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DIE BIBEL
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DIE SPRÜCHE
SALOMOS
Kapitel 17 -
31
Kapitel 17
Besser ein trockner Bissen mit Frieden als ein Haus
voll Geschlachtetem mit Streit.
Ein kluger Knecht wird herrschen über einen
schandbaren Sohn und wird mit den Brüdern das Erbe teilen.
Wie der Tiegel das Silber und der Ofen das Gold, so prüft
der HERR die Herzen.
Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein
Falscher hört gern auf schädliche Zungen.
Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer;
und wer sich über eines andern Unglück freut, wird
nicht ungestraft bleiben.
Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre
sind ihre Väter.
Es steht einem Toren nicht wohl an, von hohen Dingen zu
reden, viel weniger einem Edlen, daß er mit Lügen
umgeht.
Bestechung ist wie ein Zauberstein dem, der sie gibt;
wohin er sich kehrt, hat er Glück.
Wer Verfehlung zudeckt, stiftet Freundschaft; wer aber
eine Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.
Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als
hundert Schläge bei dem Toren.
Ein böser Mensch trachtet, stets zu widersprechen;
aber ein grausamer Bote wird über ihn kommen.
Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt
sind, als einem Toren in seiner Torheit.
Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird das
Böse nicht weichen.
Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den
Damm aufreißt. Laß ab vom Streit, ehe er losbricht!
Wer den Schuldigen gerecht spricht und den Gerechten
schuldig, die sind beide dem HERRN ein Greuel.
Was soll dem Toren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen,
wo er doch ohne Verstand ist?
Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für
die Not geboren.
Ein Tor ist, wer in die Hand gelobt und Bürge wird
für seinen Nächsten.
Wer Zank liebt, der liebt die Sünde; und wer seine
Tür zu hoch macht, strebt nach Einsturz.
Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und wer falscher
Zunge ist, wird in Unglück fallen.
Wer einen Toren zeugt, muß sich grämen, und
eines Toren Vater hat keine Freude.
Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein
betrübtes Gemüt läßt das Gebein verdorren.
Der Gottlose nimmt gern heimlich Geschenke, zu beugen den
Weg des Rechts.
Ein Verständiger
hat die Weisheit vor Augen; aber ein Tor wirft die Augen hin und
her.
Ein törichter Sohn ist seines Vaters Verdruß
und ein Gram für die Mutter, die ihn geboren hat.
Es ist schon nicht gut, daß man Unschuldige Strafe
zahlen läßt; aber den Edlen zu schlagen, geht über
alles Maß.
Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede, und
ein verständiger Mann wird nicht hitzig.
Auch ein Tor, wenn er schwiege, würde für weise
gehalten und für verständig, wenn er den Mund hielte.
Kapitel 18
Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet,
und gegen alles, was gut ist, geht er an.
Ein Tor hat nicht Gefallen an Einsicht, sondern will kund
tun, was in seinem Herzen steckt.
Wohin ein Frevler kommt, kommt auch Verachtung; und wo
Schande ist, da ist Hohn.
Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und
die Quelle der Weisheit ist ein sprudelnder Bach.
Es ist nicht gut, den Schuldigen vorzuziehen, daß
man des Gerechten Sache beuge im Gericht.
Die Lippen des Toren bringen Zank, und sein Mund ruft nach
Schlägen.
Der Mund des Toren bringt ihn ins Verderben und seine
Lippen bringen ihn zu Fall.
Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen
einem glatt ein.
Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder
des Verderbers.
Der Name des HERRN ist eine feste Burg; der Gerechte
läuft dorthin und wird beschirmt.
Des Reichen Habe ist ihm wie eine feste Stadt und dünkt
ihn eine hohe Mauer.
Wenn einer zugrunde gehen soll, wird sein Herz zuvor
stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muß man demütig
sein.
Wer antwortet, ehe er hört, dem ist's Torheit und
Schande.
Wer ein mutiges Herz hat, weiß sich auch im Leiden
zu halten; wenn aber der Mut daniederliegt, wer kann's tragen?
Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr
der Weisen sucht Erkenntnis.
Das Geschenk des Menschen schafft ihm Raum und bringt ihn
zu den großen Herren.
Ein jeder hat zuerst in seiner Sache recht; kommt aber der
andere zu Wort, so findet sich's.
Das Los schlichtet den Streit und läßt Mächtige
nicht aneinander geraten.
Ein gekränkter Bruder ist abweisender als eine feste
Stadt, und Streitigkeiten sind hart wie der Riegel einer Burg.
Einem Mann wird vergolten, was sein Mund geredet hat, und
er wird gesättigt mit dem, was seine Lippen ihm einbringen.
Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt,
wird ihre Frucht essen.
Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes
gefunden und Wohlgefallen erlangt vom HERRN.
Ein Armer redet mit Flehen, aber ein Reicher antwortet
hart.
Es gibt Allernächste, die bringen ins Verderben, und
es gibt Freunde, die hangen fester an als ein Bruder.
Kapitel 19
Ein Armer, der in Unschuld wandelt, ist besser als
einer, der Verkehrtes spricht und dabei reich ist.
Wo man nicht mit Vernunft handelt, da ist auch Eifer
nichts nütze; und wer hastig läuft, der tritt fehl.
Des Menschen Torheit führt ihn in die Irre, und doch
tobt sein Herz wider den HERRN.
Reichtum macht viel Freunde; aber der Arme wird von seinem
Freunde verlassen.
Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech
Lügen redet, wird nicht entrinnen.
Viele schmeicheln dem Vornehmen; und wer Geschenke gibt,
hat alle zu Freunden.
Den Armen hassen alle seine Brüder; wieviel mehr
halten sich seine Freunde von ihm fern! Wer viel spricht, der tut
Frevel; und wer Worten nachjagt, der wird nicht entrinnen.*
*Vervollständigt aus der
griechischen Bibel.
Wer Klugheit erwirbt, liebt sein Leben; und der
Verständige findet Gutes.
Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech
Lügen redet, wird umkommen.
Dem Toren steht nicht an, gute Tage zu haben, viel weniger
einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.
Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist seine
Ehre, daß er Verfehlung übersehen kann.
Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines
Löwen; aber seine Gnade ist wie Tau auf dem Grase.
Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und
ein zänkisches Weib wie ein ständig triefendes Dach.
Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige
Ehefrau kommt vom HERRN.
Faulheit macht schläfrig, und ein Lässiger wird
Hunger leiden.
Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber
auf seinen Weg nicht achtet, wird sterben.
Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und
der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.
Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist, aber
laß dich nicht hinreißen, ihn zu töten.
Großer Grimm muß Strafe leiden; denn willst du
ihm steuern, so wird er noch größer.
Höre auf Rat und nimm Zucht an, daß du hernach
weise seist.
In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber
zustande kommt der Ratschluß des HERRN.
Ein gütiger Mensch ist der Liebe wert, und ein Armer
ist besser als ein Lügner.
Die Furcht des HERRN führt zum Leben; man wird satt
werden und sicher schlafen, von keinem Übel heimgesucht.
Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel und
bringt sie nicht wieder zum Munde.
Schlägt man den Spötter, so werden Unverständige
vernünftig; weist man den Verständigen zurecht, so
gewinnt er an Einsicht.
Wer den Vater mißhandelt und die Mutter verjagt, der
ist ein schandbarer und verfluchter Sohn.
Läßt du ab, mein Sohn, auf Ermahnung zu hören,
so irrst du ab von vernünftiger Lehre.
Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, und den
Gottlosen mundet das Unrecht.
Den Spöttern sind Strafen bereitet und Schläge
für den Rücken der Toren.
Kapitel 20
Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk
macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise.
Das Drohen des Königs ist wie das Brüllen eines
Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider das
eigene Leben.
Eine Ehre ist es dem Mann, dem Streit fern zu bleiben;
aber die gerne streiten, sind allzumal Toren.
Im Herbst will der Faule nicht pflügen; so muß
er in der Ernte betteln und kriegt nichts.
Das Vorhaben im Herzen eines Mannes ist wie ein tiefes
Wasser; aber ein kluger Mann kann es schöpfen.
Viele Menschen rühmen ihre Güte; aber wer findet
einen, der zuverlässig ist?
Ein Gerechter, der unsträflich wandelt, dessen
Kindern wird's wohlgehen.
Ein König, der auf dem Thron sitzt, um zu richten,
sondert aus mit seinem Blick alles Böse.
Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert und bin
rein von meiner Sünde?
Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß ist beides dem
HERRN ein Greuel.
Schon einen Knaben erkennt man an seinem Tun, ob er lauter
und redlich werden will.
Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht
beide der HERR.
Liebe den Schlaf nicht, daß du nicht arm werdest;
laß deine Augen offen sein, so wirst du Brot genug haben.
«Schlecht,
schlecht!»
spricht man, wenn man kauft; aber wenn man weggeht, so rühmt
man sich.
Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein Mund, der
Vernünftiges redet, ist ein edles Kleinod.
Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge
wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden!
Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne gut; aber am Ende
hat er den Mund voller Kieselsteine.
Pläne kommen zum Ziel, wenn man sich recht berät;
und Krieg soll man mit Vernunft führen.
Wer Geheimnisse verrät, ist ein Verleumder, und mit
dem, der den Mund nicht halten kann, laß dich nicht ein.
Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte
wird verlöschen in der Finsternis.
Das Erbe, nach dem man zuerst sehr eilt, wird zuletzt
nicht gesegnet sein.
Sprich nicht: «Ich will Böses vergelten!»
Harre des HERRN, der wird dir helfen.
Zweierlei Gewicht ist dem HERRN ein Greuel, und eine
falsche Waage ist nicht gut.
Jedermanns Schritte bestimmt der HERR. Welcher Mensch
versteht seinen Weg?
Es ist dem Menschen ein Fallstrick, unbedacht Gelübde
zu tun und erst nach dem Geloben zu überlegen.
Ein weiser König sondert die Gottlosen aus und läßt
das Rad über sie gehen.
Eine Leuchte des HERRN ist des Menschen Geist; er
durchforscht alle Kammern des Innern.
Gütig und treu sein behütet den König, und
sein Thron besteht durch Güte.
Der Jünglinge Ehre ist ihre Stärke, und graues
Haar ist der Alten Schmuck.
Man muß dem Bösen wehren mit harter Strafe und
mit ernsten Schlägen, die man fühlt.
Kapitel 21
Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie
Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will.
Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der
HERR prüft die Herzen.
Recht und Gerechtigkeit tun ist dem HERRN lieber als
Opfer.
Hoffärtige Augen und stolzer Sinn, die Leuchte der
Gottlosen, ist Sünde.
Das Planen eines Emsigen bringt Überfluß; wer
aber allzu rasch handelt, dem wird's mangeln.
Wer Schätze sammelt mit Lügen, der wird
fehlgehen und ist unter denen, die den Tod suchen.
Der Gottlosen Gewalt rafft sie selber weg; denn sie wollen
nicht tun, was recht ist.
Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber
rein ist, dessen Tun ist gerade.
Besser im Winkel auf dem Dach wohnen als mit einem
zänkischen Weibe zusammen in einem Hause.
Die Seele des Gottlosen gelüstet nach Bösem und
erbarmt sich nicht seines Nächsten.
Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die
Unverständigen weise, und wenn man einen Weisen belehrt, so
nimmt er Erkenntnis an.
Der Gerechte
achtet auf des Gottlosen Haus, und er stürzt die Gottlosen
ins Verderben.
Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der
wird einst auch rufen und nicht erhört werden.
Eine heimliche Gabe stillt den Zorn und ein Geschenk im
Verborgenen den heftigen Grimm.
Dem Gerechten ist es eine Freude, wenn Recht geschieht,
aber den Übeltätern ist es ein Schrecken.
Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt, wird weilen
in der Schar der Toten.
Wer gern in Freuden lebt, wird Mangel haben; und wer Wein
und Salböl liebt, wird nicht reich.
Der Gottlose wird als Lösegeld gegeben für den
Gerechten und der Verächter für die Frommen.
Besser in der Wüste wohnen als bei einem zänkischen
und zornigen Weibe.
Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl;
aber ein Tor vergeudet ihn.
Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet
Leben und Ehre.
Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt
ihre Macht, auf die sie sich verläßt.
Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor
Not.
Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter;
er treibt frechen Übermut.
Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn
seine Hände wollen nichts tun.
Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt
und versagt nichts.
Der Gottlosen Opfer ist ein Greuel, wieviel mehr, wenn
man's darbringt für eine Schandtat.
Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer recht
gehört hat, dessen Wort bleibt.
Der Gottlose macht ein freches Gesicht; aber wer fromm
ist, macht seine Wege fest.
Keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat besteht vor dem
HERRN.
Rosse werden gerüstet zum Tage der Schlacht; aber der
Sieg kommt vom HERRN.
Kapitel 22
Ein guter Ruf ist köstlicher als großer
Reichtum und anziehendes Wesen besser als Silber und Gold.
Reiche und Arme begegnen einander; der HERR hat sie
alle gemacht.
Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich;
die Unverständigen laufen weiter und leiden Schaden.
Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum,
Ehre und Leben.
Stacheln und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer
sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.
Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so läßt
er auch nicht davon, wenn er alt wird.
Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt,
ist des Gläubigers Knecht.
Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und
die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.
Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn er gibt
von seinem Brot den Armen.
Treibe den Spötter hinaus, so geht der Zank weg, und
Hader und Schmähung hören auf.
Wer ein reines Herz und liebliche Rede hat, dessen Freund
ist der König.
Die Augen des HERRN behüten die Erkenntnis; aber die
Worte des Verächters bringt er zu Fall.
Der Faule spricht: Es ist ein Löwe draußen; ich
könnte getötet werden auf der Gasse.
Der Mund unzüchtiger Weiber ist eine tiefe Grube; wem
der HERR zürnt, der fällt hinein.
Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der
Zucht treibt sie ihm aus.
Wer dem Armen Unrecht tut, mehrt ihm seine Habe; wer einem
Reichen gibt, schafft ihm nur Mangel.
Worte der Weisen
Neige deine Ohren und höre die Worte von Weisen und
nimm zu Herzen meine Lehre.
Denn lieblich ist's, wenn du sie im Sinne behältst;
laß sie miteinander auf deinen Lippen bleiben.
Damit deine Hoffnung sich gründe auf den HERRN,
erinnere ich daran heute gerade dich.
Hab ich dir's nicht mannigfach aufgeschrieben als Rat und
Erkenntnis,
um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit,
damit du rechte Antwort bringen könnest dem, der dich
gesandt hat?
Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und
unterdrücke den Geringen nicht im Gericht;
denn der HERR wird ihre Sache führen und wird ihre
Bedrücker bedrücken. -
Geselle dich nicht zum Zornigen und halt dich nicht zu
einem wütenden Mann;
du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu
Fall bringen. -
Sei nicht einer von denen, die mit ihrer Hand haften und
für Schulden Bürge werden;
denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein
Bett unter dir wegnehmen. -
Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter
gemacht haben. -
Siehst du einen Mann, behende in seinem Geschäft, der
wird Königen dienen; geringen Leuten wird er nicht dienen.
Kapitel 23
Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so
bedenke wohl, was du vor dir hast,
und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist;
wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es
ist trügerisches Brot. -
Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine
Klugheit!
Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht
mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt
gen Himmel. -
Iß nicht bei einem Neidischen und wünsche dir
von seinen feinen Speisen nichts;
denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu
dir: Iß und trink! und sein Herz ist doch nicht mit dir.
Die Bissen, die du gegessen hast, mußt du ausspeien,
und deine freundlichen Worte sind verloren. -
Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er
verachtet die Klugheit deiner Rede. -
Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich
nicht an dem Acker der Waisen,
denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache
gegen dich führen. -
Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu
vernünftiger Rede. -
Laß nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn
wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben
behalten;
du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn
vom Tode. -
Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch
mein Herz,
und meine Seele ist froh, wenn deine Lippen reden, was
recht ist. -
Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern
trachte täglich nach der Furcht des HERRN;
denn das Ende kommt noch, und dann wird deine Hoffnung
nicht zuschanden. -
Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz
auf den rechten Weg.
Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;
denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein
Schläfer muß zerrissene Kleider tragen. -
Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte
deine Mutter nicht, wenn sie alt wird. -
Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die
Zucht und die Einsicht. -
Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen
gezeugt hat, ist fröhlich über ihn.
Laß deinen Vater und deine Mutter sich freuen und
fröhlich sein, die dich geboren hat. -
Gib mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen
Augen meine Wege wohlgefallen.
Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau
ist ein enger Brunnen.
Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die
Treulosen unter den Menschen. -
Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo
sind Wunden ohne jeden Grund? Wo sind trübe Augen?
Wo man lange beim Wein sitzt und kommt, auszusaufen, was
eingeschenkt ist.
Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so
schön steht: Er geht glatt ein,
aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht
wie eine Otter.
Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz
wird Verkehrtes reden,
und du wirst sein wie einer, der auf hoher See sich
schlafen legt, und wie einer, der oben im Mastkorb liegt.
«Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie
prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde
ich aufwachen? Dann will ich's wieder so treiben.»
Kapitel 24
Sei nicht neidisch auf böse Menschen und
wünsche nicht, bei ihnen zu sein;
denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten
zum Unglück. -
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand
erhalten,
und durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll
kostbarer, lieblicher Habe. -
Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann
voller Kraft;
denn mit Überlegung soll man Krieg führen, und
wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg. -
Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Rat
nicht auftun. -
Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen
Erzbösewicht.
Das Vorhaben des Toren ist Sünde, und der Spötter
ist den Leuten ein Greuel. -
Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist. -
Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht
denen, die zur Schlachtbank wanken.
Sprichst du: Siehe, wir haben's nicht gewußt!,
fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf
deine Seele achthat, weiß es und vergilt dem Menschen nach
seinem Tun. -
Iß Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim
ist süß deinem Gaumen.
So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie
findest, wird dir's am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird
nicht umsonst sein. -
Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten;
zerstöre seine Wohnung nicht,
denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht
wieder auf, aber die Gottlosen versinken im Unglück. -
Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und
dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;
der HERR könnte es sehen und Mißfallen daran
haben und seinen Zorn von ihm wenden. -
Erzürne dich nicht über die Bösen und
ereifre dich nicht über die Gottlosen;
denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte
der Gottlosen wird verlöschen. -
Mein Sohn, fürchte den HERRN und den König und
menge dich nicht unter die Aufrührer;
denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und
unversehens von beiden her das Unheil kommen.
Auch dies sind Worte der Weisen: Die Person ansehen
im Gericht ist nicht gut.
Wer zum Schuldigen spricht: «Du hast recht»,
dem fluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn.
Die aber gerecht richten, denen geht es gut, und reicher
Segen kommt auf sie.
Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß.
Richte erst draußen deine Arbeit aus und bearbeite
deinen Acker; danach gründe dein Haus.
Sei nicht ein falscher Zeuge wider deinen Nächsten
und betrüge nicht mit deinem Munde.
Sprich nicht: «Wie einer mir tut, so will ich ihm
auch tun und einem jeglichen sein Tun vergelten.»
Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des
Toren,
und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll
Disteln, und die Mauer war eingefallen.
Als ich das sah, nahm ich's zu Herzen, ich schaute und
lernte daraus:
Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein
wenig die Hände zusammentun, daß du ruhest,
so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein
Mangel wie ein gewappneter Mann.
Weitere Sprüche Salomos
Kapitel 25
Auch dies sind Sprüche Salomos; die Männer
Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.
Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber
der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.
Der Himmel ist hoch und die Erde tief, und der Könige
Herz ist unerforschlich.
Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem
Goldschmied das Gefäß;
man tue den Gottlosen hinweg vom König, so wird sein
Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.
Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht zu
den Großen;
denn es ist besser, daß man zu dir sage: Tritt hier
herauf!, als daß du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den
deine Augen gesehen haben.
Laufe nicht zu schnell vor Gericht; denn was willst du
zuletzt machen, wenn dich dein Nächster beschämt?
Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus, aber
verrate nicht eines andern Geheimnis,
damit von dir nicht übel spricht, wer es hört,
und dann das Böse Gerede über dich nicht aufhört.
Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel
auf silbernen Schalen.
Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört,
das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.
Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist
ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquickt seines
Herrn Seele.
Wer Geschenke verspricht und hält's nicht, der ist
wie Wolken und Wind ohne Regen.
Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine
linde Zunge zerbricht Knochen.
Findest du Honig, so iß davon nur, soviel du
bedarfst, daß du nicht zu satt werdest und speiest ihn aus.
Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines
Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir gram
werden.
Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der
ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.
Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie
ein fauler Zahn und gleitender Fuß.
Wer einem mißmutigen Herzen Lieder singt, das ist,
wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie
Essig auf Lauge.
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet
ihn, so tränke ihn mit Wasser,
denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen,
und der HERR wird dir's vergelten.
Wind mit dunklen Wolken bringt Regen, und heimliches
Geschwätz schafft saure Gesichter.
Besser im Winkel auf dem Dache sitzen als mit einem
zänkischen Weibe zusammen in einem Hause.
Eine Gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles
Wasser für eine durstige Kehle.
Ein Gerechter, der angesichts eines Gottlosen wankt, ist
wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.
Zuviel Honig essen ist nicht gut; aber wer nach schweren
Dingen forscht, dem bringt's Ehre.
Ein Mann, der seinen Zorn nicht zurückhalten kann,
ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.
Kapitel 26
Wie Schnee zum Sommer und Regen zur Ernte, so reimt
sich Ehre zum Toren.
Wie ein Vogel dahinfliegt und eine Schwalbe enteilt, so
ist ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.
Dem Roß eine Peitsche und dem Esel einen Zaum und
dem Toren eine Rute auf den Rücken!
Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, daß du
ihm nicht gleich werdest.
Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, daß er
sich nicht weise dünke.
Wer eine Sache durch einen törichten Boten
ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße
abhaut und Schaden leidet.
Wie einem Gelähmten das Tanzen, so steht dem Toren
an, von Weisheit zu reden.
Einem Toren Ehre antun, das ist, wie wenn einer einen
edlen Stein auf einen Steinhaufen wirft.
Ein Spruch in eines Toren Mund ist wie ein Dornzweig in
der Hand eines Trunkenen.
Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer
einen Toren oder einen Vorübergehenden dingt.
Wie ein Hund wieder frißt, was er gespien hat, so
ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.
Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist
für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.
Der Faule spricht: Es ist ein Löwe auf dem Wege, ein
Löwe auf den Gassen.
Ein Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der
Angel.
Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, und es
wird ihm sauer, daß er sie zum Munde bringe.
Ein Fauler dünkt sich weiser als sieben, die da
wissen, verständig zu antworten.
Wer vorübergeht und sich mengt in fremden Streit, der
ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.
Wie ein Unsinniger, der mit Geschoß und Pfeilen
schießt und tötet,
so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt
und spricht: Ich habe nur gescherzt.
Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und
wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.
Wie die Kohlen die Glut und Holz das Feuer, so facht ein
zänkischer Mann den Streit an.
Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen
einem glatt ein.
Glatte Lippen und ein böses Herz, das ist wie
Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen.
Der Hasser verstellt sich mit seiner Rede, aber im Herzen
ist er falsch;
wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht;
denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.
Wer den Haß trügerisch verbirgt, dessen Bosheit
wird doch vor der Gemeinde offenbar werden.
Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen
Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.
Eine falsche Zunge haßt den, dem sie Arges getan
hat, und glatte Lippen richten Verderben an.
Kapitel 27
Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt
nicht, was der Tag bringt.
Laß dich von einem andern loben und nicht von deinem
Mund, von einem Fremden und nicht von deinen eignen Lippen.
Stein ist schwer, und Sand ist Last; aber der Ärger
über einen Toren ist schwerer als beide.
Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm;
aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?
Offene Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen
bleibt.
Die Schläge des Freundes meinen es gut; aber die
Küsse des Hassers sind trügerisch.
Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber
einem Hungrigen ist alles Bittre süß.
Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist
ein Mann, der aus seiner Heimat flieht.
Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß
ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.
Von deinem Freund und deines Vaters Freund laß nicht
ab. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht.
Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der
Ferne.
Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so kann ich
antworten dem, der mich schmäht.
Ein Kluger sieht das Unglück kommen und verbirgt
sich; aber die Unverständigen laufen weiter und leiden
Schaden.
Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge
wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden.
Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit
lauter Stimme segnet, so wird ihm das für einen Fluch
gerechnet.
Ein zänkisches Weib und ein triefendes Dach, wenn's
sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen:
wer sie aufhalten will, der will den Wind aufhalten und
will Öl mit der Hand fassen.
Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.
Wer seinen Feigenbaum pflegt, der ißt Früchte
davon, und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.
Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch
im Herzen des andern.
Unterwelt und Abgrund werden niemals satt, und der
Menschen Augen sind auch unersättlich.
Ein Mann bewährt sich in seinem Ruf wie das Silber im
Tiegel und das Gold im Ofen.
Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem
Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht
von ihm.
Auf deine Schafe hab acht und nimm dich deiner Herden an;
denn Vorräte währen nicht ewig, und auch eine
Krone währt nicht für und für.
Ist das Gras abgeweidet und wiederum Grünes
nachgewachsen und ist das Futter auf den Bergen gesammelt,
dann kleiden dich die Lämmer, und die Böcke
geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen;
du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise
deines Hauses und zur Nahrung deiner Mägde.
Kapitel 28
Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt;
der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.
Um des Landes Sünde willen wechseln häufig seine
Herren; aber durch einen verständigen und vernünftigen
Mann gewinnt das Recht Bestand.
Ein gottloser Mann, der die Geringen bedrückt, ist
wie ein Platzregen, der die Frucht verdirbt.
Wer die Weisung verläßt, rühmt den
Gottlosen; wer sie aber bewahrt, der bekämpft ihn.
Böse Leute verstehen nichts vom Recht; die aber nach
dem HERRN fragen, verstehen alles.
Besser ein Armer, der in seiner Unsträflichkeit
wandelt, als ein Reicher, der auf verkehrten Wegen geht.
Wer die Lehre bewahrt, ist ein verständiger Sohn; wer
aber der Schlemmer Geselle ist, macht seinem Vater Schande.
Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt
es für den, der sich der Armen erbarmt.
Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören,
dessen Gebet ist ein Greuel.
Wer die Frommen verführt auf einen bösen Weg,
wird selbst in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes
ererben.
Ein Reicher meint weise zu sein, aber ein verständiger
Armer durchschaut ihn.
Wenn die Gerechten Oberhand haben, so ist herrliche Zeit;
wenn aber die Gottlosen hochkommen, verbergen sich die Leute.
Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht
gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird
Barmherzigkeit erlangen.
Wohl dem, der Gott allewege fürchtet! Wer aber sein
Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.
Ein Gottloser, der über ein Armes Volk regiert, ist
wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär.
Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel
Unrecht; wer aber unrechten Gewinn haßt, wird lange leben.
Wer schuldig ist am Blut eines Menschen, der wird flüchtig
sein bis zum Grabe, und niemand helfe ihm!
Wer ohne Tadel einhergeht, dem wird geholfen; wer aber
verkehrte Wege geht, wird in eine Grube fallen.
Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber
nichtigen Dingen nachgeht, wird Armut genug haben.
Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet; wer aber eilt,
reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben.
Die Person ansehen ist nicht gut; aber mancher vergeht
sich schon um ein Stück Brot.
Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß
nicht, daß Mangel über ihn kommen wird.
Wer einen Menschen zurechtweist, wird zuletzt Dank haben,
mehr als der da freundlich tut.
Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und
spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.
Ein Habgieriger erweckt Zank; wer sich aber auf den HERRN
verläßt, wird gelabt.
Wer sich auf seinen Verstand verläßt, ist
ein Tor; wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.
Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber
seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.
Wenn die Gottlosen hochkommen, so verbergen sich die
Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.
Kapitel 29
Wer gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird
plötzlich verderben ohne alle Hilfe.
Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn
aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.
Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit
Huren umgeht, kommt um sein Gut.
Lukas 15,13
Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber
viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.
Wer seinem Nächsten schmeichelt, der spannt ihm ein
Netz über den Weg.
Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich
selbst; aber ein Gerechter geht seinen Weg und ist fröhlich.
Der Gerechte weiß um die Sache der Armen; der
Gottlose aber weiß gar nichts.
Die Spötter bringen leichtfertig eine Stadt in
Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.
Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder
lacht, aber es gibt keine Ruhe.
Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten
nehmen sich seiner an.
Ein Tor schüttet all seinen Unmut aus; aber ein
Weiser beschwichtigt ihn zuletzt.
Ein Herrscher, der auf Lügen hört, hat nur
gottlose Diener.
Der Arme und sein Peiniger begegnen einander; der beiden
das Augenlicht gab, ist der HERR.
Ein König, der die Armen treulich richtet, dessen
Thron wird für immer bestehen.
Rute und Tadel gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst
überlassen, macht seiner Mutter Schande.
Wo viele Gottlose sind, da ist viel Sünde; aber die
Gerechten werden ihren Fall erleben.
Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Freude machen
und deine Seele erquicken.
Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst;
aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!
Ein Knecht läßt sich mit Worten nicht in Zucht
halten; denn wenn er sie auch versteht, so nimmt er sie doch
nicht an.
Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist für
einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.
Wenn ein Knecht von Jugend auf verwöhnt wird, so wird
er am Ende widerspenstig sein.
Ein zorniger Mann richtet Streit an, und ein Grimmiger tut
viel Sünde.
Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der
Demütige wird Ehre empfangen.
Wer mit Dieben gemeinsame Sache macht, haßt sein
Leben; den Fluch hört er aussprechen und zeigt's nicht an.
Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den
HERRN verläßt, wird beschützt.
Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines
jeglichen Recht kommt vom HERRN.
Ein ungerechter Mensch ist dem Gerechten ein Greuel; und
wer recht wandelt, ist dem Gottlosen ein Greuel.
Die Sprüche Agurs
Kapitel 30
Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes des Jake, aus Massa.
Es spricht der Mann: Ich habe mich gemüht, o Gott, ich habe
mich gemüht, o Gott, und muß davon lassen.
Denn ich bin der Allertörichtste, und
Menschenverstand habe ich nicht.
Weisheit hab ich nicht gelernt, und Erkenntnis des
Heiligen habe ich nicht.
Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab? Wer
hat den Wind in seine Hände gefaßt? Wer hat die Wasser
in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Welt bestimmt? Wie
heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du
das?
Hiob 38
Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist
ein Schild denen, die auf ihn trauen.
Tu nichts zu seinen Worten hinzu, daß er dich nicht
zur Rechenschaft ziehe und du als Lügner dastehst.
Zweierlei bitte ich von dir, das wollest du mir
nicht verweigern, ehe denn ich sterbe:
Falschheit und Lüge laß ferne von mir sein;
Armut und Reichtum gib mir nicht; laß mich aber mein Teil
Speise dahinnehmen, das du mir beschieden hast.
Ich könnte sonst, wenn ich zu satt würde,
verleugnen und sagen: Wer ist der HERR? Oder wenn ich zu arm
würde, könnte ich stehlen und mich an dem Namen meines
Gottes vergreifen.
Verleumde nicht den Knecht bei seinem Herrn, daß
er dir nicht fluche und du es büßen müssest.
Es gibt eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre
Mutter nicht segnet;
eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem
Schmutz nicht gewaschen;
eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre
Augenlider emporhebt;
eine Art, die Schwerter als Zähne hat und Messer als
Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen
unter den Leuten.
Der Blutegel hat zwei Töchter, die heißen
«Gib her, gib her!»
Drei sind nicht zu sättigen, und vier sagen nie: Es ist
genug:
das Totenreich und der Frauen verschloßner Schoß,
die Erde, die nicht des Wassers satt wird, und das Feuer, das nie
spricht: Es ist genug!
Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet, der
Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken
und die jungen Adler fressen.
Drei sind mir zu wundersam, und vier verstehe ich
nicht:
des Adlers Weg am Himmel; der Schlange Weg auf dem Felsen;
des Schiffes Weg mitten im Meer und des Mannes Weg beim Weibe.
So ist der Weg der Ehebrecherin: sie verschlingt
und wischt sich den Mund und spricht: Ich habe nichts Böses
getan.
Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und
viererlei kann es nicht ertragen:
einen Knecht, wenn er König wird; einen Toren, wenn
er zu satt ist;
eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird, und eine
Magd, wenn sie ihre Herrin beerbt.
Vier sind die Kleinsten auf Erden und doch klüger
als die Weisen:
die Ameisen – ein schwaches Volk, dennoch schaffen
sie im Sommer ihre Speise;
die Klippdachse – ein schwaches Volk, dennoch bauen
sie ihr Haus in den Felsen;
die Heuschrecken – sie haben keinen König,
dennoch ziehen sie aus in Ordnung;
die Eidechse – man greift sie mit den Händen,
und sie ist doch in der Könige Schlössern.
Drei haben einen stattlichen Gang, und vier gehen
stolz einher:
der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt um
vor niemandem;
der stolze Hahn, der Widder und der König, wenn er
einhergeht vor seinem Heerbann.
Ob du töricht gehandelt und dich überhoben
hast oder ob du recht überlegt hast: lege die Hand auf den
Mund!
Denn wenn man Milch stößt, so wird Butter
daraus, und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus, und
wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.
Die Worte an Lemuel
Kapitel 31
Dies sind die Worte Lemuels, des Königs von Massa,
die ihn seine Mutter lehrte.
Was, mein Auserwählter, soll ich dir sagen, was, du
Sohn meines Leibes, was, mein erbetener Sohn?
Laß nicht den Weibern deine Kraft und geh nicht die
Wege, auf denen sich die Könige verderben!
Nicht den Königen, Lemuel, ziemt es, Wein zu trinken,
nicht den Königen, noch den Fürsten starkes Getränk!
Sie könnten beim Trinken des Rechts vergessen und
verdrehen die Sache aller elenden Leute.
Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und
Wein den betrübten Seelen,
daß sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres
Unglücks nicht mehr gedenken.
Tu deinen Mund auf für die Stummen und für
die Sache aller, die verlassen sind.
Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe
Recht dem Elenden und Armen.
Lob der tüchtigen Hausfrau
Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel
edler als die köstlichsten Perlen.
Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung
wird ihm nicht mangeln.
Sie tut ihm Liebes und kein Leid ihr Leben lang.
Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mit
ihren Händen.
Sie ist wie ein Kaufmannsschiff; ihren Unterhalt bringt
sie von ferne.
Sie steht vor Tage auf und gibt Speise ihrem Hause und dem
Gesinde, was ihm zukommt.
Sie trachtet nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt
einen Weinberg vom Ertrag ihrer Hände.
Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und regt ihre Arme.
Sie merkt, wie ihr Fleiß Gewinn bringt; ihr Licht
verlischt des Nachts nicht.
Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger
fassen die Spindel.
Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht
ihre Hand dem Bedürftigen.
Sie fürchtet für die Ihren nicht den Schnee;
denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider.
Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur
ist ihr Kleid.
Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den
Ältesten des Landes.
Sie macht einen Rock und verkauft ihn, einen Gürtel
gibt sie dem Händler.
Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht des
kommenden Tages.
Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge
ist gütige Weisung.
Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und ißt
ihr Brot nicht mit Faulheit.
Ihre Söhne stehen auf und preisen sie, ihr Mann lobt
sie:
«Es sind wohl viele tüchtige Frauen, du aber
übertriffst sie alle.»
Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das
den HERRN fürchtet, soll man loben.
Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre
Werke sollen sie loben in den Toren!
DER
PREDIGER SALOMO
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