willst du denn den ganzen Rest Israels verderben, daß
du deinen Zorn so ausschüttest über Jerusalem?
Und er sprach zu mir: Die Missetat des Hauses Israel und
Juda ist allzu groß; es ist lauter Blutschuld im Lande und
lauter Unrecht in der Stadt. Denn sie sprechen: Der HERR hat das
Land verlassen, der HERR sieht uns nicht.
Darum soll mein Auge ohne Mitleid auf sie blicken, ich
will auch nicht gnädig sein, sondern will ihr Tun auf ihren
Kopf kommen lassen.
Und siehe, der Mann, der das Kleid von Leinwand anhatte
und das Schreibzeug an seiner Seite, antwortete und sprach: Ich
habe getan, wie du mir geboten hast.
Die Herrlichkeit Gottes über den Cherubim
Kapitel 10
Und ich sah, und
siehe, an der Himmelsfeste über dem Haupt der Cherubim
glänzte es wie ein Saphir, und über ihnen war etwas zu
sehen wie ein Thron.
Und er sprach zu dem Mann in dem Kleid von Leinwand: Geh
hinein zwischen das Räderwerk unter dem Cherub und fülle
deine Hände mit glühenden Kohlen, die zwischen den
Cherubim sind, und streue sie über die Stadt. Und er ging
hinein vor meinen Augen.
Die Cherubim aber standen zur Rechten am Hause des Herrn,
als der Mann hineinging, und die Wolke erfüllte den inneren
Vorhof.
Und die Herrlichkeit des HERRN erhob sich von dem
Cherub zur Schwelle des Hauses, und das Haus wurde erfüllt
mit der Wolke und der Vorhof mit dem Glanz der Herrlichkeit des
HERRN.
Und man hörte die Flügel der Cherubim rauschen
bis in den äußeren Vorhof wie die Stimme des
allmächtigen Gottes, wenn er redet.
Und als er dem Mann in dem Kleid von Leinwand geboten
hatte: Nimm von dem Feuer zwischen dem Räderwerk zwischen
den Cherubim, ging dieser hinein und trat neben das Rad.
Und der Cherub streckte seine Hand aus der Mitte der
Cherubim hin zum Feuer, das zwischen den Cherubim war, nahm davon
und gab es dem Mann in dem Kleid von Leinwand in die Hände;
der empfing es und ging hinaus.
Und es erschien an den Cherubim etwas wie eines Menschen
Hand unter ihren Flügeln.
Und ich sah, und siehe, vier Räder standen bei
den Cherubim, bei jedem Cherub ein Rad, und die Räder sahen
aus wie ein Türkis,
und alle vier sahen eins wie das andere aus; es war, als
wäre ein Rad im andern.
Wenn sie gehen sollten, so konnten sie nach allen ihren
vier Seiten gehen; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden;
sondern wohin das erste ging, da gingen die andern nach, ohne
sich im Gehen umzuwenden.
Und ihr ganzer Leib, Rücken, Hände und Flügel
und die Räder waren voller Augen um und um bei allen vieren.
Und die Räder wurden vor meinen Ohren «das
Räderwerk» genannt.
Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war
das eines Cherubs, das zweite das eines Menschen, das dritte das
eines Löwen, das vierte das eines Adlers.
Und die Cherubim hoben sich empor. Es war aber dieselbe
Gestalt, die ich am Fluß Kebar gesehen hatte.
Wenn die Cherubim gingen, so gingen auch die Räder
mit, und wenn die Cherubim ihre Flügel schwangen, daß
sie sich von der Erde erhoben, so wandten sich auch die Räder
nicht von ihrer Seite weg.
Wenn jene standen, so standen diese auch; erhoben sie
sich, so erhoben sich diese auch; denn es war der Geist der
Gestalten in ihnen.
Und die Herrlichkeit des HERRN ging wieder hinaus
von der Schwelle des Tempels und stellte sich über die
Cherubim.
Da schwangen die Cherubim ihre Flügel und erhoben
sich von der Erde vor meinen Augen, und als sie hinausgingen,
gingen die Räder mit. Und sie traten in den Eingang des
östlichen Tores am Hause des HERRN, und die Herrlichkeit des
Gottes Israels war oben über ihnen.
Das waren die Gestalten, die ich unter dem Gott Israels am
Fluß Kebar gesehen hatte; und ich merkte, daß es
Cherubim waren.
Vier Angesichter hatte jeder und vier Flügel und
etwas wie Menschenhände unter den Flügeln.
Und ihre Angesichter waren so gestaltet, wie ich sie am
Fluß Kebar gesehen hatte; und sie gingen in der Richtung
eines ihrer Angesichter, wie sie wollten.
Gottes Gericht über die Obersten des Volkes
Kapitel 11
Und der Geist hob
mich empor und brachte mich zum Tor am Hause des HERRN, das gegen
Osten liegt. Und siehe, im Eingang des Tores waren fünfundzwanzig
Männer, und ich sah unter ihnen die Obersten im Volk
Jaasanja, den Sohn Asurs, und Pelatja, den Sohn Benajas.
Und er sprach zu mir: Menschenkind, das sind die Männer,
die Unheil planen und schändlichen Rat geben in dieser
Stadt;
denn sie sprechen: «Sind nicht vor kurzem die Häuser
wieder aufgebaut worden? Die Stadt ist der Topf, wir sind das
Fleisch.»
Darum sollst du, Menschenkind, gegen sie weissagen.
Und der Geist des HERRN fiel auf mich, und er sprach zu
mir: Sage: So spricht der HERR: So habt ihr geredet, ihr vom
Hause Israel; und eures Geistes Gedanken kenne ich wohl.
Ihr habt viele erschlagen in dieser Stadt, und ihre Gassen
liegen voll Toter.
Darum spricht Gott der HERR: Die ihr in der Stadt getötet
habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; aber ihr müßt
hinaus.
Das Schwert, das ihr fürchtet, das will ich über
euch kommen lassen, spricht Gott der HERR.
Ich will euch aus der Stadt hinaustreiben und Fremden in
die Hand geben und will Gericht über euch halten.
Ihr sollt durchs Schwert fallen; an der Grenze Israels
will ich euch richten; und ihr sollt erfahren, daß ich der
HERR bin.
Die Stadt aber soll für euch nicht der Topf sein noch
ihr das Fleisch darin, sondern an der Grenze Israels will ich
euch richten.
Und ihr sollt erfahren, daß ich der HERR bin; denn
ihr seid nach meinen Geboten nicht gewandelt und habt meine
Ordnungen nicht gehalten, sondern habt gelebt nach den Ordnungen
der Heiden, die um euch her sind. -
Und als ich noch so weissagte, starb Pelatja, der Sohn
Benajas. Da fiel ich auf mein Angesicht und schrie mit lauter
Stimme und sprach: Ach, Herr HERR, willst du dem Rest Israels
ganz und gar ein Ende machen?
Die Verheißung für die Weggeführten
Da geschah des
HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, die Leute, die noch in Jerusalem wohnen,
sagen von deinen Brüdern und Verwandten und dem ganzen Haus
Israel: Sie sind ferne vom HERRN, aber uns ist das Land zum
Eigentum gegeben.
Darum sage: So spricht Gott der HERR: Ja, ich habe sie
fern weg unter die Heiden vertrieben und in die Länder
zerstreut und bin ihnen nur wenig zum Heiligtum geworden in den
Ländern, in die sie gekommen sind.
Darum sage: So spricht Gott der HERR: Ich will euch
zusammenbringen aus den Völkern und will euch sammeln aus
den Ländern, in die ihr zerstreut seid, und will euch das
Land Israels geben.
Dorthin sollen sie kommen und alle seine Götzen und
Greuel daraus wegtun.
Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen
neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen
aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben,
damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen
halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein, und ich
will ihr Gott sein.
Denen aber, die mit ihrem Herzen ihren Götzen und
ihren Greueln nachwandeln, will ich ihr Tun auf ihren Kopf kommen
lassen, spricht Gott der HERR.
Die Herrlichkeit Gottes verläßt Jerusalem
Da schwangen die Cherubim ihre Flügel, und die Räder
gingen mit, und die Herrlichkeit des Gottes Israels war oben über
ihnen.
Und die Herrlichkeit des HERRN erhob sich aus der Stadt
und stellte sich auf den Berg, der im Osten vor der Stadt liegt.
Und der Geist hob mich empor und brachte mich nach Chaldäa
zu den Weggeführten in einem Gesicht durch den Geist Gottes.
Und das Gesicht, das ich geschaut hatte, verschwand vor mir.
Und ich sagte den Weggeführten alle Worte des HERRN,
die er mir in Gesichten gezeigt hatte.
Die Wegführung von König und Volk wird in
Gleichnishandlungen dargestellt
Kapitel 12
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, du wohnst in einem Haus des Widerspruchs;
sie haben wohl Augen, daß sie sehen könnten, und
wollen nicht sehen, und Ohren, daß sie hören könnten,
und wollen nicht hören; denn sie sind ein Haus des
Widerspruchs.
Du aber, Menschenkind, pack dir Sachen wie für die
Verbannung und zieh am hellen Tage fort vor ihren Augen. Von
deinem Ort sollst du ziehen an einen andern Ort vor ihren Augen.
Vielleicht merken sie es, denn sie sind ein Haus des
Widerspruchs.
Du sollst deine Sachen am hellen Tage vor ihren Augen
herausschaffen wie Gepäck für die Verbannung und am
Abend hinausziehen vor ihren Augen, wie man zur Verbannung
auszieht,
und du sollst dir vor ihren Augen ein Loch durch die Wand
brechen und da hinausziehen,
und du sollst deine Schulter vor ihren Augen beladen und
hinausziehen, wenn es dunkel wird! Dein Angesicht sollst du
verhüllen, damit du das Land nicht siehst. Denn ich habe
dich für das Haus Israel zum Wahrzeichen gesetzt.
Und ich tat, wie mir
befohlen war, und trug mein Gepäck hinaus wie Gepäck
für die Verbannung am hellen Tage, und am Abend brach ich
mit der Hand ein Loch durch die Wand. Und als es dunkel wurde,
belud ich meine Schulter und zog hinaus vor ihren Augen.
Und frühmorgens
geschah des HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, hat das
Haus Israel, das Haus des Widerspruchs, nicht zu dir gesagt: Was
machst du da?
Sage zu ihnen: So spricht
Gott der HERR: Diese Last trifft den Fürsten zu Jerusalem
und das ganze Haus Israel, das dort wohnt.
Sprich: Ich bin euer
Wahrzeichen; wie ich getan habe, so wird ihnen geschehen:
fortziehen müssen sie und gefangen weggeführt werden.
Ihr Fürst wird seine
Habe auf die Schulter laden, wenn es dunkel wird, und ein Loch
durch die Wand brechen und da hinausziehen; sein Angesicht wird
er verhüllen, daß er nicht mit seinen Augen das Land
sehe.
Und ich will mein Netz über
ihn werfen, daß er in meinem Garn gefangen werde, und will
ihn nach Babel bringen in der Chaldäer Land, das er jedoch
nicht sehen wird, und dort soll er sterben.
Und alle, die um ihn her
sind, seine Helfer und seinen ganzen Anhang, will ich in alle
Winde zerstreuen und das Schwert ziehen hinter ihnen her.
Dann sollen sie erfahren,
daß ich der HERR bin, wenn ich sie unter die Heiden
verstoße und in die Länder zerstreue.
Aber ich will von ihnen
einige wenige übriglassen vor dem Schwert, dem Hunger und
der Pest. Die sollen von all ihren Greueltaten erzählen
unter den Heiden, zu denen sie kommen werden; und sie sollen
erfahren, daß ich der HERR bin.
Und des HERRN Wort
geschah zu mir:
Du Menschenkind, du sollst
dein Brot essen mit Beben und dein Wasser trinken mit Zittern und
Sorgen.
Und sage zum Volk des
Landes: So spricht Gott der HERR zu den Einwohnern Jerusalems
über das Land Israels: Sie müssen ihr Brot essen mit
Sorgen und ihr Wasser trinken mit Schaudern; denn ihr Land soll
wüst werden und leer von allem, was darin ist, um des
Frevels willen all seiner Bewohner.
Und die Städte, die
bewohnt sind, sollen verwüstet werden und das Land öde;
und ihr werdet erfahren, daß ich der HERR bin.
Gegen die Verächter der
Weissagung
Und
des HERRN Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, was habt
ihr da für ein Gerede im Lande Israels? Ihr sagt: «Es
dauert so lange, und es wird nichts aus der Weissagung.»
Darum sage zu ihnen: So
spricht Gott der HERR: Ich will diesem Gerede ein Ende machen,
daß man es nicht mehr im Munde führen soll in Israel.
Sage vielmehr zu ihnen: Die Zeit ist nahe, und alles kommt, was
geweissagt ist.
Denn es soll hinfort keine
trügenden Gesichte und keine falsche Offenbarung mehr geben
im Hause Israel.
Denn ich bin der HERR. Was
ich rede, das soll geschehen und sich nicht lange hinausziehen,
sondern in eurer Zeit, du Haus des Widerspruchs, rede ich ein
Wort und tue es auch, spricht Gott der HERR.
Und des HERRN Wort
geschah zu mir:
Du Menschenkind, siehe, das
Haus Israel spricht: Mit den Gesichten, die dieser schaut,
dauert's noch lange, und er weissagt auf Zeiten, die noch ferne
sind.
Darum sage ihnen: So spricht
Gott der HERR: Was ich rede, soll sich nicht lange hinausziehen,
sondern es soll geschehen, spricht Gott der HERR.
Gegen die falschen Propheten
Kapitel 13
Und
des HERRN Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, weissage
gegen die Propheten Israels und sprich zu denen, die aus eigenem
Antrieb heraus weissagen «Höret des HERRN Wort!»:
So spricht Gott der HERR:
Weh den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen
und haben doch keine Gesichte!
O Israel, deine
Propheten sind wie die Füchse in den Trümmern!
Sie sind nicht in die
Bresche getreten und haben sich nicht zur Mauer gemacht um das
Haus Israel, damit es fest steht im Kampf am Tage des HERRN.
Ihre Gesichte sind nichtig,
und ihr Wahrsagen ist Lüge. Sie sprechen: «Der HERR
hat's gesagt», und doch hat sie der HERR nicht gesandt, und
sie warten darauf, daß er ihr Wort erfüllt.
Ist's nicht vielmehr so:
Eure Gesichte sind nichtig, und euer Wahrsagen ist lauter Lüge?
Und ihr sprecht doch: «Der HERR hat's geredet», wo
ich doch nichts geredet habe.
Darum spricht Gott der HERR:
Weil ihr Trug redet und Lügen wahrsagt, siehe, darum will
ich an euch, spricht Gott der HERR.
Und meine Hand soll über
die Propheten kommen, die Trug reden und Lügen wahrsagen.
Sie sollen in der Gemeinschaft meines Volks nicht bleiben und in
das Buch des Hauses Israel nicht eingeschrieben werden und ins
Land Israels nicht kommen – und ihr sollt erfahren, daß
ich Gott der HERR bin.
Weil sie mein Volk verführen
und sagen: «Friede!», wo doch kein Friede ist, und
weil sie, wenn das Volk sich eine Wand baut, sie mit Kalk
übertünchen,
so sprich zu den Tünchern,
die mit Kalk tünchen: «Die Wand wird einfallen!»
Denn es wird ein Platzregen kommen und Hagel wie Steine fallen
und ein Wirbelwind losbrechen.
Siehe, da wird die Wand
einfallen. Was gilt's? Dann wird man zu euch sagen: Wo ist nun
der Anstrich, den ihr darüber getüncht habt?
Darum spricht Gott
der HERR: Ich will einen Wirbelwind losbrechen lassen in meinem
Grimm und einen Platzregen in meinem Zorn und Hagel wie Steine in
vernichtendem Grimm.
So will ich die Wand
niederreißen, die ihr mit Kalk übertüncht habt,
und will sie zu Boden stoßen, daß man ihren Grund
sehen soll. Wenn sie fällt, sollt ihr auch darin umkommen.
Und ihr sollt erfahren, daß ich der HERR bin.
Und ich will meinen ganzen
Grimm an der Wand auslassen und an denen, die sie mit Kalk
übertüncht haben, und will zu euch sagen: Hier ist
weder Wand noch Tüncher -
das sind die Propheten
Israels, die Jerusalem wahrsagen und predigen: «Friede!»,
wo doch kein Friede ist, spricht Gott der HERR.
Gegen falsche Prophetinnen
Und du, Menschenkind, richte
dein Angesicht gegen die Töchter deines Volks, die aus
eigenem Antrieb als Prophetinnen auftreten, und weissage gegen
sie
und sprich: So spricht Gott
der HERR: Weh euch, die ihr Binden näht für alle
Handgelenke und Hüllen für die Köpfe der Jungen
und Alten, um Seelen damit zu fangen! Wollt ihr Seelen fangen in
meinem Volk und Seelen für euch am Leben erhalten?
Ihr entheiligt mich bei
meinem Volk für eine Handvoll Gerste und einen Bissen Brot,
dadurch daß ihr Seelen tötet, die nicht sterben
sollten, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten,
durch euer Lügen unter meinem Volk, das so gern Lügen
hört.
Darum spricht Gott der HERR:
Siehe, ich will über eure Binden kommen, mit denen ihr die
Seelen fangt, und will sie von euren Armen reißen und die
Seelen, die ihr gefangen habt, befreien.
Und ich will eure Hüllen
wegreißen und mein Volk aus eurer Hand erretten, daß
ihr sie nicht mehr fangen könnt. Und ihr sollt erfahren, daß
ich der HERR bin.
Weil ihr das Herz der
Gerechten betrübt habt, die ich nicht betrübt habe, und
die Hände der Gottlosen gestärkt habt, damit sie sich
von ihrem bösen Wandel nicht bekehren, um ihr Leben zu
retten:
darum sollt ihr nicht mehr
Trug predigen und wahrsagen, sondern ich will mein Volk aus euren
Händen erretten, und ihr sollt erfahren, daß ich der
HERR bin.
Gottes Antwort an Götzendiener
Kapitel 14
Und es kamen
einige von den Ältesten Israels zu mir und setzten sich vor
mir nieder.
Da geschah des HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, diese Leute hängen mit ihrem Herzen
an ihren Götzen und haben mit Freuden vor Augen, was sie
schuldig werden läßt – sollte ich mich wirklich
von ihnen befragen lassen?
Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht Gott
der HERR: Jedem vom Hause Israel, der mit seinem Herzen an seinen
Götzen hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn
schuldig werden läßt, und dann zum Propheten kommt,
dem will ich, der HERR, antworten, wie er's verdient hat mit
seinen vielen Götzen,
damit ich so dem Hause Israel ans Herz greife, weil sie
von mir gewichen sind mit all ihren Götzen.
Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht Gott
der HERR: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen und
wendet euer Angesicht von allen euren Greueln.
Denn jedem vom Hause Israel oder von den Fremdlingen in
Israel, der von mir weicht und mit seinem Herzen an seinen Götzen
hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn schuldig werden
läßt, und der dann zum Propheten kommt, um durch ihn
mich zu befragen, dem will ich, der HERR, selbst antworten.
Ich will mein Angesicht gegen ihn richten und ihn zum
Zeichen und Sprichwort machen und will ihn aus meinem Volk
ausrotten. So sollt ihr erfahren, daß ich der HERR bin.
Wenn aber ein Prophet sich betören läßt,
etwas zu verkünden, so habe ich, der HERR, diesen Propheten
betört und will meine Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus
meinem Volk Israel ausrotten.
So sollen sie beide ihre Schuld tragen: wie die Schuld des
Befragenden, so soll auch die Schuld des Propheten sein,
damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirrt und sich
nicht mehr unrein macht durch alle seine Übertretungen;
sondern sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein,
spricht Gott der HERR.
Die Überlebenden bei Gottes vierfachem Gericht
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, wenn ein Land an mir sündigt und
Treubruch begeht und wenn ich meine Hand dagegen ausstrecke und
den Vorrat an Brot ihm wegnehme und Hungersnot ins Land schicke,
um Menschen und Vieh darin auszurotten,
und wenn dann diese drei Männer im Lande wären,
Noah, Daniel und Hiob, so würden sie durch ihre
Gerechtigkeit allein ihr Leben retten, spricht Gott der HERR.
Und wenn ich wilde Tiere ins Land bringen würde,
die die Leute ausrotteten und das Land zur Einöde machten,
so daß niemand mehr hindurchziehen könnte vor wilden
Tieren,
und diese drei Männer wären auch darin –
so wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: sie würden weder
Söhne noch Töchter retten, sondern allein sich selbst,
und das Land müßte öde werden.
Oder wenn ich das Schwert kommen ließe über
dies Land und sprechen würde: Schwert, fahre durchs Land!
und würde Menschen und Vieh ausrotten,
und diese drei Männer wären darin – so
wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: sie würden weder Söhne
noch Töchter retten, sondern sie allein würden errettet
werden.
Oder wenn ich die Pest in dies Land schicken und
meinen Grimm darüber ausschütten würde mit
Blutvergießen, um Menschen und Vieh darin auszurotten,
und Noah, Daniel und Hiob wären darin – so wahr
ich lebe, spricht Gott der HERR: sie würden durch ihre
Gerechtigkeit weder Söhne noch Töchter retten, sondern
allein ihr eigenes Leben.
Denn so spricht Gott der HERR: Wenn ich meine vier
schweren Strafen, Schwert, Hunger, wilde Tiere und Pest, über
Jerusalem schicken werde, um darin auszurotten Menschen und Vieh,
siehe, so sollen einige übrigbleiben und davonkommen,
die Söhne und Töchter herausbringen werden. Die sollen
zu euch kommen, und ihr werdet ihren Wandel und ihre Taten sehen
und euch trösten über das Unheil, das ich über
Jerusalem habe kommen lassen, und über all das andre, das
ich über die Stadt habe kommen lassen.
Sie werden euer Trost sein, wenn ihr sehen werdet ihren
Wandel und ihre Taten, und ihr werdet erfahren, daß ich
nicht ohne Grund getan habe, was ich an Jerusalem getan habe,
spricht Gott der HERR.
Das Gleichnis vom unbrauchbaren Rebholz
Kapitel 15
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, was hat das Holz des Weinstocks voraus
vor anderm Holz, das Rebholz, das im Gehölz wächst?
Nimmt man es denn und macht etwas daraus? Macht man auch
nur einen Pflock daraus, an den man etwas hängen kann?
Siehe, man wirft's ins Feuer, daß es verzehrt wird.
Wenn das Feuer seine beiden Enden verzehrt hat und die Mitte
versengt ist, wozu sollte es dann noch taugen?
Siehe, als es noch unversehrt war, konnte man nichts
daraus machen; wieviel weniger kann dann noch daraus gemacht
werden, wenn es das Feuer verzehrt und versengt hat!
Darum spricht Gott der HERR: Wie ich das Holz des
Weinstocks, das im Gehölz wächst, dem Feuer zu
verzehren gebe, so will ich auch die Einwohner Jerusalems
dahingeben
und will mein Angesicht gegen sie richten: Sie sind dem
Feuer entgangen, aber das Feuer soll sie doch fressen! Und ihr
sollt erfahren, daß ich der HERR bin, wenn ich mein
Angesicht gegen sie richte
und das Land zur Wüstenei mache, weil sie die Treue
gebrochen haben, spricht Gott der HERR.
Jerusalem – ein treuloses Weib
Kapitel 16
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, tu kund der Stadt Jerusalem ihre Greuel
und sprich: So spricht Gott der HERR zu Jerusalem: Nach
Geschlecht und Geburt bist du aus dem Lande der Kanaaniter, dein
Vater war ein Amoriter, deine Mutter eine Hethiterin.
Bei deiner Geburt war es so: Am Tag, als du geboren
wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten; auch hat
man dich nicht mit Wasser gebadet, damit du sauber würdest,
dich nicht mit Salz abgerieben und nicht in Windeln gewickelt.
Denn niemand sah mitleidig auf dich und erbarmte sich, daß
er etwas von all dem an dir getan hätte, sondern du wurdest
aufs Feld geworfen. So verachtet war dein Leben, als du geboren
wurdest.
Ich aber ging an dir vorüber und sah dich in deinem
Blut liegen und sprach zu dir, als du so in deinem Blut dalagst:
Du sollst leben! Ja, zu dir sprach ich, als du so in deinem Blut
dalagst: Du sollst leben
und heranwachsen; wie ein Gewächs auf dem Felde
machte ich dich. Und du wuchsest heran und wurdest groß und
schön. Deine Brüste wuchsen, und du bekamst lange
Haare; aber du warst noch nackt und bloß.
Und ich ging an dir vorüber und sah dich an, und
siehe, es war die Zeit, um dich zu werben. Da breitete ich meinen
Mantel über dich und bedeckte deine Blöße. Und
ich schwor dir's und schloß mit dir einen Bund, spricht
Gott der HERR, daß du solltest mein sein.
Und ich badete dich mit Wasser und wusch dich von deinem
Blut und salbte dich mit Öl
und kleidete dich mit bunten Kleidern und zog dir Schuhe
von feinem Leder an. Ich gab dir einen Kopfbund aus kostbarer
Leinwand und hüllte dich in seidene Schleier
und schmückte dich mit Kleinoden und legte dir
Spangen an deine Arme und eine Kette um deinen Hals
und gab dir einen Ring an deine Nase und Ohrringe an deine
Ohren und eine schöne Krone auf dein Haupt.
So warst du geschmückt mit Gold und Silber und
gekleidet mit kostbarer Leinwand, Seide und bunten Kleidern. Du
aßest feinstes Mehl, Honig und Öl und wurdest überaus
schön und kamst zu königlichen Ehren.
Und dein Ruhm erscholl unter den Völkern deiner
Schönheit wegen, die vollkommen war durch den Schmuck, den
ich dir angelegt hatte, spricht Gott der HERR.
Aber du verließest dich auf deine Schönheit.
Und weil du so gerühmt wurdest, triebst du Hurerei und
botest dich jedem an, der vorüberging, und warst ihm zu
Willen.
Du nahmst von deinen Kleidern und machtest dir bunte
Opferhöhen daraus und triebst dort deine Hurerei, wie es nie
geschehen ist noch geschehen wird.
Du nahmst auch dein schönes Geschmeide, das ich dir
von meinem Gold und Silber gegeben hatte, und machtest dir
Götzenbilder daraus und triebst deine Hurerei mit ihnen.
Und du nahmst deine bunten Kleider und bedecktest sie
damit, und mein Öl und Räucherwerk legtest du ihnen
vor.
Meine Speise, die ich dir zu essen gab, feinstes Mehl, Öl
und Honig, legtest du ihnen vor zum lieblichen Geruch. Ja, es kam
dahin, spricht Gott der HERR,
daß du deine Söhne und Töchter nahmst, die
du mir geboren hattest, und opfertest sie ihnen zum Fraß.
War es denn noch nicht genug mit deiner Hurerei,
daß du meine Kinder schlachtetest und ließest
sie für die Götzen verbrennen?
Und bei all deinen Greueln und deiner Hurerei hast du nie
gedacht an die Zeit deiner Jugend, wie du bloß und nackt
warst und in deinem Blute lagst.
Und nach all diesen deinen Übeltaten – o
weh, weh dir! spricht Gott der HERR -
bautest du dir einen Hurenaltar und machtest dir ein Lager
darauf an allen Plätzen.
An jeder Straßenecke bautest du dein Hurenlager und
machtest deine Schönheit zum Abscheu. Du spreiztest deine
Beine für alle, die vorübergingen, und triebst viel
Hurerei.
Zuerst triebst du Hurerei mit den Ägyptern, deinen
Nachbarn voller Geilheit, und triebst viel Hurerei, um mich zu
reizen.
Ich aber streckte meine Hand aus gegen dich und entzog dir
einen Teil meiner Gaben und gab dich preis der Willkür
deiner Feinde, der Töchter der Philister, die sich schämten
über dein schamloses Treiben.
Danach triebst du Hurerei mit den Assyrern, weil du nicht
satt geworden warst; du triebst mit ihnen Hurerei und wurdest
auch hier nicht satt.
Da triebst du noch mehr Hurerei mit dem Krämerland
Chaldäa; doch auch da wurdest du nicht satt.
Wie fieberte doch dein Herz, spricht Gott der HERR, daß
du alle diese Werke einer großen Erzhure tatest:
daß du deinen Hurenaltar bautest an allen
Straßenecken und dir ein Hurenlager machtest auf allen
Plätzen! Dazu warst du nicht wie sonst eine Hure; denn du
hast ja Geld dafür verschmäht.
Du Ehebrecherin, die du dir Fremde anstelle deines Mannes
nimmst!
Allen andern Huren gibt man Geld; du aber gibst allen
deinen Liebhabern noch Geld dazu und kaufst sie, damit sie von
überall her zu dir kommen und mit dir Hurerei treiben.
So ist es bei dir mit deiner Hurerei umgekehrt wie bei
andern Weibern, weil man dir nicht nachläuft und dir nicht
Geld gibt, sondern du noch Geld dazugibst; bei dir ist es also
umgekehrt.
Darum, du Hure, höre des HERRN Wort!
So spricht Gott der HERR: Weil du bei deiner Hurerei deine
Scham entblößtest und deine Blöße vor
deinen Liebhabern aufdecktest, und wegen all deiner greulichen
Götzen und wegen des Blutes deiner Kinder, die du ihnen
geopfert hast:
Darum, siehe, ich will sammeln alle deine Liebhaber, denen
du gefallen hast, alle, die du geliebt, samt allen, die du nicht
geliebt hast, und will sie gegen dich versammeln von überall
her und will ihnen deine Blöße aufdecken, daß
sie deine ganze Blöße sehen sollen.
Und ich will dich richten, wie man Ehebrecherinnen und
Mörderinnen richtet; ich lasse Grimm und Eifer über
dich kommen.
Und ich will dich in ihre Hände geben, daß sie
deinen Hurenaltar abbrechen und dein Lager einreißen und
dir deine Kleider ausziehen und dein schönes Geschmeide dir
nehmen und dich nackt und bloß liegen lassen.
Und sie sollen eine Versammlung gegen dich einberufen und
dich steinigen und mit ihren Schwertern zerhauen
und deine Häuser mit Feuer verbrennen und an dir das
Gericht vollstrecken vor den Augen vieler Frauen. So will ich
deiner Hurerei ein Ende machen, und auch Geld sollst du nicht
mehr dafür geben.
Dann kommt mein Grimm gegen dich zum Ziel, und mein Eifer
läßt von dir ab, so daß ich Ruhe habe und nicht
mehr zürnen muß.
Weil du nicht gedacht hast an die Zeit deiner Jugend,
sondern mich mit all dem zum Zorn gereizt hast, darum will ich
auch all dein Tun auf deinen Kopf kommen lassen, spricht Gott der
HERR. Hast du nicht Unzucht getrieben zu all deinen Greueltaten
hinzu?
Siehe, wer gern in Sprichwörtern redet, wird
von dir dies Sprichwort sagen: «Wie die Mutter, so die
Tochter.»
Du bist die Tochter deiner Mutter, die ihren Mann und ihre
Kinder von sich stieß, und bist die Schwester deiner
Schwestern, die ihre Männer und Kinder von sich stießen.
Eure Mutter war eine von den Hethitern und euer Vater ein
Amoriter.
Deine große Schwester ist Samaria mit ihren
Töchtern, die dir zur Linken wohnt, und deine kleine
Schwester ist Sodom mit ihren Töchtern, die zu deiner
Rechten wohnt.
Es war dir nicht genug, in ihren Wegen zu gehen und nach
ihren Greueln zu tun; du hast es noch ärger getrieben als
sie in all deinem Tun.
So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Sodom, deine
Schwester, samt ihren Töchtern hat's nicht so getrieben wie
du und deine Töchter.
Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart
und alles in Fülle und sichere Ruhe hatte sie mit ihren
Töchtern; aber dem Armen und Elenden halfen sie nicht,
sondern waren stolz und taten Greuel vor mir. Darum habe
ich sie auch hinweggetan, wie du gesehen hast.
So hat auch Samaria nicht die Hälfte deiner Sünden
getan, sondern du hast so viel mehr Greuel getan als sie, daß
deine Schwester gerecht dasteht gegenüber all den Greueln,
die du getan hast.
So trag du nun auch deine Schande, weil du an die Stelle
deiner Schwester getreten bist durch deine Sünden, mit denen
du größere Greuel getan hast als sie; sie steht
gerechter da als du. So schäme du dich nun auch und trag
deine Schande, während deine Schwester gerecht dasteht.
Ich will aber ihr Geschick wenden, nämlich das
Geschick Sodoms und ihrer Töchter und das Geschick Samarias
und ihrer Töchter und auch dein Geschick in ihrer Mitte,
daß du deine Schande tragen mußt und dich über
all das schämst, was du getan hast, ihnen zum Trost.
Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, sollen
wieder werden, wie sie zuvor gewesen sind, und Samaria und ihre
Töchter sollen wieder werden, wie sie zuvor gewesen sind;
und auch du und deine Töchter sollen wieder werden, wie ihr
zuvor gewesen seid.
Und doch nahmst du den Namen Sodoms, deiner Schwester,
nicht in den Mund zur Zeit deines Hochmuts,
als deine Blöße noch nicht aufgedeckt war wie
zur Zeit, als dich die Töchter Edoms und die Töchter
der Philister überall schmähten und dich ringsumher
verachteten.
Deine Schandtat und deine Greuel – die mußt du
tragen, spricht der HERR.
Denn so spricht Gott der HERR: Ich will dir tun,
wie du getan hast, als du den Eid verachtet und den Bund
gebrochen hast.
Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit dir
geschlossen habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen
ewigen Bund aufrichten.
Dann wirst du an deine Wege denken und dich schämen,
wenn ich deine großen und kleinen Schwestern nehmen und sie
dir zu Töchtern geben werde, aber nicht um deines Bundes
willen.
Und ich will meinen Bund mit dir aufrichten, so daß
du erfahren sollst, daß ich der HERR bin,
damit du daran denkst und dich schämst und vor Scham
deinen Mund nicht mehr aufzutun wagst, wenn ich dir alles
vergeben werde, was du getan hast, spricht Gott der HERR.
Das Gleichnis vom Zedernwipfel und vom Weinstock
Kapitel 17
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, lege dem Hause Israel ein Rätsel vor
und ein Gleichnis
und sprich: So spricht Gott der HERR: Ein großer
Adler mit großen Flügeln und langen Fittichen und
vollen Schwingen, die bunt waren, kam auf den Libanon und nahm
hinweg den Wipfel einer Zeder
und brach die Spitze ab und führte sie ins Krämerland
und setzte sie in die Händlerstadt.
Dann nahm er ein Gewächs des Landes und pflanzte es
in gutes Land, wo viel Wasser war, und setzte es am Ufer ein.
Und es wuchs und wurde ein ausgebreiteter Weinstock mit
niedrigem Stamm; denn seine Ranken bogen sich zu ihm, und seine
Wurzeln blieben unter ihm; und so wurde es ein Weinstock, der
Schößlinge hervortrieb und Zweige.
Da kam ein anderer großer Adler mit großen
Flügeln und starken Schwingen. Und siehe, der Weinstock bog
seine Wurzeln zu diesem Adler hin und streckte seine Ranken ihm
entgegen; der Adler sollte ihm mehr Wasser geben als das Beet, in
das er gepflanzt war.
Und er war doch auf guten Boden an viel Wasser gepflanzt,
so daß er wohl hätte Zweige bringen können,
Früchte tragen und ein herrlicher Weinstock werden.
So sage nun: So spricht Gott der HERR: Sollte der geraten?
Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen, daß seine
Früchte verderben? Und er wird verdorren; alle Blätter,
die ihm gewachsen sind, werden verwelken. Ohne große Kraft
und ohne viel Volk wird man ihn mit seinen Wurzeln ausreißen.
Siehe, er ist zwar gepflanzt; aber sollte er geraten?
Sobald der Ostwind über ihn kommt, wird er verdorren auf dem
Beet, auf dem er gewachsen ist.
Und des HERRN Wort geschah zu mir:
Sprich doch zu dem Haus des Widerspruchs: Wißt ihr
nicht, was damit gemeint ist? Und sprich: Siehe, es kam der König
von Babel nach Jerusalem und nahm seinen König und seine
Oberen und führte sie weg zu sich nach Babel.
Und er nahm einen vom königlichen Geschlecht und
schloß einen Bund mit ihm und nahm einen Eid von ihm; aber
die Gewaltigen im Lande führte er fort,
damit das Königtum niedrig bliebe und sich nicht
erheben könnte, sondern sein Bund gehalten würde und
bestünde.
Aber er fiel von ihm ab und sandte seine Boten nach
Ägypten, daß man ihm Rosse und viel Kriegsvolk
schicken sollte. Sollte es ihm gelingen? Sollte er davonkommen,
wenn er das tut? Sollte er, der den Bund bricht, davonkommen?
So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: an dem Ort des
Königs, der ihn als König eingesetzt hat, dessen Eid er
verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, da soll er sterben,
mitten in Babel.
Auch wird ihm der Pharao nicht beistehen im Kriege mit
einem großen Heer und viel Volk, wenn man zum Sturm den
Wall aufwerfen und die Bollwerke bauen wird, so daß viele
umkommen.
Denn weil er den Eid verachtet und den Bund gebrochen hat,
weil er seine Hand darauf gegeben und doch dies alles getan hat,
wird er nicht davonkommen.
Darum spricht Gott der HERR: So wahr ich lebe, will
ich meinen Eid, den er verachtet hat, und meinen Bund, den er
gebrochen hat, auf seinen Kopf kommen lassen.
Ich will mein Netz über ihn werfen, und er soll in
meinem Garn gefangen werden, und ich will ihn nach Babel bringen
und will dort mit ihm ins Gericht gehen, weil er mir die Treue
gebrochen hat.
Und alle Auserlesenen von seiner ganzen Streitmacht sollen
durchs Schwert fallen, und alle, die übriggeblieben sind,
sollen in alle Winde zerstreut werden, und ihr sollt erfahren,
daß ich, der HERR, es geredet habe.
So spricht Gott der HERR: Dann will ich selbst von
dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz
geben; ich will oben von ihren Zweigen ein zartes Reis brechen
und will's auf einen hohen und erhabenen Berg pflanzen.
Auf den hohen Berg Israels will ich's pflanzen, daß
es Zweige gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher
Zedernbaum wird, so daß Vögel aller Art in ihm wohnen
und alles, was fliegt, im Schatten seiner Zweige bleiben kann.
Und alle Bäume auf dem Felde sollen erkennen, daß
ich der HERR bin: Ich erniedrige den hohen Baum und erhöhe
den niedrigen; ich lasse den grünen Baum verdorren, und den
dürren Baum lasse ich grünen. Ich, der HERR, rede es
und tue es auch.
Gott richtet jeden nach seinem Tun und fordert Umkehr
Kapitel 18
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein
Sprichwort: «Die Väter haben saure Trauben gegessen,
aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden»?
So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: dies Sprichwort
soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel.
Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter
gehören mir so gut wie die Söhne; jeder, der sündigt,
soll sterben.
Wenn nun einer gerecht ist und Recht und
Gerechtigkeit übt,
der von den Höhenopfern nicht ißt und seine
Augen nicht aufhebt zu den Götzen des Hauses Israel, der
seines Nächsten Weib nicht befleckt und nicht liegt bei
einer Frau in ihrer Unreinheit,
der niemand bedrückt, der dem Schuldner sein Pfand
zurückgibt und niemand etwas mit Gewalt nimmt, der mit dem
Hungrigen sein Brot teilt und den Nackten kleidet,
der nicht auf Zinsen gibt und keinen Aufschlag nimmt, der
seine Hand von Unrecht zurückhält und rechtes Urteil
fällt unter den Leuten,
der nach meinen Gesetzen lebt und meine Gebote hält,
daß er danach tut: das ist ein Gerechter, der soll das
Leben behalten, spricht Gott der HERR.
Wenn er aber einen gewalttätigen Sohn zeugt,
der Blut vergießt oder eine dieser Sünden tut,
während der Vater all das nicht getan hat: wenn er
von den Höhenopfern ißt und seines Nächsten Weib
befleckt,
die Armen und Elenden bedrückt, mit Gewalt etwas
nimmt, das Pfand nicht zurückgibt, seine Augen zu den Götzen
aufhebt und Greuel begeht,
auf Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt – sollte
der am Leben bleiben? Er soll nicht leben, sondern, weil er alle
diese Greuel getan hat, soll er des Todes sterben; seine
Blutschuld komme über ihn.
Wenn der dann aber einen Sohn zeugt, der alle diese
Sünden sieht, die sein Vater tut – wenn er sie sieht
und doch nicht so handelt,
nicht von den Höhenopfern ißt, seine Augen
nicht aufhebt zu den Götzen des Hauses Israel, nicht seines
Nächsten Weib befleckt,
niemand bedrückt, kein Pfand fordert, nichts mit
Gewalt nimmt, sein Brot mit dem Hungrigen teilt und den Nackten
kleidet,
seine Hand von Unrecht zurückhält, nicht Zinsen
noch Aufschlag nimmt, sondern meine Gebote hält und nach
meinen Gesetzen lebt: der soll nicht sterben um der Schuld seines
Vaters willen, sondern soll am Leben bleiben.
Aber sein Vater, der Gewalt und Unrecht geübt und
unter seinem Volk getan hat, was nicht taugt, siehe, der soll
sterben um seiner Schuld willen.
Doch ihr sagt: Warum soll denn ein Sohn nicht die
Schuld seines Vaters tragen? - Weil der Sohn Recht und
Gerechtigkeit geübt und alle meine Gesetze gehalten und
danach getan hat, soll er am Leben bleiben.
Denn nur wer sündigt, der soll sterben. Der Sohn soll
nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht
tragen die Schuld des Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des
Gerechten soll ihm allein zugute kommen, und die Ungerechtigkeit
des Ungerechten soll auf ihm allein liegen.
2. Mose 20,5 und 6; 4. Mose 26,11.
Wenn sich aber der Gottlose bekehrt von allen seinen
Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Gesetze
und übt Recht und Gerechtigkeit, so soll er am Leben bleiben
und nicht sterben.
Es soll an alle seine Übertretungen, die er
begangen hat, nicht gedacht werden, sondern er soll am Leben
bleiben um der Gerechtigkeit willen, die er getan hat.
Meinst du, daß ich Gefallen habe am Tode des
Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, daß
er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?
Und wenn sich der Gerechte abkehrt von seiner
Gerechtigkeit und tut Unrecht und lebt nach allen Greueln, die
der Gottlose tut, sollte der am Leben bleiben? An alle seine
Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden,
sondern in seiner Übertretung und Sünde, die er getan
hat, soll er sterben.
Und doch sagt ihr: Der Herr handelt nicht recht. -
So höret nun, ihr vom Hause Israel: Handle denn ich
unrecht? Ist's nicht vielmehr so, daß ihr unrecht
handelt?
Denn wenn der Gerechte sich abkehrt von seiner
Gerechtigkeit und tut Unrecht, so muß er sterben; um seines
Unrechts willen, das er getan hat, muß er sterben.
Wenn sich dagegen der Ungerechte abkehrt von seiner
Ungerechtigkeit, die er getan hat, und übt nun Recht und
Gerechtigkeit, der wird sein Leben erhalten.
Denn weil er es gesehen und sich bekehrt hat von allen
seinen Übertretungen, die er begangen hat, so soll er leben
und nicht sterben.
Und doch sprechen die vom Hause Israel: Der Herr handelt
nicht recht. - Sollte ich unrecht handeln, Haus Israel?
Ist es nicht vielmehr so, daß ihr unrecht handelt?
Darum will ich euch richten, ihr vom Hause Israel,
einen jeden nach seinem Weg, spricht Gott der HERR. Kehrt um und
kehrt euch ab von allen euren Übertretungen, damit ihr nicht
durch sie in Schuld fallt.
Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr
begangen habt, und macht euch ein neues Herz und einen neuen
Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel?
Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht
Gott der HERR. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.
Klagelied über das Geschick des Königshauses
Kapitel 19
Und du, stimm ein
Klagelied an über die Fürsten Israels
und sprich: Welch eine Löwin war deine Mutter! Unter
Löwen lagerte sie, unter jungen Löwen zog sie ihre
Jungen auf.
Und eins ihrer Jungen zog sie groß, und es wurde ein
junger Löwe daraus; der lernte Tiere zu reißen, ja,
Menschen fraß er.
Da boten sie Völker gegen ihn auf, fingen ihn in
ihrer Grube und führten ihn in Ketten nach Ägyptenland.
Als nun die Mutter sah, daß ihre Hoffnung
verloren war, nachdem sie lange gehofft hatte, nahm sie ein
andres von ihren Jungen und machte einen jungen Löwen
daraus.
Der lebte unter den Löwen, wurde ein junger Löwe
und lernte Tiere zu reißen, ja, Menschen fraß er.
Er zerstörte ihre Burgen und verwüstete ihre
Städte, daß das Land und was darin war vor seinem
lauten Brüllen sich entsetzte.
Da stellten sie Völker aus allen Ländern
ringsumher gegen ihn auf und warfen ihr Netz über ihn und
fingen ihn in ihrer Grube
und stießen ihn gefesselt in einen Käfig und
führten ihn zum König von Babel; und man brachte ihn in
Gewahrsam, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde
auf den Bergen Israels.
Deine Mutter war wie ein Weinstock im Weingarten,
am Wasser gepflanzt; fruchtbar und voller Ranken war er von dem
vielen Wasser;
seine Ranken wurden so stark, daß sie zu Zeptern
taugten; sein Wuchs wurde hoch bis an die Wolken, und man sah,
daß er so hoch war und so viele Ranken hatte.
Aber er wurde im Grimm ausgerissen und zu Boden geworfen.
Der Ostwind ließ seine Frucht verdorren, und seine starken
Ranken wurden zerbrochen, daß sie verdorrten und verbrannt
wurden.
Nun ist er gepflanzt in eine Wüste, in ein dürres,
durstiges Land,
und ein Feuer ging aus von seinen starken Ranken; das
verzehrte seine Frucht. Es blieb an ihm keine starke Ranke mehr
für ein Zepter.
Das ist ein Klagelied; zum Klagelied ist es geworden.
Israels ständiger Ungehorsam –
Gottes Ehre in Gnade und Gericht
Kapitel 20
Und es begab sich
im siebenten Jahr am zehnten Tage des fünften Monats, da
kamen einige von den Ältesten Israels, den HERRN zu
befragen, und setzten sich vor mir nieder.
Da geschah des HERRN Wort zu mir:
Du Menschenkind, sage den Ältesten Israels und sprich
zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Seid ihr gekommen, mich zu
befragen? So wahr ich lebe: ich will mich nicht von euch befragen
lassen, spricht Gott der HERR.
Willst du sie richten, du Menschenkind? Willst du richten?
Zeige ihnen die Greueltaten ihrer Väter
und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Zu der
Zeit, als ich Israel erwählte, erhob ich meine Hand zum
Schwur für das Geschlecht des Hauses Jakob und gab mich
ihnen zu erkennen in Ägyptenland. Ja, ich erhob meine Hand
für sie und schwor: Ich bin der HERR, euer Gott.
Ich erhob zur selben Zeit meine Hand zum Schwur, daß
ich sie führen würde aus Ägyptenland in ein Land,
das ich für sie ausersehen hatte, das von Milch und Honig
fließt, ein edles Land vor allen Ländern,
und sprach zu ihnen: Ein jeder werfe weg die Greuelbilder
vor seinen Augen, und macht euch nicht unrein mit den Götzen
Ägyptens; denn ich bin der HERR, euer Gott.
Sie aber waren mir ungehorsam und wollten mir nicht
gehorchen, und keiner von ihnen warf die Greuelbilder vor seinen
Augen weg, und sie verließen die Götzen Ägyptens
nicht. Da dachte ich, meinen Grimm über sie auszuschütten
und meinen ganzen Zorn an ihnen auszulassen noch in Ägyptenland.
Aber ich unterließ es um meines Namens willen, damit
er nicht entheiligt würde vor den Heiden, unter denen sie
waren und vor deren Augen ich mich ihnen zu erkennen gegeben
hatte, daß ich sie aus Ägyptenland führen wollte.
Und als ich sie aus Ägyptenland geführt
und in die Wüste gebracht hatte,
gab ich ihnen meine Gebote und lehrte sie meine Gesetze,
durch die der Mensch lebt, der sie hält.
Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir
und ihnen, damit sie erkannten, daß ich der HERR bin, der
sie heiligt.
Aber das Haus Israel war mir ungehorsam auch in der Wüste,
und sie lebten nicht nach meinen Geboten und verachteten meine
Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält, und sie
entheiligten meine Sabbate sehr. Da gedachte ich, meinen Grimm
über sie auszuschütten in der Wüste und sie ganz
und gar umzubringen.
Aber ich unterließ es um meines Namens willen, damit
er nicht entheiligt würde vor den Heiden, vor deren Augen
ich sie herausgeführt hatte.
Doch ich erhob meine Hand in der Wüste und schwor
ihnen, sie nicht in das Land zu bringen, das ich ihnen bestimmt
hatte, das von Milch und Honig fließt, ein edles Land vor
allen Ländern,
weil sie meine Gesetze verachtet und nicht nach meinen
Geboten gelebt und meine Sabbate entheiligt hatten; denn sie
folgten den Götzen ihres Herzens nach.
Aber mein Auge blickte schonend auf sie, daß ich sie
nicht vertilgte; ich habe mit ihnen nicht ein Ende gemacht in der
Wüste.
Und ich sprach zu ihren Söhnen in der Wüste:
Ihr sollt nicht nach den Geboten eurer Väter leben und ihre
Gesetze nicht halten und mit ihren Götzen euch nicht unrein
machen;
denn ich bin der HERR, euer Gott. Nach meinen Geboten
sollt ihr leben, und meine Gesetze sollt ihr halten und danach
tun;
und meine Sabbate sollt ihr heiligen, daß sie ein
Zeichen seien zwischen mir und euch, damit ihr wißt, daß
ich, der HERR, euer Gott bin.
Aber auch die Söhne waren mir ungehorsam, lebten
nicht nach meinen Geboten, hielten auch meine Gesetze nicht, daß
sie danach taten, durch die der Mensch lebt, der sie hält,
und entheiligten meine Sabbate. Da gedachte ich, meinen Grimm
über sie auszuschütten und meinen ganzen Zorn an ihnen
auszulassen in der Wüste.
Ich hielt aber meine Hand zurück und unterließ
es um meines Namens willen, damit er nicht entheiligt würde
vor den Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.
Doch ich erhob meine Hand in der Wüste und schwor
ihnen, sie unter die Heiden zu zerstreuen und in die Länder
zu versprengen,
weil sie meine Gebote nicht gehalten und meine Gesetze
verachtet und meine Sabbate entheiligt hatten und nach den Götzen
ihrer Väter sahen.
Darum gab auch ich ihnen Gebote, die nicht gut waren, und
Gesetze, durch die sie kein Leben haben konnten,
und ließ sie unrein werden durch ihre Opfer, als sie
alle Erstgeburt durchs Feuer gehen ließen, damit ich
Entsetzen über sie brachte und sie so erkennen mußten,
daß ich der HERR bin.
Darum rede, du Menschenkind, mit dem Hause Israel
und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Eure Väter
haben mich auch damit gelästert, daß sie mir die Treue
gebrochen haben,
als ich sie in das Land gebracht hatte, über das ich
meine Hand erhoben hatte zu dem Schwur, es ihnen zu geben: wo sie
irgendeinen hohen Hügel oder dichten Baum sahen, da opferten
sie ihre Opfer und dahin brachten sie ihre Gaben mir zum Ärgernis
und da legten sie ihre Räucheropfer nieder und da gossen sie
ihre Trankopfer aus.
Ich aber sprach zu ihnen: Was ist das für eine Höhe,
auf die ihr geht? Daher heißt sie bis auf diesen Tag
«Höhe».
Darum sprich zum Hause Israel: So spricht Gott der
HERR: Macht ihr euch nicht unrein in der Weise eurer Väter
und treibt Abgötterei mit ihren Greuelbildern?
Ihr macht euch unrein mit euren Götzen bis auf den
heutigen Tag dadurch, daß ihr eure Gaben opfert und eure
Söhne und Töchter durchs Feuer gehen laßt. Und da
sollte ich mich von euch, Haus Israel, befragen lassen? So wahr
ich lebe, spricht Gott der HERR: ich will mich von euch nicht
befragen lassen.
Dazu soll euch fehlschlagen, was euch in den Sinn kommt,
wenn ihr sagt: Wir wollen sein wie die Heiden, wie die Völker
in den andern Ländern, und Holz und Stein anbeten.
So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich will über
euch herrschen mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit
ausgeschüttetem Grimm
und will euch aus den Völkern herausführen und
aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, sammeln
mit starker Hand, mit ausgestrecktem Arm und mit ausgeschüttetem
Grimm
und will euch in die Wüste der Völker bringen
und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht.
Wie ich mit euren Vätern in der Wüste von
Ägypten ins Gericht gegangen bin, ebenso will ich auch mit
euch ins Gericht gehen, spricht Gott der HERR.
Ich will euch unter dem Stabe hindurchgehen lassen und
euch genau abzählen
und will die Abtrünnigen und die, die von mir
abfielen, von euch aussondern. Ja, aus dem Lande, in dem ihr
jetzt Fremdlinge seid, will ich sie herausführen; aber ins
Land Israels sollen sie nicht hineinkommen, damit ihr erkennt:
ich bin der HERR!
Aber ihr vom Hause Israel, so spricht Gott der
HERR: Weil ihr mir denn nicht gehorchen wollt, so fahrt hin und
dient ein jeder seinem Götzen, aber meinen heiligen Namen
laßt hinfort ungeschändet mit euren Opfern und Götzen!
Denn so spricht Gott der HERR: Auf meinem heiligen Berg,
auf dem hohen Berge Israels, da wird mir das ganze Haus Israel
dienen, alle, die im Lande sind. Da werde ich sie gnädig
annehmen, und da will ich eure Opfer und eure Erstlingsgaben
fordern und alle eure heiligen Gaben.
Ich will euch gnädig annehmen beim lieblichen Geruch
der Opfer, wenn ich euch aus den Völkern bringen und aus den
Ländern sammeln werde, in die ihr zerstreut worden seid, und
ich werde mich an euch als der Heilige erweisen vor den Augen der
Heiden.
Und ihr werdet erfahren, daß ich der HERR bin, wenn
ich euch ins Land Israels bringe, in das Land, über das ich
meine Hand erhob zu dem Schwur, es euren Vätern zu geben.
Dort werdet ihr gedenken an eure Wege und alle eure Taten,
mit denen ihr euch unrein gemacht habt, und werdet vor euch
selbst Abscheu haben wegen all der bösen Taten, die ihr
getan habt.
Und ihr werdet erfahren, daß ich der HERR bin, wenn
ich so an euch handle zur Ehre meines Namens und nicht nach euren
bösen Wegen und verderblichen Taten, du Haus Israel, spricht
Gott der HERR.
Das Gleichnis vom Waldbrand
Kapitel 21
° Und des
HERRN Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht nach Teman hin und
rufe nach Süden und weissage gegen den Wald im Südland
und sprich zum Wald im Südland: Höre des HERRN
Wort! So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will in dir ein Feuer
anzünden, das soll grüne und dürre Bäume
verzehren, daß man seine Flamme nicht wird löschen
können, sondern es soll durch sie jedes Angesicht versengt
werden vom Südland bis zum Norden hin.
Und alles Fleisch soll sehen, daß ich, der HERR, es
angezündet habe und niemand es löschen kann.
Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, sie sagen von mir: Redet
der nicht immer in Rätseln?
Das Schwert ist bereit
Und des HERRN Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen Jerusalem und
rede gegen sein Heiligtum und weissage gegen das Land Israels
und sprich zum Land Israels: So spricht der HERR: Siehe,
ich will an dich, ich will mein Schwert aus der Scheide ziehen
und will in dir ausrotten Gerechte und Ungerechte.
Weil ich denn in dir Gerechte und Ungerechte ausrotte,
darum soll mein Schwert aus der Scheide fahren über alles
Fleisch vom Südland bis zum Norden hin.
Und alles Fleisch soll erfahren, daß ich, der HERR,
mein Schwert aus der Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder
eingesteckt werden.
Und du, Menschenkind, sollst seufzen, bis dir die
Lenden weh tun, ja, bitterlich sollst du seufzen, daß sie
es sehen!
Und wenn sie zu dir sagen werden: Warum seufzest du?, so
sollst du sagen: Um einer Botschaft willen, die kommen wird; vor
ihr werden alle Herzen verzagen und alle Hände sinken, allen
der Mut entfallen und alle Knie weich werden. Siehe, es kommt und
wird geschehen, spricht Gott der HERR.
Und des HERRN Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht der Herr:
Sprich: Das Schwert, ja, das Schwert ist geschärft und blank
gefegt.
Es ist geschärft, daß es schlachten soll; es
ist gefegt, daß es blinken soll. Wie sollten wir uns da
freuen? Mein Sohn, du hast den Stock verachtet und jeden Rat.
Und er hat ein Schwert zum Fegen gegeben, daß man's
ergreifen soll; es ist geschärft und gefegt, daß man's
dem Henker in die Hand gebe.
Schrei und heule, du Menschenkind; denn es geht über
mein Volk und über alle Regenten in Israel, die dem Schwert
verfallen sind samt meinem Volk. Darum schlag auf deine Lenden;
denn die Prüfung ist da, und wie sollte es nicht
geschehen, da du doch den Stock verachtet hast? spricht Gott der
HERR.
Und du, Menschenkind, weissage und schlag deine
Hände zusammen! Denn das Schwert wird zweifach, ja dreifach
kommen, ein Schlachtschwert, ein großes Schlachtschwert,
das sie umkreisen wird,
damit die Herzen verzagen und viele fallen sollen; an
allen ihren Toren lasse ich das Schwert wüten. Wehe, es ist
zum Blitzen gemacht, zum Schlachten geschärft!
Hau drein zur Rechten und Linken, wohin deine Schneiden
gewandt sind!
Dann will auch ich meine Hände zusammenschlagen und
meinen Zorn stillen. Ich, der HERR, habe es gesagt.
Das Schwert des Königs von Babel
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, mach dir zwei Wege, auf denen das Schwert
des Königs von Babel kommen kann; sie sollen aber beide von
einem Land ausgehen. Und stelle einen Wegweiser an den
Anfang eines jeden Weges, der zu einer Stadt weisen soll,
und mache den einen Weg, damit das Schwert nach Rabba
kommen kann, der Stadt der Ammoniter, und den andern nach Juda,
zu der festen Stadt Jerusalem.
Denn der König von Babel wird an der Wegscheide
stehen, am Anfang der beiden Wege, um sich wahrsagen zu lassen:
er wirft mit den Pfeilen das Los, befragt seinen Götzen und
beschaut die Leber.
Und das Los in seiner Rechten wird nach Jerusalem deuten:
da soll er den Mund auftun mit großem Geschrei, die Stimme
erheben mit Kriegsgeschrei, Sturmböcke heranführen
gegen die Tore, einen Wall aufschütten und ein Bollwerk
bauen. -
Aber ihnen wird diese Wahrsagung trügerisch scheinen;
haben sie doch heilige Eide empfangen. Er aber wird sie an ihre
Schuld erinnern, daß sie dabei behaftet werden.
Darum spricht Gott der HERR: Weil ihr an eure Schuld
erinnert habt und euer Ungehorsam offenbar geworden ist, so daß
man eure Sünden sieht in all euren Taten, ja, weil ihr daran
erinnert habt, sollt ihr dabei behaftet werden.
Und du, Fürst in Israel, du unheiliger Frevler,
dessen Tag kommen wird, wenn die Schuld zum Ende geführt
hat, -
so spricht Gott der HERR: Tu weg den Kopfbund und nimm ab
die Krone! Denn nichts bleibt, wie es ist, sondern was hoch ist,
soll erniedrigt werden, und was niedrig ist, soll erhöht
werden.
Zu Trümmern, zu Trümmern, zu Trümmern will
ich sie machen – aber auch dies wird nicht bleiben -, bis
der kommt, der das Recht hat; dem will ich es geben.
Das Schwert über Ammon
Und du,
Menschenkind, weissage und sprich: So spricht Gott der HERR über
die Ammoniter und über ihr Schmähen: Du sollst sagen:
Das Schwert, das Schwert ist gezückt, daß es
schlachten soll; es ist gefegt, daß es töten soll, und
soll blinken,
während du dir trügerische Gesichte schauen und
Lügen wahrsagen läßt; das Schwert soll an den
Hals unheiliger Frevler gesetzt werden, deren Tag kommen wird,
wenn die Schuld zum Ende geführt hat.
Stecke es wieder in die Scheide! Ich will dich richten an
dem Ort, an dem du geschaffen und im Land, in dem du geboren
bist.
Und ich will meinen Zorn über dich ausschütten;
ich will das Feuer meines Grimms über dich entfachen und
will dich rohen Leuten preisgeben, die Verderben schmieden.
Du sollst dem Feuer zum Fraß werden, und dein Blut
soll im Lande vergossen werden, und man wird nicht mehr an dich
denken; denn ich, der HERR, habe es geredet.
Jerusalems Blutschuld und Schandtaten
Kapitel 22
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, willst du nicht richten die mörderische
Stadt? Zeige ihr alle ihre Greueltaten
und sprich. So spricht Gott der HERR: O Stadt, die du das
Blut der Deinen vergießt, damit deine Zeit komme, und die
du dir Götzen machst, damit du unrein werdest!
Durch das Blut, das du vergossen hast, wurdest du
schuldig, und durch die Götzen, die du dir machtest, hast du
dich unrein gemacht. Damit hast du deine Tage herbeigezogen und
bewirkt, daß deine Jahre kommen müssen. Darum will ich
dich zum Spott unter den Heiden und zum Hohn in allen Ländern
machen.
In der Nähe wie in der Ferne sollen sie über
dich spotten; befleckt ist dein Name und groß die
Verwirrung.
Siehe, die Fürsten in Israel, ein jeder in dir
pocht auf seine Macht, Blut zu vergießen.
Vater und Mutter verachten sie, den Fremdlingen tun sie
Gewalt und Unrecht an, die Witwen und Waisen bedrücken sie.
Du verachtest, was mir heilig ist, und entheiligst meine
Sabbate.
Verleumder trachten bei dir danach, Blut zu vergießen.
Sie essen von den Höhenopfern und treiben Schandtaten in
deiner Mitte.
Sie decken die Blöße der Väter auf und
nötigen Frauen während ihrer Unreinheit.
Sie treiben Greuel mit der Frau ihres Nächsten; sie
entehren ihre eigene Schwiegertochter durch Schandtat; sie tun
ihren eigenen Schwestern Gewalt an, den Töchtern ihres
Vaters.
Sie lassen sich bestechen, um Blut zu vergießen. Du
nimmst Zinsen und Aufschlag und suchst unrechten Gewinn an deinem
Nächsten mit Gewalt – und mich vergißt du!
spricht Gott der HERR.
Siehe, ich schlage meine Hände zusammen über
den unrechten Gewinn, den du gemacht hast, und über das
Blut, das in deiner Mitte vergossen ist.
Meinst du aber, dein Herz kann standhalten oder deine
Hände werden festbleiben zu der Zeit, wenn ich an dir
handle? Ich, der HERR, habe es geredet und will's auch tun
und will dich zerstreuen unter die Heiden und dich
verstoßen in die Länder und will mit deiner Unreinheit
ein Ende machen;
und du wirst bei den Heiden als verflucht gelten. Dann
wirst du erfahren, daß ich der HERR bin.
Das Gleichnis vom Schmelzofen
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, das Haus Israel ist mir zu Schlacken
geworden; sie alle sind Kupfer, Zinn, Eisen und Blei im Ofen; ja,
zu Silberschlacken sind sie geworden.
Darum spricht Gott der HERR: Weil ihr denn alle Schlacken
geworden seid, siehe, so will ich euch alle in Jerusalem
zusammenbringen.
Wie man Silber, Kupfer, Eisen, Blei und Zinn im Ofen
zusammenbringt, daß man ein Feuer darunter anfacht und es
zerschmelzen läßt, so will ich auch euch in meinem
Zorn und Grimm zusammenbringen, hineintun und schmelzen.
Ja, ich will euch sammeln und das Feuer meines Zorns gegen
euch anfachen, daß ihr darin zerschmelzen müßt.
Wie das Silber im Ofen zerschmilzt, so sollt auch ihr
darin zerschmelzen und sollt erfahren, daß ich, der HERR,
meinen Grimm über euch ausgeschüttet habe.
Die Schuld aller Stände im Lande
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, sprich zu ihnen: Du bist ein Land, das
nicht beregnet ist, das nicht benetzt wurde zur Zeit des Zorns,
dessen Fürsten in seiner Mitte sind wie brüllende
Löwen, wenn sie rauben; sie fressen Menschen, reißen
Gut und Geld an sich und machen viele zu Witwen im Lande.
Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen,
was mir heilig ist; sie machen zwischen heilig und unheilig
keinen Unterschied und lehren nicht, was rein oder unrein ist,
und vor meinen Sabbaten schließen sie die Augen; so werde
ich unter ihnen entheiligt.
Die Oberen in seiner Mitte sind wie reißende Wölfe,
Blut zu vergießen und Menschen umzubringen um ihrer Habgier
willen.
Und seine Propheten streichen ihnen mit Tünche
darüber, haben Truggesichte und wahrsagen ihnen Lügen;
sie sagen: «So spricht Gott der HERR», wo doch der
HERR gar nicht geredet hat.
Das Volk des Landes übt Gewalt; sie rauben drauf los
und bedrücken die Armen und Elenden und tun den Fremdlingen
Gewalt an gegen alles Recht.
Ich suchte unter ihnen, ob jemand eine Mauer ziehen und in
die Bresche vor mir treten würde für das Land, damit
ich's nicht vernichten müßte; aber ich fand keinen.
Darum schüttete ich meinen Zorn über sie aus,
und mit dem Feuer meines Grimmes machte ich ihnen ein Ende und
ließ so ihr Treiben auf ihren Kopf kommen, spricht Gott der
HERR.
Das Gleichnis von den zuchtlosen Schwestern Ohola und
Oholiba
Kapitel 23
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, es waren zwei Frauen, Töchter einer
Mutter.
Die wurden Huren in Ägypten schon in ihrer Jugend;
dort ließen sie nach ihren Brüsten greifen und ihren
jungen Busen betasten.
Die große hieß Ohola und ihre Schwester
Oholiba. Und ich nahm sie zu Frauen, und sie gebaren mir Söhne
und Töchter. Ohola ist Samaria und Oholiba Jerusalem.
Ohola trieb Hurerei hinter meinem Rücken und
entbrannte für ihre Liebhaber, für die Assyrer, die zu
ihr kamen,
für die Statthalter und Hauptleute, die mit Purpur
gekleidet waren, lauter junge hübsche Leute, die auf Rossen
ritten.
Und sie buhlte mit ihnen, lauter auserlesenen Söhnen
Assurs, und bei allen, für die sie entbrannte, machte sie
sich auch unrein mit ihren Götzen.
Dazu ließ sie auch nicht von ihrer Hurerei mit den
Ägyptern, die bei ihr gelegen hatten in ihrer Jugend und
ihre jungen Brüste betastet und schlimme Hurerei mit ihr
getrieben hatten.
Da übergab ich sie in die Hand ihrer Liebhaber, der
Söhne Assurs, für die sie entbrannt war.
Die deckten ihre Blöße auf und nahmen ihre
Söhne und Töchter weg; sie selbst aber töteten sie
mit dem Schwert, und sie wurde zum Gespött unter den Frauen.
So vollzogen sie das Gericht an ihr.
Als aber ihre Schwester Oholiba das sah, entbrannte
sie noch viel mehr als ihre Schwester und trieb die Hurerei noch
schlimmer als sie.
Sie entbrannte für die Söhne Assurs, Statthalter
und Hauptleute, die zu ihr kamen, herrlich gekleidet, lauter
junge hübsche Leute, die auf Rossen ritten.
Da sah ich, daß sie beide auf gleiche Weise unrein
geworden waren.
Aber diese trieb ihre Hurerei noch weiter. Denn sie sah
Bilder von Männern an der Wand in roter Farbe, Bilder von
Chaldäern,
um ihre Lenden gegürtet und bunte Turbane auf ihren
Köpfen, ein Bild gewaltiger Kämpfer allesamt, wie eben
die Söhne Babels sind, deren Vaterland Chaldäa ist.
Da entbrannte sie für sie, sobald sie die Bilder sah,
und schickte Boten zu ihnen nach Chaldäa.
Und die Söhne Babels kamen zu ihr, um bei ihr zu
schlafen, und machten sie unrein mit ihrer Hurerei, und sie
machte sich unrein mit ihnen, bis sie ihrer müde wurde.
Als sie ihre Hurerei so offen trieb und ihre Schande so
enthüllte, da wurde ich auch ihrer überdrüssig,
wie ich ihrer Schwester müde geworden war.
Sie aber trieb ihre Hurerei immer schlimmer und dachte an
die Zeit ihrer Jugend, als sie in Ägyptenland zur Hure
geworden war,
und entbrannte für ihre Liebhaber, deren Brunst war
wie die der Esel und der Hengste.
Und du sehntest dich nach der Unzucht deiner Jugend, als
die Ägypter nach deinen Brüsten griffen und deinen
Busen betasteten.
Darum, Oholiba, so spricht Gott der HERR: Siehe,
ich will deine Liebhaber, deren du müde geworden bist, gegen
dich aufstehen lassen und will sie von überall her gegen
dich zusammenbringen,
nämlich die Söhne Babels und alle Chaldäer,
die von Pekod, Schoa und Koa und alle Assyrer mit ihnen, die
schöne junge Mannschaft, lauter Statthalter und Hauptleute,
Ritter und Edle, die alle auf Rossen reiten.
Und sie werden über dich kommen, gerüstet mit
Rossen und Wagen und mit viel Kriegsvolk und werden dich ringsum
belagern mit großen und kleinen Schilden und Helmen. Denen
will ich den Rechtsfall vorlegen, daß sie dich richten
sollen nach ihrem Recht.
Ich will meinen Eifer gegen dich richten, daß sie
unbarmherzig an dir handeln sollen. Sie sollen dir Nase und Ohren
abschneiden, und was von dir übrigbleibt, soll durchs
Schwert fallen. Sie sollen deine Söhne und Töchter
wegnehmen und, was von dir übrigbleibt, mit Feuer
verbrennen.
Sie sollen dir deine Kleider ausziehen und deinen Schmuck
wegnehmen.
So will ich deiner Unzucht und deiner Hurerei, die du seit
Ägyptenland treibst, ein Ende machen, daß du deine
Augen nicht mehr nach ihnen aufheben und an Ägypten nicht
mehr denken sollst.
Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will dich
denen preisgeben, denen du feind geworden und deren du müde
bist.
Die sollen wie Feinde mit dir umgehen und alles nehmen,
was du erworben hast, und dich nackt und bloß liegen
lassen. Da soll die Schande deiner Hurerei und deine Unzucht und
deine Buhlerei aufgedeckt werden.
Das soll dir angetan werden um deiner Hurerei willen, die
du mit den Heiden getrieben, weil du dich mit ihren Götzen
unrein gemacht hast.
Du bist auf dem Wege deiner Schwester gegangen, darum gebe
ich dir auch ihren Kelch in die Hand.
So spricht Gott der HERR: Du mußt den Kelch
deiner Schwester trinken, so tief und weit er ist; du sollst zu
so großem Spott und Hohn werden, daß es unerträglich
sein wird.
Du mußt dich mit starkem Trank und Jammer
volltrinken; denn der Kelch deiner Schwester Samaria ist ein
Kelch des Grauens und Entsetzens.
Den mußt du bis zur Neige austrinken, danach die
Scherben ausschlürfen und deine Brüste zerreißen;
denn ich habe es geredet, spricht Gott der HERR.
Darum spricht Gott der HERR: Weil du mich vergessen und
mich verworfen hast, so trage nun auch du deine Unzucht und deine
Hurerei!
Und der HERR sprach zu mir: Du Menschenkind, willst
du nicht Ohola und Oholiba richten? Zeige ihnen ihre Greueltaten:
wie sie Ehebruch getrieben und Blut vergossen und die Ehe
gebrochen haben mit ihren Götzen; und wie sie ihnen noch
dazu ihre Kinder, die sie mir geboren hatten, zum Fraß
darbrachten.
Überdies haben sie mir das angetan: sie haben noch am
gleichen Tag mein Heiligtum unrein gemacht und meine Sabbate
entheiligt.
Denn als sie ihre Kinder den Götzen geschlachtet
hatten, gingen sie noch am gleichen Tag in mein Heiligtum, es zu
entheiligen. Siehe, so haben sie es in meinem Hause getrieben.
Sie haben sogar Boten geschickt nach Männern, die aus
fernen Landen kommen sollten. Und siehe, als sie kamen, da
badetest du dich und schminktest dich und schmücktest dich
mit Geschmeide ihnen zu Ehren
und saßest auf einem herrlichen Polster, und ein
Tisch war davor hergerichtet; darauf legtest du mein Räucherwerk
und mein Öl.
Und es erhob sich in der Stadt ein großes
Freudengeschrei über die Männer, weil solch eine Menge
von Menschen herbeigebracht war aus Saba, aus der Wüste, und
sie gaben ihnen Geschmeide an ihre Arme und schöne Kronen
auf ihre Häupter.
Ich aber dachte: Sie ist das Ehebrechen gewohnt von alters
her, sie kann das Huren nicht lassen.
Denn man ging zu ihr, wie man zu einer Hure geht; so ging
man zu Ohola und Oholiba, den zuchtlosen Weibern.
Darum werden gerechte Männer sie richten nach dem
Recht, das für Ehebrecherinnen und für Mörderinnen
gilt; denn sie sind Ehebrecherinnen, und ihre Hände sind
voll Blut.
Denn so spricht Gott der HERR: Man berufe eine
Versammlung gegen sie ein und gebe sie als Raub und Beute preis,
daß die Leute sie steinigen und mit ihren Schwertern
erstechen und ihre Söhne und Töchter umbringen und ihre
Häuser mit Feuer verbrennen.
So will ich der Unzucht im Lande ein Ende machen, daß
alle Frauen sich warnen lassen und nicht nach solcher Unzucht
tun.
Und man wird die Strafe für eure Unzucht auf euch
legen, und ihr sollt tragen, was ihr mit euren Götzen
gesündigt habt, und sollt erfahren, daß ich Gott der
HERR bin.
Das Gleichnis vom rostigen Topf
Kapitel 24
Und es geschah
das Wort des HERRN zu mir im neunten Jahr am zehnten Tage des
zehnten Monats:
Du Menschenkind, schreib dir diesen Tag auf, ja, eben
diesen Tag; denn der König von Babel hat sich an eben diesem
Tage vor Jerusalem gelagert.
Und gib dem Haus des Widerspruchs ein Gleichnis und sprich
zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Setze einen Topf auf, setz
ihn auf und gieß Wasser hinein!
Tu Fleisch hinein, lauter gute Stücke, Lenden und
Schultern, und fülle ihn mit den besten Knochen.
Nimm das Beste von der Herde und schichte Holzscheite
darunter und laß die Stücke tüchtig sieden und
auch die Knochen darin gut kochen.
Darum spricht Gott der HERR: Wehe der Stadt voller
Blutschuld, die einem Topf gleicht, an dem Rost sitzt und nicht
abgehen will! Nimm ein Stück nach dem andern heraus und lose
nicht darum, welches zuerst heraus soll.
Denn das Blut, das sie vergossen hat, ist noch in ihrer
Mitte; auf den nackten Felsen und nicht auf die Erde hat sie es
verschüttet, so daß man's mit Erde hätte zudecken
können.
Und ich ließ sie darum das Blut auf den nackten
Felsen schütten, damit es nicht zugedeckt würde, so daß
der Grimm über sie kommt und es gerächt wird.
Darum spricht Gott der HERR: Wehe, du Stadt voller
Blutschuld, auch ich will den Holzstoß groß machen! -
Trage nur viel Holz her, bring das Feuer zum Lodern, koche
das Fleisch gar und gieß die Brühe aus, daß die
Knochen anbrennen;
stelle den Topf leer auf die Glut, damit er heiß
wird und sein Erz glüht und seine Unreinheit schmilzt und
sein Rost abgeht!
Aber so sehr der Topf glüht, will doch der starke
Rost von ihm im Feuer nicht abgehen. -
Weil du durch Unzucht dich unrein gemacht hast und nicht
rein wurdest von deiner Unreinheit, obwohl ich dich reinigen
wollte, darum sollst du hinfort nicht wieder rein werden, bis
mein Grimm sich an dir gekühlt hat.
Ich, der HERR, habe es geredet! Es wird kommen, ich will's
tun und nicht säumen. Ich will nicht schonen, und es wird
mich nicht reuen; sondern sie sollen dich richten, wie du gelebt
und getan hast, spricht Gott der HERR.
Das Verhalten des Propheten beim Tod seiner Frau – ein
Zeichen
Und des HERRN
Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, siehe, ich will dir deiner Augen Freude
nehmen durch einen plötzlichen Tod. Aber du sollst nicht
klagen und nicht weinen und keine Träne vergießen.
Heimlich darfst du seufzen, aber keine Totenklage halten,
sondern du sollst deinen Kopfbund anlegen und deine Schuhe
anziehen; du sollst deinen Bart nicht verhüllen und nicht
das Trauerbrot essen.
Und als ich am Morgen zum Volk geredet hatte, starb
mir am Abend meine Frau. Und ich tat am andern Morgen, wie mir
befohlen war.
Und das Volk sprach zu mir: Willst du uns nicht erklären,
was das für uns bedeutet, was du tust?
Und ich sprach zu ihnen: Der HERR hat mit mir geredet und
gesagt:
Sage dem Hause Israel: So spricht Gott der HERR: Siehe,
ich will mein Heiligtum, eure herrliche Zuflucht, die Freude
eurer Augen, das Verlangen eures Herzens, entheiligen, und eure
Söhne und Töchter, die ihr dort zurücklassen
mußtet, werden durchs Schwert fallen. -
Da werdet ihr dann tun, wie ich getan habe: euren Bart
werdet ihr nicht verhüllen und nicht das Trauerbrot essen,
sondern werdet euren Kopfbund auf eurem Haupt behalten und
eure Schuhe an den Füßen; ihr werdet nicht klagen und
nicht weinen, sondern in eurer Schuld vergehen und untereinander
seufzen. -
So soll Hesekiel für euch ein Wahrzeichen sein, daß
ihr tun werdet, wie er getan hat, wenn es nun kommen wird. Dann
werdet ihr erfahren, daß ich Gott der HERR bin.
Und du, Menschenkind, ist es nicht so? An dem Tage,
an dem ich von ihnen nehme ihre Zuflucht und ganze Wonne, die
Freude ihrer Augen und das Verlangen ihres Herzens, dazu ihre
Söhne und Töchter,
ja, an jenem Tage wird einer, der entronnen ist, zu dir
kommen und dir's kundtun.
An jenem Tage wird dein Mund aufgetan werden, wenn der
kommt, der entronnen ist, so daß du reden kannst und nicht
mehr stumm bist; und du wirst für sie ein Wahrzeichen sein,
daß sie erfahren, daß ich der HERR bin.
DER
PROPHET HESEKIEL 25 - 37
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