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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER PROPHET
JESAJA
Kapitel 1 -
32
Kapitel 1
Dies ist die Offenbarung, die Jesaja, der Sohn des Amoz,
geschaut hat über Juda und Jerusalem zur Zeit des Usia,
Jotham, Ahas und Hiskia, der Könige von Juda.
Gottes Anklage gegen das abtrünnige Volk
Höret, ihr Himmel, und Erde, nimm zu Ohren, denn der
HERR redet! Ich habe Kinder großgezogen und hochgebracht,
und sie sind von mir abgefallen!
Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe
seines Herrn; aber Israel kennt's nicht, und mein Volk
versteht's nicht.
Wehe dem sündigen Volk, dem Volk mit Schuld
beladen, dem boshaften Geschlecht, den verderbten Kindern, die
den HERRN verlassen, den Heiligen Israels lästern, die
abgefallen sind!
Wohin soll man euch noch schlagen, die ihr doch weiter im
Abfall verharrt? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist
matt.
Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes
an euch, sondern Beulen und Striemen und frische Wunden, die
nicht gereinigt noch verbunden noch mit Öl gelindert sind.
Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit
Feuer verbrannt; Fremde verzehren eure Äcker vor euren
Augen; alles ist verwüstet wie beim Untergang Sodoms.
Übriggeblieben ist allein die Tochter Zion wie ein
Häuslein im Weinberg, wie eine Nachthütte im
Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt.
Hätte uns der HERR Zebaoth nicht einen geringen Rest
übriggelassen, so wären wir wie Sodom und gleichwie
Gomorra.
Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom!
Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra!
Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich
bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von
Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der
Lämmer und Böcke.
Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir – wer fordert
denn von euch, daß ihr meinen Vorhof zertretet?
Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das
Räucherwerk ist mir ein Greuel! Neumonde und Sabbate, wenn
ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht!
Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten;
sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen.
Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge
ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet,
höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll
Blut.
Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus
meinen Augen, laßt ab vom Bösen!
Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den
Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der
Witwen Sache!
So kommt denn und laßt uns miteinander
rechten, spricht der HERR. Wenn eure Sünde auch blutrot
ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist
wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.
Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut
genießen.
Weigert ihr euch aber und seid ungehorsam, so sollt ihr
vom Schwert gefressen werden; denn der Mund des HERRN sagt es.
Gottes Gericht zur Läuterung Jerusalems
Wie geht das zu, daß die treue Stadt zur Hure
geworden ist? Sie war voll Recht, Gerechtigkeit wohnte darin;
nun aber – Mörder.
Dein Silber ist Schlacke geworden und dein Wein mit
Wasser verfälscht.
Deine Fürsten sind Abtrünnige und
Diebsgesellen, sie nehmen alle gern Geschenke an und trachten
nach Gaben. Den Waisen schaffen sie nicht Recht, und der Witwen
Sache kommt nicht vor sie.
Darum spricht der Herr, der HERR Zebaoth, der
Mächtige Israels: Wehe! Ich werde mir Trost schaffen an
meinen Feinden und mich rächen an meinen Widersachern
und will meine Hand wider dich kehren und wie mit Lauge
ausschmelzen, was Schlacke ist, und all dein Zinn ausscheiden.
Und ich will dir wieder Richter geben, wie sie vormals
waren, und Ratsherren wie im Anfang. Alsdann wirst du eine Stadt
der Gerechtigkeit und eine treue Stadt heißen.
Zion muß durch Gericht erlöst werden und,
die zu ihr zurückkehren, durch Gerechtigkeit.
Die Übertreter aber und Sünder werden allesamt
vernichtet werden, und die den HERRN verlassen, werden umkommen.
Denn ihr sollt zuschanden werden wegen der Eichen, an
denen ihr eure Lust habt, und ihr sollt schamrot werden wegen
der Gärten, die ihr erwählt habt.
Denn ihr werdet sein wie eine Eiche mit dürren
Blättern und wie ein Garten ohne Wasser;
und der Starke wird sein wie Werg und sein Tun wie ein
Funke, und beides wird miteinander brennen, und niemand löscht.
In Zion finden alle Völker Heil und Frieden
Kapitel 2
Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat
über Juda und Jerusalem:
Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist,
fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel
erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen,
und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt,
laßt uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des
Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege und wir wandeln
auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des
HERRN Wort von Jerusalem.
Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen
viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen
und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk
wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort
nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, laßt uns
wandeln im Licht des HERRN!
Der Tag des Herrn macht alles Hohe niedrig
Aber du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen;
denn sie treiben Wahrsagerei wie die im Osten und sind
Zeichendeuter wie die Philister und hängen sich an die
Kinder der Fremden.
Ihr Land ist voll Silber und Gold, und ihrer Schätze
ist kein Ende; ihr Land ist voll Rosse, und ihrer Wagen ist kein
Ende.
Auch ist ihr Land voll Götzen; sie beten an ihrer
Hände Werk, das ihre Finger gemacht haben.
Aber gebeugt wird der Mensch, gedemütigt der Mann,
und du wirst ihnen nicht vergeben.
Geh in die Felsen und verbirg dich in der Erde vor dem
Schrecken des HERRN und vor seiner herrlichen Majestät!
Denn alle hoffärtigen Augen werden erniedrigt
werden, und, die stolze Männer sind, werden sich beugen
müssen; der HERR aber wird allein hoch sein an jenem Tage.
Denn der Tag des HERRN Zebaoth wird kommen über
alles Hoffärtige und Hohe und über alles Erhabene, daß
es erniedrigt werde:
über alle hohen und erhabenen Zedern auf dem Libanon
und über alle Eichen in Basan,
über alle hohen Berge und über alle erhabenen
Hügel,
über alle hohen Türme und über alle festen
Mauern,
über alle Schiffe im Meer und über alle
kostbaren Boote,
daß sich beugen muß alle Hoffart der Menschen
und sich demütigen müssen, die stolze Männer
sind, und der HERR allein hoch sei an jenem Tage.
Und mit den Götzen wird's ganz aus sein.
Da wird man in die Höhlen der Felsen gehen und in
die Klüfte der Erde vor dem Schrecken des HERRN und vor
seiner herrlichen Majestät, wenn er sich aufmachen wird, zu
schrecken die Erde.
An jenem Tage wird jedermann wegwerfen seine silbernen
und goldenen Götzen, die er sich hatte machen lassen, um
sie anzubeten, zu den Maulwürfen und Fledermäusen,
damit er sich verkriechen kann in die Felsspalten und
Steinklüfte vor dem Schrecken des HERRN und vor seiner
herrlichen Majestät, wenn er sich aufmachen wird, zu
schrecken die Erde.
So lasset nun ab von dem Menschen, der nur ein Hauch ist;
denn für was ist er zu achten?
Gottes Gericht über die Herren Jerusalems und seine
eitlen Frauen
Kapitel 3
Siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird von Jerusalem und
Juda wegnehmen Stütze und Stab: allen Vorrat an Brot und
allen Vorrat an Wasser,
Helden und Kriegsleute, Richter und Propheten, Wahrsager
und Älteste,
Hauptleute und Vornehme, Ratsherren und Weise, Zauberer
und Beschwörer.
Und ich will ihnen Knaben zu Fürsten geben, und
Mutwillige sollen über sie herrschen.
Und im Volk wird einer den andern bedrängen, ein
jeder seinen Nächsten. Der Junge geht los auf den Alten und
der Verachtete auf den Geehrten.
Dann wird einer seinen Nächsten, der in seines
Vaters Hause ist, drängen: Du hast noch einen Mantel! Sei
unser Herr! Dieser Trümmerhaufe sei unter deiner Hand!
Er aber wird sie zu der Zeit beschwören und sagen:
Ich bin kein Arzt; es ist kein Brot und kein Mantel in meinem
Hause! Macht mich nicht zum Herrn über das Volk!
Denn Jerusalem ist gestrauchelt, und Juda liegt da, weil
ihre Worte und ihr Tun wider den HERRN sind, daß sie
seiner Majestät widerstreben.
Daß sie die Person ansehen, zeugt gegen sie; ihrer
Sünde rühmen sie sich wie die Leute in Sodom und
verbergen sie nicht. Wehe ihnen! Denn damit bringen sie sich
selbst in alles Unglück.
Heil den Gerechten, sie haben es gut! Denn sie werden die
Frucht ihrer Werke genießen.
Wehe aber den Gottlosen, sie haben es schlecht! Denn es
wird ihnen vergolten werden, wie sie es verdienen.
Kinder sind Gebieter meines Volks, und Weiber beherrschen
es. Mein Volk, deine Führer verführen dich und
verwirren den Weg, den du gehen sollst!
Der HERR steht da zum Gericht und ist aufgetreten,
sein Volk zu richten.
Der HERR geht ins Gericht mit den Ältesten seines
Volks und mit seinen Fürsten: Ihr habt den Weinberg
abgeweidet, und was ihr den Armen geraubt, ist in eurem Hause.
Warum zertretet ihr mein Volk und zerschlagt das
Angesicht der Elenden? spricht Gott, der HERR Zebaoth.
So hat der HERR gesprochen: Weil die Töchter
Zions stolz sind und gehen mit aufgerecktem Halse, mit lüsternen
Augen, trippeln daher und tänzeln und haben kostbare Schuhe
an ihren Füßen,
deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions
kahl machen, und der HERR wird ihre Schläfe entblößen.
Zu der Zeit wird der Herr den Schmuck an den kostbaren
Schuhen wegnehmen und die Stirnbänder, die Spangen,
die Ohrringe, die Armspangen, die Schleier,
die Hauben, die Schrittkettchen, die Gürtel, die
Riechfläschchen, die Amulette,
die Fingerringe, die Nasenringe,
die Feierkleider, die Mäntel, die Tücher, die
Täschchen,
die Spiegel, die Hemden, die Kopftücher, die
Überwürfe.
Und es wird Gestank statt Wohlgeruch sein und ein Strick
statt eines Gürtels und eine Glatze statt lockigen Haars
und statt des Prachtgewandes ein Sack, Brandmal statt Schönheit.
Deine Männer werden durchs Schwert fallen und
deine Krieger im Kampf.
Und Zions Tore werden trauern und klagen, und sie wird
leer und einsam auf der Erde sitzen.
Kapitel 4
Und sieben Frauen werden zu der Zeit einen Mann
ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und
kleiden, laß uns nur nach deinem Namen heißen, daß
unsre Schmach von uns genommen werde.
Das künftige Heil für die Geretteten in Jerusalem
Zu der Zeit wird, was der HERR sprießen läßt,
lieb und wert sein und die Frucht des Landes herrlich und schön
bei denen, die erhalten bleiben in Israel.
Und wer da wird übrigsein in Zion und übrigbleiben
in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der
aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem.
Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abwaschen
wird und die Blutschuld Jerusalems wegnehmen durch den Geist,
der richten und ein Feuer anzünden wird,
dann wird der HERR über der ganzen Stätte des
Berges Zion und über ihren Versammlungen eine Wolke
schaffen am Tage und Rauch und Feuerglanz in der Nacht. Ja, es
wird ein Schutz sein über allem, was herrlich ist,
und eine Hütte zum Schatten am Tage vor der Hitze
und Zuflucht und Obdach vor dem Wetter und Regen.
Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg
Kapitel 5
Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied
von meinem Freund und seinem Weinberg.
Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten
Höhe.
Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin
edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter
und wartete darauf, daß er gute Trauben brächte; aber
er brachte schlechte.
Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer
Judas, zwischen mir und meinem Weinberg!
Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich
nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben
gebracht, während ich darauf wartete, daß er gute
brächte?
Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg
tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, daß er
verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden,
daß er zertreten werde.
Ich will ihn wüst liegen lassen, daß er nicht
beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen
darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, daß sie
nicht darauf regnen.
Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und
die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er
wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf
Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.
Weherufe über die Sünden der Großen
Weh denen, die ein Haus zum andern bringen und einen
Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und
sie allein das Land besitzen!
Es ist in meinen Ohren das Wort des HERRN Zebaoth:
Fürwahr, die vielen Häuser sollen veröden und die
großen und feinen leer stehen.
Denn zehn Morgen Weinberg sollen nur einen Eimer
geben und zehn Scheffel Saat nur einen Scheffel.
Weh denen, die des Morgens früh auf sind, dem
Saufen nachzugehen, und sitzen bis in die Nacht, daß sie
der Wein erhitzt,
und haben Harfen, Zithern, Pauken, Pfeifen und Wein in
ihrem Wohlleben, aber sehen nicht auf das Werk des HERRN und
schauen nicht auf das Tun seiner Hände!
Darum wird mein Volk weggeführt werden unversehens,
und seine Vornehmen müssen Hunger leiden und die lärmende
Menge Durst.
Daher hat das Totenreich den Schlund weit aufgesperrt und
den Rachen aufgetan ohne Maß, daß hinunterfährt,
was da prangt und lärmt, alle Übermütigen und
Fröhlichen.
So wird gebeugt der Mensch und gedemütigt der Mann,
und die Augen der Hoffärtigen werden erniedrigt,
aber der HERR Zebaoth wird hoch sein im Gericht und Gott,
der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit.
Da werden dann Lämmer weiden wie auf ihrer Trift und
Ziegen sich nähren in den Trümmerstätten der
Hinweggerafften.
Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit
Stricken der Lüge und die Sünde mit Wagenseilen
und sprechen: Er lasse eilends und bald kommen sein Werk,
daß wir's sehen, es nahe und treffe ein der Ratschluß
des Heiligen Israels, daß wir ihn kennenlernen!
Weh denen, die Böses gut und Gutes böse
nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis
machen, die aus sauer süß und aus süß
sauer machen!
Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen
und halten sich selbst für klug!
Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen, und
wackere Männer, Rauschtrank zu mischen,
die den Schuldigen gerecht sprechen für Geschenke
und das Recht nehmen denen, die im Recht sind!
Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehrt und
Stoppeln vergehen in der Flamme, so wird ihre Wurzel verfaulen
und ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie verachten die
Weisung des HERRN Zebaoth und lästern die Rede des Heiligen
Israels.
Gott ruft die Feinde ins Land zum Endgericht
* Darum ist der Zorn des HERRN entbrannt über sein
Volk, und er reckt seine Hand wider sie und schlägt sie,
daß die Berge beben und ihre Leichen sind wie Kehricht auf
den Gassen. Und bei all dem läßt sein Zorn nicht ab,
sondern seine Hand ist noch ausgereckt.
*Die Verse 25 – 30 gehören
wahrscheinlich mit Kapitel 9,7 bis 10,4 zusammen.
Er wird ein Feldzeichen aufrichten für das Volk in
der Ferne und pfeift es herbei vom Ende der Erde. Und siehe,
eilends und schnell kommen sie daher.
Keiner unter ihnen ist müde oder schwach, keiner
schlummert noch schläft; keinem geht der Gürtel auf
von seinen Hüften, und keinem zerreißt ein
Schuhriemen.
Ihre Pfeile sind scharf und alle ihre Bogen gespannt; die
Hufe ihrer Rosse sind hart wie Kieselsteine, und ihre Wagenräder
sind wie ein Sturmwind.
Ihr Brüllen ist wie das der Löwen, und sie
brüllen wie junge Löwen. Sie werden daherbrausen und
den Raub packen und davontragen, daß niemand retten kann.
Und es wird über ihnen brausen zu der Zeit wie das
Brausen des Meeres. Wenn man dann das Land ansehen wird, siehe,
so ist's finster vor Angst, und das Licht scheint nicht mehr
über ihnen.
Jesajas Berufung zum Propheten
Kapitel 6
In dem Jahr, als der König Usia starb, sah ich den
Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum
füllte den Tempel.
Seraphim
standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit
zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre
Füße, und mit zweien flogen sie.
Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig,
heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens, und
das Haus ward voll Rauch.
Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin
unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen;
denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit
meinen Augen.
Da flog einer der Seraphim zu mir und hatte eine glühende
Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm,
und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit
sind deine Lippen berührt, daß deine Schuld von dir
genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.
Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er
sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber
sprach: Hier bin ich, sende mich!
Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret
und verstehet's nicht; sehet und merket's nicht!
Verstocke das Herz dieses Volks und laß ihre Ohren
taub sein und ihre Augen blind, daß sie nicht sehen mit
ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit
ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.
Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die
Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser
ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt.
Denn der HERR wird die Menschen weit wegtun, so daß
das Land sehr verlassen sein wird.
Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es
abermals verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde,
von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger
Same wird solcher Stumpf sein.
Jesaja ruft den König Ahas zum Glauben
Kapitel 7
Es begab sich zur Zeit des Ahas, des Sohnes Jothams, des
Sohnes Usias, des Königs von Juda, da zogen Rezin, der
König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König
von Israel, herauf nach Jerusalem, um es zu bekämpfen; sie
konnten es aber nicht erobern.
Da wurde dem Hause David angesagt: Die Aramäer haben
sich gelagert in Ephraim. Da bebte ihm das Herz und das Herz
seines Volks, wie die Bäume im Walde beben vom Winde.
Aber der HERR sprach zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas
entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub,
an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, an der Straße
beim Acker des Walkers,
und sprich zu ihm: Hüte dich und bleibe still;
fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt vor diesen
beiden Brandscheiten, die nur noch rauchen, vor dem Zorn Rezins
und der Aramäer und des Sohnes Remaljas.
Weil die Aramäer gegen dich Böses ersonnen
haben samt Ephraim und dem Sohn Remaljas und sagen:
«Wir
wollen hinaufziehen nach Juda und es erschrecken und für
uns erobern und zum König darin machen den Sohn Tabeals»,
-
so spricht Gott der HERR: Es soll nicht geschehen und
nicht so gehen,
sondern wie Damaskus das Haupt ist von Aram, so soll
Rezin nur das Haupt von Damaskus sein – und in
fünfundsechzig Jahren soll es mit Ephraim aus sein, daß
sie nicht mehr ein Volk seien -;
und wie Samaria das Haupt ist von Ephraim, so soll der
Sohn Remaljas nur das Haupt von Samaria sein. Glaubt ihr
nicht, so bleibt ihr nicht.
Das Zeichen des Immanuel und das Strafgericht durch die
Assyrer
Und der HERR redete abermals zu Ahas und sprach:
Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, es sei
drunten in der Tiefe oder droben in der Höhe!
Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, damit ich den
HERRN nicht versuche.
Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause
David: Ist's euch zu wenig, daß ihr Menschen müde
macht? Müßt ihr auch meinen Gott müde machen?
Darum wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe,
eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären,
den wird sie nennen Immanuel.
Butter und Honig wird er essen, bis er weiß, Böses
zu verwerfen und Gutes zu erwählen.
Denn ehe der Knabe lernt Böses verwerfen und Gutes
erwählen, wird das Land verödet sein, vor dessen zwei
Königen dir graut.
Der HERR wird über dich, über dein Volk und
über deines Vaters Haus Tage kommen lassen, wie sie nicht
gekommen sind seit der Zeit, da Ephraim sich von Juda schied,
nämlich durch den König von Assyrien.
Zu der Zeit wird der HERR herbeipfeifen die Fliege
am Ende der Ströme Ägyptens und die Biene im Lande
Assur,
daß sie kommen und sich alle niederlassen in den
tiefen Tälern und in den Steinklüften und in allen
Hecken und an jeder Tränke.
Zu der Zeit wird der Herr das Haupt und die Haare am Leib
scheren und den Bart abnehmen durch das Schermesser, das
gedungen ist jenseits des Stroms, durch den König von
Assyrien.
Zu der Zeit wird ein Mann eine junge Kuh und zwei Schafe
aufziehen
und wird so viel zu melken haben, daß er Butter
essen wird; denn Butter und Honig wird essen, wer übrigbleiben
wird im Lande.
Und es wird zu der Zeit geschehen: wo jetzt tausend
Weinstöcke stehen, tausend Silberstücke wert, da
werden Dornen und Disteln sein,
daß man mit Pfeil und Bogen dahin gehen muß.
Denn im ganzen Lande werden Dornen und Disteln sein,
daß man auch zu all den Bergen, die man jetzt mit
der Hacke zu behacken pflegt, nicht kommen kann aus Scheu vor
Dornen und Disteln, sondern man wird Rinder darüber treiben
und Schafe es zertreten lassen.
Der Sohn des Propheten als Zeichen des Gerichts über
Aram und Israel
Kapitel 8
Und der HERR sprach zu mir: Nimm dir eine große
Tafel und schreib darauf mit deutlicher Schrift:
Raubebald-Eilebeute!
Und ich nahm mir zwei treue Zeugen, den Priester Uria und
Sacharja, den Sohn Jeberechjas.
Und ich ging zu der Prophetin; die ward schwanger und
gebar einen Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Nenne ihn
Raubebald-Eilebeute!
Denn ehe der Knabe rufen kann: Lieber Vater! Liebe
Mutter!, soll die Macht von Damaskus und die Beute aus Samaria
weggenommen werden durch den König von Assyrien.
Das Gericht über Juda und die Völker
Und der HERR redete weiter mit mir und sprach:
Weil dies Volk verachtet die Wasser von Siloah, die still
dahinfließen, und in Angst zerfließt vor Rezin und
dem Sohn Remaljas,
siehe, so wird der Herr über sie kommen lassen die
starken und vielen Wasser des Stromes, nämlich den König
von Assyrien und alle seine Macht, daß sie über alle
ihre Ränder fluten und über alle ihre Ufer gehen.
Und sie werden einbrechen in Juda und wegschwemmen und
überfluten, bis sie an den Hals reichen. Und sie werden
ihre Flügel ausbreiten, daß sie dein Land, o
Immanuel, füllen, so weit es ist.
Tobet, ihr Völker, ihr müßt doch
fliehen! Höret's alle, die ihr in fernen Landen seid!
Rüstet euch, ihr müßt doch fliehen; rüstet
euch, ihr müßt doch fliehen!
Beschließt einen Rat, und es werde nichts daraus;
beredet euch, und es geschehe nicht! Denn hier ist Immanuel!
Denn so sprach der HERR zu mir, als seine Hand
über mich kam und er mich warnte, ich sollte nicht wandeln
auf dem Wege dieses Volks:
Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dies
Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was sie fürchten,
fürchtet euch nicht und laßt euch nicht grauen,
sondern verschwört euch mit dem HERRN Zebaoth; den
laßt eure Furcht und euren Schrecken sein.
Er wird ein Fallstrick sein und ein Stein des Anstoßes
und ein Fels des Ärgernisses für die beiden Häuser
Israel, ein Fallstrick und eine Schlinge für die Bürger
Jerusalems,
daß viele von ihnen sich daran stoßen,
fallen, zerschmettern, verstrickt und gefangen werden.
Der Prophet und seine Jünger
Ich soll verschließen die Offenbarung, versiegeln
die Weisung in meinen Jüngern
und will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen
hat vor dem Hause Jakob, und will auf ihn harren.
Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir der HERR
gegeben hat als Zeichen und Weissagung in Israel vom HERRN
Zebaoth, der auf dem Berge Zion wohnt.
Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müßt
die Totengeister und Beschwörer befragen, die da flüstern
und murmeln, so sprecht: Soll nicht ein Volk seinen Gott
befragen? Oder soll man für Lebendige die Toten befragen?
Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das
nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen,
sondern sie werden im Lande umhergehen, hart geschlagen
und hungrig. Und wenn sie Hunger leiden, werden sie zürnen
und fluchen ihrem König und ihrem Gott, und sie werden über
sich blicken
und unter sich die Erde ansehen und nichts finden als
Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst
und gehen irre im Finstern.
° Doch es wird nicht dunkel bleiben über
denen, die in Angst sind. Hat er in früherer Zeit in
Schmach gebracht das Land Sebulon und das Land Naphthali, so
wird er hernach zu Ehren bringen den Weg am Meer, das Land
jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden.
Der Friedefürst wird verheißen
Kapitel 9
° Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein
großes Licht, und über denen, die da wohnen im
finstern Lande, scheint es hell.
Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude.
Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte,
wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.
Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf
ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am
Tage Midians.
Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und
jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom
Feuer verzehrt.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns
gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er
heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;
auf daß seine Herrschaft groß werde und
des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem
Königreich, daß er's stärke und stütze
durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.
Gottes Gericht über das unbußfertige Nordreich
Der Herr hat ein Wort gesandt wider Jakob, und es ist in
Israel niedergefallen,
daß alles Volk es innewerde, Ephraim und die Bürger
Samarias, die da sagen in Hochmut und stolzem Sinn:
Ziegelsteine sind gefallen, aber wir wollen's mit Quadern
wieder bauen. Man hat Maulbeerbäume abgehauen, aber wir
wollen Zedern an ihre Stelle setzen.
Doch der HERR macht stark gegen sie ihre Bedränger,
nämlich Rezin, und ihre Feinde stachelt er auf,
die Aramäer von vorn und die Philister von hinten,
daß sie Israel fressen mit vollem Maul. Bei all dem
läßt sein Zorn noch nicht ab, seine Hand ist noch
ausgereckt.
Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es
schlägt, und fragt nicht nach dem HERRN Zebaoth.
Darum haut der HERR von Israel Kopf und Schwanz ab, Ast
und Stumpf, auf einen Tag.
Die Ältesten und die Vornehmen sind der Kopf, die
Propheten aber, die falsch lehren, sind der Schwanz.
Denn die Leiter dieses Volks sind Verführer, und die
sich leiten lassen, sind verloren.
Darum kann der Herr ihre junge Mannschaft nicht
verschonen noch ihrer Waisen und Witwen sich erbarmen; denn sie
sind allzumal gottlos und böse, und aller Mund redet
Torheit. Bei all dem läßt sein Zorn noch nicht ab,
seine Hand ist noch ausgereckt.
Denn die Bosheit lodert wie Feuer; das verzehrt
Dornen und Disteln und zündet den dichten Wald an und gibt
hohen Rauch.
Vom Zorn des HERRN Zebaoth brennt das Land, daß das
Volk wird wie ein Fraß des Feuers; keiner schont den
andern.
Sie verschlingen zur Rechten und leiden Hunger; sie
fressen zur Linken und werden doch nicht satt. Ein jeder frißt
das Fleisch seines Nächsten:
Manasse den Ephraim, Ephraim den Manasse, und sie beide
miteinander sind gegen Juda. Bei all dem läßt sein
Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.
Kapitel 10
Weh denen, die unrechte Gesetze machen, und den
Schreibern, die unrechtes Urteil schreiben,
um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben
am Recht der Elenden in meinem Volk, daß die Witwen ihr
Raub und die Waisen ihre Beute werden!
Was wollt ihr tun am Tage der Heimsuchung und des
Unheils, das von ferne kommt? Zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe?
Und wo wollt ihr eure Herrlichkeit lassen?
Wer sich nicht unter die Gefangenen bückt, wird
unter den Erschlagenen fallen. Bei all dem läßt
sein Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.
Gegen den Hochmut des Königs von Assyrien
Wehe Assur, der meines Zornes Rute und meines Grimmes
Stecken ist!
Ich sende ihn wider ein gottloses Volk und gebe ihm
Befehl wider das Volk, dem ich zürne, daß er's
beraube und ausplündere und es zertrete wie Dreck auf der
Gasse.
Aber er meint's nicht so, und sein Herz denkt nicht so,
sondern sein Sinn steht danach, zu vertilgen und auszurotten
nicht wenige Völker.
Denn er spricht: «Sind meine Fürsten nicht
allesamt Könige?
Ist Kalno nicht wie Karkemisch? Ist Hamath nicht wie
Arpad? Ist nicht Samaria wie Damaskus?
Wie meine Hand gefunden hat die Königreiche der
Götzen, obwohl ihre Götzen mehr waren, als die zu
Jerusalem und Samaria sind:
sollte ich nicht Jerusalem tun und seinen Götzen,
wie ich Samaria und seinen Götzen getan habe?»
Wenn aber der Herr all sein Werk ausgerichtet hat
auf dem Berge Zion und zu Jerusalem, wird er sprechen: Ich will
heimsuchen die Frucht des Hochmuts des Königs von Assyrien
und den Stolz seiner hoffärtigen Augen,
weil er spricht: «Ich hab's durch meiner Hände
Kraft ausgerichtet und durch meine Weisheit, denn ich bin klug.
Ich habe die Grenzen der Länder anders gesetzt und ihre
Schätze geraubt und wie ein Stier die Bewohner zu Boden
gestoßen.
Meine Hand hat gefunden den Reichtum der Völker wie
ein Vogelnest, und ich habe alle Länder zusammengerafft,
wie man Eier sammelt, die verlassen sind; kein Flügel regte
sich, und kein Schnabel sperrte sich auf und zirpte.»
Vermag sich auch eine Axt zu rühmen wider
den, der damit haut, oder eine Säge groß zu tun wider
den, der sie zieht? Als ob die Rute den schwänge, der sie
hebt, als ob der Stock den höbe, der kein Holz ist!
Darum wird der Herr, der HERR Zebaoth, unter die Fetten
in Assur die Auszehrung senden, und seine Herrlichkeit wird er
anzünden, daß sie brennen wird wie ein Feuer.
Und das Licht Israels wird ein Feuer sein, und sein
Heiliger wird eine Flamme sein, und sie wird seine Dornen und
Disteln anzünden und verzehren auf einen Tag.
Und die Herrlichkeit seiner Wälder und Gärten
soll zunichte werden mit Stumpf und Stiel und wird vergehen und
dahinschwinden,
daß die Bäume seiner Wälder, die
übrigbleiben, gezählt werden können, und ein
Knabe kann sie aufschreiben.
Errettung eines Restes von Israel. Zions Errettung vor dem
Ansturm der Assyrer
Zu der Zeit werden die Übriggebliebenen von Israel
und, was entkommen ist vom Hause Jakob, sich nicht mehr
verlassen auf den, der sie schlägt, sondern sie werden sich
verlassen auf den HERRN, den Heiligen Israels, in Treue.
Ein Rest wird sich bekehren, ja, der Rest Jakobs, zu
Gott, dem Starken.
Denn wäre auch dein Volk, o Israel, wie Sand am
Meer, so soll doch nur ein Rest in ihm bekehrt werden. Verderben
ist beschlossen und bringt Fluten von Gerechtigkeit.
Denn Gott der HERR Zebaoth wird Verderben ergehen lassen,
wie beschlossen ist, im ganzen Lande.
Darum spricht Gott der HERR Zebaoth: Fürchte
dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor Assur, der dich
mit dem Stecken schlägt und seinen Stab gegen dich aufhebt,
wie es in Ägypten geschah.
Denn es ist nur noch eine kleine Weile, so wird meine
Ungnade ein Ende haben, und mein Zorn wird sich richten auf sein
Verderben.
Alsdann wird der HERR Zebaoth eine Geißel über
ihn schwingen wie in der Schlacht Midians am Rabenfelsen und
wird seinen Stab, den er am Meer brauchte, aufheben wie in
Ägypten.
Zu der Zeit wird seine Last von deiner Schulter weichen
müssen und sein Joch von deinem Halse.
Er zieht herauf von Rimmon,
er kommt nach Ajjath. Er zieht durch Migron, er läßt
seinen Troß zu Michmas.
Sie ziehen durch den engen Weg, bleiben in Geba über
Nacht. Rama erschrickt, das Gibea Sauls flieht.
Du Tochter Gallim, schreie laut! Merke auf, Lajescha; gib
ihm Antwort, Anathoth!
Madmena weicht, die Bürger von Gebim laufen davon.
Noch heute wird er haltmachen in Nob; er wird seine Hand
ausstrecken gegen den Berg der Tochter Zion, gegen den Hügel
Jerusalems.
Aber siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird die
Äste mit Macht abhauen und, was hoch aufgerichtet steht,
niederschlagen, daß die Hohen erniedrigt werden.
Und der dichte Wald wird mit dem Eisen umgehauen werden,
und der Libanon wird fallen durch einen Mächtigen.
Der Messias und sein Friedensreich
Kapitel 11
Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais
und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.
Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der
Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.
Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN.
Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch
Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören,
sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und
rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit
dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit
dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.
Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die
Treue der Gurt seiner Hüften.
Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und
die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird
Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander
treiben.
Kühe und Bären werden zusammen weiden, daß
ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh
fressen wie die Rinder.
Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und
ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle
der Natter.
Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem
ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des
HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.
Und es wird geschehen zu der Zeit, daß das
Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die
Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte,
da er wohnt, wird herrlich sein.
Und der Herr wird zu der Zeit zum zweiten Mal seine Hand
ausstrecken, daß er den Rest seines Volks loskaufe, der
übriggeblieben ist in Assur, Ägypten, Pathros, Kusch,
Elam, Sinear, Hamath und auf den Inseln des Meeres.
Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern
und zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten
Judas sammeln von den vier Enden der Erde.
Und der Neid Ephraims wird aufhören und die
Feindschaft Judas ausgerottet werden, daß Ephraim nicht
mehr neidisch ist auf Juda und Juda nicht mehr Ephraim feind
ist.
Sie werden sich stürzen auf das Land der Philister
im Westen und miteinander berauben alle, die im Osten wohnen.
Nach Edom und Moab werden sie ihre Hände ausstrecken, die
Ammoniter werden ihnen gehorsam sein.
Und der HERR wird austrocknen die Zunge des Meeres von
Ägypten und wird seine Hand gehen lassen über den
Euphrat mit seinem starken Wind und ihn in sieben Bäche
zerschlagen, so daß man mit Schuhen hindurchgehen kann.
Und es wird eine Straße dasein für den Rest
seines Volks, das übriggeblieben ist in Assur, wie sie für
Israel da war zur Zeit, als sie aus Ägyptenland zogen.
Das Danklied der Erlösten
Kapitel 12
Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR, daß
du bist zornig gewesen über mich und dein Zorn sich
gewendet hat und du mich tröstest.
Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte
mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein
Psalm und ist mein Heil.
Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den
Heilsbrunnen.
Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem
HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern
sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!
Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen.
Solches sei kund in allen Landen!
Jauchze und rühme, du Tochter Zion; denn der Heilige
Israels ist groß bei dir!
Gottes Gericht über Babel
Kapitel 13
Dies ist die Last für Babel, die Jesaja, der Sohn
des Amoz, geschaut hat:
Auf hohem Berge erhebt das Banner, ruft laut ihnen zu,
winkt mit der Hand, daß sie einziehen durch die Tore der
Fürsten.
Ich habe meine Geheiligten entboten zu meinem Zorngericht
und meine Starken gerufen, die da jauchzen über meine
Herrlichkeit.
Es ist Geschrei und Lärm auf den Bergen wie von
einem großen Volk, Geschrei und Getümmel von den
versammelten Königreichen der Völker. Der HERR Zebaoth
rüstet ein Heer zum Kampf.
Sie kommen aus fernen Landen, vom Ende des Himmels, ja,
der HERR selbst samt den Werkzeugen seines Zorns, um zu
verderben die ganze Erde.
Heulet, denn des HERRN Tag ist nahe; er kommt wie eine
Verwüstung vom Allmächtigen.
Darum werden alle Hände schlaff, und aller Menschen
Herz wird feige sein.
Schrecken, Angst und Schmerzen wird sie ankommen, es wird
ihnen bange sein wie einer Gebärenden. Einer wird sich vor
dem andern entsetzen, feuerrot werden ihre Angesichter sein.
Denn siehe, des HERRN Tag kommt grausam, zornig,
grimmig, die Erde zu verwüsten und die Sünder von ihr
zu vertilgen.
Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht
hell, die Sonne geht finster auf und der Mond gibt keinen
Schein.
Ich will den Erdkreis heimsuchen um seiner Bosheit willen
und die Gottlosen um ihrer Missetat willen und will dem Hochmut
der Stolzen ein Ende machen und die Hoffart der Gewaltigen
demütigen,
daß ein Mann kostbarer sein soll als Feingold und
ein Mensch wertvoller als Goldstücke aus Ophir.
Darum will ich den Himmel bewegen, und die Erde
soll beben und von ihrer Stätte weichen durch den Grimm des
HERRN Zebaoth, am Tage seines Zorns.
Und sie sollen sein wie ein verscheuchtes Reh und wie
eine Herde ohne Hirten, daß sich ein jeder zu seinem Volk
kehren und ein jeder in sein Land fliehen wird.
Wer da gefunden wird, wird erstochen, und wen man
aufgreift, wird durchs Schwert fallen.
Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert,
ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet
werden.
Denn siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken,
die nicht Silber suchen oder nach Gold fragen,
sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und
sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht
schonen.
So soll Babel, das schönste unter den Königreichen,
die herrliche Pracht der Chaldäer, zerstört werden von
Gott wie Sodom und Gomorra,
daß man hinfort nicht mehr da wohne noch jemand da
bleibe für und für, daß auch Araber dort keine
Zelte aufschlagen noch Hirten ihre Herden lagern lassen,
sondern Wüstentiere werden sich da lagern, und ihre
Häuser werden voll Eulen sein; Strauße werden da
wohnen, und Feldgeister werden da hüpfen,
und wilde Hunde werden in ihren Palästen heulen und
Schakale in den Schlössern der Lust. Ihre Zeit wird bald
kommen, und ihre Tage lassen nicht auf sich warten.
Triumphlied über den Sturz des Weltherrschers
Kapitel 14
Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und
Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Land setzen. Und
Fremdlinge werden sich zu ihnen gesellen und dem Hause Jakob
anhangen.
Und die Völker werden Israel nehmen und an seinen
Ort bringen, und dann wird das Haus Israel sie als Knechte und
Mägde besitzen im Lande des HERRN. Und sie werden
gefangenhalten die, von denen sie gefangen waren, und werden
herrschen über ihre Bedränger.
Und zu der Zeit, wenn dir der HERR Ruhe geben wird von
deinem Jammer und Leid und von dem harten Dienst, in dem du
gewesen bist,
wirst du dies Lied anheben gegen den König von Babel
und sagen: Wie ist's mit dem Treiber so gar aus, und das Toben
hat ein Ende!
Der HERR hat den Stock der Gottlosen zerbrochen, die Rute
der Herrscher.
Der schlug die Völker im Grimm ohne Aufhören
und herrschte mit Wüten über die Nationen und
verfolgte ohne Erbarmen.
Nun hat Ruhe und Frieden alle Welt und jubelt fröhlich.
Auch freuen sich die Zypressen über dich und die
Zedern auf dem Libanon und sagen: «Seit du daliegst, kommt
niemand herauf, der uns abhaut.»
Das Totenreich drunten erzittert vor dir, wenn du nun
kommst. Es schreckt auf vor dir die Toten, alle Gewaltigen der
Welt, und läßt alle Könige der Völker von
ihren Thronen aufstehen,
daß sie alle anheben und zu dir sagen: «Auch
du bist schwach geworden wie wir, und es geht dir wie uns.
Deine Pracht ist herunter zu den Toten gefahren samt dem
Klang deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer
deine Decke.»
Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner
Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle
Völker niederschlugst!
Du aber gedachtest in deinem Herzen: «Ich will in
den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes
erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung
im fernsten Norden.*
*Der Berg der Versammlung ist der
Götterberg im höchsten Norden.
Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich
sein dem Allerhöchsten.»
Ja, hinunter zu den Toten fuhrest du, zur tiefsten Grube!
Wer dich sieht, wird auf dich schauen, wird dich ansehen
und sagen: «Ist das der Mann, der die Welt zittern und die
Königreiche beben machte,
der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte
zerstörte und seine Gefangenen nicht nach Hause entließ?»
Alle Könige der Völker ruhen doch in Ehren, ein
jeder in seiner Kammer;
du aber bist hingeworfen ohne Grab wie ein verachteter
Zweig, bedeckt von Erschlagenen, die mit dem Schwert erstochen
sind, wie eine zertretene Leiche.
Du wirst nicht wie jene begraben werden, die hinabfahren
in eine steinerne Gruft; denn du hast dein Land verderbt und
dein Volk erschlagen. Man wird des Geschlechtes der Bösen
nicht mehr gedenken.
Richtet die Schlachtbank zu für seine Söhne um
der Missetat ihres Vaters willen, daß sie nicht wieder
hochkommen und die Welt erobern und den Erdkreis voll Trümmer
machen.
Und ich will über sie kommen, spricht der
HERR Zebaoth, und von Babel ausrotten Name und Rest, Kind und
Kindeskind, spricht der HERR.
Und ich will Babel machen zum Erbe für die Igel und
zu einem Wassersumpf und will es mit dem Besen des Verderbens
wegfegen, spricht der HERR Zebaoth.
Gegen Assyrien
Der HERR Zebaoth hat geschworen: Was gilt's? Es soll
gehen, wie ich denke, und soll zustande kommen, wie ich's im
Sinn habe,
daß Assur zerschlagen werde in meinem Lande und ich
es zertrete auf meinen Bergen, damit sein Joch von ihnen
genommen werde und seine Last von ihrem Halse komme.
Das ist der Ratschluß, den er hat über alle
Lande, und das ist die Hand, die ausgereckt ist über alle
Völker.
Denn der HERR Zebaoth hat's beschlossen, - wer will's
wehren? Und seine Hand ist ausgereckt, - wer will sie wenden?
Gegen die Philister
Im Jahr, als König Ahas starb, wurde diese Last
angekündigt:
Freue dich nicht, ganz Philisterland, daß der
Stock, der dich schlug, zerbrochen ist! Denn aus der Wurzel der
Schlange wird eine giftige Natter kommen, und ihre Frucht wird
ein feuriger fliegender Drache sein.
Die Geringen werden auf meiner Aue weiden und die Armen
sicher ruhen; aber deine Wurzel will ich durch Hunger töten,
und deine Übriggebliebenen werde ich morden.
Heule, Tor! Schreie, Stadt! Erzittere, ganz
Philisterland! Denn von Norden kommt Rauch, und keiner sondert
sich ab von seinen Scharen.
Und was wird man den Boten der Heiden sagen? «Der
HERR hat Zion gegründet, und hier werden die Elenden seines
Volks Zuflucht haben.»
Gegen Moab
Kapitel 15
Dies ist die Last für Moab: Des Nachts kommt
Verheerung über Ar in Moab, es ist dahin; des Nachts kommt
Verheerung über Kir in Moab, es ist dahin!
Es geht hinauf die Tochter Dibon zu den Altären, um
zu weinen; Moab heult über Nebo und über Medeba. Jedes
Haupt ist kahlgeschoren, jeder Bart ist abgeschnitten.
Auf ihren Gassen gehen sie mit dem Sack umgürtet,
auf ihren Dächern und Straßen heulen sie alle und
gehen weinend einher.
Hesbon und Elale schreien, daß man's zu Jahza hört.
Darum wehklagen die Gerüsteten Moabs, es verzagt ihre
Seele.
Mein Herz schreit über Moab; seine Flüchtigen
fliehen bis nach Zoar, bis Eglath-Schelischija. Denn sie gehen
die Steige von Luhith hinauf und weinen, und auf dem Wege nach
Horonajim erhebt sich ein Jammergeschrei.
Denn die Wasser von Nimrim versiegen, daß das Gras
verdorrt und das Kraut verwelkt und kein Grünes wächst.
Darum führen sie das Gut, das sie gesammelt, und
alles, was sie verwahrt haben, über den Weidenbach.
Geschrei geht um in den Grenzen Moabs, Geheul bis Eglajim
und Geheul bis Beer-Elim!
Denn die Wasser von Dimon sind voll Blut. Dazu will ich
über Dimon noch mehr Unheil kommen lassen, Löwen über
die Entronnenen Moabs und über die Übriggebliebenen im
Lande.
Moab sucht Hilfe bei Juda
Kapitel 16
«Schickt dem Landesherrn die Lämmer von Sela
aus der Wüste zum Berge der Tochter Zion!»
Wie ein Vogel dahinfliegt, der aus dem Nest vertrieben
wird, so werden die Bewohner Moabs an den Furten des Arnon sein.
«Gib Rat, schaffe Recht, mache deinen Schatten des
Mittags wie die Nacht; verbirg die Verjagten und verrate die
Flüchtigen nicht!
Laß Moabs Verjagte bei dir herbergen, sei du für
Moab eine Zuflucht vor dem Verwüster!»
Der Dränger wird ein Ende haben, der Verwüster
aufhören und der Bedrücker aus dem Lande müssen.
Dann wird ein Thron bereitet werden aus Gnaden, daß
einer in Treue darauf sitze in der Hütte Davids und richte
und trachte nach Recht und fördere Gerechtigkeit.
«Wir haben gehört von dem Hochmut
Moabs, der so groß ist, von seinem Hochmut, seinem Stolz
und Mutwillen und seinem eitlen Geschwätz.»
Darum wird ein Moabiter über den andern heulen,
allesamt werden sie heulen. Über die Traubenkuchen von
Kir-Hareseth werden sie seufzen, ganz zerschlagen.
Denn die Fluren von Hesbon sind wüst geworden, der
Weinstock von Sibma ist verderbt. Die Herren unter den Völkern
haben seine edlen Reben zerschlagen, die bis nach Jaser reichten
und sich zogen bis in die Wüste; ihre Ranken breiteten sich
aus und gingen über das Meer.
Darum weine ich mit Jaser um den Weinstock von
Sibma und vergieße viel Tränen über dich, Hesbon
und Elale. Denn es ist Kriegsgeschrei in deinen Herbst und deine
Ernte gefallen,
daß Freude und Wonne in den Gärten aufhören,
und in den Weinbergen jauchzt und ruft man nicht mehr. Man
keltert keinen Wein in den Keltern, dem Gesang ist ein Ende
gemacht.
Darum klagt mein Herz über Moab wie eine Harfe und
meine Seele über Kir-Heres.
Alsdann, wenn Moab hingeht und sich abmüht bei den
Altären und kommt zu seinem Heiligtum, um zu beten, so
wird's doch nichts ausrichten.
Ein Nachwort
Das ist's, was der HERR damals gegen Moab geredet hat.
Nun aber redet der HERR und spricht: In drei Jahren, wie
eines Tagelöhners Jahre sind, wird die Herrlichkeit Moabs
gering werden mit all dem großen Gepränge, daß
wenig übrigbleibt, gar nicht viel.
Gegen Damaskus und das Nordreich Israel
Kapitel 17
Dies ist die Last für Damaskus: Siehe, Damaskus wird
keine Stadt mehr sein, sondern ein zerfallener Steinhaufen;
seine Städte werden verlassen sein für immer,
daß Herden dort weiden, die niemand verscheucht.
Und es wird aus sein mit dem Bollwerk Ephraims und mit
dem Königtum von Damaskus; und dem Rest von Aram wird es
gehen wie der Herrlichkeit Israels, spricht der HERR Zebaoth.
Zu der Zeit wird die Herrlichkeit Jakobs gering sein, und
sein fetter Leib wird mager sein.
Es wird sein, wie wenn der Schnitter die Halme faßt
und mit seinem Arm die Ähren schneidet, wie wenn einer
Ähren liest im Tal Rephaim;
wie wenn man Oliven herunterschlägt in der Ernte und
eine Nachernte bleibt, zwei oder drei oben in dem Wipfel, vier
oder fünf Früchte an den Zweigen, spricht der HERR,
der Gott Israels.
Zu der Zeit wird der Mensch blicken auf den, der
ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels
schauen;
und er wird nicht mehr blicken auf die Altäre, die
seine Hände gemacht haben, und nicht schauen auf das, was
seine Finger gemacht haben, auf die Bilder der Aschera und auf
die Rauchopfersäulen.
Zu der Zeit werden ihre festen Städte
verlassen sein wie die Städte der Hewiter und Amoriter, die
sie verließen vor Israel, und zur Wüste werden.
Denn du hast vergessen den Gott deines Heils und nicht
gedacht an den Felsen deiner Stärke.
Darum setze nur Pflanzen zu deiner Lust und lege Reben
aus der Fremde!*
*Wahrscheinlich Gärten zur
Verehrung des heidnischen Gottes Adonis.
Auch wenn du sie hochbringst am Tag, da du sie pflanzest,
und sie zum Sprießen bringst an dem Morgen, da du sie
säest, - hin ist die Ernte, wenn du die Garben einbringen
willst, und du wirst Schmerzen haben, die niemand heilt.
Das brausende Völkermeer
Ha, ein Brausen vieler Völker, wie das Meer brausen
sie, und ein Getümmel mächtiger Nationen, wie große
Wasser tosen sie!
Ja, wie große Wasser werden die Nationen tosen:
Aber er wird sie schelten, da werden sie in die Ferne fliehen
und werden gejagt wie Spreu auf den Bergen vom Winde und wie
wirbelnde Blätter vom Ungewitter.
Um den Abend, siehe, da ist Schrecken, und ehe es Morgen
wird, sind sie nicht mehr da. Das ist der Lohn unsrer Räuber
und das Los derer, die uns das Unsre nehmen.
Gottes Botschaft an das Land Kusch
Kapitel 18
Weh dem Lande voll schwirrender Flügel, jenseits der
Ströme von Kusch,
das Boten über das Meer sendet und in leichten
Schiffen auf den Wassern fährt! Geht hin, ihr schnellen
Boten, zum Volk, das hochgewachsen und glatt ist, zum Volk, das
schrecklicher ist als sonst irgendeins, zum Volk, das befiehlt
und zertritt, dessen Land Wasserströme durchschneiden.
Alle, die ihr auf Erden wohnt und in den Ländern
lebt, - wenn man das Banner auf den Bergen aufrichtet, so sehet!
Wenn man die Posaune bläst, so höret!
Denn so spricht der HERR zu mir: Ich will schauen von
meiner Stätte und will still warten wie drückende
Hitze am hohen Mittag und wie Taugewölk in der Hitze der
Ernte.
Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorüber ist
und die Traube noch reift, wird er die Ranken mit Winzermessern
abschneiden und die Reben wegnehmen und abhauen,
daß man's miteinander liegen läßt für
die Geier auf den Bergen und die Tiere im Lande, daß im
Sommer die Geier darauf sitzen und im Winter allerlei Tiere im
Lande darauf liegen.
Zu der Zeit wird das hochgewachsene und glatte
Volk, das schrecklicher ist als sonst irgendeins, das befiehlt
und zertritt, dessen Land Wasserströme durchschneiden,
Geschenke bringen dem HERRN Zebaoth an den Ort, da der Name des
HERRN Zebaoth wohnt, zum Berge Zion.
Gegen Ägypten
Kapitel 19
Dies ist die Last für Ägypten: Siehe, der HERR
wird auf einer schnellen Wolke fahren und über Ägypten
kommen. Da werden die Götzen Ägyptens vor ihm beben,
und den Ägyptern wird das Herz feige werden in ihrem Leibe.
Und ich will die Ägypter gegeneinander hetzen, daß
ein Bruder wider den andern, ein Freund wider den andern, eine
Stadt wider die andre, ein Reich wider das andre kämpfen
wird.
Und der Mut soll den Ägyptern in ihrem Herzen
vergehen, und ich will ihre Anschläge zunichte machen. Da
werden sie dann fragen ihre Götzen und Beschwörer,
ihre Geister und Zeichendeuter.
Aber ich will die Ägypter übergeben in die Hand
eines grausamen Herrn, und ein harter König soll über
sie herrschen, spricht der Herrscher, der HERR Zebaoth.
Und das Wasser im Nil wird vertrocknen, und der Strom
wird versiegen und verschwinden.
Und die Wasser werden stinkend werden, und die Flüsse
Ägyptens werden seicht und trocken werden, daß Rohr
und Schilf verwelken.
Und das Gras an den Wassern wird vergehen, und alle Saat
am Wasser wird verdorren und zunichte werden.
Und die Fischer werden trauern, und alle, die Angeln ins
Wasser werfen, werden klagen; und alle, die Netze auswerfen in
den Strom, werden betrübt sein.
Es werden zuschanden, die da Flachs kämmen und
verarbeiten, und die da weben, werden erbleichen.
Die Weber werden geschlagen sein, und alle, die um Lohn
arbeiten, sind bekümmert.
Die Fürsten von Zoan sind Toren, die weisen
Räte des Pharao sind mit ihrem Rat zu Narren geworden. Wie
könnt ihr zum Pharao sagen: «Ich bin ein Sohn von
Weisen und komme von Königen der Vorzeit her»?
Wo sind denn nun deine Weisen, daß sie dir's
verkündigen und anzeigen, was der HERR Zebaoth über
Ägypten beschlossen hat?
Die Fürsten von Zoan sind zu Toren geworden, die
Fürsten von Noph sind betrogen; die Häupter seiner
Geschlechter verführen Ägypten.
Denn der HERR hat einen Taumelgeist über sie
ausgegossen, daß sie Ägypten taumeln machen in all
seinem Tun, wie ein Trunkenbold taumelt, wenn er speit.
Und Ägypten wird nichts gelingen, was Kopf oder
Schwanz, Ast oder Stumpf ausrichten wollen.
Gottes Plan über Ägypten
Zu der Zeit werden die Ägypter sein wie Weiber und
sich fürchten und erschrecken, wenn der HERR Zebaoth die
Hand über sie schwingen wird.
Und die Ägypter werden sich fürchten vor dem
Lande Juda; wenn sie daran denken, werden sie erschrecken wegen
des Rates des HERRN Zebaoth, den er über sie beschlossen
hat.
Zu der Zeit werden fünf Städte in
Ägyptenland die Sprache Kanaans sprechen und bei dem HERRN
Zebaoth schwören. Eine wird heißen Ir-Heres.
Zu der Zeit wird für den HERRN ein Altar
mitten in Ägyptenland sein und ein Steinmal für den
HERRN an seiner Grenze;
das wird ein Zeichen und Zeugnis sein für den HERRN
Zebaoth in Ägyptenland. Wenn sie zum HERRN schreien vor den
Bedrängern, so wird er ihnen einen Retter senden; der wird
ihre Sache führen und sie erretten.
Denn der HERR wird den Ägyptern bekannt werden, und
die Ägypter werden den HERRN erkennen zu der Zeit und
werden ihm dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden
dem HERRN Gelübde tun und sie halten.
Und der HERR wird die Ägypter schlagen und heilen;
und sie werden sich bekehren zum HERRN, und er wird sich
erbitten lassen und sie heilen.
Zu der Zeit wird eine Straße sein von
Ägypten nach Assyrien, daß die Assyrer nach Ägypten
und die Ägypter nach Assyrien kommen und die Ägypter
samt den Assyrern Gott dienen.
Zu der Zeit wird Israel der dritte sein mit den
Ägyptern und Assyrern, ein Segen mitten auf Erden;
denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen:
Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner
Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!
Weissagung des Sieges der Assyrer über Ägypten
und Kusch
Kapitel 20
Im Jahr, da der Tartan nach Asdod kam, als ihn gesandt
hatte Sargon, der König von Assyrien, und er gegen Asdod
kämpfte und es eroberte, -
zu der Zeit redete der HERR durch Jesaja, den Sohn des
Amoz, und sprach: Geh hin und tu den härenen Schurz von
deinen Lenden und zieh die Schuhe von deinen Füßen.
Und er tat so und ging nackt und barfuß.
Da sprach der HERR: Gleichwie mein Knecht Jesaja nackt
und barfuß geht drei Jahre lang als Zeichen und Weissagung
über Ägypten und Kusch,
so wird der König von Assyrien wegtreiben die
Gefangenen Ägyptens und die Verbannten von Kusch, jung und
alt, nackt und barfuß, in schmählicher Blöße,
zur Schande Ägyptens.
Und sie werden erschrecken in Juda und zuschanden werden
wegen der Kuschiter, auf die sie sich verließen, und wegen
der Ägypter, deren sie sich rühmten.
Und die Bewohner dieser Küste werden sagen zu der
Zeit: Ist das unsere Zuversicht, zu der wir um Hilfe geflohen
sind, daß wir errettet würden vor dem König von
Assyrien? Wie könnten wir selber entrinnen?
Die Schau von Babels Fall
Kapitel 21
Dies ist die Last für die Wüste: Wie ein Wetter
vom Süden herfährt, so kommt's aus der Wüste, aus
einem schrecklichen Lande.
Mir ist eine harte Offenbarung angezeigt: «Der
Räuber raubt, und der Verwüster verwüstet. Elam,
zieh herauf! Medien, belagere! Ich will allem Seufzen ein Ende
machen.»
Darum sind meine Lenden voll Schmerzen, und Angst hat
mich ergriffen wie eine Gebärende. Ich krümme mich,
wenn ich's höre, und erschrecke, wenn ich's sehe.
Mein Herz zittert, Grauen hat mich erschreckt; auch am
Abend, der mir so lieb ist, habe ich keine Ruhe.
Deckt den Tisch, breitet den Teppich aus, eßt
und trinkt! Macht euch auf, ihr Fürsten, salbt den Schild!
Denn so hat der Herr zu mir gesagt: «Geh hin,
stelle den Wächter auf; was er schaut, soll er ansagen!
Und sieht er einen Zug von Wagen mit Rossen, einen Zug
von Eseln und Kamelen, so soll er darauf achtgeben mit allem
Eifer.»
Da rief der Späher: Herr, ich stehe auf der Warte
bei Tage immerdar und stelle mich auf meine Wacht jede Nacht.
Und siehe, da kommen Männer, ein Zug von Wagen mit
Rossen; die heben an und sprechen: Gefallen ist Babel, es ist
gefallen, und alle Bilder seiner Götter sind zu Boden
geschlagen!
Mein zerdroschenes und zertretenes Volk! Was ich
gehört habe vom HERRN Zebaoth, dem Gott Israels, das
verkündige ich euch.
Sprüche über Edom und Arabien
Dies ist die Last für Duma: Man ruft zu mir aus
Seïr: Wächter,
ist die Nacht bald hin? Wächter, ist die Nacht bald hin?
Der Wächter aber sprach: Wenn auch der Morgen kommt,
so wird es doch Nacht bleiben. Wenn ihr fragen wollt, so kommt
wieder und fragt.
Dies ist die Last für Arabien: Ihr müßt
im Gestrüpp, in der Steppe über Nacht bleiben, ihr
Karawanen der Dedaniter.
Bringet den Durstigen Wasser entgegen, die ihr wohnt im
Lande Tema; bietet Brot den Flüchtigen.
Denn sie fliehen vor dem Schwert, ja, vor dem bloßen
Schwert, vor dem gespannten Bogen, vor der Gewalt des Kampfes.
Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Noch ein
Jahr, wie des Tagelöhners Jahre sind, dann soll alle
Herrlichkeit Kedars untergehen.
Und von den Bogenschützen Kedars sollen nur wenige
übrigbleiben; denn der HERR, der Gott Israels, hat's
gesagt.
Gegen den Übermut Jerusalems
Kapitel 22
Dies ist die Last für das Schautal: Was habt ihr
denn, daß ihr alle auf die Dächer steigt,
du Stadt voller Lärmen und Toben, du fröhliche
Burg? - Deine Erschlagenen sind nicht mit dem Schwert erschlagen
und nicht im Kampf gefallen.
Alle deine Hauptleute sind gewichen, in die Ferne
geflohen. Alle, die man von dir gefunden hat, wurden gefangen,
ohne Bogen gefangen.
Darum sage ich: Schaut weg von mir, laßt mich
bitterlich weinen! Müht euch nicht, mich zu trösten
über die Zerstörung der Tochter meines Volks!
Denn es kommt ein Tag des Getümmels und des
Zertretens und der Verwirrung von Gott, dem HERRN Zebaoth, im
Schautal; es kracht die Mauer, sie schreien am Berge.
Elam fährt daher mit Köchern, Wagen, Leuten und
Rossen, und Kir läßt seine Schilde glänzen.
Und es wird geschehen, daß deine auserlesenen Täler
werden voll von Wagen und Rossen sein; die stellen sich auf
gegen das Tor.
Da wird der Schutz Judas weggenommen werden.
Aber ihr schautet zu der Zeit auf die Rüstungen
im Waldhaus.
Und ihr saht, daß viele Risse in der Stadt Davids
waren, und sammeltet das Wasser des unteren Teiches.
Ihr zähltet auch die Häuser Jerusalems und
brachet sie ab, um die Mauer zu befestigen,
und machtet ein Becken zwischen beiden Mauern für
das Wasser des alten Teiches. Doch ihr saht nicht auf den, der
solches tut, und schautet nicht auf den, der solches schafft von
ferne her.
Zu der Zeit rief Gott, der HERR Zebaoth, daß man
weine und klage und sich das Haar abschere und den Sack anlege.
Aber siehe da, lauter Freude und Wonne, Rinder töten,
Schafe schlachten, Fleisch essen, Wein trinken: «Lasset
uns essen und trinken; wir sterben doch morgen!»
Aber meinen Ohren ist vom HERRN Zebaoth offenbart:
«Wahrlich, diese Missetat soll euch nicht vergeben werden,
bis ihr sterbt», spricht Gott, der HERR Zebaoth.
Schebna und Eljakim
So spricht Gott, der HERR Zebaoth: Geh hinein zu dem
Verwalter da, zu Schebna, dem Hofmeister, und sprich zu ihm:
Was hast du hier? Und wen hast du hier, daß du dir
hier ein Grab aushauen läßt, daß du dein Grab
in der Höhe aushauen und deine Wohnung in den Felsen machen
läßt?
Siehe, der HERR wird dich wegwerfen, wie ein Starker
einen wegwirft, und wird dich packen
und dich zum Knäuel machen und dich wegschleudern
wie eine Kugel in ein weites Land. Dort wirst du sterben, dort
werden deine kostbaren Wagen bleiben, du Schmach für das
Haus deines Herrn!
Und ich will dich aus deiner Stellung stürzen und
dich aus deinem Amt stoßen.
Und zu der Zeit will ich rufen meinen Knecht
Eljakim, den Sohn Hilkias,
und will ihm dein Amtskleid anziehen und ihn mit deinem
Gürtel gürten und deine Herrschaft in seine Hand
geben, daß er Vater sei für die, die in Jerusalem
wohnen, und für das Haus Juda.
Und ich will die Schlüssel des Hauses Davids auf
seine Schulter legen, daß er auftue und niemand
zuschließe, daß er zuschließe und niemand
auftue.
Und ich will ihn als Nagel einschlagen an einen festen
Ort, und er soll werden zum Thron der Ehre für seines
Vaters Haus.
Aber wenn sich an ihn hängt die ganze Schwere
seines Vaterhauses, Kind und Kindeskinder, alle kleinen Geräte,
Trinkgefäße und allerlei Krüge,
dann, spricht der HERR Zebaoth, soll der Nagel nachgeben,
der am festen Ort steckt, er soll abbrechen und fallen, so daß
alles, was daran hing, zerbricht; denn der HERR sagt es.
Das Gericht über Tyrus und Sidon
Kapitel 23
Dies ist die Last für Tyrus: Heulet, ihr
Tarsisschiffe, denn Tyrus ist zerstört, daß kein Haus
mehr da ist! Wenn sie heimkehren aus dem Lande Kittim, werden
sie dessen gewahr werden.
Die Bewohner der Küste sind still geworden, die
Kaufleute von Sidon. Ihre Boten zogen übers Meer,
und was von Früchten am Schihor und von Getreide am
Nil wuchs, brachte man nach Sidon hin über große
Wasser, und du warst der Völker Markt geworden.
Erschrick, Sidon, denn das Meer, ja, die Feste am Meer
spricht: Ich werde nicht mehr Mutter, ich gebäre nicht
mehr; darum ziehe ich keine Jünglinge auf und erziehe keine
Jungfrauen.
Sobald es die Ägypter hören, erschrecken sie
über die Kunde von Tyrus.
Fahret hin nach Tarsis, heulet, ihr Bewohner der
Küste!
Ist das eure fröhliche Stadt, die sich ihres Alters
rühmte? Ihre Füße führten sie weit weg, in
der Ferne zu weilen.
Wer hat solches beschlossen, daß es Tyrus, der
Krone, so gehen sollte, wo doch ihre Kaufleute Fürsten
waren und ihre Händler die Herrlichsten auf Erden?
Der HERR Zebaoth hat's so beschlossen, auf daß er
erniedrigte die Pracht und verächtlich machte die stolze
Stadt, alle Herrlichsten auf Erden.
Bebaue dein Land, du Tochter Tarsis! Denn es gibt keinen
Hafen mehr.
Der HERR hat seine Hand ausgereckt über das
Meer und erschreckt die Königreiche. Er hat Befehl gegeben
über Phönizien, daß seine Bollwerke zerstört
werden,
und er hat gesagt: Du sollst nicht mehr fröhlich
sein, du geschändete Jungfrau, du Tochter Sidon! Nach
Kittim mach dich auf und zieh fort, doch wirst du auch da keine
Ruhe haben.
Siehe, die Chaldäer – dies Volk hat's getan,
nicht Assur – haben die Stadt zur Wüste gemacht; sie
haben Belagerungstürme aufgerichtet, ihre Paläste
niedergerissen und die Stadt geschleift.
Heulet ihr Tarsisschiffe, denn euer Bollwerk ist
zerstört!
Zu der Zeit wird Tyrus vergessen werden siebzig
Jahre, solange etwa ein König lebt. Aber nach siebzig
Jahren wird es mit Tyrus gehen, wie es im Hurenlied heißt:
Nimm die Harfe, geh in der Stadt umher, du vergessene
Hure! Mach's gut auf dem Saitenspiel und singe viel Lieder, auf
daß dein wieder gedacht werde!
Denn nach siebzig Jahren wird der HERR die Stadt Tyrus
heimsuchen, daß sie wieder zu ihrem Hurenlohn komme und
Hurerei treibe mit allen Königreichen auf Erden.
Aber ihr Gewinn und Hurenlohn wird dem HERRN geweiht
werden. Man wird ihn nicht wie Schätze sammeln und
aufhäufen, sondern ihr Erwerb wird denen zufallen, die vor
dem HERRN wohnen, daß sie essen und satt werden und wohl
bekleidet seien.
Das zukünftige Gottesgericht über die Erde
Kapitel 24
Siehe, der HERR macht die Erde leer und wüst und
wirft um, was auf ihr ist, und zerstreut ihre Bewohner.
Und es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem
Knecht, der Frau wie der Magd, dem Verkäufer wie dem
Käufer, dem Verleiher wie dem Borger, dem Gläubiger
wie dem Schuldner.
Die Erde wird leer und beraubt sein; denn der HERR hat
solches geredet.
Das Land verdorrt und verwelkt, der Erdkreis
verschmachtet und verwelkt, die Höchsten des Volks auf
Erden verschmachten.
Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie
übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und
brechen den ewigen Bund.
Darum frißt der Fluch die Erde, und büßen
müssen's, die darauf wohnen. Darum nehmen die Bewohner der
Erde ab, so daß wenig Leute übrigbleiben.
Der Wein ist dahin, der Weinstock verschmachtet,
und alle, die von Herzen fröhlich waren, seufzen.
Die Freude der Pauken ist vorüber, das Jauchzen der
Fröhlichen ist aus, und die Freude der Harfe hat ein Ende.
Man singt nicht beim Weintrinken, und das Getränk
ist bitter denen, die es trinken.
Die Stadt ist zerstört und wüst, alle Häuser
sind verschlossen, daß niemand hineingehen kann.
Man klagt um den Wein auf den Gassen, daß alle
Freude weg ist, alle Wonne des Landes dahin ist.
Nur Verwüstung ist in der Stadt geblieben, und die
Tore sind in Trümmer geschlagen.
Denn so geht es zu auf Erden und unter den Völkern,
wie wenn ein Ölbaum leergeschlagen wird, wie bei der
Nachlese, wenn die Weinernte aus ist.
Sie erheben ihre Stimme und rühmen und
jauchzen vom Meer her über die Herrlichkeit des HERRN:
«So preiset nun den HERRN an den Gestaden, auf den
Inseln des Meeres den Namen des HERRN, des Gottes Israels.»
Wir hören Lobgesänge vom Ende der Erde:
Herrlichkeit dem Gerechten!
Aber ich muß sagen: Wie bin ich so elend! Wie
bin ich so elend! Weh mir! Denn es rauben die Räuber, ja,
immerfort rauben die Räuber.
Über euch, Bewohner der Erde, kommt Schrecken und
Grube und Netz.
Und wer entflieht vor dem Geschrei des Schreckens, der
fällt in die Grube; und wer entkommt aus der Grube, der
wird im Netz gefangen. Denn die Fenster in der Höhe sind
aufgetan, und die Grundfesten der Erde beben.
Es wird die Erde mit Krachen zerbrechen, zerbersten und
zerfallen.
Die Erde wird taumeln wie ein Trunkener und wird hin und
her geworfen wie eine schwankende Hütte; denn ihre Missetat
drückt sie, daß sie fallen muß und nicht wieder
aufstehen kann.
Zu der Zeit wird der HERR das Heer der Höhe
heimsuchen in der Höhe und die Könige der Erde auf der
Erde,
daß sie gesammelt werden als Gefangene im Gefängnis
und verschlossen werden im Kerker und nach langer Zeit
heimgesucht werden.
Und der Mond wird schamrot werden und die Sonne sich
schämen, wenn der HERR Zebaoth König sein wird auf dem
Berg Zion und zu Jerusalem und vor seinen Ältesten in
Herrlichkeit.
Das Danklied der Erlösten nach dem Gottesgericht
Kapitel 25
HERR, du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen
Namen. Denn du hast Wunder getan; deine Ratschlüsse von
alters her sind treu und wahrhaftig.
Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste
Stadt, daß sie in Trümmern liegt, die Paläste
der Fremden, daß sie nicht mehr eine Stadt seien und nie
wieder aufgebaut werden.
Darum ehrt dich ein mächtiges Volk, die Städte
gewalttätiger Völker fürchten dich.
Denn du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen
Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter,
ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein
Unwetter im Winter,
wie die Hitze in der Zeit der Dürre. Du demütigst
der Fremden Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den
Schatten der Wolken; du dämpfest der Tyrannen Siegesgesang.
Das große Freudenmahl
Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern
ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von
Mark, von Wein, darin keine Hefe ist.
Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen,
mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit
der alle Heiden zugedeckt sind.
Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der
HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und
wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der
HERR hat's gesagt.
Zu der Zeit wird man sagen: «Siehe, das ist
unser Gott, auf den wird hofften, daß er uns helfe. Das
ist der HERR, auf den wir hofften; laßt uns jubeln und
fröhlich sein über sein Heil.»
Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berge. Moab aber
wird zertreten werden, wie Stroh in die Mistlache getreten wird.
Und wenn es auch seine Hände darin ausbreitet, wie
sie ein Schwimmer ausbreitet, um zu schwimmen, so wird doch der
Herr seinen Hochmut niederdrücken trotz allen Mühens
seiner Arme.
Und deine hohen, steilen Mauern wird er beugen,
erniedrigen und in den Staub zu Boden werfen.
Jubellied des Volkes Gottes
Kapitel 26
Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda: Wir
haben eine feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr.
Tut auf die Tore, daß hineingehe das gerechte Volk,
das den Glauben bewahrt!
Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er
verläßt sich auf dich.
Darum verlaßt euch auf den HERRN immerdar; denn
Gott der HERR ist ein Fels ewiglich.
Er erniedrigt, die in der Höhe wohnen; die hohe
Stadt wirft er nieder, ja, er stößt sie zur Erde, daß
sie im Staube liegt.
Mit Füßen wird sie zertreten, ja, mit den
Füßen der Armen, mit den Tritten der Geringen.
Gottes Gericht über die Welt und Israels Auferweckung
Des Gerechten Weg ist eben, den Steig des Gerechten
machst du gerade.
Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Wege deiner
Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und
deinem Lobpreis.
Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit
meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte
über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises
Gerechtigkeit.
Aber wenn dem Gottlosen Gnade widerfährt, so lernt
er doch nicht Gerechtigkeit, sondern tut nur übel im Lande,
wo das Recht gilt, und sieht des HERRN Herrlichkeit nicht.
HERR, deine Hand ist erhoben, doch sie sehen es nicht.
Aber sie sollen sehen den Eifer um dein Volk und zuschanden
werden. Mit dem Feuer, mit dem du deine Feinde verzehrst, wirst
du sie verzehren.
Aber uns, HERR, wirst du Frieden schaffen; denn auch
alles, was wir ausrichten, das hast du für uns getan.
HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren
über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und
deines Namens.
Tote werden nicht lebendig, Schatten stehen nicht auf;
darum hast du sie heimgesucht und vertilgt und jedes Gedenken an
sie zunichte gemacht.
Du, HERR, mehrest das Volk, du mehrest das Volk,
beweisest deine Herrlichkeit und machst weit alle Grenzen des
Landes.
HERR, wenn Trübsal da ist, so suchen wir dich;
wenn du uns züchtigst, sind wir in Angst und Bedrängnis.
Hosea 5,15.
Gleich wie eine Schwangere, wenn sie bald gebären
soll, sich ängstigt und schreit in ihren Schmerzen, so
geht's uns auch, HERR, vor deinem Angesicht.
Wir sind auch schwanger, und uns ist bange, und wenn wir
gebären, so ist's Wind. Wir können dem Lande nicht
helfen, und Bewohner des Erdkreises können nicht geboren
werden.
Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden
auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter
der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde
wird die Toten herausgeben.
Geh hin, mein Volk, in deine Kammer, und schließ
die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen
Augenblick, bis der Zorn vorübergehe.
Denn siehe, der HERR wird ausgehen von seinem Ort,
heimzusuchen die Bosheit der Bewohner der Erde. Dann wird die
Erde offenbar machen das Blut, das auf ihr vergossen ist, und
nicht weiter verbergen, die auf ihr getötet sind.
Israels Erlösung
Kapitel 27
Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten,
großen und starken Schwert den Leviathan,
die flüchtige Schlange, und den Leviathan, die gewundene
Schlange, und wird den Drachen im Meer töten.
Zu der Zeit wird es heißen: Lieblicher Weinberg,
singet ihm zu!
Ich, der HERR, behüte ihn und begieße ihn
immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und
Nacht behüten.
Ich zürne nicht. Sollten aber Disteln und Dornen
aufschießen, so wollte ich über sie herfallen und sie
alle miteinander anstecken,
es sei denn, sie suchen Zuflucht bei mir und machen
Frieden mit mir, ja, Frieden mit mir.
Es wird einst dazu kommen, daß Jakob wurzeln
und Israel blühen und grünen wird, daß sie den
Erdkreis mit Früchten erfüllen.
Wird doch Israel nicht geschlagen, wie seine Feinde
geschlagen werden, und nicht getötet, wie seine Feinde
getötet werden!
Sondern, indem du es wegschicktest und wegführtest,
hast du es gerichtet, es verscheucht mit rauhem Sturm am Tage
des Ostwinds.
Darum wird die Sünde Jakobs dadurch gesühnt
werden, und das wird die Frucht davon sein, daß seine
Sünden weggenommen werden: er wird alle Altarsteine
zerstoßenen Kalksteinen gleichmachen; und keine Bilder der
Aschera noch Rauchopfersäulen werden mehr bleiben.
Denn die feste Stadt ist einsam geworden, die
schönen Häuser verödet und verlassen wie die
Steppe, daß Kälber dort weiden und ruhen und Zweige
abfressen.
Ihre Zweige werden vor Dürre brechen, daß die
Frauen kommen und Feuer damit machen werden; denn es ist ein
unverständiges Volk. Darum erbarmt sich ihrer auch nicht,
der sie gemacht hat; und der sie geschaffen hat, ist ihnen nicht
gnädig.
Zu der Zeit wird der HERR Ähren ausklopfen
vom Ufer des Stromes bis an den Bach Ägyptens, und ihr,
Kinder Israel, werdet aufgesammelt werden, einer nach dem
andern.
Zu der Zeit wird man mit einer großen Posaune
blasen, und es werden kommen die Verlorenen im Lande Assur und
die Verstoßenen im Lande Ägypten und werden den HERRN
anbeten auf dem heiligen Berg zu Jerusalem.
Gericht über Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs
Kapitel 28
Weh der prächtigen Krone der Trunkenen von Ephraim,
der welken Blume ihrer lieblichen Herrlichkeit, die da prangt
hoch über dem fetten Tal derer, die vom Wein taumeln!
Siehe, einen Starken und Mächtigen hält der
Herr bereit; wie Hagelsturm, wie verderbliches Wetter, wie
Wasserflut, die mächtig einreißt, wirft er zu Boden
mit Gewalt.
Mit Füßen wird zertreten die prächtige
Krone der Trunkenen von Ephraim.
Und die welke Blume ihrer lieblichen Herrlichkeit, die da
prangt hoch über dem fetten Tal, wird sein wie eine
Frühfeige vor dem Sommer, die einer erspäht und flugs
aus der Hand verschlingt.
Zu der Zeit wird der HERR Zebaoth eine liebliche
Krone sein und ein herrlicher Kranz für die
Übriggebliebenen seines Volks
und ein Geist des Rechts für den, der zu Gericht
sitzt, und eine Kraft denen, die den Kampf zurücktreiben
zum Tor.
Gericht über die Priester und Propheten in Jerusalem
Aber auch diese sind vom Wein toll geworden und taumeln
von starkem Getränk. Priester und Propheten sind toll von
starkem Getränk, sind vom Wein verwirrt. Sie taumeln von
starkem Getränk, sie sind toll beim Weissagen und wanken
beim Rechtsprechen.
Denn alle Tische sind voll Gespei und Unflat an allen
Orten!
«Wen», sagen sie, «will der denn
Erkenntnis lehren? Wem will er Offenbarung zu verstehen geben?
Denen, die entwöhnt sind von der Milch, denen, die von der
Brust abgesetzt sind?
Zawlazaw
zawlazaw, kawlakaw kawlakaw,
hier ein wenig, da ein wenig!»
Jawohl, Gott wird einmal mit unverständlicher
Sprache und mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk,
er, der zu ihnen gesagt hat: «Das ist die Ruhe;
schaffet Ruhe den Müden, und das ist die Erquickung!»
Aber sie wollten nicht hören.
Darum soll so auch des HERRN Wort an sie ergehen:
«Zawlazaw
zawlazaw, kawlakaw kawlakaw,
hier ein wenig, da ein wenig», daß sie hingehen und
rücklings fallen, zerbrochen, verstrickt und gefangen
werden.
So höret nun des HERRN Wort, ihr Spötter,
die ihr herrschet über dies Volk, das in Jerusalem ist.
Ihr sprecht: Wir haben mit dem Tod einen Bund geschlossen
und mit dem Totenreich einen Vertrag gemacht. Wenn die brausende
Flut daherfährt, wird sie uns nicht treffen; denn wir haben
Lüge zu unsrer Zuflucht und Trug zu unserm Schutz gemacht.
Darum spricht Gott der
HERR: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen
bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest
gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.*
*In
der griechischen Übersetzung heißt es: «Wer
glaubt, der wird nicht zuschanden», vergleiche Römer
9,33; 10,11; 1. Petrus 2,6.
Und ich will das Recht zur Richtschnur und die
Gerechtigkeit zur Waage machen. So wird Hagel die falsche
Zuflucht zerschlagen, und Wasser sollen den Schutz wegschwemmen,
daß hinfalle euer Bund mit dem Tode und euer
Vertrag mit dem Totenreich nicht bestehen bleibe. Wenn die Flut
daherfährt, wird sie euch zermalmen;
sooft sie daherfährt, wird sie euch erfassen. Denn
Morgen für Morgen wird sie kommen, des Tags und des Nachts.
Da wird man nur mit Entsetzen Offenbarung deuten.*
*Luther übersetzte: «Denn
allein die Anfechtung lehrt aufs Wort merken.»
Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken, und die
Decke zu schmal, um sich drein zu schmiegen.
Denn der HERR wird sich aufmachen wie am Berge Perazim
und toben wie im Tal Gibeon, daß er sein Werk vollbringe,
aber fremd ist sein Werk, und daß er seine Tat tue, aber
seltsam ist seine Tat!
So laßt nun euer Spotten, auf daß eure Bande
nicht fester werden; denn ich habe von einem Verderben gehört,
das von Gott, dem HERRN Zebaoth, beschlossen ist über alle
Welt.
Ein Gleichnis für Gottes weisen Rat
Nehmet zu Ohren und höret meine Stimme, merket auf
und höret meine Rede:
Pflügt oder gräbt oder bricht denn ein
Ackermann seinen Acker zur Saat immerfort um?
Ist's nicht so: Wenn er ihn geebnet hat, dann streut er
Dill und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, ein
jedes, wohin er's haben will, und Spelt an den Rand?
So unterwies ihn sein Gott und lehrte ihn, wie es recht
sei.
Auch drischt man den Dill nicht mit Dreschschlitten und
läßt auch nicht die Walze über den Kümmel
gehen, sondern den Dill schlägt man aus mit einem Stabe und
den Kümmel mit einem Stecken.
Zermalmt man etwa das Getreide? Nein, man drischt es
nicht ganz und gar, wenn man's mit Dreschwalzen und ihrem
Gespann ausdrischt.
Auch das kommt her vom HERRN Zebaoth; sein Rat ist
wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.
Jerusalems Belagerung und Errettung
Kapitel 29
Weh Ariel, Ariel, du Stadt, wo David lagerte! Füget
Jahr zu Jahr und feiert die Feste!
Ich will den Ariel ängstigen, daß er traurig
und voll Jammer sei, und er soll mir ein rechter Ariel sein.
Denn ich will dich belagern ringsumher und will dich
ängstigen mit Bollwerk und will Wälle um dich
aufführen lassen.
Dann sollst du erniedrigt werden und von der Erde her
reden und aus dem Staube mit deiner Rede murmeln, daß
deine Stimme sei wie die eines Totengeistes aus der Erde, und
deine Rede wispert aus dem Staube.
Aber die Menge deiner Feinde soll werden wie Staub und
die Menge der Tyrannen wie wehende Spreu. Und plötzlich
wird's geschehen,
daß Heimsuchung kommt vom HERRN Zebaoth mit Wetter
und Erdbeben und großem Donner, mit Wirbelsturm und
Ungewitter und mit Flammen eines verzehrenden Feuers.
Und wie ein Traum, wie ein Nachtgesicht, so soll die
Menge aller Völker sein, die gegen Ariel kämpfen, mit
ihrem ganzen Heer und Bollwerk, und die ihn ängstigen.
Denn wie ein Hungriger träumt, daß er esse, -
wenn er aber aufwacht, so ist sein Verlangen nicht gestillt; und
wie ein Durstiger träumt, daß er trinke, - wenn er
aber aufwacht, ist er matt und durstig, so soll es der Menge
aller Völker ergehen, die gegen den Berg Zion kämpfen.
Die Verblendung des Volkes
Starret hin und werdet bestürzt, seid verblendet und
werdet blind! Seid trunken, doch nicht vom Wein, taumelt, doch
nicht von starkem Getränk!
Denn der HERR hat über euch einen Geist des tiefen
Schlafs ausgegossen und eure Augen – die Propheten –
zugetan, und eure Häupter – die Seher – hat er
verhüllt.
Darum sind euch alle Offenbarungen wie die Worte eines
versiegelten Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und
spricht: Lies doch das! und er spricht: «Ich kann nicht,
denn es ist versiegelt»;
oder das man einem gibt, der nicht lesen kann, und
spricht: Lies doch das! und er spricht: «Ich kann nicht
lesen.»
Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit
seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern
von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten,
die man sie lehrt,
darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich
umgehen, aufs wunderlichste und seltsamste, daß die
Weisheit seiner Weisen vergehe und der Verstand seiner Klugen
sich verbergen müsse.
Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein
wollen vor dem HERRN und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und
sprechen: Wer sieht uns, und wer kennt uns?
Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer
gleich wäre, daß das Werk spräche von seinem
Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche
von seinem Bildner: Er versteht nichts!
Die große Wandlung
Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der
Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land
ist, soll wie ein Wald werden.
Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des
Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und
Finsternis sehen;
und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und
die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in
dem Heiligen Israels.
Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den
Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die
darauf aus sind, Unheil anzurichten,
welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und
stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch
Lügen das Recht des Unschuldigen.
Darum spricht der HERR, der Abraham erlöst
hat, zum Hause Jakob: Jakob soll nicht mehr beschämt
dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen.
Denn wenn sie sehen werden die Werke meiner Hände –
seine Kinder – in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen
heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott
Israels fürchten.
Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand
annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.
Gegen das leichtfertige Vertrauen auf die Hilfe Ägyptens
Kapitel 30
Weh den abtrünnigen Söhnen, spricht der HERR,
die ohne mich Pläne fassen und ohne meinen Geist Bündnisse
eingehen, um eine Sünde auf die andere zu häufen,
die hinabziehen nach Ägypten und befragen meinen
Mund nicht, um sich zu stärken mit der Macht des Pharao und
sich zu bergen im Schatten Ägyptens!
Aber es soll euch die Stärke des Pharao zur Schande
geraten und der Schutz im Schatten Ägyptens zum Hohn.
Denn ihre Fürsten sind zwar in Zoan, und ihre Boten
sind nach Hanes gekommen,
aber sie müssen doch alle zuschanden werden an dem
Volk, das ihnen nichts nützen kann, weder zur Hilfe noch
sonst zu Nutz, sondern nur zu Schande und Spott.
Dies ist die Last für die Tiere des
Südlandes: Im Lande der Trübsal und Angst, wo Löwe
und Löwin, wo Ottern und feurige fliegende Drachen sind, da
führen sie ihre Habe auf dem Rücken von Eseln und ihre
Schätze auf dem Höcker von Kamelen zu dem Volk, das
ihnen nichts nützen kann.
Denn Ägypten ist nichts, und sein Helfen ist
vergeblich. Darum nenne ich Ägypten «Rahab,
die zum Schweigen gebracht ist».
Gegen die Verächter des göttlichen Wortes
So geh nun hin und schreib es vor ihnen nieder auf eine
Tafel und zeichne es in ein Buch, daß es bleibe für
immer und ewig.
Denn sie sind ein ungehorsames Volk und verlogene Söhne,
die nicht hören wollen die Weisung des HERRN,
sondern sagen zu den Sehern: «Ihr sollt nicht
sehen!» und zu den Schauern: «Was wahr ist, sollt
ihr uns nicht schauen! Redet zu uns, was angenehm ist; schauet,
was das Herz begehrt!
Weicht ab vom Wege, geht aus der rechten Bahn! Laßt
uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!»
Darum spricht der Heilige Israels: Weil ihr dies
Wort verwerft und verlaßt euch auf Frevel und Mutwillen
und trotzet darauf,
so soll euch diese Sünde sein wie ein Riß,
wenn es beginnt zu rieseln an einer hohen Mauer, die plötzlich,
unversehens einstürzt;
wie wenn ein Topf zerschmettert wird, den man zerstößt
ohne Erbarmen, so daß man von seinen Stücken nicht
eine Scherbe findet, darin man Feuer hole vom Herde oder Wasser
schöpfe aus dem Brunnen.
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige
Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde
euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr
stark sein. Aber ihr wollt nicht
und sprecht: «Nein, sondern auf Rossen wollen wir
dahinfliegen», - darum werdet ihr dahinfliehen, «und
auf Rennern wollen wir reiten», - darum werden euch eure
Verfolger überrennen.
Denn euer tausend werden fliehen vor eines einzigen
Drohen; ja vor fünfen werdet ihr alle fliehen, bis ihr
übrigbleibt wie ein Mast oben auf einem Berge und wie ein
Banner auf einem Hügel.
Gottes Erbarmen über sein Volk
Darum harrt der HERR darauf, daß er euch gnädig
sei, und er macht sich auf, daß er sich euer erbarme; denn
der HERR ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn
harren!
Du Volk Zions, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht
weinen! Er wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir
antworten, sobald er's hört.
Und der Herr wird euch in Trübsal Brot und in
Ängsten Wasser geben. Und dein Lehrer wird sich nicht mehr
verbergen müssen, sondern deine Augen werden deinen Lehrer
sehen.
Deine Ohren werden hinter dir das Wort hören: «Dies
ist der Weg; den geht! Sonst weder zur Rechten noch zur Linken!»
Und ihr werdet entweihen eure übersilberten Götzen
und die goldenen Hüllen eurer Bilder und werdet sie
wegwerfen wie Unrat und zu ihnen sagen: Hinaus!
Und er wird deinem Samen, den du auf den Acker gesät
hast, Regen geben und dir Brot geben vom Ertrag des Ackers in
voller Genüge. Und dein Vieh wird zu der Zeit weiden auf
weiter Aue.
Die Rinder und Esel, die auf dem Felde ackern, werden
gesalzenes gemengtes Futter fressen, das geworfelt ist mit
Schaufel und Wurfgabel.
Und es werden auf allen großen Bergen und auf allen
hohen Hügeln Wasserbäche und Ströme fließen
zur Zeit der großen Schlacht, wenn die Türme fallen
werden.
Und des Mondes Schein wird sein wie der Sonne Schein, und
der Sonne Schein wird siebenmal heller sein zu der Zeit, wenn
der HERR den Schaden seines Volks verbinden und seine Wunden
heilen wird.
Das Gericht über Assyrien
Siehe, des HERRN Name kommt von ferne! Sein Zorn brennt,
und mächtig erhebt er sich, seine Lippen sind voll Grimm
und seine Zunge wie ein verzehrendes Feuer
und sein Odem wie eine Wasserflut, die bis an den Hals
reicht, zu schwingen die Völker in der Schwinge des
Verderbens. Und er wird die Völker mit einem Zaum in ihren
Backen hin und her treiben.
Da werdet ihr singen wie in der Nacht des heiligen Festes
und euch von Herzen freuen, wie wenn man mit Flötenspiel
geht zum Berge des HERRN, zum Hort Israels.
Und der HERR wird seine herrliche Stimme erschallen
lassen, und man wird sehen, wie sein Arm herniederfährt mit
zornigem Drohen und mit Flammen verzehrenden Feuers, mit
Wolkenbruch und Hagelschlag.
Da wird Assur erschrecken vor der Stimme des HERRN, der
ihn schlägt mit dem Stock.
Jedesmal, wenn ein Schlag daherfährt, wird der Stock
zur Zuchtrute, die der HERR auf ihn niedersausen läßt;
und so bekämpft er ihn, daß er ihn als Opfer schwingt
unter Pauken und Zitherspiel.
Denn die Feuergrube ist längst hergerichtet, ja, sie
ist auch dem König bereitet, tief und weit genug. Der
Scheiterhaufen darin hat Feuer und Holz die Menge; der Odem des
HERRN wird ihn anzünden wie ein Schwefelstrom.
Nicht Ägypten, sondern der Herr rettet Jerusalem
Kapitel 31
Weh denen, die hinabziehen nach Ägypten um Hilfe und
sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viele
sind, und auf Gespanne, weil sie sehr stark sind! Aber sie
halten sich nicht zum Heiligen Israels und fragen nichts nach
dem HERRN.
Aber auch er ist weise und bringt Unheil herbei und nimmt
seine Worte nicht zurück, sondern wird sich aufmachen wider
das Haus der Bösen und wider die Hilfe der Übeltäter.
Denn Ägypten ist Mensch und nicht Gott, und seine
Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und der HERR wird seine Hand
ausstrecken, so daß der Helfer strauchelt und der, dem
geholfen wird, fällt und alle miteinander umkommen.
Das Gericht über Assyrien.
Zions Errettung
So hat der HERR zu mir gesprochen: Gleich wie ein Löwe
und ein junger Löwe brüllt über seinem Raub, wenn
man wider ihn aufruft die Menge der Hirten – er erschrickt
vor ihrem Geschrei nicht, und es ist ihm auch nicht angst vor
ihrer Menge -, so wird der HERR Zebaoth herniederfahren auf den
Berg Zion und auf seinen Hügel, um zu kämpfen.
Und der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel
es tun mit ihren Flügeln, er wird schützen, erretten,
schonen und befreien.
Kehrt um, ihr Kinder Israel, zu dem, von welchem
ihr so sehr abgewichen seid!
Denn zu der Zeit wird ein jeder seine silbernen und
goldenen Götzen verwerfen, die eure Hände gemacht
hatten euch zur Sünde.
Und Assur soll fallen, nicht durch Mannes-Schwert, und
soll verzehrt werden, nicht durch Menschen-Schwert. Und es wird
vor dem Schwert fliehen, und seine junge Mannschaft wird
Frondienste leisten müssen.
Und sein Fels wird vor Furcht weichen, und seine Fürsten
werden das Banner verlassen, spricht der HERR, der zu Zion ein
Feuer und zu Jerusalem einen Glutofen hat.
Das künftige Reich der Gerechtigkeit
Kapitel 32
Siehe, es wird ein König regieren, Gerechtigkeit
aufzurichten, und Fürsten werden herrschen, das Recht zu
handhaben,
daß ein jeder von ihnen sein wird wie eine Zuflucht
vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Platzregen, wie
Wasserbäche am dürren Ort, wie der Schatten eines
großen Felsens im trockenen Lande.
Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr blind sein,
und die Ohren der Hörenden werden aufmerken.
Und die Unvorsichtigen werden Klugheit lernen, und die
Zunge der Stammelnden wird fließend und klar reden.
Es wird nicht mehr ein Narr Fürst heißen, noch
ein Betrüger edel genannt werden.
Denn ein Narr redet Narrheit, und sein Herz geht mit
Unheil um, daß er Ruchloses anrichte und rede über
den HERRN lauter Trug; dadurch läßt er hungrig die
hungrigen Seelen und wehrt den Durstigen das Trinken.
Und des Betrügers Waffen sind böse, er sinnt
auf Tücke, um die Elenden zu verderben mit falschen Worten,
auch wenn der Arme sein Recht vertritt.
Aber der Edle hat edle Gedanken und beharrt bei Edlem.
Die wahre Sicherheit durch den Geist aus der Höhe
Wohlan, ihr stolzen Frauen, höret meine Stimme! Ihr
Töchter, die ihr so sicher seid, nehmet zu Ohren meine
Rede!
Über Jahr und Tag, da werdet ihr Sicheren zittern;
denn es wird keine Weinlese sein, auch keine Obsternte kommen.
Erschreckt, ihr stolzen Frauen, zittert, ihr Sicheren!
Zieht euch aus, entblößt euch und umgürtet eure
Lenden!
Man wird klagen um die Äcker, ja, um die lieblichen
Äcker, um die fruchtbaren Weinstöcke,
um den Acker meines Volks, auf dem Dornen und Hecken
wachsen, um alle Häuser voll Freude in der fröhlichen
Stadt.
Denn die Paläste werden verlassen sein, und die
Stadt, die voll Getümmel war, wird einsam sein, daß
Burg und Turm für immer zu Höhlen werden, dem Wild zur
Freude, den Herden zur Weide,
so lange bis über uns ausgegossen wird der Geist aus
der Höhe. Dann wird die Wüste zum fruchtbaren Lande
und das fruchtbare Land wie Wald geachtet werden.
Und das Recht wird in der Wüste wohnen und
Gerechtigkeit im fruchtbaren Lande.
Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der
Ertrag der Gerechtigkeit wird ewige Stille und Sicherheit sein,
daß mein Volk in friedlichen Auen wohnen wird, in
sicheren Wohnungen und in stolzer Ruhe.
Aber der Wald wird niederbrechen, und die Stadt wird
versinken in Niedrigkeit.
Wohl euch, die ihr säen könnt an allen Wassern
und könnt die Rinder und Esel frei gehen lassen.
Jesaja
33 - 50
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