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DIE BIBEL
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Schrift
DER PROPHET
JEREMIA
Kapitel 25 -
39
Die siebzigjährige Gefangenschaft bis zum Untergang
Babels
Kapitel 25
Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah über das
ganze Volk von Juda im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias,
des Königs von Juda; das ist das erste Jahr Nebukadnezars,
des Königs von Babel.
Und der Prophet Jeremia sprach zu dem ganzen Volk von Juda
und zu allen Bürgern Jerusalems:
Vom dreizehnten Jahr des Josia an, des Sohnes Amons, des
Königs von Juda, ist des HERRN Wort zu mir geschehen bis auf
diesen Tag, und ich habe zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang
immer wieder gepredigt, aber ihr habt nie hören wollen.
Und der HERR hat zu euch immer wieder alle seine Knechte,
die Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hören wollen und
eure Ohren mir nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht,
wenn er sprach: Bekehret euch, ein jeder von seinem bösen
Wege und von euren bösen Werken, so sollt ihr in dem Lande,
das der HERR euch und euren Vätern gegeben hat, für
immer und ewig bleiben.
Folgt nicht andern Göttern, ihnen zu dienen und sie
anzubeten, und erzürnt mich nicht durch eurer Hände
Werk, damit ich euch nicht Unheil zufügen muß.
Aber ihr wolltet mir nicht gehorchen, spricht der HERR,
auf daß ihr mich ja erzürntet durch eurer Hände
Werk zu eurem eigenen Unheil.
Darum spricht der HERR Zebaoth: Weil ihr denn meine
Worte nicht hören wollt,
siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle
Völker des Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht
Nebukadnezar, den König von Babel, und will sie bringen über
dies Land und über seine Bewohner und über alle diese
Völker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und
sie zum Bild des Entsetzens und zum Spott und zur ewigen Wüste
machen
und will wegnehmen allen fröhlichen Gesang, die
Stimme des Bräutigams und der Braut, das Geräusch der
Mühle und das Licht der Lampe,
so daß dies ganze Land wüst und zerstört
liegen soll. Und diese Völker sollen dem König von
Babel dienen siebzig Jahre.
Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen
den König von Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um
ihrer Missetat willen, dazu das Land der Chaldäer und will
es zur ewigen Wüste machen.
So lasse ich an diesem Lande, gegen das ich geredet habe,
alle meine Worte in Erfüllung gehen, nämlich alles, was
in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia geweissagt hat über
alle Völker.
Und auch sie sollen großen Völkern und großen
Königen dienen. So will ich ihnen vergelten nach ihrem
Verdienst und nach den Werken ihrer Hände.
Der Zornbecher für alle Völker
Denn so sprach zu mir der HERR, der Gott Israels: Nimm
diesen Becher mit dem Wein meines Zorns aus meiner Hand und laß
daraus trinken alle Völker, zu denen ich dich sende,
daß sie trinken, taumeln und toll werden vor dem
Schwert, das ich unter sie schicken will. -
Und ich nahm den Becher aus der Hand des HERRN und ließ
daraus trinken alle Völker, zu denen mich der HERR sandte,
nämlich Jerusalem, die Städte Judas, ihre Könige
und Fürsten, daß sie wüst und zerstört
liegen und ein Spott und Fluch sein sollten – wie es denn
heutigentages steht -,
auch den Pharao, den König von Ägypten, mit
seinen Großen und mit seinen Fürsten, mit seinem
ganzen Volk
und allem Mischvolk, alle Könige im Lande Uz, alle
Könige in der Philister Lande mit Askalon, Gaza, Ekron und
denen, die übriggeblieben sind in Asdod;
die von Edom, die von Moab, die Ammoniter;
alle Könige von Tyrus, alle Könige von Sidon,
die Könige auf den Inseln jenseits des Meeres;
die von Dedan, die von Tema, die von Bus und alle, die das
Haar rundherum abscheren;
alle Könige Arabiens und die der Mischvölker,
die in der Wüste wohnen;
alle Könige in Simri, alle Könige in Elam, alle
Könige in Medien;
alle Könige des Nordens, die in der Nähe und die
in der Ferne, einen wie den andern, alle Königreiche der
Welt, soviel ihrer auf Erden sind. Und der König von
Scheschach
soll nach ihnen trinken. -
Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott
Israels: Trinkt, daß ihr trunken werdet und speit, daß
ihr niederfallt und nicht aufstehen könnt vor dem Schwert,
das ich unter euch schicken will.
Und wenn sie den Becher von deiner Hand nicht nehmen und
nicht trinken wollen, so sprich zu ihnen: So spricht der HERR
Zebaoth: Ihr müßt trinken!
Denn siehe, bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt
ist, fange ich an mit dem Unheil, und ihr solltet ungestraft
bleiben? Ihr sollt nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das
Schwert über alle herbei, die auf Erden wohnen, spricht der
HERR Zebaoth.
Und du sollst ihnen alle diese Worte weissagen und
zu ihnen sprechen: Der HERR wird brüllen aus der Höhe
und seinen Donner hören lassen aus seiner heiligen Wohnung.
Er wird brüllen über seine Fluren hin; wie einer, der
die Kelter tritt, wird er seinen Ruf erschallen lassen über
alle Bewohner der Erde hin,
und sein Schall wird dringen bis an die Enden der Erde.
Der HERR will mit den Völkern rechten und mit allem Fleisch
Gericht halten; die Schuldigen wird er dem Schwert übergeben,
spricht der HERR.
So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es wird eine
Plage kommen von einem Volk zum andern, und ein großes
Wetter wird sich erheben von den Enden der Erde.
Zu der Zeit werden die vom HERRN Erschlagenen liegen von
einem Ende der Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt
noch aufgehoben noch begraben werden, sondern müssen auf dem
Felde liegen und zu Dung werden.
Heulet, ihr Hirten, und schreit, wälzt euch in der
Asche, ihr Herren der Herde; denn die Zeit ist erfüllt, daß
ihr geschlachtet und zerstreut werdet und zerbrechen müßt
wie ein kostbares Gefäß.
Und die Hirten werden nicht fliehen können, und die
Herren der Herde werden nicht entrinnen können.
Da werden die Hirten schreien, und die Herren der Herde
werden heulen, daß der HERR ihre Weide so verwüstet
hat
und ihre Auen, die so schön standen, vernichtet sind
von dem grimmigen Zorn des HERRN.
Er hat sein Versteck verlassen wie ein junger Löwe,
und ihr Land ist verheert von seinem gewaltigen Schwert und von
seinem grimmigen Zorn.
Jeremias Tempelrede,
seine Gefangennahme und Freilassung
Kapitel 26
Im Anfang der Herrschaft Jojakims, des Sohnes Josias, des
Königs von Juda, geschah dies Wort vom HERRN:
So spricht der HERR: Tritt in den Vorhof am Hause des
HERRN und predige denen, die aus allen Städten Judas
hereinkommen, um anzubeten im Hause des HERRN, alle Worte, die
ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen, und tu nichts davon weg,
ob sie vielleicht hören wollen und sich bekehren, ein
jeder von seinem bösen Wege, damit mich auch reuen könne
das Übel, das ich gedenke, ihnen anzutun um ihrer bösen
Taten willen.
Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Werdet ihr mir
nicht gehorchen und nicht nach meinem Gesetz wandeln, das ich
euch vorgelegt habe,
und nicht hören auf die Worte meiner Knechte, der
Propheten, die ich immer wieder zu euch sende und auf die ihr
doch nicht hören wollt,
so will ich's mit diesem Hause machen wie mit Silo und
diese Stadt zum Fluchwort für alle Völker auf Erden
machen.
Als aber die Priester, Propheten und alles Volk
Jeremia hörten, daß er solche Worte redete im Hause
des HERRN,
und Jeremia nun alles gesagt hatte, was ihm der HERR
befohlen hatte, allem Volk zu sagen, ergriffen ihn die Priester,
Propheten und das ganze Volk und sprachen: Du mußt sterben!
Warum weissagst du im Namen des HERRN: «Es
wird diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wüst
werden, daß niemand mehr darin wohnt»? Und das ganze
Volk sammelte sich im Hause des HERRN wider Jeremia.
Als das die Oberen von Juda hörten, gingen sie aus
des Königs Hause hinauf ins Haus des HERRN und setzten sich
zum Gericht vor das neue Tor am Hause des HERRN.
Und die Priester und Propheten sprachen vor den Oberen und
allem Volk: Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn er hat
geweissagt gegen diese Stadt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört
habt.
Aber Jeremia sprach zu allen Oberen und zu allem Volk: Der
HERR hat mich gesandt, daß ich dies alles, was ihr gehört
habt, weissagen sollte gegen dies Haus und gegen diese Stadt.
So bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der
Stimme des HERRN, eures Gottes, dann wird den HERRN auch gereuen
das Übel, das er gegen euch geredet hat.
Siehe, ich bin in euren Händen, ihr könnt mit
mir machen, wie es euch recht und gut dünkt.
Doch sollt ihr wissen: wenn ihr mich tötet, so werdet
ihr unschuldig Blut auf euch laden, auf diese Stadt und ihre
Einwohner. Denn wahrlich, der HERR hat mich zu euch gesandt, daß
ich dies alles vor euren Ohren reden soll.
Da sprachen die Oberen und das ganze Volk zu den Priestern
und Propheten: Dieser Mann ist des Todes nicht schuldig; denn er
hat zu uns geredet im Namen des HERRN, unseres Gottes.
Und es standen auf etliche von den Ältesten des
Landes und sprachen zu dem versammelten Volk:
Zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, war ein
Prophet, Micha von Morescheth; der sprach zum ganzen Volk Juda:
«So spricht der HERR Zebaoth: Zion wird wie ein Acker
gepflügt werden, und Jerusalem wird zu Steinhaufen werden
und der Berg des Tempels zu einer Höhe wilden Gestrüpps.»
Doch ließ ihn Hiskia, der König von Juda, und
das ganze Juda deswegen nicht töten, vielmehr fürchteten
sie den HERRN und flehten zu ihm. Da reute auch den HERRN das
Übel, das er gegen sie geredet hatte. Wir aber würden
großes Unheil über uns bringen.
Hinrichtung des Propheten Uria
Da war noch einer, der im Namen des HERRN weissagte, Uria,
der Sohn Schemajas, von Kirjath-Jearim. Der weissagte gegen diese
Stadt und gegen dies Land ganz wie Jeremia.
Als aber der König Jojakim und alle seine Gewaltigen
und die Oberen seine Worte hörten, wollte ihn der König
töten lassen. Und Uria erfuhr das, fürchtete sich und
floh und kam nach Ägypten.
Aber der König Jojakim schickte Leute nach Ägypten,
Elnathan, den Sohn Achbors, und andere mit ihm.
Die holten ihn aus Ägypten und brachten ihn zum König
Jojakim. Der ließ ihn mit dem Schwert töten und ließ
seinen Leichnam unter dem niederen Volk begraben.
Aber mit Jeremia war die Hand Ahikams, des Sohnes
Schaphans, so daß man ihn nicht dem Volk in die Hände
gab, das ihn getötet hätte.
Jeremias Predigt vom Joch Nebukadnezars
Kapitel 27
Im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Sohnes Josias, des
Königs von Juda, geschah dies Wort vom HERRN zu Jeremia:
So spricht der HERR zu mir: Mache dir ein Joch und lege es
auf deinen Nacken
und schicke Botschaft zum König von Edom, zum König
von Moab, zum König der Ammoniter, zum König von Tyrus
und zum König von Sidon durch die Boten, die zu Zedekia, dem
König von Juda, nach Jerusalem gekommen sind,
und befiehl ihnen, daß sie ihren Herren sagen: So
spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: So sollt ihr euren
Herren sagen:
Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf
Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten
Arm und gebe sie, wem ich will.
Nun aber habe ich alle diese Länder in die Hand
meines Knechts Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben
und auch die Tiere auf dem Felde, daß sie ihm untertan sein
sollen.
Und es sollen alle Völker ihm dienen und seinem Sohn
und seines Sohnes Sohn, bis auch für sein Land die Zeit
kommt, daß es vielen Völkern und großen Königen
untertan sein muß.
Das Volk aber und das Königreich, das dem König
von Babel, Nebukadnezar, nicht untertan sein will und das seinen
Nacken nicht unter das Joch des Königs von Babel beugt, das
will ich heimsuchen mit Schwert, Hunger und Pest, spricht der
HERR, bis ich sie durch seine Hand umbringe.
So hört doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager,
Traumdeuter, Zeichendeuter und Zauberer, die euch sagen: Ihr
werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel.
Denn sie weissagen euch Lüge, auf daß sie euch
aus eurem Lande fortbringen und ich euch verstoße und ihr
umkommt.
Aber das Volk, das seinen Nacken unter das Joch des Königs
von Babel beugt und ihm untertan ist, das will ich in seinem
Lande lassen, daß es dasselbe bebaue und bewohne, spricht
der HERR.
Und ich redete alle diese Worte zu Zedekia, dem
König von Juda, und sprach: Beugt euren Nacken unter das
Joch des Königs von Babel und seid ihm und seinem Volk
untertan, so sollt ihr am Leben bleiben.
Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, durch Schwert,
Hunger und Pest, wie der HERR geredet hat über das Volk, das
dem König von Babel nicht untertan sein will?
Darum hört nicht auf die Worte der Propheten, die
euch sagen: «Ihr werdet nicht untertan sein müssen dem
König von Babel!» Denn sie weissagen euch Lüge,
und ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR, sondern
sie weissagen Lüge in meinem Namen, auf daß ich euch
verstoße und ihr umkommt samt den Propheten, die euch
weissagen.
Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete ich
und sprach: So spricht der HERR: Höret nicht auf die Worte
eurer Propheten, die euch weissagen und sprechen: «Siehe,
die Geräte aus dem Hause des HERRN werden nun bald von Babel
wieder herkommen!» Denn sie weissagen euch Lüge.
Höret nicht auf sie, sondern seid dem König von
Babel untertan, so werdet ihr am Leben bleiben. Warum soll diese
Stadt zur Wüstenei werden?
Sind sie aber Propheten und haben sie des HERRN Wort, so
laßt sie den HERRN Zebaoth bitten, daß die Geräte,
die übriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des
Königs von Juda und zu Jerusalem, nicht auch nach Babel
geführt werden.
Denn so spricht der HERR Zebaoth von den Säulen und
vom Meer und von den Gestellen und von den Geräten, die noch
übriggeblieben sind in dieser Stadt,
die Nebukadnezar, der König von Babel, nicht mitnahm,
als er Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, von
Jerusalem wegführte nach Babel samt allen Vornehmen in Juda
und Jerusalem, -
so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, von den
Geräten, die übriggeblieben sind im Hause des HERRN und
im Hause des Königs von Juda und zu Jerusalem:
sie sollen nach Babel geführt werden und dort bleiben
bis auf den Tag, an dem ich nach ihnen sehe, spricht der HERR,
und ich sie wieder zurückbringen lasse an diesen Ort.
Jeremia und Hananja
Kapitel 28
In demselben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des
Königs von Juda, im fünften Monat des vierten Jahrs,
sprach Hananja, der Sohn Asurs, ein Prophet von Gibeon, zu mir im
Hause des HERRN in Gegenwart der Priester und des ganzen Volks:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ich habe
das Joch des Königs von Babel zerbrochen,
und ehe zwei Jahre um sind, will ich alle Geräte des
Hauses des HERRN, die Nebukadnezar, der König von Babel, von
diesem Ort weggenommen und nach Babel geführt hat, wieder an
diesen Ort bringen;
auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda,
samt allen Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen
sind, will ich wieder an diesen Ort bringen, spricht der HERR,
denn ich will das Joch des Königs von Babel zerbrechen.
Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten
Hananja in Gegenwart der Priester und des ganzen Volks, die im
Hause des HERRN standen,
und sagte: Amen! Der HERR tue so; der HERR bestätige
dein Wort, das du geweissagt hast, daß er die Geräte
aus dem Hause des HERRN von Babel wiederbringe an diesen Ort und
alle Weggeführten.
Doch höre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede
und vor den Ohren des ganzen Volks:
Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von
alters her, die haben gegen viele Länder und große
Königreiche geweissagt von Krieg, von Unheil und Pest.
Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt – ob ihn der
HERR wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, daß
sein Wort erfüllt wird.
Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Nacken des
Propheten Jeremia und zerbrach es.
Und Hananja sprach in Gegenwart des ganzen Volks: So
spricht der HERR: Ebenso will ich zerbrechen das Joch
Nebukadnezars, des Königs von Babel, ehe zwei Jahre um sind,
und es vom Nacken aller Völker nehmen. Und der Prophet
Jeremia ging seines Weges.
Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia, nachdem der
Prophet Hananja das Joch auf dem Nacken des Propheten Jeremia
zerbrochen hatte:
Geh hin und sage Hananja: So spricht der HERR: Du hast das
hölzerne Joch zerbrochen, aber du hast nun ein eisernes Joch
an seine Stelle gesetzt.
Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ein
eisernes Joch habe ich allen diesen Völkern auf den Nacken
gelegt, daß sie untertan sein sollen Nebukadnezar, dem
König von Babel, und ihm dienen, und auch die Tiere habe ich
ihm gegeben.
Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: Höre
doch, Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt; aber du machst,
daß dies Volk sich auf Lügen verläßt.
Darum spricht der HERR: Siehe, ich will dich vom Erdboden
nehmen; dies Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner
Rede vom HERRN abgewendet.
Und der Prophet Hananja starb im selben Jahr im siebenten
Monat.
Jeremias Brief an die Weggeführten in Babel
Kapitel 29
Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia
von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die
weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das
ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt
hatte
- nachdem der König Jechonja und die Königinmutter
mit den Kämmerern und Oberen in Juda und Jerusalem samt den
Zimmerleuten und Schmieden aus Jerusalem weggeführt waren -,
durch Elasa, den Sohn Schaphans, und Gemarja, den Sohn
Hilkias, die Zedekia, der König von Juda, nach Babel sandte
zu Nebukadnezar, dem König von Babel:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu
den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe
wegführen lassen:
Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und
eßt ihre Früchte;
nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter;
nehmt für eure Söhne Frauen, und gebt eure Töchter
Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären;
mehret euch dort, daß ihr nicht weniger werdet.
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe
wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn
wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.
Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
Laßt euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch
die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die
Träume, die sie träumen!
Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich
habe sie nicht gesandt, spricht der HERR.
Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel
siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will
mein gnädiges Wort an euch erfüllen, daß ich euch
wieder an diesen Ort bringe.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken
über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und
nicht des Leides, daß ich euch gebe das Ende, des ihr
wartet*.
*Wörtlich:
daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung
Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten,
und ich will euch erhören.
Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich
von ganzem Herzen suchen werdet,
so will ich mich von euch finden lassen, spricht
der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln
aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch
verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an
diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.
Zwar meint ihr, der HERR habe euch auch in Babel
Propheten erstehen lassen. -
Fürwahr, so spricht der HERR über den König,
der auf Davids Thron sitzt, und über das ganze Volk, das in
dieser Stadt wohnt, über eure Brüder, die nicht mit
euch in die Gefangenschaft gezogen sind,
ja, so spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will Schwert,
Hunger und Pest unter sie schicken und will sie machen wie die
schlechten Feigen, davor einem ekelt zu essen,
und will hinter ihnen her sein mit Schwert, Hunger und
Pest und will sie zum Bild des Entsetzens machen für alle
Königreiche auf Erden, zum Fluch, zum Grauen, zum Hohn und
zum Spott unter allen Völkern, wohin ich sie verstoßen
werde,
weil sie meinen Worten nicht gehorchten, spricht der HERR,
der ich meine Knechte, die Propheten, immer wieder zu euch
gesandt habe; aber ihr wolltet nicht hören, spricht der
HERR. -
Aber ihr alle, die ihr gefangen weggeführt seid, die
ich von Jerusalem habe nach Babel ziehen lassen, höret des
HERRN Wort!
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, wider Ahab,
den Sohn Kolajas, und wider Zedekia, den Sohn Maasejas, die euch
Lüge weissagen in meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in
die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel. Der soll
sie totschlagen lassen vor euren Augen,
so daß man ihre Namen zum Fluchwort machen wird
unter allen Weggeführten aus Juda, die in Babel sind, und
sagen: Der HERR tue an dir wie an Zedekia und Ahab, die der König
von Babel im Feuer rösten ließ,
weil sie eine Schandtat in Israel begingen und Ehebruch
trieben mit den Frauen ihrer Nächsten und in meinem Namen
Lüge predigten, was ich ihnen nicht befohlen hatte. Solches
weiß ich und bezeuge es, spricht der HERR.
Jeremia und Schemaja
Und wider Schemaja von Nehelam sollst du sagen:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil du
unter deinem Namen Briefe gesandt hast an alles Volk, das in
Jerusalem ist, an den Priester Zephanja, den Sohn Maasejas, und
an alle Priester und gesagt:
Der HERR hat dich zum Priester bestellt anstatt des
Priesters Jojada, daß du Aufseher sein sollst im Hause des
HERRN über alle Wahnsinnigen und Weissager, daß du sie
in Block und Eisen legst, -
nun, warum strafst du denn nicht Jeremia von Anathoth, der
euch weissagt?
Hat er doch zu uns nach Babel geschickt und sagen lassen:
Es wird noch lange währen; baut Häuser und wohnt darin,
pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte.
- Es hatte nämlich der Priester Zephanja den Brief
vorgelesen vor den Ohren des Propheten Jeremia. -
Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
Sende hin zu allen Weggeführten und laß ihnen
sagen: So spricht der HERR wider Schemaja von Nehelam: Weil euch
Schemaja weissagt – und ich habe ihn doch nicht gesandt –
und macht, daß ihr auf Lügen vertraut,
darum spricht der HERR: Siehe, ich will Schemaja von
Nehelam heimsuchen samt seinen Nachkommen, daß keiner von
den Seinen unter diesem Volk bleiben soll. Und er soll das Gute
nicht sehen, das ich meinem Volk tun will, spricht der HERR; denn
er hat es mit seiner Rede vom HERRN abgewendet.
Israels Befreiung aus der Gefangenschaft
Kapitel 30
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:
So spricht der HERR, der Gott Israels: Schreib dir alle
Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch.
Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß
ich das Geschick meines Volks Israel und Juda wenden will,
spricht der HERR; und ich will sie wiederbringen in das Land, das
ich ihren Vätern gegeben habe, daß sie es besitzen
sollen.
Und dies sind die Worte, die der HERR redete über
Israel und Juda.
So spricht der HERR: Wir hören ein Geschrei des
Schreckens; nur Furcht ist da und kein Friede.
Forschet doch und sehet, ob dort Männer gebären!
Wie kommt es denn, daß ich sehe, wie alle Männer ihre
Hände an die Hüften halten wie Frauen in Kindsnöten
und alle Angesichter so bleich sind?
Wehe, es ist ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist
nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für Jakob;
doch soll ihm daraus geholfen werden.
Es soll aber geschehen zu dieser Zeit, spricht der HERR
Zebaoth, daß ich das Joch auf deinem Nacken zerbrechen will
und deine Bande zerreißen. Sie werden nicht mehr Fremden
dienen,
sondern dem HERRN, ihrem Gott, und ihrem König David,
den ich ihnen erwecken will.
Darum fürchte du dich nicht, mein Knecht
Jakob, spricht der HERR, und entsetze dich nicht, Israel. Denn
siehe, ich will dich erretten aus fernen Landen und deine
Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob
zurückkehren soll und in Frieden und Sicherheit leben, und
niemand soll ihn schrecken.
Denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dir
helfe. Denn ich will mit allen Völkern ein Ende machen,
unter die ich dich zerstreut habe; aber mit dir will ich nicht
ein Ende machen. Ich will dich mit Maßen züchtigen,
doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.
Denn so spricht der HERR: Dein Schaden ist
verzweifelt böse, und deine Wunden sind unheilbar.
Deine Sache führt niemand; da ist keiner, der dich
verbindet, es kann dich niemand heilen.
Alle deine Liebhaber vergessen dich, fragen nichts nach
dir. Ich habe dich geschlagen wie einen Feind mit unbarmherziger
Züchtigung um deiner großen Schuld und um deiner
vielen Sünden willen.
Was schreist du über deinen Schaden und über
dein verzweifelt böses Leiden? Habe ich dir doch solches
getan um deiner großen Schuld und um deiner vielen Sünden
willen.
Doch alle, die dich gefressen haben, sollen
gefressen werden, und alle, die dich geängstet haben, sollen
alle gefangen weggeführt werden; und die dich beraubt haben,
sollen beraubt werden, und alle, die dich geplündert haben,
sollen geplündert werden.
Aber ich will dich wieder gesund machen und deine Wunden
heilen, spricht der HERR, weil man dich nennt: «die
Verstoßene» und: «Zion, nach der niemand
fragt».
So spricht der HERR: Siehe, ich will das Geschick
der Hütten Jakobs wenden und mich über seine Wohnungen
erbarmen, und die Stadt soll wieder auf ihre Hügel gebaut
werden, und die Burg soll stehen an ihrem rechten Platz.
Und es soll aus ihr erschallen Lob- und Freudengesang;
denn ich will sie mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich
machen und nicht geringer.
Ihre Söhne sollen sein wie früher, und ihre
Gemeinde soll vor mir fest gegründet stehen; denn ich will
heimsuchen alle, die sie bedrängen.
Und ihr Fürst soll aus ihrer Mitte kommen und ihr
Herrscher von ihnen ausgehen; und er soll zu mir nahen, denn wer
dürfte sonst sein Leben wagen und mir nahen? spricht der
HERR.
Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.
Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll
Grimm, ein schreckliches Ungewitter wird auf den Kopf der
Gottlosen niedergehen.
Des HERRN grimmiger Zorn wird nicht ablassen, bis er tue
und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es
erkennen.
Die Verheißung des neuen Bundes
Kapitel 31
Zu derselben Zeit, spricht der HERR, will ich der Gott
aller Geschlechter Israels sein, und sie sollen mein Volk sein.
So spricht der HERR: Das Volk, das dem Schwert
entronnen ist, hat Gnade gefunden in der Wüste; Israel zieht
hin zu seiner Ruhe.
Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je
und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter
Güte.
Wohlan, ich will dich wiederum bauen, daß du gebaut
sein sollst, du Jungfrau Israel; du sollst dich wieder schmücken,
Pauken schlagen und herausgehen zum Tanz.
Du sollst wiederum Weinberge pflanzen an den Bergen
Samarias; pflanzen wird man sie und ihre Früchte genießen.
Denn es wird die Zeit kommen, daß die Wächter
auf dem Gebirge Ephraim rufen: Wohlauf, laßt uns
hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserm Gott!
Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob
mit Freuden und jauchzet über das Haupt unter den Völkern.
Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk
geholfen, dem Rest Israels!
Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und
will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme,
Schwangere und junge Mütter, daß sie als große
Gemeinde wieder hierher kommen sollen.
Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten
und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf
ebenem Wege, daß sie nicht zu Fall kommen; denn ich bin
Israels Vater, und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn.
Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und
verkündet's fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel
zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten
wie ein Hirte seine Herde;
denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des
Mächtigen erretten.
Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen
und sich freuen über die Gaben des HERRN, über
Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, daß
ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten und sie nicht
mehr bekümmert sein sollen.
Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich beim Reigen
sein, die junge Mannschaft und die Alten miteinander; denn ich
will ihr Trauern in Freude verwandeln und sie trösten und
sie erfreuen nach ihrer Betrübnis.
Und ich will der Priester Herz voller Freude machen, und
mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der
HERR.
So spricht der HERR: Man hört Klagegeschrei
und bittres Weinen in Rama: Rahel weint über ihre Kinder und
will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder; denn
es ist aus mit ihnen.
Aber so spricht der HERR: Laß dein Schreien und
Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe
wird noch belohnt werden, spricht der HERR. Sie sollen
wiederkommen aus dem Lande des Feindes,
und deine Nachkommen haben viel Gutes zu erwarten, spricht
der HERR, denn deine Söhne sollen wieder in ihre Heimat
kommen.
Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: «Du
hast mich hart erzogen, und ich ließ mich erziehen wie ein
junger Stier, der noch nicht gelernt hat zu ziehen. Bekehre du
mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR, bist mein Gott!
Nachdem ich bekehrt war, tat ich Buße, und als ich
zur Einsicht kam, schlug ich an meine Brust. Ich bin zuschanden
geworden und stehe schamrot da; denn ich muß büßen
die Schande meiner Jugend.»
Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind?
Denn sooft ich ihm auch drohe, muß ich doch seiner
gedenken; darum bricht mir mein Herz, daß ich mich seiner
erbarmen muß, spricht der HERR.
Richte dir Wegzeichen auf, setze dir Steinmale und
richte deinen Sinn auf die Straße, auf der du gezogen bist!
Kehr zurück, Jungfrau Israel, kehr zurück zu diesen
deinen Städten!
Wie lang willst du in der Irre gehen, du abtrünnige
Tochter? Denn der HERR wird ein Neues im Lande schaffen: Das Weib
wird den Mann umgeben.
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: «Man
wird dies Wort wieder sagen im Lande Juda und in seinen Städten,
wenn ich ihr Geschick wenden werde: Der HERR segne dich, du
Wohnung der Gerechtigkeit, du heiliger Berg!
Auch Juda samt allen seinen Städten soll darin
wohnen, die Ackerleute und die mit Herden umherziehen;
denn ich will die Müden erquicken und die
Verschmachtenden sättigen.»
Darüber bin ich aufgewacht und sah auf und hatte so
sanft geschlafen.
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß
ich das Haus Israel und das Haus Juda besäen will mit
Menschen und mit Vieh.
Und gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureißen
und einzureißen, zu verderben und zu zerstören und zu
plagen, so will ich über sie wachen, zu bauen und zu
pflanzen, spricht der HERR.
Zu derselben Zeit wird man nicht mehr sagen: «Die
Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die
Zähne stumpf geworden»,
sondern ein jeder wird um seiner Schuld willen sterben,
und wer saure Trauben gegessen hat, dem sollen seine Zähne
stumpf werden.
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich
mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund
schließen,
nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern
schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus
Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten
haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;
sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause
Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR:
Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn
schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott
sein.
Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den
andern lehren und sagen: «Erkenne den HERRN», sondern
sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß,
spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und
ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
So spricht der HERR, der die Sonne dem Tage zum
Licht gibt und den Mond und die Sterne der Nacht zum Licht
bestellt; der das Meer bewegt, daß seine Wellen brausen –
HERR Zebaoth ist sein Name -:
Wenn jemals diese Ordnungen vor mir ins Wanken kämen,
spricht der HERR, so müßte auch das Geschlecht Israels
aufhören, ein Volk zu sein vor mir ewiglich.
So spricht der HERR: Wenn man den Himmel oben
messen könnte und den Grund der Erde unten erforschen, dann
würde ich auch verwerfen das ganze Geschlecht Israels für
all das, was sie getan haben, spricht der HERR.
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß
die Stadt des HERRN gebaut werden wird vom Turm Hananel an bis
ans Ecktor;
und die Meßschnur wird weiter geradeaus gehen bis an
den Hügel Gareb und sich nach Goath hin wenden.
Und das ganze Tal der Leichen und der Asche und die Hänge
bis zum Bach Kidron, bis zu der Ecke am Roßtor im Osten,
wird dem HERRN heilig sein. Und die Stadt wird niemals mehr
eingerissen und abgebrochen werden.
Der Ackerkauf
Kapitel 32
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia im
zehnten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, das ist das
achtzehnte Jahr Nebukadnezars.
Damals belagerte das Heer des Königs von Babel
Jerusalem. Und der Prophet Jeremia lag gefangen im Wachthof am
Hause des Königs von Juda,
wo Zedekia, der König von Juda, ihn hatte gefangen
setzen lassen, indem er sagte: Warum weissagst du und sprichst:
So spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände
des Königs von Babel, und er soll sie erobern,
und Zedekia, der König von Juda, soll den Chaldäern
nicht entrinnen, sondern ich will ihn dem König von Babel in
die Hände geben, daß er von Mund zu Mund mit ihm reden
und mit eigenen Augen ihn sehen soll?
Und er wird Zedekia nach Babel führen; da soll er
auch bleiben, bis ich ihn heimsuche, spricht der HERR, denn wenn
ihr auch gegen die Chaldäer kämpft, soll euch doch
nichts gelingen.
Und Jeremia sprach: Es ist des HERRN Wort zu mir
geschehen:
Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims, wird zu
dir kommen und sagen: Kaufe du meinen Acker in Anathoth; denn dir
kommt es als Erstem zu, ihn einzulösen und zu kaufen.
Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der HERR gesagt
hatte, zu mir in den Wachthof und sprach zu mir: Kaufe doch
meinen Acker in Anathoth, der im Lande Benjamin liegt; denn dir
kommt es zu, ihn zu erwerben und einzulösen; kaufe du ihn!
Da merkte ich, daß es des HERRN Wort war,
und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in
Anathoth, und wog ihm das Geld dar, siebzehn Lot Silber.
Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und
nahm Zeugen dazu und wog das Geld dar auf der Waage nach Recht
und Gewohnheit.
Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und die offene
Abschrift
und gab beides Baruch, dem Sohn Nerias, des Sohnes
Machsejas, in Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen,
die unter dem Kaufbrief geschrieben standen, und aller Judäer,
die im Wachthof sich aufhielten,
und befahl Baruch vor ihren Augen:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese
Briefe, den versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift,
und lege sie in ein irdenes Gefäß, daß sie lange
erhalten bleiben.
Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Man
wird wieder Häuser, Äcker und Weinberge kaufen in
diesem Lande.
Und als ich den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerias,
gegeben hatte, betete ich zum HERRN und sprach:
Ach, Herr HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht
durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm,
und es ist kein Ding vor dir unmöglich;
der du Gnade erweist vielen Tausenden und die Schuld der
Väter kommen läßt auf das Haupt ihrer Kinder, du
großer und starker Gott – HERR Zebaoth ist dein Name
-,
groß von Rat und mächtig von Tat, und deine
Augen stehen offen über allen Wegen der Menschenkinder,
einem jeden zu geben nach seinen Wegen und nach der Frucht seines
Tuns;
der du in Ägyptenland hast Zeichen und Wunder getan
bis auf diesen Tag an Israel und an den Menschen und hast dir
einen Namen gemacht, wie es heute am Tage ist,
und hast dein Volk Israel aus Ägyptenland geführt
durch Zeichen und Wunder, mit mächtiger Hand, mit
ausgerecktem Arm und mit großem Schrecken,
und hast ihnen dies Land gegeben, wie du ihren Vätern
geschworen hattest, daß du es ihnen geben wolltest, ein
Land, darin Milch und Honig fließt;
aber als sie hineinkamen und es in Besitz nahmen,
gehorchten sie deiner Stimme nicht, wandelten auch nicht nach
deinem Gesetz, und alles, was du ihnen gebotest, daß sie es
tun sollten, taten sie nicht; darum ließest du ihnen auch
all dies Unheil widerfahren:
Siehe, die Wälle reichen schon bis an die Stadt, daß
sie erobert werde, und sie muß wegen Schwert, Hunger und
Pest in die Hände der Chaldäer gegeben werden, die sie
belagern; und wie du geredet hast, so ist's geschehen; du siehst
es ja selbst.
Aber du, Herr HERR, sprichst zu mir: «Kaufe dir
einen Acker um Geld und nimm Zeugen dazu», obwohl doch die
Stadt in die Hände der Chaldäer gegeben wird?
Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:
Siehe, ich, der HERR, bin der Gott alles Fleisches, sollte
mir etwas unmöglich sein?
Darum so spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in
die Hände der Chaldäer und in die Hand Nebukadnezars,
des Königs von Babel, und er soll sie erobern.
Und die Chaldäer, die diese Stadt belagern, werden
hereinkommen und sie in Brand stecken und verbrennen samt den
Häusern, wo man auf den Dächern dem Baal Rauchopfer
gespendet und andern Göttern Trankopfer dargebracht hat, um
mich zu erzürnen.
Denn Israel und Juda haben von ihrer Jugend auf getan, was
mir mißfällt; ja, die Kinder Israel haben mich erzürnt
durch ihrer Hände Werk, spricht der HERR.
Denn seit diese Stadt gebaut ist, hat sie mich zornig und
grimmig gemacht bis auf diesen Tag, daß ich sie von meinem
Angesicht wegtun muß
wegen all der Bosheit Israels und Judas, die sie getan
haben, um mich zu erzürnen. Sie, ihre Könige, Oberen,
Priester und Propheten und die in Juda und Jerusalem wohnen,
haben mir den Rücken und nicht das Angesicht
zugekehrt, und obwohl ich sie stets lehren ließ, wollten
sie nicht hören noch sich bessern.
Dazu haben sie ihre greulichen Götzen in das Haus
gesetzt, das nach meinem Namen genannt ist, daß sie es
unrein machten,
und haben die Höhen des Baal gebaut im Tal
Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter für den
Moloch
durchs Feuer gehen zu lassen, was ich ihnen nicht befohlen habe,
und es ist mir nie in den Sinn gekommen, daß sie solchen
Greuel tun sollten, um Juda in Sünde zu bringen.
Nun aber, so spricht der HERR, der Gott Israels,
von dieser Stadt, von der ihr sagt, daß sie durch Schwert,
Hunger und Pest in die Hände des Königs von Babel
gegeben werde:
Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin
ich sie verstoße in meinem Zorn, Grimm und großem
Unmut, und will sie wieder an diesen Ort bringen, daß sie
sicher wohnen sollen.
Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Und ich will ihnen einerlei Sinn und einerlei Wandel
geben, daß sie mich fürchten ihr Leben lang, auf daß
es ihnen wohlgehe und ihren Kindern nach ihnen.
Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen,
daß ich nicht ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will
ihnen Furcht vor mir ins Herz geben, daß sie nicht von mir
weichen.
Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun, und ich
will sie in diesem Lande einpflanzen, ganz gewiß, von
ganzem Herzen und von ganzer Seele.
Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich über
dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will
ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen
zugesagt habe.
Und es sollen Äcker gekauft werden in diesem Lande,
von dem ihr sagt: «Eine Wüste ist's ohne Menschen und
Vieh; es ist in der Chaldäer Hände gegeben.»
Man wird Äcker um Geld kaufen und verbriefen,
versiegeln und Zeugen dazu nehmen im Lande Benjamin und um
Jerusalem her und in den Städten Judas, in den Städten
auf dem Gebirge, in den Städten des Hügellandes und in
den Städten des Südlandes; denn ich will ihr Geschick
wenden, spricht der HERR.
Wiederherstellung Jerusalems und Judas
Kapitel 33
Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia zum zweitenmal, als
er noch im Wachthof gefangen war:
So spricht der HERR, der alles macht, schafft und
ausrichtet – HERR ist sein Name -:
Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir
kundtun große und unfaßbare Dinge, von denen du
nichts weißt.
Denn so spricht der HERR, der Gott Israels, von den
Häusern dieser Stadt und von den Häusern der Könige
Judas, die abgebrochen wurden, um Bollwerke zu machen zur Abwehr
im Kampf gegen die Chaldäer und um sie zu füllen
mit den Leichnamen der Menschen, die ich in meinem Zorn und Grimm
erschlagen habe, als ich mein Angesicht vor dieser Stadt verbarg
um all ihrer Bosheit willen:
Siehe, ich will sie heilen und gesund machen und will
ihnen dauernden Frieden gewähren.
Denn ich will das Geschick Judas und das Geschick Israels
wenden und will sie bauen wie im Anfang
und will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider
mich gesündigt haben; und will ihnen vergeben alle
Missetaten, womit sie wider mich gesündigt und gefrevelt
haben.
Und das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und
meine Ehre sein unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all
das Gute hören, das ich Jerusalem tue. Und sie werden sich
verwundern und entsetzen über all das Gute und über all
das Heil, das ich der Stadt geben will.
So spricht der HERR: An diesem Ort, von dem ihr
sagt: «Er ist wüst, ohne Menschen und Vieh», in
den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems, die so
verwüstet sind, daß niemand mehr darin ist, weder
Menschen noch Vieh,
wird man dennoch wieder hören den Jubel der Freude
und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die
Stimme derer, die da sagen: «Danket dem HERRN Zebaoth; denn
er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich»,
wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. Denn ich will das
Geschick des Landes wenden, daß es werde, wie es im Anfang
war, spricht der HERR.
So spricht der HERR Zebaoth: An diesem Ort, der so
wüst ist, daß weder Menschen noch Vieh darin sind, und
in allen ihren Städten werden dennoch wieder Auen sein für
die Hirten, die da Herden weiden.
In den Städten auf dem Gebirge und in den Städten
des Hügellandes und in den Städten des Südlandes,
im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den Städten
Judas sollen dennoch wieder die Herden gezählt aus- und
einziehen, spricht der HERR.
Der ewige Bund mit dem Hause David und dem Hause Levi
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich
das gnädige Wort erfüllen will, das ich zum Hause
Israel und zum Hause Juda geredet habe.
In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David
einen gerechten Sproß aufgehen lassen; der soll Recht und
Gerechtigkeit schaffen im Lande.
Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden und
Jerusalem sicher wohnen, und man wird es nennen «Der HERR
unsere Gerechtigkeit».
Denn so spricht der HERR: Es soll David niemals
fehlen an einem, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt.
Und den levitischen Priestern soll's niemals fehlen an
einem, der täglich vor meinem Angesicht Brandopfer darbringt
und Speisopfer in Rauch aufgehen läßt und Opfer
schlachtet.
Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:
So spricht der HERR: Wenn mein Bund mit Tag und Nacht
aufhörte, daß nicht mehr Tag und Nacht sind zu ihrer
Zeit,
so würde auch mein Bund aufhören mit meinem
Knecht David, daß er keinen Sohn mehr hat zum König
auf seinem Thron, und mit den Leviten, den Priestern, meinen
Dienern.
Wie man des Himmels Heer nicht zählen noch den Sand
am Meer messen kann, so will ich mehren das Geschlecht Davids,
meines Knechts, und die Leviten, die mir dienen.
Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:
Hast du nicht gemerkt, was diese Leute reden: «Die
beiden Geschlechter, die der HERR auserwählt hatte, hat er
verworfen», und sie verachten mein Volk und lassen es nicht
mehr ein Volk sein in ihren Augen.
So spricht der HERR: Wenn ich jemals meinen Bund nicht
hielte mit Tag und Nacht noch die Ordnungen des Himmels und der
Erde,
so wollte ich auch verwerfen das Geschlecht Jakobs und
Davids, meines Knechts, daß ich nicht mehr aus ihrem
Geschlecht Herrscher nehme über die Nachkommen Abrahams,
Isaaks und Jakobs. Denn ich will ihr Geschick wenden und mich
über sie erbarmen.
Zedekia vor der Entscheidung
Kapitel 34
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als
Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer
und allen Königreichen auf Erden, die unter seiner Gewalt
waren, und allen Völkern Jerusalem und alle seine Städte
belagerte.
So spricht der HERR, der Gott Israels: Geh hin und sprich
mit Zedekia, dem König von Juda, und sage zu ihm: So spricht
der HERR: Siehe, ich will diese Stadt in die Hände des
Königs von Babel geben, und er soll sie mit Feuer
verbrennen.
Und auch du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern
ergriffen und in seine Hand gegeben werden. Du wirst ihn mit
eigenen Augen sehen und von Mund zu Mund mit ihm reden und nach
Babel kommen.
Höre doch auf des HERRN Wort, Zedekia, du
König von Juda! So spricht der HERR über dich: Du
sollst nicht durchs Schwert sterben,
sondern du sollst im Frieden sterben. Und wie deinen
Vätern, den früheren Königen, die vor dir gewesen
sind, so wird man auch dir zu Ehren einen Brand anzünden und
dich beklagen: «Ach, Herr!»; denn ich habe es
geredet, spricht der HERR.
Und der Prophet Jeremia sagte alle diese Worte zu
Zedekia, dem König von Juda, in Jerusalem,
als das Heer des Königs von Babel schon Jerusalem und
alle Städte Judas belagerte, die übriggeblieben waren,
nämlich Lachisch und Aseka; denn diese waren noch
übriggeblieben von den festen Städten Judas.
Der Wortbruch an den freigelassenen Sklaven
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia,
nachdem der König Zedekia einen Bund geschlossen hatte mit
dem ganzen Volk zu Jerusalem, eine Freilassung auszurufen,
daß ein jeder seinen Sklaven und ein jeder seine
Sklavin, die Hebräer und Hebräerinnen waren, freilassen
sollte, so daß kein Judäer den andern als Sklaven
hielte.
Da hatten alle Oberen und alles Volk gehorcht, die diesen
Bund eingegangen waren, daß ein jeder seinen Sklaven und
seine Sklavin freilassen und sie nicht mehr als Sklaven halten
sollte, und hatten sie losgegeben.
Aber danach hatten sie die Sklaven und Sklavinnen wieder
zurückgefordert, die sie freigegeben hatten, und sie
gezwungen, daß sie wieder Sklaven und Sklavinnen sein
mußten.
Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund
geschlossen mit euren Vätern, als ich sie aus Ägyptenland,
aus der Knechtschaft, führte und sprach:
Im siebenten Jahre soll ein jeder seinen Bruder, der ein
Hebräer ist und sich ihm verkauft und sechs Jahre gedient
hat, freilassen. Aber eure Väter gehorchten mir nicht und
kehrten ihre Ohren mir nicht zu.
Ihr aber hattet euch nun bekehrt und getan, was mir
wohlgefiel, daß ihr eine Freilassung ausrufen ließet,
ein jeder für seinen Nächsten, und habt darüber
einen Bund geschlossen vor mir in dem Hause, das nach meinem
Namen genannt ist.
Jetzt aber seid ihr umgeschlagen und habt meinen Namen
entheiligt! Ein jeder fordert seinen Sklaven und seine Sklavin
zurück, die ihr freigelassen hattet, so daß sie gehen
konnten, wohin sie wollten, und zwingt sie jetzt, daß sie
wieder eure Sklaven und Sklavinnen sein müssen.
Darum spricht der HERR: Ihr gehorchtet mir nicht
und riefet keine Freilassung aus, ein jeder für seinen
Bruder und seinen Nächsten, - siehe, so rufe ich, spricht
der HERR, über euch eine Freilassung aus für Schwert,
für Pest, für Hunger und will euch zum Bild des
Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden.
Und ich will die Leute, die meinen Bund übertreten
und die Worte des Bundes nicht halten, den sie vor mir
geschlossen haben, so zurichten wie das Kalb, das sie in zwei
Stücke geteilt haben und zwischen dessen Stücken sie
hindurchgegangen sind,
nämlich die Oberen von Juda und von Jerusalem, die
Kämmerer, die Priester und das ganze Volk des Landes, alle,
die zwischen den Stücken des Kalbes hindurchgegangen sind.
Und ich will sie geben in die Hand ihrer Feinde und derer,
die ihnen nach dem Leben trachten, und ihre Leichname sollen den
Vögeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde zum
Fraße werden.
Auch Zedekia, den König von Juda, und seine Oberen
will ich geben in die Hände ihrer Feinde und derer, die
ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hand des Heeres des
Königs von Babel, das jetzt von euch abgezogen ist.
Denn siehe, ich will ihnen befehlen, spricht der HERR, und
will sie wieder vor diese Stadt bringen. Sie sollen sie belagern
und erobern und mit Feuer verbrennen. Und ich will die Städte
Judas verwüsten, daß niemand mehr darin wohnen soll.
Der Gehorsam der Rechabiter
Kapitel 35
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur
Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:
Geh hin zu den Rechabitern, rede mit ihnen und führe
sie in des HERRN Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein
ein.
Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jeremias, des Sohnes
Habazzinjas, samt seinen Brüdern und allen seinen Söhnen,
und das ganze Geschlecht der Rechabiter
und führte sie in des HERRN Haus, in die Halle der
Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die
neben der Halle der Oberen ist, über der Halle Maasejas, des
Sohnes Schallums, des Torhüters.
Und ich setzte den Männern vom Hause Rechab Krüge
voll Wein und Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser
Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure
Nachkommen sollt niemals Wein trinken
und kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen
Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten
wohnen euer Leben lang, auf daß ihr lange lebet in dem
Lande, in dem ihr umherzieht.
Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des
Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, daß wir
keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere
Frauen noch unsere Söhne und Töchter;
und wir bauen auch keine Häuser, darin zu wohnen, und
haben weder Weinberge noch Äcker noch Samen,
sondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun in
allem, wie es unser Vater Jonadab geboten hat.
Als aber Nebukadnezar, der König von Babel, gegen das
Land heraufzog, sprachen wir: Kommt, laßt uns nach
Jerusalem ziehen vor dem Heer der Chaldäer und der Aramäer!
Und so sind wir in Jerusalem geblieben.
Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und
sprich zu den Männern von Juda und zu den Bürgern von
Jerusalem: Wollt ihr euch denn nicht bessern und meinen Worten
gehorchen? spricht der HERR.
Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen
Nachkommen geboten hat, daß sie keinen Wein trinken sollen,
werden gehalten, und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag;
denn sie gehorchen ihres Vaters Gebot. Ich aber habe euch immer
wieder predigen lassen, doch gehorchtet ihr mir nicht.
Ich habe auch immer wieder alle meine Knechte, die
Propheten, zu euch gesandt und sagen lassen: Kehrt um, ein jeder
von seinem bösen Wege, und bessert euer Tun und folgt nicht
andern Göttern nach, ihnen zu dienen, so sollt ihr in dem
Lande bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe.
Aber ihr wolltet eure Ohren nicht zu mir kehren und mir nicht
gehorchen.
Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, haben
ihres Vaters Gebot gehalten, das er ihnen geboten hat. Aber dies
Volk gehorcht mir nicht!
Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott
Israels: Siehe, ich will über Juda und über alle Bürger
Jerusalems kommen lassen all das Unheil, das ich gegen sie
geredet habe, weil ich zu ihnen redete und sie nicht hören
wollten, weil ich rief und sie mir nicht antworten wollten.
Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der
HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters
Jonadab gehorcht habt und alle seine Gebote gehalten und alles
getan, was er euch geboten hat,
darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll
dem Jonadab, dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der
vor mir steht.
Die Schriftrolle Baruchs
Kapitel 36
Im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs
von Juda, geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN:
Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die
ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle
Völker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich
von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag.
Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all
dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein
jeder von seinem bösen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und
Sünde vergeben kann.
Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerias. Und Baruch
schrieb auf eine Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu
Jeremia geredet hatte, wie Jeremia sie ihm sagte.
Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist's verwehrt,
ich kann nicht in des HERRN Haus gehen.
Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des
HERRN Worte, wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem
Volk vor im Hause des HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch
lesen vor den Ohren aller Judäer, die aus ihren Städten
hereinkommen.
Vielleicht werden sie sich mit Beten vor dem HERRN
demütigen und sich bekehren, ein jeder von seinem bösen
Wege; denn der Zorn und Grimm ist groß, den der HERR diesem
Volk angedroht hat.
Und Baruch, der Sohn Nerias, tat alles, wie ihm der
Prophet Jeremia befohlen hatte, daß er die Worte des HERRN
aus der Schriftrolle vorläse im Hause des HERRN.
Es begab sich aber im fünften Jahr Jojakims,
des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im neunten Monat,
daß man ein Fasten ausrief vor dem HERRN für alles
Volk zu Jerusalem und für alles Volk, das aus den Städten
Judas nach Jerusalem kam.
Und Baruch las aus der Schriftrolle die Worte Jeremias vor
im Hause des HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes Schaphans,
des Schreibers, im oberen Vorhof bei dem neuen Tor am Hause des
HERRN, vor dem ganzen Volk.
Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schaphans,
alle Worte des HERRN gehört hatte aus der Schriftrolle,
ging er hinab in des Königs Haus in die Kanzlei. Und
siehe, dort saßen alle Oberen: Elischama, der Schreiber,
Delaja, der Sohn Schemajas, Elnathan, der Sohn Achbors, Gemarja,
der Sohn Schaphans, und Zedekia, der Sohn Hananjas, samt allen
andern Oberen.
Und Michaja berichtete ihnen alle Worte, die er gehört
hatte, als Baruch aus der Schriftrolle vor den Ohren des Volks
vorlas.
Da sandten alle Oberen Judi, den Sohn Nethanjas,
des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und ließen
ihm sagen: Nimm die Schriftrolle, aus der du dem Volk vorgelesen
hast, mit dir und komm! Und Baruch, der Sohn Nerias, nahm die
Schriftrolle mit sich und kam zu ihnen.
Und sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies, daß
wir's hören! Und Baruch las vor ihren Ohren.
Und als sie alle die Worte hörten, entsetzten sie
sich untereinander und sprachen zu Baruch: Wir müssen alle
diese Worte dem König mitteilen.
Und sie fragten den Baruch: Sage uns, wie hast du alle
diese Worte aufgeschrieben?
Baruch sprach zu ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte
vorgesagt, und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle.
Da sprachen die Oberen zu Baruch: Geh hin und verbirg dich
mit Jeremia, daß niemand wisse, wo ihr seid!
Sie aber gingen hinein zum König in den Vorhof und
ließen die Schriftrolle verwahren in der Halle Elischamas,
des Schreibers, und teilten dem König alle diese Worte mit.
Da sandte der König den Judi, die Schriftrolle zu
holen. Der nahm sie aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und
Judi las dem König vor und allen Oberen, die bei dem König
standen.
Der König aber saß im Winterhause vor dem
Kohlenbecken; denn es war im neunten Monat.
Wenn aber Judi drei oder vier Spalten gelesen hatte,
schnitt er sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer,
das im Kohlenbecken war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war
im Feuer.
Und niemand entsetzte sich und zerriß seine Kleider,
weder der König noch seine Großen, die doch alle diese
Worte gehört hatten.
Und obwohl Elnathan, Delaja und Gemarja den König
baten, er möge die Schriftrolle nicht verbrennen, hörte
er nicht auf sie.
Dazu gebot der König Jerachmeel, dem Königssohn,
und Seraja, dem Sohn Asriëls,
und Schelemja, dem Sohn Abdeels, sie sollten Baruch, den
Schreiber, und Jeremia, den Propheten, ergreifen. Aber der HERR
hatte sie verborgen.
Nachdem der König die Schriftrolle verbrannt
hatte, auf die Baruch die Worte geschrieben hatte, wie Jeremia
sie ihm sagte, geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle
vorigen Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die
Jojakim, der König von Juda, verbrannt hat.
Über Jojakim aber, den König von Juda, sollst du
sagen: So spricht der HERR: Du hast diese Schriftrolle verbrannt
und gesagt: Warum hast du darauf geschrieben, daß der König
von Babel kommen und dies Land verderben werde, so daß
weder Menschen noch Vieh mehr darin sein werden?
Darum spricht der HERR über Jojakim, den König
von Juda: Es soll keiner von den Seinen auf dem Thron Davids
sitzen, und sein Leichnam soll hingeworfen liegen, am Tag in der
Hitze und nachts im Frost.
Und ich will ihn und seine Nachkommen und seine Großen
heimsuchen um ihrer Schuld willen, und ich will über sie und
über die Bürger Jerusalems und über die in Juda
kommen lassen all das Unheil, von dem ich zu ihnen geredet habe,
und sie gehorchten doch nicht.
Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie
Baruch, dem Sohn Nerias, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so
wie ihm Jeremia vorsagte, alle Wort, die auf der Schriftrolle
gestanden hatten, die Jojakim, der König von Juda, im Feuer
hatte verbrennen lassen; und es wurden zu ihnen noch viele
ähnliche Worte hinzugetan.
Jeremia warnt den König Zedekia
Kapitel 37
Und Zedekia, der Sohn Josias, wurde König anstatt
Konjas, des Sohnes Jojakims; denn Nebukadnezar, der König
von Babel, machte ihn zum König im Lande Juda.
Aber er und seine Großen und das Volk des Landes
gehorchten nicht den Worten des HERRN, die er durch den Propheten
Jeremia redete.
Dennoch sandte der König Zedekia Juchal, den Sohn
Schelemjas, und den Priester Zephanja, den Sohn Maasejas, zum
Propheten Jeremia und ließ ihm sagen: Bitte den HERRN,
unsern Gott, für uns!
Denn Jeremia ging noch unter dem Volk aus und ein, und man
hatte ihn noch nicht ins Gefängnis geworfen.
Es war aber das Heer des Pharao aus Ägypten
aufgebrochen, und als die Chaldäer, die vor Jerusalem lagen,
davon hörten, waren sie von Jerusalem abgezogen.
Und des HERRN Wort geschah zum Propheten Jeremia:
So spricht der HERR, der Gott Israels: Sagt dem König
von Juda, der euch zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe,
das Heer des Pharao, das euch zu Hilfe ausgezogen ist, wird
wieder heim nach Ägypten ziehen,
und die Chaldäer werden wiederkommen und diese Stadt
belagern und sie erobern und mit Feuer verbrennen.
Darum spricht der HERR: Betrügt euch nicht damit, daß
ihr denkt: «Die Chaldäer werden von uns abziehen.»
Sie werden nicht abziehen.
Und wenn ihr auch das ganze Heer der Chaldäer
schlüget, die gegen euch kämpfen, und es blieben von
ihnen nur etliche Verwundete übrig, so würde doch ein
jeder in seinem Zelt aufstehen und diese Stadt mit Feuer
verbrennen.
Jeremia wird gefangengesetzt
Als nun der Chaldäer Heer von Jerusalem abgezogen war
vor dem Heere des Pharao,
wollte Jeremia aus Jerusalem herausgehen ins Land
Benjamin, um mit seinen Verwandten ein Erbe zu teilen.
Und als er zum Benjamintor kam, war dort ein Wachhabender
mit Namen Jeria, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der
hielt den Propheten Jeremia an und sprach: Du willst zu den
Chaldäern überlaufen.
Jeremia sprach: Das ist nicht wahr, ich will nicht zu den
Chaldäern überlaufen. Aber Jeria wollte ihn nicht
hören, sondern ergriff Jeremia und brachte ihn zu den
Oberen.
Und die Oberen wurden zornig über Jeremia und ließen
ihn schlagen und warfen ihn ins Gefängnis im Hause
Jonathans, des Schreibers; denn das hatten sie zum Kerker
gemacht.
So kam Jeremia in den überwölbten Raum einer
Zisterne und blieb dort lange Zeit.
Zedekia befragt heimlich den Propheten
Aber Zedekia, der König, sandte hin und ließ
ihn holen und fragte ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Ist
wohl ein Wort vom HERRN vorhanden? Jeremia sprach: Ja! Du wirst
dem König von Babel in die Hände gegeben werden.
Und Jeremia sprach zum König Zedekia: Was hab ich
gegen dich, gegen deine Großen und gegen dies Volk
gesündigt, daß sie mich in den Kerker geworfen haben?
Wo sind nun eure Propheten, die euch weissagten und
sprachen: Der König von Babel wird nicht über euch noch
über dies Land kommen?
Und nun, mein Herr und König, höre mich und laß
meine Bitte vor dir gelten! Laß mich nicht wieder in
Jonathans, des Schreibers, Haus bringen, daß ich dort nicht
sterbe.
Da befahl der König Zedekia, daß man Jeremia im
Wachthof behalten sollte, und ließ ihm täglich aus der
Bäckergasse einen Laib Brot geben, bis alles Brot in der
Stadt aufgezehrt war. So blieb Jeremia im Wachthof.
Jeremia in der Zisterne
Kapitel 38
Es hörten aber Schephatja, der Sohn Mattans, und
Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und
Paschhur, der Sohn Malkias, die Worte, die Jeremia zu allem Volk
redete.
So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird
durch Schwert, Hunger und Pest sterben müssen; wer aber
hinausgeht zu den Chaldäern, der soll am Leben bleiben und
wird sein Leben wie eine Beute davonbringen.
Denn so spricht der HERR: Diese Stadt soll übergeben
werden dem Heer des Königs von Babel, und es soll sie
einnehmen.
Da sprachen die Oberen zum König: Laß doch
diesen Mann töten; denn auf diese Weise nimmt er den
Kriegsleuten, die noch übrig sind in dieser Stadt, den Mut,
desgleichen dem ganzen Volk, weil er solche Worte zu ihnen sagt.
Denn der Mann sucht nicht, was diesem Volk zum Heil, sondern was
zum Unheil dient.
Der König Zedekia sprach: Siehe, er ist in euren
Händen; denn der König vermag nichts wider euch.
Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne
Malkias, des Königssohnes, die am Wachthof war, und ließen
ihn an Seilen hinab. In der Zisterne aber war kein Wasser,
sondern Schlamm, und Jeremia sank in den Schlamm.
Als aber Ebed-Melech, der Mohr, ein Kämmerer
in des Königs Haus, hörte, daß man Jeremia in die
Zisterne geworfen hatte, und der König gerade im Benjamintor
saß,
da ging Ebed-Melech aus des Königs Haus und redete
mit dem König und sprach:
Mein Herr und König, diese Männer handeln übel
an dem Propheten Jeremia, daß sie ihn in die Zisterne
geworfen haben; dort muß er vor Hunger sterben; denn es ist
kein Brot mehr in der Stadt.
Da befahl der König Ebed-Melech, dem Mohren: Nimm von
hier drei Männer mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus
der Zisterne, ehe er stirbt.
Und Ebed-Melech nahm die Männer mit sich und ging in
des Königs Haus in die Kleiderkammer und nahm dort
zerrissene, alte Lumpen und ließ sie an einem Seil hinab zu
Jeremia in die Zisterne.
Und Ebed-Melech, der Mohr, sprach zu Jeremia: Lege diese
zerrissenen, alten Lumpen unter deine Achseln um das Seil; und
Jeremia tat es.
Und sie zogen Jeremia herauf aus der Zisterne an den
Stricken. Und so blieb Jeremia im Wachthof.
Letztes Gespräch zwischen Zedekia und Jeremia
Und der König Zedekia sandte hin und ließ den
Propheten Jeremia zu sich holen unter den dritten Eingang am
Hause des HERRN. Und der König sprach zu Jeremia: Ich will
dich etwas fragen; verbirg mir nichts!
Jeremia sprach zu Zedekia: Sage ich dir etwas, so tötest
du mich doch; gebe ich dir aber einen Rat, so gehorchst du mir
nicht.
Da schwor der König Zedekia dem Jeremia heimlich und
sprach: So wahr er HERR lebt, der uns dies Leben gegeben hat: ich
will dich nicht töten noch den Männern in die Hände
geben, die dir nach dem Leben trachten.
Und Jeremia sprach zu Zedekia: So spricht der HERR, der
Gott Zebaoth, der Gott Israels: Wirst du hinausgehen zu den
Obersten des Königs von Babel, so sollst du am Leben
bleiben, und diese Stadt soll nicht verbrannt werden, sondern du
und dein Haus sollen am Leben bleiben;
wirst du aber nicht hinausgehen zu den Obersten des Königs
von Babel, so wird diese Stadt den Chaldäern in die Hände
gegeben, und sie werden sie mit Feuer verbrennen, und auch du
wirst ihren Händen nicht entrinnen.
Der König Zedekia sprach zu Jeremia: Ich habe aber
die Sorge, daß ich den Judäern, die zu den Chaldäern
übergelaufen sind, übergeben werden könnte, daß
sie mir übel mitspielen.
Jeremia sprach: Man wird dich nicht übergeben.
Gehorche doch der Stimme des HERRN, die ich dir verkünde, so
wird dir's wohlgehen, und du wirst am Leben bleiben.
Wirst du aber nicht hinausgehen, so ist dies das Wort, das
mir der HERR gezeigt hat:
Siehe, alle Frauen, die noch vorhanden sind im Haus des
Königs von Juda, werden zu den Obersten des Königs von
Babel hinaus müssen, und sie werden dann sagen: «Ach,
deine guten Freunde haben dich überredet und in ihre Gewalt
gebracht und in den Sumpf geführt und lassen dich nun
stecken.»
Ja, alle deine Frauen und Kinder werden hinaus müssen
zu den Chaldäern, und du selbst wirst ihren Händen
nicht entgehen, sondern du wirst vom König von Babel
ergriffen, und diese Stadt wird mit Feuer verbrannt werden.
Und Zedekia sprach zu Jeremia: Sieh zu, daß
niemand diese Worte erfahre, so wirst du nicht sterben.
Und wenn's die Oberen erfahren sollten, daß ich mit
dir geredet habe, und zu dir kommen und sprechen: «Sag an,
was hast du mit dem König geredet; verbirg es uns nicht, so
wollen wir dich nicht töten. Was hat der König mit dir
geredet?»,
so sprich: Ich habe den König gebeten, daß er
mich nicht wieder in Jonathans Haus führen lasse, ich müßte
sonst dort sterben.
Da kamen alle Oberen zu Jeremia und fragten ihn, und er
antwortete ihnen, wie ihm der König befohlen hatte. Da
ließen sie von ihm, weil sie nichts erfahren konnten.
Und Jeremia blieb im Wachthof bis auf den Tag, da
Jerusalem eingenommen wurde.
Jeremia wird bei der Eroberung Jerusalems befreit
Kapitel 39
Und es geschah, daß Jerusalem erobert wurde.
Denn im neunten Jahr Zedekias, des Königs von Juda,
im zehnten Monat kam Nebukadnezar, der König von Babel, und
sein ganzes Heer vor Jerusalem und belagerten es.
Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten
Monats, brach man in die Stadt ein.
Und alle Obersten des Königs von Babel zogen hinein
und hielten unter dem Mitteltor, nämlich Nergal-Sarezer, der
Fürst von Sin-Magir, der Oberhofmeister, und Nebuschasban,
der Oberkämmerer, und alle andern Obersten des Königs
von Babel.
Als nun Zedekia, der König von Juda, und seine
Kriegsleute das sahen, flohen sie bei Nacht zur Stadt hinaus auf
dem Wege zu des Königs Garten durchs Tor zwischen den beiden
Mauern und entwichen zum Jordantal hin.
Aber die Kriegsleute der Chaldäer jagten ihnen nach
und holten Zedekia ein im Jordantal von Jericho und nahmen ihn
gefangen und brachten ihn zu Nebukadnezar, dem König von
Babel, nach Ribla, das im Lande Hamath liegt. Der sprach das
Urteil über ihn.
Und der König von Babel ließ die Söhne
Zedekias vor seinen Augen töten in Ribla und tötete
auch alle Vornehmen Judas.
Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in
Ketten legen, um ihn nach Babel zu führen.
Und die Chaldäer verbrannten das Haus des Königs
und die Häuser der Bürger und rissen die Mauern
Jerusalems nieder.
Was aber noch an Volk in der Stadt war, und wer sonst zu
ihnen übergelaufen war, die führte Nebusaradan, der
Oberste der Leibwache, alle miteinander gefangen nach Babel.
Aber von dem niederen Volk, das nichts hatte, ließ
zur selben Zeit Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche
im Lande Juda zurück und gab ihnen Weinberge und Felder.
Aber Nebukadnezar, der König von Babel, hatte
Nebusaradan, dem Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen
Jeremia und gesagt:
Nimm ihn und laß ihn dir befohlen sein und tu ihm
kein Leid, sondern wie er's von dir begehrt, so mach's mit ihm.
Da sandten hin Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und
Nebuschasban, der Oberkämmerer, Nergal-Sarezer, der
Oberhofmeister, und alle Obersten des Königs von Babel
und ließen Jeremia aus dem Wachthof holen und
übergaben ihn Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes
Schaphans, daß er ihn nach Hause gehen ließe. Und so
blieb er unter dem Volk.
Es war auch des HERRN Wort geschehen zu Jeremia,
als er noch im Wachthof lag:
Geh hin und sage Ebed-Melech, dem Mohren: So spricht der
HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will meine Worte
kommen lassen über diese Stadt zum Unheil und nicht zum
Heil, und du sollst es sehen zur selben Zeit.
Aber dich will ich erretten zur selben Zeit, spricht der
HERR, und du sollst den Leuten nicht ausgeliefert werden, vor
denen du dich fürchtest.
Denn ich will dich entkommen lassen, daß du nicht
durchs Schwert fallest, sondern du sollst dein Leben wie eine
Beute davonbringen, weil du mir vertraut hast, spricht der HERR.
JEREMIA
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