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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER PROPHET
JESAJA
Kapitel 51 -
66
Gottes ewiges Heil für Israel
Kapitel 51
Hört mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die
ihr den HERRN sucht: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen
seid, und des Brunnens Schacht, aus dem ihr gegraben seid.
Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr
geboren seid. Denn als einen einzelnen berief ich ihn, um ihn zu
segnen und zu mehren.
Ja, der HERR tröstet Zion, er tröstet alle ihre
Trümmer und macht ihre Wüste wie Eden und ihr dürres
Land wie den Garten des HERRN, daß man Wonne und Freude
darin findet, Dank und Lobgesang.
Merkt auf mich, ihr Völker, und ihr Menschen, hört
mir zu! Denn Weisung wird von mir ausgehen, und mein Recht will
ich gar bald zum Licht der Völker machen.
Denn meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor,
und meine Arme werden die Völker richten. Die Inseln harren
auf mich und warten auf meinen Arm.
Hebt eure Augen auf gen Himmel und schaut unten auf die
Erde! Denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde
wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken
dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine
Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen.
Hört mir zu, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du
Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist! Fürchtet euch nicht,
wenn euch die Leute schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn
sie euch verhöhnen!
Denn die Motten werden sie fressen wie ein Kleid, und
Würmer werden sie fressen wie ein wollenes Tuch. Aber meine
Gerechtigkeit bleibt ewiglich und mein Heil für und für.
Der Herr greift ein mit Macht und Trost
Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach
auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der
Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat?
Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser
der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte,
daß die Erlösten hindurchgingen?
So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach
Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte
sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und
Seufzen wird von ihnen fliehen.
Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn,
daß du dich vor Menschen gefürchtet hast, die doch
sterben, und vor Menschenkindern, die wie Gras vergehen,
und hast des HERRN vergessen, der dich gemacht hat, der
den Himmel ausgebreitet und die Erde gegründet hat, und hast
dich ständig gefürchtet den ganzen Tag vor dem Grimm
des Bedrängers, als er sich vornahm, dich zu verderben? Wo
ist nun der Grimm des Bedrängers?
Der Gefangene wird eilends losgegeben, daß er nicht
sterbe und begraben werde und daß er keinen Mangel an Brot
habe.
Denn ich bin der HERR, dein Gott, der das Meer erregt, daß
seine Wellen wüten – sein Name heißt HERR
Zebaoth -;
ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich
unter dem Schatten meiner Hände geborgen, auf daß ich
den Himmel von neuem ausbreite und die Erde gründe und zu
Zion spreche: Du bist mein Volk.
Weckruf Gottes an das erniedrigte Jerusalem
Werde wach, werde wache, steh auf, Jerusalem, die du
getrunken hast von der Hand des HERRN den Kelch seines Grimmes!
Den Taumelkelch
hast du ausgetrunken, den Becher geleert.
Es war niemand von allen Söhnen, die sie geboren hat,
der sie leitete, niemand von allen Söhnen, die sie erzogen
hat, der sie bei der Hand nahm.
Dies beides ist dir begegnet: - wer trug Leid um dich? -
Verwüstung und Schaden, Hunger und Schwert; - wer hat dich
getröstet? -
Deine Söhne lagen auf allen Gassen verschmachtet wie
ein Hirsch im Netz, getroffen vom Zorn des HERRN und vom Schelten
deines Gottes.
Darum höre dies, du Elende, die du trunken bist, doch
nicht von Wein!
So spricht dein Herrscher, der HERR, und dein Gott, der
die Sache seines Volks führt: Siehe, ich nehme den
Taumelkelch aus deiner Hand, den Becher meines Grimmes. Du sollst
ihn nicht mehr trinken,
sondern ich will ihn deinen Peinigern in die Hand geben,
die zu dir sprachen: Wirf dich nieder, daß wir darüberhin
gehen! Und du machtest deinen Rücken dem Erdboden gleich und
wie eine Gasse, daß man darüberhin laufe.
Gott ruft sein Volk in die Freiheit
Kapitel 52
Wach auf, wach auf, Zion, zieh an deine Stärke!
Schmücke dich herrlich, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn es
wird hinfort kein Unbeschnittener oder Unreiner zu dir
hineingehen.
Schüttle den Staub ab, steh auf, Jerusalem, du
Gefangene! Mach dich los von den Fesseln deines Halses, du
gefangene Tochter Zion!
Denn so spricht der HERR: Ihr seid umsonst verkauft, ihr
sollt auch ohne Geld ausgelöst werden.
So spricht Gott der HERR: Mein Volk zog einst hinab
nach Ägypten, daß es dort ein Fremdling wäre;
auch Assur hat ihm ohne Grund Gewalt angetan.
Aber nun, was habe ich hier zu schaffen? spricht der HERR.
Mein Volk ist umsonst weggeführt; seine Tyrannen prahlen,
spricht der HERR, und mein Name wird immer den ganzen Tag
gelästert.
Darum soll an jenem Tag mein Volk meinen Namen erkennen,
daß ich es bin, der da spricht: Hier bin ich!
Die frohe Botschaft
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße
der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes
predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott
ist König!
Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen
miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach
Zion zurückkehrt.
Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer
Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und
Jerusalem erlöst.
Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen
aller Völker, daß aller Welt Enden sehen das Heil
unsres Gottes.
Weicht, weicht, zieht aus von dort und rührt
nichts Unreines an! Geht weg aus ihrer Mitte, reinigt euch, die
ihr des HERRN Geräte tragt!
Denn ihr sollt nicht in Eile ausziehen und in Hast
entfliehen; denn der HERR wird vor euch herziehen und der Gott
Israels euren Zug beschließen.
Das stellvertretende Leiden und die Herrlichkeit des
Knechtes Gottes
Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht
und sehr hoch erhaben sein.
Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine
Gestalt häßlicher war als die anderer Leute und sein
Aussehen als das der Menschenkinder,
so wird er viele Heiden besprengen*, daß auch Könige
werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon
verkündet ist, die werden es nun sehen, und die nichts davon
gehört haben, die werden es merken.
*Nach anderer Überlieferung: in
Staunen setzen.
Kapitel 53
Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde,
und wem ist der Arm des HERRN offenbart?
Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine
Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und
Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns
gefallen hätte.
Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller
Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das
Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts
geachtet.
Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich
unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt
und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Aber er ist um unsrer Missetat* willen verwundet und um
unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm,
auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden
sind wir geheilt.
*Abfall,
Abtrünnigkeit.
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf
seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen
Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt
wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er
seinen Mund nicht auf.
Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann
sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen
weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt
war.
Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei
Übeltätern*, als er gestorben war, wiewohl er niemand
Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist.
*Der überlieferte Text hat hier:
«bei
Reichen».
So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit.
Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er
Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan
wird durch seine Hand gelingen.
Psalm 22,31.
Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht
schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird
er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen;
denn er trägt ihre Sünden.
Römer 10,4; 2. Korinther 5,21;
Johannes 1,29.
Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll
die Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben
in den Tod gegeben hat und den Übeltätern
gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat
und für die Übeltäter gebeten.
Markus 15,28; Lukas 22,37. und 23,34.
Gott verheißt seinem Volk eine neue Gnadenzeit
Kapitel 54
Rühme, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast!
Freue dich mit Rühmen und jauchze, die du nicht schwanger
warst! Denn die Einsame hat mehr Kinder als die den Mann hat,
spricht der HERR.
Mache den Raum deines Zeltes weit und breite aus die
Decken deiner Wohnstatt; spare nicht! Spann deine Seile lang und
stecke deine Pflöcke fest!
Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken,
und deine Nachkommen werden Völker beerben und verwüstete
Städte neu bewohnen.
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden
werden, schäme dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott
werden, sondern du wirst die Schande deiner Jugend vergessen und
der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken.
Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann – HERR
Zebaoth heißt sein Name -, und dein Erlöser ist der
Heilige Israels, der aller Welt Gott genannt wird.
Denn der HERR hat dich zu sich gerufen wie ein verlassenes
und von Herzen betrübtes Weib; und das Weib der Jugendzeit,
wie könnte es verstoßen bleiben! spricht dein Gott.
Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber
mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein
wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich
deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.
Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, daß
die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So
habe ich geschworen, daß ich nicht mehr über dich
zürnen und dich nicht mehr schelten will.
Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel
hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der
Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein
Erbarmer.
Du Elende, über die alle Wetter gehen, die
keinen Trost fand! Siehe, ich will deine Mauern auf Edelsteine
stellen und will deinen Grund mit Saphiren legen
und deine Zinnen aus Kristallen machen und deine Tore von
Rubinen und alle deine Grenzen von erlesenen Steinen.
Und alle deine Söhne sind Jünger des HERRN, und
großen Frieden haben deine Söhne.
Du sollst auf Gerechtigkeit gegründet sein. Du wirst
ferne sein von Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu
fürchten, und von Schrecken, denn er soll dir nicht nahen.
Siehe, wenn man kämpft, dann kommt es nicht von mir;
wer gegen dich streitet, wird im Kampf gegen dich fallen.
Siehe, ich habe den Schmied geschaffen, der die Kohlen im
Feuer anbläst und Waffen macht nach seinem Handwerk; und ich
habe auch den Verderber geschaffen, um zu vernichten.
Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es
gelingen, und jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du
im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des
HERRN, und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der HERR.
Einladung zum Gnadenbunde Gottes
Kapitel 55
Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!
Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und eßt! Kommt
her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!
Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot
ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht?
Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am
Köstlichen laben.
Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so
werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund
schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu
geben.
Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt,
zum Fürsten für sie und zum Gebieter.
Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennst, und
Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN
willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich
herrlich gemacht hat.
Gottes wunderbarer Weg
Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; rufet ihn an,
solange er nahe ist.
Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter
von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich
seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel
Vergebung.
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure
Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,
sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde,
so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine
Gedanken als eure Gedanken.
Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die
Erde und macht sie fruchtbar und läßt wachsen, daß
sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen,
so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein:
Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird
tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es
sende.
Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden
geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her
frohlocken mit Jauchzen und alle Bäume auf dem Felde in die
Hände klatschen.
Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt
Nesseln. Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen
Zeichen, das nicht vergehen wird.
Die Gemeinde Gottes wächst über ihre Grenzen
Kapitel 56
So spricht der HERR: Wahret das Recht und übt
Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, daß es komme, und
meine Gerechtigkeit, daß sie offenbart werde.
Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das
daran festhält, das den Sabbat hält und nicht
entheiligt und seine Hand hütet, nichts Arges zu tun!
Und der Fremde, der sich dem HERRN zugewandt hat, soll
nicht sagen: Der HERR wird mich getrennt halten von seinem Volk.
Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer
Baum.
Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine
Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und
an meinem Bund festhalten,
denen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern ein
Denkmal und einen Namen geben; das ist besser als Söhne und
Töchter. Einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht
vergehen soll.
Und die Fremden, die sich dem HERRN zugewandt haben, ihm
zu dienen und seinen Namen zu lieben, damit sie seine Knechte
seien, alle, die den Sabbat halten, daß sie ihn nicht
entheiligen, und die an meinem Bund festhalten,
die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie
erfreuen in meinem Bethaus, und ihre Brandopfer und Schlachtopfer
sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein
Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker.
Markus 11,17.
Gott der HERR, der die Versprengten Israels sammelt,
spricht: Ich will noch mehr zu der Zahl derer, die versammelt
sind, sammeln.
Klage über die Hirten des Volkes
Ihr Tiere alle auf dem Felde, kommt und freßt, ihr
Tiere alle im Walde!
Alle ihre Wächter sind blind, sie wissen alle nichts.
Stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können, sie liegen
und jappen und schlafen gerne.
Aber es sind gierige Hunde, die nie satt werden können.
Das sind die Hirten, die keinen Verstand haben; ein jeder sieht
auf seinen Weg, alle sind auf ihren Gewinn aus und sagen:
Kommt her, ich will Wein holen, wir wollen uns vollsaufen,
und es soll morgen sein wie heute und noch viel herrlicher!
Das Geschick der Frommen und der Gottlosen
Kapitel 57
Der Gerechte ist umgekommen, und niemand ist da, der es
zu Herzen nimmt, und fromme Leute sind hingerafft, und niemand
achtet darauf. Ja, der Gerechte ist weggerafft durch die Bosheit
und geht zum Frieden ein. Es ruhen auf ihren Lagern,
die recht gewandelt sind.
Ihr aber, tretet herzu, ihr Söhne der
Zauberin, ihr Kinder des Ehebrechers und der Hure!
Mit wem wollt ihr euren Spott treiben? Über wen wollt
ihr das Maul aufsperren und die Zunge herausstrecken? Seid ihr
nicht abtrünnige Kinder, ein verkehrtes Geschlecht,
die ihr bei den Götzeneichen in Brunst geratet, unter
allen grünen Bäumen, und die Kinder opfert in den
Tälern unter den Felsklippen?
Bei den glatten Steinen im Tal ist dein Teil, sie sind
dein Los. Ihnen hast du dein Trankopfer ausgeschüttet, hast
du Speisopfer geopfert. Deshalb kann ich mein Urteil nicht
ändern.
Du machtest dein Lager auf hohem, erhabenem Berg und
gingst dort hinauf, zu opfern.
Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein
Denkzeichen. Denn du hast dich von mir abgewandt und aufgedeckt
dein Lager, es bestiegen und weit gemacht. Du hast dich mit ihnen
verbunden, liebtest ihr Lager und buhltest mit ihnen.
Du bist mit Öl zum König gezogen und mit viel
köstlicher Salbe und hast deine Boten in die Ferne gesandt
und tief hinab bis zum Totenreich.
Du hast dich abgemüht mit der Menge deiner Wege und
sprachst nicht: Das lasse ich; sondern du fandest ja noch Leben
in deinen Gliedern, so wurdest du dessen nicht müde.
Wen hast du gescheut und gefürchtet, daß
du treulos wurdest und nicht an mich dachtest und es nicht zu
Herzen nahmst? Ist es nicht so: Weil ich schwieg und mich
verbarg, hast du mich nicht gefürchtet?
Ich will aber deine Gerechtigkeit kundtun und deine Werke,
daß sie dir nichts nütze sind.
Wenn du rufen wirst, so sollen dir deine vielen Götzen
helfen. Aber der Wind wird sie alle wegführen, und ein Hauch
wird sie wegnehmen. Doch wer auf mich traut, wird das Land erben
und meinen heiligen Berg besitzen.
Gott will seinem Volke Heil geben
Und er spricht: Machet Bahn, machet Bahn! Bereitet den
Weg, räumt die Anstöße aus dem Weg meines Volks!
Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt,
dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im
Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen
Geistes sind, auf daß ich erquicke den Geist der
Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.
Denn ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich
zürnen; sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten und
der Lebensodem, den ich geschaffen habe.
Ich war zornig über die Sünde ihrer Habgier und
schlug sie, verbarg mich und zürnte. Aber sie gingen treulos
die Wege ihres Herzens.
Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und
sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid
tragen,
will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen
in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich
will sie heilen.
Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das
nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat
auswerfen.
Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott.
Falsches und echtes Fasten
Kapitel 58
Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie
eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit
und dem Hause Jakob seine Sünden!
Sie suchen mich täglich und begehren, meine Wege zu
wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon
getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie
fordern von mir Recht, sie begehren, daß Gott sich nahe.
«Warum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum
kasteien wir unseren Leib, und du willst's nicht wissen?» -
Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften
nach und bedrückt alle eure Arbeiter.
Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt
mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr
jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden
soll.
Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein
Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen
läßt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet?
Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR
Wohlgefallen hat?
Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe:
Laß los, die du mit Unrecht gebunden hast, laß ledig,
auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst,
reiß jedes Joch weg!
Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne
Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so
kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte,
und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine
Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des
HERRN wird deinen Zug beschließen.
Dann wirst du rufen, und der HERR wird dir antworten. Wenn
du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.
Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht
mit Fingern zeigst und nicht übel redest,
sondern den Hungrigen dein Herz finden läßt und
den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis
aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.
Und der HERR wird dich immerdar führen und dich
sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und
du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine
Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.
Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange
wüst gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was
vorzeiten gegründet ward; und du sollst heißen: «Der
die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, daß man
da wohnen könne».
Segen der Sabbatheiligung
Wenn du deinen Fuß am Sabbat zurückhältst
und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen
Tage und den Sabbat «Lust» nennst und den heiligen
Tag des HERRN «Geehrt»; wenn du ihn dadurch ehrst,
daß du nicht deine Gänge machst und nicht deine
Geschäfte treibst und kein leeres Geschwätz redest,
dann wirst du deine Lust haben am HERRN, und ich will dich
über die Höhen auf Erden gehen lassen und will dich
speisen mit dem Erbe deines Vaters Jakob; denn des HERRN Mund
hat's geredet.
Gott überwindet die Sünde seines Volkes
Kapitel 59
Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht
helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, so
daß er nicht hören könnte,
sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott,
und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß
ihr nicht gehört werdet.
Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure
Finger mit Verschuldung; eure Lippen reden Falsches, eure Zunge
spricht Bosheit.
Es ist niemand, der eine gerechte Sache vorbringt, und
niemand, der redlich richtet. Man vertraut auf Nichtiges und
redet Trug; mit Unheil sind sie schwanger und gebären
Verderben.
Sie brüten Natterneier und weben Spinnweben. Ißt
man von ihren Eiern, so muß man sterben, zertritt man sie
aber, so fährt eine Schlange heraus.
Ihre Gewebe taugen nicht zu Kleidern, und ihr Gespinst
taugt nicht zur Decke. Ihre Werke sind Unheilswerke, an ihren
Händen ist Frevel.
Ihre Füße laufen zum Bösen, und sie sind
schnell dabei, unschuldig Blut zu vergießen. Ihre Gedanken
sind Unheilsgedanken, auf ihren Wegen wohnt Verderben und
Schaden.
Sie kennen den Weg des Friedens nicht, und Unrecht ist auf
ihren Pfaden. Sie gehen auf krummen Wegen; wer auf ihnen geht,
der hat keinen Frieden.
Darum ist das Recht ferne von uns, und die
Gerechtigkeit kommt nicht zu uns. Wir harren auf Licht, siehe, so
ist's finster, auf Helligkeit, siehe, so wandeln wir im Dunkeln.
Wir tasten an der Wand entlang wie die Blinden und tappen
wie die, die keine Augen haben. Wir stoßen uns am Mittag
wie in der Dämmerung, wir sind im Düstern wie die
Toten.
Wir brummen alle wie die Bären und gurren wie die
Tauben; denn wir harren auf Recht, so ist's nicht da, auf Heil,
so ist's ferne von uns.
Denn wir sind zu oft von dir abgefallen, und unsre Sünden
zeugen gegen uns. Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen,
und wir kennen unsre Sünden:
abtrünnig sein und den HERRN verleugnen und abfallen
von unserm Gott, Frevel reden und Ungehorsam, Lügenworte
ausbrüten und bedenkenlos daherreden.
Und das Recht ist zurückgewichen, und die
Gerechtigkeit hat sich entfernt; denn die Wahrheit ist auf der
Gasse zu Fall gekommen, und die Aufrichtigkeit findet keinen
Eingang.
Und die Wahrheit ist dahin, und wer vom Bösen weicht,
muß sich ausplündern lassen.
Das alles sieht der HERR, und es mißfällt
ihm sehr, daß kein Recht ist.
Und er sieht, daß niemand auf dem Plan ist, und
verwundert sich, daß niemand ins Mittel tritt. Da hilft er
sich selbst mit seinem Arm, und seine Gerechtigkeit steht ihm
bei.
Er zieht Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzt den
Helm des Heils auf sein Haupt und zieht an das Gewand der Rache
und kleidet sich mit Eifer wie mit einem Mantel.
Nach den Taten wird er vergelten, mit Grimm seinen
Widersachern, mit Vergeltung seinen Feinden; ja, den Inseln will
er heimzahlen,
daß der Name des HERRN gefürchtet werde bei
denen vom Niedergang der Sonne und seine Herrlichkeit bei denen
von ihrem Aufgang, wenn er kommen wird wie ein reißender
Strom, den der Odem des HERRN treibt.
Aber für Zion wird er als Erlöser kommen und
für die in Jakob, die sich von der Sünde abwenden,
spricht der HERR.
Und dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein
Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund
gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem
Mund deiner Kinder und Kindeskinder, spricht der HERR, von nun an
bis in Ewigkeit.
Zions zukünftige Herrlichkeit
Kapitel 60
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und
die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel
die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine
Herrlichkeit erscheint über dir.
Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die
Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle
sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von
ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen
werden.
Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen,
und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze
der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker
zu dir kommt.
Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen
Kamele aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold
und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.
Alle Herden von Kedar sollen zu dir gebracht werden, und
die Widder Nebajoths sollen dir dienen. Sie sollen als ein
wohlgefälliges Opfer auf meinen Altar kommen; denn ich will
das Haus meiner Herrlichkeit zieren.
Wer sind die, die da fliegen wie die Wolken und wie
die Tauben zu ihren Schlägen?
Die Inseln harren auf mich und die Tarsisschiffe
vor allem, daß sie deine Söhne von ferne herbringen
samt ihrem Silber und Gold für den Namen des HERRN, deines
Gottes, und für den Heiligen Israels, der dich herrlich
gemacht hat.
Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige
werden dir dienen. Denn in meinem Zorn habe ich dich geschlagen,
aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich.
Deine Tore sollen stets offen stehen und weder Tag noch
Nacht zugeschlossen werden, daß der Reichtum der Völker
zu dir gebracht und ihre Könige herzugeführt werden.
Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht
dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet
werden.
Die Herrlichkeit des Libanon soll zu dir kommen,
Zypressen, Buchsbaum und Kiefern miteinander, zu schmücken
den Ort meines Heiligtums; denn ich will die Stätte meiner
Füße herrlich machen.
Es werden gebückt zu dir kommen, die dich unterdrückt
haben, und alle, die dich gelästert haben, werden
niederfallen zu deinen Füßen und dich nennen «Stadt
des HERRN», «Zion des Heiligen Israels».
Denn dafür, daß du die Verlassene und
Ungeliebte gewesen bist, zu der niemand hinging, will ich dich
zur Pracht ewiglich machen und zur Freude für und für.
Du sollst Milch von den Völkern saugen, und der
Könige Brust soll dich säugen, auf daß du
erfahrest, daß ich, der HERR, dein Heiland bin und ich, der
Mächtige Jakobs, dein Erlöser.
Ich will Gold anstatt des Erzes und Silber anstatt des
Eisens bringen und Erz anstatt des Holzes und Eisen anstatt der
Steine. Und ich will zu deiner Obrigkeit den Frieden machen und
zu deinen Vögten die Gerechtigkeit.
Man soll nicht mehr von Frevel hören in deinem Lande
noch von Schaden oder Verderben in deinen Grenzen, sondern deine
Mauern sollen «Heil» und deine Tore «Lob»
heißen.
Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der
Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR
wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein.
Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht
den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein,
und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.
Und dein Volk sollen lauter Gerechte sein. Sie werden das
Land ewiglich besitzen als der Sproß meiner Pflanzung und
als ein Werk meiner Hände mir zum Preise.
Aus dem Kleinsten sollen tausend werden und aus dem
Geringsten ein mächtiges Volk. Ich, der HERR, will es zu
seiner Zeit eilends ausrichten.
Die frohe Botschaft von der kommenden Herrlichkeit
Kapitel 61
Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR
mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft
zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen
den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, daß sie frei
und ledig sein sollen;
zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN
und einen Tag der Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle
Trauernden,
zu schaffen den Trauernden zu Zion, daß ihnen
Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang
statt eines betrübten Geistes gegeben werden, daß sie
genannt werden «Bäume der Gerechtigkeit»,
«Pflanzung des HERRN», ihm zum Preise.
Sie werden die alten Trümmer wieder aufbauen und, was
vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufrichten; sie werden
die verwüsteten Städte erneuern, die von Geschlecht zu
Geschlecht zerstört gelegen haben.
Fremde werden hintreten und eure Herden weiden, und
Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein.
Ihr aber sollt Priester des HERRN heißen, und man
wird euch Diener unsres Gottes nennen. Ihr werdet der Völker
Güter essen und euch ihrer Herrlichkeit rühmen.
Dafür, daß mein Volk doppelte Schmach trug und
Schande ihr Teil war, sollen sie doppelten Anteil besitzen in
ihrem Lande und ewige Freude haben.
Denn ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub
und Unrecht haßt; ich will ihnen den Lohn in Treue geben
und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.
Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Heiden und
ihre Nachkommen unter den Völkern, daß, wer sie sehen
wird, erkennen soll, daß sie ein Geschlecht sind, gesegnet
vom HERRN.
Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich
in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen
und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie
einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und
wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.
Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und
Same im Garten aufgeht, so läßt Gott der HERR
Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Heidenvölkern.
Die zukünftige Herrlichkeit Zions
Kapitel 62
Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um
Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine
Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine
Fackel,
daß die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle
Könige deine Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen
Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird.
Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des
HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes.
Man soll dich nicht mehr nennen «Verlassene»
und dein Land nicht mehr «Einsame», sondern du sollst
heißen «Meine Lust» und dein Land «Liebes
Weib»; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat
einen lieben Mann.
Denn, wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird
dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut
über die Braut, so wird sich dein Gott über dich
freuen.
O Jerusalem, ich habe Wächter über deine
Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht
mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne
euch Ruhe zu gönnen,
laßt ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder
aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!
Der HERR hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem
starken Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu
essen geben noch deinen Wein, mit dem du so viel Arbeit hattest,
die Fremden trinken lassen,
sondern, die es einsammeln, sollen's auch essen und den
HERRN rühmen, und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in
den Vorhöfen meines Heiligtums.
Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem
Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine
hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker!
Siehe, der HERR läßt es hören bis an die
Enden der Erde: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt!
Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht
vor ihm her!
Man wird sie nennen «Heiliges Volk», «Erlöste
des HERRN», und dich wird man nennen «Gesuchte»
und «Nicht mehr verlassene Stadt».
Gottes Gericht über Edom
Kapitel 63
Wer ist der, der von Edom kommt, mit rötlichen
Kleidern von Bozra, der so geschmückt ist in seinen Kleidern
und einherschreitet in seiner großen Kraft? «Ich
bin's, der in Gerechtigkeit redet, und bin mächtig zu
helfen.»
Warum ist denn dein Gewand so rotfarben und dein Kleid wie
das eines Keltertreters?
«Ich trat die Kelter allein, und niemand unter den
Völkern war mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn
und zertreten in meinem Grimm. Da ist ihr Blut auf meine Kleider
gespritzt, und ich habe mein ganzes Gewand besudelt.
Denn ich hatte einen Tag der Vergeltung mir vorgenommen;
das Jahr, die Meinen zu erlösen, war gekommen.
Und ich sah mich um, aber da war kein Helfer, und ich
verwunderte mich, daß niemand mir beistand. Da mußte
mein Arm mir helfen, und mein Zorn stand mir bei.
Und ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn und
habe sie trunken gemacht in meinem Grimm und ihr Blut auf die
Erde geschüttet.»
Buß- und Bittgebet des Gottesvolkes
Ich will der Gnade des HERRN gedenken und der Ruhmestaten
des HERRN in allem, was uns der HERR getan hat, und der großen
Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erwiesen hat nach
seiner Barmherzigkeit und großen Gnade.
Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Söhne, die
nicht falsch sind. Darum ward er ihr Heiland
in aller ihrer Not. Nicht ein Engel und nicht ein Bote,
sondern sein Angesicht half ihnen. Er erlöste sie, weil er
sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug
sie allezeit von alters her.
Aber sie waren widerspenstig und betrübten seinen
heiligen Geist; darum ward er ihr Feind und stritt wider sie.
Da gedachte sein Volk wieder an die vorigen Zeiten,
an Mose: Wo ist denn nun, der aus dem Wasser zog den Hirten
seiner Herde? Wo ist, der seinen heiligen Geist in ihn gab?
Der seinen herrlichen Arm zur Rechten des Mose gehen ließ?
Der die Wasser spaltete vor ihnen her, auf daß er sich
einen ewigen Namen machte?
Der sie führte durch die Fluten, wie Rosse, die in
der Wüste nicht straucheln;
wie Vieh, das ins Tal hinabsteigt, so brachte der Geist
des HERRN uns zur Ruhe. So hast du dein Volk geführt, auf
daß du dir einen herrlichen Namen machtest.
So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner
heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine
Macht? Deine große, herzliche Barmherzigkeit hält sich
hart gegen mich.
Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von
uns nichts, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser
Vater; «Unser Erlöser», das ist von alters her
dein Name.
Warum läßt du uns, HERR, abirren von deinen
Wegen und unser Herz verstocken, daß wird dich nicht
fürchten? Kehr zurück um deiner Knechte willen, um der
Stämme willen, die dein Erbe sind!
Kurze Zeit haben sie dein heiliges Volk vertrieben, unsre
Widersacher haben dein Heiligtum zertreten.
Wir sind geworden wie solche, über die du niemals
herrschtest, wie Leute, über die dein Name nie genannt
wurde.
° Ach daß du den Himmel zerrissest und
führest herab, daß die Berge vor dir zerflössen,
Kapitel 64
° wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser
sieden macht, daß dein Name kund würde unter deinen
Feinden und die Völker vor dir zittern müßten,
wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten –
und führest herab, daß die Berge vor dir zerflössen!
-
und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr
hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer
dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren.
Du begegnetest denen, die Gerechtigkeit übten und auf
deinen Wegen deiner gedachten. Siehe, du zürntest, als wir
von alters her gegen dich sündigten und abtrünnig
wurden.
Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre
Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle
verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns
davon wie der Wind.
Niemand ruft deinen Namen an oder macht sich auf, daß
er sich an dich halte; denn du hast dein Angesicht vor uns
verborgen und läßt uns vergehen unter der Gewalt
unsrer Schuld.
Aber nun, HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind
Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände
Werk.
HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der
Sünde! Sieh doch an, daß wir alle dein Volk sind!
Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden,
Zion ist zur Wüste geworden, Jerusalem liegt zerstört.
Das Haus unsrer Heiligkeit und Herrlichkeit, in dem dich
unsre Väter gelobt haben, ist mit Feuer verbrannt, und
alles, was wir Schönes hatten, ist zuschanden gemacht.
HERR, willst du bei alledem noch zögern und schweigen
und uns so sehr niederschlagen?
Verstoßung der Abtrünnigen,
gnädige Annahme der Getreuen
Kapitel 65
Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir
fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht
suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich:
Hier bin ich, hier bin ich!
Ich streckte meine Hände aus den ganzen Tag nach
einem ungehorsamen Volk, das nach seinen eigenen Gedanken wandelt
auf einem Wege, der nicht gut ist;
nach einem Volk, das mich beständig ins Angesicht
kränkt: sie opfern in den Gärten und räuchern auf
Ziegelsteinen,
sie sitzen in Gräbern und bleiben über Nacht in
Höhlen, essen Schweinefleisch und haben Greuelsuppen in
ihren Töpfen
und sprechen: Bleib weg und rühr mich nicht an, denn
ich bin für dich heilig. Die sollen ein Rauch werden in
meiner Nase, ein Feuer, das den ganzen Tag brennt.
Siehe, es steht vor mir geschrieben: Ich will nicht
schweigen, sondern heimzahlen; ja, ich will es ihnen heimzahlen,
beides, ihre Missetaten und ihrer Väter Missetaten
miteinander, spricht der HERR, die auf den Bergen geräuchert
und mich auf den Hügeln geschändet haben. Ja, ich will
ihnen heimzahlen ihr früheres Tun.
So spricht der HERR: Wie wenn man noch Saft in der
Traube findet und spricht: Verdirb es nicht, denn es ist ein
Segen darin!, so will ich um meiner Knechte willen tun, daß
ich nicht alles verderbe.
Ich will aus Jakob Nachkommen wachsen lassen und aus Juda
Erben, die meine Berge besitzen; meine Auserwählten sollen
sie besitzen, und meine Knechte sollen auf ihnen wohnen.
Und meinem Volk, das nach mir fragt, soll Saron eine Weide
für die Herde werden und das Tal Achor ein Lagerplatz für
das Vieh.
Aber ihr, die ihr den HERRN verlaßt und meines
heiligen Berges vergeßt und dem Gad
einen Tisch zurichtet und dem Meni
vom Trankopfer voll einschenkt, -
wohlan, euch will ich dem Schwert übergeben, daß
ihr euch alle zur Schlachtung hinknien müßt; denn ich
rief, und ihr habt nicht geantwortet, ich redete, und ihr habt
nicht gehört, sondern tatet, was mir nicht gefiel, und
erwähltet, wonach ich kein Verlangen hatte.
Darum spricht Gott der HERR: Siehe, meine Knechte
sollen essen, ihr aber sollt hungern; siehe, meine Knechte sollen
trinken, ihr aber sollt dürsten. Siehe, meine Knechte sollen
fröhlich sein, ihr aber sollt zuschanden werden;
siehe, meine Knechte sollen vor Herzenslust jauchzen, ihr
aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen.
Und ihr sollt euren Namen meinen Auserwählten zum
Fluch überlassen «Daß dich Gott der HERR töte»;
aber meine Knechte wird man mit einem andern Namen nennen.
Wer sich segnen wird auf Erden, der wird sich im Namen des
wahrhaftigen Gottes segnen, und wer schwören wird auf Erden,
der wird bei dem wahrhaftigen Gott schwören. Denn die
früheren Ängste sind vergessen und vor meinen Augen
entschwunden.
Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde
Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue
Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken und
sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.
Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das,
was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen
und sein Volk zur Freude,
und ich will fröhlich sein über Jerusalem und
mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören
die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.
Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage
leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als
Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert
Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht.
Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden
Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen.
Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht
pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden
sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden
meine Auserwählten genießen.
Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für
einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der
Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen.
Und es soll geschehen: ehe sie rufen, will ich antworten;
wenn sie noch reden, will ich hören.
Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe
wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muß Erde
fressen. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem
ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.
Strafe für allen selbsterwählten Gottesdienst
Kapitel 66
So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die
Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für
ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die
Stätte, da ich ruhen sollte?
Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der
HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der
zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort.
Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen
Mann erschlägt; wer ein Schaf opfert, gleicht dem, der einem
Hund das Genick bricht; wer ein Speisopfer bringt, gleicht dem,
der Schweineblut spendet; wer Weihrauch anzündet, gleicht
dem, der Götzen verehrt: wahrlich, wie sie Lust haben an
ihren eigenen Wegen und ihre Seele Gefallen hat an ihren Greueln,
so will auch ich Lust daran haben, daß ich ihnen
wehe tue, und ich will über sie kommen lassen, wovor ihnen
graut. Denn ich rief, und niemand antwortete, ich redete, und sie
hörten nicht und taten, was mir nicht gefiel, und hatten
ihre Lust an dem, woran ich kein Wohlgefallen hatte.
Das zukünftige Heil Jerusalems –
das Gericht über die Gottlosen
Hört des HERRN Wort, die ihr erzittert vor seinem
Wort: Es sprechen eure Brüder, die euch hassen und verstoßen
um meines Namens willen: «Laßt doch den HERRN sich
verherrlichen, daß wir eure Freude mit ansehen»,
- doch sie sollen zuschanden werden.
Horch, Lärm aus der Stadt! Horch, vom Tempel her!
Horch, der HERR vergilt seinen Feinden!
Ehe sie Wehen bekommt, hat sie geboren; ehe sie in
Kindsnöte kommt, ist sie eines Knaben genesen.
Wer hat solches je gehört? Wer hat solches je
gesehen? Ward ein Land an einem Tage geboren? Ist ein Volk
auf einmal zur Welt gekommen? Kaum in Wehen, hat Zion schon ihre
Kinder geboren.
Sollte ich das Kind den Mutterschoß durchbrechen und
nicht auch geboren werden lassen? spricht der HERR. Sollte ich,
der gebären läßt, den Schoß verschließen?
spricht dein Gott.
Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über
die Stadt, alle, die ihr sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle,
die ihr über sie traurig gewesen seid.
Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an
den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich
trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust.
Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr
den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie
einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem
Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen.
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter
tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet
werden.
Ihr werdet's sehen, und euer Herz wird sich freuen, und
euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die
Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
Denn siehe, der HERR wird kommen mit Feuer und
seine Wagen wie ein Wetter, daß er vergelte im Grimm seines
Zorns und mit Schelten in Feuerflammen.
Denn der HERR wird durch Feuer die ganze Erde richten und
durch sein Schwert alles Fleisch, und der vom HERRN Getöteten
werden viele sein.
Die sich heiligen und reinigen für das Opfer in den
Gärten dem einen nach, der in der Mitte ist, und
Schweinefleisch essen, greuliches Getier und Mäuse, die
sollen miteinander weggerafft werden, spricht der HERR.
Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken und komme,
um alle Völker und Zungen zu versammeln, daß sie
kommen und meine Herrlichkeit sehen.
Und ich will ein Zeichen unter ihnen aufrichten und einige
von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, nach
Tarsis, nach Put und Lud, nach Meschech und Rosch, nach Tubal und
Jawan und zu den fernen Inseln, wo man nichts von mir gehört
hat und die meine Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie
sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen.
Und sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern
herbringen dem HERRN zum Weihgeschenk auf Rossen und Wagen, in
Sänften, auf Maultieren und Dromedaren nach Jerusalem zu
meinem heiligen Berge, spricht der HERR, gleichwie Israel die
Opfergaben in reinem Gefäße zum Hause des HERRN
bringt.
Und ich will auch aus ihnen Priester und Leviten nehmen,
spricht der HERR.
Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache,
vor mir Bestand haben, spricht der HERR, so soll auch euer
Geschlecht und Name Bestand haben.
Und alles Fleisch wird einen Neumond nach dem andern und
einen Sabbat nach dem andern kommen, um vor mir anzubeten,
spricht der HERR.
Und sie werden hinausgehen und schauen die Leichname
derer, die von mir abtrünnig waren; denn
ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr Feuer wird nicht
verlöschen, und sie werden allem Fleisch ein Greuel sein.
JEREMIA
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