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DER PSALTER (PSALM)

Psalm 50 - 93







Der rechte Gottesdienst

Psalm 50

  1. EIN PSALM ASAPHS. Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

  2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.

  3. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein mächtiges Wetter.

  4. Er ruft Himmel und Erde zu, daß er sein Volk richten wolle:

  5. «Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.»

  6. Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Gott selbst ist Richter. (SELA .)

  7. «Höre, mein Volk, laß mich reden; Israel, ich will wider dich zeugen: Ich, Gott, bin dein Gott.

  8. Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an – sind doch deine Brandopfer täglich vor mir.

  9. Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmen noch Böcke aus deinen Ställen.

  10. Denn alles Wild im Walde ist mein und die Tiere auf den Bergen zu Tausenden.

  11. Ich kenne alle Vögel auf den Bergen; und was sich regt auf dem Felde, ist mein.

  12. Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.

  13. Meinst du, daß ich Fleisch von Stieren essen wolle oder Blut von Böcken trinken?

  14. Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde

  15. und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.»

  16. Aber zum Gottlosen spricht Gott: «Was hast du von meinen Geboten zu reden und nimmst meinen Bund in deinen Mund,

  17. da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?

  18. Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.

  19. Deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit.

  20. Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du.

  21. Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.

  22. Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da!

  23. Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes.»

Gott, sei mir Sünder gnädig!

(Der vierte Bußpsalm)

Psalm 51

  1. EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN,

  2. ALS DER PROPHET NATHAN ZU IHM KAM, NACHDEM ER ZU BATHSEBA EINGEGANGEN WAR.

  3. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

  4. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;

  5. denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.

  6. An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

  7. Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

  8. Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.

  9. Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde.

  10. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.

  11. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.

  12. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

  13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

  14. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

  15. Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.

  16. Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.

  17. Herr, tu meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige.

  18. Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht.

  19. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

  20. Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.

  21. Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.

Trostpsalm gegen einen Gewalttäter

Psalm 52

  1. EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN,

  2. ALS DOËG, DER EDOMITER, KAM UND ZEIGTE ES SAUL AN UND SPRACH: DAVID IST IN AHIMELECHS HAUS GEKOMMEN.

  3. Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt?

  4. Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger!

  5. Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als Rechtes. (SELA .)

  6. Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge.

  7. Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, dich zerschlagen und aus deinem Zelte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. (SELA.)

  8. Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner lachen:

  9. «Siehe, das ist der Mann, der nicht auf Gott sein Vertrauen setzte, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und war mächtig, Schaden zu tun.»

  10. Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig.

  11. Ich will dir danken ewiglich, denn du hast es getan. Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Heiligen, denn du bist gütig.

Die Torheit der Gottlosen

Psalm 53

  1. EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ.

  2. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: «Es ist kein Gott.» Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Greuel; da ist keiner, der Gutes tut.

  3. Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, daß er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

  4. Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

  5. Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren, Gott aber rufen sie nicht an?

  6. Sie fürchten sich da, wo nichts zu fürchten ist; doch Gott zerstreut die Gebeine derer, die dich bedrängen. Du machst sie zuschanden, denn Gott hat sie verworfen.

  7. Ach daß die Hilfe aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangenes Volk erlöste! So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.

Hilferuf eines Bedrohten

Psalm 54

  1. EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL,

  2. ALS DIE MÄNNER VON SIPH KAMEN UND ZU SAUL SPRACHEN: DAVID HÄLT SICH BEI UNS VERBORGEN.

  3. Hilf mir, Gott, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Kraft.

  4. Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes.

  5. Denn Stolze erheben sich gegen mich, und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. (SELA .)

  6. Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.

  7. Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten. Vertilge sie um deiner Treue willen!

  8. So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen, daß er so tröstlich ist.

  9. Denn du errettest mich aus aller meiner Not, daß mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

Klage über falsche Brüder

Psalm 55

  1. EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

  2. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

  3. Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so ruhelos klage und heule,

  4. da der Feind so schreit und der Gottlose mich bedrängt; denn sie wollen Unheil über mich bringen und sind mir heftig gram.

  5. Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und Todesfurcht ist auf mich gefallen.

  6. Furcht und Zittern ist über mich gekommen, und Grauen hat mich überfallen.

  7. Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, daß ich wegflöge und Ruhe fände!

  8. Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen und in der Wüste bleiben. (SELA.)

  9. Ich wollte eilen, daß ich entrinne vor dem Sturmwind und Wetter.

  10. Mache ihre Zunge uneins, Herr, und verwirre sie; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

  11. Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, und Mühsal und Unheil ist drinnen.

  12. Verderbnis regiert darin, Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen.

  13. Wenn mein Feind mich schmähte, wollte ich es ertragen; wenn einer, der mich haßt, groß tut wider mich, wollte ich mich vor ihm verbergen.

  14. Aber nun bist du es, mein Gefährte, mein Freund und mein Vertrauter,

  15. die wir freundlich miteinander waren, die wir in Gottes Haus gingen inmitten der Menge!

  16. Der Tod übereile sie, daß sie lebendig zu den Toten fahren; denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

  17. Ich aber will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen.

  18. Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen; so wird er meine Stimme hören.

  19. Er erlöst mich von denen, die an mich wollen, und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich.

  20. Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibet. (SELA.) Denn sie werden nicht anders und wollen Gott nicht fürchten.

  21. Sie legen ihre Hände an ihre Freunde und entheiligen ihren Bund.

  22. Ihr Mund ist glatter als Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind linder als Öl und sind doch gezückte Schwerter.

  23. Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

  24. Und du, Gott, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.

Getrostes Vertrauen in schwerer Not

Psalm 56

  1. EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE STUMME TAUBE UNTER DEN FREMDEN», ALS IHN DIE PHILISTER IN GATH ERGRIFFEN HATTEN.

  2. Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.

  3. Meine Feinde stellen mir täglich nach; denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

  4. Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.

  5. Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten. Was können mir Menschen tun?

  6. Täglich fechten sie meine Sache an; alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.

  7. Sie rotten sich zusammen, sie lauern und haben acht auf meine Schritte, wie sie mir nach dem Leben trachten.

  8. Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Gott, stoß diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

  9. Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.

  10. Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich dich anrufe. Das weiß ich, daß du mein Gott bist.

  11. Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HERRN Wort.

  12. Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?

  13. Ich habe dir, Gott, gelobt, daß ich dir danken will.

  14. Denn du hast mich vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, daß ich wandeln kann vor Gott im Licht der Lebendigen.

Vertrauensvolle Bitte in der Anfechtung

Psalm 57

  1. EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT», ALS ER VOR SAUL IN DIE HÖHLE FLOH.

  2. Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.

  3. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

  4. Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. (SELA.) Gott sende seine Güte und Treue.

  5. Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.

  6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Welt!

  7. Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben – und fallen doch selbst hinein. (SELA.)

  8. Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe.

  9. Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken!

  10. Herr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.

  11. Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

  12. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Welt!

Gott ist noch Richter auf Erden

Psalm 58

  1. EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT».

  2. Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder?

  3. Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande, und eure Hände treiben Frevel.

  4. Die Gottlosen sind abtrünnig vom Mutterschoß an, die Lügner gehen irre von Mutterleib an.

  5. Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,

  6. daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der gut beschwören kann.

  7. Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, HERR, das Gebiß der jungen Löwen!

  8. Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt. Zielen sie mit ihren Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen.

  9. Sie gehen dahin, wie Wachs zerfließt, wie eine Fehlgeburt, die die Sonne nicht sieht.

  10. Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren, reißt alles der brennende Zorn hinweg.

  11. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut;

  12. und die Leute werden sagen: Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht, ja, Gott ist noch Richter auf Erden.

Gebet mitten unter den Feinden

Psalm 59

  1. EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT», ALS SAUL HINSANDTE UND SEIN HAUS BEWACHEN LIESS, UM IHN ZU TÖTEN.

  2. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden und schütze mich vor meinen Widersachern.

  3. Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen!

  4. Denn siehe, HERR, sie lauern mir auf; Starke rotten sich wider mich zusammen ohne meine Schuld und Missetat.

  5. Ich habe nichts verschuldet; sie aber laufen herzu und machen sich bereit. Erwache, komm herbei und sieh darein!

  6. Du, HERR, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf und suche heim alle Völker! Sei keinem von ihnen gnädig, die so verwegene Übeltäter sind. (SELA.)

  7. Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

  8. Siehe, sie geifern mit ihrem Maul; Schwerter sind auf ihren Lippen: «Wer sollte es hören?»

  9. Aber du, HERR, wirst ihrer lachen und aller Völker spotten.

  10. Meine Stärke, zu dir will ich mich halten; denn Gott ist mein Schutz.

  11. Gott erzeigt mir reichlich seine Güte, Gott läßt mich auf meine Feinde herabsehen.

  12. Bringe sie nicht um, daß es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild, und stoß sie hinunter!

  13. Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde; darum sollen sie sich fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen.

  14. Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie, daß sie nicht mehr da sind! Laß sie innewerden, daß Gott Herrscher ist in Jakob bis an die Enden der Erde. (SELA.)

  15. Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

  16. Sie laufen hin und her nach Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.

  17. Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

  18. Meine Stärke, dir will ich lobsingen; denn Gott ist mein Schutz, mein gnädiger Gott.

Gebet des verstoßenen Volkes

Psalm 60

  1. EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIE DES ZEUGNISSES», ZUR BELEHRUNG,

  2. ALS ER MIT DEN ARAMÄERN VON MESOPOTAMIEN UND MIT DEN ARAMÄERN VON ZOBA KRIEG FÜHRTE; ALS JOAB UMKEHRTE UND DIE EDOMITER IM SALZTAL SCHLUG, ZWÖLFTAUSEND MANN.

  3. Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast und zornig warst, tröste uns wieder;

  4. der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, heile ihre Risse; denn sie wankt.

  5. Du ließest deinem Volk Hartes widerfahren, du gabst uns einen Wein zu trinken, daß wir taumelten.

  6. Du hast doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, damit sie fliehen können vor dem Bogen. (SELA.)

  7. Daß deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

  8. Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkoth ausmessen;

  9. Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist der Schutz meines Hauptes, Juda ist mein Zepter.

  10. Moab ist mein Waschbecken, meinen Schuh werfe ich auf Edom, Philisterland, jauchze mir zu!

  11. Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer geleitet mich nach Edom?

  12. Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

  13. Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

  14. Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.

Bitte und Fürbitte aus der Ferne

Psalm 61

  1. VON DAVID, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

  2. Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet!

  3. Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; denn mein Herz ist in Angst; du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.

  4. Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.

  5. Laß mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. (SELA.)

  6. Denn du, Gott, hörst mein Gelübde und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fürchten.

  7. Du wollest dem König langes Leben geben, daß seine Jahre währen für und für,

  8. daß er immer throne vor Gott. Laß Güte und Treue ihn behüten!

  9. So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde erfülle täglich.

Stille zu Gott

Psalm 62

  1. EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTHUN.

  2. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.

  3. Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, daß ich gewiß nicht fallen werde.

  4. Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer?

  5. Sie denken nur, wie sie ihn stürzen, haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. (SELA.)

  6. Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.

  7. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde.

  8. Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott.

  9. Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. (SELA.)

  10. Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, soviel ihrer sind.

  11. Verlaßt euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran.

  12. Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein ist mächtig,

  13. und du, Herr, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er's verdient hat.

Sehnsucht nach Gott

Psalm 63

  1. EIN PSALM DAVIDS, ALS ER IN DER WÜSTE JUDA WAR.

  2. Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

  3. So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.

  4. Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich.

  5. So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.

  6. Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;

  7. wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

  8. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.

  9. Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

  10. Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben; sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren.

  11. Sie werden dem Schwert dahingegeben und den Schakalen zur Beute werden.

  12. Aber der König freut sich in Gott. Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.

Bitte um Schutz vor bösen Anschlägen

Psalm 64

  1. EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.

  2. Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feinde.

  3. Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen, vor dem Toben der Übeltäter,

  4. die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,

  5. daß sie heimlich schießen auf den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.

  6. Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge und reden davon, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen?

  7. Sie haben Böses im Sinn und halten's geheim, sind verschlagen und haben Ränke im Herzen.

  8. Da trifft sie Gott mit dem Pfeil, plötzlich sind sie zu Boden geschlagen.

  9. Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall, daß ihrer spotten wird, wer sie siehet.

  10. Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: Das hat Gott getan! und erkennen, daß es sein Werk ist.

  11. Die Gerechten werden sich des HERRN freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.

Danklied für geistlichen und leiblichen Segen

Psalm 65

  1. EIN PSALMLIED DAVIDS, VORZUSINGEN.

  2. Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde.

  3. Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.

  4. Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben.

  5. Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest, daß er in deinen Vorhöfen wohne; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.

  6. Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;

  7. der du die Berge festsetzest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht;

  8. der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,

  9. daß sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

  10. Du suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässest ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land.

  11. Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.

  12. Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Segen.

  13. Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel sind erfüllt mit Jubel.

  14. Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet.

Danklied für Gottes wunderbare Führung

Psalm 66

  1. EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN. Jauchzet Gott, alle Lande!

  2. Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!

  3. Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

  4. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. (SELA.)

  5. Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

  6. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen. Darum freuen wir uns seiner.

  7. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. (SELA.)

  8. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, laßt seinen Ruhm weit erschallen,

  9. der unsre Seelen am Leben erhält und läßt unsere Füße nicht gleiten.

  10. Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird;

  11. du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,

  12. du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

  13. Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine Gelübde erfüllen,

  14. wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner Not.

  15. Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. (SELA.)

  16. Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.

  17. Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge.

  18. Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört.

  19. Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.

  20. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Gottes Segen über alle Welt

Psalm 67

  1. EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

  2. Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, (SELA .)

  3. daß man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil.

  4. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker.

  5. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Menschen recht richtest und regierst die Völker auf Erden. (SELA.)

  6. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker.

  7. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott!

  8. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!

Der Sieg Gottes

Psalm 68

  1. EIN PSALMLIED DAVIDS, VORZUSINGEN.

  2. Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm.

  3. Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Gottlosen um vor Gott.

  4. Die Gerechten aber freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen.

  5. Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt; er heißt HERR. Freuet euch vor ihm!

  6. Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung,

  7. ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, daß es ihnen wohlgehe; aber die Abtrünnigen läßt er bleiben in dürrem Lande.

  8. Gott, als du vor deinem Volk herzogst, als du einhergingst in der Wüste, (SELA.)

  9. da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott – am Sinai -, vor Gott, dem Gott Israels.

  10. Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen, und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,

  11. daß deine Herde darin wohnen konnte. Gott, du labst die Elenden in deiner Güte.

  12. Der Herr gibt ein Wort – der Freudenbotinnen ist eine große Schar - :*

    *Luther übersetzte: «Der Herr gibt das Wort mit großen Scharen Evangelisten.»

  13. Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen, und die Frauen teilen die Beute aus.

  14. Wenn ihr zu Felde liegt, glänzt es wie Flügel der Tauben, die wie Silber und Gold schimmern.

  15. Als der Allmächtige dort Könige zerstreute, damals fiel Schnee auf dem Salmon.

  16. Ein Gottesberg ist Basans Gebirge, ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist Basans Gebirge.

  17. Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, auf den Berg, wo es Gott gefällt zu wohnen? Ja, dort wird der HERR immerdar wohnen.

  18. Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend; der Herr zieht ein ins Heiligtum vom Sinai her.

  19. Du bist aufgefahren zur Höhe und führtest Gefangne gefangen; du hast Gaben empfangen unter den Menschen; auch die Abtrünnigen müssen sich, Gott, vor dir bücken.

  20. Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. (SELA.)

  21. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN, der vom Tode errettet.

  22. Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern, den Schädel der Gottlosen, die da fortfahren in ihrer Sünde.

  23. Der Herr hat gesagt: Aus Basan will ich sie wieder holen, aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen,

  24. daß du deinen Fuß im Blut der Feinde badest und deine Hunde es lecken.

  25. Man sieht, Gott, wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum.

  26. Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute, in der Mitte die Jungfrauen, die da Pauken schlagen.

  27. «Lobet Gott in den Versammlungen, den HERRN, die ihr von Israel herstammt.»

  28. Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran, die Fürsten Judas mit ihren Scharen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphthalis.

  29. Entbiete, Gott, deine Macht, die Macht, Gott, die du an uns bewiesen hast

  30. von deinem Tempel her; um Jerusalems willen werden dir Könige Geschenke bringen.

  31. Bedrohe das Tier im Schilf, die Rotte der Mächtigen, die Gebieter der Völker; tritt nieder, die das Silber lieb haben, zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen.

  32. Aus Ägypten werden Gesandte kommen; Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.

  33. Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem Herrn! (SELA.)

  34. Er fährt einher durch die Himmel, die von Anbeginn sind. Siehe, er läßt seine Stimme erschallen, eine gewaltige Stimme.

  35. Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel und seine Macht in den Wolken.

  36. Wundersam ist Gott in seinem Heiligtum; er ist Israels Gott. Er wird dem Volke Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!

In Anfechtung und Schmach

Psalm 69

  1. VON DAVID, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN».

  2. Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

  3. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

  4. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muß auf meinen Gott.

  5. Die mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe. Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.

  6. Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen.

  7. Laß an mir nicht zuschanden werden, die deiner harren, Herr, HERR Zebaoth! Laß an mir nicht schamrot werden, die dich suchen, Gott Israels!

  8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande.

  9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

  10. denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

  11. Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu.

  12. Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir.

  13. Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und beim Zechen singt man von mir.

  14. Ich aber bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

  15. Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde von denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;

  16. daß mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

  17. Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

  18. und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

  19. Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen.

  20. Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen.

  21. Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine.

  22. Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst.

  23. Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick.

  24. Ihre Augen sollen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Hüften laß immerfort wanken.

  25. Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.

  26. Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten.

  27. Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast.

  28. Laß sie aus einer Schuld in die andre fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

  29. Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten.

  30. Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!

  31. Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank.

  32. Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.

  33. Die Elenden sehen es und freuen sich, und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.

  34. Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.

  35. Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere mit allem, was sich darin regt.

  36. Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, daß man dort wohne und sie besitze.

  37. Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.

Hilferuf gegen Widersacher

Psalm 70

  1. VON DAVID, VORZUSINGEN, ZUM GEDENKOPFER.

  2. Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen!

  3. Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; sie sollen zurückweichen und zum Spott werden, die mir Übles wünschen;

  4. sie sollen umkehren um ihrer Schande willen, die über mich schreien: Da, da!

  5. Laß deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, laß allewege sagen: Hoch gelobt sei Gott!

  6. Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir! Du bist mein Helfer und Erretter; HERR, säume nicht!

Bitte um Gottes Hilfe im Alter

Psalm 71

  1. HERR, ich traue auf dich, laß mich nimmermehr zuschanden werden.

  2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

  3. Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

  4. Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.

  5. Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an.

  6. Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar.

  7. Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber du bist meine starke Zuversicht.

  8. Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.

  9. Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde.

  10. Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander

  11. und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter!

  12. Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!

  13. Schämen sollen sich und umkommen, die meiner Seele feind sind; mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen.

  14. Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm.

  15. Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.

  16. Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein.

  17. Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.

  18. Auch im Alter, Gott, verlaß mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

  19. Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich?

  20. Du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde.

  21. Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.

  22. So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Gott; ich will dir zur Harfe lobsingen, du Heiliger Israels.

  23. Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

  24. Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit; denn zu Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.

Der Friedefürst und sein Reich

Psalm 72

  1. VON SALOMO. Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,

  2. daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.

  3. Laß die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit.

  4. Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen.

  5. Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht.

  6. Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten.

  7. Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit und großer Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist.

  8. Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere, und von dem Strom bis zu den Enden der Erde.

  9. Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste, und seine Feinde sollen Staub lecken.

  10. Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Saba und Scheba sollen Gaben senden.

  11. Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen.

  12. Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.

  13. Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Armen wird er helfen.

  14. Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen, und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.

  15. Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen.

  16. Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen; wie am Libanon rausche seine Frucht. In den Städten sollen sie grünen wie das Gras auf Erden.

  17. Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name. Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn preisen.

  18. Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut!

  19. Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden! Amen! Amen!

  20. ZU ENDE SIND DIE GEBETE DAVIDS, DES SOHNES ISAIS.

DRITTES BUCH

Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen

Psalm 73

  1. EIN PSALM ASAPHS. Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reines Herzens sind.

  2. Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.

  3. Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, als ich sah, daß es den Gottlosen so gut ging.

  4. Denn für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib.

  5. Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

  6. Darum prangen sie in Hoffart und hüllen sich in Frevel.

  7. Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt.

  8. Sie achten alles für nichts und reden böse, sie reden und lästern hoch her.

  9. Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

  10. Darum fällt ihnen der Pöbel zu und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser.

  11. Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Wie sollte der Höchste etwas merken?

  12. Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.

  13. Soll es denn umsonst sein, daß ich mein Herz rein hielt und meine Hände in Unschuld wasche?

  14. Ich bin doch täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen da.

  15. Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet.

  16. So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte, aber es war mir zu schwer,

  17. bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.

  18. Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzest sie zu Boden.

  19. Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

  20. Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst du, Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst.

  21. Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren,

  22. da war ich ein Narr und wußte nichts, ich war wie ein Tier vor dir.

  23. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

  24. du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

  25. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

  26. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

  27. Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringst um alle, die dir die Treue brechen.

  28. Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.

Klage vor dem entweihten Heiligtum

Psalm 74

  1. EINE UNTERWEISUNG ASAPHS. Gott, warum verstößest du uns für immer und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?

  2. Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem du wohnest.

  3. Richte doch deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind hat alles verheert im Heiligtum.

  4. Deine Widersacher brüllen in deinem Hause und stellen ihre Zeichen darin auf.

  5. Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes.

  6. Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken.

  7. Sie verbrennen dein Heiligtum, bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung deines Namens.

  8. Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie ganz unterdrücken! Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande.

  9. Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner ist bei uns, der etwas weiß.

  10. Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher noch schmähen und der Feind deinen Namen immerfort lästern?

  11. Warum ziehst du deine Hand zurück? Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!

  12. Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.

  13. Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft, zerschmettert die Köpfe der Drachen im Meer.

  14. Du hast dem Leviathan die Köpfe zerschlagen und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.

  15. Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen und ließest starke Ströme versiegen.

  16. Dein ist der Tag und dein ist die Nacht; du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben.

  17. Du hast dem Land seine Grenze gesetzt; Sommer und Winter hast du gemacht.

  18. So gedenke doch, HERR, wie der Feind schmäht und ein törichtes Volk deinen Namen lästert.

  19. Gib deine Taube nicht den Tieren preis; das Leben deiner Elenden vergiß nicht für immer.

  20. Gedenke an den Bund; denn die dunklen Winkel des Landes sind voll Frevel.

  21. Laß den Geringen nicht beschämt davongehen, laß die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

  22. Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache; denk an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.

  23. Vergiß nicht das Geschrei deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.

Gott ist Richter über die Stolzen

Psalm 75

  1. EIN PSALMLIED ASAPHS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT».

  2. Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.

  3. «Wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich recht richten.

  4. Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen, aber ich halte ihre Säulen fest.» (SELA.)

  5. Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmt euch nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!

  6. Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht so halsstarrig!

  7. Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang, nicht von der Wüste und nicht von den Bergen,

  8. sondern Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.

  9. Denn der HERR hat einen Becher in der Hand, mit starkem Wein voll eingeschenkt. Er schenkt daraus ein, und die Gottlosen auf Erden müssen alle trinken und sogar die Hefe schlürfen.

  10. Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs:

  11. Er wird alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöht werde.

Gott, der furchtbare Richter

Psalm 76

  1. EIN PSALMLIED ASAPHS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

  2. Gott ist in Juda bekannt, in Israel ist sein Name herrlich.

  3. So erstand in Salem sein Zelt und seine Wohnung in Zion.

  4. Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streitmacht. (SELA.)

  5. Du bist herrlicher und mächtiger als die ewigen Berge.

  6. Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken, und allen Kriegern versagen die Hände.

  7. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Roß und Wagen.

  8. Furchtbar bist du! Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest?

  9. Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, erschrickt das Erdreich und wird still,

  10. wenn Gott sich aufmacht zu richten, daß er helfe allen Elenden auf Erden. (SELA.)

  11. Wenn Menschen wider dich wüten, bringt es dir Ehre; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.

  12. Tut Gelübde dem HERRN, eurem Gott, und haltet sie! Alle, die ihr um ihn her seid, bringt Geschenke dem Furchtbaren,

  13. der den Fürsten den Mut nimmt und furchtbar ist unter den Königen auf Erden.

Trost aus Gottes früheren Taten

Psalm 77

  1. EIN PSALM ASAPHS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTHUN.

  2. Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich.

  3. In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.

  4. Ich denke an Gott – und bin betrübt; ich sinne nach – und mein Herz ist in Ängsten. (SELA.)

  5. Meine Augen hältst du, daß sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, daß ich nicht reden kann.

  6. Ich gedenke der alten Zeit, der vergangenen Jahre.

  7. Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muß forschen.

  8. Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen?

  9. Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung für immer ein Ende?

  10. Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? (SELA.)

  11. Ich sprach: Darunter leide ich, daß die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.

  12. Darum denke ich an die Taten des HERRN, ja, ich denke an deine früheren Wunder

  13. und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach.

  14. Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist?

  15. Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.

  16. Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josephs. (SELA.)

  17. Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich und ängstigten sich, ja, die Tiefen tobten.

  18. Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, die Wolken donnerten, und deine Pfeile fuhren einher.

  19. Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und wankte.

  20. Dein Weg ging durch das Meer und dein Pfad durch große Wasser; doch niemand sah deine Spur.

  21. Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand des Mose und Aaron.

Schuld, Gericht und Gnade in Israels Geschichte

Psalm 78

  1. EINE UNTERWEISUNG ASAPHS. Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!

  2. Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden aus alter Zeit.

  3. Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben,

  4. das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

  5. Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren,

  6. damit es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen,

  7. daß sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten

  8. und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt,

  9. wie die Söhne Ephraims, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits;

  10. sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln

  11. und vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erwiesen hatte.

  12. Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan.

  13. Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen und stellte das Wasser fest wie eine Mauer.

  14. Er leitete sie am Tage mit einer Wolke und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer.

  15. Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser in Fülle;

  16. er ließ Bäche aus den Felsen kommen, daß sie hinabflossen wie Wasserströme.

  17. Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten;

  18. sie versuchten Gott in ihrem Herzen, als sie Speise forderten für ihr Gelüste,

  19. und redeten wider Gott und sprachen: Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?

  20. Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, daß Wasser strömten und Bäche sich ergossen; kann er aber auch Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?

  21. Da der HERR das hörte, entbrannte er im Grimm, und Feuer brach aus in Jakob, und Zorn kam über Israel,

  22. weil sie nicht glaubten an Gott und nicht hofften auf seine Hilfe.

  23. Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels

  24. und ließ Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Himmelsbrot.

  25. Brot der Engel aßen sie alle, er sandte ihnen Speise in Fülle.

  26. Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind

  27. und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer;

  28. mitten in das Lager fielen sie ein, rings um seine Wohnung her.

  29. Da aßen sie und wurden sehr satt; und was sie verlangten, gewährte er ihnen.

  30. Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt, ihre Speise war noch in ihrem Munde,

  31. da kam der Zorn Gottes über sie und brachte ihre Vornehmsten um und schlug die Besten in Israel nieder.

  32. Zu dem allen sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder.

  33. Darum ließ er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts und ihre Jahre in Schrecken.

  34. Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie Gott und fragten wieder nach ihm

  35. und dachten daran, daß Gott ihr Hort ist und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.

  36. Doch betrogen sie ihn mit ihrem Munde und belogen ihn mit ihrer Zunge.

  37. Ihr Herz hing nicht fest an ihm, und sie hielten nicht treu an seinem Bunde.

  38. Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht und wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Grimm an ihnen aus.

  39. Denn er dachte daran, daß sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkommt.

  40. Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde!

  41. Sie versuchten Gott immer wieder und kränkten den Heiligen Israels.

  42. Sie dachten nicht an die Taten seiner Hand, an den Tag, als er sie erlöste von den Feinden,

  43. wie er seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan;

  44. als er ihre Ströme in Blut verwandelte, daß sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten;

  45. als er Ungeziefer unter sie schickte, das sie fraß, und Frösche, die ihnen Verderben brachten,

  46. und ihr Gewächs den Raupen gab und ihre Saat den Heuschrecken;

  47. als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen;

  48. als er ihr Vieh preisgab dem Hagel und ihre Herden dem Wetterstrahl;

  49. als er die Glut seines Zornes unter sie sandte, Grimm und Wut und Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel;

  50. als er seinem Zorn freien Lauf ließ und ihre Seele vor dem Tode nicht bewahrte und ihr Leben preisgab der Pest;

  51. als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge ihrer Kraft in den Zelten Hams.

  52. Er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und führte sie wie eine Herde in der Wüste;

  53. und er leitete sie sicher, daß sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer.

  54. Er brachte sie zu seinem heiligen Lande, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat,

  55. und vertrieb vor ihnen her die Völker und verteilte ihr Land als Erbe und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.

  56. Aber sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten und hielten seine Gebote nicht;

  57. sie wichen zurück und waren treulos wie ihre Väter und versagten wie ein schlaffer Bogen;

  58. sie erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn zum Zorn mit ihren Götzen.

  59. Als das Gott hörte, entbrannte sein Grimm, und er verwarf Israel so sehr,

  60. daß er seine Wohnung in Silo dahingab, das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte;

  61. er gab seine Macht in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in die Hand des Feindes;

  62. er übergab sein Volk dem Schwert und ergrimmte über sein Erbe.

  63. Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mußten ungefreit bleiben.

  64. Ihre Priester fielen durchs Schwert, und die Witwen konnten die Toten nicht beweinen.

  65. Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Starker, der beim Wein fröhlich war,

  66. und schlug seine Feinde hinten und hängte ihnen ewige Schande an.

  67. Er verwarf das Zelt Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim,

  68. sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebhat.

  69. Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen, wie die Erde, die er gegründet hat für immer,

  70. und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden;

  71. von den säugenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel.

  72. Und er weidete sie mit aller Treue und leitete sie mit kluger Hand.

Gebet des Volkes Gottes in schwerer Kriegsnot

Psalm 79

  1. EIN PSALM ASAPHS. Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; die haben deinen heiligen Tempel entweiht und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht.

  2. Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.

  3. Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, und da war niemand, der sie begrub.

  4. Wir sind bei unsern Nachbarn eine Schmach geworden, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

  5. HERR, wie lange willst du so sehr zürnen und deinen Eifer brennen lassen wie Feuer?

  6. Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.

  7. Denn sie haben Jakob gefressen und seine Stätte verwüstet.

  8. Rechne uns die Schuld der Väter nicht an, erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr elend.

  9. Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!

  10. Warum läßt du die Heiden sagen: «Wo ist nun ihr Gott?» Laß unter den Heiden vor unsern Augen kundwerden die Vergeltung für das Blut deiner Knechte, das vergossen ist.

  11. Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; durch deinen starken Arm erhalte die Kinder des Todes

  12. und vergilt unsern Nachbarn siebenfach auf ihr Haupt ihr Schmähen, mit dem sie dich, Herr, geschmäht haben.

  13. Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für.

Gebet für den zerstörten «Weinstock Gottes»

Psalm 80

  1. EIN PSALM ASAPHS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN DES ZEUGNISSES».

  2. Du Hirte Israels, höre, der du Joseph hütest wie Schafe! Erscheine, der du thronst über den Cherubim,

  3. vor Ephraim, Benjamin und Manasse! Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!

  4. Gott, tröste uns wieder und laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

  5. HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen, während dein Volk zu dir betet?

  6. Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

  7. Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten, und unsre Feinde verspotten uns.

  8. Gott Zebaoth, tröste uns wieder; laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

  9. Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt, hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.

  10. Du hast vor ihm Raum gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, daß er das Land erfüllt hat.

  11. Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern Gottes.

  12. Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige bis an den Strom.

  13. Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen, daß jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?

  14. Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet.

  15. Gott Zebaoth, wende dich doch! Schaue vom Himmel und sieh darein, nimm dich dieses Weinstocks an!

  16. Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir großgezogen hast!

  17. Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht; vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

  18. Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir großgezogen hast.

  19. So wollen wir nicht von dir weichen. Laß uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

  20. HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

Die wahre Festfeier

Psalm 81

  1. VON ASAPH, VORZUSINGEN, AUF DER GITTITH.

  2. Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs!

  3. Hebt an mit Psalmen und laßt hören die Pauken, liebliche Zithern und Harfen!

  4. Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, am Tag unsres Festes!

  5. Denn das ist eine Satzung für Israel und eine Ordnung des Gottes Jakobs.

  6. Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Joseph, als Er auszog wider Ägyptenland.

    Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte:

  7. Ich habe ihre Schultern von der Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöset.

  8. Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus und antwortete dir aus der Wetterwolke und prüfte dich am Haderwasser. (SELA.)

  9. Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Israel, du sollst mich hören!

  10. Kein andrer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!

  11. Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tu deinen Mund weit auf, laß mich ihn füllen!

  12. Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht.

  13. So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, daß sie wandeln nach eigenem Rat.

  14. Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre und Israel auf meinem Wege ginge!

  15. Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen und meine Hand gegen seine Widersacher wenden!

  16. Und die den HERRN hassen, müßten sich vor ihm beugen, aber Israels Zeit würde ewiglich währen,

  17. und ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.

Der höchste Richter

Psalm 82

  1. EIN PSALM ASAPHS. Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern.

  2. «Wie lange wollt ihr Unrecht richten und die Gottlosen vorziehen? (SELA.)

  3. Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.

  4. Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Gottlosen.»

  5. Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, sie tappen dahin im Finstern. Darum wanken alle Grundfesten der Erde.

  6. «Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten;

  7. aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.»

  8. Gott, mache dich auf und richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Heiden!

Gebet gegen einen Bund von Feinden des Gottesvolkes

Psalm 83

  1. EIN PSALMLIED ASAPHS.

  2. Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig!

  3. Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt.

  4. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen.

  5. «Wohlan!» sprechen sie, «laßt uns sie ausrotten, daß sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!»

  6. Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht:

  7. die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen, Moab und die Hagariter,

  8. Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus;

  9. auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. (SELA.)

  10. Mach's mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kison,

  11. die vertilgt wurden bei Endor und wurden zu Mist auf dem Acker.

  12. Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna,

  13. die auch einmal sagten: Wir wollen das Land Gottes einnehmen.

  14. Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem Winde.

  15. Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge versengt,

  16. so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.

  17. Bedecke ihr Angesicht mit Schande, daß sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen.

  18. Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden werden und umkommen.

  19. So werden sie erkennen, daß du allein HERR heißest und der Höchste bist in aller Welt.

Freude am Hause Gottes

Psalm 84

  1. EIN PSALM DER SÖHNE KORAH, VORZUSINGEN, AUF DER GITTITH.

  2. Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

  3. Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

  4. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.

  5. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. (SELA.)

  6. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

  7. Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.

  8. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.

  9. HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! (SELA.)

  10. Gott, unser Schild, schaue doch; sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!

  11. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten.

  12. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

  13. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt!

Bitte um neuen Segen

Psalm 85

  1. EIN PSALM DER SÖHNE KORAH, VORZUSINGEN.

  2. HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;

  3. der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle seine Sünde bedeckt hast; (SELA.)

  4. der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:

  5. hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns!

  6. Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn walten lassen für und für?

  7. Willst du uns denn nicht wieder erquicken, daß dein Volk sich über dich freuen kann?

  8. HERR, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!

  9. Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten.

  10. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne;

  11. daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;

  12. daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

  13. daß uns auch der HERR Gutes tue, und unser Land seine Frucht gebe;

  14. daß Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.

Gebet in Bedrängnis

Psalm 86

  1. EIN GEBET DAVIDS. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.

  2. Bewahre meine Seele, denn ich bin dein. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verläßt auf dich.

  3. Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir.

  4. Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, Herr, verlangt mich.

  5. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.

  6. Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens!

  7. In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören!

  8. Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und niemand kann tun, was du tust.

  9. Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren,

  10. daß du so groß bist und Wunder tust und du allein Gott bist.

  11. Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte.

  12. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.

  13. Denn deine Güte ist groß gegen mich, du hat mich errettet aus der Tiefe des Todes.

  14. Gott, es erheben sich die Stolzen gegen mich, und eine Rotte von Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben und haben dich nicht vor Augen.

  15. Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.

  16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!

  17. Tu ein Zeichen an mir, daß du's gut mit mir meinst, daß es sehen, die mich hassen, und sich schämen, weil du mir beistehst, HERR, und mich tröstest.

Zion wird die Mutter der Völker

Psalm 87

  1. EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORAH. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.

  2. Der HERR liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen in Jakob.

  3. Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. (SELA.)

  4. Ich zähle Ägypten und Babel zu denen, die mich kennen, auch die Philister und Tyrer samt den Mohren: «Die sind hier geboren.»

  5. Doch von Zion wird man sagen: «Mann für Mann ist darin geboren»; und er selbst, der Höchste, erhält es.

  6. Der HERR spricht, wenn er aufschreibt die Völker: «Die sind hier geboren.» (SELA.)

  7. Und sie singen beim Reigen: Alle meine Quellen sind in dir!

Gebet in großer Verlassenheit und Todesnähe

Psalm 88

  1. EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORAH, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ IM WECHSEL*, EINE UNTERWEISUNG HEMANS, DES ESRACHITERS.

    *Die Übersetzung ist unsicher. Luther übersetzte: «VON DER SCHWACHHEIT DER ELENDEN».

  2. HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.

  3. Laß mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien.

  4. Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Tode.

  5. Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat.

  6. Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind.

  7. Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.

  8. Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. (SELA.)

  9. Meine Freunde hast du mir entfremdet, du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus,

  10. mein Auge sehnt sich aus dem Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.

  11. Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? (SELA.)

  12. Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten?

  13. Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?

  14. Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich:

  15. Warum verstößt du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?

  16. Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine Schrecken, daß ich fast verzage.

  17. Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich.

  18. Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal.

  19. Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine Verwandten hältst du fern von mir.

Israels Not und die Verheißung an David

Psalm 89

  1. EINE UNTERWEISUNG ETHANS, DES ESRACHITERS.

  2. Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für;

  3. denn ich sage: Für ewig steht die Gnade fest; du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.

  4. «Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, ich habe David, meinem Knechte, geschworen:

  5. Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig und deinen Thron bauen für und für.» (SELA.)

  6. Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen und deine Treue in der Gemeinde der Heiligen.

  7. Denn wer in den Wolken könnte dem HERRN gleichen und dem HERRN gleich sein unter den Himmlischen?

  8. Gott ist gefürchtet in der Versammlung der Heiligen, groß und furchtbar über alle, die um ihn sind.

  9. HERR, Gott Zebaoth, wer ist wie du? Mächtig bist du, HERR, und deine Treue ist um dich her.

  10. Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.

  11. Du hast Rahab zu Tode geschlagen und deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm.

  12. Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet den Erdkreis und was darinnen ist.

  13. Nord und Süd hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen über deinen Namen.

  14. Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte.

  15. Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir einher.

  16. Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;

  17. sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.

  18. Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Haupt erhöhen.

  19. Denn dem HERRN gehört unser Schild und dem Heiligen in Israel unser König.

  20. Damals hast du geredet durch ein Gesicht zu deinem Heiligen und gesagt: Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

  21. Ich habe gefunden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.

  22. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken.

  23. Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen und die Ungerechten ihn nicht demütigen;

  24. sondern ich will seine Widersacher vor ihm zerschlagen und, die ihn hassen, zu Boden stoßen.

  25. Aber meine Treue und Gnade soll bei ihm sein, und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen.

  26. Seine Hand laß ich herrschen über das Meer und seine Rechte über die Ströme.

  27. Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.

  28. Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden.

  29. Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben.

  30. Ich will ihm ewiglich Nachkommen geben und seinen Thron erhalten, solange der Himmel währt.

  31. Wenn aber seine Söhne mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,

  32. wenn sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,

  33. so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen;

  34. aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Treue nicht brechen.

  35. Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.

  36. Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit und will David nicht belügen:

  37. «Sein Geschlecht soll ewig bestehen und sein Thron vor mir wie die Sonne,

  38. wie der Mond, der ewiglich bleibt, und wie der treue Zeuge in den Wolken.» (SELA.)

  39. Aber nun hast du verstoßen und verworfen und zürnst mit deinem Gesalbten!

  40. Du hast zerbrochen den Bund mit deinem Knecht und seine Krone entweiht in den Staub.

  41. Du hast eingerissen alle seine Mauern und hast zerstört seine Festungen.

  42. Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden.

  43. Du erhöhst die Rechte seiner Widersacher und erfreust alle seine Feinde.

  44. Auch hast du die Kraft seines Schwerts weggenommen und lässest ihn nicht siegen im Streit.

  45. Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden geworfen.

  46. Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande. (SELA.)

  47. HERR, wie lange willst du dich so verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?

  48. Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich du alle Menschen geschaffen hast!

  49. Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand? (SELA.)

  50. Herr, wo ist deine Gnade von einst, die du David geschworen hast in deiner Treue?

  51. Gedenke, Herr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Herzen von all den vielen Völkern,

  52. mit der, HERR, deine Feinde dich schmähen, mit der sie schmähen hinter deinem Gesalbten her!

  53. Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen! Amen!

VIERTES BUCH

Zuflucht in unserer Vergänglichkeit

Psalm 90

  1. EIN GEBET DES MOSE, DES MANNES GOTTES. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.

  2. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

  3. Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!

  4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

  5. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sproßt,

  6. das am Morgen blüht und sproßt und des Abends welkt und verdorrt.

  7. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen.

  8. Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.

  9. Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.

  10. Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe;* denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

    *Luthers Übersetzung «und wenn`s köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen» ist heute mißverständlich.

  11. Wer glaubt's aber, daß du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm?

  12. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.

  13. HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!

  14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.

  15. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.

  16. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.

  17. Und der HERR, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!

Unter Gottes Schutz

Psalm 91

  1. Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

  2. der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

  3. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.

  4. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

  5. daß du nicht erschrecken mußt vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,

  6. vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

  7. Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.

  8. Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird.

  9. Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht.

  10. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

  11. Denn er hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

  12. daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

  13. Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.

  14. «Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.

  15. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.

  16. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.»

Freude am Lob Gottes

Psalm 92

  1. EIN PSALMLIED FÜR DEN SABBATTAG.

  2. Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster,

  3. des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen

  4. auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe.

  5. Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.

  6. HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.

  7. Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht.

  8. Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle – nur um vertilgt zu werden für immer!

  9. Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich.

  10. Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter sollen zerstreut werden.

  11. Aber mich machst du stark wie den Wildstier und salbst mich mit frischem Öl.

  12. Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab und hört mein Ohr von den Boshaften, die sich gegen mich erheben.

  13. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.

  14. Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.

  15. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,

  16. daß sie verkündigen, wie der HERR es recht macht; er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.

Der Ewige König

Psalm 93

  1. Der HERR ist König und herrlich geschmückt; der HERR ist geschmückt und umgürtet mit Kraft. Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht wankt.

  2. Von Anbeginn steht dein Thron fest; du bist ewig.

  3. HERR, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen;

  4. die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HERR aber ist noch größer in der Höhe.

  5. Dein Wort ist wahrhaftig und gewiß; Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, HERR, für alle Zeit.

PSALM 94 - 139