|
DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER PROPHET
JEREMIA
Kapitel 40 -
52
Jeremia bleibt im Lande.
Gedaljas Statthalterschaft
Kapitel 40
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als
ihn Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, losließ in
Rama, wo er ihn gefunden hatte; denn er war auch, mit Fesseln
gebunden, unter allen Gefangenen aus Jerusalem und Juda, die nach
Babel weggeführt werden sollten.
Als nun der Oberste der Leibwache Jeremia hatte zu sich
holen lassen, sprach er zu ihm: Der HERR, dein Gott, hat dies
Unglück über diese Stätte vorhergesagt
und hat's auch kommen lassen und getan, wie er geredet
hat; denn ihr habt gesündigt wider den HERRN und seiner
Stimme nicht gehorcht; darum ist euch solches widerfahren.
Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln,
mit denen deine Hände gebunden waren. Gefällt dir's,
mit mir nach Babel zu ziehen, so komm, du sollst mir befohlen
sein. Gefällt dir's aber nicht, mit mir nach Babel zu
ziehen, so laß es sein. Siehe, du hast das ganze Land vor
dir; wo dich's gut dünkt und dir's gefällt, da zieh
hin.
Denn weiter hinaus wird kein Wiederkehren möglich
sein. Darum magst du umkehren zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, des
Sohnes Schaphans, den der König von Babel über die
Städte in Juda gesetzt hat, und bei ihm bleiben unter dem
Volk; oder geh, wohin dir's gefällt. Und der Oberste der
Leibwache gab ihm Wegzehrung und Geschenke und ließ ihn
gehen.
So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa
und blieb bei ihm unter dem Volk, das im Lande noch
übriggeblieben war.
Als nun die Hauptleute, die noch im Lande verstreut
waren, samt ihren Leuten erfuhren, daß der König von
Babel Gedalja, den Sohn Ahikams, über das Land gesetzt hatte
und über die Männer, Frauen und Kinder und über
die Geringen im Lande, die nicht nach Babel weggeführt
waren,
kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, nämlich Ismael, der
Sohn Nethanjas, Johanan und Jonathan, die Söhne Kareachs,
und Seraja, der Sohn Tanhumeths, und die Söhne Ephais von
Netopha und Jesanja, der Sohn eines Maachathiters, samt ihren
Leuten.
Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Sohnes Schaphans,
schwor ihnen und ihren Leuten einen Eid und sprach: Fürchtet
euch nicht, den Chaldäern untertan zu sein; bleibt im Lande
und seid dem König von Babel untertan, so wird's euch
wohlgehen.
Siehe, ich bleibe hier in Mizpa und habe die Verantwortung
vor den Chaldäern, die zu uns kommen; ihr aber sollt Wein
und Feigen und Öl ernten und in eure Gefäße tun
und sollt in euren Städten wohnen, die ihr wieder in Besitz
genommen habt.
Und als die Judäer, die im Lande Moab und Ammon und
in Edom und in allen Ländern waren, hörten, daß
der König von Babel einen Rest in Juda übriggelassen
und über sie Gedalja gesetzt hatte, den Sohn Ahikams, des
Sohnes Schaphans,
da kamen auch sie alle zurück aus allen Orten, wohin
sie verstreut waren, in das Land Juda zu Gedalja nach Mizpa und
ernteten sehr viel Wein und Sommerfrüchte.
Aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle
Hauptleute, die im Lande verstreut gewesen waren, kamen zu
Gedalja nach Mizpa
und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß
Baalis, der König der Ammoniter, Ismael, den Sohn Nethanjas,
gesandt hat, daß er dich erschlagen soll? Das wollte ihnen
aber Gedalja, der Sohn Ahikams, nicht glauben.
Da sprach Johanan, der Sohn Kareachs, zu Gedalja heimlich
in Mizpa: Ich will hingehen und Ismael, den Sohn Nethanjas,
erschlagen, daß es niemand erfahren soll. Warum soll er
dich erschlagen, so daß alle Judäer, die bei dir
versammelt sind, zerstreut werden und, die noch aus Juda
übriggeblieben sind, umkommen?
Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem
Sohn Kareachs: Du sollst das nicht tun; es ist nicht wahr, was du
von Ismael sagst.
Gedaljas Ermordung durch Ismael
Kapitel 41
Aber im siebenten Monat kam Ismael, der Sohn Nethanjas,
des Sohnes Elischamas, aus königlichem Stamm, einer von den
Obersten des Königs, und zehn Männer mit ihm zu
Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa, und sie aßen dort in
Mizpa miteinander.
Und Ismael, der Sohn Nethanjas, erhob sich samt den zehn
Männern, die bei ihm waren, und sie erschlugen Gedalja, den
Sohn Ahikams, des Sohnes Schaphans, mit dem Schwert, weil ihn der
König von Babel über das Land gesetzt hatte.
Auch erschlug Ismael alle Judäer, die bei Gedalja
waren in Mizpa, und die Chaldäer, die dort waren, sämtliche
Kriegsleute.
Am andern Tage, nachdem Gedalja erschlagen war und es noch
niemand wußte,
kamen achtzig Männer von Sichem, von Silo und von
Samaria und hatten die Bärte abgeschoren und ihre Kleider
zerrissen und sich wund geritzt und trugen Speisopfer und
Weihrauch mit, um es zum Hause des HERRN zu bringen.
Und Ismael, der Sohn Nethanjas, ging heraus von Mizpa
ihnen entgegen, ging und weinte. Als er nun an sie herankam,
sprach er zu ihnen: Ihr sollt zu Gedalja, dem Sohn Ahikams,
kommen.
Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie
Ismael, der Sohn Nethanjas, er und die Männer, die bei ihm
waren, und warfen sie in die Zisterne.
Aber es waren zehn Männer darunter, die sprachen zu
Ismael: Töte uns nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen
liegen an Weizen, Gerste, Öl und Honig. Da ließ er ab
und tötete sie nicht mit den andern.
Die Zisterne aber, in die Ismael die Leichname der Männer
warf, die er erschlagen hatte samt dem Gedalja, ist die, welche
der König Asa hatte anlegen lassen im Krieg gegen Baësa,
den König von Israel. Die füllte Ismael, der Sohn
Nethanjas, mit den Erschlagenen.
Und Ismael, der Sohn Nethanjas, führte das Volk, das
in Mizpa übriggeblieben war, gefangen weg: die Königstöchter
samt allem Volk, über das Nebusaradan, der Oberste der
Leibwache, Gedalja, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte; und er zog
hin und wollte hinüber zu den Ammonitern.
Als aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle
Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, von all dem Bösen
erfuhren, das Ismael, der Sohn Nethanjas, begangen hatte,
nahmen sie zu sich alle Männer und zogen hin, um mit
Ismael, dem Sohn Nethanjas, zu kämpfen, und trafen ihn an
dem großen Wasser bei Gibeon.
Als nun alles Volk, das bei Ismael war, den Johanan, den
Sohn Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die
bei ihm waren, da wurde es froh.
Und das ganze Volk, das Ismael von Mizpa weggeführt
hatte, wandte sich um und ging zu Johanan, dem Sohn Kareachs,
über.
Aber Ismael, der Sohn Nethanjas, entrann mit acht Männern
dem Johanan und zog zu den Ammonitern.
Und Johanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des
Heeres, die bei ihm waren, nahm zu sich das übriggebliebene
Volk, das Ismael, der Sohn Nethanjas, aus Mizpa weggeführt
hatte, nachdem er Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte,
nämlich die Kriegsleute, die Frauen und Kinder und Hofleute,
die er von Gibeon zurückgebracht hatte.
Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge Kimhams
bei Bethlehem, um von dort nach Ägypten zu ziehen
aus Furcht vor den Chaldäern. Denn sie fürchteten
sich vor ihnen, weil Ismael, der Sohn Nethanjas, Gedalja, den
Sohn Ahikams, erschlagen hatte, den der König von Babel über
das Land gesetzt hatte.
Jeremia warnt vor der Auswanderung nach Ägypten
Kapitel 42
Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres, Johanan, der
Sohn Kareachs, Jesanja, der Sohn Hoschajas, samt dem ganzen Volk,
klein und groß,
und sprachen zum Propheten Jeremia: Laß doch unsere
Bitte vor dir gelten und bete für uns zum HERRN, deinem
Gott, für alle diese Übriggebliebenen – denn
leider sind wir von vielen nur wenige übrig geblieben, wie
du mit eigenen Augen siehst -,
daß der HERR, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin
wir ziehen und was wir tun sollen.
Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will
gehorchen. Siehe, ich will zum HERRN, eurem Gott, beten, wie ihr
gesagt habt, und alles, was euch der HERR antworten wird, das
will ich euch kundtun und will euch nichts vorenthalten.
Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein
zuverlässiger und wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir
nicht alles tun werden, was uns der HERR, dein Gott, durch dich
befehlen wird.
Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der
Stimme des HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf daß
es uns wohlgehe, wenn wir der Stimme des HERRN, unseres Gottes,
gehorchen.
Und nach zehn Tagen geschah des HERRN Wort zu
Jeremia:
Da rief er Johanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute
des Heeres, die bei ihm waren, und alles Volk, klein und groß,
und sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott
Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, daß ich euer Gebet
vor ihn bringen sollte:
Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch bauen
und nicht einreißen; ich will euch pflanzen und nicht
ausreißen; denn es hat mich gereut das Unheil, das ich euch
angetan habe.
Ihr sollt euch nicht fürchten vor dem König von
Babel, vor dem ihr euch fürchtet, spricht der HERR; ihr
sollt euch vor ihm nicht fürchten, denn ich will bei euch
sein, daß ich euch helfe und von seiner Hand errette.
Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über
euch erbarmen und euch wieder auf eure Äcker bringen.
Werdet ihr aber sagen: «Wir wollen nicht in diesem
Lande bleiben» und so der Stimme des HERRN, eures Gottes,
nicht gehorchen
und werdet ihr sagen: «Nein, wir wollen nach
Ägyptenland ziehen, daß wir weder Krieg sehen noch den
Schall der Posaune hören noch Hunger nach Brot leiden
müssen; dort wollen wir bleiben» -
nun, so höret des HERRN Wort, ihr Übriggebliebenen
von Juda! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Werdet
ihr euer Angesicht nach Ägyptenland richten, um dorthin zu
ziehen und dort zu wohnen,
so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet,
in Ägyptenland treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch
sorgt, soll stets hinter euch her sein in Ägypten, und ihr
sollt dort sterben.
Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach
Ägypten richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen,
der soll sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll
keiner übrigbleiben noch dem Unheil entrinnen, das ich über
sie kommen lassen will.
Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
Gleichwie mein Zorn und Grimm über die Einwohner Jerusalems
ausgeschüttet wurde, so soll er auch über euch
ausgeschüttet werden, wenn ihr nach Ägypten zieht; und
ihr sollt zum Fluch, zum Bild des Entsetzens, zur Verwünschung
und zur Schande werden und diese Stätte nicht mehr sehen.
Das ist das Wort des HERRN an euch, die ihr übriggeblieben
seid von Juda, daß ihr nicht nach Ägypten zieht. Darum
erkennt, daß ich euch heute gewarnt habe;
denn ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht, weil
ihr mich gesandt habt zum HERRN, eurem Gott, und gesagt: Bete zum
HERRN, unserm Gott, für uns, und alles, was der HERR, unser
Gott, sagen wird, tu uns kund, so wollen wir danach tun.
Das habe ich euch heute wissen lassen; aber ihr wollt der
Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen noch allem, was
er euch durch mich befohlen hat.
So sollt ihr denn wissen, daß ihr durch Schwert,
Hunger und Pest sterben müßt an dem Ort, wohin ihr zu
ziehen gedenkt, um dort zu wohnen.
Jeremia wird nach Ägypten verschleppt
Kapitel 43
Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des HERRN, ihres
Gottes, ausgerichtet hatte, wie ihm der HERR, ihr Gott, alle
diese Worte an sie befohlen hatte,
sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn
Kareachs, und alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du
lügst! Der HERR, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt
und gesagt: «Ihr sollt nicht nach Ägypten ziehen, um
dort zu wohnen»,
sondern Baruch, der Sohn Nerias, beredet dich zu unserm
Schaden, damit wir den Chaldäern übergeben werden und
sie uns töten oder nach Babel wegführen.
Da gehorchten Johanan, der Sohn Kareachs, und alle
Hauptleute des Heeres samt dem ganzen Volk der Stimme des HERRN
nicht, daß sie im Lande Juda geblieben wären,
sondern Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute
des Heeres nahmen zu sich alle Übriggebliebenen von Juda,
die von allen Völkern, wohin sie geflohen, zurückgekommen
waren, um im Lande Juda zu wohnen,
nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die
Königstöchter und alle übrigen, die Nebusaradan,
der Oberste der Leibwache, bei Gedalja, dem Sohn Ahikams, des
Sohnes Schaphans, gelassen hatte, und auch den Propheten Jeremia
und Baruch, den Sohn Nerias.
Und sie zogen nach Ägyptenland, denn sie wollten der
Stimme des HERRN nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanches.
Jeremia weissagt den Einfall Nebukadnezars
Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia in Tachpanches:
Nimm große Steine und vergrabe sie in dem Boden am
Eingang des Hauses des Pharao in Tachpanches, so daß die
Männer aus Juda es sehen,
und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott
Israels: Siehe, ich will hinsenden und meinen Knecht
Nebukadnezar, den König von Babel, holen lassen und will
seinen Thron oben auf diese Steine setzen, die ich eingraben
ließ; und er soll seinen Thronhimmel darüber
ausspannen.
Er soll kommen und Ägyptenland schlagen und töten,
wen es trifft, gefangen führen, wen es trifft, mit dem
Schwert erschlagen, wen es trifft.
Und ich will die Tempel Ägyptens in Brand stecken und
niederbrennen und ihre Götter wegführen. Und er soll
Ägyptenland lausen, wie ein Hirt sein Kleid laust, und mit
Frieden von dannen ziehen.
Er soll die Steinmale von Beth-Schemesch in Ägyptenland
zerbrechen und die Götzentempel in Ägypten mit Feuer
verbrennen.
Jeremia warnt vor der erneuten Verehrung der Himmelskönigin
Kapitel 44
Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah an alle Judäer,
die in Ägyptenland wohnten, nämlich in Migdol,
Tachpanches und Noph, und die im Lande Pathros wohnten.
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr habt
gesehen all das Unheil, das ich habe kommen lassen über
Jerusalem und über alle Städte in Juda; siehe,
heutigentags sind sie wüst, und niemand wohnt darin;
und das um ihrer Bosheit willen, die sie taten, als sie
mich erzürnten und hingingen und opferten und dienten andern
Göttern, die weder sie noch ihr noch eure Väter
kannten.
Und ich sandte immer wieder zu euch alle meine Knechte,
die Propheten, und ließ euch sagen: «Tut doch nicht
solche Greuel, die ich hasse.»
Aber sie gehorchten nicht und kehrten auch ihre Ohren
nicht zu mir, daß sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und
andern Göttern nicht geopfert hätten.
Darum ergoß sich auch mein Zorn und Grimm und
entbrannte über die Städte Judas und die Gassen
Jerusalems, daß sie zur Wüste und Öde geworden
sind, so wie es heute ist.
Nun, so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der
Gott Israels: Warum tut ihr euch selbst ein so großes
Unheil an, daß bei euch ausgerottet werden aus Juda Mann
und Frau, Kind und Säugling und nichts von euch übrigbleibt,
und erzürnet mich so durch eurer Hände Werke und
opfert andern Göttern in Ägyptenland, wohin ihr gezogen
seid, um dort zu wohnen, auf daß ihr ausgerottet und zum
Fluch und zur Schmach werdet unter allen Völkern auf Erden?
Habt ihr vergessen die Sünden eurer Väter, die
Sünden der Könige von Juda, die Sünden ihrer
Frauen, dazu eure eigenen Sünden und die Sünden eurer
Frauen, die sie getan haben im Lande Juda und auf den Gassen
Jerusalems?
Sie haben sich bis auf diesen Tag nicht gedemütigt,
fürchten sich auch nicht und wandeln nicht in meinem Gesetz
und in den Rechtsordnungen, die ich euch und euren Väter
gegeben habe.
Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
Siehe, ich will mein Angesicht wider euch richten zum Unheil, und
ganz Juda soll ausgerottet werden.
Und ich will wegraffen, die übriggeblieben sind von
Juda, die ihr Angesicht nach Ägyptenland gerichtet haben, um
dorthin zu ziehen und dort zu wohnen; es soll ein Ende mit ihnen
allen werden in Ägyptenland. Durchs Schwert sollen sie
fallen, und durch Hunger sollen sie umkommen, klein und groß;
sie sollen durch Schwert und Hunger sterben und sollen zur
Verwünschung, zum Entsetzen, zum Fluch und zur Schmach
werden.
Ich will auch die Einwohner in Ägyptenland mit
Schwert, Hunger und Pest heimsuchen, gleichwie ich an Jerusalem
getan habe,
so daß von denen, die übriggeblieben sind von
Juda und die hierher gekommen sind nach Ägyptenland, um hier
zu wohnen, keiner entrinnen und entkommen soll. Sie sollen nicht
mehr ins Land Juda zurückkehren, wohin sie gerne wiederkämen
und wohnten, sondern es soll keiner dahin zurückkommen außer
einigen Entronnenen.
Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die
sehr wohl wußten, daß ihre Frauen andern Göttern
opferten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine große
Menge, samt allem Volk, das in Ägyptenland und in Pathros
wohnte, und sprachen:
Den Worten, die du im Namen des HERRN uns sagst, wollen
wir nicht gehorchen,
sondern wir wollen all die Worte halten, die aus unserm
eigenen Munde gekommen sind, und wollen der Himmelskönigin
opfern und ihr Trankopfer darbringen, wie wir und unsere Väter,
unsere Könige und Oberen getan haben in den Städten
Judas und auf den Gassen Jerusalems. Da hatten wir auch Brot
genug, und es ging uns gut, und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber, da wir es unterlassen haben, der
Himmelskönigin zu opfern und Trankopfer darzubringen, haben
wir an allem Mangel gelitten und sind durch Schwert und Hunger
umgekommen.
Und wenn wir Frauen der Himmelskönigin opfern und
Trankopfer darbringen, das tun wir ja nicht ohne den Willen
unserer Männer, wenn wir ihr Kuchen backen, um ein Bild von
ihr zu machen, und ihr Trankopfer darbringen.
Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volk, den Männern
und Frauen und allen Leuten, die ihm so geantwortet hatten:
Nein, der HERR hat gedacht an das Opfern, das ihr in den
Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems getrieben habt
samt euren Vätern, Königen, Oberen und allem Volk des
Landes, und er hat's zu Herzen genommen,
daß er nicht mehr leiden konnte euren bösen
Wandel und die Greuel, die ihr tatet; daher ist auch euer Land
zur Wüste, zum Entsetzen und zum Fluch geworden, daß
niemand darin wohnt, so wie es heute ist.
Weil ihr der Himmelskönigin geopfert habt und wider
den HERRN sündigtet und der Stimme des HERRN nicht
gehorchtet und in seinem Gesetze, seinen Rechten und Mahnungen
nicht gewandelt seid, darum ist euch solches Unheil widerfahren,
so wie es heute ist.
Und Jeremia sprach zu allem Volk und zu allen Frauen:
Höret des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die in Ägyptenland
sind!
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr und
eure Frauen habt mit eurem Munde geredet und mit euren Händen
vollbracht, was ihr sagt: «Wir wollen unsere Gelübde
halten, die wir der Himmelskönigin gelobt haben, daß
wir ihr opfern und Trankopfer darbringen.» Wohlan, erfüllet
doch eure Gelübde und haltet eure Gelübde!
So höret nun des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die
ihr in Ägyptenland wohnt: Siehe, ich schwöre bei meinem
großen Namen, spricht der HERR, daß mein Name nicht
mehr genannt werden soll durch irgendeines Menschen Mund aus Juda
in ganz Ägyptenland, der da sagt:
«So wahr Gott der HERR lebt!»
Siehe, ich will über sie wachen zum Unheil und nicht
zum Heil, daß, wer aus Juda in Ägyptenland ist, durch
Schwert und Hunger umkommen soll, bis es ein Ende mit ihnen hat.
Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus Ägyptenland
ins Land Juda zurückkommen als ein geringes Häuflein.
So werden dann alle, die übriggeblieben sind von Juda und
die nach Ägyptenland gezogen waren, dort zu wohnen,
erkennen, wessen Wort wahr geworden ist, meines oder ihres.
Und dies sei das Zeichen, spricht der HERR: Ich will euch
an diesem Ort heimsuchen, damit ihr wißt, daß mein
Wort wahr werden soll über euch zum Unheil.
So spricht der HERR. Siehe, ich will den Pharao Hophra,
den König von Ägypten, übergeben in die Hände
seiner Feinde und derer, die ihm nach dem Leben trachten,
gleichwie ich Zedekia, den König von Juda, übergeben
habe in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, seines
Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete.
Ein Wort für Baruch
Kapitel 45
Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem
Sohn Nerias, redete, als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte,
auf eine Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Jojakims, des
Sohnes Josias, des Königs von Juda:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, über
dich, Baruch:
Du sprichst: Weh mir, wie hat mir der HERR Jammer zu
meinem Schmerz hinzugefügt! Ich seufze mich müde und
finde keine Ruhe.
Sage ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe,
das reiße ich ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße
ich aus, nämlich dies mein ganzes Land.
Und du begehrst für dich große Dinge? Begehre
es nicht! Denn siehe, ich will Unheil kommen lassen über
alles Fleisch, spricht der HERR, aber dein Leben sollst du wie
eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch ziehst.
Kapitel 46
Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten Jeremia
geschehen ist wider alle Völker.
Weissagung gegen Ägypten
Wider Ägypten. Wider das Heer des Pharao Necho, des
Königs von Ägypten, welches lagerte am Euphratstrom bei
Karkemisch und das Nebukadnezar, der König von Babel, schlug
im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von
Juda:
Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den
Streit!
Spannet Rosse an und laßt Reiter aufsitzen, setzt
die Helme auf und schärft die Spieße und ziehet Panzer
an!
Wie kommt's aber, daß ich sehe, daß sie
verzagt sind und die Flucht ergreifen und ihre Helden erschlagen
sind? Sie fliehen und wenden sich nicht mehr zurück.
Schrecken um und um! spricht der HERR.
Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke
entrinnen. Im Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und
niedergestreckt.
Wer ist's, der emporstieg wie der Nil, und seine
Wasser wälzten sich dahin wie Ströme?
Ägypten stieg empor wie der Nil, und seine Wasser
wälzten sich daher wie Ströme, und es sprach: «Ich
will hinaufziehen, das Land bedecken und die Städte
verderben samt denen, die darin wohnen.»
Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennet mit den Wagen,
lasset die Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den
Schild führen, und die Schützen aus Lud!
Denn dies ist der Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag
der Vergeltung, daß er sich an seinen Feinden räche,
wenn das Schwert fressen und von ihrem Blut voll und trunken
werden wird. Denn sie müssen Gott, dem HERRN Zebaoth, ein
Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am Euphratstrom.
Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau,
Tochter Ägypten! Aber es ist umsonst, daß du viel
Heilmittel gebrauchst; du wirst doch nicht heil.
Deine Schande ist unter den Völkern erschollen,
deines Heulens ist das Land voll; denn ein Held fällt über
den andern und liegen beide miteinander danieder.
Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem
Propheten Jeremia redete, als Nebukadnezar, der König von
Babel, heranzog, um Ägyptenland zu schlagen:
Verkündigt's in Ägypten und sagt's an in Migdol,
sagt's an in Noph und Tachpanches und sprecht: Setze dich zur
Wehr! Denn das Schwert wird fressen, was um dich her ist.
Wie geht's zu, daß deine Gewaltigen zu Boden fallen
und können nicht standhalten? Der HERR hat sie so gestürzt.
Er macht, daß ihrer viele fallen, daß einer
mit dem andern daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, laßt
uns wieder zu unserm Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem
mörderischen Schwert!
Nennet den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten:
«Prahlhans, der die Zeit versäumt hat».
So wahr ich lebe, spricht der König, der HERR Zebaoth
heißt: er wird daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor
unter den Bergen ist und wie der Karmel am Meer ist.
Mache dir Fluchtgepäck, du Einwohnerin,
Tochter Ägypten; denn Noph wird wüst und verbrannt
werden, daß niemand darin wohnen wird.
Ägypten ist wie eine schöne junge Kuh; aber es
kommt von Norden der Schlächter.
Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemästete
Kälber; aber sie müssen sich dennoch wenden und
miteinander fliehen und werden nicht standhalten; denn der Tag
ihres Unheils wird über sie kommen, die Zeit ihrer
Heimsuchung.
Man hört sie heranziehen wie eine zischende
Schlange; ja, sie kommen mit Heeresmacht und bringen Äxte
über sie wie die Holzhauer.
Die werden ihren Wald umhauen, spricht der HERR, denn sie
sind nicht zu zählen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die
niemand zählen kann.
Die Tochter Ägypten wird zuschanden; denn sie ist dem
Volk aus dem Norden in die Hände gegeben.
Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe,
ich will heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Ägypten
samt seinen Göttern und Königen, ja, den Pharao mit
allen, die sich auf ihn verlassen,
daß ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen
nach dem Leben trachten, und in die Hände Nebukadnezars, des
Königs von Babel, und seiner Großen. Aber danach soll
das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht der HERR.
Aber du, mein Knecht Jakob, fürchte dich
nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dir
helfen aus fernen Landen und deinen Nachkommen aus dem Lande
ihrer Gefangenschaft, daß Jakob zurückkommen soll und
in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn schrecken.
Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht,
spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern,
unter die ich dich verstoßen habe, will ich ein Ende
machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Züchtigen
will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich
nicht lassen.
Weissagung gegen die Philister
Kapitel 47
Dies ist das Wort des HERRN, das zum Propheten Jeremia
geschah wider die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug.
So spricht der HERR: Siehe, es kommen Wasser heran von
Norden, die zum reißenden Strom werden und das Land
überfluten und was darin ist, die Städte und die darin
wohnen, daß die Leute schreien und alle Einwohner im Lande
heulen.
Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und
vor dem Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer Räder
werden sich die Väter nicht umsehen nach den Kindern, so
verzagt werden sie sein
über den Tag, der da kommt, um zu verderben alle
Philister und auszurotten die letzten Helfer für Tyrus und
Sidon. Denn der HERR wird die Philister verderben, den Rest
derer, die gekommen sind von der Insel Kaphtor.
Über Gaza wird Trauer kommen, und Askalon wird
vernichtet, der Rest der Enakiter. Wie lange willst du dich wund
ritzen?
O du Schwert des HERRN, wann willst du doch aufhören?
Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still!
Aber wie kann es aufhören, da doch der HERR ihm
Befehl gegeben hat wider Askalon und es wider das Ufer des Meeres
bestellt hat?
Weissagung gegen Moab
Kapitel 48
Wider Moab. So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
Wehe der Stadt Nebo, denn sie ist zerstört! Geschändet
ist Kirjathajim und eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden
geworden und zerbrochen.
Der Stolz Moabs auf Hesbon ist dahin; denn man sinnt Böses
gegen die Stadt: «Kommt, wir wollen sie ausrotten, daß
sie ohne Volk sei.» Und Du, Madmen, mußt auch
vernichtet werden; das Schwert wird hinter dir her sein.
Man hört ein Geschrei in Horonajim von Verwüstung
und großem Jammer.
Moab ist zerschlagen. Man hört ihre Kleinen schreien;
denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhith hinauf,
und die Feinde hören ein Jammergeschrei den Weg von
Horonajim herab:
«Fliehet und rettet euer Leben!» Aber ihr
werdet sein wie ein Strauch in der Wüste.
Weil du dich auf deine Bauwerke verlässest und
auf deine Schätze, sollst du auch erobert werden, und
Kemosch muß gefangen wegziehen samt seinen Priestern und
Fürsten.
Denn der Verwüster wird über alle Städte
kommen, daß nicht eine Stadt entrinnen wird. Es
sollen die Täler verwüstet und die Ebenen verheert
werden; denn der HERR hat's gesagt.
Gebt Moab Flügel, denn es wird davon müssen, als
flöge es, und seine Städte werden wüst liegen, daß
niemand darin wohnen wird.
Verflucht sei, wer des HERRN Werk lässig tut;
verflucht sei, wer sein Schwert aufhält, daß es nicht
Blut vergießt!
Moab ist von seiner Jugend an ungestört
gewesen und auf seinen Hefen still gelegen und ist nie aus einem
Faß ins andre gegossen und ist nie in die Gefangenschaft
gezogen; darum ist sein Geschmack ihm geblieben und sein Geruch
nicht verändert worden.
Darum siehe, spricht der HERR, es kommt die Zeit, daß
ich ihnen Küfer schicken will, die sie ausschütten
sollen und ihre Fässer ausleeren und ihre Krüge
zerschmettern.
Und Moab soll über dem Kemosch zuschanden werden,
gleichwie das Haus Israel über Bethel zuschanden geworden
ist, worauf sie sich verließen.
Wie könnt ihr sagen: Wir sind Helden und
rechte Kriegsleute?
Moab wird verwüstet, und seine Städte werden
erstiegen, und seine beste Mannschaft muß hinab zur
Schlachtbank, spricht der König, welcher heißt der
HERR Zebaoth.
Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein
Unglück eilt herbei.
Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie
her wohnt und ihren Namen kennt, und sprecht: «Wie ist das
starke Zepter und der herrliche Stab so zerbrochen!»
Herunter von der Herrlichkeit, du Tochter Dibon, und setz
dich in den Staub! Denn der Verwüster Moabs wird zu dir
hinaufkommen und deine Bollwerke zerstören.
Tritt an die Straße und schaue, du Einwohnerin von
Aroër! Frage, die da fliehen und entrinnen, und sprich: «Was
ist geschehen?»
Ach, Moab ist verwüstet und verheert! Heulet und
schreiet; sagt's am Arnon, daß Moab vernichtet ist!
Die Strafe ist über das ebene Land ergangen, nämlich
über Holon, Jahza, Mephaath,
Dibon, Nebo, Beth-Diblathajim,
Kirjathajim, Beth-Gamul, Beth-Meon,
Kerijoth, Bozra und über alle Städte im Lande
Moab, sie seien fern oder nahe.
Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist
zerbrochen, spricht der HERR.
Macht es trunken; denn es hat sich gegen den HERRN
erhoben! Speien müsse Moab, auf daß es auch zum
Gespött werde.
Oder ist Israel dir nicht ein Gespött gewesen, als
hätte man es unter den Dieben gefunden? Sooft du von ihm
sprachst, hast du es verhöhnt.
O ihr Bewohner von Moab, verlaßt die Städte und
wohnt in den Felsen und tut wie die Tauben, die da nisten in den
Löchern!
Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, daß
es sehr stolz sei, hoffärtig, hochmütig, trotzig und
übermütig.
Aber der HERR spricht: Ich kenne seinen Übermut wohl
und sein böses Geschwätz; Böses haben sie getan.
Darum muß ich über Moab heulen und über
ganz Moab schreien und über die Leute von Kir-Heres klagen.
Mehr als über Jaser muß ich über dich
weinen, du Weinstock Sibma; denn deine Ranken reichten über
das Meer und kamen bis nach Jaser. Der Verwüster ist über
deine Ernte und Weinlese hergefallen.
Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland
und dem Lande Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der
Kelterer wird nicht mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein
Lied singen.
Das Geschrei von Hesbon wird gehört bis Elale, bis
nach Jahza, von Zoar an bis nach Horonajim, bis
Eglath-Schelischija, denn auch die Wasser Nimrims sollen
versiegen.
Und ich will, spricht der HERR, in Moab damit ein Ende
machen, daß sie auf den Höhen opfern und ihren Göttern
Opfer darbringen.
Darum klagt mein Herz über Moab wie
Flötenklage, und über die Leute in Kir-Heres klagt mein
Herz wie Flötenklage; denn das Gut, das sie gesammelt, ist
zugrunde gegangen.
Alle Köpfe werden kahl sein und alle Bärte
abgeschoren, alle Hände wund geritzt, und jeder wird den
Sack anziehen.
Auf allen Dächern und Gassen, überall in Moab
wird man klagen; denn ich habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß,
das niemand haben will, spricht der HERR.
O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie haben sie
schimpflich den Rücken gewandt! Moab ist zum Spott und zum
Bild des Schreckens geworden allen, die ringsum wohnen.
Denn so spricht der HERR: Siehe, er fliegt daher wie ein
Adler und breitet seine Flügel aus über Moab.
Die Städte sind erobert, und die Festungen sind
eingenommen, und das Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage
sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten.
Denn Moab muß vertilgt werden, daß es kein
Volk mehr sei, weil es sich gegen den HERRN erhoben hat.
Schrecken, Grube und Schlinge über dich, du Volk von
Moab! spricht der HERR.
Wer dem Schrecken entflieht, der wird in die Grube fallen,
und wer aus der Grube herauskommt, der wird in der Schlinge
gefangen werden; denn ich will über Moab kommen lassen das
Jahr seiner Heimsuchung, spricht der HERR.
Erschöpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten
von Hesbon; aber es wird ein Feuer aus Hesbon und eine Flamme aus
dem Hause Sihon ausgehen, welche die Schläfe Moabs verzehren
wird und den Scheitel der kriegerischen Leute.
Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch;
denn man hat deine Söhne und Töchter genommen und
gefangen weggeführt.
Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs
wenden, spricht der HERR. Das sei gesagt von der Strafe über
Moab.
Weissagung gegen Ammon
Kapitel 49
Wider die Ammoniter. So spricht der HERR: Hat denn Israel
keine Kinder, oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn Milkom
das Land Gad, und warum wohnt sein Volk in dessen Städten?
Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß
ich will ein Kriegsgeschrei erschallen lassen über
Rabbath-Ammon, und es soll zu einem wüsten Schutthügel
werden, und seine Tochterstädte sollen in Brand gesteckt
werden. Aber Israel soll seine Besitzer besitzen, spricht der
HERR.
Heule, Hesbon! denn Ai ist verwüstet. Schreit, ihr
Töchter von Rabba, und zieht den Sack an; klaget und lauft
hin und her mit Ritzwunden! Denn Milkom wird gefangen weggeführt
samt seinen Priestern und Fürsten.
Was rühmst du dich deines Tales, deines wasserreichen
Tales, du ungehorsame Tochter, die du dich auf deine Schätze
verläßt und sprichst in deinem Herzen: Wer darf sich
an mich machen?
Siehe, spricht Gott, der HERR Zebaoth, ich will
Schrecken über dich kommen lassen von allen, die um dich her
wohnen; ihr sollt in alle Richtungen versprengt werden, und
niemand wird die Flüchtigen sammeln.
Aber danach will ich wieder wenden das Geschick Ammons,
spricht der HERR.
Weissagungen gegen Edom
Wider Edom. So spricht der HERR Zebaoth: Ist denn keine
Weisheit mehr in Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen?
Ist ihnen die Weisheit ausgegangen?
Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr Bürger
von Dedan! Denn ich lasse Unheil über Esau kommen, die Zeit
seiner Heimsuchung.
Es sollen Winzer über dich kommen, die keine Nachlese
übriglassen, und Diebe sollen des Nachts über dich
kommen, die sollen nach Herzenslust verwüsten.
Denn ich habe Esau entblößt und seine Verstecke
aufgedeckt, daß er sich nicht verbergen kann. Seine Söhne,
seine Brüder und seine Nachbarn sind vernichtet, daß
keiner von ihnen mehr da ist.
Verlaß nur deine Waisen, ich will sie am Leben
erhalten, und deine Witwen sollen auf mich hoffen.
Denn so spricht der HERR: Siehe, die es nicht
verdient hatten, den Kelch zu trinken, müssen trinken, und
du sollst ungestraft bleiben? Du sollst nicht ungestraft bleiben,
sondern du mußt auch trinken.
Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR,
daß Bozra zum Entsetzen, zur Schmach, zur Wüste und
zum Fluch werden soll und alle seine Städte zur ewigen
Wüste.
Ich hab eine Kunde vernommen vom HERRN, ein Bote
ist unter die Völker gesandt: Sammelt euch und kommt her
wider Edom; macht euch auf zum Kampf!
Denn siehe, ich will dich gering machen unter den Völkern
und verachtet unter den Menschen.
Daß die andern dich fürchten, hat dich
verführt, und dein Herz ist hochmütig, weil du in
Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn du auch
dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich
von dort herunterstürzen, spricht der HERR.
Also soll Edom wüst werden, daß alle, die
vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle
seine Plagen.
Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört
wurden, spricht der HERR, so soll auch dort niemand wohnen noch
ein Mensch darin hausen.
Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht
des Jordan in die Auen; denn ich will sie eilends daraus
wegtreiben und den, der erwählt ist, darüber setzen.
Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der
Hirte, der mir widerstehen kann?
So höret nun den Ratschluß des HERRN,
den er über Edom gefaßt hat, und seine Gedanken, die
er über die Einwohner von Teman hat. Was gilt's? Wird man
sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden
ihretwegen nicht ihre Auen veröden?
Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr
Geschrei wird man am Schilfmeer hören.
Siehe, er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine
Flügel aus über Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der
Helden in Edom sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten.
Weissagung gegen Damaskus
Wider Damaskus. Hamath und Arpad sind zuschanden geworden;
sie sind verzagt, denn sie hören ein böses Gerücht.
Ihr Herz bebt vor Sorge; sie sind so erschrocken, daß sie
nicht Ruhe finden können.
Damaskus ist verzagt und wendet sich zur Flucht; es
zittert und ist in Ängsten und Schmerzen wie eine Frau in
Kindsnöten.
Wie ist sie nun verlassen, die berühmte und fröhliche
Stadt!
Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen,
und alle ihre Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit,
spricht der HERR Zebaoth.
Und ich will an die Mauern von Damaskus Feuer legen, daß
es die Paläste Benhadads verzehren soll.
Weissagungen gegen arabische Stämme
Wider Kedar und die Königreiche von Hazor, die
Nebukadnezar, der König von Babel, schlug. So spricht der
HERR: Wohlauf, ziehet herauf gegen Kedar und vernichtet, die im
Osten wohnen!
Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre
Zeltdecken, alle Geräte und Kamele wegführen und über
sie rufen: Schrecken um und um!
Fliehet, hebt euch eilends davon, verkriecht euch
tief, ihr Einwohner von Hazor! spricht der HERR; denn
Nebukadnezar, der König von Babel, hat etwas im Sinn wider
euch und plant etwas gegen euch.
Wohlauf, ziehet herauf wider ein Volk, das ruhig und
sicher wohnt! spricht der HERR; sie haben weder Tür noch
Riegel und wohnen allein.
Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs
genommen werden, und in alle Winde will ich die zerstreuen, die
das Haar rundherum abscheren, und von allen Seiten her will ich
ihr Unglück über sie kommen lassen, spricht der HERR;
daß Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige
Wüste werden soll, so daß niemand dort wohne und kein
Mensch darin hause.
Weissagung gegen Elam
Dies ist das Wort des HERRN, das geschah zu Jeremia, dem
Propheten, wider Elam im Anfang der Herrschaft Zedekias, des
Königs von Juda:
So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will den Bogen
Elams zerbrechen, seine stärkste Waffe,
und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels
über sie kommen lassen und will sie in alle diese Winde
zerstreuen, so daß es kein Volk geben soll, wohin nicht
Vertriebene aus Elam kommen werden.
Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und
vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und will Unheil
über sie kommen lassen in meinem grimmigen Zorn, spricht der
HERR, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie
aufreibe.
Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den
König und die Fürsten umbringen, spricht der HERR.
Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams
wieder wenden, spricht der HERR.
Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung
Israels
Kapitel 50
Dies ist das Wort, das der HERR durch den Propheten
Jeremia geredet hat wider Babel und das Land der Chaldäer:
Verkündet's unter den Völkern und laßt's
erschallen, richtet das Banner auf! Laßt's erschallen und
verbergt es nicht und sprecht: Babel ist genommen, Bel ist
zuschanden, Merodach ist zerschmettert; ihre Götzen sind
zuschanden, ihre Götterbilder sind zerschmettert!
Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das ihr
Land zur Wüste macht, so daß niemand darin wohnen
wird, sondern Menschen und Vieh daraus fliehen werden.
In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der
HERR, werden kommen die Kinder Israel samt den Kindern Juda und
weinend umherziehen und den HERRN, ihren Gott, suchen.
Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin
kehren: «Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem
ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!»
Denn mein Volk ist wie eine verlorne Herde. Ihre Hirten
haben sie verführt und auf den Bergen in die Irre gehen
lassen, daß sie über Berge und Hügel gehen mußten
und ihren Ruheplatz vergaßen.
Es fraßen sie alle, die sie antrafen, und ihre
Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht! Denn sie haben sich
versündigt an dem HERRN, der rechten Weide, und an dem
HERRN, der ihrer Väter Hoffnung war.
Fliehet aus Babel und zieht aus der Chaldäer
Lande und macht's wie die Böcke vor der Herde!
Denn siehe, ich will Völker in großen Scharen
erwecken und aus dem Lande des Nordens gegen Babel heranführen;
die sollen sich gegen die Stadt rüsten und sie auch
einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines guten Kriegers, der
nicht mit leeren Händen zurückkehrt.
Und das Chaldäerland soll ein Raub werden; alle, die
es berauben, sollen satt werden, spricht der HERR.
Wenn ihr euch auch freut und rühmt, daß ihr
mein Erbteil geplündert habt, und hüpft wie die Kälber
im Grase und wiehert wie die starken Rosse,
so wird eure Mutter doch sehr zuschanden und, die euch
geboren hat, zum Spott werden. Siehe, unter den Völkern soll
sie die geringste sein, wüst, dürr und öde.
Denn vor dem Zorn des HERRN wird sie unbewohnt und ganz
wüst bleiben, so daß alle, die an Babel vorüberziehen,
sich entsetzen werden und spotten über alle ihre Plagen.
Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr
Bogenschützen; schießt nach ihr, spart nicht an
Pfeilen; denn sie hat wider den HERRN gesündigt.
Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben,
ihre Pfeiler sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so
vergilt der HERR. Übt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie
getan hat.
Rottet aus von Babel den Säemann und den Schnitter in
der Ernte! Vor dem mörderischen Schwert wird sich jeder zu
seinem Volk wenden und in sein Land fliehen.
Israel war eine zerstreute Herde, die die Löwen
verscheucht haben. Zuerst fraß sie der König von
Assyrien, danach nagte ihre Knochen ab Nebukadnezar, der König
von Babel.
Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe,
ich will heimsuchen den König von Babel und sein Land,
gleichwie ich den König von Assyrien heimgesucht habe.
Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung
bringen, daß sie auf dem Karmel und in Basan weiden und
sich sättigen sollen auf dem Gebirge Ephraim und Gilead.
Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die
Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da
sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden
werden; denn ich will sie vergeben denen, die ich übrigbleiben
lasse.
Zieh heran gegen das Land Merathajim;
zieh heran gegen die Einwohner von Pekod;
vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen, spricht
der HERR, und tu alles, was ich dir befohlen habe!
Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und großer
Jammer.
Wie ist der Hammer der ganzen Welt zerbrochen und
zerschlagen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter
allen Völkern!
Ich habe dir Fallen gestellt, Babel, und du hast dich
darin gefangen, ehe du dich's versahst; du bist getroffen und
ergriffen, denn du hast den HERRN herausgefordert.
Der HERR hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines
Zorns hervorgeholt; denn Gott, der HERR Zebaoth, hat etwas
auszurichten in der Chaldäer Lande.
Kommt her gegen dies Land von allen Enden, öffnet
seine Kornhäuser, werft alles auf einen Haufen und vollzieht
den Bann an ihm, daß nichts übrigbleibe!
Tötet alle seine Stiere, führt sie hinab zur
Schlachtbank! Weh ihnen, denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit
ihrer Heimsuchung!
Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer,
die entronnen sind aus dem Lande Babel, daß sie verkünden
zu Zion die Vergeltung des HERRN, unseres Gottes, die Vergeltung
für seinen Tempel.
Rufet viele wider Babel, belagert es ringsum, all
ihr Bogenschützen, und laßt keinen davonkommen!
Vergeltet Babel, wie es verdient hat; wie es getan hat, so tut
ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt wider den HERRN, den
Heiligen Israels.
Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen
Gassen, und alle seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage,
spricht der HERR.
Siehe, du Stolzer, ich will an dich, spricht Gott, der
HERR Zebaoth; denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner
Heimsuchung.
Da soll der Stolze stürzen und fallen, daß ihn
niemand aufrichte. Ich will an seine Städte Feuer legen; das
soll alles, was ringsumher ist, verzehren.
So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, die Kinder
Israel samt den Kindern Juda müssen Gewalt und Unrecht
leiden; alle, die sie gefangen weggeführt haben, halten sie
fest und wollen sie nicht loslassen.
Aber ihr Erlöser ist stark, der heißt HERR
Zebaoth; der wird ihre Sache so hinausführen, daß er
das Land erbeben und die Einwohner von Babel erzittern läßt.
Das Schwert soll kommen, spricht der HERR, über
die Chaldäer und über die Einwohner von Babel und über
ihre Fürsten und über ihre Weisen!
Das Schwert soll kommen über ihre Wahrsager, daß
sie zu Narren werden; das Schwert soll kommen über ihre
Starken, daß sie verzagen!
Das Schwert soll kommen über ihre Rosse und Wagen und
über alles fremde Volk, das darin ist, daß sie zu
Weibern werden! Das Schwert soll kommen über ihre Schätze,
daß sie geplündert werden!
Dürre soll kommen über ihre Wasser, daß
sie versiegen! Denn es ist ein Götzenland, und an ihren
schrecklichen Götzen sind sie toll geworden.
Darum sollen Wüstentiere und wilde Hunde darin wohnen
und die Strauße, und es soll nie mehr bewohnt werden und
niemand darin hausen für und für.
Gleichwie Gott Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn
zerstört hat, spricht der HERR, soll niemand darin wohnen
noch ein Mensch darin hausen.
Siehe, es kommt ein Volk von Norden her; viele
Völker und viele Könige werden vom Ende der Erde sich
aufmachen.
Die haben Bogen und Speer; sie sind grausam und
unbarmherzig; ihr Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie
reiten auf Rossen, gerüstet als Kriegsleute gegen dich, du
Tochter Babel.
Wenn der König von Babel die Kunde von ihnen hören
wird, so werden ihm die Hände niedersinken; ihm wird so
angst und bange werden wie einer Frau in Kindsnöten.
Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem
Dickicht des Jordan in die Auen; denn ich will sie eilends daraus
wegtreiben und den, der erwählt ist, darüber setzen.
Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der
Hirte, der mir widerstehen kann?
So hört nun den Ratschluß des HERRN, den
er über Babel gefaßt hat, und seine Gedanken, die er
hat über die Einwohner im Lande der Chaldäer! Was
gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer
Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden?
Und die Erde wird beben von dem Ruf: Babel ist genommen!
und sein Wehgeschrei wird unter den Völkern erschallen.
Weitere Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung
Israels
Kapitel 51
So spricht der HERR: Siehe, ich will einen Verderben
bringenden Wind erwecken wider Babel und wider seine Bewohner,
die sich gegen mich erhoben haben.
Ich will Worfler nach Babel schicken, die sie worfeln
sollen und ihr Land ausfegen, die von allen Seiten über sie
kommen werden am Tage des Unheils.
Ihre Schützen sollen nicht schießen, und ihre
Geharnischten sollen sich nicht wehren können. Verschont
nicht ihre junge Mannschaft, vollstreckt den Bann an ihrem ganzen
Heer,
daß die Erschlagenen daliegen im Lande der Chaldäer
und die Erstochenen auf ihren Gassen!
Aber Israel und Juda sollen nicht Witwen werden, verlassen
von ihrem Gott, dem HERRN Zebaoth; denn das Land der Chaldäer
hat sich sehr verschuldet am Heiligen Israels.
Fliehet aus Babel, und rette ein jeder sein Leben, daß
ihr nicht untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist für
den HERRN die Zeit der Rache, um ihm seine Taten zu vergelten.
Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht
hat, war Babel in der Hand des HERRN. Alle Völker haben von
seinem Wein getrunken; darum sind die Völker so toll
geworden.
Wie plötzlich ist Babel gefallen und zerschmettert!
Heulet über Babel, bringt Balsam für seine Wunden, ob
es vielleicht geheilt werden könnte.
Wir wollten Babel heilen; aber es wollte nicht geheilt
werden. So laßt es fahren und laßt uns ein jeder in
sein Land ziehen! Denn seine Strafe reicht bis an den Himmel und
langt hinauf bis an die Wolken.
Der HERR hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht.
Kommt, laßt uns in Zion erzählen die Werke des HERRN,
unseres Gottes!
Ja, schärft nun die Pfeile und ergreift die
Schilde! Der HERR hat den Mut der Könige von Medien erweckt;
denn seine Gedanken stehen wider Babel, daß er es verderbe.
Denn dies ist die Vergeltung des HERRN, die Vergeltung für
seinen Tempel.
Ja, erhebt nun das Banner gegen die Mauern von Babel,
macht stark die Wachen, bestellt Wächter, legt einen
Hinterhalt! Denn der HERR hat sich's vorgenommen und wird's auch
tun, was er gegen die Einwohner von Babel geredet hat.
Die du an großen Wassern wohnst und große
Schätze hast, dein Ende ist gekommen, dein Lebensfaden wird
abgeschnitten!
Der HERR Zebaoth hat bei sich geschworen: Wenn ich dich
auch gefüllt habe mit Menschen wie mit Heuschrecken, so wird
man doch über dich anstimmen den Ruf des Keltertreters.
Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den
Erdkreis durch seine Weisheit bereitet und den Himmel
ausgebreitet durch seinen Verstand.
Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel. Er
läßt die Wolken heraufziehen vom Ende der Erde. Er
macht die Blitze, daß es regnet, und läßt den
Wind kommen aus seinen Vorratskammern.
Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle
Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre
Götzen sind Trug und haben kein Leben.
Sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen
zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden.
Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist, sondern er
ist's, der alle Dinge schafft, und Israel ist sein Erbteil. Er
heißt HERR Zebaoth.
Du, Babel, warst mein Hammer, meine Kriegswaffe;
durch dich habe ich Völker zerschmettert und Königreiche
zerstört.
Durch dich habe ich Rosse und Reiter zerschmettert, Wagen
und Fahrer.
Durch dich habe ich Männer und Frauen zerschmettert,
Alte und Junge, Jünglinge und Jungfrauen.
Durch dich habe ich Hirten und Herden zerschmettert,
Bauern und Gespanne und Fürsten und Herren.
Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern von Chaldäa
vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor
euren Augen, spricht der HERR.
Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du
Verderben gebracht hast über alle Welt, spricht der HERR.
Ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von den
Felsen herabwälzen und will einen verbrannten Berg aus dir
machen,
daß man weder Ecksteine noch Grundsteine aus dir
nehmen kann, sondern eine ewige Wüste sollst du sein,
spricht der HERR.
Richtet auf das Banner auf Erden, blast die Posaune
unter den Völkern! Heiligt die Völker zum Kampf gegen
die Stadt Babel! Ruft wider sie die Königreiche Ararat,
Minni und Aschkenas! Sammelt Kriegsleute gegen sie, bringet Rosse
herauf, zahlreich wie Heuschrecken!
Heiligt die Völker zum Kampf gegen sie, die Könige
von Medien samt allen ihren Fürsten und Herren und das ganze
Land ihrer Herrschaft,
daß das Land erbebt und erzittert; denn die Gedanken
des HERRN wollen erfüllt werden wider Babel, daß er
das Land Babel zur Wüste mache, in der niemand wohnt.
Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen,
sondern in der Festung bleiben. Mit ihrer Stärke ist's aus,
sie sind Weiber geworden; ihre Wohnungen sind in Brand gesteckt
und ihre Riegel zerbrochen.
Ein Läufer begegnet dem andern und ein Bote dem
andern, um dem König von Babel anzusagen, daß seine
Stadt genommen sei an allen Enden
und die Furten besetzt seien und die Bollwerke verbrannt
und die Kriegsleute verzagt.
Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Die
Tochter Babel ist wie eine Tenne, wenn man sie feststampft; es
wird ihre Ernte gar bald kommen.
«Nebukadnezar, der König von Babel, hat
mich gefressen und umgebracht, er hat aus mir ein leeres Gefäß
gemacht. Er hat mich verschlungen wie ein Drache, er hat seinen
Bauch gefüllt mit meinen Kostbarkeiten; er hat mich
vertrieben.
Nun aber komme über Babel der Frevel, der an mir
begangen ist und an meinem Fleische», spricht die
Einwohnerin von Zion, «und
mein Blut komme über die Bewohner von Chaldäa»,
spricht Jerusalem.
Darum spricht der HERR: Siehe, ich will deine Sache führen
und dich rächen. Ich will ihr Meer austrocknen und ihre
Brunnen versiegen lassen.
Und Babel soll zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale
werden, zum Bild des Entsetzens und zum Spott, daß niemand
darin wohne.
Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und
knurren wie die jungen Löwen.
Wenn sie vor Gier brennen, will ich ihnen ein Mahl
zurichten und will sie trunken machen, daß sie matt werden
und zum ewigen Schlaf einschlafen, von dem sie nimmermehr
aufwachen sollen, spricht der HERR.
Ich will sie hinabführen wie Lämmer zur
Schlachtbank, wie Widder und Böcke.
Wie ist Scheschach gefallen und die in aller Welt
Berühmte eingenommen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens
geworden unter den Heiden!
Ein Meer ist über Babel gegangen, und mit der Menge
seiner Wellen ist es bedeckt.
Seine Städte sind zur Wüste und zu einem dürren,
öden Lande geworden, zum Lande, darin niemand wohnt und das
kein Mensch durchzieht.
Ja, ich habe den Bel zu Babel heimgesucht und habe aus
seinem Rachen gerissen, was er verschlungen hatte. Und die Heiden
sollen nicht mehr zu ihm laufen; denn es sind auch die Mauern von
Babel zerfallen.
Zieh aus von dort, mein Volk, und rette ein jeder
sein Leben vor dem grimmigen Zorn des HERRN!
Euer Herz könnte sonst weich werden und verzagen vor
den Gerüchten, die man im Lande hören wird. Denn es
wird in diesem Jahr ein Gerücht umgehen und danach im
nächsten Jahr wieder ein Gerücht, und Gewalt wird im
Lande sein und ein Herrscher wider den andern.
Darum siehe, es kommt die Zeit, daß ich die Götzen
zu Babel heimsuchen will und sein ganzes Land zuschanden werden
soll und seine Erschlagenen darin liegen werden.
Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden
jauchzen über Babel, weil seine Verwüster von Norden
gekommen sind, spricht der HERR.
Und Babel muß fallen für die Erschlagenen
Israels, wie für Babel gefallen sind die Erschlagenen der
ganzen Erde.
So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen
seid, und haltet euch nicht auf! Gedenkt des HERRN in fernem
Lande und laßt euch Jerusalem im Herzen sein!
Psalm
137,5.
Wir waren zuschanden geworden, weil wir die Schmach hören
mußten und Scham unser Angesicht bedeckte, weil die Fremden
über das Heiligtum des Hauses des HERRN kamen.
Darum siehe, die Zeit kommt, spricht der HERR, daß
ich die Götzen Babels heimsuchen will, und im ganzen Lande
sollen die tödlich Verwundeten stöhnen.
Und wenn Babel zum Himmel emporstiege und seine Mauern
unersteigbar hoch machte, so sollen doch Verwüster von mir
über sie kommen, spricht der HERR.
Man hört ein Geschrei aus Babel und einen
großen Jammer aus der Chaldäer Lande;
denn der HERR verwüstet Babel und vertilgt aus ihm
das große Getümmel. Wellen brausen heran wie große
Wasser, es erschallt ihr lautes Tosen;
denn es ist über Babel der Verwüster gekommen.
Seine Helden werden gefangen, seine Bogen werden zerbrochen; denn
der Gott der Vergeltung, der HERR, zahlt es ihnen heim.
Ich will seine Fürsten, Weisen, Herren und Hauptleute
und seine Krieger trunken machen, daß sie zu ewigem Schlaf
einschlafen sollen, von dem sie nie mehr aufwachen, spricht der
König, der da heißt HERR Zebaoth.
So spricht der HERR Zebaoth: Die Mauern des großen
Babel sollen geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt
werden, daß die Arbeit der Heiden umsonst sei und dem Feuer
verfalle, was die Völker mit Mühe erbaut haben.
Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia befahl
Seraja, dem Sohn Nerias, des Sohnes Machsejas, als er mit
Zedekia, dem König von Juda, nach Babel zog im vierten Jahr
seiner Herrschaft. Und Seraja war der Marschall für die
Reise.
Und Jeremia schrieb all das Unheil, das über Babel
kommen sollte, in ein Buch, nämlich alle diese Worte, die
wider Babel geschrieben sind.
Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst,
so schaue zu und lies laut alle diese Worte
und sprich: HERR, du hast geredet gegen diese Stätte,
daß du sie ausrotten willst, so daß niemand darin
wohne, weder Mensch noch Vieh, sondern daß sie immerdar
wüst sei.
Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein
daran und wirf's in den Euphrat
und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder
aufkommen von dem Unheil, das ich über sie bringen will,
sondern soll vergehen.
So weit hat Jeremia geredet.
Nochmaliger Bericht von der Zerstörung Jerusalems und
der Wegführung in die Gefangenschaft
Kapitel 52
Zedekia war einundzwanzig Jahre alt, als er König
wurde; und er regierte elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß
Hamutal, eine Tochter Jeremias aus Libna.
Und er tat, was dem HERRN mißfiel, gleichwie Jojakim
getan hatte.
Denn so geschah es mit Jerusalem und Juda um des
Zornes des HERRN willen, bis er sie von seinem Angesicht
wegstieß. Zedekia fiel ab vom König von Babel.
Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tage des
zehnten Monats, kam Nebukadnezar, der König von Babel, mit
seinem ganzen Heer vor Jerusalem, und sie belagerten es und
machten Bollwerke ringsumher.
Und die Stadt blieb belagert bis ins elfte Jahr des Königs
Zedekia.
Aber am neunten Tage des vierten Monats nahm der Hunger
überhand in der Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts
mehr zu essen.
Da brach man in die Stadt, und alle Kriegsleute wandten
sich zur Flucht und zogen zur Stadt hinaus bei Nacht durch das
Tor zwischen den zwei Mauern auf dem Wege, der zum Garten des
Königs geht. Aber die Chaldäer lagen rings um die Stadt
her. Und als sie den Weg zum Jordantal nahmen,
jagte das Heer der Chaldäer dem König nach, und
sie holten Zedekia ein im Jordantal von Jericho. Da zerstreute
sich sein ganzes Heer.
Und sie nahmen den König gefangen und brachten ihn
hinauf zum König von Babel nach Ribla, das im Lande Hamath
liegt; der sprach das Urteil über ihn.
Allda ließ der König von Babel die Söhne
Zedekias vor dessen Augen töten und tötete auch alle
Oberen von Juda in Ribla.
Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in
Ketten legen. So führte ihn der König von Babel nach
Babel und legte ihn ins Gefängnis, bis er starb.
Am zehnten Tage des fünften Monats, das ist
das neunzehnte Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel, kam
Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der stets um den König
von Babel war, nach Jerusalem
und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs
und alle Häuser von Jerusalem; alle großen Häuser
verbrannte er mit Feuer.
Und das ganze Heer der Chaldäer, das bei dem Obersten
der Leibwache war, riß alle Mauern Jerusalems ringsumher
nieder.
Aber das niedere Volk und was vom Volk noch übrig war
in der Stadt und die zum König von Babel abgefallen waren
und was übriggeblieben war von den Werkleuten führte
Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, gefangen weg.
Vom niederen Volk auf dem Lande ließ Nebusaradan,
der Oberste der Leibwache, Weingärtner und Ackerleute
zurück.
Aber die kupfernen Säulen am Hause des HERRN
und die Gestelle und das kupferne Meer am Hause des HERRN
zerbrachen die Chaldäer und brachten alles Kupfer nach
Babel.
Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Becken, Schalen und
alle kupfernen Gefäße, die man im Gottesdienst zu
gebrauchen pflegte, nahmen sie weg.
Dazu nahm der Oberste der Leibwache, was golden und
silbern war an Bechern, Räuchergefäßen, Becken,
Töpfen, Leuchtern, Löffeln und Schalen.
Die zwei Säulen, das Meer, die zwölf kupfernen
Rinder darunter und die Gestelle, welche der König Salomo
hatte machen lassen für das Haus des HERRN – das
Kupfer aller dieser Geräte war unermeßlich viel.
Von den zwei Säulen aber war jede achtzehn Ellen
hoch; eine Schnur, zwölf Ellen lang, reichte um sie herum;
jede Säule war vier Finger dick und inwendig hohl.
Auf jeder stand ein kupferner Knauf, fünf Ellen hoch,
und ein Gitterwerk und Granatäpfel waren an jedem Knauf
ringsumher, alles aus Kupfer; und eine Säule war wie die
andere, die Granatäpfel auch.
Es waren sechsundneunzig Granatäpfel daran; im ganzen
waren es hundert Granatäpfel rings um das Gitterwerk herum.
Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten
Priester Seraja und den zweitobersten Priester Zephanja und die
drei Hüter der Schwelle
und aus der Stadt einen Kämmerer, der über die
Kriegsleute gesetzt war, und sieben Männer, welche stets um
den König sein mußten, die man in der Stadt fand, dazu
den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Volk des Landes zum
Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die man in der
Stadt fand;
diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und
brachte sie zum König von Babel nach Ribla.
Und der König von Babel schlug sie tot zu Ribla, das
im Lande Hamath liegt. So wurde Juda aus seinem Lande weggeführt.
Dies ist das Volk, das Nebukadnezar weggeführt
hat: im siebenten Jahr 3023 Judäer;
im achtzehnten Jahr aber des Nebukadnezars 832 Leute aus
Jerusalem;
und im dreiundzwanzigsten Jahr des Nebukadnezars führte
Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, 745 Leute aus Juda weg.
Alle zusammen sind 4600.
Begnadigung des Königs Jojachin
Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin,
der König von Juda, weggeführt war, am
fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats ließ
Evil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König
wurde, Jojachin, den König von Juda, aus dem Kerker holen
und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über
die Sitze der Könige, die bei ihm in Babel waren.
Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab
und aß bei dem König sein Leben lang.
Und ihm wurde stets sein Unterhalt vom König von
Babel gegeben, wie es für ihn verordnet war, sein ganzes
Leben lang bis an sein Ende.
DIE
KLAGELIEDER JEREMIAS
|