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DAS ZWEITE BUCH DER CHRONIK

Kapitel 1- 17







Salomos Opfer und sein Gebet um Weisheit

Kapitel 1

  1. Und Salomo, der Sohn Davids, wurde mächtig in seinem Königtum, und der HERR, sein Gott, war mit ihm und machte ihn immer größer.

  2. Und Salomo redete mit ganz Israel, mit den Obersten über tausend und über hundert, mit den Richtern und mit allen Fürsten in Israel, mit den Häuptern der Sippen,

  3. daß sie hingingen, Salomo und die ganze Gemeinde mit ihm, zu der Höhe, die bei Gibeon war; denn dort war die Stiftshütte Gottes, die Mose, der Knecht des HERRN, in der Wüste gemacht hatte.

  4. - Nur die Lade Gottes hatte David heraufgebracht von Kirjath-Jearim an den Ort, den er ihr bereitet hatte; denn er hatte ihr ein Zelt aufgeschlagen zu Jerusalem. -

  5. Auch der kupferne Altar, den Bezalel, der Sohn Uris, des Sohnes Hurs, gemacht hatte, war dort vor der Wohnung des HERRN. Und Salomo und die Gemeinde pflegten ihn aufzusuchen.

  6. Und Salomo opferte vor dem HERRN tausend Brandopfer auf dem kupfernen Altar, der vor der Stiftshütte stand.

  7. In derselben Nacht aber erschien Gott dem Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was ich dir geben soll.

  8. Und Salomo sprach zu Gott: Du hast große Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum König gemacht.

  9. So laß nun, HERR, Gott, dein Wort an meinen Vater David wahr werden; denn du hast mich zum König gemacht über ein Volk, das so viel ist wie Staub auf Erden.

  10. So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, daß ich vor diesem Volk aus- und eingehe; denn wer kann dies dein großes Volk richten?

  11. Da sprach Gott zu Salomo: Weil du dies im Sinn hast und nicht gebeten um Reichtum noch um Gut noch um Ehre noch um deiner Feinde Tod noch um langes Leben, sondern hast um Weisheit und Erkenntnis gebeten, mein Volk zu richten, über das ich dich zum König gemacht habe,

  12. so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben. Dazu will ich dir Reichtum, Gut und Ehre geben, wie sie die Könige vor dir nicht gehabt haben und auch die nach dir nicht haben werden.

  13. So kam Salomo von der Höhe, die bei Gibeon war, von der Stiftshütte, nach Jerusalem und regierte über Israel.

Salomos Heeresmacht und Reichtum

  1. Und Salomo brachte Wagen und Reiter zusammen, so daß er tausendvierhundert Wagen und zwölftausend Reiter hatte, und legte sie in die Wagenstädte und zum König nach Jerusalem.

  2. Und der König brachte es dahin, daß es in Jerusalem so viel Silber und Gold gab wie Steine und so viele Zedern wie Maulbeerbäume im Hügelland.

  3. Und man brachte Salomo Pferde aus Ägypten und aus Koë; die Kaufleute des Königs kauften sie aus Koë zu ihrem Preis;

  4. aus Ägypten aber brachten sie herauf den Wagen für sechshundert Silberstücke und das Pferd für hundertfünfzig. Dann führten sie diese wieder aus an alle Könige der Hethiter und an die Könige von Aram.

Salomos Vertrag mit Hiram von Tyrus

  1. ° Und Salomo gedachte dem Namen des HERRN ein Haus zu bauen und auch ein Haus für sich als König.

Kapitel 2

  1. ° Und Salomo zählte siebzigtausend ab, die Lasten tragen, und achtzigtausend, die im Gebirge Steine hauen sollten, und dreitausendsechshundert Aufseher über sie.

  2. Und Salomo sandte zu Hiram, dem König von Tyrus, und ließ ihm sagen: Wie du mit meinem Vater David tatest und ihm Zedern sandtest, daß er sich ein Haus baute, in dem er wohnte, -

  3. siehe, ich will dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus bauen, das ihm geheiligt werde, um gutes Räucherwerk vor ihm darzubringen und ständig Schaubrote zuzurichten und Brandopfer am Morgen und am Abend, an den Sabbaten und Neumonden und an den Festen des HERRN, unseres Gottes, wie es allezeit für Israel gilt.

  4. Und das Haus, das ich bauen will, soll groß sein; denn unser Gott ist größer als alle Götter.

  5. Aber wer vermag es, ihm ein Haus zu bauen? Denn der Himmel und aller Himmel Himmel können ihn nicht fassen. Wer bin ich denn, daß ich ihm ein Haus baue, es sei denn, um vor ihm zu opfern?

  6. So sende mir nun einen tüchtigen Mann, der mit Gold, Silber, Kupfer, Eisen, rotem Purpur, Scharlach und blauem Purpur arbeiten kann und der Bildwerk zu schnitzen versteht zusammen mit den Meistern, die bei mir in Juda und Jerusalem sind und die mein Vater David bestellt hat.

  7. Und sende mir Zedern-, Zypressen- und Sandelholz vom Libanon; denn ich weiß, daß deine Leute verstehen, das Holz auf dem Libanon zu hauen. Und siehe, meine Leute sollen mit deinen Leuten sein,

  8. daß man mir viel Holz zubereite; denn das Haus, das ich bauen will, soll groß und prächtig sein.

  9. Und siehe, ich will den Holzhauern, deinen Leuten, die das Holz behauen, zweihunderttausend Scheffel Weizen und zweihunderttausend Scheffel Gerste und zwanzigtausend Eimer Wein und zwanzigtausend Eimer Öl zur Speise geben.

  10. Da antwortete Hiram, der König von Tyrus, in einem Brief und sandte zu Salomo: Da der HERR sein Volk liebt, hat er dich zum König über sie gemacht.

  11. Und Hiram schrieb weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der Himmel und Erde gemacht hat, daß er dem König David einen weisen, klugen und verständigen Sohn gegeben hat, der dem HERRN ein Haus bauen will und auch ein Haus für sich als König!

  12. So sende ich nun einen tüchtigen und verständigen Mann, Hiram, meinen Berater;

  13. er ist der Sohn einer Frau von den Töchtern Dans, und sein Vater ist ein Tyrer gewesen. Der versteht zu arbeiten mit Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Steinen, Holz, rotem und blauem Purpur, feiner Leinwand und Scharlach, und Bildwerk zu schnitzen und alles, was man ihm aufgibt, kunstreich zu machen mit deinen Meistern und mit den Meistern meines Herrn, des Königs David, deines Vaters.

  14. Mein Herr sende nun seinen Leuten, wie er gesagt hat, Weizen, Gerste, Öl und Wein,

  15. so wollen wir das Holz hauen auf dem Libanon, soviel du bedarfst, und wollen es auf Flößen übers Meer nach Japho bringen. Von da mußt du es hinauf nach Jerusalem schaffen.

  16. Und Salomo ließ alle Fremdlinge im Lande Israel zählen, nachdem schon sein Vater David sie gezählt hatte, und es fanden sich 153 600.

  17. Und er machte von ihnen 70 000 zu Trägern und 80 000 zu Steinhauern im Gebirge und 3 600 zu Aufsehern, die die Leute zum Dienst anhielten.

Der Bau des Tempels

Kapitel 3

  1. Und Salomo fing an, das Haus des HERRN zu bauen in Jerusalem auf dem Berge Morija, wo der HERR seinem Vater David erschienen war, an der Stätte, die David auf der Tenne Ornans, des Jebusiters, zubereitet hatte.

  2. Im zweiten Monat am zweiten Tage im vierten Jahr seiner Herrschaft fing er an zu bauen.

  3. Und dies sind die Maße, nach denen Salomo das Haus Gottes baute: die Länge sechzig Ellen nach altem Maß, die Breite zwanzig Ellen.

  4. Und die Vorhalle, die sich davor befand, war nach der Breite des Hauses zwanzig Ellen lang, die Höhe aber war hundertzwanzig* Ellen, und er überzog sie innen mit lauterem Gold.

    *Nach anderer Überlieferung: zwanzig Ellen.

  5. Die große Halle aber täfelte er mit Zypressenholz und überzog sie mit dem besten Gold und brachte darauf Palmen und Blumenwerk an.

  6. Und er zierte die Halle mit edlen Steinen zum Schmuck, das Gold aber war Parwajim-Gold.

  7. Und er überzog die Halle, die Balken und die Schwellen samt ihren Wänden und Türen mit Gold und ließ auf die Wände Cherubim schnitzen.

  8. Er machte auch den Raum des Allerheiligsten. Dessen Länge war zwanzig Ellen nach der Breite des Baues, und seine Breite war auch zwanzig Ellen, und er überzog ihn mit dem besten Gold, an sechshundert Zentner;

  9. und er gab auch für die Nägel fünfzig Lot Gold an Gewicht und überzog die Obergemächer mit Gold.

  10. Er machte auch im Raum des Allerheiligsten zwei Cherubim, kunstreiche Werke, und überzog sie mit Gold.

  11. Und die Länge der Flügel der Cherubim war zwanzig Ellen, so daß ein Flügel fünf Ellen hatte und an die Wand des Hauses rührte und der andere Flügel auch fünf Ellen hatte und an den Flügel des andern Cherubs rührte.

  12. So hatte auch der eine Flügel des andern Cherubs fünf Ellen und rührte an die Wand des Hauses, und sein anderer Flügel hatte auch fünf Ellen und rührte an den Flügel des andern Cherubs,

  13. so daß diese Flügel der Cherubim zwanzig Ellen weit ausgebreitet waren. Und sie standen auf ihren Füßen, und ihr Antlitz war zur Halle hingewandt.

  14. Er machte auch einen Vorhang von blauem und rotem Purpur, von Scharlach und feiner Leinwand und brachte Cherubim darauf an.

Die beiden Säulen vor dem Tempel

  1. Und er machte vor dem Hause zwei Säulen, fünfunddreißig Ellen hoch, und den Knauf oben darauf fünf Ellen

  2. und machte Ketten zum Gitterwerk und tat sie oben an die Säulen und machte hundert Granatäpfel und tat sie an die Ketten

  3. und richtete die Säulen auf vor dem Tempel, eine zur Rechten und die andere zur Linken, und nannte die zur Rechten Jachin und die zur Linken Boas.

Beschreibung einzelner Geräte des Tempels

Kapitel 4

  1. Er machte auch einen kupfernen Altar, zwanzig Ellen lang und breit und zehn Ellen hoch.

  2. Und er machte das Meer, gegossen, von einem Rand zum andern zehn Ellen breit, ganz rund, fünf Ellen hoch, und eine Schnur von dreißig Ellen konnte es umspannen.

  3. Und unter ihm umgaben es ringsum Gestalten, Rindern vergleichbar; und es waren um das Meer her zehn Knoten je Elle; zwei Reihen bildeten die Knoten, die bei dem Guß mit angegossen waren.

  4. Es stand aber auf zwölf Rindern, von denen drei nach Norden gewandt waren, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten, und das Meer stand oben auf ihnen; und ihre Hinterteile waren alle nach innen gekehrt.

  5. Die Stärke seiner Wand war eine Hand breit, und sein Rand war wie eines Bechers Rand, wie eine aufgegangene Lilie, und es faßte dreitausend Eimer.

  6. Und er machte zehn Kessel. Von ihnen stellte er fünf zur Rechten und fünf zur Linken, um in ihnen zu waschen – nämlich was zum Brandopfer gehört, sollte man darin abspülen -; das Meer aber stellte er auf, daß sich die Priester darin waschen sollten.

  7. Er machte auch zehn goldene Leuchter, wie sie sein sollten, und stellte sie in die Tempelhalle, fünf zur Rechten und fünf zur Linken,

  8. und machte zehn Tische und tat sie in die Tempelhalle, fünf zur Rechten und fünf zur Linken, und machte hundert goldene Schalen.

  9. Er machte auch einen Vorhof für die Priester und einen großen Vorhof und Türen für den Vorhof und überzog die Türen mit Kupfer

  10. und setzte das Meer rechts vor das Haus nach Süden hin.

  11. Und Hiram machte Töpfe, Schaufeln und Becken.

    Danach vollendete Hiram die Arbeit, die er für den König Salomo tat am Hause Gottes,

  12. nämlich die zwei Säulen mit den kugligen Knäufen oben auf beiden Säulen und die zwei Gitterwerke, zu bedecken beide kugligen Knäufe oben auf den Säulen,

  13. und die vierhundert Granatäpfel an den beiden Gitterwerken, zwei Reihen Granatäpfel an jedem Gitterwerk, zu bedecken beide kugligen Knäufe, die oben auf den Säulen waren.

  14. Auch machte er die Gestelle und die Kessel auf den Gestellen

  15. und das Meer und die zwölf Rinder darunter;

  16. dazu machte Hiram, sein Berater, dem König Salomo Töpfe, Schaufeln, Gabeln samt allen Gefäßen für das Haus des HERRN von geglättetem Kupfer.

  17. In der Gegend des unteren Jordan ließ sie der König gießen in der Gießerei von Adama, zwischen Sukkoth und Zereda.

  18. Und Salomo machte sehr viel von allen diesen Geräten, so daß das Gewicht des Kupfers nicht zu erforschen war.

  19. Und Salomo machte alles Gerät für das Haus Gottes, nämlich den goldenen Altar und die Tische mit den Schaubroten darauf,

  20. die Leuchter mit ihren Lampen von lauterem Gold, daß sie brennen vor dem Chorraum nach der Ordnung.

  21. Und die Blumen und die Lampen und die Scheren waren golden, das war alles ganz aus Gold;

  22. auch die Messer, Schalen, Löffel und Pfannen waren von lauterem Gold. Und an den Eingängen des Hauses waren die inneren Türen zum Allerheiligsten und die Türen zur Tempelhalle aus Gold.

Kapitel 5

  1. Also wurde alle Arbeit vollbracht, die Salomo am Hause des HERRN tat. Und Salomo brachte hinein alles, was sein Vater David geheiligt hatte, und legte das Silber und Gold und alle Geräte in den Schatz im Hause Gottes.

Einweihung des Tempels

  1. Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.

  2. Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat gefeiert wird.

  3. Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf

  4. und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

  5. Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder so viel, daß es niemand zählen noch berechnen konnte.

  6. So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihre Stätte, in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim,

  7. daß die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von obenher.

  8. Die Stangen aber waren so lang, daß man ihre Enden vor dem Chorraum in der Tempelhalle sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag.

  9. Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen.

  10. Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne daß sie sich an die Ordnungen hielten -,

  11. und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaph, Heman und Jeduthun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertundzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.

  12. Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig -, da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke,

  13. so daß die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Salomos Gebet bei der Einweihung des Tempels

Kapitel 6

  1. Da sprach Salomo: Der HERR hat gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.

  2. So habe ich nun ein Haus gebaut dir zur Wohnung und einen Sitz, da du ewiglich wohnest.

  3. Und der König wandte sein Antlitz und segnete die ganze Gemeinde Israel, während sie stand,

  4. und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der durch seinen Mund meinem Vater David zugesagt und es mit seiner Hand erfüllt hat, als er sagte:

  5. Seit der Zeit, da ich mein Volk aus Ägyptenland geführt habe, habe ich keine Stadt erwählt aus allen Stämmen Israels, ein Haus zu bauen, daß mein Name daselbst sein sollte, und habe auch keinen Mann erwählt, daß er Fürst sein sollte über mein Volk Israel;

  6. aber Jerusalem habe ich erwählt, daß mein Name daselbst sei, und David habe ich erwählt, daß er über mein Volk Israel Herr sei.

  7. Und als mein Vater David im Sinn hatte, dem Namen des HERRN, des Gottes Israels, ein Haus zu bauen,

  8. sprach der HERR zu meinem Vater David: Du hast wohlgetan, daß du im Sinn hast, meinem Namen ein Haus zu bauen.

  9. Doch nicht du sollst das Haus bauen, sondern dein Sohn, der von dir kommen wird, soll meinem Namen das Haus bauen.

  10. So hat nun der HERR sein Wort wahr gemacht, das er geredet hat; denn ich bin zur Macht gekommen an meines Vaters David Statt und sitze auf dem Thron Israels, wie der HERR zugesagt hat, und habe dem Namen des HERRN, des Gottes Israels, ein Haus gebaut

  11. und habe die Lade hineingebracht, in der die Tafeln des Bundes des HERRN sind, den er mit den Kindern Israel geschlossen hat.

  12. Und er trat vor den Altar des HERRN angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus

  13. - aber Salomo hatte eine Kanzel aus Kupfer gemacht und mitten in den Vorhof gestellt, fünf Ellen lang und breit und drei Ellen hoch; auf diese trat er und fiel nieder auf seine Knie angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel -

  14. und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott dir gleich weder im Himmel noch auf Erden, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen.

  15. Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, gehalten, was du ihm zugesagt hast; mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, so wie es heute ist.

  16. Nun, HERR, Gott Israels, halte deinem Knecht David, meinem Vater, was du ihm zugesagt hast: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann, der vor mir steht, der auf dem Thron Israels sitzt, sofern deine Söhne ihren Weg bewahren, daß sie wandeln in meinem Gesetz, wie du vor mir gewandelt bist.

  17. Nun, HERR, Gott Israels, laß dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht David zugesagt hast.

  18. Aber sollte Gott wirklich bei den Menschen auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen; wie sollte es denn dies Haus tun, das ich gebaut habe?

  19. Wende dich aber, HERR, mein Gott, zu dem Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, daß du erhörest das Bitten und Beten deines Knechtes vor dir!

  20. Laß deine Augen offen sein über diesem Hause Tag und Nacht, über der Stätte, von der du gesagt hast, du wollest deinen Namen daselbst wohnen lassen, daß du hörest das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte beten wird.

  21. So höre nun das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, wenn sie bitten werden an dieser Stätte; höre es von der Stätte deiner Wohnung, vom Himmel her, und wenn du es hörst, wollest du gnädig sein!

  22. Wenn jemand an seinem Nächsten sündigt und es wird ihm ein Fluch auferlegt, sich selbst zu verfluchen, und er kommt und verflucht sich vor deinem Altar in diesem Hause,

  23. so wollest du hören im Himmel und Recht schaffen deinen Knechten, daß du den Frevler als Frevler erkennen und seine Tat auf sein Haupt kommen läßt, den aber, der im Recht ist, gerecht sprichst und ihm gibst nach seiner Gerechtigkeit.

  24. Wenn dein Volk Israel vor dem Feind geschlagen wird, weil sie an dir gesündigt haben, und sie bekehren sich dann und bekennen deinen Namen, bitten und flehen vor dir in diesem Hause,

  25. so wollest du hören vom Himmel her und vergeben die Sünde deines Volkes Israel und sie in das Land zurückbringen, das du ihnen und ihren Vätern gegeben hast.

  26. Wenn der Himmel verschlossen ist, daß es nicht regnet, weil sie an dir gesündigt haben, und sie beten dann an dieser Stätte und bekennen deinen Namen und bekehren sich von ihren Sünden, weil du sie bedrängt hast,

  27. so wollest du hören im Himmel und vergeben die Sünde deiner Knechte und deines Volkes Israel, daß du sie den guten Weg lehrest, auf dem sie wandeln sollen, und regnen lassest auf dein Land, das du deinem Volk zum Erbe gegeben hast.

  28. Wenn eine Hungersnot im Lande sein wird oder Pest oder Dürre, Getreidebrand, Heuschrecken, Raupen, oder wenn sein Feind im Lande seine Städte belagert oder irgendeine Plage oder Krankheit da ist, -

  29. wer dann bittet oder fleht, es seien einzelne Menschen oder dein ganzes Volk Israel, wenn jemand seine Plage und Schmerzen fühlt und seine Hände ausbreitet zu diesem Hause,

  30. so wollest du hören vom Himmel her, vom Sitz deiner Wohnung, und gnädig sein und jedermann geben nach all seinem Wandel, wie du sein Herz erkennst – denn du allein erkennst das Herz der Menschenkinder -,

  31. damit sie dich fürchten und wandeln in deinen Wegen alle Tage, solange sie in dem Lande leben, das du unsern Vätern gegeben hast.

  32. Auch wenn ein Fremder, der nicht von deinem Volk Israel ist, aus fernen Landen kommt um deines großen Namens und deiner mächtigen Hand und deines ausgereckten Arms willen und zu diesem Hause hin betet,

  33. so wollest du hören vom Himmel her, vom Sitz deiner Wohnung, und alles tun, worum er dich anruft, auf daß alle Völker auf Erden deinen Namen erkennen und dich fürchten wie dein Volk Israel und innewerden, daß dein Name über diesem Hause genannt ist, das ich gebaut habe.

  34. Wenn dein Volk auszieht in den Krieg gegen seine Feinde auf dem Wege, den du sie senden wirst, und sie zu dir beten nach dieser Stadt hin, die du erwählt hast, und nach dem Hause hin, das ich deinem Namen gebaut habe,

  35. so wollest du ihr Gebet und Flehen hören vom Himmel her und ihnen zu ihrem Recht helfen.

  36. Wenn sie an dir sündigen werden – denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt – und du über sie zürnst und sie vor ihren Feinden dahingibst und diese sie gefangen wegführen in ein fernes oder nahes Land

  37. und sie nehmen es sich dann zu Herzen in dem Lande, in dem sie gefangen sind, und bekehren sich und flehen zu dir im Lande ihrer Feinde und sprechen: Wir haben gesündigt, übel getan und sind gottlos gewesen,

  38. und sich von ganzem Herzen und von ganzer Seele zu dir bekehren im Lande ihrer Feinde, in dem man sie gefangen hält, und sie beten nach ihrem Lande hin, das du ihren Vätern gegeben hast, und nach der Stadt hin, die du erwählt hast, und nach dem Hause hin, das ich deinem Namen gebaut habe,

  39. so wollest du ihr Gebet und Flehen hören vom Himmel her, vom Sitz deiner Wohnung, und ihnen zu ihrem Recht helfen und deinem Volk vergeben, das an dir gesündigt hat.

  40. So laß nun, mein Gott, deine Augen offen sein und deine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte.

  41. Und nun mache dich auf, HERR, Gott, zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht. Laß deine Priester, HERR, Gott, mit Heil angetan werden und deine Heiligen sich freuen des Guten.

  42. Du, HERR, Gott, weise nicht ab das Antlitz deines Gesalbten! Gedenk an die Gnaden, die du deinem Knechte David verheißen hast!

Salomos Festopfer

Kapitel 7

  1. Und als Salomo sein Gebet vollendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus,

  2. so daß die Priester nicht ins Haus des HERRN hineingehen konnten, weil des HERRN Herrlichkeit das Haus des HERRN füllte.

  3. Und alle Kinder Israel sahen das Feuer herabfallen und die Herrlichkeit des HERRN über dem Hause, und sie fielen auf ihre Knie mit dem Antlitz zur Erde aufs Pflaster und beteten an und dankten dem HERRN, daß er gütig ist und seine Barmherzigkeit ewiglich währt.

  4. Der König aber und das ganze Volk opferten vor dem HERRN;

  5. zweiundzwanzigtausend Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe opferte der König Salomo. Und so weihten der König und das ganze Volk das Haus Gottes ein.

  6. Die Priester aber übten ihren Dienst aus, und die Leviten standen dabei mit den Saitenspielen des HERRN, die der König David hatte machen lassen, dem HERRN zu danken, daß seine Barmherzigkeit ewiglich währt, mit den Psalmen Davids, die sie sangen. Und die Priester bliesen Trompeten ihnen gegenüber, und ganz Israel stand.

  7. Und Salomo weihte die Mitte des Vorhofes, der vor dem Hause des HERRN war; denn er hatte dort Brandopfer und das Fett der Dankopfer dargebracht. Denn der kupferne Altar, den Salomo hatte machen lassen, konnte nicht alle Brandopfer, Speisopfer und das Fett fassen.

  8. Und Salomo hielt damals das Fest sieben Tage lang und ganz Israel mit ihm, eine sehr große Gemeinde, von Hamath an bis an den Bach Ägyptens.

  9. Am achten Tage aber hielten sie eine Versammlung; denn die Einweihung des Altars hielten sie sieben Tage und das Fest auch sieben Tage.

  10. So ließ er am dreiundzwanzigsten Tage des siebenten Monats das Volk fröhlich heimgehen und guten Mutes über all das Gute, das der HERR an David, Salomo und seinem Volk Israel getan hatte.

  11. So vollendete Salomo das Haus des HERRN und das Haus des Königs. Und es gelang ihm alles, was ihm in den Sinn gekommen war, am Hause des HERRN und an seinem Hause auszuführen.

Gottes Antwort auf Salomos Gebet

  1. Und der HERR erschien Salomo des Nachts und sprach zu ihm: Ich habe dein Gebet erhört und diese Stätte mir zum Opferhaus erwählt.

  2. Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, daß es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse

  3. und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, daß sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.

  4. So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte.

  5. So habe ich nun dies Haus erwählt und geheiligt, daß mein Name dort sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen dort sein allezeit.

  6. Und wenn du vor mir wandelst, wie dein Vater David gewandelt ist, daß du alles tust, was ich dich heiße, und meine Gebote und Rechte hältst,

  7. so will ich den Thron deines Königtums bestätigen, wie ich mit deinem Vater David einen Bund geschlossen habe und gesagt: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann, der über Israel Herr sei.

  8. Werdet ihr euch aber abkehren und meine Rechte und Gebote, die ich euch vorgelegt habe, verlassen und hingehen und andern Göttern dienen und sie anbeten,

  9. so werde ich Israel ausreißen aus meinem Lande, das ich ihnen gegeben habe, und dies Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, werde ich von meinem Angesicht verwerfen und werde es zum Hohn machen und zum Spott unter allen Völkern.

  10. Und vor diesem Hause, das so hoch erhoben wurde, werden sich entsetzen alle, die vorübergehen, und sagen: Warum ist der HERR mit diesem Lande und mit diesem Hause so verfahren?

  11. Und man wird sagen: Weil sie den HERRN, den Gott ihrer Väter, verlassen haben, der sie aus Ägyptenland geführt hat, und sie sich an andere Götter gehängt und sie angebetet und ihnen gedient haben, darum hat er all dies Unheil über sie gebracht.

Salomos weitere Maßnahmen

Kapitel 8

  1. Und nach zwanzig Jahren, in denen Salomo des HERRN Haus und sein Haus gebaut hatte

  2. - er hatte auch die Städte, die Hiram Salomo gegeben hatte, ausgebaut und ließ die Kinder Israel darin wohnen -,

  3. da zog Salomo gegen Hamath-Zoba und eroberte es.

  4. Er baute Tadmor in der Wüste aus und alle Städte mit Kornspeichern, die er in Hamath angelegt hatte;

  5. auch das obere und untere Beth-Horon, daß sie feste Städte wurden mit Mauern, Toren und Riegeln;

  6. dazu Baalath und alle Städte mit Kornspeichern, die Salomo hatte, und alle Wagen- und Reiterstädte und alles, was Salomo in Jerusalem und auf dem Libanon und im ganzen Lande seiner Herrschaft zu bauen wünschte.

  7. Alles Volk, das noch übrig war von den Hethitern, Amoritern, Perisitern, Hewitern und Jebusitern, die nicht zu Israel gehörten

  8. - ihre Nachkommen, die im Lande übriggeblieben waren, die Israel nicht vertilgt hatte -, machte Salomo zu Fronarbeitern bis auf diesen Tag.

  9. Aber von den Kindern Israel machte Salomo keinen zum Knecht für sein Werk, sondern sie waren Kriegsleute, seine Obersten und Ritter und Hauptleute über seine Wagen und Reiter.

  10. Und es waren zweihundertundfünfzig oberste Amtleute des Königs Salomo, die über die Leute geboten.

  11. Und Salomo führte die Tochter des Pharao herauf aus der Stadt Davids in das Haus, das er für sie gebaut hatte. Denn er sprach: Eine Frau soll mir nicht wohnen im Hause Davids, des Königs von Israel; denn es ist geheiligt, weil die Lade des HERRN hineingekommen ist.

  12. Von da an opferte Salomo dem HERRN Brandopfer auf dem Altar des HERRN, den er gebaut hatte vor der Vorhalle,

  13. wie es vorgeschrieben war im Gesetz des Mose, zu opfern an jedem Tag, an den Sabbaten, Neumonden und Festen des Jahres dreimal, nämlich am Fest der ungesäuerten Brote, am Wochenfest und am Laubhüttenfest.

  14. Und er bestellte die Ordnungen der Priester zu ihrem Amt, wie es sein Vater David bestimmt hatte, und die Leviten zu ihrem Dienst, daß sie lobten und dienten vor den Priestern, wie es jeder Tag erforderte, und die Torhüter nach ihren Ordnungen, jede an ihrem Tor. Denn so hatte es David, der Mann Gottes, befohlen.

  15. Und man wich in keiner Hinsicht vom Gebot des Königs über die Priester und Leviten, auch nicht bei den Schätzen.

  16. So wurde alles Werk Salomos ausgeführt von dem Tage an, da des HERRN Haus gegründet wurde, bis er das Haus des HERRN ganz vollendet hatte.

  17. Zu der Zeit zog Salomo nach Ezjon-Geber und nach Elath am Ufer des Meeres im Lande Edom.

  18. Und Hiram sandte ihm durch seine Leute Schiffe und auch Leute, die des Meeres kundig waren, und sie fuhren mit den Leuten Salomos nach Ophir und holten von da vierhundertundfünfzig Zentner Gold und brachten's dem König Salomo.

Besuch der Königin von Saba

Kapitel 9

  1. Und als die Königin von Saba die Kunde von Salomo vernahm, kam sie mit einem sehr großen Gefolge nach Jerusalem, mit Kamelen, die viel Spezerei und Gold trugen und Edelsteine, um Salomo mit Rätselfragen zu prüfen. Und als sie zu Salomo kam, redete sie mit ihm alles, was sie sich vorgenommen hatte.

  2. Und der König gab ihr Antwort auf alles, was sie fragte, und es war Salomo nichts verborgen, was er ihr nicht hätte sagen können.

  3. Und als die Königin von Saba die Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte,

  4. die Speisen für seinen Tisch, die Rangordnung seiner Großen, das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleider, seine Mundschenken mit ihren Kleidern und seine Brandopfer, die er im Hause des HERRN darbrachte, da geriet sie vor Staunen außer sich

  5. und sprach zum König: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe.

  6. Ich aber wollte es nicht glauben, bis ich gekommen bin und es mit meinen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte von deiner großen Weisheit hat man mir gesagt. Du bist größer, als die Kunde sagte, die ich vernommen habe.

  7. Glücklich sind deine Männer und glücklich diese deine Großen, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören.

  8. Der HERR, dein Gott, sei gelobt, der dich lieb hat, daß er dich auf seinen Thron gesetzt hat zum König des HERRN, deines Gottes. Weil dein Gott Israel lieb hat, auf daß er es ewiglich bestehen lasse, darum hat er dich über sie zum König gesetzt, daß du Recht und Gerechtigkeit übest.

  9. Und sie gab dem König hundertzwanzig Zentner Gold und sehr viel Spezerei und Edelsteine. Es gab keine Spezerei wie diese, die die Königin von Saba dem König Salomo gab.

  10. Die Leute Hirams und die Leute Salomos, die Gold aus Ophir einführten, brachten auch Sandelholz und Edelsteine.

  11. Und Salomo ließ aus dem Sandelholz Treppen im Hause des HERRN und im Hause des Königs machen und Harfen und Zithern für die Sänger. Solches Holz hatte man früher im Lande Juda nie gesehen.

  12. Und der König Salomo gab der Königin von Saba alles, was ihr gefiel und was sie erbat, mehr als die Gastgeschenke, die sie dem König gebracht hatte. Und sie wandte sich und zog in ihr Land mit ihrem Gefolge.

Salomos Reichtum

  1. Und es war das Gewicht des Goldes, das Salomo in einem Jahr gebracht wurde, sechshundertsechsundsechzig Zentner,

  2. außer dem, was die Händler und Kaufleute brachten. Auch alle Könige der Araber und die Statthalter brachten Gold und Silber zu Salomo.

  3. Daraus machte der König Salomo zweihundert große Schilde von bestem Gold, so daß sechshundert Lot Gold auf einen Schild kam,

  4. und dreihundert kleine Schilde von bestem Gold, so daß dreihundert Lot Gold auf einen kleinen Schild kam. Und der König brachte sie in das Libanon-Waldhaus.

  5. Und der König machte einen großen elfenbeinernen Thron und überzog ihn mit lauterem Gold.

  6. Und der Thron hatte sechs Stufen und einen goldenen Fußschemel am Thron, und er hatte Lehnen auf beiden Seiten am Sitz, und zwei Löwen standen neben den Lehnen.

  7. Und zwölf Löwen standen auf den sechs Stufen zu beiden Seiten. Dergleichen ist nicht gemacht worden in irgendeinem Königreich.

  8. Und alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold, und alle Gefäße des Libanon-Waldhauses waren aus lauterem Gold – denn das Silber wurde zur Zeit Salomos für nichts geachtet -.

  9. Denn die Schiffe des Königs, die mit den Leuten Hirams nach Tarsis fuhren, kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.

  10. So wurde der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden.

  11. Und alle Könige auf Erden begehrten, Salomo zu sehen, um seine Weisheit zu hören, die ihm Gott in sein Herz gegeben hatte.

  12. Und sie brachten ihm jährlich ein jeder sein Geschenk, silberne und goldene Gefäße, Kleider, Waffen, Spezerei, Rosse und Maultiere.

  13. Und Salomo hatte viertausend Pferde und Wagen und zwölftausend Reiter, und man legte sie in die Wagenstädte und zu dem König nach Jerusalem.

  14. Und er war ein Herr über alle Könige vom Euphrat an bis zu dem Land der Philister und bis zu der Grenze Ägyptens.

  15. Und der König brachte es dahin, daß es in Jerusalem so viel Silber gab wie Steine und so viele Zedern wie Maulbeerbäume im Hügelland.

  16. Und man führte für Salomo Rosse ein aus Ägypten und aus allen Ländern.

Salomos Tod

  1. Was aber mehr von Salomo zu sagen ist, das Frühere und das Spätere, siehe, das steht geschrieben in der Geschichte des Propheten Nathan, sowie in den Prophezeiungen Ahias von Silo und in den Gesichten des Sehers Jedo gegen Jerobeam, den Sohn Nebats.

  2. Und Salomo regierte zu Jerusalem über ganz Israel vierzig Jahre.

  3. Und Salomo legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn in der Stadt Davids, seines Vaters. Und sein Sohn Rehabeam wurde König an seiner Statt.

Israels Abfall vom Hause David

Kapitel 10

  1. Rehabeam zog nach Sichem; denn ganz Israel war nach Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen.

  2. Und als das Jerobeam hörte, der Sohn Nebats, der in Ägypten war, wohin er vor dem König Salomo geflohen war, kam er aus Ägypten zurück.

  3. Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam kam mit ganz Israel, und sie redeten mit Rehabeam und sprachen:

  4. Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. So erleichtere nun du den harten Dienst deines Vaters und das schwere Joch, das er auf uns gelegt hat, so wollen wir dir untertan sein.

  5. Er sprach zu ihnen: Kommt nach drei Tagen wieder zu mir! Und das Volk ging hin.

  6. Und der König Rehabeam hielt einen Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch am Leben war, und sprach: Wie ratet ihr, daß ich diesem Volk Antwort gebe?

  7. Sie sprachen zu ihm: Wirst du zu diesem Volk freundlich sein und sie gütig behandeln und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein allezeit.

  8. Er aber ließ außer acht den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten, und hielt einen Rat mit den Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen,

  9. und sprachen zu ihnen: Was ratet ihr, daß wir diesem Volk antworten, das zu mir gesagt hat: Erleichtere das Joch, das dein Vater auf uns gelegt hat?

  10. Die Jüngeren aber, die mit ihm aufgewachsen waren, sprachen zu ihm: So sollst du sagen zu dem Volk, das zu dir gesprochen hat: Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mach du unser Joch leichter! - so sollst du zu ihnen sagen: Mein kleiner Finger soll dicker sein als meines Vaters Lenden.

  11. Hat nun mein Vater auf euch ein schweres Joch gelegt, so will ich euer Joch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen.

  12. Als nun Jerobeam und alles Volk am dritten Tage zu Rehabeam kam, wie der König gesagt hatte: Kommt wieder zu mir am dritten Tage,

  13. antwortete ihnen der König hart. Und der König Rehabeam ließ außer acht den Rat der Ältesten

  14. und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: Hat mein Vater euer Joch schwer gemacht, so will ich's noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.

  15. So hörte der König nicht auf das Volk; denn es war so von Gott bestimmt, damit der HERR sein Wort wahr machte, das er durch Ahia von Silo zu Jerobeam, dem Sohn Nebats, gesagt hatte.

  16. Als aber ganz Israel sah, daß der König nicht auf es hörte, antwortete das Volk dem König und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais? Jedermann von Israel, auf zu seiner Hütte! So sorge nun du für dein Haus, David! - Und ganz Israel ging heim,

  17. so daß Rehabeam nur über die Kinder Israel regierte, die in den Städten Judas wohnten.

  18. Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoram sandte, steinigten ihn die von Israel zu Tode. Aber der König Rehabeam stieg eilends auf seinen Wagen und floh nach Jerusalem.

  19. Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag.

Kapitel 11

  1. Und als Rehabeam nach Jerusalem kam, sammelte er das Haus Juda und Benjamin, hundertundachtzigtausend streitbare Männer, um gegen Israel zu kämpfen, damit sie das Königtum an Rehabeam zurückbrächten.

  2. Aber des HERRN Wort kam zu Schemaja, dem Mann Gottes:

  3. Sage Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem König von Juda, und all denen von Israel, die in Juda und Benjamin wohnen:

  4. So spricht der HERR: Ihr sollt nicht hinaufziehen und gegen eure Brüder kämpfen. Ein jeder gehe wieder heim; denn das ist von mir geschehen! - Sie gehorchten den Worten des HERRN, kehrten um und zogen nicht gegen Jerobeam.

Rehabeams erste Regierungsjahre

  1. Rehabeam aber wohnte in Jerusalem und baute Städte in Juda zu Festungen aus,

  2. nämlich: Bethlehem, Etam, Thekoa,

  3. Beth-Zur, Socho, Adullam,

  4. Gath, Marescha, Siph,

  5. Adorajim, Lachisch, Aseka,

  6. Zora, Ajalon und Hebron. Das waren die festen Städte in Juda und Benjamin.

  7. Und er machte die Festungen stark und setzte Hauptleute über sie und legte Vorrat von Speise, Öl und Wein,

  8. sowie Schilde und Spieße in alle Städte; so machte er sie sehr stark. Und Juda und Benjamin waren ihm untertan.

  9. Die Priester aber und die Leviten von ganz Israel hielten sich zu ihm aus ihrem ganzen Gebiet;

  10. denn die Leviten verließen ihre Ortschaften und ihre Habe und kamen nach Juda und Jerusalem. - Denn Jerobeam und seine Söhne hatten sie verstoßen, daß sie das Priesteramt vor dem HERRN nicht mehr ausüben konnten,

  11. und er bestellte sich Priester für die Höhen und die Feldgeister und für die Kälber, die er machen ließ. -

  12. Und die den HERRN, den Gott Israels, von Herzen suchten, folgten den Leviten aus allen Stämmen Israels nach Jerusalem, daß sie opferten dem HERRN, dem Gott ihrer Väter.

  13. So machten sie das Königreich Juda mächtig und stärkten Rehabeam, den Sohn Salomos, für drei Jahre; denn drei Jahre wandelten sie in dem Wege Davids und Salomos.

  14. Und Rehabeam nahm zur Frau Mahalath, die Tochter Jerimoths, des Sohnes Davids, und der Abihail, der Tochter Eliabs, des Sohnes Isais.

  15. Die gebar ihm diese Söhne: Jëusch, Schemarja und Saham.

  16. Nach ihr nahm er Maacha, die Tochter Absaloms, zur Frau; die gebar ihm Abia, Attai, Sisa und Schelomith.

  17. Aber Rehabeam hatte Maacha, die Tochter Absaloms, lieber als alle seine Frauen und Nebenfrauen; denn er hatte achtzehn Frauen und sechzig Nebenfrauen und zeugte achtundzwanzig Söhne und sechzig Töchter.

  18. Und Rehabeam setzte Abia, den Sohn der Maacha, als Ersten unter seinen Brüdern, als Thronfolger, ein; denn er gedachte, ihn zum König zu machen.

  19. Und er handelte klug und verteilte alle seine Söhne in die Gebiete von Juda und Benjamin, in alle festen Städte, und gab ihnen Nahrung in Menge und verschaffte ihnen viele Frauen.

Rehabeams Demütigung vor Gott

Kapitel 12

  1. Als aber das Königtum Rehabeams sich gefestigt hatte und er mächtig war, verließ er das Gesetz des HERRN und ganz Israel mit ihm.

  2. Da zog im fünften Jahr des Königs Rehabeam herauf Schischak, der König von Ägypten, gegen Jerusalem – denn sie hatten sich am HERRN versündigt -

  3. mit tausendzweihundert Wagen und mit sechzigtausend Reitern; und das Volk war nicht zu zählen, das mit ihm aus Ägypten kam, Libyer, Sukkijiter und Kuschiter.

  4. Und er nahm die festen Städte ein, die in Juda waren, und kam bis vor Jerusalem.

  5. Da kam der Prophet Schemaja zu Rehabeam und zu den Obersten Judas, die sich in Jerusalem aus Furcht vor Schischak versammelt hatten, und sprach zu ihnen: So spricht der HERR: Ihr habt mich verlassen; darum habe ich euch auch verlassen und in Schischaks Hand gegeben.

  6. Da demütigten sich die Obersten in Israel mit dem König und sprachen: Der HERR ist gerecht.

  7. Als aber der HERR sah, daß sie sich demütigten, kam das Wort des HERRN zu Schemaja: Sie haben sich gedemütigt; darum will ich sie nicht verderben, sondern ich will sie in Kürze erretten, daß mein Grimm sich nicht durch Schischak auf Jerusalem ergieße.

  8. Doch sollen sie ihm untertan sein, damit sie innewerden, was es heißt, mir zu dienen oder den Königreichen der Länder.

  9. So zog Schischak, der König von Ägypten, gegen Jerusalem herauf und nahm die Schätze im Hause des HERRN und die Schätze im Hause des Königs; alles nahm er weg, auch die goldenen Schilde, die Salomo hatte machen lassen.

  10. An ihrer Statt ließ der König Rehabeam kupferne Schilde machen und übergab sie den Obersten der Leibwache, die das Tor am Haus des Königs bewachte.

  11. Und sooft der König in des HERRN Haus ging, kam die Leibwache und trug sie und brachte sie dann wieder in ihre Kammer.

  12. Und weil er sich demütigte, wandte sich des HERRN Zorn von ihm, daß er ihn nicht ganz verdarb; denn auch in Juda war noch manches Gute.

  13. Und der König Rehabeam wurde wieder mächtig in Jerusalem und regierte weiter.

    Einundvierzig Jahre alt war Rehabeam, als er König wurde, und regierte siebzehn Jahre zu Jerusalem in der Stadt, die der HERR erwählt hatte aus allen Stämmen Israels, daß er seinen Namen daselbst wohnen lasse. Seine Mutter hieß Naama, eine Ammoniterin.

  14. Aber er tat übel und richtete sein Herz nicht darauf, daß er den HERRN suchte.

  15. Die Geschichte Rehabeams aber, die frühere und die spätere, steht geschrieben in den Geschichten des Propheten Schemaja und des Sehers Iddo, ebenso auch die Kriege zwischen Rehabeam und Jerobeam, die sie ihr Leben lang führten.

  16. Und Rehabeam legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben in der Stadt Davids. Und sein Sohn Abia wurde König an seiner Statt.

Abia

Kapitel 13

  1. Im achtzehnten Jahr des Königs Jerobeam wurde Abia König über Juda

  2. und regierte drei Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Michaja, eine Tochter Uriëls, aus Gibea. Es war aber Krieg zwischen Abia und Jerobeam.

  3. Und Abia rüstete sich zum Kampf mit einem Heer von Kriegsleuten, vierhunderttausend Mann, auserlesenen Leuten. Jerobeam aber rüstete sich, gegen ihn zu kämpfen, mit achthunderttausend auserlesenen Leuten, streitbaren Männern.

  4. Und Abia stellte sich hin oben auf den Berg Zemarajim, der im Gebirge Ephraim liegt, und sprach: Hört mir zu, Jerobeam und ganz Israel!

  5. Wisset ihr nicht, daß der HERR, der Gott Israels, das Königtum über Israel David gegeben hat ewiglich, ihm und seinen Söhnen durch einen Salzbund?

  6. Aber Jerobeam, der Sohn Nebats, der Knecht Salomos, des Sohnes Davids, erhob sich und wurde seinem Herrn abtrünnig.

  7. Und es schlugen sich auf seine Seite ruchlose Leute, böse Menschen, und wurden mächtiger als Rehabeam, der Sohn Salomos; denn Rehabeam war noch jung und zaghaft, so daß er sich nicht gegen sie wehrte.

  8. Nun denkt ihr euch zu empören gegen das Königtum des HERRN, das in der Hand der Söhne Davids ist, weil ihr ein großer Haufe seid und die goldenen Kälber bei euch habt, die euch Jerobeam zu Göttern gemacht hat.

  9. Habt ihr nicht die Priester des HERRN, die Söhne Aaron, und die Leviten verstoßen und euch eigene Priester gemacht wie sonst die Völker in den Ländern? Wer da kam mit einem jungen Stier und sieben Widdern, um sich die Hand füllen zu lassen, der wurde Priester derer, die nicht Götter sind.

  10. Wir aber sind gewiß: Der HERR ist unser Gott; ihn haben wir nicht verlassen; denn die Priester, die dem HERRN dienen, sind die Söhne Aaron und die Leviten stehen in ihrem Amt,

  11. um dem HERRN alle Morgen und alle Abende Brandopfer darzubringen, dazu das gute Räucherwerk, und Brote aufzulegen auf den Tisch aus reinem Gold und den goldenen Leuchter anzuzünden mit seinen Lampen alle Abende; denn wir halten die Gebote des HERRN, unseres Gottes, ihr aber habt ihn verlassen.

  12. Siehe, mit uns ist an der Spitze Gott und seine Priester und die Kriegstrompeten, um sie gegen euch zu blasen. Ihr Kinder Israel, streitet nicht gegen den HERRN, den Gott eurer Väter; denn es wird euch nicht gelingen!

  13. Aber Jerobeam legte einen Hinterhalt, daß er ihnen in den Rücken fiele, so daß sie vor Juda waren und der Hinterhalt hinter Juda.

  14. Als sich nun Juda umwandte, siehe, da wurden sie von vorn und von hinten angegriffen. Da schrien sie zum HERRN, und die Priester bliesen die Trompeten,

  15. und die Männer von Juda erhoben das Kriegsgeschrei. Und als sie schrien, schlug Gott Jerobeam und ganz Israel vor Abia und Juda.

  16. Und Israel floh vor Juda, und Gott gab sie in ihre Hände,

  17. so daß Abia mit seinem Volk sie hart schlug, und es blieben von Israel erschlagen liegen fünfhunderttausend auserlesene Leute.

  18. Also wurden die Kinder Israel zu der Zeit gedemütigt, aber die Kinder Juda blieben unverzagt; denn sie verließen sich auf den HERRN, den Gott ihrer Väter.

  19. Und Abia jagte Jerobeam nach und gewann ihm Städte ab: Bethel mit seinen Ortschaften, Jeschana mit seinen Ortschaften und Ephron mit seinen Ortschaften,

  20. so daß Jerobeam keine Macht mehr hatte, solange Abia lebte. Und der HERR schlug ihn, daß er starb.

  21. Abia aber wurde mächtig. Und er nahm vierzehn Frauen und zeugte zweiundzwanzig Söhne und sechzehn Töchter.

  22. Was aber mehr von Abia zu sagen ist, sein Wandel und seine Worte, das steht geschrieben in der Geschichte des Propheten Iddo.

  23. ° Und Abia legte sich zu seinen Vätern, und sie begruben ihn in der Stadt Davids. Und sein Sohn Asa wurde König an seiner Statt. Zu dessen Zeiten hatte das Land zehn Jahre Ruhe.

Asas erste Regierungsmaßnahmen

Kapitel 14

  1. ° Und Asa tat, was recht war und dem HERRN, seinem Gott, wohlgefiel,

  2. und entfernte die Altäre der fremden Götter und die Opferhöhen und zerbrach die Steinmale und hieb die Bilder der Aschera um

  3. und gebot Juda, daß sie den HERRN, den Gott ihrer Väter, suchten und täten nach dem Gesetz und Gebot.

  4. Und er entfernte aus allen Städten Judas die Opferhöhen und die Rauchopfersäulen; und das Königreich hatte Ruhe unter ihm.

  5. Und er baute feste Städte in Juda, weil das Land Ruhe hatte und in diesen Jahren kein Krieg gegen ihn war; denn der HERR hatte ihm Ruhe gegeben.

  6. Und er sprach zu Juda: Laßt uns diese Städte ausbauen und um sie Mauern herumführen mit Türmen, Toren und Riegeln, solange das Land noch unser ist; denn wir haben den HERRN, unsern Gott, gesucht, und er hat uns Ruhe gegeben ringsumher. - Also bauten sie, und es ging glücklich vonstatten.

  7. Und Asa hatte eine Heeresmacht, aus Juda dreihunderttausend, die große Schilde und Spieße trugen, und aus Benjamin zweihundertachtzigtausend, die kleine Schilde trugen und mit dem Bogen schießen konnten; und diese alle waren starke Kriegsleute.

Asas Sieg über die Kuschiter

  1. Es zog aber gegen sie Serach, der Kuschiter, mit einer Heeresmacht von tausendmal tausend, dazu dreihundert Wagen, und sie kamen bis nach Marescha.

  2. Und Asa zog ihm entgegen; und sie rüsteten sich zum Kampf im Tal Zephatha bei Marescha.

  3. Und Asa rief den HERRN, seinen Gott, an und sprach: HERR, es ist dir nicht schwer, dem Schwachen gegen den Starken zu helfen. Hilf uns, HERR, unser Gott; denn wir verlassen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir gekommen gegen diese Menge. HERR, du bist unser Gott, gegen dich vermag kein Mensch etwas.

  4. Und der HERR schlug die Kuschiter vor Asa und vor Juda, so daß sie flohen.

  5. Und Asa samt dem Volk, das bei ihm war, jagte ihnen nach bis nach Gerar. Und die Kuschiter fielen, so daß keiner von ihnen am Leben blieb, sondern sie wurden zerschlagen vor dem HERRN und vor seinem Heer. Und Juda trug sehr viel Beute davon.

  6. Und sie schlugen alle Städte um Gerar her; denn der Schrecken des HERRN kam über sie. Und sie plünderten alle Städte; denn es war viel Beute darin.

  7. Auch schlugen sie die Zeltlager der Hirten und führten eine Menge Schafe und Kamele weg und kamen wieder nach Jerusalem.

Der Prophet Asarja und Asas Reformen

Kapitel 15

  1. Und auf Asarja, den Sohn Odeds, kam der Geist Gottes.

  2. Da zog er hinaus Asa entgegen und sprach zu ihm: Höret mir zu, Asa und ganz Juda und Benjamin! Der HERR ist mit euch, weil ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen. Werdet ihr ihn aber verlassen, so wird er euch auch verlassen.

  3. Lange Zeit hindurch war Israel ohne rechten Gott, ohne Priester, der da lehrte, und ohne Gesetz.

  4. Als sie sich aber in ihrer Not zu dem HERRN, dem Gott Israels, bekehrten und ihn suchten, ließ er sich von ihnen finden.

  5. Zu der Zeit gab es keine Sicherheit für den, der aus- und einging; denn es war große Verwirrung bei allen, die in diesen Ländern wohnten.

  6. Denn ein Volk zerschlug das andere und eine Stadt die andere; denn Gott erschreckte sie mit Ängsten aller Art.

  7. Ihr aber, seid getrost und laßt eure Hände nicht sinken; denn euer Werk hat seinen Lohn.

  8. Als aber Asa diese Worte hörte und die Weissagung, die der Prophet Asarja, der Sohn Odeds, gesprochen hatte, ward er getrost, und er tat weg die greulichen Götzen aus dem ganzen Lande Juda und Benjamin und aus den Städten, die er auf dem Gebirge Ephraim erobert hatte, und erneuerte den Altar des HERRN, der vor der Vorhalle des HERRN stand.

  9. Und er versammelte ganz Juda und Benjamin und alle aus Ephraim, Manasse und Simeon, die bei ihnen wohnten; denn es fiel ihm eine große Menge aus Israel zu, als sie sahen, daß der HERR, sein Gott, mit ihm war.

  10. Und sie versammelten sich in Jerusalem im dritten Monat des fünfzehnten Jahres der Herrschaft Asas

  11. und opferten dem HERRN am selben Tage von der Beute, die sie hergebracht hatten, siebenhundert Rinder und siebentausend Schafe.

  12. Und sie traten in den Bund, den HERRN, den Gott ihrer Väter, zu suchen von ganzem Herzen und von ganzer Seele.

  13. Wer aber den HERRN, den Gott Israels, nicht suchen würde, sollte sterben, klein und groß, Mann und Frau.

  14. Und sie schworen dem HERRN mit lauter Stimme, unter Freudengeschrei und unter Trompeten- und Posaunenschall.

  15. Und ganz Juda war fröhlich über den Schwur; denn sie hatten geschworen von ganzem Herzen, und sie suchten den Herrn mit ganzem Willen, und er ließ sich von ihnen finden. Und der HERR gab ihnen Ruhe ringsumher.

  16. Auch setzte der König Asa seine Mutter Maacha ab, daß sie nicht mehr Herrin war, weil sie der Aschera ein Greuelbild gemacht hatte. Und Asa zerschlug ihr Greuelbild und zermalmte es und verbrannte es am Bach Kidron.

  17. Aber die Opferhöhen in Israel wurden nicht entfernt; doch war das Herz Asas rechtschaffen sein Leben lang.

  18. Und er brachte ins Haus Gottes, was sein Vater geheiligt und was er geheiligt hatte, Silber, Gold und Gefäße.

  19. Und es war kein Krieg bis in das fünfunddreißigste Jahr der Herrschaft Asas.

Asas Abfall und Tod

Kapitel 16

  1. Im sechsunddreißigsten Jahr der Herrschaft Asas zog Baësa, der König von Israel, herauf gegen Juda und baute Rama aus, damit niemand bei Asa, dem König von Juda, aus- und eingehen sollte.

  2. Aber Asa nahm aus dem Schatz im Hause des HERRN und aus dem Schatz im Hause des Königs Silber und Gold und sandte zu Benhadad, dem König von Aram, der zu Damaskus herrschte, und ließ ihm sagen:

  3. Es ist ein Bund zwischen mir und dir, zwischen meinem und deinem Vater. Darum schicke ich dir Silber und Gold, daß du den Bund mit Baësa, dem König von Israel, aufgibst, damit er von mir abzieht.

  4. Benhadad hörte auf die Bitte des Königs Asa und sandte seine Obersten gegen die Städte Israels; die schlugen Ijjon, Dan und Abel-Majim und von Naphthali alle Städte mit Kornspeichern.

  5. Als Baësa das hörte, ließ er ab, Rama auszubauen, und hörte auf mit seinem Werk.

  6. Aber der König Asa bot ganz Juda auf, und sie nahmen die Steine und das Holz von Rama weg, womit Baësa gebaut hatte, und er baute damit Geba und Mizpa aus.

  7. Zu der Zeit kam der Seher Hanani zu Asa, dem König von Juda, und sprach zu ihm: Weil du dich auf den König von Aram verlassen hast und nicht auf den HERRN, deinen Gott, darum ist das Heer des Königs von Aram deiner Hand entronnen.

  8. Hatten nicht die Kuschiter und Libyer eine große Heeresmacht mit sehr viel Wagen und Reitern? Doch der HERR gab sie in deine Hand, da du dich auf ihn verließest.

  9. Denn des HERRN Augen schauen alle Lande, daß er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind. Du hast töricht getan, darum wirst du auch von nun an Krieg haben.

  10. Aber Asa wurde zornig über den Seher und legte ihn ins Gefängnis; denn er grollte ihm darüber. Auch bedrückte er zu dieser Zeit einige vom Volk.

  11. Die Geschichte Asas aber, die frühere und die spätere, siehe, die steht geschrieben im Buch der Könige von Juda und Israel.

  12. Und Asa wurde krank an seinen Füßen im neununddreißigsten Jahr seiner Herrschaft, und seine Krankheit nahm sehr zu; und er suchte auch in seiner Krankheit nicht den HERRN, sondern die Ärzte.

  13. So legte sich Asa zu seinen Vätern und starb im einundvierzigsten Jahr seiner Herrschaft.

  14. Und man begrub ihn in seinem Grabe, das er sich in der Stadt Davids hatte aushauen lassen. Und sie legten ihn auf sein Lager, das man mit gutem Räucherwerk und allerlei kunstvoll zubereiteter Spezerei gefüllt hatte, und sie machten ihm zu Ehren einen sehr großen Brand.

Josaphats Regierung

Kapitel 17

  1. Und sein Sohn Josaphat wurde König an seiner Statt und wurde mächtig gegenüber Israel.

  2. Er legte Kriegsvolk in alle festen Städte Judas und setzte Amtleute ein im Lande Juda und in den Städten Ephraims, die sein Vater Asa erobert hatte.

  3. Und der HERR war mit Josaphat; denn er wandelte wie vormals sein Vater David und suchte nicht die Baale,

  4. sondern den Gott seines Vaters und wandelte in seinen Geboten und nicht so wie Israel.

  5. Darum stärkte der HERR das Königtum in seiner Hand. Und ganz Juda gab Josaphat Geschenke, und er hatte großen Reichtum und viel Ehre.

  6. Und als er in den Wegen des HERRN noch mutiger wurde, entfernte er wieder die Opferhöhen und die Ascherabilder aus Juda.

  7. Im dritten Jahr seiner Herrschaft sandte er seine Oberen Ben-Hajil, Obadja, Sacharja, Nathanael und Michaja, daß sie in den Städten Judas lehren sollten,

  8. und mit ihnen die Leviten Schemaja, Nethanja, Sebadja, Asaël, Schemiramoth, Jonathan, Adonia, Tobia und Tob-Adonia und mit ihnen die Priester Elischama und Joram.

  9. Und sie lehrten in Juda und hatten das Gesetzbuch des HERRN bei sich und zogen in allen Städten Judas umher und lehrten das Volk.

  10. Da kam der Schrecken des HERRN über alle Königreiche der Länder, die um Juda herum lagen, so daß sie nicht gegen Josaphat kämpften.

  11. Sogar einige von den Philistern brachten Josaphat Geschenke und Silber als Abgabe; auch die Araber brachten ihm siebentausendundsiebenhundert Widder und siebentausendundsiebenhundert Böcke.

  12. So wurde Josaphat immer mächtiger. Und er baute in Juda Burgen und Städte mit Kornspeichern

  13. und hatte viel Vorrat in den Städten Judas und Kriegsleute, streitbare Männer, zu Jerusalem.

  14. Und dies war ihre Ordnung nach ihren Sippen: in Juda waren Oberste über tausend: Adna, der Oberste, und unter ihm dreihunderttausend streitbare Männer;

  15. neben ihm Johanan, der Oberste, und unter ihm zweihundertundachtzigtausend;

  16. neben ihm Amasja, der Sohn Sichris, der sich freiwillig in den Dienst des HERRN gestellt hatte, und unter ihm zweihunderttausend streitbare Männer;

  17. und aus Benjamin: Eljada, ein streitbarer Mann, und unter ihm zweihunderttausend, die mit Bogen und Schild gerüstet waren;

  18. neben ihm Josabad und unter ihm hundertundachtzigtausend zum Kampf gerüstete Männer.

  19. Diese alle dienten dem König außer denen, die der König in die festen Städte von ganz Juda gelegt hatte.

2. Chronik 18-36