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DAS ZWEITE
BUCH DER KÖNIGE
Kapitel 1 -
12
Reich Israel: Ahasja und der Prophet Elia
Kapitel 1
Es fielen aber die Moabiter ab von Israel, als Ahab tot
war.
Und Ahasja fiel durch das Gitter in seinem Obergemach in
Samaria und wurde krank. Und er sandte Boten und sprach zu ihnen:
Geht hin und befragt Baal-Sebub, den Gott von Ekron, ob ich von
dieser Krankheit genesen werde.
Aber der Engel des HERRN redete mit Elia, dem Thisbiter:
Auf und geh den Boten des Königs von Samaria entgegen und
sprich zu ihnen: Ist denn nun kein Gott in Israel, daß ihr
hingeht, zu befragen Baal-Sebub, den Gott von Ekron?
Darum spricht der HERR: Du sollst nicht mehr von dem Bett
herunterkommen, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des
Todes sterben. Und Elia ging.
Und als die Boten zum König zurückkamen, sprach
er zu ihnen: Warum kommt ihr zurück?
Sie sprachen zu ihm: Es kam ein Mann herauf uns entgegen
und sprach zu uns: Geht wieder hin zu dem König, der euch
gesandt hat, und sprecht zu ihm: So spricht der HERR: Ist denn
kein Gott in Israel, daß du hinsendest, zu befragen
Baal-Sebub, den Gott von Ekron? Darum sollst du nicht mehr
herunterkommen von dem Bett, auf das du dich gelegt hast, sondern
sollst des Todes sterben.
Er sprach zu ihnen: Von welcher Art war denn der Mann, der
euch begegnete und das zu euch sagte?
Sie sprachen zu ihm: Er hatte langes Haar und einen
Ledergurt um seine Lenden. Er aber sprach: Es ist Elia, der
Thisbiter.
Und der König sandte zu Elia einen Hauptmann
über fünfzig samt seinen fünfzig Mann. Und als er
zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben auf dem Berge. Er
aber sprach zu ihm: Du Mann Gottes, der König sagt: Du
sollst herabkommen!
Elia antwortete dem Hauptmann über fünfzig: Bin
ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und fresse dich
und deine fünfzig Mann. Da fiel Feuer vom Himmel und fraß
ihn und seine fünfzig Mann.
Und der König sandte wiederum einen andern Hauptmann
über fünfzig zu ihm samt seinen fünfzig Mann. Der
kam zu ihm hinauf und sprach zu ihm: Du Mann Gottes, so spricht
der König: Komm eilends herab!
Elia antwortete: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer
vom Himmel und fresse dich und deine fünfzig Mann. Da fiel
das Feuer Gottes vom Himmel und fraß ihn und seine fünfzig
Mann.
Da sandte der König wiederum den dritten Hauptmann
über fünfzig samt seinen fünfzig Mann. Als der zu
ihm hinaufkam, beugte er seine Knie vor Elia und flehte ihn an
und sprach zu ihm: Du Mann Gottes, laß mein Leben und das
Leben deiner Knechte, dieser fünfzig, vor dir etwas gelten!
Siehe, Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die ersten
zwei Hauptleute über fünfzig mit ihren fünfzig
Mann gefressen; nun aber laß mein Leben etwas gelten vor
dir.
Da sprach der Engel des HERRN zu Elia: Geh mit ihm hinab
und fürchte dich nicht vor ihm! Und er machte sich auf und
ging mit ihm hinab zum König.
Und er sprach zu ihm: So spricht der HERR: Weil du Boten
hingesandt hast und hast befragen lassen Baal-Sebub, den Gott von
Ekron, als wäre kein Gott in Israel, dessen Wort man
erfragen könnte, so sollst du von dem Bett nicht mehr
herunterkommen, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des
Todes sterben.
So starb Ahasja nach dem Wort des HERRN, das Elia
geredet hatte. Und Joram wurde König an seiner Statt im
zweiten Jahr Jorams, des Sohnes Josaphats, des Königs von
Juda; denn Ahasja hatte keinen Sohn.
Was aber mehr von Ahasja zu sagen ist, was er getan hat,
siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von
Israel.
Elia wird entrückt, und Elisa tritt seine Nachfolge an
Kapitel 2
Als aber der HERR Elia im Wetter gen Himmel holen wollte,
gingen Elia und Elisa von Gilgal weg.
Und Elia sprach zu Elisa: Bleibe du hier, denn der HERR
hat mich nach Bethel gesandt. Elisa aber sprach: So wahr der HERR
lebt und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und als sie hinab
nach Bethel kamen,
gingen die Prophetenjünger, die in Bethel waren,
heraus zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß
der HERR heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird? Er aber
sprach: Auch ich weiß es wohl; schweigt nur still.
Und Elia sprach zu ihm: Elisa, bleib du hier, denn der
HERR hat mich nach Jericho gesandt. Er aber sprach: So wahr der
HERR lebt und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und als sie nach
Jericho kamen,
traten die Prophetenjünger, die in Jericho waren, zu
Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß der
HERR heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird? Er aber
sprach: Auch ich weiß es wohl; schweigt nur still.
Und Elia sprach zu ihm: Bleib du hier, denn der HERR hat
mich an den Jordan gesandt. Er aber sprach: So wahr der HERR lebt
und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und es gingen die beiden
miteinander.
Und fünfzig von den Prophetenjüngern gingen hin
und standen von ferne; aber die beiden standen am Jordan.
Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und
schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, so daß
die beiden auf trockenem Boden hinübergingen.
Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa:
Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde.
Elisa sprach: Daß mir zwei Anteile von deinem Geiste
zufallen.
Er sprach: Du hast Schweres erbeten. Doch, wenn du mich
sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird's geschehen;
wenn nicht, so wird's nicht sein.
Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam
ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden
voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel.
Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, du
Wagen Israels und sein Gespann! und sah ihn nicht mehr. Da faßte
er seine Kleider, zerriß sie in zwei Stücke
und hob den Mantel auf, der Elia entfallen war, und kehrte
um und trat wieder an das Ufer des Jordan.
Und er nahm den Mantel, der Elia entfallen war, und schlug
ins Wasser und sprach: Wo ist nun der HERR, der Gott Elias? und
schlug ins Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten, und
Elisa ging hindurch.
Und als das die Prophetenjünger sahen, die gegenüber
bei Jericho waren, sprachen sie: Der Geist Elias ruht auf Elisa,
und sie gingen ihm entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde
und sprachen zu ihm: Siehe, es sind unter deinen Knechten
fünfzig starke Männer, die laß gehen und deinen
Herrn suchen. Vielleicht hat ihn der Geist des HERRN genommen und
auf irgendeinen Berg oder in irgendein Tal geworfen. Er aber
sprach: Laßt sie nicht gehen!
Aber sie nötigten ihn, bis er nachgab und sprach:
Laßt sie hingehen! Und sie sandten hin fünfzig Männer,
und diese suchten Elia drei Tage; aber sie fanden ihn nicht.
Und sie kamen zu Elisa zurück, als er noch in Jericho
war, und er sprach zu ihnen: Sagte ich euch nicht, ihr solltet
nicht hingehen?
Elisa macht eine Quelle gesund und straft die spottenden
Knaben
Und die Männer der Stadt sprachen zu Elisa: Siehe, es
ist gut wohnen in dieser Stadt, wie mein Herr sieht; aber es ist
böses Wasser, und es macht unfruchtbar.
Er sprach: Bringt mir her eine neue Schale und tut Salz
hinein! Und sie brachten's ihm.
Da ging er hinaus zu der Wasserquelle und warf das Salz
hinein und sprach: So spricht der HERR: Ich habe dies Wasser
gesund gemacht; es soll hinfort weder Tod noch Unfruchtbarkeit
von ihm kommen.
So wurde das Wasser gesund bis auf diesen Tag nach dem
Wort Elisas, das er sprach.
Und er ging hinauf nach Bethel. Und als er den Weg
hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und verspotteten
ihn und sprachen zu ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm
herauf!
Und er wandte sich um, und als er sie sah, verfluchte er
sie im Namen des HERRN. Da kamen zwei Bären aus dem Walde
und zerrissen zweiundvierzig von den Kindern.
Von da ging er auf den Berg Karmel und kehrte von da nach
Samaria zurück.
Reich Israel: Jorams Krieg gegen die Moabiter und Elisas
Hilfe
Kapitel 3
Joram, der Sohn Ahabs, wurde König über Israel
zu Samaria im achtzehnten Jahr Josaphats, des Königs von
Juda, und regierte zwölf Jahre.
Und er tat, was dem HERRN mißfiel, doch nicht wie
sein Vater und seine Mutter. Denn er entfernte das Steinmal
Baals, das sein Vater hatte machen lassen;
aber er blieb hangen an den Sünden Jerobeams, des
Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte, und ließ
nicht ab davon.
Mescha aber, der König der Moabiter, besaß
viele Schafe und hatte dem König von Israel Wolle zu
entrichten von hunderttausend Lämmern und von hunderttausend
Widdern.
Als aber Ahab tot war, fiel der König der Moabiter ab
vom König von Israel.
Und alsbald zog der König Joram aus von Samaria und
bot ganz Israel auf
und sandte hin zu Josaphat, dem König von Juda, und
ließ ihm sagen: Der König der Moabiter ist von mir
abgefallen; komm mit mir, um gegen die Moabiter zu kämpfen!
Er sprach: Ich will kommen; ich bin wie du, und mein Volk wie
dein Volk, und meine Rosse wie deine Rosse.
Und Joram sprach: Welchen Weg wollen wir hinaufziehen?
Josaphat sprach: Den Weg durch die Wüste Edom.
So zogen hin der König von Israel, der König von
Juda und der König von Edom. Und als sie sieben Tagereisen
weit gezogen waren, hatte das Heer und das Vieh, das bei ihnen
war, kein Wasser.
Da sprach der König von Israel: O weh! Der HERR hat
diese drei Könige hergerufen, um sie in die Hände der
Moabiter zu geben!
Josaphat aber sprach: Ist kein Prophet des HERRN hier,
damit wir den HERRN durch ihn befragen? Da antwortete einer unter
den Männern des Königs von Israel und sprach: Hier ist
Elisa, der Sohn Schaphats, der Elia Wasser auf die Hände
goß.
Josaphat sprach: Des HERRN Wort ist bei ihm. So zogen zu
ihm hinab der König von Israel und Josaphat und der König
von Edom.
Elisa aber sprach zum König von Israel: Was habe ich
mit dir zu schaffen? Geh hin zu den Propheten deines Vaters und
zu den Propheten deiner Mutter! Der König von Israel sprach
zu ihm: Nicht doch! Denn der HERR hat diese drei Könige
hergerufen, um sie in die Hände der Moabiter zu geben.
Elisa sprach: So wahr der HERR Zebaoth lebt, vor dem ich
stehe: wenn ich nicht Josaphat, den König von Juda, ehrte,
ich wollte dich nicht ansehen noch achten.
So bringt mir nun einen Spielmann! Und als der Spielmann
auf den Saiten spielte, kam die Hand des HERRN auf Elisa,
und er sprach: So spricht der HERR: Macht hier und da
Gruben in diesem Tal.
Denn so spricht der HERR: Ihr werdet weder Wind noch Regen
sehen; dennoch soll das Tal voll Wasser werden, daß ihr und
euer Heer und euer Vieh trinken könnt.
Und das ist noch ein Geringes vor dem HERRN; er wird auch
die Moabiter in eure Hände geben,
so daß ihr wüste machen werdet alle festen
Städte und alle auserwählten Städte und fällen
alle guten Bäume und verstopfen alle Wasserbrunnen und alle
guten Äcker mit Steinen verderben.
Aber am nächsten Morgen, zur Zeit, da man Speisopfer
opfert, siehe, da kam Wasser von Edom her und füllte das
Land mit Wasser.
Als aber alle Moabiter hörten, daß die
Könige heraufzogen, um gegen sie zu kämpfen, riefen sie
alle auf, die zur Rüstung alt genug und darüber waren,
und stellten sich an der Grenze auf.
Und als sie sich früh am Morgen aufmachten und die
Sonne aufging über dem Gewässer, schien den Moabitern
das Gewässer in der Ferne rot zu sein wie Blut.
Und sie sprachen: Das ist Blut! Die Könige haben sich
mit dem Schwert umgebracht, und einer wird den andern erschlagen
haben. Ha, Moab, mach dich nun auf zur Beute!
Aber als sie zum Lager Israels kamen, machte sich Israel
auf und schlug die Moabiter, und sie flohen vor ihnen. Aber
Israel jagte ihnen nach und schlug Moab.
Die Städte zerstörten sie, und jeder warf einen
Stein auf alle guten Äcker, und sie machten sie voll davon
und verstopften alle Wasserbrunnen und fällten alle guten
Bäume, bis nur Kir-Hareseth übrigblieb. Aber die
Schleuderer umringten die Stadt und schossen auf sie.
Als aber der König der Moabiter sah, daß ihm
der Kampf zu stark war, nahm er siebenhundert Mann mit sich, die
das Schwert führten, um beim König von Edom
durchzubrechen; aber sie konnten's nicht.
Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der an seiner Statt
König werden sollte, und opferte ihn zum Brandopfer auf der
Mauer. Da kam ein großer Zorn über Israel, so daß
sie von ihm abzogen und in ihr Land zurückkehrten.
Elisa mehrt das Öl der Witwe
Kapitel 4
Und es schrie eine Frau unter den Frauen der
Prophetenjünger zu Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann,
ist gestorben; und du weißt ja, daß dein Knecht den
HERRN fürchtete. Nun kommt der Schuldherr und will meine
beiden Kinder nehmen zu leibeigenen Knechten.
Elisa sprach zu ihr: Was soll ich dir tun? Sage mir, was
hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause als
einen Ölkrug.
Er sprach: Geh hin und erbitte draußen von allen
deinen Nachbarinnen leere Gefäße, aber nicht zu wenig,
und geh ins Haus und schließ die Tür zu hinter
dir und deinen Söhnen und gieß in alle Gefäße;
und wenn du sie gefüllt hast, so stelle sie beiseite.
Sie ging hin und tat so und schloß die Tür zu
hinter sich und ihren Söhnen; diese brachten ihr die Gefäße
herbei, und sie goß ein.
Und als die Gefäße voll waren, sprach sie zu
ihrem Sohn: Reiche mir noch ein Gefäß her! Er sprach
zu ihr: Es ist kein Gefäß mehr hier. Da stand das Öl.
Und sie ging hin und sagte es dem Mann Gottes an. Er
sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen
Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von
dem übrigen.
Elisa verheißt der Sunamiterin einen Sohn und erweckt
das tote Kind
Und es begab sich eines Tages, daß Elisa nach Sunem
ging. Dort war eine reiche Frau; die nötigte ihn, daß
er bei ihr aß. Und sooft er dort durchkam, kehrte er bei
ihr ein und aß bei ihr.
Und sie sprach zu ihrem Mann: Siehe, ich merke, daß
dieser Mann Gottes heilig ist, der immer hier durchkommt.
Laß uns ihm eine kleine Kammer oben machen und Bett,
Tisch, Stuhl und Leuchter hineinstellen, damit er dort einkehren
kann, wenn er zu uns kommt.
Und es begab sich eines Tages, daß Elisa dort
einkehrte und sich oben in die Kammer legte und darin schlief.
Danach sprach er zu seinem Diener Gehasi: Ruf die
Sunamiterin! Und als Gehasi sie rief, trat sie vor ihn.
Elisa aber hatte zu Gehasi gesprochen: Sage ihr: Siehe, du
hast uns all diesen Dienst getan; was soll ich dir tun? Brauchst
du Fürsprache beim König oder beim Feldhauptmann? Sie
sprach: Ich wohne sicher unter meinen Leuten.
Elisa sprach: Was soll ich ihr denn tun? Gehasi sprach:
Ach, sie hat keinen Sohn, und ihr Mann ist alt.
Er sprach: Ruf sie her! Und als er sie rief, trat sie in
die Tür.
Und er sprach: Um diese Zeit übers Jahr sollst du
einen Sohn herzen. Sie sprach: Ach nicht, mein Herr, du Mann
Gottes! Täusche deine Magd nicht!
Und die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn um
dieselbe Zeit übers Jahr, wie ihr Elisa zugesagt hatte.
Als aber das Kind groß wurde, begab es sich,
daß es hinaus zu seinem Vater zu den Schnittern ging
und sprach zu seinem Vater: O mein Kopf, mein Kopf! Er
sprach zu einem Knecht: Bringe ihn zu seiner Mutter!
Und er nahm ihn und brachte ihn hinein zu seiner Mutter,
und sie setzte ihn auf ihren Schoß bis zum Mittag; da starb
er.
Und sie ging hinauf und legte ihn aufs Bett des Mannes
Gottes, schloß zu und ging hinaus
und rief ihren Mann und sprach: Schicke mir einen der
Knechte und eine Eselin; ich will eilends zu dem Mann Gottes und
bald zurückkommen.
Er sprach: Warum willst du zu ihm? Ist doch heute weder
Neumond noch Sabbat. Sie sprach: Laß es gut sein!
Und sie sattelte die Eselin und sprach zum Knecht: Treib
an und halte mich nicht auf beim Reiten, bis ich dir's sage!
So zog sie hin und kam zu dem Mann Gottes auf den Berg
Karmel. Als aber der Mann Gottes sie kommen sah, sprach er zu
seinem Diener Gehasi: Siehe, die Sunamiterin ist da!
So lauf ihr nun entgegen und frage sie, ob es ihr, ihrem
Mann und ihrem Sohn gut gehe. Sie sprach: Gut!
Als sie aber zu dem Mann Gottes auf den Berg kam, umfing
sie seine Füße; Gehasi aber trat herzu, um sie
wegzustoßen. Aber der Mann Gottes sprach: Laß sie,
denn ihre Seele ist betrübt, und der HERR hat mir's
verborgen und nicht kundgetan!
Sie sprach: Wann hab ich einen Sohn erbeten von meinem
Herrn? Sagte ich nicht, du solltest mich nicht täuschen?
Er sprach zu Gehasi: Gürte deine Lenden und nimm
meinen Stab in deine Hand und geh hin, und wenn dir jemand
begegnet, so grüße ihn nicht, und grüßt
dich jemand, so danke ihm nicht, und lege meinen Stab auf des
Knaben Antlitz.
Aber die Mutter des Knaben sprach: So wahr der HERR lebt
und so wahr du lebst: ich lasse nicht von dir! Da machte er sich
auf und ging ihr nach.
Gehasi aber ging vor ihnen hin und legte den Stab dem
Knaben aufs Antlitz: da war aber keine Stimme und kein Empfinden.
Und er ging zurück Elisa entgegen und sagte ihm: Der Knabe
ist nicht aufgewacht.
Und als Elisa ins Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot
auf seinem Bett.
Und er ging hinein und schloß die Tür hinter
sich zu und betete zu dem HERRN
und stieg aufs Bett und legte sich auf das Kind und legte
seinen Mund auf des Kindes Mund und seine Augen auf dessen Augen
und seine Hände auf dessen Hände und breitete sich so
über ihn; da wurde des Kindes Leib warm.
Er aber stand wieder auf und ging im Haus einmal hierhin
und dahin und stieg wieder aufs Bett und breitete sich über
ihn. Da nieste der Knabe siebenmal; danach tat der Knabe seine
Augen auf.
Und Elisa rief Gehasi und sprach: Ruf die Sunamiterin! Und
als er sie rief, kam sie hinein zu ihm. Er sprach: Da, nimm hin
deinen Sohn!
Da kam sie und fiel nieder zu seinen Füßen und
neigte sich zur Erde und nahm ihren Sohn und ging hinaus.
Elisa macht schädliche Speise gesund und speist viele
mit zwanzig Broten
Als aber Elisa wieder nach Gilgal kam, war Hungersnot im
Lande. Und als die Prophetenjünger vor ihm saßen,
sprach er zu seinem Diener: Setze einen großen Topf auf und
koche ein Gemüse für die Prophetenjünger!
Da ging einer aufs Feld, um Kraut zu sammeln, und fand ein
Rankengewächs und pflückte sein Kleid voll mit wilden
Gurken. Und als er kam, schnitt er's in den Topf zum Gemüse
– sie kannten's aber nicht -
und legte es den Männern zum Essen vor. Als sie nun
von dem Gemüse aßen, schrien sie und sprachen: O Mann
Gottes, der Tod im Topf! Denn sie konnten's nicht essen.
Er aber sprach: Bringt Mehl her! Und er tat's in den Topf
und sprach: Lege es den Leuten vor, daß sie essen! Da war
nichts Böses mehr in dem Topf.
Es kam aber ein Mann von Baal-Schalischa und
brachte dem Mann Gottes Erstlingsbrot, nämlich zwanzig
Gerstenbrote, und neues Getreide in seinem Kleid. Er aber sprach:
Gib's den Leuten, daß sie essen!
Sein Diener sprach: Wie soll ich davon hundert Mann geben?
Er sprach: Gib den Leuten, daß sie essen! Denn so spricht
der HERR: Man wird essen, und es wird noch übrigbleiben.
Und er legte es ihnen vor, daß sie aßen; und
es blieb noch übrig nach dem Wort des HERRN.
Elisa heilt den aramäischen Feldhauptmann Naëman
und bestraft den Gehasi
Kapitel 5
Naëman, der Feldhauptmann des Königs von Aram,
war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wert gehalten; denn
durch ihn gab der HERR den Aramäern Sieg. Und er war ein
gewaltiger Mann, jedoch aussätzig.
Aber die Kriegsleute der Aramäer waren ausgezogen und
hatten ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande
Israel; die war im Dienst der Frau Naëmans.
Die sprach zu ihrer Herrin: Ach, daß mein Herr wäre
bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem
Aussatz befreien.
Da ging Naëman hinein zu seinem Herrn und sagte es
ihm an und sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande
Israel geredet.
Der König von Aram sprach: So zieh hin, ich will dem
König von Israel einen Brief schreiben. Und er zog hin und
nahm mit sich zehn Zentner Silber und sechstausend Goldgulden und
zehn Feierkleider
und brachte den Brief dem König von Israel; der
lautete: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich
habe meinen Knecht Naëman zu dir gesandt, damit du ihn von
seinem Aussatz befreist.
Und als der König von Israel den Brief las, zerriß
er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, daß ich
töten und lebendig machen könnte, daß er zu mir
schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt
und seht, wie er Streit mit mir sucht!
Als Elisa, der Mann Gottes, hörte, daß
der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte, sandte
er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider
zerrissen? Laß ihn zu mir kommen, damit er innewerde, daß
ein Prophet in Israel ist.
So kam Naëman mit Rossen und Wagen und hielt vor der
Tür am Hause Elisas.
Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm
sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir
dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden.
Da wurde Naëman zornig und zog weg und sprach: Ich
meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und
den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin
zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien.
Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Amana und Parpar,
besser als alle Wasser in Israel, so daß ich mich in ihnen
waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog
weg im Zorn.
Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm
und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes
geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wieviel mehr,
wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein!
Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie
der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil
wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein.
Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen
seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach:
Siehe, nun weiß ich, daß kein Gott ist in allen
Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von
deinem Knecht.
Elisa aber sprach: So wahr der HERR lebt, vor dem ich
stehe: ich nehme es nicht. Und er nötigte ihn, daß er
es nehme; aber er wollte nicht.
Da sprach Naëman: Wenn nicht, so könnte doch
deinem Knecht gegeben werden von dieser Erde eine Last, soviel
zwei Maultiere tragen! Denn dein Knecht will nicht mehr andern
Göttern opfern und Brandopfer darbringen, sondern allein dem
HERRN.
Nur darin wolle der HERR deinem Knecht gnädig sein:
wenn mein König in den Tempel Rimmons geht, um dort
anzubeten, und er sich auf meinen Arm lehnt und ich auch anbete
im Tempel Rimmons, dann möge der HERR deinem Knecht
vergeben.
Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!
Und als er von ihm eine Strecke Weges fortgezogen war,
sagte sich Gehasi, der Diener Elisas, des Mannes Gottes:
Siehe, mein Herr hat diesen Aramäer Naëman verschont,
daß er nichts von ihm genommen hat, was er gebracht hat. So
wahr der HERR lebt: ich will ihm nachlaufen und mir etwas von ihm
geben lassen.
So jagte Gehasi dem Naëman nach. Und als Naëman
sah, daß er ihm nachlief, stieg er vom Wagen, ging ihm
entgegen und sprach: Geht's gut?
Er sprach: Ja. Aber mein Herr hat mich gesandt und läßt
dir sagen: Siehe, jetzt sind zu mir gekommen vom Gebirge Ephraim
zwei von den Prophetenjüngern. Gib ihnen doch einen Zentner
Silber und zwei Feierkleider!
Naëman sprach: Nimm zwei Zentner! Und er nötigte
ihn und band zwei Zentner Silber in zwei Beutel und zwei
Feierkleider und gab's seinen beiden Dienern; die trugen's vor
ihm her.
Und als Gehasi an den Hügel kam, nahm er's von ihren
Händen und legte es beiseite im Hause und ließ die
Männer gehen.
Und als sie weggegangen waren, trat er vor seinen Herrn.
Und Elisa sprach zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht
ist weder hierhin noch dorthin gegangen.
Er aber sprach zu ihm: Bin ich nicht im Geist mit dir
gegangen, als der Mann sich umwandte von seinem Wagen dir
entgegen? Wohlan, du hast nun das Silber und die Kleider genommen
und wirst dir schaffen Ölgärten, Weinberge, Schafe,
Rinder, Knechte und Mägde.
Aber der Aussatz Naëmans wird dir anhangen und deinen
Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig
wie Schnee.
Elisa macht Eisen schwimmen
Kapitel 6
Die Prophetenjünger sprachen zu Elisa: Siehe, der
Raum, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng.
Laß uns an den Jordan gehen, und jeder von uns soll
dort einen Stamm holen, damit wir uns eine Stätte bauen, wo
wir wohnen können. Er sprach: Geht hin!
Und einer sprach: Geh doch mit deinen Knechten! Er sprach:
Ich will mitgehen!
Und er ging mit ihnen. Und als sie an den Jordan kamen,
hieben sie Bäume um.
Und als einer einen Stamm fällte, fiel ihm das Eisen
ins Wasser. Und er schrie: O weh, mein Herr! Und dazu ist's noch
entliehen!
Aber der Mann Gottes sprach: Wo ist's hingefallen? Und als
er ihm die Stelle zeigte, schnitt er einen Stock ab und stieß
dahin. Da schwamm das Eisen.
Und er sprach: Heb's auf! Da streckte er seine Hand aus
und nahm es.
Die Aramäer werden mit Blindheit geschlagen
Und der König von Aram führte Krieg mit Israel
und beriet sich mit seinen Obersten und sprach: Wir wollen da und
da einen Hinterhalt legen.
Aber der Mann Gottes sandte zum König von Israel und
ließ ihm sagen: Hüte dich, daß du nicht an
diesem Ort vorüberziehst, denn die Aramäer lauern dort.
So sandte denn der König von Israel hin an den Ort,
den ihm der Mann Gottes gesagt und vor dem er ihn gewarnt hatte,
und war dort auf der Hut; und tat das nicht nur einmal oder
zweimal.
Da wurde das Herz des Königs von Aram voller Unmut
darüber, und er rief seine Obersten und sprach zu ihnen:
Wollt ihr mir denn nicht sagen, wer von den Unsern es mit dem
König von Israel hält?
Da sprach einer seiner Obersten: Nicht doch, mein Herr und
König, sondern Elisa, der Prophet in Israel, sagt alles dem
König von Israel, auch was du in der Kammer redest, wo dein
Lager ist.
Er sprach: So geht hin und seht, wo er ist, damit ich
hinsende und ihn holen lasse. Und sie sagten es ihm an und
sprachen: Siehe, er ist in Dothan.
Da sandte er hin Rosse und Wagen und ein großes
Heer. Und als sie bei Nacht hinkamen, umstellten sie die Stadt.
Und der Diener des Mannes Gottes stand früh
auf und trat heraus, und siehe, da lag ein Heer um die Stadt mit
Rossen und Wagen. Da sprach sein Diener zu ihm: O weh, mein Herr!
Was sollen wir nun tun?
Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr,
die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind!
Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die
Augen, daß er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die
Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse
und Wagen um Elisa her.
Und als die Aramäer zu ihm herabkamen, betete Elisa
und sprach: HERR, schlage dies Volk mit Blindheit! Und er schlug
sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas.
Und Elisa sprach zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und
nicht die Stadt. Folgt mir nach! Ich will euch führen zu dem
Mann, den ihr sucht. Und er führte sie nach Samaria.
Und als sie nach Samaria kamen, sprach Elisa: HERR, öffne
diesen die Augen, daß sie sehen! Und der HERR öffnete
ihnen die Augen, und sie sahen, und siehe, da waren sie mitten in
Samaria.
Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu
Elisa: Mein Vater, soll ich sie töten?
Er sprach: Du sollst sie nicht töten. Erschlägst
du denn die, die du mit Schwert und Bogen gefangen hast? Setze
ihnen Brot und Wasser vor, daß sie essen und trinken, und
laß sie zu ihrem Herrn ziehen!
Da wurde ein großes Mahl bereitet. Und als sie
gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, daß
sie zu ihrem Herrn zogen. Seitdem kamen streifende Rotten der
Aramäer nicht mehr ins Land Israel.
Belagerung und Errettung Samarias
Danach begab es sich, daß Benhadad, der König
von Aram, sein ganzes Heer versammelte und heraufzog und Samaria
belagerte.
Und es war eine große Hungersnot in Samaria. Sie
aber belagerten die Stadt, bis ein Eselskopf achtzig Silberstücke
und eine Handvoll Taubenmist fünf Silberstücke galt*.
*Wahrscheinlich Bezeichnung für
minderwertige Speisen.
Und als der König von Israel auf der Mauer
einherging, schrie ihn eine Frau an und sprach: Hilf mir, mein
Herr und König!
Er sprach: Hilft dir der HERR nicht, woher soll ich dir
helfen? Von der Tenne oder von der Kelter?
Und der König sprach zu ihr: Was ist dir? Sie sprach:
Diese Frau da sprach zu mir: Gib deinen Sohn her, daß wir
ihn heute essen; morgen wollen wir meinen Sohn essen.
So haben wir meinen Sohn gekocht und gegessen. Und ich
sprach zu ihr am nächsten Tage: Gib deinen Sohn her und laß
uns ihn essen! Aber sie hat ihren Sohn versteckt.
Als der König die Worte der Frau hörte, zerriß
er seine Kleider, während er auf der Mauer ging. Da sah
alles Volk, daß er darunter ein härenes Tuch um seinen
Leib geschlungen hatte.
Und er sprach: Gott tue mir dies und das, wenn das Haupt
Elisas, des Sohnes Schaphats, heute auf ihm bleiben wird!
Elisa aber saß in seinem Hause, und die
Ältesten saßen bei ihm. Und der König sandte
einen Mann vor sich her. Aber ehe der Bote zu ihm kam, sprach
Elisa zu den Ältesten: Habt ihr gesehen, wie dieser Mörder
hergesandt hat, daß er mir das Haupt abschlage? Seht zu,
wenn der Bote eintritt, daß ihr die Tür zuschließt
und ihn gegen die Tür stoßt. Siehe, ich höre
schon das Geräusch der Tritte seines Herrn hinter ihm her.
Als er noch so mit ihnen redete, siehe, da kam schon der
König zu ihm hinab und sprach: Siehe, dies Übel kommt
von dem HERRN! Was soll ich noch von dem HERRN erwarten?
Kapitel 7
Elisa aber sprach: Hört des HERRN Wort! So
spricht der HERR: Morgen um diese Zeit wird ein Maß
feinstes Mehl ein Silberstück gelten und zwei Maß
Gerste ein Silberstück im Tor von Samaria.
Da antwortete der Ritter, auf dessen Arm sich der König
lehnte, dem Mann Gottes und sprach: Und wenn der HERR Fenster am
Himmel machte, wie könnte das geschehen? Er sprach: Siehe,
mit deinen Augen wirst du es sehen, doch du wirst nicht davon
essen!
Und es waren vier aussätzige Männer vor
dem Tor, und einer sprach zum andern: Was sollen wir hier
bleiben, bis wir sterben?
Wenn wir auch in die Stadt gehen wollten, so ist
Hungersnot in der Stadt, und wir müßten doch dort
sterben. Bleiben wir aber hier, so müssen wir auch sterben.
So laßt uns nun hingehen und zu dem Heer der Aramäer
laufen. Lassen sie uns leben, so leben wir, töten sie uns,
so sind wir tot.
Und sie machten sich in der Dämmerung auf, um zum
Heer der Aramäer zu kommen. Und als sie vorn an das Lager
kamen, siehe, da war niemand mehr da.
Denn der HERR hatte die Aramäer hören lassen ein
Getümmel von Rossen, Wagen und großer Heeresmacht, so
daß sie untereinander sprachen: Siehe, der König von
Israel hat sich gegen uns verbündet mit den Königen der
Hethiter und den Königen der Ägypter, daß sie
über uns kommen sollen.
Und sie machten sich auf und flohen in der Dämmerung
und ließen ihre Zelte, Rosse und Esel im Lager, wie es
stand, und flohen, um ihr Leben zu retten.
Als nun die Aussätzigen vorn an das Lager kamen,
gingen sie in eins der Zelte, aßen und tranken und nahmen
Silber, Gold und Kleider und gingen hin und verbargen's und kamen
wieder und gingen in ein anderes Zelt und nahmen daraus und
gingen hin und verbargen's.
Aber einer sprach zum andern: Laßt uns so nicht tun;
dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Wenn wir das verschweigen
und warten, bis es lichter Morgen wird, so wird uns Schuld
treffen. So laßt uns nun hingehen und es dem Hause des
Königs ansagen.
Und als sie kamen, riefen sie die Torhüter der Stadt
und sagten's ihnen an und sprachen: Wir sind zum Lager der
Aramäer gekommen, und siehe, da ist niemand mehr da und
keine Menschenstimme, sondern Rosse und Esel angebunden und die
Zelte, wie sie dastehen.
Da riefen es die Torhüter aus, und man sagte es
drinnen im Hause des Königs an.
Und der König stand auf, als es noch dunkel
war, und sprach zu seinen Obersten: Laßt euch sagen, wie es
die Aramäer mit uns machen. Sie wissen, daß wir Hunger
leiden, und sind aus dem Lager gegangen, um sich im Felde zu
verbergen, und denken: Wenn sie aus der Stadt gehen, wollen wir
sie lebendig ergreifen und in die Stadt eindringen.
Da antwortete einer seiner Obersten: Man nehme fünf
Rosse von denen, die noch in der Stadt übriggeblieben sind,
- ihnen wird es ja doch gehen wie der ganzen Menge, die hier noch
übriggeblieben oder schon dahin ist. Die laßt uns
senden, um nachzusehen.
Da nahmen sie zwei Wagen mit Rossen, und der König
sandte sie dem Heer der Aramäer nach und sprach: Zieht hin
und seht nach!
Und als sie ihnen nachzogen bis an den Jordan, siehe, da
lag der Weg voll von Kleidern und Geräten, die die Aramäer
in der Eile weggeworfen hatten. Und als die Boten zurückkamen
und es dem König ansagten,
ging das Volk hinaus und plünderte das Lager der
Aramäer. Und es galt ein Maß feinstes Mehl ein
Silberstück und zwei Maß Gerste auch ein Silberstück
nach dem Wort des HERRN.
Aber der König bestellte den Ritter, auf
dessen Arm er sich lehnte, in das Tor. Und das Volk zertrat ihn
im Tor, so daß er starb, wie der Mann Gottes gesagt hatte,
als der König zu ihm hinabkam.
Und es geschah, wie der Mann Gottes dem König gesagt
hatte, als er sprach: Morgen um diese Zeit werden zwei Maß
Gerste ein Silberstück gelten und ein Maß feinstes
Mehl ein Silberstück im Tor von Samaria.
Und der Ritter hatte dem Mann Gottes geantwortet: Und
siehe, wenn der HERR Fenster am Himmel machte, wie könnte
das geschehen? Elisa aber hatte gesprochen: Siehe, mit deinen
Augen wirst du es sehen, doch du wirst nicht davon essen!
Und genau so erging es ihm; denn das Volk zertrat ihn im
Tor, so daß er starb.
Die Sunamiterin erhält ihren Besitz zurück
Kapitel 8
Elisa redete mit der Frau, deren Sohn er lebendig gemacht
hatte, und sprach: Mach dich auf und zieh fort mit deinem Hause
und wohne in der Fremde, wo du kannst; denn der HERR wird eine
Hungersnot rufen, die wird ins Land kommen sieben Jahre lang.
Die Frau machte sich auf und tat, wie der Mann Gottes
sagte, und zog hin mit ihrem Hause und wohnte im Land der
Philister sieben Jahre.
Als aber die sieben Jahre um waren, kam die Frau aus dem
Land der Philister zurück. Und sie ging hin, den König
anzurufen wegen ihres Hauses und ihres Ackers.
Der König aber redete mit Gehasi, dem Diener
des Mannes Gottes, und sprach: Erzähle mir alle großen
Taten, die Elisa getan hat!
Und während er dem König erzählte, daß
er einen Toten lebendig gemacht hätte, siehe, da kam eben
die Frau dazu, deren Sohn er lebendig gemacht hatte, und rief den
König an wegen ihres Hauses und ihres Ackers. Da sprach
Gehasi: Mein Herr und König, dies ist die Frau, und dies ist
ihr Sohn, den Elisa lebendig gemacht hat.
Und der König fragte die Frau, und sie erzählte
es ihm. Da gab ihr der König einen Kämmerer mit und
sprach: Verschaffe ihr alles wieder, was ihr gehört, dazu
allen Ertrag des Ackers seit der Zeit, da sie das Land verlassen
hat, bis jetzt!
Benhadads Tod. Hasaël
wird König von Aram
Und Elisa kam nach Damaskus. Da lag Benhadad, der König
von Aram, krank, und man sagte ihm: Der Mann Gottes ist hierher
gekommen.
Da sprach der König zu Hasaël: Nimm Geschenke
mit dir und geh dem Mann Gottes entgegen und befrage den HERRN
durch ihn, ob ich von dieser Krankheit genesen könne.
Hasaël ging ihm entgegen und nahm Geschenke mit sich
und allerlei kostbare Dinge von Damaskus, eine Last für
vierzig Kamele. Und als er hinkam, trat er vor Elisa und sprach:
Dein Sohn Benhadad, der König von Aram, hat mich zu dir
gesandt und läßt dir sagen: Kann ich von dieser
Krankheit genesen?
Elisa sprach zu ihm: Geh hin und sage ihm: Du wirst
genesen! - Aber der HERR hat mir gezeigt, daß er des Todes
sterben wird.
Und der Mann Gottes schaute starr und lange vor sich hin
und weinte.
Da sprach Hasaël: Warum weint mein Herr? Er sprach:
Ich weiß, was du den Kindern Israel antun wirst: du wirst
ihre festen Städte mit Feuer verbrennen und ihre junge
Mannschaft mit dem Schwert erschlagen und ihre jungen Kinder
töten und ihre schwangern Frauen aufschlitzen.
Hasaël sprach: Was ist dein Knecht, der Hund, daß
er so große Dinge tun sollte? Elisa sprach: Der HERR hat
mir gezeigt, daß du König über Aram sein wirst.
Und er ging weg von Elisa und kam zu seinem Herrn. Der
sprach zu ihm: Was sagte dir Elisa? Er sprach: Er sagte mir: Du
wirst genesen.
Am andern Tage aber nahm er die Decke und tauchte sie in
Wasser und breitete sie über des Königs Angesicht. Da
starb er, und Hasaël wurde König an seiner Statt.
Reich Juda: Joram. Ahasja
Im fünften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs
von Israel, wurde – Josaphat war noch König von Juda –
Joram, der Sohn Josaphats, König von Juda.
Zweiunddreißig Jahre alt war er, als er König
wurde, und er regierte acht Jahre zu Jerusalem
und wandelte auf dem Wege der Könige von Israel, wie
das Haus Ahab tat; denn Ahabs Tochter war seine Frau. Und er tat,
was dem HERRN mißfiel.
Aber der HERR wollte Juda nicht verderben um seines
Knechtes David willen, wie er ihm zugesagt hatte, ihm eine
Leuchte zu geben und seinen Söhnen immerdar.
Zu seiner Zeit fielen die Edomiter von Juda ab und
setzten einen König über sich.
Da zog Joram nach Zaïr
und alle Wagen mit ihm, und er machte sich des Nachts auf und
schlug die Edomiter, die ihn umringt hatten, dazu die Obersten
über die Wagen, so daß das Volk in seine Wohnungen
floh.
Doch blieben die Edomiter abtrünnig von Juda bis auf
diesen Tag. Auch fiel zur selben Zeit Libna ab.
Was aber mehr von Joram zu sagen ist und alles, was er
getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige
von Juda.
Und Joram legte sich zu seinen Vätern und wurde
begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und sein
Sohn Ahasja wurde König an seiner Statt.
Im zwölften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des
Königs von Israel, wurde Ahasja, der Sohn Jorams, König
von Juda.
Zweiundzwanzig Jahre alt war Ahasja, als er König
wurde; und er regierte ein Jahr zu Jerusalem. Seine Mutter hieß
Athalja, eine Tochter Omris, des Königs von Israel.
Und er wandelte auf dem Wege des Hauses Ahab und tat, was
dem HERRN mißfiel, wie das Haus Ahab; denn er war verwandt
mit dem Hause Ahab.
Und er zog mit Joram, dem Sohn Ahabs, in den Kampf um
Ramoth in Gilead gegen Hasaël, den König von Aram; aber
die Aramäer verwundeten Joram.
Da kehrte der König Joram zurück, um sich in
Jesreel von den Wunden heilen zu lassen, die ihm die Aramäer
bei Rama geschlagen hatten, als er mit Hasaël, dem König
von Aram, kämpfte. Und Ahasja, der Sohn Jorams, der König
von Juda, kam hinab, um in Jesreel Joram, den Sohn Ahabs, zu
besuchen; denn er lag krank.
Reich Israel: Jehu, zum König gesalbt, tötet
Joram, Ahasja und Isebel
Kapitel 9
Aber der Prophet Elisa rief einen der Prophetenjünger
und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Krug
mit Öl mit dir und geh hin nach Ramoth in Gilead.
Und wenn du dahin kommst, wirst du dort Jehu sehen, den
Sohn Josaphats, des Sohnes Nimschis. Und geh hinein und laß
ihn aufstehen unter seinen Gefährten und führe ihn in
die innerste Kammer
und nimm den Krug mit Öl und gieß es auf sein
Haupt und sprich: So sagt der HERR: Ich habe dich zum König
über Israel gesalbt! - und dann sollst du die Tür
auftun und fliehen und nicht zögern.
Und der Prophetenjünger ging hin nach Ramoth
in Gilead.
Und als er hinkam, siehe, da saßen die Hauptleute
des Heeres beisammen. Und er sprach: Ich habe dir, Hauptmann,
etwas zu sagen. Jehu sprach: Wem von uns allen? Er sprach: Dir,
Hauptmann!
Da stand er auf und ging hinein. Er aber goß das Öl
auf sein Haupt und sagte zu ihm: So spricht der HERR, der Gott
Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel,
das Volk des HERRN.
Und du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen, daß
ich das Blut meiner Knechte, der Propheten, und das Blut aller
Knechte des HERRN räche, das die Hand Isebels vergossen hat,
so daß das ganze Haus Ahab umkomme. Und ich will von
Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann
in Israel,
und will das Haus Ahab machen wie das Haus Jerobeams, des
Sohnes Nebats, und wie das Haus Baësas,
des Sohnes Ahias.
Und die Hunde sollen Isebel fressen auf dem Acker in
Jesreel, und niemand soll sie begraben. Und er tat die Tür
auf und floh.
Und als Jehu herausging zu den Leuten seines Herrn,
sprach man zu ihm: Steht es gut? Warum ist dieser Rasende zu dir
gekommen? Er sprach zu ihnen: Ihr kennt doch den Mann und sein
Geschwätz.
Sie sprachen: Das ist nicht wahr; sage es uns an! Er
sprach: So und so hat er mit mir geredet und gesagt: So spricht
der HERR: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt.
Da nahm jeder eilends sein Kleid und legte es vor ihn hin
auf die hohen Stufen, und sie bliesen die Posaune und riefen:
Jehu ist König geworden!
So machte Jehu, der Sohn Josaphats, des Sohnes Nimschis,
gegen Joram eine Verschwörung.
Joram aber hatte mit ganz Israel vor Ramoth in Gilead
gelegen wider Hasaël, den König von Aram.
Und der König Joram war zurückgekommen, um sich
in Jesreel heilen zu lassen von den Wunden, die ihm die Aramäer
geschlagen hatten, als er mit Hasaël kämpfte, dem König
von Aram.
Und Jehu sprach: Wenn ihr wollt, dann soll niemand aus
der Stadt entrinnen, daß er hingehen und es in Jesreel
ansagen könne.
Und er stieg auf seinen Wagen und fuhr nach Jesreel, denn
Joram lag dort. Und Ahasja, der König von Juda, war
hinabgezogen, um Joram zu besuchen.
Aber der Wächter, der auf dem Turm in Jesreel stand,
sah die Staubwolke, als Jehu herankam, und sprach: Ich sehe eine
Staubwolke. Da sprach Joram: Nimm einen Reiter, den sende ihnen
entgegen und laß ihn fragen: Ist's Friede?
Und der Reiter ritt hin ihm entgegen und sprach: So sagt
der König: Ist's Friede? Jehu sprach: Was geht dich der
Friede an? Wende um, folge mir! Der Wächter verkündete
und sprach: Der Bote ist bei ihnen angekommen und kommt nicht
zurück.
Da sandte Joram einen zweiten Reiter. Als der zu ihnen
kam, sprach er: So spricht der König: Ist's Friede? Jehu
sprach: Was geht dich der Friede an? Wende um, folge mir!
Das verkündete der Wächter und sprach: Er ist
bei ihnen angekommen und kommt nicht zurück. Und es ist ein
Jagen wie das Jagen Jehus, des Sohnes Nimschis; denn er jagt, wie
wenn er unsinnig wäre.
Da sprach Joram: Spannt an! Und man spannte seinen Wagen
an. Und sie zogen aus, Joram, der König von Israel, und
Ahasja, der König von Juda, jeder auf seinem Wagen, um Jehu
entgegenzufahren; und sie trafen ihn auf dem Acker Naboths, des
Jesreeliters.
Und als Joram Jehu sah, sprach er: Jehu, ist's Friede? Er
aber sprach: Was, Friede? Deiner Mutter Isebel Abgötterei
und ihre viele Zauberei haben noch kein Ende!
Da wandte Joram um und floh und sprach zu Ahasja:
Verräterei, Ahasja!
Aber Jehu faßte den Bogen und schoß Joram
zwischen die Arme, daß der Pfeil durch sein Herz fuhr und
Joram in seinem Wagen zusammenbrach.
Und Jehu sprach zu seinem Ritter Bidkar: Nimm und wirf ihn
auf den Acker Naboths, des Jesreeliters! Denn ich denke daran,
wie du mit mir auf einem Wagen seinem Vater Ahab nachfuhrst, als
der HERR diese Last auf ihn legte:
Fürwahr, ich will dir das Blut Naboths und seiner
Kinder, das ich gestern gesehen habe, vergelten auf diesem Acker!
- So nimm ihn nun und wirf ihn auf den Acker nach dem Wort des
HERRN.
Als das Ahasja, der König von Juda, sah, floh er auf
Beth-Haggan zu. Jehu aber jagte ihm nach und ließ auch ihn
töten auf dem Wagen, und sie schossen auf ihn auf der Höhe
von Gur, die bei Jibleam liegt. Und er floh nach Megiddo und
starb dort.
Und seine Männer brachten ihn nach Jerusalem und
begruben ihn in seinem Grabe bei seinen Vätern in der Stadt
Davids.
Ahasja aber war König geworden über Juda im
elften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs.
Und als Jehu nach Jesreel kam und Isebel das
erfuhr, schminkte sie ihr Angesicht und schmückte ihr Haupt
und schaute zum Fenster hinaus.
Und als Jehu unter das Tor kam, sprach sie: Geht's gut, du
Simri, der seinen Herrn erschlug?
Und er hob sein Angesicht auf zum Fenster und sprach: Wer
hält's hier mit mir? Da sahen zwei oder drei Kämmerer
zu ihm heraus.
Er sprach: Stürzt sie hinab! Und sie stürzten
Isebel hinab, so daß die Wand und die Rosse mit ihrem Blut
besprengt wurden; und sie wurde zertreten.
Und als er hineinkam und gegessen und getrunken hatte,
sprach er: Seht doch nach der Verfluchten und begrabt sie; denn
sie ist eines Königs Tochter!
Als sie aber hingingen, um sie zu begraben, fanden sie
nichts von ihr als den Schädel und die Füße und
ihre Hände.
Und sie kamen zurück und sagten's Jehu an. Er aber
sprach: Das ist's, was der HERR geredet hat durch seinen Knecht
Elia, den Thisbiter, als er sprach: Auf dem Acker von Jesreel
sollen die Hunde das Fleisch Isebels fressen,
und der Leichnam Isebels soll wie Mist auf dem Felde sein
im Gefilde von Jesreel, daß man nicht sagen könne: Das
ist Isebel.
Jehu rottet das Haus Ahab aus
Kapitel 10
Ahab aber hatte siebzig Söhne in Samaria. Und Jehu
schrieb Briefe und sandte sie nach Samaria, zu den Obersten der
Stadt, zu den Ältesten und Vormündern der Söhne
Ahabs; die lauteten:
Wenn dieser Brief zu euch kommt, bei denen eures Herrn
Söhne sind und Wagen, Rosse, feste Städte und Rüstung,
so seht, welcher der beste und geschickteste sei unter den
Söhnen eures Herrn, und setzt ihn auf seines Vaters Thron
und kämpft für eures Herrn Haus.
Sie aber fürchteten sich gar sehr und sprachen:
Siehe, zwei Könige konnten ihm nicht widerstehen; wie
könnten wir ihm denn widerstehen?
Und der Hofmeister und der Stadtvogt und die Ältesten
und Vormünder sandten hin zu Jehu und ließen ihm
sagen: Wir sind deine Knechte. Wir wollen alles tun, was du uns
sagst; wir wollen niemand zum König machen. Tu, was dir
gefällt.
Da schrieb er einen zweiten Brief an sie, der lautete:
Wenn ihr zu mir haltet und meiner Stimme gehorcht, so nehmt die
Köpfe der Söhne eures Herrn und bringt sie zu mir
morgen um diese Zeit nach Jesreel. Es waren aber siebzig Söhne
des Königs, und die Großen der Stadt erzogen sie.
Als nun der Brief zu ihnen kam, nahmen sie des Königs
Söhne und töteten die siebzig und legten ihre Köpfe
in Körbe und schickten sie zu Jehu nach Jesreel.
Und als der Bote kam und ihm sagte: Sie haben die Köpfe
der Söhne des Königs gebracht, sprach er: Legt sie in
zwei Haufen vor das Tor bis morgen.
Und am Morgen, als er ausging, trat er hin und sprach zu
allem Volk: Ihr seid ohne Schuld. Siehe, ich habe gegen meinen
Herrn eine Verschwörung gemacht und ihn getötet. Wer
aber hat denn diese alle erschlagen?
So erkennt denn, daß kein Wort des HERRN auf die
Erde gefallen ist, das der HERR geredet hat gegen das Haus Ahab.
Der HERR hat getan, wie er geredet hat durch seinen Knecht Elia.
So erschlug Jehu alle Übriggebliebenen vom Hause Ahab
in Jesreel, alle seine Großen, seine Verwandten und seine
Priester, bis nicht ein einziger übrigblieb.
Und Jehu machte sich auf und zog auf Samaria zu.
Aber als er unterwegs nach Beth-Eked der Hirten kam,
da traf Jehu die Brüder Ahasjas, des Königs von
Juda, und sprach: Wer seid ihr? Sie sprachen: Wir sind Brüder
Ahasjas und ziehen hin, um die Söhne des Königs und die
Söhne der Königinmutter zu grüßen.
Er aber sprach: Ergreift sie lebendig! Und sie ergriffen
sie lebendig und töteten sie bei dem Brunnen von Beth-Eked,
zweiundvierzig Mann, und er ließ nicht einen einzigen von
ihnen übrig.
Jehu rottet den Baalsdienst aus. Sein Tod
Und als er von dort weiterzog, traf er Jonadab, den Sohn
Rechabs, der ihm begegnete. Und er grüßte ihn und
sprach zu ihm: Ist dein Herz aufrichtig gegen mich wie mein Herz
gegen dein Herz? Jonadab sprach: Ja. Da sprach Jehu: Wenn es so
ist, dann gib mir deine Hand! Und Jonadab gab ihm seine Hand. Und
Jehu ließ ihn zu sich auf den Wagen steigen
und sprach: Komm mit mir und sieh meinen Eifer für
den HERRN! Und er ließ ihn mit sich fahren auf seinem
Wagen.
Und als er nach Samaria kam, erschlug er alles, was übrig
war von Ahab in Samaria, bis er sein Haus vertilgt hatte nach dem
Wort des HERRN, das er zu Elia geredet hatte.
Und Jehu versammelte alles Volk und ließ
ihnen sagen: Ahab hat Baal wenig gedient; Jehu will ihm besser
dienen.
So laßt nun zu mir rufen alle Propheten Baals, die
in seinem Dienst stehen, und alle seine Priester, daß man
niemand vermisse; denn ich habe ein großes Opfer dem Baal
zu bringen. Wen man vermissen wird, der soll nicht am Leben
bleiben. Aber Jehu tat dies mit Hinterlist, um die Diener Baals
umzubringen.
Und Jehu sprach: Feiert dem Baal ein heiliges Fest! Und
sie ließen es ausrufen.
Auch sandte Jehu umher in ganz Israel und ließ alle
Diener Baals kommen, daß niemand übrig war, der nicht
gekommen wäre. Und sie gingen in das Haus Baals, so daß
das Haus Baals voll wurde an allen Enden.
Da sprach er du denen, die über die Kleiderkammer
gesetzt waren: Bringt allen Dienern Baals Feierkleider heraus!
Und sie brachten die Kleider heraus.
Und Jehu ging in das Haus Baals mit Jonadab, dem Sohn
Rechabs, und sprach zu den Dienern Baals: Forschet und seht zu,
daß hier nicht jemand unter euch sei von den Knechten des
HERRN, sondern allein Baals Diener.
Und sie kamen hinein, um Schlachtopfer und Brandopfer
darzubringen. Jehu aber stellte außen achtzig Mann auf und
sprach: Wenn einer der Männer entrinnt, die ich in eure
Hände gebe, so soll euer Leben für sein Leben sein!
Als er nun die Brandopfer vollendet hatte, sprach Jehu zu
der Leibwache und den Rittern: Geht hinein und erschlagt
jedermann; laßt niemand entkommen! Und sie schlugen sie mit
der Schärfe des Schwerts. Und die Leibwache und die Ritter
warfen die Leichname hinaus und drangen in das Innere des Hauses
Baals
und brachten hinaus die Bilder der Aschera aus dem Hause
Baals und verbrannten sie
und zerbrachen die Steinmale Baals samt dem Hause Baals
und machten Stätten des Unrats daraus bis auf diesen Tag.
So vertilgte Jehu den Baal aus Israel;
aber von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der
Israel sündigen machte, ließ Jehu nicht ab, von den
goldenen Kälbern in Bethel und in Dan.
Und der HERR sprach zu Jehu: Weil du willig gewesen
bist, zu tun, was mir gefallen hat, und am Hause Ahab alles getan
hast, was in meinem Herzen war, sollen dir auf dem Thron Israels
sitzen deine Söhne bis ins vierte Glied.
Aber doch hielt Jehu nicht das Gesetz des HERRN, des
Gottes Israels, daß er darin wandelte von ganzem Herzen;
denn er ließ nicht ab von den Sünden Jerobeams, der
Israel sündigen gemacht hatte.
Zur selben Zeit fing der HERR an, Stücke von
Israel abzutrennen; denn Hasaël schlug sie im ganzen Gebiet
Israels
vom Jordan gegen der Sonne Aufgang, das ganze Land Gilead,
die Gaditer, Rubeniter und Manassiter, von Aroër
an, das am Arnon liegt, Gilead und Basan.
Was aber mehr von Jehu zu sagen ist und alles, was
er getan hat, und alle seine tapferen Taten, siehe, das steht
geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.
Und Jehu legte sich zu seinen Vätern, und sie
begruben ihn zu Samaria. Und sein Sohn Joahas wurde König an
seiner Statt.
Die Zeit aber, die Jehu über Israel regiert hat zu
Samaria, sind achtundzwanzig Jahre.
Reich Juda: Herrschaft der Athalja.
Joas wird König
Kapitel 11
Als aber Athalja, Ahasjas Mutter, sah, daß ihr Sohn
tot war, machte sie sich auf und brachte alle aus dem königlichen
Geschlecht um.
Aber Joscheba, die Tochter des Königs Joram, Ahasjas
Schwester, nahm Joas, den Sohn Ahasjas, und stahl ihn aus der
Mitte der Söhne des Königs, die getötet wurden,
und brachte ihn mit seiner Amme in die Bettenkammer und verbarg
ihn vor Athalja, so daß er nicht getötet wurde.
Und er war bei Joscheba versteckt im Hause des HERRN sechs
Jahre lang. Athalja aber war Königin über das Land.
Im siebenten Jahr aber sandte Jojada hin und nahm
die Hauptleute über hundert von der Garde und der Leibwache
und ließ sie zu sich ins Haus des HERRN kommen und schloß
einen Bund mit ihnen und nahm einen Eid von ihnen im Hause des
HERRN und zeigte ihnen den Sohn des Königs
und gebot ihnen: Das ist's, was ihr tun sollt: Ein Drittel
von euch, die ihr am Sabbat antretet, soll Wache halten im Haus
des Königs,
und ein Drittel soll Wache halten am Tor Sur und ein
Drittel am Tor hinter dem Haus der Leibwache; so sollt ihr Wache
halten rings um das Haus.
Aber zwei Abteilungen von euch, die am Sabbat abtreten,
sollen Wache halten im Hause des HERRN um den König her,
und ihr sollt euch rings um den König stellen, jeder
mit seiner Waffe in der Hand, und wer hereinkommt zwischen die
Reihen, der soll sterben. Und ihr sollt um den König sein,
wenn er aus- und eingeht.
Und die Hauptleute über hundert taten alles, was
ihnen der Priester Jojada geboten hatte, und nahmen zu sich ihre
Männer, die am Sabbat antraten, mit denen, die am Sabbat
abtraten, und kamen zu dem Priester Jojada.
Und der Priester gab den Hauptleuten die Spieße und
Schilde, die dem König David gehört hatten und in dem
Hause des HERRN waren.
Und die Leibwache stand, jeder mit seiner Waffe in der
Hand, von der Seite des Tempels im Süden bis zur Seite im
Norden, vor dem Altar und dem Tempel, rings um den König
herum.
Und Jojada ließ den Sohn des Königs
hervortreten und setzte ihm die Krone auf und gab ihm die
Ordnung, machte ihn zum König und salbte ihn, und sie
klatschten in die Hände und riefen: Es lebe der König!
Und als Athalja das Geschrei des Volks hörte,
das herzulief, kam sie zum Volk in das Haus des HERRN
und sah, und siehe, da stand der König an der Säule,
wie es Brauch war, und die Hauptleute und die Trompeter bei dem
König. Und alles Volk des Landes war fröhlich und blies
die Trompeten. Athalja aber zerriß ihre Kleider und rief:
Aufruhr, Aufruhr!
Aber der Priester Jojada gebot den Hauptleuten über
hundert, die über das Heer gesetzt waren, und sprach zu
ihnen: Führt sie zwischen den Reihen hinaus, und wer ihr
folgt, der sterbe durchs Schwert! Denn der Priester hatte gesagt,
sie sollte nicht im Hause des HERRN getötet werden.
Und sie legten die Hände an Athalja, und sie ging hin
den Weg, wo die Rosse zum Hause des Königs gehen, und wurde
dort getötet.
Und Jojada schloß einen Bund zwischen dem HERRN und
dem König samt dem Volk, daß sie des HERRN Volk sein
sollten; desgleichen auch zwischen dem König und dem Volk.
Da ging alles Volk des Landes in das Haus Baals und brach
seine Altäre ab, und sie zerschlugen alle seine Götzenbilder
und töteten Mattan, den Priester Baals, vor den Altären.
Der Priester Jojada aber bestellte die Wachen am Hause
des HERRN
und nahm die Hauptleute über hundert und die Garde
und die Leibwache und alles Volk des Landes, und sie führten
den König hinab vom Hause des HERRN und kamen durchs Tor der
Leibwache zum Hause des Königs. Und er setzte sich auf den
königlichen Thron.
Und alles Volk des Landes war fröhlich, aber die
Stadt blieb still. Athalja aber töteten sie mit dem Schwert
bei des Königs Hause.
Joas. Ausbesserung des Tempels
Kapitel 12
° Und Joas war sieben Jahre alt, als er König
wurde.
Im siebenten Jahr Jehus wurde Joas König und regierte
vierzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja, aus
Beerseba.
Und Joas tat, was recht war und dem HERRN wohlgefiel,
solange ihn der Priester Jojada lehrte,
nur, daß die Höhen nicht entfernt wurden; denn
das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen.
Und Joas sprach zu den Priestern: Alles für
das Heiligtum bestimmte Geld, das in das Haus des HERRN gebracht
wird – Geld, wie es gang und gäbe ist -, nämlich
das Geld, das jedermann gibt, wie er geschätzt wird, und
alles Geld, das jedermann aus freiem Herzen opfert, daß
er's in das Haus des HERRN bringe,
das sollen die Priester zu sich nehmen, jeder von seinem
Bekannten. Davon sollen sie ausbessern, was baufällig ist am
Hause, wo sie finden, daß es baufällig ist.
Als aber die Priester bis ins dreiundzwanzigste Jahr des
Königs Joas nicht ausgebessert hatten, was baufällig
war am Hause,
rief der König Joas den Priester Jojada samt den
Priestern und sprach zu ihnen: Warum bessert ihr nicht aus, was
baufällig ist am Hause? Darum sollt ihr nun nicht mehr das
Geld an euch nehmen, jeder von seinen Bekannten, sondern sollt's
geben zur Ausbesserung für das, was baufällig ist am
Hause.
Und die Priester willigten ein, daß sie vom Volk
kein Geld mehr nehmen sollten, aber auch das Baufällige am
Hause nicht mehr auszubessern brauchten.
Da nahm der Priester Jojada eine Lade und bohrte
oben ein Loch hinein und stellte sie auf zur rechten Hand neben
dem Altar, wo man in das Haus des HERRN geht. Und die Priester,
die an der Schwelle wachten, taten alles Geld hinein, das zu dem
Hause des HERRN gebracht wurde.
Wenn sie dann sahen, daß viel Geld in der Lade war,
kam der Schreiber des Königs mit dem Hohenpriester herauf,
und sie zählten das Geld, das sich in dem Hause des HERRN
vorfand, und banden es zusammen.
Und man übergab das Geld abgezählt den
Werkmeistern, die bestellt waren für das Haus des HERRN, und
sie gaben es aus an die Zimmerleute und Bauleute, die am Hause
des HERRN arbeiteten,
nämlich an die Maurer und Steinmetzen und an die, die
Holz und gehauene Steine kaufen sollten, daß das Baufällige
am Hause des HERRN ausgebessert werde, und für alles, was
not war, um am Hause auszubessern.
Doch ließ man nicht machen silberne Schalen, Messer,
Becken, Trompeten, auch kein goldenes oder silbernes Gerät
im Hause des HERRN von dem Geld, das zu des HERRN Hause gebracht
wurde,
sondern man gab's den Arbeitern, daß sie damit das
Baufällige am Hause des HERRN ausbesserten.
Auch brauchten die Männer nicht Rechnung zu legen,
denen man das Geld übergab, daß sie es den Arbeitern
gäben, sondern sie handelten auf Treu und Glauben.
Aber das Geld von Schuldopfern und Sündopfern kam
nicht für das Haus des HERRN ein, denn es gehörte den
Priestern.
Zu der Zeit zog Hasaël, der König von
Aram, herauf und kämpfte gegen Gath und eroberte es. Und als
Hasaël sich wandte, um gegen Jerusalem hinaufzuziehen,
nahm Joas, der König von Juda, alle heiligen Gaben,
die seine Väter Josaphat, Joram und Ahasja, die Könige
von Juda, geheiligt hatten, und was er selbst geheiligt hatte,
dazu alles Gold, das man fand im Schatz des Hauses des HERRN und
im Hause des Königs, und schickte es Hasaël, dem König
von Aram. Da zog er von Jerusalem ab.
Was aber mehr von Joas zu sagen ist und alles, was
er getan hat, das steht geschrieben in der Chronik der Könige
von Juda.
Und seine Großen empörten sich und machten eine
Verschwörung und erschlugen ihn im Haus des Millo, wo man
hinabgeht nach Silla.
Josachar, der Sohn Schimaths, und Josabad, der Sohn
Schomers, seine Großen, schlugen ihn tot. Und man begrub
ihn bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und sein Sohn
Amazja wurde König an seiner Statt.
2.
Könige 13-25
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