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DIE BIBEL
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DAS ZWEITE
BUCH MOSE
Kapitel 1 -
20
Israels Bedrückung in Ägypten
Kapitel 1
Dies sind die Namen der Söhne Israels, die mit Jakob
nach Ägypten kamen; ein jeder kam mit seinem Hause:
Ruben, Simeon, Levi, Juda,
Isaschar, Sebulon, Benjamin,
Dan, Naphthali, Gad, Asser.
Und alle leiblichen Nachkommen Jakobs zusammen waren
siebzig an Zahl. Joseph aber war schon vorher in Ägypten.
Als nun Joseph gestorben war und alle seine Brüder
und alle, die zu der Zeit gelebt hatten,
wuchsen die Kinder Israel und zeugten Kinder und mehrten
sich und wurden überaus stark, so daß von ihnen das
Land voll ward.
Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wußte
nichts von Joseph
und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk Israel ist mehr
und stärker als wir.
Wohlan, wir wollen sie mit List niederhalten, daß
sie nicht noch mehr werden. Denn wenn ein Krieg ausbräche,
könnten sie sich auch zu unsern Feinden schlagen und gegen
uns kämpfen und aus dem Lande ausziehen.
Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit
Zwangsarbeit bedrücken sollten. Und sie bauten dem Pharao
die Städte Pithom und Ramses als Vorratsstädte.
Aber je mehr sie das Volk bedrückten, desto stärker
mehrte es sich und breitete sich aus. Und es kam sie ein Grauen
an vor Israel.
Da zwangen die Ägypter die Kinder Israel unbarmherzig
zum Dienst
und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in
Ton und Ziegeln und mit mancherlei Frondienst auf dem Felde, mit
all ihrer Arbeit, die sie ihnen auflegten ohne Erbarmen.
Und der König von Ägypten sprach zu den
hebräischen Hebammen, von denen die eine Schiphra hieß
und die andere Pua:
Wenn ihr den hebräischen Frauen helft und bei der
Geburt seht, daß es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's
aber eine Tochter, so laßt sie leben.
Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht,
wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern
ließen die Kinder leben.
Da rief der König von Ägypten die Hebammen und
sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, daß ihr die Kinder
leben laßt?
Die Hebammen antworteten dem Pharao: Die hebräischen
Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind
kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie
geboren.
Darum tat Gott den Hebammen Gutes. Und das Volk mehrte
sich und wurde sehr stark.
Und weil die Hebammen Gott fürchteten, segnete er
ihre Häuser.
Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk und sprach: Alle
Söhne, die geboren werden, werft in den Nil, aber alle
Töchter laßt leben.
Moses Geburt und wunderbare Errettung
Kapitel 2
Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm ein
Mädchen aus dem Hause Levi zur Frau.
Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie
sah, daß es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei
Monate.
Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte,
machte sie ein Kästlein von Rohr und verklebte es mit
Erdharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das
Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils.
Aber seine Schwester stand von ferne, um zu erfahren, wie
es ihm ergehen würde.
Und die Tochter des Pharao ging hinab und wollte
baden im Nil, und ihre Gespielinnen gingen am Ufer hin und her.
Und als sie das Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd
hin und ließ es holen.
Und als sie es auftat, sah sie das Kind, und siehe, das
Knäblein weinte. Da jammerte es sie, und sie sprach: Es ist
eins von den hebräischen Kindlein.
Da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll
ich hingehen und eine der hebräischen Frauen rufen, die da
stillt, daß sie dir das Kindlein stille?
Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: Geh hin. Das Mädchen
ging hin und rief die Mutter des Kindes.
Da sprach die Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das Kindlein
mit und stille es mir; ich will es dir lohnen. Die Frau nahm das
Kind und stillte es.
Und als das Kind groß war, brachte sie es der
Tochter des Pharao, und es ward ihr Sohn, und sie nannte ihn
Mose; denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.
Moses Flucht nach Midian
Zu der Zeit, als Mose groß geworden war, ging er
hinaus zu seinen Brüdern und sah ihren Frondienst und nahm
wahr, daß ein Ägypter einen seiner hebräischen
Brüder schlug.
Da schaute er sich nach allen Seiten um, und als er sah,
daß kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter und
verscharrte ihn im Sande.
Am andern Tage ging er wieder hinaus und sah zwei
hebräische Männer miteinander streiten und sprach zu
dem, der im Unrecht war: Warum schlägst du deinen Nächsten?
Er aber sprach: Wer hat dich zum Aufseher oder Richter
über uns gesetzt? Willst du mich auch umbringen, wie du den
Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und
sprach: Wie ist das bekannt geworden?
Und es kam vor den Pharao; der trachtete danach, Mose zu
töten. Aber Mose floh vor dem Pharao und hielt sich auf im
Lande Midian. Und er setzte sich nieder bei einem Brunnen.
Der Priester aber in Midian hatte sieben Töchter;
die kamen, Wasser zu schöpfen, und füllten die Rinnen,
um die Schafe ihres Vaters zu tränken.
Da kamen Hirten und stießen sie weg. Mose aber stand
auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe.
Und als sie zu ihrem Vater Reguël kamen, sprach er:
Warum seid ihr heute so bald gekommen?
Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann stand uns bei
gegen die Hirten und schöpfte für uns und tränkte
die Schafe.
Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt
ihr den Mann draußen gelassen? Ladet ihn doch ein, mit uns
zu essen.
Und Mose willigte ein, bei dem Mann zu bleiben. Und er gab
Mose seine Tochter Zippora zur Frau.
Die gebar einen Sohn, und er nannte ihn Gerschom; denn,
sprach er, ich bin ein Fremdling geworden im fremden Lande.
Lange Zeit aber danach starb der König von
Ägypten. Und die Kinder Israel seufzten über ihre
Knechtschaft und schrien, und ihr Schreien über ihre
Knechtschaft kam vor Gott.
Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte seines
Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob.
Und Gott sah auf die Kinder Israel und nahm sich ihrer an.
Moses Berufung
Kapitel 3
Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines
Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe
über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den
Horeb.
Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen
Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, daß der Busch im
Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.
Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame
Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.
Als aber der HERR sah, daß er hinging, um zu sehen,
rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er
antwortete: Hier bin ich.
Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von
deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist
heiliges Land!
Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der
Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose
verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott
anzuschauen.
Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in
Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger
gehört; ich habe ihre Leiden erkannt.
Und ich bin herniedergefahren, daß ich sie errette
aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem
Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und
Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hethiter,
Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter.
Weil denn nun das Geschrei der Kinder Israel vor mich
gekommen ist und ich dazu ihre Not gesehen habe, wie die Ägypter
sie bedrängen,
so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du
mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten führst.
Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zum Pharao
gehe und führe die Kinder Israel aus Ägypten?
Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das
Zeichen sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk
aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf
diesem Berge.
Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern
Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat
mich zu euch gesandt! und sie mir sagen werden: Wie ist sein
Name?, was soll ich ihnen sagen?
Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein
werde. Und sprach: So sollst du zu den Kindern Israel sagen:
«Ich werde
sein», der
hat mich zu euch gesandt.
Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den
Kindern Israel sagen: Der HERR*, der Gott eurer Väter, der
Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch
gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen
soll von Geschlecht zu Geschlecht.
* Im Hebräischen lautet der
Gottesname «Jahwe»;
daraus wurde durch ein Mißverständnis des Mittelalters
«Jehova».
An unserer Stelle wird der Gottesname Jahwe von dem hebräischen
Zeitwort für «sein»
her gedeutet. Nach altem, schon vorchristlichem Herkommen wird
für Jahwe die Bezeichnung «der
HERR»
gebraucht.
Darum geh hin und versammle die Ältesten von Israel
und sprich zu ihnen: Der HERR, der Gott eurer Väter, ist mir
erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs,
und hat gesagt: Ich habe mich euer angenommen und gesehen, was
euch in Ägypten widerfahren ist,
und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens
führen in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter,
Perisiter, Hewiter und Jebusiter, in das Land, darin Milch und
Honig fließt.
Und sie werden auf dich hören. Danach sollst du mit
den Ältesten Israels hineingehen zum König von Ägypten
und zu ihm sagen: Der HERR, der Gott der Hebräer, ist uns
erschienen. So laß uns nun gehen drei Tagereisen weit in
die Wüste, daß wir opfern dem HERRN, unserm Gott.
Aber ich weiß, daß euch der König von
Ägypten nicht wird ziehen lassen, er werde denn gezwungen
durch eine starke Hand.
Daher werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten
schlagen mit all den Wundern, die ich darin tun werde. Danach
wird er euch ziehen lassen.
Auch will ich diesem Volk Gunst verschaffen bei den
Ägyptern, daß, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer
auszieht,
sondern jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und
Hausgenossin silbernes und goldenes Geschmeide und Kleider geben
lassen. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen
und von den Ägyptern als Beute nehmen.
Kapitel 4
Mose antwortete und sprach: Siehe, sie werden mir
nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern werden
sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen.
Der HERR sprach zu ihm: Was hast du da in deiner Hand? Er
sprach: Einen Stab.
Der HERR sprach: Wirf ihn auf die Erde. Und er warf ihn
auf die Erde; da ward er zur Schlange, und Mose floh vor ihr.
Aber der HERR sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und
erhasche sie beim Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und
ergriff sie, und sie ward zum Stab in seiner Hand.
Und der HERR sprach: Darum werden sie glauben, daß
dir erschienen ist der HERR, der Gott ihrer Väter, der Gott
Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs.
Und der HERR sprach weiter zu ihm: Stecke deine Hand in
den Bausch deines Gewandes. Und er steckte sie hinein. Und als er
sie wieder herauszog, siehe, da war sie aussätzig wie
Schnee.
Und er sprach: Tu sie wieder in den Bausch deines
Gewandes. Und er tat sie wieder hinein. Und als er sie herauszog,
siehe, da war sie wieder wie sein anderes Fleisch.
Und der HERR sprach: Wenn sie dir nun nicht glauben und
nicht auf dich hören werden bei dem einen Zeichen, so werden
sie dir doch glauben bei dem andern Zeichen.
Wenn sie aber diesen zwei Zeichen nicht glauben und nicht
auf dich hören werden, so nimm Wasser aus dem Nil und gieß
es auf das trockene Land; dann wird das Wasser, das du aus dem
Strom genommen hast, Blut werden auf dem trockenen Land.
Mose aber sprach zu dem HERRN: Ach, mein Herr, ich
bin von jeher nicht beredt gewesen, auch jetzt nicht, seitdem du
mit deinem Knecht redest; denn ich hab eine schwere Sprache und
eine schwere Zunge.
Der HERR sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund
geschaffen? Oder wer hat den Stummen oder Tauben oder Sehenden
oder Blinden gemacht? Habe ich's nicht getan, der HERR?
So geh nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich
lehren, was du sagen sollst.
Mose aber sprach: Mein Herr, sende, wen du senden willst.
Da wurde der HERR sehr zornig über Mose und sprach:
Weiß ich denn nicht, daß dein Bruder Aaron aus dem
Stamm Levi beredt ist? Und siehe, er wird dir entgegenkommen, und
wenn er dich sieht, wird er sich von Herzen freuen.
Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen.
Und ich will mit deinem und seinem Munde sein und euch lehren,
was ihr tun sollt.
Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein
Mund sein, und du sollst für ihn Gott sein.
Und diesen Stab nimm in deine Hand, mit dem du die Zeichen
tun sollst.
Moses Rückkehr nach Ägypten
Mose ging hin und kam wieder zu Jethro, seinem
Schwiegervater, und sprach zu ihm: Laß mich doch gehen, daß
ich wieder zu meinen Brüdern komme, die in Ägypten
sind, und sehe, ob sie noch leben. Jethro sprach zu ihm: Geh hin
mit Frieden.
Auch sprach der HERR zu Mose in Midian: Geh hin und zieh
wieder nach Ägypten, denn die Leute sind tot, die dir nach
dem Leben standen.
So nahm denn Mose seine Frau und seinen Sohn und setzte
sie auf einen Esel und zog wieder nach Ägyptenland und nahm
den Stab Gottes in seine Hand.
Und der HERR sprach zu Mose: Sieh zu, wenn du wieder nach
Ägypten kommst, daß du alle die Wunder tust vor dem
Pharao, die ich in deine Hand gegeben habe. Ich aber will sein
Herz verstocken, daß er das Volk nicht ziehen lassen wird.
Und du sollst zu ihm sagen: So spricht der HERR: Israel
ist mein erstgeborener Sohn;
und ich gebiete dir, daß du meinen Sohn ziehen läßt,
daß er mir diene. Wirst du dich weigern, so will ich deinen
erstgeborenen Sohn töten.
Und als Mose unterwegs in der Herberge war, kam ihm
der HERR entgegen und wollte ihn töten.
Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem
Sohn die Vorhaut und berührte damit seine Scham und sprach:
Du bist mir ein Blutbräutigam.
Da ließ er von ihm ab. Sie sagte aber Blutbräutigam
um der Beschneidung willen.
Und der HERR sprach zu Aaron: Geh hin Mose entgegen
in die Wüste. Und er ging hin und begegnete ihm am Berge
Gottes und küßte ihn.
Und Mose tat Aaron kund alle Worte des HERRN, der ihn
gesandt hatte, und alle Zeichen, die er ihm befohlen hatte.
Und sie gingen hin und versammelten alle Ältesten der
Kinder Israel.
Und Aaron sagte alle Worte, die der HERR mit Mose geredet
hatte, und Mose tat die Zeichen vor dem Volk.
Und das Volk glaubte. Und als sie hörten, daß
der HERR sich der Kinder Israel angenommen und ihr Elend
angesehen habe, neigten sie sich und beteten an.
Noch härtere Bedrückung Israels
Kapitel 5
Danach gingen Mose und Aaron hin und sprachen zum Pharao:
So spricht der HERR, der Gott Israels: Laß mein Volk
ziehen, daß es mir ein Fest halte in der Wüste.
Der Pharao antwortete: Wer ist der HERR, daß ich ihm
gehorchen müsse und Israel ziehen lasse? Ich weiß
nichts von dem HERRN, will auch Israel nicht ziehen lassen.
Sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns
erschienen. So laß uns nun hinziehen drei Tagereisen weit
in die Wüste und dem HERRN, unserm Gott, opfern, daß
er uns nicht schlage mit Pest oder Schwert.
Da sprach der König von Ägypten zu ihnen: Mose
und Aaron, warum wollt ihr das Volk von seiner Arbeit freimachen?
Gehet hin an eure Dienste!
Weiter sprach der Pharao: Siehe, sie sind schon
mehr als das Volk des Landes, und ihr wollt sie noch feiern
lassen von ihrem Dienst!
Darum befahl der Pharao am selben Tage den Vögten des
Volks und ihren Aufsehern und sprach:
Ihr sollt dem Volk nicht mehr Häcksel geben, daß
sie Ziegel machen, wie bisher; laßt sie selbst hingehen und
Stroh dafür zusammenlesen.
Aber die Zahl der Ziegel, die sie bisher gemacht haben,
sollt ihr ihnen gleichwohl auferlegen und nichts davon ablassen,
denn sie gehen müßig; darum schreien sie und sprechen:
Wir wollen hinziehen und unserm Gott opfern.
Man drücke die Leute mit Arbeit, daß sie zu
schaffen haben und sich nicht um falsche Reden kümmern.
Da gingen die Vögte des Volks und ihre
Aufseher hinaus und sprachen zum Volk: So spricht der Pharao: Man
wird euch kein Häcksel mehr geben.
Geht ihr selbst hin und beschafft euch Häcksel, wo
ihr's findet; aber von eurer Arbeit soll euch nichts erlassen
werden.
Da zerstreute sich das Volk ins ganze Land Ägypten,
um Stroh zu sammeln, damit sie Häcksel hätten.
Und die Vögte trieben sie an und sprachen: Erfüllt
euer Tagewerk wie damals, als ihr Häcksel hattet.
Und die Aufseher aus den Reihen der Kinder Israel, die die
Vögte des Pharao über sie gesetzt hatten, wurden
geschlagen, und es wurde zu ihnen gesagt: Warum habt ihr nicht
auch heute euer festgesetztes Tagewerk getan wie bisher?
Da gingen die Aufseher der Kinder Israel hin und schrien
zu dem Pharao: Warum verfährst du so mit deinen Knechten?
Man gibt deinen Knechten kein Häcksel, und wir sollen
dennoch die Ziegel machen, die uns bestimmt sind; und siehe,
deine Knechte werden geschlagen, und du versündigst dich an
deinem Volke.
Der Pharao sprach: Ihr seid müßig, müßig
seid ihr; darum sprecht ihr: Wir wollen hinziehen und dem HERRN
opfern.
So geht nun hin und tut euren Frondienst! Häcksel
soll man euch nicht geben, aber die Anzahl Ziegel sollt ihr
schaffen.
Da sahen die Aufseher der Kinder Israel, daß
es mit ihnen übel stand, weil man sagte: Ihr sollt nichts
ablassen von dem Tagewerk an Ziegeln.
Und als sie von dem Pharao weggingen, begegneten sie Mose
und Aaron, die dastanden und auf sie warteten,
und sprachen zu ihnen: Der HERR richte seine Augen wider
euch und strafe es, daß ihr uns in Verruf gebracht habt vor
dem Pharao und seinen Großen und habt ihnen so das Schwert
in ihre Hände gegeben, uns zu töten.
Mose aber kam wieder zu dem HERRN und sprach: Herr, warum
tust du so übel an diesem Volk? Warum hast du mich
hergesandt?
Denn seitdem ich hingegangen bin zum Pharao, um mit ihm zu
reden in deinem Namen, hat er das Volk noch härter geplagt,
und du hast dein Volk nicht errettet.
Kapitel 6
Da sprach der HERR zu Mose: Nun sollst du sehen, was ich
dem Pharao antun werde; denn durch eine starke Hand gezwungen muß
er sie ziehen lassen, ja, er muß sie durch eine starke Hand
gezwungen aus seinem Lande treiben.
Erneuter Bericht über Moses Sendung
Und Gott redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der
HERR
und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der
allmächtige Gott, aber mit meinem Namen «HERR»
habe ich mich ihnen nicht offenbart.
Auch habe ich meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, daß
ich ihnen geben will das Land Kanaan, das Land, in dem sie
Fremdlinge gewesen sind.
Auch habe ich gehört die Wehklage der Kinder Israel,
die die Ägypter mit Frondienst beschweren, und habe an
meinen Bund gedacht.
Darum sage den Kindern Israel: Ich bin der HERR und will
euch wegführen von den Lasten, die euch die Ägypter
auflegen, und will euch erretten von eurem Frondienst und will
euch erlösen mit ausgerecktem Arm und durch große
Gerichte;
ich will euch annehmen zu meinem Volk und will euer Gott
sein, daß ihr's erfahren sollt, daß ich der HERR bin,
euer Gott, der euch wegführt von den Lasten, die euch die
Ägypter auflegen,
und euch bringt in das Land, um dessentwillen ich meine
Hand zum Schwur erhoben habe, daß ich's geben will Abraham,
Isaak und Jakob; das will ich euch zu eigen geben, ich, der HERR.
Mose sagte das den Kindern Israel; aber sie hörten
nicht auf ihn vor Kleinmut und harter Arbeit.
Da redete der HERR mit Mose und sprach:
Geh hin und rede mit dem Pharao, dem König von
Ägypten, daß er Israel aus seinem Lande ziehen lasse.
Mose aber redete vor dem HERRN und sprach: Siehe, die
Kinder Israel hören nicht auf mich; wie sollte denn der
Pharao auf mich hören! Dazu bin ich ungeschickt zum Reden.
So redete der HERR mit Mose und Aaron und ordnete sie ab
an die Kinder Israel und an den Pharao, den König von
Ägypten, um Israel aus Ägypten zu führen.
Die Vorfahren Moses und Aarons
Dies sind die Häupter ihrer Sippen:
Die Söhne Rubens, des ersten Sohnes Israels, sind
diese: Henoch, Pallu, Hezron, Karmi. Das sind die Geschlechter
von Ruben.
Die Söhne Simeons sind diese: Jemuël,
Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn der Kanaaniterin.
Das sind Simeons Geschlechter.
Dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihrem
Stammesverzeichnis: Gerson, Kehath, Merari. Und Levi wurde 137
Jahre alt.
Die Söhne Gersons sind diese: Libni und Simeï
nach ihren Geschlechtern.
Die Söhne Kehaths sind diese: Amram, Jizhar,
Hebron, Usiël.
Kehath aber wurde 133 Jahre alt.
Die Söhne Meraris sind diese: Machli und
Muschi. Das sind die Geschlechter Levis nach ihrem
Stammesverzeichnis.
Amram nahm Jochebed, die Schwester seines Vaters,
zur Frau; die gebar ihm Aaron und Mose. Und Amram wurde 137 Jahre
alt.
Die Söhne Jizhars sind diese: Korah, Nepheg,
Sichri.
Die Söhne Usiëls
sind diese: Mischaël, Elizaphan, Sithri.
Aaron nahm zur Frau Elischeba, die Tochter
Amminadabs, Nachschons Schwester; die gebar ihm Nadab, Abihu,
Eleasar, Ithamar.
Die Söhne Korahs sind diese: Assir, Elkana,
Abiasaph. Das sind die Geschlechter der Korahiter.
Eleasar aber, Aarons Sohn, nahm eine Frau von den
Töchtern Putiëls; die gebar ihm den Pinhas. Das sind
die Häupter der Leviten nach ihren Geschlechtern.
Das sind Aaron und Mose, zu denen der HERR sprach:
Führt die Kinder Israel nach ihren Scharen geordnet aus
Ägyptenland!
Sie sind es, die mit dem Pharao, dem König von
Ägypten, redeten, um die Kinder Israel aus Ägypten zu
führen. Das sind Mose und Aaron.
Und als der HERR mit Mose in Ägyptenland
redete,
sprach er zu ihm: Ich bin der HERR; sage dem Pharao, dem
König von Ägypten, alles, was ich mit dir rede.
Und er antwortete vor dem HERRN: Siehe, ich bin
ungeschickt zum Reden; wie wird denn der Pharao auf mich hören?
Moses erstes Wunder vor dem Pharao
Kapitel 7
Der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zum Gott
gesetzt für den Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein
Prophet sein.
Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde; aber
Aaron, dein Bruder, soll es vor dem Pharao reden, damit er die
Kinder Israel aus seinem Lande ziehen lasse.
Aber ich will das Herz des Pharao verhärten und viele
Zeichen und Wunder tun in Ägyptenland.
Und der Pharao wird nicht auf euch hören. Dann werde
ich meine Hand auf Ägypten legen und durch große
Gerichte meine Heerscharen, mein Volk Israel, aus Ägyptenland
führen.
Und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der
HERR bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecken
und die Kinder Israel aus ihrer Mitte wegführen werde.
Mose und Aaron taten, wie ihnen der HERR geboten hatte.
Und Mose war achtzig Jahre und Aaron dreiundachtzig Jahre
alt, als sie mit dem Pharao redeten.
Und der HERR sprach zu Mose und Aaron:
Wenn der Pharao zu euch sagen wird: Weist euch aus durch
ein Wunder!, so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und
wirf ihn hin vor dem Pharao, daß er zur Schlange werde!
Da gingen Mose und Aaron hinein zum Pharao und taten, wie
ihnen der HERR geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab hin vor
dem Pharao und vor seinen Großen, und er ward zur Schlange.
Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberer rufen,
und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten:
Ein jeder warf seinen Stab hin, da wurden Schlangen
daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.
Aber das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte
nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.
Die erste Plage: Verwandlung aller Gewässer in Blut
Und der HERR sprach zu Mose: Das Herz des Pharao ist hart;
er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen.
Geh hin zum Pharao morgen früh. Siehe, er wird ans
Wasser gehen; so tritt ihm entgegen am Ufer des Nils und nimm den
Stab in deine Hand, der zur Schlange wurde,
und sprich zu ihm: Der HERR, der Gott der Hebräer,
hat mich zu dir gesandt und dir sagen lassen: Laß mein Volk
ziehen, daß es mir diene in der Wüste. Aber du hast
bisher nicht hören wollen.
Darum spricht der HERR: Daran sollst du erfahren, daß
ich der HERR bin: Siehe, ich will mit dem Stabe, den ich in
meiner Hand habe, auf das Wasser schlagen, das im Nil ist, und es
soll in Blut verwandelt werden,
daß die Fische im Strom sterben und der Strom
stinkt. Und die Ägypter wird es ekeln, das Wasser aus dem
Nil zu trinken.
Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Nimm
deinen Stab und recke deine Hand aus über die Wasser in
Ägypten, über ihre Ströme und Kanäle und
Sümpfe und über alle Wasserstellen, daß sie zu
Blut werden, und es sei Blut in ganz Ägyptenland, selbst in
den hölzernen und steinernen Gefäßen.
Mose und Aaron taten, wie ihnen der HERR geboten hatte,
und Mose hob den Stab und schlug ins Wasser, das im Nil war, vor
dem Pharao und seinen Großen. Und alles Wasser im Strom
wurde in Blut verwandelt.
Und die Fische im Strom starben, und der Strom wurde
stinkend, so daß die Ägypter das Wasser aus dem Nil
nicht trinken konnten; und es war Blut in ganz Ägyptenland.
Und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren
Künsten. So wurde das Herz des Pharao verstockt, und er
hörte nicht auf Mose und Aaron, wie der HERR gesagt hatte.
Und der Pharao wandte sich und ging heim und nahm's nicht
zu Herzen.
Aber alle Ägypter gruben am Nil entlang nach Wasser
zum Trinken, denn das Wasser aus dem Strom konnten sie nicht
trinken.
Und das währte sieben Tage lang, nachdem der HERR den
Strom geschlagen hatte.
Die zweite Plage: Frösche
° Da sprach der HERR zu Mose: Geh hin zum Pharao und
sage zu ihm: So spricht der HERR: Laß mein Volk ziehen, daß
es mir diene!
Wenn du dich aber weigerst, siehe, so will ich dein ganzes
Gebiet mit Fröschen plagen,
daß der Nil von Fröschen wimmeln soll. Die
sollen heraufkriechen und in dein Haus kommen, in deine
Schlafkammer, auf dein Bett, auch in die Häuser deiner
Großen und deines Volks, in deine Backöfen und in
deine Backtröge;
ja, die Frösche sollen auf dich selbst und auf dein
Volk und auf alle deine Großen kriechen.
Kapitel 8
° Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron:
Recke deine Hand aus mit deinem Stabe über die Ströme,
Kanäle und Sümpfe und laß Frösche über
Ägyptenland kommen.
Und Aaron reckte seine Hand aus über die Wasser in
Ägypten, und es kamen Frösche herauf, so daß
Ägyptenland bedeckt wurde.
Da taten die Zauberer ebenso mit ihren Künsten und
ließen Frösche über Ägyptenland kommen.
Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen und sprach:
Bittet den HERRN für mich, daß er die Frösche von
mir und von meinem Volk nehme, so will ich das Volk ziehen
lassen, daß es dem HERRN opfere.
Mose sprach: Bestimme über mich in deiner Majestät,
wann ich für dich, für deine Großen und für
dein Volk bitten soll, daß bei dir und in deinem Haus die
Frösche vertilgt werden und allein im Nil bleiben.
Er sprach: Morgen. Mose antwortete: Ganz wie du gesagt
hast; auf daß du erfahrest, daß niemand ist wie der
HERR, unser Gott.
Die Frösche sollen von dir, von deinem Hause, von
deinen Großen und von deinem Volk weichen und allein im Nil
übrigbleiben.
So gingen Mose und Aaron vom Pharao. Und Mose schrie zu
dem HERRN wegen der Frösche, wie er dem Pharao zugesagt
hatte.
Und der HERR tat, wie Mose gesagt hatte, und die Frösche
starben in den Häusern, in den Höfen und auf dem Felde.
Und man häufte sie zusammen, hier einen Haufen und da
einen Haufen, und das Land stank davon.
Als aber der Pharao merkte, daß er Luft gekriegt
hatte, verhärtete er sein Herz und hörte nicht auf sie,
wie der HERR gesagt hatte.
Die dritte Plage: Stechmücken
Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Strecke deinen
Stab aus und schlag in den Staub der Erde, daß er zu
Stechmücken werde in ganz Ägyptenland.
Sie taten so, und Aaron reckte seine Hand aus mit seinem
Stabe und schlug in den Staub auf der Erde. Und es kamen Mücken
und setzten sich an die Menschen und an das Vieh; aller Staub der
Erde ward zu Mücken in ganz Ägyptenland.
Die Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten, um
Mücken hervorzubringen; aber sie konnten es nicht. Und die
Mücken waren sowohl an den Menschen als am Vieh.
Da sprachen die Zauberer zum Pharao: Das ist Gottes
Finger. Aber das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte
nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.
Die vierte Plage: Stechfliegen
Und der HERR sprach zu Mose: Mach dich morgen früh
auf und tritt vor den Pharao, wenn er hinaus ans Wasser geht, und
sage zu ihm: So spricht der HERR: Laß mein Volk ziehen, daß
es mir diene;
wenn nicht, siehe, so will ich Stechfliegen kommen lassen
über dich, deine Großen, dein Volk und dein Haus, daß
die Häuser der Ägypter und das Land, auf dem sie
wohnen, voller Stechfliegen werden sollen.
An dem Lande Gosen aber, wo sich mein Volk aufhält,
will ich an dem Tage etwas Besonderes tun, daß dort keine
Stechfliegen seien, damit du innewerdest, daß ich der HERR
bin, inmitten dieses Landes,
und ich will einen Unterschied machen zwischen meinem und
deinem Volk. Morgen schon soll das Zeichen geschehen.
Und der HERR tat so, und es kamen viele Stechfliegen in
das Haus des Pharao, in die Häuser seiner Großen und
über ganz Ägyptenland, und das Land wurde verheert von
den Stechfliegen.
Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen und
sprach: Geht hin, opfert eurem Gott hier im Lande.
Mose sprach: Das geht nicht an, denn was wir dem HERRN,
unserm Gott, opfern, ist den Ägyptern ein Greuel. Siehe,
wenn wir vor ihren Augen opfern, was ihnen ein Greuel ist, werden
sie uns dann nicht steinigen?
Drei Tagereisen weit wollen wir in die Wüste ziehen
und dem HERRN, unserm Gott, opfern, wie er uns gesagt hat.
Der Pharao sprach: Ich will euch ziehen lassen, daß
ihr dem HERRN, eurem Gott, opfert in der Wüste. Nur zieht
nicht zu weit, und bittet für mich!
Mose sprach: Siehe, wenn ich jetzt von dir hinausgegangen
bin, so will ich den HERRN bitten, daß die Stechfliegen
morgen vom Pharao und seinen Großen und seinem Volk
weichen; nur täusche uns nicht abermals, daß du das
Volk nicht ziehen läßt, dem HERRN zu opfern.
Und Mose ging hinaus vom Pharao und bat den HERRN.
Und der HERR tat, wie Mose gesagt hatte, und schaffte die
Stechfliegen weg vom Pharao, von seinen Großen und von
seinem Volk, so daß auch nicht eine übrigblieb.
Aber der Pharao verhärtete sein Herz auch diesmal und
ließ das Volk nicht ziehen.
Die fünfte Plage: Viehpest
Kapitel 9
Da sprach der HERR zu Mose: Geh hin zum Pharao und sage zu
ihm: So spricht der HERR, der Gott der Hebräer: Laß
mein Volk ziehen, daß sie mir dienen!
Wenn du dich weigerst und sie weiter aufhältst,
siehe, so wird die Hand des HERRN kommen über dein
Vieh auf dem Felde, über die Pferde, Esel, Kamele, Rinder
und Schafe, mit sehr schwerer Pest.
Aber der HERR wird einen Unterschied machen zwischen dem
Vieh der Israeliten und dem der Ägypter, daß nichts
sterbe von allem, was die Kinder Israel haben.
Und der HERR bestimmte eine Zeit und sprach: Morgen wird
der HERR solches an dem Lande tun.
Und der HERR tat es am andern Morgen; da starb alles Vieh
der Ägypter, aber von dem Vieh der Kinder Israel starb nicht
eins.
Und der Pharao sandte hin, und siehe, es war von dem Vieh
Israels nicht eins gestorben. Aber das Herz des Pharao wurde
verstockt, und er ließ das Volk nicht ziehen.
Die sechste Plage: Blattern
Da sprach der HERR zu Mose und Aaron: Füllt eure
Hände mit Ruß aus dem Ofen, und Mose werfe ihn vor dem
Pharao gen Himmel,
daß er über ganz Ägyptenland staube und
böse Blattern aufbrechen an den Menschen und am Vieh in ganz
Ägyptenland.
Und sie nahmen Ruß aus dem Ofen und traten vor den
Pharao, und Mose warf den Ruß gen Himmel. Da brachen auf
böse Blattern an den Menschen und am Vieh,
so daß die Zauberer nicht vor Mose treten konnten
wegen der bösen Blattern; denn es waren an den Zauberern
ebenso böse Blattern wie an allen Ägyptern.
Aber der HERR verstockte das Herz des Pharao, daß er
nicht auf sie hörte, wie denn der HERR zu Mose gesagt hatte.
Die siebente Plage: Hagel
Da sprach der HERR zu Mose: Mach dich morgen früh auf
und tritt vor den Pharao und sage zu ihm: So spricht der HERR,
der Gott der Hebräer: Laß mein Volk ziehen, daß
es mir diene;
sonst werde ich diesmal alle meine Plagen über dich
selbst senden, über deine Großen und über dein
Volk, damit du innewirst, daß meinesgleichen nicht ist in
allen Landen.
Denn ich hätte schon meine Hand ausrecken und dich
und dein Volk mit Pest schlagen können, daß du von der
Erde vertilgt würdest,
aber dazu habe ich dich erhalten, daß meine Kraft an
dir erscheine und mein Name verkündigt werde in allen
Landen.
Du stellst dich noch immer wider mein Volk und willst es
nicht ziehen lassen.
Siehe, ich will morgen um diese Zeit einen sehr großen
Hagel fallen lassen, wie er noch nie in Ägypten gewesen ist
von der Zeit an, als es gegründet wurde, bis heute.
Und nun sende hin und verwahre dein Vieh und alles, was du
auf dem Felde hast. Denn alle Menschen und das Vieh, alles, was
auf dem Felde gefunden und nicht in die Häuser gebracht
wird, muß sterben, wenn der Hagel auf sie fällt.
Wer nun von den Großen des Pharao das Wort des HERRN
fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh in die
Häuser fliehen.
Wessen Herz sich aber nicht an des HERRN Wort kehrte, der
ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde.
Da sprach der HERR zu Mose: Recke deine Hand aus
gen Himmel, daß es hagelt über ganz Ägyptenland,
über Menschen, über Vieh und über alles Gewächs
auf dem Felde in Ägyptenland.
Da streckte Mose seinen Stab gen Himmel, und der HERR ließ
donnern und hageln, und Feuer schoß auf die Erde nieder. So
ließ der HERR Hagel fallen über Ägyptenland,
und Blitze zuckten dazwischen, und der Hagel war so
schwer, wie er noch nie in ganz Ägyptenland gewesen war,
seitdem Leute dort wohnen.
Und der Hagel erschlug in ganz Ägyptenland alles, was
auf dem Felde war, Menschen und Vieh, und zerschlug alles Gewächs
auf dem Felde und zerbrach alle Bäume auf dem Felde.
Nur im Lande Gosen, wo die Kinder Israel waren, da hagelte
es nicht.
Da schickte der Pharao hin und ließ Mose und
Aaron rufen und sprach zu ihnen: Diesmal hab ich mich versündigt;
der HERR ist im Recht, ich aber und mein Volk sind schuldig.
Bittet aber den HERRN, daß er ein Ende mache mit
diesem Donnern und Hageln, so will ich euch ziehen lassen, daß
ihr nicht länger hier bleiben müßt.
Mose sprach zu ihm: Wenn ich zur Stadt hinauskomme, will
ich meine Hände ausbreiten zum HERRN, so wird der Donner
aufhören und kein Hagel mehr fallen, damit du innewirst, daß
die Erde des HERRN ist.
Ich weiß aber: Du und deine Großen, ihr
fürchtet euch noch nicht vor Gott dem HERRN.
So wurden zerschlagen der Flachs und die Gerste, denn die
Gerste stand in Ähren und der Flachs in Blüte.
Aber der Weizen und das Korn wurden nicht zerschlagen,
denn es ist Spätgetreide.
So ging nun Mose von dem Pharao zur Stadt hinaus und
breitete seine Hände aus zum HERRN, und Donner und Hagel
hörten auf, und der Regen troff nicht mehr auf die Erde.
Als aber der Pharao sah, daß Regen, Donner und Hagel
aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete
sein Herz, er und seine Großen.
So wurde des Pharao Herz verstockt, daß er die
Kinder Israel nicht ziehen ließ, wie der HERR durch Mose
gesagt hatte.
Die achte Plage: Heuschrecken
Kapitel 10
Da sprach der HERR zu Mose: Geh hin zum Pharao; denn ich
habe sein und seiner Großen Herz verhärtet, auf daß
ich diese meine Zeichen unter ihnen tue
und auf daß du verkündigest vor den Ohren
deiner Kinder und deiner Kindeskinder, wie ich mit den Ägyptern
verfahren bin und welche Zeichen ich unter ihnen getan habe,
damit ihr wisset: Ich bin der HERR.
So gingen Mose und Aaron hin zum Pharao und sprachen zu
ihm: So spricht der HERR, der Gott der Hebräer: Wie lange
weigerst du dich, dich vor mir zu demütigen? Laß mein
Volk ziehen, daß es mir diene!
Weigerst du dich aber, mein Volk ziehen zu lassen, siehe,
so will ich morgen Heuschrecken kommen lassen über dein
Gebiet,
daß sie das Land so bedecken, daß man von ihm
nichts mehr sehen kann. Und sie sollen fressen, was euch noch
übrig und verschont geblieben ist von dem Hagel, und sollen
alle Bäume kahlfressen, die wieder sprossen auf dem Felde;
und sie sollen füllen deine Häuser und die
Häuser deiner Großen und aller Ägypter, wie es
nicht gesehen haben deine Väter und deiner Väter Väter,
seit sie auf Erden waren, bis auf diesen Tag. Und er wandte sich
und ging vom Pharao hinaus.
Da sprachen die Großen des Pharao zu ihm: Wie
lange soll dieser Mann uns Verderben bringen? Laß die Leute
ziehen, daß sie dem HERR, ihrem Gott, dienen. Willst du
erst erfahren, daß Ägypten untergegangen ist?
Da wurden Mose und Aaron wieder vor den Pharao gebracht.
Der sprach zu ihnen: Geht hin und dienet dem HERRN, eurem Gott.
Wer von euch soll aber hinziehen?
Mose sprach: Wir wollen ziehen mit jung und alt, mit
Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir
haben ein Fest des HERRN.
Er sprach zu ihnen: O ja, der HERR sei mit euch, so gewiß
wie ich euch und eure Kinder ziehen lasse! Ihr seht doch selbst,
daß ihr Böses vorhabt!
Nein, nur ihr Männer zieht hin und dient dem HERRN!
Denn das ist es doch, was ihr begehrt habt. Und man stieß
sie hinaus vom Pharao.
Da sprach der HERR zu Mose: Recke deine Hand über
Ägyptenland, daß Heuschrecken auf Ägyptenland
kommen und alles auffressen, was im Lande wächst, alles, was
der Hagel übriggelassen hat.
Mose streckte seinen Stab über Ägyptenland, und
der HERR trieb einen Ostwind ins Land, den ganzen Tag und die
ganze Nacht. Und am Morgen führte der Ostwind die
Heuschrecken herbei.
Und sie kamen über ganz Ägyptenland und ließen
sich nieder überall in Ägypten, so viele, wie nie zuvor
gewesen sind noch hinfort sein werden.
Denn sie bedeckten den Erdboden so dicht, daß er
ganz dunkel wurde. Und sie fraßen alles, was im Lande
wuchs, und alle Früchte auf den Bäumen, die der Hagel
übriggelassen hatte, und ließen nichts Grünes
übrig an den Bäumen und auf dem Felde in ganz
Ägyptenland.
Da ließ der Pharao eilends Mose und Aaron rufen und
sprach: Ich habe mich versündigt an dem HERRN, eurem Gott,
und an euch.
Vergebt mir meine Sünde nur noch diesmal und bittet
den HERRN, euren Gott, daß er doch diesen Tod von mir
wegnehme.
Und Mose ging hinaus vom Pharao und betete zum HERRN.
Da wendete der HERR den Wind, so daß er sehr stark
aus Westen kam; der hob die Heuschrecken auf und warf sie ins
Schilfmeer, daß nicht eine übrigblieb in ganz Ägypten.
Aber der HERR verstockte das Herz des Pharao, daß er
die Kinder Israel nicht ziehen ließ.
Die neunte Plage: Finsternis
Da sprach der HERR zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel,
daß eine solche Finsternis werde in Ägyptenland, daß
man sie greifen kann.
Und Mose reckte seine Hand gen Himmel. Da ward eine so
dicke Finsternis in ganz Ägyptenland drei Tage lang,
daß niemand den andern sah noch weggehen konnte von
dem Ort, wo er gerade war, drei Tage lang. Aber bei allen Kindern
Israel war es licht in ihren Wohnungen.
Da rief der Pharao nach Mose und sprach: Zieht hin und
dienet dem HERRN! Nur eure Schafe und Rinder laßt hier;
aber eure Frauen und Kinder dürfen mit euch ziehen.
Mose sprach: Willst du uns denn Schlachtopfer und
Brandopfer mitgeben, die wir unserm Gott, dem HERRN, darbringen?
Auch unser Vieh soll mit uns gehen – nicht eine
Klaue darf dahintenbleiben -; denn davon müssen wir nehmen
zum Dienst unseres Gottes, des HERRN. Wir wissen nicht, womit wir
dem HERRN dienen sollen, bis wir dorthin kommen.
Aber der HERR verstockte das Herz des Pharao, daß er
sie nicht ziehen lassen wollte.
Und der Pharao sprach zu ihm: Geh von mir und hüte
dich, daß du mir nicht mehr vor die Augen kommst; denn an
dem Tage, da du mir vor die Augen kommst, sollst du sterben.
Mose antwortete: Wie du gesagt hast; ich werde dir nicht
mehr vor die Augen kommen.
Ankündigung der zehnten Plage: Tötung der
Erstgeburt
Kapitel 11
Und der HERR sprach zu Mose: Eine Plage noch will
ich über den Pharao und Ägypten kommen lassen. Dann
wird er euch von hier wegziehen lassen, und nicht nur das,
sondern er wird euch von hier sogar vertreiben.
So sage nun zu dem Volk, daß ein jeder sich von
seinem Nachbarn und eine jede von ihrer Nachbarin silbernes und
goldenes Geschmeide geben lasse.
Und der HERR verschaffte dem Volk Gunst bei den Ägyptern,
und Mose war ein sehr angesehener Mann in Ägyptenland vor
den Großen des Pharao und vor dem Volk.
Und Mose sprach: So spricht der HERR: Um
Mitternacht will ich durch Ägyptenland gehen,
und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, vom
ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum
ersten Sohn der Magd, die hinter ihrer Mühle hockt, und alle
Erstgeburt unter dem Vieh.
Und es wird ein großes Geschrei sein in ganz
Ägyptenland, wie nie zuvor gewesen ist noch werden wird;
aber gegen ganz Israel soll nicht ein Hund mucken, weder
gegen Mensch noch Vieh, auf daß ihr erkennt, daß der
HERR einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel.
Dann werden zu mir herabkommen alle diese deine Großen
und mir zu Füßen fallen und sagen: Zieh aus, du und
alles Volk, das dir nachgeht. Und daraufhin werde ich ausziehen.
Und Mose ging vom Pharao mit grimmigem Zorn.
Der HERR aber sprach zu Mose: Der Pharao wird nicht auf
euch hören, auf daß meiner Wunder noch mehr werden in
Ägyptenland.
Und Mose und Aaron haben diese Wunder alle getan
vor dem Pharao; aber der HERR verstockte ihm das Herz, so daß
er die Kinder Israel nicht ziehen ließ aus seinem Lande.
Einsetzung des Passafestes
Kapitel 12
Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland:
Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von
ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen.
Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses
Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein
Haus.
Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind,
so nehme er's mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten
wohnt, bis es so viele sind, daß sie das Lamm aufessen
können.
Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler
ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und
Ziegen sollt ihr's nehmen
und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats.
Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend.
Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an
der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den
Häusern, in denen sie's essen,
und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer
gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit
bitteren Kräutern essen.
Ihr sollt es weder roh essen noch mit Wasser gekocht,
sondern am Feuer gebraten mit Kopf, Schenkeln und inneren Teilen.
Und ihr sollt nichts davon übriglassen bis zum
Morgen; wenn aber etwas übrigbleibt bis zum Morgen, sollt
ihr's mit Feuer verbrennen.
So sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr
gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen
haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die
hinwegeilen; es ist des HERRN Passa.
Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland
gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter
Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle
Götter der Ägypter, ich, der HERR.
Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern,
in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch
vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die
das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage.
Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn
feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure
Nachkommen, als ewige Ordnung.
Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Schon
am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern tun.
Wer gesäuertes Brot ißt, vom ersten Tag an bis zum
siebenten, der soll ausgerottet werden aus Israel.
Am ersten Tag soll heilige Versammlung sein, und am
siebenten soll auch heilige Versammlung sein. Keine Arbeit sollt
ihr dann tun; nur was jeder zur Speise braucht, das allein dürft
ihr euch zubereiten.
Haltet das Gebot der ungesäuerten Brote. Denn eben an
diesem Tage habe ich eure Scharen aus Ägyptenland geführt;
darum sollt ihr diesen Tag halten, ihr und alle eure Nachkommen,
als ewige Ordnung.
Am vierzehnten Tage des ersten Monats am Abend sollt ihr
ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten
Tages des Monats,
so daß man sieben Tage lang keinen Sauerteig finde
in euren Häusern. Denn wer gesäuertes Brot ißt,
der soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israel, auch ein
Fremdling oder ein Einheimischer des Landes.
Keinerlei gesäuertes Brot sollt ihr essen, sondern
nur ungesäuertes Brot, wo immer ihr wohnt.
Und Mose berief alle Ältesten Israels und
sprach zu ihnen: Leset Schafe aus und nehmt sie für euch
nach euren Geschlechtern und schlachtet das Passa.
Und nehmt ein Büschel Ysop und taucht es in das Blut
in dem Becken und bestreicht damit die Oberschwelle und die
beiden Pfosten. Und kein Mensch gehe zu seiner Haustür
heraus bis zum Morgen.
Denn der HERR wird umhergehen und die Ägypter
schlagen. Wenn er aber das Blut sehen wird an der Oberschwelle
und an den beiden Pfosten, wird er an der Tür vorübergehen
und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, um
euch zu schlagen.
Darum so halte diese Ordnung für dich und deine
Nachkommen ewiglich.
Und wenn ihr in das Land kommt, das euch der HERR
geben wird, wie er gesagt hat, so haltet diesen Brauch.
Und wenn eure Kinder zu euch sagen werden: Was habt ihr da
für einen Brauch?,
sollt ihr sagen: Es ist das Passaopfer des HERRN, der an
den Kindern Israel vorüberging in Ägypten, als er die
Ägypter schlug und unsere Häuser errettete. Da neigte
sich das Volk und betete an.
Und die Kinder Israel gingen hin und taten, wie der HERR
es Mose und Aaron geboten hatte.
Das Sterben der Erstgeburt Ägyptens.
Der Auszug Israels
Und zur Mitternacht schlug der HERR alle Erstgeburt in
Ägyptenland vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem
Thron saß, bis zum ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis
und alle Erstgeburt des Viehs.
Da stand der Pharao auf in derselben Nacht und alle seine
Großen und alle Ägypter, und es ward ein großes
Geschrei in Ägypten; denn es war kein Haus, in dem nicht ein
Toter war.
Und er ließ Mose und Aaron rufen in der Nacht und
sprach: Macht euch auf und ziehet weg aus meinem Volk, ihr und
die Kinder Israel. Geht hin und dienet dem HERRN, wie ihr gesagt
habt.
Nehmt auch mit euch eure Schafe und Rinder, wie ihr gesagt
habt. Geht hin und bittet auch um Segen für mich.
Und die Ägypter drängten das Volk und trieben es
eilends aus dem Lande; denn sie sprachen: Wir sind alle des
Todes.
Und das Volk trug den rohen Teig, ehe er durchsäuert
war, ihre Backschüsseln in ihre Mäntel gewickelt, auf
ihren Schultern.
Und die Kinder Israel hatten getan, wie Mose gesagt hatte,
und hatten sich von den Ägyptern silbernes und goldenes
Geschmeide und Kleider geben lassen.
Dazu hatte der HERR dem Volk Gunst verschafft bei den
Ägyptern, daß sie ihnen willfährig waren, und so
nahmen sie es von den Ägyptern zur Beute.
Also zogen die Kinder Israel aus von Ramses nach Sukkoth,
sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Frauen und Kinder.
Und es zog auch mit ihnen viel fremdes Volk, dazu Schafe
und Rinder, sehr viel Vieh.
Und sie backten aus dem rohen Teig, den sie aus Ägypten
mitbrachten, ungesäuerte Brote; denn er war nicht gesäuert,
weil sie aus Ägypten weggetrieben wurden und sich nicht
länger aufhalten konnten und keine Wegzehrung zubereitet
hatten.
Die Zeit aber, die die Kinder Israel in Ägypten
gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre.
Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer
des HERRN aus Ägyptenland.
Eine Nacht des Wachens war dies für den HERRN, um sie
aus Ägyptenland zu führen; darum sollen die Kinder
Israel diese Nacht dem HERRN zu Ehren wachen, sie und ihre
Nachkommen.
Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: Dies ist die
Ordnung für das Passa: Kein Ausländer soll davon essen.
Ist er ein gekaufter Sklave, so beschneide man ihn; dann
darf er davon essen.
Ist er aber ein Beisasse oder Tagelöhner, so darf er
nicht davon essen.
In einem Hause soll man es verzehren; ihr sollt
nichts von seinem Fleisch hinaus vor das Haus tragen und sollt
keinen Knochen an ihm zerbrechen.
Die ganze Gemeinde Israel soll das tun.
Wenn ein Fremdling bei dir wohnt und dem HERRN das Passa
halten will, der beschneide alles, was männlich ist; alsdann
trete er herzu, daß er es halte, und er sei wie ein
Einheimischer des Landes. Aber ein Unbeschnittener darf nicht
davon essen.
Ein und dasselbe Gesetz gelte für den Einheimischen
und den Fremdling, der unter euch wohnt.
Und alle Kinder Israel taten, wie der HERR es Mose und
Aaron geboten hatte.
An eben diesem Tage führte der HERR die Kinder Israel
aus Ägyptenland, Schar um Schar.
Heiligung der Erstgeburt Israels. Fest der ungesäuerten
Brote
Kapitel 13
Und der HERR redete mit Mose und sprach:
Heilige mir alle Erstgeburt bei den Kindern Israel; alles,
was zuerst den Mutterschoß durchbricht bei Mensch und Vieh,
das ist mein.
Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an
dem ihr aus Ägypten, aus der Knechtschaft, gezogen seid,
denn der HERR hat euch mit mächtiger Hand von dort
herausgeführt; darum sollst du nicht gesäuertes Brot
essen.
Heute zieht ihr aus, im Monat Abib.
Wenn dich nun der HERR bringen wird in das Land der
Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Hewiter und Jebusiter, das er dir
geben wird, wie er deinen Vätern geschworen hat, ein Land,
darin Milch und Honig fließt, so sollst du diesen Brauch
halten in diesem Monat.
Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, und am
siebenten Tage ist des HERRN Fest.
Du sollst sieben Tage ungesäuertes Brot essen, daß
bei dir weder Sauerteig noch gesäuertes Brot gesehen werde
an allen deinen Orten.
Ihr sollt euren Söhnen sagen an demselben Tage: Das
halten wir um dessentwillen, was uns der HERR getan hat, als wir
aus Ägypten zogen.
Darum soll es dir wie ein Zeichen sein auf deiner Hand und
wie ein Merkzeichen zwischen deinen Augen, damit des HERRN Gesetz
in deinem Munde sei; denn der HERR hat dich mit mächtiger
Hand aus Ägypten geführt.
Darum halte diese Ordnung Jahr für Jahr zu ihrer
Zeit.
Wenn dich nun der HERR ins Land der Kanaaniter
gebracht hat, wie er dir und deinen Vätern geschworen hat,
und es dir gegeben hat,
so sollst du dem HERRN alles aussondern, was zuerst den
Mutterschoß durchbricht. Alle männliche Erstgeburt
unter dem Vieh gehört dem HERRN.
Die Erstgeburt vom Esel sollst du auslösen mit einem
Schaf; wenn du sie aber nicht auslöst, so brich ihr das
Genick. Beim Menschen aber sollst du alle Erstgeburt unter deinen
Söhnen auslösen.
Und wenn dich heute oder morgen dein Sohn fragen wird: Was
bedeutet das?, sollst du ihm sagen: Der HERR hat uns mit
mächtiger Hand aus Ägypten, aus der Knechtschaft,
geführt.
Denn als der Pharao hartnäckig war und uns nicht
ziehen ließ, erschlug der HERR alle Erstgeburt in
Ägyptenland, von der Erstgeburt des Menschen bis zur
Erstgeburt des Viehs. Darum opfere ich dem HERRN alles Männliche,
das zuerst den Mutterschoß durchbricht, aber die Erstgeburt
meiner Söhne löse ich aus.
Und das soll dir wie ein Zeichen auf deiner Hand sein und
wie ein Merkzeichen zwischen deinen Augen; denn der HERR hat uns
mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt.
Die Wolken- und Feuersäule
Als nun der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte
sie Gott nicht den Weg durch das Land der Philister, der am
nächsten war; denn Gott dachte, es könnte das Volk
gereuen, wenn sie Kämpfe vor sich sähen, und sie
könnten wieder nach Ägypten umkehren.
Darum ließ er das Volk einen Umweg machen und führte
es durch die Wüste zum Schilfmeer. Und Israel zog
wohlgeordnet aus Ägyptenland.
Und Mose nahm mit sich die Gebeine Josephs; denn dieser
hatte den Kindern Israel einen Eid abgenommen und gesprochen:
Gott wird sich gewiß euer annehmen; dann führt meine
Gebeine von hier mit euch fort.
So zogen sie aus von Sukkoth und lagerten sich in Etham am
Rande der Wüste.
Und der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer
Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei
Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie
Tag und Nacht wandern konnten.
Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage
noch die Feuersäule bei Nacht.
Israels Durchzug durchs Schilfmeer
Kapitel 14
Und der HERR redete mit Mose und sprach:
Rede zu den Kindern Israel und sprich, daß sie
umkehren und sich lagern bei Pihachiroth zwischen Migdol und dem
Meer, vor Baal-Zephon; diesem gegenüber sollt ihr euch
lagern.
Der Pharao aber wird sagen von den Kindern Israel: Sie
haben sich verirrt im Lande; die Wüste hat sie
eingeschlossen.
Und ich will sein Herz verstocken, daß er ihnen
nachjage, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und
aller seiner Macht, und die Ägypter sollen innewerden, daß
ich der HERR bin. - Und sie taten so.
Als es dem König von Ägypten angesagt wurde, daß
das Volk geflohen war, wurde sein Herz verwandelt und das Herz
seiner Großen gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben
wir das getan und haben Israel ziehen lassen, so daß sie
uns nicht mehr dienen?
Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit sich
und nahm sechshundert auserlesene Wagen und was sonst an
Wagen in Ägypten war mit Kämpfern auf jedem Wagen.
Und der HERR verstockte das Herz des Pharao, des Königs
von Ägypten, daß er den Kindern Israel nachjagte. Aber
die Kinder Israel waren unter der Macht einer starken Hand
ausgezogen.
Und die Ägypter jagten ihnen nach mit Rossen, Wagen
und ihren Männern und mit dem ganzen Heer des Pharao und
holten sie ein, als sie sich gelagert hatten am Meer bei
Pihachiroth vor Baal-Zephon.
Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Kinder
Israel ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter
ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem
HERRN
und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten,
daß du uns wegführen mußtest, damit wir in der
Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, daß du
uns aus Ägypten geführt hast?
Haben wir's dir nicht schon in Ägypten gesagt: Laß
uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre
besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der
Wüste zu sterben.
Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet
fest und sehet zu, was für ein Heil der HERR heute an euch
tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr
sie niemals wiedersehen.
Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet
stille sein.
Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu
mir? Sage den Kindern Israel, daß sie weiterziehen.
Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über
das Meer und teile es mitten durch, so daß die Kinder
Israel auf dem Trockenen mitten durch das Meer gehen.
Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, daß
sie hinter euch herziehen, und will meine Herrlichkeit erweisen
an dem Pharao und aller seiner Macht, an seinen Wagen und
Männern.
Und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der
HERR bin, wenn ich meine Herrlichkeit erweise an dem Pharao und
an seinen Wagen und Männern.
Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer
Israels herzog, und stellte sich hinter sie. Und die Wolkensäule
vor ihnen erhob sich und trat hinter sie
und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer
Israels. Und dort war die Wolke finster, und hier erleuchtete sie
die Nacht, und so kamen die Heere die ganze Nacht einander nicht
näher.
Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ
es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind die
ganze Nacht und machte das Meer trocken, und die Wasser teilten
sich.
Und die Kinder Israel gingen hinein mitten ins Meer auf
dem Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten
und zur Linken.
Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach,
alle Rosse des Pharao, seine Wagen und Männer, mitten ins
Meer.
Als nun die Zeit der Morgenwache kam, schaute der HERR auf
das Heer der Ägypter aus der Feuersäule und der Wolke
und brachte einen Schrecken über ihr Heer
und hemmte die Räder ihrer Wagen und machte, daß
sie nur schwer vorwärtskamen. Da sprachen die Ägypter:
Laßt uns fliehen vor Israel; der HERR streitet für sie
wider Ägypten.
Aber der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über
das Meer, daß das Wasser wiederkomme und herfalle über
die Ägypter, über ihre Wagen und Männer.
Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das
Meer kam gegen Morgen wieder in sein Bett, und die Ägypter
flohen ihm entgegen. So stürzte der HERR sie mitten ins
Meer.
Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer,
das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, so
daß nicht einer von ihnen übrigblieb.
Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer,
und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken.
So errettete der HERR an jenem Tage Israel aus der Ägypter
Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres
liegen.
So sah Israel die mächtige Hand, mit der der HERR an
den Ägyptern gehandelt hatte. Und das Volk fürchtete
den HERRN, und sie glaubten ihm und seinem Knecht Mose.
Moses Lobgesang
Kapitel 15
Damals sangen Mose und die Kinder Israel dies Lied dem
HERRN und sprachen:
Ich will dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche
Tat getan, Roß und Mann hat er ins Meer gestürzt.
Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist
mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines
Vaters Gott, ich will ihn erheben.
Der HERR ist der rechte Kriegsmann, HERR ist sein
Name.
Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer, seine
auserwählten Streiter versanken im Schilfmeer.
Die Tiefe hat sie bedeckt, sie sanken auf den Grund wie
die Steine.
HERR, deine rechte Hand tut große Wunder, HERR,
deine rechte Hand hat die Feinde zerschlagen.
Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine
Widersacher gestürzt; denn als du deinen Grimm ausließest,
verzehrte er sie wie Stoppeln.
Durch dein Schnauben türmten die Wasser sich auf, die
Fluten standen wie ein Wall; die Tiefen erstarrten mitten im
Meer.
Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und ergreifen und
den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen. Ich will
mein Schwert ausziehen, und meine Hand soll sie verderben.
Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer
bedeckte sie, und sie sanken unter wie Blei im mächtigen
Wasser.
HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern?
Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich,
löblich und wundertätig ist?
Als du deine rechte Hand ausrecktest, verschlang sie die
Erde.
Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das
du erlöst hast, und hast sie geführt durch deine Stärke
zu deiner heiligen Wohnung.
Als das die Völker hörten, erbebten sie; Angst
kam die Philister an.
Da erschraken die Fürsten Edoms, Zittern kam die
Gewaltigen Moabs an, alle Bewohner Kanaans wurden feig.
Es fiel auf sie Erschrecken und Furcht; vor deinem
mächtigen Arm erstarrten sie wie die Steine, bis dein Volk,
HERR, hindurchzog, bis das Volk hindurchzog, das du erworben
hast.
Du brachtest sie hinein und pflanztest sie ein auf dem
Berge deines Erbteils, den du, HERR, dir zur Wohnung gemacht
hast, zu deinem Heiligtum, Herr, das deine Hand bereitet hat.
Der HERR wird König sein immer und ewig.
Denn der Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und
Wagen und Männern. Und der HERR ließ das Meer wieder
über sie kommen. Aber die Kinder Israel gingen trocken
mitten durchs Meer.
Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester,
eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit
Pauken im Reigen.
Und Mirjam sang ihnen vor: Laßt uns dem HERRN
singen, denn er hat eine herrliche Tat getan, Roß und Mann
hat er ins Meer gestürzt.
Israel in Mara und Elim
Mose ließ Israel ziehen vom Schilfmeer hinaus zu der
Wüste Schur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste
und fanden kein Wasser.
Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von
Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den
Ort Mara.
Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir
trinken?
Er schrie zu dem HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Holz;
das warf er ins Wasser, da wurde es süß.
Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und versuchte sie
und sprach: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes,
gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine
Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der
Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe;
denn ich bin der HERR, dein Arzt.
Und sie kamen nach Elim; da waren zwölf
Wasserquellen und siebzig Palmbäume. Und sie lagerten sich
dort am Wasser.
Speisung mit Wachteln und Manna
Kapitel 16
Von Elim zogen sie aus, und die ganze Gemeinde der Kinder
Israel kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai
liegt, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, nachdem sie
von Ägypten ausgezogen waren.
Und es murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israel
wider Mose und Aaron in der Wüste.
Und sie sprachen: Wollte Gott, wir wären in Ägypten
gestorben durch des HERRN Hand, als wir bei den Fleischtöpfen
saßen und hatten Brot die Fülle zu essen. Denn ihr
habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, daß
ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben laßt.
Da sprach der HERR zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom
Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich
sammeln, was es für den Tag bedarf, daß ich's prüfe,
ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.
Am sechsten Tage aber wird's geschehen, wenn sie
zubereiten, was sie einbringen, daß es doppelt soviel sein
wird, wie sie sonst täglich sammeln.
Mose und Aaron sprachen zu ganz Israel: Am Abend sollt ihr
innewerden, daß euch der HERR aus Ägyptenland geführt
hat,
und am Morgen werdet ihr des HERRN Herrlichkeit sehen,
denn er hat euer Murren wider den HERRN gehört. Was sind
wir, daß ihr wider uns murret?
Weiter sprach Mose: Der HERR wird euch am Abend Fleisch zu
essen geben und am Morgen Brot die Fülle, weil der HERR euer
Murren gehört hat, womit ihr wider ihn gemurrt habt. Denn
was sind wir? Euer Murren ist nicht wider uns, sondern wider den
HERRN.
Und Mose sprach zu Aaron: Sage der ganzen Gemeinde
der Kinder Israel: Kommt herbei vor den HERRN, denn er hat euer
Murren gehört.
Und als Aaron noch redete zu der ganzen Gemeinde der
Kinder Israel, wandten sie sich zur Wüste hin, und siehe,
die Herrlichkeit des HERRN erschien in der Wolke.
Und der HERR sprach zu Mose:
Ich habe das Murren der Kinder Israel gehört. Sage
ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen
von Brot satt werden und sollt innewerden, daß ich, der
HERR, euer Gott bin.
Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten
das Lager. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager.
Und als der Tau weg war, siehe, da lag's in der Wüste
rund und klein wie Reif auf der Erde.
Und als es die Kinder Israel sahen, sprachen sie
untereinander: Man hu*? Denn sie wußten nicht, was es war.
Mose aber sprach zu ihnen: Es ist das Brot, das euch der HERR zu
essen gegeben hat.
* d.h. Was ist das?
Das ist's aber, was der HERR geboten hat: Ein jeder
sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll für
jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte.
Und die Kinder Israel taten's und sammelten, einer viel,
der andere wenig.
Aber als man's nachmaß, hatte der nicht darüber,
der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig
gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen
brauchte.
Und Mose sprach zu ihnen: Niemand lasse etwas davon übrig
bis zum nächsten Morgen.
Aber sie gehorchten Mose nicht. Und etliche ließen
davon übrig bis zum nächsten Morgen; da wurde es voller
Würmer und stinkend. Und Mose wurde zornig auf sie.
Sie sammelten aber alle Morgen, soviel ein jeder zum Essen
brauchte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es.
Und am sechsten Tage sammelten sie doppelt soviel
Brot, je zwei Krüge voll für einen. Und alle Vorsteher
der Gemeinde kamen hin und verkündeten's Mose.
Und er sprach zu ihnen: Das ist's, was der HERR gesagt
hat: Morgen ist Ruhetag, heiliger Sabbat für den HERRN. Was
ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht;
was aber übrig ist, das legt beiseite, daß es
aufgehoben werde bis zum nächsten Morgen.
Und sie legten's beiseite bis zum nächsten Morgen,
wie Mose geboten hatte. Da wurde es nicht stinkend, und war auch
kein Wurm darin.
Da sprach Mose: Eßt dies heute, denn heute ist der
Sabbat des HERRN; ihr werdet heute nichts finden auf dem Felde.
Sechs Tage sollt ihr sammeln; aber der siebente Tag ist
der Sabbat, an dem wird nichts da sein.
Aber am siebenten Tage gingen etliche vom Volk
hinaus, um zu sammeln, und fanden nichts.
Da sprach der HERR zu Mose: Wie lange weigert ihr euch,
meine Gebote und Weisungen zu halten?
Sehet, der HERR hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er
euch am sechsten Tage für zwei Tage Brot. So bleibe nun ein
jeder, wo er ist, und niemand verlasse seinen Wohnplatz am
siebenten Tage.
Also ruhte das Volk am siebenten Tage. -
Und das Haus Israel nannte es Manna. Und es war wie weißer
Koriandersamen und hatte einen Geschmack wie Semmel mit Honig.
Und Mose sprach: Das ist's, was der HERR geboten hat:
Fülle einen Krug davon, um es aufzubewahren für eure
Nachkommen, auf daß man sehe das Brot, mit dem ich euch
gespeist habe in der Wüste, als ich euch aus Ägyptenland
führte.
Und Mose sprach zu Aaron: Nimm ein Gefäß und tu
Manna hinein, den zehnten Teil eines Scheffels, und stelle es hin
vor den HERRN, daß es aufbewahrt werde für eure
Nachkommen.
Wie der HERR es Mose geboten hatte, so stellte Aaron das
Gefäß vor die Lade mit dem Gesetz, damit es aufbewahrt
werde.
Und die Kinder Israel aßen Manna vierzig Jahre lang,
bis sie in bewohntes Land kamen; bis an die Grenze des Landes
Kanaan aßen sie Manna.
Ein Krug aber ist der zehnte Teil eines Scheffels.
Israel in Massa und Meriba
Kapitel 17
Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel zog aus der Wüste
Sin weiter ihre Tagereisen, wie ihnen der HERR befahl, und sie
lagerten sich in Raphidim. Da hatte das Volk kein Wasser zu
trinken.
Und sie haderten mit Mose und sprachen: Gib uns Wasser,
daß wir trinken. Mose sprach zu ihnen: Was hadert ihr mit
mir? Warum versucht ihr den HERRN?
Als aber dort das Volk nach Wasser dürstete, murrten
sie wider Mose und sprachen: Warum hast du uns aus Ägypten
ziehen lassen, daß du uns, unsere Kinder und unser Vieh vor
Durst sterben läßt?
Mose schrie zum HERRN und sprach: Was soll ich mit dem
Volk tun? Es fehlt nicht viel, so werden sie mich noch steinigen.
Der HERR sprach zu ihm: Tritt hin vor das Volk und nimm
einige von den Ältesten Israels mit dir und nimm deinen Stab
in deine Hand, mit dem du den Nil schlugst, und geh hin.
Siehe, ich will dort vor dir stehen auf dem Fels am Horeb.
Da sollst du an den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen,
daß das Volk trinke. Und Mose tat so vor den Augen der
Ältesten von Israel.
Da nannte er den Ort Massa und Meriba, weil die Kinder
Israel dort gehadert und den HERRN versucht und gesagt hatten:
Ist der HERR unter uns oder nicht?
Sieg über die Amalekiter
Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Raphidim.
Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer,
zieh aus und kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich oben auf
dem Hügel stehen mit dem Stab Gottes in meiner Hand.
Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, und kämpfte gegen
Amalek. Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Höhe des
Hügels.
Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn
er aber seine Hand sinken ließ, siegte Amalek.
Aber Mose wurden die Hände schwer; darum nahmen die
beiden einen Stein und legten ihn hin, daß er sich
daraufsetzte. Aaron aber und Hur stützten ihm die Hände,
auf jeder Seite einer. So blieben seine Hände erhoben, bis
die Sonne unterging.
Und Josua überwältigte Amalek und sein Volk
durch des Schwertes Schärfe.
Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe dies zum
Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich
will Amalek unter dem Himmel austilgen, daß man seiner
nicht mehr gedenke.
Und Mose baute einen Altar und nannte ihn: Der HERR mein
Feldzeichen.
Und er sprach: Die Hand an den Thron des HERRN! Der HERR
führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind.
Jethros Besuch bei Mose
Kapitel 18
Und Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater,
hörte alles, was Gott an Mose und seinem Volk Israel getan
hatte, daß der HERR Israel aus Ägypten geführt
hatte.
Da nahm er mit sich Zippora, die Frau des Mose, die er
zurückgesandt hatte,
samt ihren beiden Söhnen; von denen hieß einer
Gerschom, denn Mose sprach: Ich bin ein Gast geworden in fremdem
Lande,
und der andere Eliëser, denn er sprach: Der Gott
meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich errettet vor
dem Schwert des Pharao.
Als nun Jethro, Moses Schwiegervater, und seine Söhne
und seine Frau zu ihm in die Wüste kamen, an den Berg
Gottes, wo er sich gelagert hatte,
ließ er Mose sagen: Ich, Jethro, dein
Schwiegervater, bin zu dir gekommen und deine Frau und ihre
beiden Söhne mit ihr.
Da ging Mose hinaus ihm entgegen und neigte sich vor ihm
und küßte ihn. Und als sie sich untereinander gegrüßt
hatten, gingen sie in das Zelt.
Da erzählte Mose seinem Schwiegervater alles, was der
HERR um Israels willen dem Pharao und den Ägyptern angetan
hatte, und alle die Mühsal, die ihnen auf dem Wege begegnet
war, und wie sie der HERR errettet hatte.
Jethro aber freute sich über all das Gute, das der
HERR an Israel getan hatte, wie er sie errettet hatte aus der
Ägypter Hand.
Und Jethro sprach: Gelobt sei der HERR, der euch errettet
hat aus der Ägypter und des Pharao Hand.
Nun weiß ich, daß der HERR größer
ist als alle Götter; denn er hat das Volk aus der Ägypter
Hand errettet, weil sie vermessen an Israel gehandelt haben.
Und Jethro, Moses Schwiegervater, brachte Gott ein
Brandopfer und Schlachtopfer dar. Da kamen Aaron und alle
Ältesten von Israel, um mit Moses Schwiegervater das Mahl zu
halten vor Gott.
Einsetzung von Helfern für Mose
Am andern Morgen setzte sich Mose, um dem Volk Recht zu
sprechen. Und das Volk stand um Mose her vom Morgen bis zum
Abend.
Als aber sein Schwiegervater alles sah, was er mit dem
Volk tat, sprach er: Was tust du denn mit dem Volk? Warum mußt
du ganz allein da sitzen, und alles Volk steht um dich her vom
Morgen bis zum Abend?
Mose antwortete ihm: Das Volk kommt zu mir, um Gott zu
befragen.
Denn wenn sie einen Streitfall haben, kommen sie zu mir,
damit ich richte zwischen dem einen und dem andern und tue ihnen
kund die Satzungen Gottes und seine Weisungen.
Sein Schwiegervater sprach zu ihm: Es ist nicht gut, wie
du das tust.
Du machst dich zu müde, dazu auch das Volk, das mit
dir ist. Das Geschäft ist dir zu schwer; du kannst es allein
nicht ausrichten.
Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und Gott
wird mit dir sein. Vertritt du das Volk vor Gott und bringe ihre
Anliegen vor Gott
und tu ihnen die Satzungen und Weisungen kund, daß
du sie lehrest den Weg, auf dem sie wandeln, und die Werke, die
sie tun sollen.
Sieh dich aber unter dem ganzen Volk um nach redlichen
Leuten, die Gott fürchten, wahrhaftig sind und dem
ungerechten Gewinn feind. Die setze über sie als Oberste
über tausend, über hundert, über fünfzig und
über zehn,
daß sie das Volk allezeit richten. Nur wenn es eine
größere Sache ist, sollen sie diese vor dich bringen,
alle geringeren Sachen aber sollen sie selber richten. So mach
dir's leichter und laß sie mit dir tragen.
Wirst du das tun, so kannst du ausrichten, was dir Gott
gebietet, und dies ganze Volk kann mit Frieden an seinen Ort
kommen.
Mose gehorchte dem Wort seines Schwiegervaters und tat
alles, was er sagte,
und erwählte redliche Leute aus ganz Israel und
machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über
tausend, über hundert, über fünfzig und über
zehn,
daß sie das Volk allezeit richteten, die schwereren
Sachen vor Mose brächten und die kleineren Sachen selber
richteten.
Und Mose ließ seinen Schwiegervater wieder in sein
Land ziehen.
Ankunft am Sinai. Zurüstung des Volkes.
Erscheinung des Herrn
Kapitel 19
Am ersten Tag des dritten Monats nach dem Auszug der
Kinder Israel aus Ägyptenland, genau auf den Tag, kamen sie
in die Wüste Sinai.
Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und kamen in die
Wüste Sinai und lagerten sich dort in der Wüste
gegenüber dem Berge.
Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief
ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause
Jakob und verkündigen den Kindern Israel:
Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe
und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu
mir gebracht.
Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund
halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern;
denn die ganze Erde ist mein.
Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und
ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den
Kindern Israel sagen sollst.
Mose kam und berief die Ältesten des Volks und
legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte.
Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles,
was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die
Worte des Volks dem HERRN wieder.
Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen
in einer dichten Wolke, auf daß dies Volk es höre,
wenn ich mit dir rede, und dir für immer glaube. Und Mose
verkündete dem HERRN die Worte des Volks.
Und der HERR sprach zu Mose: Geh hin zum Volk und
heilige sie heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen
und bereit seien für den dritten Tag; denn am dritten
Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai.
Und zieh eine Grenze um das Volk und sprich zu ihnen:
Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder seinen Fuß
anzurühren; denn wer den Berg anrührt, der soll des
Todes sterben.
Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll
gesteinigt oder erschossen werden; es sei Tier oder Mensch, sie
sollen nicht leben bleiben. Wenn aber das Widderhorn lange tönen
wird, dann soll man auf den Berg steigen.
Mose stieg vom Berge zum Volk herab und heiligte sie, und
sie wuschen ihre Kleider.
Und er sprach zu ihnen: Seid bereit für den dritten
Tag, und keiner rühre eine Frau an.
Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da
erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem
Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk
aber, das im Lager war, erschrak.
Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen,
und es trat unten an den Berg.
Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den
Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch
von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr.
Und der Posaune Ton ward immer stärker. Und Mose
redete, und Gott antwortete ihm laut.
Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai,
oben auf seinen Gipfel, berief er Mose hinauf auf den Gipfel des
Berges, und Mose stieg hinauf.
Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und verwarne das
Volk, daß sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen,
und viele von ihnen fallen.
Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen,
sollen sich heiligen, daß sie der HERR nicht zerschmettere.
Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den
Berg Sinai steigen, denn du hast uns verwarnt und gesagt: Zieh
eine Grenze um den Berg und heilige ihn.
Und der HERR sprach zu ihm: Geh hin, steig hinab und komm
wieder herauf, du und Aaron mit dir; aber die Priester und das
Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu
dem HERRN, damit er sie nicht zerschmettere.
Und Mose stieg hinunter zum Volk und sagte es ihm.
Die zehn Gebote
Kapitel 20
Und Gott redete alle diese Worte:
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus
Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis*
machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was
unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:
* d.h. hier
Abbild.
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der
HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der
Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den
Kindern derer, die mich hassen,
aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die
mich lieben und meine Gebote halten.
Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht
mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft
lassen, der seinen Namen mißbraucht.
Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest.
Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines
Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn,
deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht
dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde
gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am
siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte
ihn.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß
du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben
wird.
Du sollst nicht töten.
Du sollst nicht ehebrechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen
Nächsten.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht,
Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
Und alles Volk wurde Zeuge von dem Donner und Blitz
und dem Ton der Posaune und dem Rauchen des Berges. Als sie aber
solches sahen, flohen sie und blieben in der Ferne stehen
und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen hören;
aber laß Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst
sterben.
Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn
Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr's vor Augen habt,
wie er zu fürchten sei, und ihr nicht sündigt.
So stand das Volk von ferne, aber Mose nahte sich dem
Dunkel, darinnen Gott war.
Vom rechten Gottesdienst in Israel
Und der HERR sprach zu ihm: So sollst du den Kindern
Israel sagen: Ihr habt gesehen, daß ich mit euch vom Himmel
geredet habe.
Darum sollt ihr euch keine andern Götter neben mir
machen, weder silberne noch goldene sollt ihr euch machen.
Einen Altar von Erde mache mir, auf dem du dein
Brandopfer und Dankopfer, deine Schafe und Rinder, opferst. An
jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, da will ich zu
dir kommen und dich segnen.
Und wenn du mir einen steinernen Altar machen willst,
sollst du ihn nicht von behauenen Steinen bauen; denn wenn du mit
deinem Eisen darüber kommst, so wirst du ihn entweihen.
Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar
hinaufsteigen, daß nicht deine Blöße aufgedeckt
werde vor ihm.
2.
Mose 21-40
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