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DIE BIBEL
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Schrift
DAS ERSTE
BUCH DER KÖNIGE
Kapitel 12 -
22
Abfall der zehn Stämme vom Hause David
Kapitel 12
Und Rehabeam zog nach Sichem, denn ganz Israel war nach
Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen.
Und Jerobeam, der Sohn Nebats, hörte das, als er noch
in Ägypten war, wohin er vor dem König Salomo geflohen
war, und kehrte aus Ägypten zurück.
Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und
Jerobeam und die ganze Gemeinde Israel kamen und redeten mit
Rehabeam und sprachen:
Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. Mache du nun
den harten Dienst und das schwere Joch leichter, das er uns
aufgelegt hat, so wollen wir dir untertan sein.
Er aber sprach zu ihnen: Geht hin bis zum dritten Tag,
dann kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin.
Und der König Rehabeam hielt einen Rat mit den
Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als
er noch lebte, und sprach: Wie ratet ihr, daß wir diesem
Volk Antwort geben?
Sie sprachen zu ihm: Wirst du heute diesem Volk einen
Dienst tun und ihnen zu Willen sein und sie erhören und
ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein dein
Leben lang.
Aber er kehrte sich nicht an den Rat der Ältesten,
den sie ihm gegeben hatten, und hielt einen Rat mit den Jüngeren,
die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen.
Und er sprach zu ihnen: Was ratet ihr, daß wir
antworten diesem Volk, das zu mir gesagt hat: Mache das Joch
leichter, das dein Vater auf uns gelegt hat?
Und die Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren,
sprachen zu ihm: Du sollst zu dem Volk, das zu dir sagt: «Dein
Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mache du es uns
leichter», so
sagen: Mein kleiner Finger soll dicker sein als meines Vaters
Lenden.
Nun, mein Vater hat auf euch ein schweres Joch gelegt, ich
aber will's euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit
Peitschen gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen
züchtigen.
Als nun Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam kamen am
dritten Tage, wie der König gesagt hatte: Kommt wieder zu
mir am dritten Tage,
da gab der König dem Volk eine harte Antwort und
kehrte sich nicht an den Rat, den ihm die Ältesten gegeben
hatten,
und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und
sprach: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht, ich aber will's
euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen
gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.
So hörte der König nicht auf das Volk; denn so
war es bestimmt von dem HERRN, damit er sein Wort wahr machte,
das er durch Ahia von Silo geredet hatte zu Jerobeam, dem Sohn
Nebats.
Als aber ganz Israel sah, daß der König
sie nicht hören wollte, gab das Volk dem König Antwort
und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am
Sohn Isais? Auf zu deinen Hütten, Israel! So sorge nun du
für dein Haus, David! - Da ging Israel heim,
so daß Rehabeam nur über die Kinder Israel
regierte, die in den Städten Judas wohnten.
Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoram
hinsandte, warf ihn ganz Israel mit Steinen zu Tode. Aber der
König Rehabeam stieg eilends auf einen Wagen und floh nach
Jerusalem.
Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag.
Jerobeam wird König über die zehn Stämme.
Seine Abgötterei
Als nun ganz Israel hörte, daß Jerobeam
zurückgekommen war, sandten sie hin und ließen ihn
rufen zu der Gemeinde und machten ihn zum König über
ganz Israel; niemand folgte dem Hause David als der Stamm Juda
allein.
Und als Rehabeam nach Jerusalem kam, sammelte er das ganze
Haus Juda und den Stamm Benjamin, hundertachtzigtausend
streitbare Männer, um gegen das Haus Israel zu kämpfen
und das Königtum an Rehabeam, den Sohn Salomos,
zurückzubringen.
Es kam aber Gottes Wort zu Schemaja, dem Mann Gottes:
Sage Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem König von Juda,
und dem ganzen Hause Juda und Benjamin und dem übrigen Volk
und sprich:
So spricht der HERR: Ihr sollt nicht hinaufziehen und
gegen eure Brüder, die von Israel, kämpfen. Jedermann
gehe wieder heim, denn das alles ist von mir geschehen. Und sie
gehorchten dem Wort des HERRN, kehrten um und gingen heim, wie
der HERR gesagt hatte.
Jerobeam aber baute Sichem auf dem Gebirge Ephraim
aus und wohnte darin und zog von da fort und baute Pnuël
aus.
Und Jerobeam dachte in seinem Herzen: Das Königtum
wird nun wieder an das Haus David fallen.
Wenn dies Volk hinaufgeht, um Opfer darzubringen im Hause
des HERRN zu Jerusalem, so wird sich das Herz dieses Volks wenden
zu ihrem Herrn Rehabeam, dem König von Juda, und sie werden
mich umbringen und wieder Rehabeam, dem König von Juda,
zufallen.
Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene
Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch,
daß ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein
Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und er stellte eins in Bethel auf, und das andere tat er
nach Dan.
Und das geriet zur Sünde, denn das Volk ging hin vor
das eine in Bethel und vor das andre in Dan.
Er baute auch ein Höhenheiligtum und machte
Priester aus allerlei Leuten, die nicht von den Söhnen Levi
waren.
Und er machte ein Fest am fünfzehnten Tag des achten
Monats wie das Fest in Juda und opferte auf dem Altar. So tat er
in Bethel, daß er den Kälbern opferte, die er gemacht
hatte, und bestellte in Bethel Priester für die Höhen,
die er gemacht hatte.
Reich Israel: Ein Prophet verkündet Jerobeam eine
Strafe für seine Abgötterei
Einst opferte Jerobeam auf dem Altar, den er gemacht hatte
in Bethel, am fünfzehnten Tage im achten Monat, den er sich
in seinem Herzen ausgedacht hatte, und machte den Kindern Israel
ein Fest und stieg auf den Altar, um zu opfern.
Kapitel 13
Und siehe, ein Mann Gottes kam von Juda auf das
Wort des HERRN hin nach Bethel, während Jerobeam noch auf
dem Altar stand und opferte.
Und er rief gegen den Altar auf das Wort des HERRN hin und
sprach: Altar, Altar! So spricht der HERR: Siehe, es wird ein
Sohn dem Hause David geboren werden, mit Namen Josia; der wird
auf dir schlachten die Priester der Höhen, die auf dir
opfern, und wird Menschengebein auf dir verbrennen.
Und er gab an dem Tag ein Wunderzeichen und sprach: Das
ist das Zeichen dafür, daß der HERR geredet hat:
Siehe, der Altar wird bersten und die Asche verschüttet
werden, die darauf ist.
Als aber der König das Wort von dem Mann Gottes
hörte, der gegen den Altar in Bethel rief, streckte er seine
Hand aus auf dem Altar und sprach: Greift ihn! Und seine Hand
verdorrte, die er gegen ihn ausgestreckt hatte, und er konnte sie
nicht wieder an sich ziehen.
Und der Altar barst, und die Asche wurde verschüttet
vom Altar nach dem Wunderzeichen, das der Mann Gottes gegeben
hatte auf das Wort des HERRN hin.
Und der König hob an und sprach zu dem Mann Gottes:
Flehe doch den HERRN, deinen Gott, an und bitte für mich,
daß ich meine Hand wieder an mich ziehen kann. Da flehte
der Mann Gottes den HERRN an, und der König konnte seine
Hand wieder an sich ziehen, und sie wurde, wie sie vorher war.
Und der König redete mit dem Mann Gottes: Komm mit
mir heim und labe dich; ich will dir ein Geschenk geben.
Aber der Mann Gottes sprach zum König: Wenn du mir
auch die Hälfte deiner Habe geben wolltest, so käme ich
doch nicht mit dir; denn ich will an diesem Ort kein Brot essen
noch Wasser trinken.
Denn das ist mir geboten durch des HERRN Wort: Du sollst
kein Brot essen und kein Wasser trinken und nicht den Weg
zurückgehen, den du gekommen bist.
Und er ging einen andern Weg und nicht wieder den Weg, den
er nach Bethel gekommen war.
Der Prophet wird für seinen Ungehorsam gestraft
Es wohnte aber ein alter Prophet in Bethel; zu dem kamen
seine Söhne und erzählten ihm alles, was der Mann
Gottes getan hatte an diesem Tag in Bethel, und die Worte, die er
zum König geredet hatte.
Und ihr Vater sprach zu ihnen: Wo ist der Weg, den er
gezogen ist? Und seine Söhne zeigten ihm den Weg, den der
Mann Gottes gezogen war, der von Juda gekommen war.
Er aber sprach zu seinen Söhnen: Sattelt mir den
Esel! Und als sie ihm den Esel gesattelt hatten, ritt er auf ihm
und zog dem Mann Gottes nach und fand ihn unter einer
Eiche sitzen und sprach zu ihm: Bist du der Mann Gottes, der von
Juda gekommen ist? Er sprach: Ja.
Er sprach zu ihm: Komm mit mir heim und iß Brot mit
mir!
Er aber sprach: Ich kann nicht mit dir umkehren und mit
dir kommen; ich will auch nicht Brot essen noch Wasser trinken
mit dir an diesem Ort.
Denn es ist zu mir geredet worden durch das Wort des
HERRN: Du sollst dort weder Brot essen noch Wasser trinken; du
sollst nicht den Weg zurückgehen, den du gekommen bist.
Er sprach zu ihm: Ich bin auch ein Prophet wie du, und ein
Engel hat zu mir geredet auf das Wort des HERRN hin: Führe
ihn wieder mit dir heim, daß er Brot esse und Wasser
trinke. Er belog ihn aber.
Und er führte ihn wieder zurück, daß er
Brot aß und Wasser trank in seinem Hause.
Und als sie zu Tisch saßen, kam das Wort des HERRN
zum Propheten, der ihn zurückgeführt hatte.
Und er rief dem Mann Gottes zu, der von Juda gekommen war:
So spricht der HERR: Weil du dem Mund des HERRN ungehorsam
gewesen bist und nicht gehalten hast das Gebot, das dir der HERR,
dein Gott, geboten hat,
und umgekehrt bist, Brot gegessen hast und Wasser
getrunken an dem Ort, von dem er dir sagte: Du sollst weder Brot
essen noch Wasser trinken -, so soll dein Leichnam nicht in
deiner Väter Grab kommen.
Und nachdem er gegessen und getrunken hatte,
sattelte man für ihn den Esel des Propheten, der ihn
zurückgeführt hatte.
Und als er seines Weges zog, fand ihn ein Löwe auf
dem Wege und tötete ihn. Und sein Leichnam blieb auf dem
Wege liegen, und der Esel stand neben ihm, und der Löwe
stand neben dem Leichnam.
Und als Leute vorübergingen, sahen sie den Leichnam
auf dem Wege liegen und den Löwen bei dem Leichnam stehen
und kamen und sagten es in der Stadt, in der der alte Prophet
wohnte.
Als das der Prophet hörte, der ihn zurückgeführt
hatte, sprach er: Es ist der Mann Gottes, der dem Mund des HERRN
ungehorsam gewesen ist. Darum hat ihn der HERR dem Löwen
gegeben; der hat ihn zerrissen und getötet nach dem Wort,
das ihm der HERR gesagt hat.
Und er sprach zu seinen Söhnen: Sattelt mir den Esel!
Und als sie ihn gesattelt hatten,
zog er hin und fand den Leichnam auf dem Wege liegen und
den Esel und den Löwen neben dem Leichnam stehen. Der Löwe
hatte nichts gefressen vom Leichnam und den Esel nicht zerrissen.
Da hob der Prophet den Leichnam des Mannes Gottes auf und
legte ihn auf den Esel und brachte ihn zurück und kam in
seine Stadt, um die Totenklage zu halten und ihn zu begraben.
Und er legte den Leichnam in sein eigenes Grab, und sie
hielten ihm die Totenklage: Ach, Bruder!
Und als sie ihn begraben hatten, sprach er zu seinen
Söhnen: Wenn ich sterbe, so begrabt mich in dem Grabe, in
dem der Mann Gottes begraben ist, und legt mein Gebein neben sein
Gebein.
Denn es wird sich erfüllen, was er gerufen hat gegen
den Altar in Bethel auf das Wort des HERRN hin und gegen alle
Heiligtümer auf den Höhen, die in den Städten
Samariens sind.
Aber nach diesem Geschehnis kehrte Jerobeam nicht
um von seinem bösen Wege, sondern bestellte wieder Priester
für die Höhen aus allem Volk. Wer da wollte, dessen
Hand füllte er, und der wurde Priester für die Höhen.
Und dies geriet zur Sünde dem Hause Jerobeams, so daß
es zugrunde gerichtet und von der Erde vertilgt wurde.
Jerobeams Tod
Kapitel 14
Zu der Zeit war Abia, der Sohn Jerobeams, krank.
Und Jerobeam sprach zu seiner Frau: Mache dich auf und
verkleide dich, damit niemand merkt, daß du Jerobeams Frau
bist, und geh hin nach Silo. Siehe, dort ist der Prophet Ahia,
der mir zugesagt hat, daß ich König sein sollte über
dies Volk.
Und nimm mit dir zehn Brote, Kuchen und einen Krug mit
Honig und geh zu ihm, damit er dir sagt, wie es dem Knaben
ergehen wird.
Und Jerobeams Frau tat das und machte sich auf und
ging hin nach Silo und kam ins Haus Ahias. Ahia aber konnte nicht
sehen, denn seine Augen standen starr vor Alter.
Aber der HERR sprach zu Ahia: Siehe, Jerobeams Frau kommt,
um dich wegen ihres Sohnes zu befragen; denn er ist krank. So
rede nun mit ihr so und so. Als sie nun hineinkam, stellte sie
sich fremd.
Als aber Ahia das Geräusch ihrer Tritte hörte,
wie sie zur Tür hereinkam, sprach er: Komm herein, du Frau
Jerobeams! Warum stellst du dich so fremd? Ich bin zu dir gesandt
als ein harter Bote.
Geh hin und sage Jerobeam: So spricht der HERR, der Gott
Israels: Ich habe dich erhoben aus dem Volk und zum Fürsten
über mein Volk Israel gesetzt
und habe das Königtum von Davids Hause gerissen und
dir gegeben. Du aber bist nicht gewesen wie mein Knecht David,
der meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte,
daß er nur tat, was mir wohlgefiel.
Du hast mehr Böses getan als alle, die vor dir
gewesen sind, bist hingegangen und hast dir andre Götter
gemacht und gegossene Bilder, um mich zum Zorn zu reizen, und
hast mir den Rücken gekehrt.
Darum siehe, ich will Unheil über das Haus Jerobeam
bringen und ausrotten von Jerobeam alles, was männlich ist,
bis auf den letzten Mann in Israel und will die Nachkommen des
Hauses Jerobeam ausfegen, wie man Unrat ausfegt, bis es ganz mit
ihm aus ist.
Wer von Jerobeam stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde
fressen; wer aber auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel
des Himmels fressen; denn der HERR hat's geredet.
So mache dich nun auf und geh heim; und wenn dein Fuß
die Stadt betritt, wird das Kind sterben.
Und es wird ihm ganz Israel die Totenklage halten, und sie
werden ihn begraben; denn dieser allein von Jerobeam wird zu
Grabe kommen, weil der HERR, der Gott Israels, etwas Gutes an ihm
gefunden hat im Hause Jerobeam.
Der HERR aber wird sich einen König über Israel
erwecken, der wird das Haus Jerobeam ausrotten – wie es
heute ist.
Und der HERR wird Israel schlagen, daß es schwankt,
wie das Rohr im Wasser bewegt wird, und wird Israel ausreißen
aus diesem guten Lande, das er ihren Vätern gegeben hat, und
wird sie zerstreuen jenseits des Euphrat, weil sie sich
Ascherabilder gemacht haben, den HERRN zu erzürnen.
Und er wird Israel dahingeben um der Sünden Jerobeams
willen, der da gesündigt hat und Israel sündigen
gemacht hat.
Und Jerobeams Frau machte sich auf, ging heim und
kam nach Tirza. Und als sie auf die Schwelle des Hauses kam,
starb der Knabe.
Und sie begruben ihn, und ganz Israel hielt ihm die
Totenklage nach dem Wort des HERRN, das er geredet hatte durch
seinen Knecht Ahia, den Propheten.
Was mehr von Jerobeam zu sagen ist, wie er Krieg
geführt und regiert hat, siehe, das steht geschrieben in der
Chronik der Könige von Israel.
Die Zeit aber, die Jerobeam regierte, sind zweiundzwanzig
Jahre. Und er legte sich zu seinen Vätern, und sein Sohn
Nadab wurde König an seiner Statt.
Reich Juda: Rehabeam
Und Rehabeam, der Sohn Salomos, wurde König in Juda.
Einundvierzig Jahre alt war Rehabeam, als er König wurde;
und er regierte siebzehn Jahre zu Jerusalem, in der Stadt, die
der HERR erwählt hatte aus allen Stämmen Israels, damit
er dort seinem Namen eine Stätte bereite. Seine Mutter hieß
Naama, eine Ammoniterin.
Und Juda tat, was dem HERRN mißfiel; und sie reizten
ihn mehr, als alles ihn reizte, was ihre Väter getan hatten
mit ihren Sünden, die sie taten.
Denn auch sie machten sich Höhen, Steinmale und
Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen
Bäumen.
Es waren auch Tempelhurer im Lande; und sie taten alle die
Greuel der Heiden, die der HERR vor Israel vertrieben hatte.
Aber im fünften Jahr des Königs Rehabeam
zog Schischak, der König von Ägypten, herauf gegen
Jerusalem
und nahm die Schätze aus dem Hause des HERRN und aus
dem Hause des Königs, alles, was zu nehmen war, und nahm
alle goldenen Schilde, die Salomo hatte machen lassen.
An ihrer Statt ließ der König Rehabeam kupferne
Schilde machen und gab sie in die Hand der Obersten der
Leibwache, die das Tor hüteten am Hause des Königs.
Und sooft der König in das Haus des HERRN ging, trug
die Leibwache die Schilde und brachte sie wieder in die Wachstube
zurück.
Was aber mehr von Rehabeam zu sagen ist und alles,
was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der
Könige von Juda.
Es war aber Krieg zwischen Rehabeam und Jerobeam ihr Leben
lang.
Und Rehabeam legte sich zu seinen Vätern und wurde
begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und seine
Mutter hieß Naama, eine Ammoniterin. Und sein Sohn Abia
wurde König an seiner Statt.
Reich Juda: Abia. Asa
Kapitel 15
Im achtzehnten Jahr des Königs Jerobeam, des Sohnes
Nebats, wurde Abia König über Juda
und regierte drei Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß
Maacha, eine Tochter Abisaloms.
Und er wandelte in allen Sünden seines Vaters, die
dieser vor ihm getan hatte, und sein Herz war nicht ungeteilt bei
dem HERRN, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David.
Denn um Davids willen gab der HERR, sein Gott, ihm eine
Leuchte zu Jerusalem, daß er seinen Sohn nach ihm erweckte
und Jerusalem erhielt,
weil David getan hatte, was dem HERRN wohlgefiel, und
nicht gewichen war von allem, was er ihm gebot sein Leben lang,
außer in der Sache mit Uria, dem Hethiter.
Es war aber Krieg zwischen Rehabeam und Jerobeam ihr Leben
lang.
Was aber mehr von Abia zu sagen ist und alles, was
er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der
Könige von Juda. Es war aber Krieg zwischen Abia und
Jerobeam.
Und Abia legte sich zu seinen Vätern, und sie
begruben ihn in der Stadt Davids. Und sein Sohn Asa wurde König
an seiner Statt.
Im zwanzigsten Jahr Jerobeams, des Königs von
Israel, wurde Asa König über Juda
und regierte einundvierzig Jahre zu Jerusalem. Seine
Mutter hieß Maacha, eine Tochter Abisaloms.
Und Asa tat, was dem HERRN wohlgefiel, wie sein Vater
David.
Er tat die Tempelhurer aus dem Lande und entfernte alle
Götzenbilder, die seine Väter gemacht hatten.
Dazu setzte er auch seine Mutter Maacha ab, daß sie
nicht mehr Herrin war, weil sie ein Greuelbild der Aschera
gemacht hatte. Und Asa zerschlug ihr Greuelbild und verbrannte es
am Bach Kidron.
Aber die Höhen entfernten sie nicht; jedoch das Herz
Asas war ungeteilt bei dem HERRN sein Leben lang.
Und das Silber und Gold und die Geräte, die sein
Vater geheiligt hatte, und was von ihm selbst geheiligt war,
brachte er zum Hause des HERRN.
Und es war Krieg zwischen Asa und Baësa,
dem König von Israel, ihr Leben lang.
Baësa aber, der König von Israel, zog herauf
gegen Juda und baute Rama aus, damit niemand aus- und einziehen
sollte bei Asa, dem König von Juda.
Da nahm Asa alles Silber und Gold, das noch übrig war
im Schatz des Hauses des HERRN und im Schatz des Hauses des
Königs, und gab's in die Hände seiner Räte und
sandte sie zu Benhadad, dem Sohn Tabrimmons, des Sohnes Hesjons,
dem König von Aram, der zu Damaskus herrschte, und ließ
ihm sagen:
Es ist ein Bund zwischen mir und dir und zwischen meinem
Vater und deinem Vater; darum schicke ich dir ein Geschenk,
Silber und Gold, daß du den Bund mit Baësa, dem König
von Israel, aufgibst, damit er von mir abzieht.
Benhadad hörte auf die Bitte des Königs Asa und
sandte seine Obersten gegen die Städte Israels und schlug
Ijjon und Dan und Abel-Beth-Maacha, das ganze Kinnereth samt dem
ganzen Land Naphthali.
Als das Baësa hörte, ließ er davon ab,
Rama auszubauen, und zog wieder nach Tirza.
Der König Asa aber bot ganz Juda auf, niemand
ausgenommen, und sie nahmen die Steine und das Holz von Rama weg,
womit Baësa gebaut hatte; und der König Asa baute damit
Geba in Benjamin und Mizpa aus.
Was aber mehr von Asa zu sagen ist und alle seine
tapferen Taten und alles, was er getan hat, und die Städte,
die er ausgebaut hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik
der Könige von Juda. Nur war er in seinem Alter an seinen
Füßen krank.
Und Asa legte sich zu seinen Vätern und wurde
begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids, seines
Vaters. Und sein Sohn Josaphat wurde König an seiner Statt.
Reich Israel: Nadab. Baësa
Nadab aber, der Sohn Jerobeams, wurde König über
Israel im zweiten Jahr Asas, des Königs von Juda, und
regierte über Israel zwei Jahre
und tat, was dem HERRN mißfiel, und wandelte in dem
Wege seines Vaters und in seiner Sünde, womit dieser Israel
sündigen gemacht hatte.
Aber Baësa, der Sohn Ahias, aus dem Stamme Isaschar,
machte eine Verschwörung gegen ihn und erschlug ihn zu
Gibbethon, das den Philistern gehörte. Denn Nadab und ganz
Israel belagerten Gibbethon.
So tötete ihn Baësa im dritten Jahr Asas, des
Königs von Juda, und wurde König an seiner Statt.
Als er nun König war, erschlug er das ganze Haus
Jerobeam; er ließ auch nicht einen übrig vom Hause
Jerobeam, bis er es ganz vertilgt hatte nach dem Wort des HERRN,
das er geredet hatte durch seinen Knecht Ahia von Silo,
um der Sünden Jerobeams willen, die er tat und womit
er Israel sündigen machte und den HERRN, den Gott Israels,
zum Zorn reizte.
Was aber mehr von Nadab zu sagen ist und alles, was
er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der
Könige von Israel.
Und es war Krieg zwischen Asa und Baësa, dem König
von Israel, ihr Leben lang.
Im dritten Jahr Asas, des Königs von Juda,
wurde Baësa, der Sohn Ahias, König über ganz
Israel und regierte zu Tirza vierundzwanzig Jahre.
Und er tat, was dem HERRN mißfiel, und wandelte in
dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde, womit er Israel
sündigen gemacht hatte.
Kapitel 16
Es kam aber das Wort des HERRN zu Jehu, dem Sohn
Hananis, gegen Baësa:
Weil ich dich aus dem Staub erhoben habe und zum Fürsten
gemacht über mein Volk Israel und du doch wandelst in dem
Wege Jerobeams und mein Volk Israel sündigen machst, daß
sie mich erzürnen durch ihre Sünde,
siehe, so will ich ausrotten Baësa und sein Haus und
will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats:
Wer vom Hause Baësas stirbt in der Stadt, den sollen
die Hunde fressen; und wer von ihm stirbt auf dem Felde, den
sollen die Vögel des Himmels fressen.
Was aber mehr von Baësa zu sagen ist und was
er getan hat und seine tapferen Taten, siehe, das steht
geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.
Und Baësa legte sich zu seinen Vätern und wurde
begraben zu Tirza. Und sein Sohn Ela wurde König an seiner
Statt. -
Auch war das Wort des HERRN durch den Propheten Jehu, den
Sohn Hananis, über Baësa gekommen und über sein
Haus wegen all des Unrechts, das er vor dem HERRN tat, ihn zu
erzürnen durch die Werke seiner Hände, daß es ihm
ergehen sollte wie dem Hause Jerobeam, und weil er dieses
ausgetilgt hatte.
Reich Israel: Ela, Simri und Omri
Im sechsundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs von
Juda, wurde Ela, der Sohn Baësas, König über
Israel und regierte zu Tirza zwei Jahre.
Aber sein Knecht Simri, der Oberste über die Hälfte
der Kriegswagen, machte eine Verschwörung gegen ihn. Er aber
war in Tirza, trank und wurde trunken im Hause Arzas, des
Hofmeisters in Tirza.
Und Simri kam hinein und schlug ihn tot im
siebenundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, und
wurde König an seiner Statt.
Und als er König war und auf seinem Thron saß,
erschlug er das ganze Haus Baësa und ließ nichts
übrig, was männlich war, dazu seine Verwandten und
seine Freunde.
So vertilgte Simri das ganze Haus Baësa nach dem Wort
des HERRN, das er über Baësa geredet hatte durch den
Propheten Jehu,
um all der Sünden willen Baësas und seines
Sohnes Ela, die sie taten und durch die sie Israel sündigen
machten, den HERRN, den Gott Israels, zu erzürnen durch ihre
Abgötterei. -
Was aber mehr von Ela zu sagen ist und alles, was er getan
hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige
von Israel.
Im siebenundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs
von Juda, wurde Simri König und regierte sieben Tage zu
Tirza. Und das Volk lag vor Gibbethon, das den Philistern
gehörte.
Als aber das Volk im Lager sagen hörte, daß
Simri eine Verschwörung gemacht und auch den König
erschlagen hätte, da machte ganz Israel am selben Tag im
Lager Omri, den Feldhauptmann, zum König über Israel.
Und Omri zog herauf und ganz Israel mit ihm von Gibbethon,
und sie belagerten Tirza.
Als aber Simri sah, daß die Stadt eingenommen werden
würde, ging er in den Burgturm im Hause des Königs und
verbrannte sich mit dem Hause des Königs und starb
um seiner Sünden willen, die er getan hatte, dadurch
daß er tat, was dem HERRN mißfiel, und wandelte in
dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde, die er tat, daß
er Israel sündigen machte. -
Was aber mehr von Simri zu sagen ist und wie er eine
Verschwörung machte, siehe, das steht geschrieben in der
Chronik der Könige von Israel.
Damals teilte sich das Volk Israel in zwei Teile.
Eine Hälfte hing Tibni an, dem Sohn Ginaths, und machte ihn
zum König, die andere Hälfte aber hing Omri an.
Aber das Volk, das Omri anhing, wurde stärker als das
Volk, das Tibni anhing, dem Sohn Ginaths. Und Tibni starb; da
wurde Omri König.
Im einunddreißigsten Jahr Asas, des Königs
von Juda, wurde Omri König über Israel und regierte
zwölf Jahre, und davon zu Tirza sechs Jahre.
Er kaufte den Berg Samaria von Semer für zwei Zentner
Silber und baute auf dem Berg eine Stadt und nannte sie Samaria
nach dem Namen Semers, dem der Berg gehört hatte.
Und Omri tat, was dem HERRN mißfiel, und trieb es
ärger als alle, die vor ihm gewesen waren,
und wandelte in allen Wegen Jerobeams, des Sohnes Nebats,
und in seiner Sünde, durch die dieser Israel sündigen
machte, daß sie den HERRN, den Gott Israels, erzürnten
durch ihre Abgötterei.
Was aber mehr von Omri zu sagen ist und alles, was
er getan hat, und seine tapferen Taten, siehe, das steht
geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.
Und Omri legte sich zu seinen Vätern und wurde
begraben zu Samaria. Und sein Sohn Ahab wurde König an
seiner Statt.
Reich Israel: Ahab
Im achtunddreißigsten Jahr Asas, des Königs von
Juda, wurde Ahab, der Sohn Omris, König über Israel und
regierte über Israel zu Samaria zweiundzwanzig Jahre
und tat, was dem HERRN mißfiel, mehr als alle, die
vor ihm gewesen waren.
Es war noch das Geringste, daß er wandelte in der
Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats; er nahm sogar Isebel,
die Tochter Ethbaals, des Königs der Sidonier, zur Frau und
ging hin und diente Baal und betete ihn an
und richtete ihm einen Altar auf im Tempel Baals, den er
ihm zu Samaria baute,
und machte ein Bild der Aschera, so daß Ahab mehr
tat, den HERRN, den Gott Israels, zu erzürnen, als alle
Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.
Zur selben Zeit baute Hiël
von Bethel Jericho wieder auf. Es kostete ihn seinen
erstgeborenen Sohn Abiram, als er den Grund legte, und seinen
jüngsten Sohn Segub, als er die Tore einsetzte, nach dem
Wort des HERRN, das er geredet hatte durch Josua, den Sohn Nuns.
Elia am Bach Krith und bei der Witwe zu Zarpath
Kapitel 17
Und es sprach Elia, der Thisbiter, aus Thisbe in Gilead zu
Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich
stehe: es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage
es denn.
Da kam das Wort des HERRN zu ihm:
Geh weg von hier und wende dich nach Osten und verbirg
dich am Bach Krith, der zum Jordan fließt.
Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben
geboten, daß sie dich dort versorgen sollen.
Er aber ging hin und tat nach dem Wort des HERRN und
setzte sich nieder am Bach Krith, der zum Jordan fließt.
Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens
und des Abends, und er trank aus dem Bach.
Und es geschah nach einiger Zeit, daß der
Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande.
Da kam das Wort des HERRN zu ihm:
Mach dich auf und geh nach Zarpath, das bei Sidon liegt,
und bleibe dort; denn ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu
versorgen.
Und er machte sich auf und ging nach Zarpath. Und als er
an das Tor der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe, die las Holz
auf. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im
Gefäß, daß ich trinke!
Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und sprach:
Bringe mir auch einen Bissen Brot mit!
Sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt: ich habe
nichts Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig
Öl im Krug. Und siehe, ich hab ein Scheit Holz oder zwei
aufgelesen und gehe heim und will mir und meinem Sohn zurichten,
daß wir essen – und sterben.
Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und
mach's, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas
Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem
Sohn sollst du danach auch etwas backen.
Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im
Topf soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts
mangeln bis auf den Tag, an dem der HERR regnen lassen wird auf
Erden.
Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hatte. Und er aß
und sie auch und ihr Sohn Tag um Tag.
Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug
mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, das er durch Elia
geredet hatte.
Und nach diesen Geschichten wurde der Sohn seiner
Hauswirtin krank, und seine Krankheit wurde so schwer, daß
kein Odem mehr in ihm blieb.
Und sie sprach zu Elia: Was hab ich mit dir zu schaffen,
du Mann Gottes? Du bist zu mir gekommen, daß meiner Sünde
gedacht und mein Sohn getötet würde.
Er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von
ihrem Schoß und ging hinauf ins Obergemach, wo er wohnte,
und legte ihn auf sein Bett
und rief den HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, tust du
sogar der Witwe, bei der ich ein Gast bin, so Böses an, daß
du ihren Sohn tötest?
Und er legte sich auf das Kind dreimal und rief den HERRN
an und sprach: HERR, mein Gott, laß sein Leben in dies Kind
zurückkehren!
Und der HERR erhörte die Stimme Elias, und das Leben
kehrte in das Kind zurück, und es wurde wieder lebendig.
Und Elia nahm das Kind und brachte es hinab vom Obergemach
ins Haus und gab es seiner Mutter und sprach: Sieh da, dein Sohn
lebt!
Und die Frau sprach zu Elia: Nun erkenne ich, daß du
ein Mann Gottes bist, und des HERRN Wort in deinem Munde ist
Wahrheit.
Das Gottesurteil auf dem Karmel
Kapitel 18
Nach einer langen Zeit kam das Wort des HERRN zu Elia, im
dritten Jahr: Geh hin und zeige dich Ahab, denn ich will regnen
lassen auf die Erde.
Und Elia ging hin, um sich Ahab zu zeigen.
Es war aber eine große Hungersnot in Samaria.
Und Ahab rief Obadja, seinen Hofmeister, - Obadja aber
fürchtete den HERRN sehr;
denn als Isebel die Propheten des HERRN ausrottete, nahm
Obadja hundert Propheten und versteckte sie in Höhlen, hier
fünfzig und da fünfzig, und versorgte sie mit Brot und
Wasser -;
und Ahab sprach zu Obadja: Wohlan, wir wollen durchs Land
ziehen zu allen Wasserquellen und Bächen, ob wir Gras finden
und die Rosse und Maultiere erhalten könnten, damit nicht
alles Vieh umkommt.
Und sie teilten sich ins Land, daß sie es
durchzogen. Ahab zog allein auf dem einen Weg und Obadja auch
allein auf dem andern Weg.
Als nun Obadja auf dem Wege war, siehe, da
begegnete ihm Elia. Und als er ihn erkannte, fiel er auf sein
Antlitz und sprach: Bist du es nicht, Elia, mein Herr?
Er sprach: Ja! Geh hin und sage deinem Herrn: Siehe, Elia
ist da!
Obadja aber sprach: Was hab ich gesündigt, daß
du deinen Knecht in die Hände Ahabs geben willst, daß
er mich tötet?
So wahr der HERR, dein Gott, lebt: es gibt kein Volk noch
Königreich, wohin mein Herr nicht gesandt hat, dich zu
suchen. Und wenn sie sprachen: Er ist nicht hier, nahm er einen
Eid von dem Königreich und Volk, daß man dich nicht
gefunden hätte.
Und nun sprichst du: Geh hin, sage deinem Herrn: Siehe,
Elia ist da!
Wenn ich nun hinginge von dir, so könnte dich der
Geist des HERRN entführen, und ich wüßte nicht
wohin; und wenn ich dann käme und sagte es Ahab an und er
fände dich nicht, so tötete er mich. Und doch fürchtet
dein Knecht den HERRN von seiner Jugend auf.
Ist's meinem Herrn Elia nicht angesagt, was ich getan
habe, als Isebel die Propheten des HERRN tötete? Daß
ich von den Propheten des HERRN hundert versteckte, hier fünfzig
und da fünfzig, in Höhlen und versorgte sie mit Brot
und Wasser?
Und nun sprichst du: Geh hin, sage deinem Herrn: Elia ist
da! Dann wird er mich töten.
Elia sprach: So wahr der HERR Zebaoth lebt, vor dem ich
stehe: ich will mich ihm heute zeigen.
Da ging Obadja hin Ahab entgegen und sagte es ihm
an. Und Ahab ging hin Elia entgegen.
Und als Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da,
der Israel ins Unglück stürzt?
Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück,
sondern du und deines Vaters Haus dadurch, daß ihr des
HERRN Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach.
Wohlan, so sende nun hin und versammle zu mir ganz Israel
auf den Berg Karmel und die vierhundertundfünfzig Propheten
Baals, auch die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch
Isebels essen.
So sandte Ahab hin zu ganz Israel und versammelte die
Propheten auf den Berg Karmel.
Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange
hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm
nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk
antwortete ihm nichts.
Da sprach Elia zum Volk: Ich bin allein übriggeblieben
als Prophet des HERRN, aber die Propheten Baals sind
vierhundertundfünfzig Mann.
So gebt uns nun zwei junge Stiere und laßt sie
wählen einen Stier und ihn zerstücken und aufs
Holz legen, aber kein Feuer daran legen; dann will ich den andern
Stier nehmen und aufs Holz legen und auch kein Feuer daran legen.
Und ruft ihr den Namen eures Gottes an, aber ich will den
Namen des HERRN anrufen. Welcher Gott nun mit Feuer antworten
wird, der ist wahrhaftig Gott. Und das ganze Volk antwortete und
sprach: Das ist recht.
Und Elia sprach zu den Propheten Baals: Wählt ihr
einen Stier und richtet zuerst zu, denn ihr seid viele, und ruft
den Namen eures Gottes an, aber legt kein Feuer daran.
Und sie nahmen den Stier, den man ihnen gab, und richteten
zu und riefen den Namen Baals an vom Morgen bis zum Mittag und
sprachen: Baal, erhöre uns! Aber es war da keine Stimme noch
Antwort. Und sie hinkten um den Altar, den sie gemacht hatten.
Als es nun Mittag wurde, verspottete sie Elia und sprach:
Ruft laut! Denn er ist ja ein Gott; er ist in Gedanken oder hat
zu schaffen oder ist über Land oder schläft vielleicht,
daß er aufwache.
Und sie riefen laut und ritzten sich mit Messern und
Spießen nach ihrer Weise, bis ihr Blut herabfloß.
Als aber der Mittag vergangen war, waren sie in Verzückung
bis um die Zeit, zu der man das Speisopfer darbringt; aber da war
keine Stimme noch Antwort noch einer, der aufmerkte.
Da sprach Elia zu allem Volk: Kommt her zu mir! Und
als alles Volk zu ihm trat, baute er den Altar des HERRN wieder
auf, der zerbrochen war,
und nahm zwölf Steine nach der Zahl der Stämme
der Söhne Jakobs – zu dem das Wort des HERRN ergangen
war: Du sollst Israel heißen -
und baute von den Steinen einen Altar im Namen des HERRN
und machte um den Altar her einen Graben, so breit wie für
zwei Kornmaß Aussaat,
und richtete das Holz zu und zerstückte den Stier und
legte ihn aufs Holz.
Und Elia sprach: Holt vier Eimer voll Wasser und gießt
es auf das Brandopfer und aufs Holz! Und er sprach: Tut's noch
einmal! Und sie taten's noch einmal. Und er sprach: Tut's zum
drittenmal! Und sie taten's zum drittenmal.
Und das Wasser lief um den Altar her, und der Graben wurde
auch voll Wasser.
Und als es Zeit war, das Speisopfer zu opfern, trat
der Prophet Elia herzu und sprach: HERR, Gott Abrahams, Isaaks
und Israels, laß heute kundwerden, daß du Gott in
Israel bist und ich dein Knecht und daß ich das alles nach
deinem Wort getan habe!
Erhöre mich, HERR, erhöre mich, damit dies Volk
erkennt, daß du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir
kehrst!
Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß
Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im
Graben.
Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und
sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott!
Elia aber sprach zu ihnen: Greift die Propheten Baals, daß
keiner von ihnen entrinne! Und sie ergriffen sie. Und Elia führte
sie hinab an den Bach Kison und tötete sie daselbst.
Und Elia sprach zu Ahab: Zieh hinauf, iß und
trink; denn es rauscht, als wollte es sehr regnen.
Und als Ahab hinaufzog, um zu essen und zu trinken, ging
Elia auf den Gipfel des Karmel und bückte sich zur Erde und
hielt sein Haupt zwischen seine Knie
und sprach zu seinem Diener: Geh hinauf und schaue zum
Meer! Er ging hinauf und schaute und sprach: Es ist nichts da.
Elia sprach: Geh wieder hin, und der Diener ging wieder hin,
siebenmal.
Und beim siebentenmal sprach er: Siehe, es steigt eine
kleine Wolke auf aus dem Meer wie eines Mannes Hand. Elia sprach:
Geh hin und sage Ahab: Spann an und fahre hinab, damit dich der
Regen nicht aufhält!
Und ehe man sich's versah, wurde der Himmel schwarz von
Wolken und Wind, und es kam ein großer Regen. Ahab aber
fuhr hinab nach Jesreel.
Und die Hand des HERRN kam über Elia, und er gürtete
seine Lenden und lief vor Ahab hin, bis er kam nach Jesreel.
Elia am Horeb
Kapitel 19
Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie
er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte.
Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm
sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich
nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast!
Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um
sein Leben und kam nach Beerseba in Juda und ließ seinen
Diener dort.
Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und
kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich
zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine
Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.
Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und
siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf
und iß!
Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag
ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er
gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.
Und der Engel des HERRN kam zum zweitenmal wieder und
rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! Denn du
hast einen weiten Weg vor dir.
Und er stand auf und aß und trank und ging durch die
Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum
Berg Gottes, dem Horeb.
Und er kam dort in eine Höhle und blieb dort über
Nacht. Und siehe, das Wort des HERRN kam zu ihm: Was machst du
hier, Elia?
Er sprach: Ich habe geeifert für den HERRN, den Gott
Zebaoth; denn Israel hat deinen Bund verlassen und deine Altäre
zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert getötet, und
ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten danach, daß
sie mir mein Leben nehmen.
Der Herr sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor
den HERRN! Und siehe, der HERR wird vorübergehen. Und ein
großer, starker Wind, der die Berge zerriß und die
Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht
im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war
nicht im Erdbeben.
Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war
nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles sanftes
Sausen.
Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz
mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der
Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was
hast du hier zu tun, Elia?
Er sprach: Ich habe für den HERRN, den Gott Zebaoth,
geeifert; denn Israel hat deinen Bund verlassen, deine Altäre
zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert getötet, und ich
bin allein übriggeblieben, und sie trachten danach, daß
sie mir das Leben nehmen.
Aber der HERR sprach zu ihm: Geh wieder deines Weges durch
die Wüste nach Damaskus und geh hinein und salbe Hasaël
zum König über Aram
und Jehu, den Sohn Nimschis, zum König über
Israel und Elisa, den Sohn Schaphats, von Abel-Mehola zum
Propheten an deiner Statt.
Und es soll geschehen: Wer dem Schwert Hasaëls
entrinnt, den soll Jehu töten, und wer dem Schwert Jehus
entrinnt, den soll Elisa töten.
Und ich will übriglassen siebentausend in Israel,
alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal, und jeden Mund,
der ihn nicht geküßt hat.
Und Elia ging von dort weg und fand Elisa, den Sohn
Schaphats, als er pflügte mit zwölf Jochen vor sich
her, und er war selbst bei dem zwölften. Und Elia ging zu
ihm und warf seinen Mantel über ihn.
Und er verließ die Rinder und lief Elia nach und
sprach: Laß mich meinen Vater und meine Mutter küssen,
dann will ich dir nachfolgen. Er sprach zu ihm: Wohlan, kehre um!
Bedenke, was ich dir getan habe!
Und Elisa wandte sich von ihm weg und nahm ein Joch Rinder
und opferte es und mit den Jochen der Rinder kochte er das
Fleisch und gab's den Leuten, daß sie aßen. Und er
machte sich auf und folgte Elia nach und diente ihm.
Ahabs Kriege mit dem König Benhadad
Kapitel 20
Und Benhadad, der König von Aram, versammelte seine
ganze Streitmacht, und es waren zweiunddreißig Könige
mit ihm und Roß und Wagen. Und er zog herauf und belagerte
Samaria und kämpfte gegen die Stadt
und sandte Boten zu Ahab, dem König von Israel, in
die Stadt und ließ ihm sagen:
So spricht Benhadad: Dein Silber und dein Gold ist mein,
und deine Frauen und deine besten Söhne sind auch mein.
Der König von Israel antwortete und sprach: Mein Herr
und König, wie du geredet hast! Ich bin dein und alles, was
ich habe.
Aber die Boten kamen zurück und sprachen: So spricht
Benhadad: Ich habe zu dir gesandt und sagen lassen: Dein Silber
und dein Gold, deine Frauen und deine Söhne sollst du mir
geben.
Doch ich will morgen um diese Zeit meine Leute zu dir
senden, daß sie dein Haus und die Häuser deiner
Untertanen durchsuchen, und was ihnen gefällt, sollen sie
nehmen und wegtragen.
Da rief der König von Israel alle Ältesten des
Landes zu sich und sprach: Merkt doch und seht, wie böse
er's meint! Er hat zu mir gesandt um meine Frauen und Söhne,
Silber und Gold, und ich hab ihm nichts verweigert.
Da sprachen zu ihm alle Ältesten und alles Volk: Du
sollst nicht gehorchen und nicht einwilligen.
Und Ahab sprach zu den Boten Benhadads: Sagt meinem Herrn,
dem König: Alles, was du zuerst deinem Knecht entboten hast,
will ich tun; aber dies kann ich nicht tun. Und die Boten gingen
hin und sagten ihm das wieder.
Da sandte Benhadad zu ihm und ließ ihm sagen: Die
Götter sollen mir dies und das tun, wenn der Staub Samarias
genug sein sollte, die Hände der Leute zu füllen, die
mit mir ziehen!
Aber der König von Israel antwortete: Sagt ihm: Wer
den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn
abgelegt hat.
Als das Benhadad hörte, der gerade mit den Königen
in den Zelten trank, sprach er zu seinen Leuten: Greift an! Und
sie griffen die Stadt an.
Und siehe, ein Prophet trat zu Ahab, dem König
von Israel, und sprach: So spricht der HERR: Siehst du diese
große Menge? Wahrlich, ich will sie heute in deine Hand
geben, daß du wissen sollst: Ich bin der HERR.
Ahab sprach: Durch wen soll's geschehen? Er sprach: So
spricht der HERR: Durch die Leute der Landvögte. Ahab
sprach: Wer soll die Schlacht beginnen? Er sprach: Du.
Da zählte Ahab die Leute der Landvögte, und es
waren zweihundertzweiunddreißig; und nach ihnen zählte
er das ganze Volk Israel, und es waren siebentausend Mann.
Und sie zogen aus am Mittag. Benhadad aber trank und war
trunken im Zeltlager samt den zweiunddreißig Königen,
die ihm zu Hilfe gekommen waren.
Und die Leute der Landvögte zogen zuerst aus.
Benhadad aber hatte Leute ausgesandt; die brachten ihm Botschaft
und sprachen: Es ziehen Männer aus Samaria heran.
Er sprach: Greift sie lebendig, ob sie nun zum Frieden
oder zum Kampf ausgezogen sind!
Als aber die Leute der Landvögte aus der Stadt
herausgezogen waren und das Heer ihnen nach,
erschlug jeder den, der vor ihn kam. Und die Aramäer
flohen, und Israel jagte ihnen nach. Aber Benhadad, der König
von Aram, entrann auf einem Roß, und Gespanne mit ihm.
Und der König von Israel zog aus und schlug Roß
und Wagen. So schlug er die Aramäer in einer großen
Schlacht.
Da trat der Prophet zum König von Israel und
sprach zu ihm: Wohlan, rüste dich und merke auf und sieh zu,
was du tust! Denn der König von Aram wird gegen dich
heraufziehen, wenn das Jahr um ist.
Aber die Großen des Königs von Aram
sprachen zu ihm: Ihre Götter sind Berggötter, darum
haben sie uns überwunden. Aber wenn wir mit ihnen in der
Ebene kämpfen könnten – was gilt's, wir wollten
sie überwinden!
Tu nun das: Setze die Könige alle ab und setze
Statthalter an ihre Stelle
und schaffe dir ein Heer, wie das Heer war, das du
verloren hast, und ebensoviele Rosse und Wagen wie zuvor, und laß
uns gegen sie kämpfen in der Ebene – was gilt's, wir
werden sie überwinden! Er gehorchte ihrer Stimme und tat
das.
Als nun das Jahr um war, bot Benhadad die Aramäer auf
und zog herauf nach Aphek, um gegen Israel zu kämpfen.
Und Israel wurde auch aufgeboten, versorgte sich und zog
hin ihnen entgegen und lagerte sich ihnen gegenüber wie zwei
kleine Herden Ziegen. Von den Aramäern aber war das Land
voll.
Und es trat der Mann Gottes herzu und sprach zum
König von Israel: So spricht der HERR: Weil die Aramäer
gesagt haben, der HERR sei ein Gott der Berge und nicht ein Gott
der Täler, so habe ich diese große Menge in deine Hand
gegeben, damit ihr erkennt: Ich bin der HERR.
Und sie lagen einander gegenüber sieben Tage. Am
siebenten Tage zogen sie in den Kampf, und Israel schlug von den
Aramäern hunderttausend Mann Fußvolk an einem
Tag.
Und die übrigen flohen nach Aphek in die Stadt, und
die Mauer fiel auf die Übriggebliebenen,
siebenundzwanzigtausend Mann.
Und auch Benhadad floh in die Stadt und verkroch sich
von einer Kammer in die andere.
Da sprachen seine Großen zu ihm: Siehe, wir haben
gehört, daß die Könige des Hauses Israel
barmherzige Könige sind. So laßt uns Säcke um
unsere Lenden tun und Stricke um unsere Köpfe und zum König
von Israel hinausgehen; vielleicht läßt er dich am
Leben.
Und sie gürteten Säcke um ihre Lenden und
Stricke um ihre Köpfe und kamen zum König von Israel
und sprachen: Dein Knecht Benhadad läßt dir sagen: Laß
mich doch am Leben! Er aber sprach: Lebt er noch? Er ist mein
Bruder!
Und die Männer nahmen es als ein gutes Zeichen und
sprachen: Ja, Benhadad ist dein Bruder. Er sprach: Geht und
bringt ihn! Da ging Benhadad zu ihm heraus. Und Ahab ließ
ihn auf den Wagen steigen.
Und Benhadad sprach zu ihm: Die Städte, die mein
Vater deinem Vater genommen hat, will ich dir zurückgeben,
und mache du dir Märkte in Damaskus, wie mein Vater in
Samaria getan hat. Und Ahab sprach: Ich will dich auf diesen Bund
hin ziehen lassen. Da schloß er mit ihm den Bund und ließ
ihn ziehen.
Da sprach ein Mann von den Prophetenjüngern zu
seinem Nächsten auf des HERRN Gebot: Schlage mich! Er aber
weigerte sich, ihn zu schlagen.
Da sprach er zu ihm: Weil du der Stimme des HERRN nicht
gehorcht hast, siehe, so wird dich ein Löwe schlagen, wenn
du von mir gehst. Und als er von ihm ging, fand ihn ein Löwe
und schlug ihn.
Und der Prophet fand einen andern Mann und sprach: Schlage
mich! Und der Mann schlug ihn wund.
Da ging der Prophet hin, trat an den Weg, den der König
zog, und verhüllte sein Angesicht mit einer Binde.
Und als der König vorüberzog, rief er den König
an und sprach: Dein Knecht war ausgezogen in die Schlacht. Und
siehe, ein Mann trat zu mir und brachte mir einen und sprach:
Bewache diesen Mann; wenn man ihn vermissen wird, so soll dein
Leben für sein Leben einstehen, oder du sollst einen Zentner
Silber zahlen.
Und als dein Knecht hier und da zu tun hatte, war der Mann
nicht mehr da. Der König von Israel sprach zu ihm: Das ist
dein Urteil; du hast's selbst gefällt.
Da tat er eilends die Binde von seinem Angesicht, und der
König von Israel erkannte, daß er einer der Propheten
war.
Und er sprach zu ihm: So spricht der HERR: Weil du den
Mann, auf dem mein Bann lag, von dir gelassen hast, so soll dein
Leben für sein Leben einstehen und dein Volk für sein
Volk.
Aber der König von Israel zog heim, voller Unmut und
zornig, und kam nach Samaria.
Naboths Weinberg
Kapitel 21
Nach diesen Geschichten begab es sich: Naboth, ein
Jesreeliter, hatte einen Weinberg in Jesreel, bei dem Palast
Ahabs, des Königs von Samaria.
Und Ahab redete mit Naboth und sprach: Gib mir deinen
Weinberg; ich will mir einen Kohlgarten daraus machen, weil er so
nahe an meinem Hause liegt. Ich will dir einen besseren Weinberg
dafür geben, oder, wenn dir's gefällt, will ich dir
Silber dafür geben, soviel er wert ist.
Aber Naboth sprach zu Ahab: Das lasse der HERR fern von
mir sein, daß ich dir meiner Väter Erbe geben sollte!
Da kam Ahab heim voller Unmut und zornig um des
Wortes willen, das Naboth, der Jesreeliter, zu ihm gesagt hatte:
Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben. Und er legte
sich auf sein Bett und wandte sein Antlitz ab und aß nicht.
Da kam seine Frau Isebel zu ihm hinein und redete mit ihm:
Was ist's, daß dein Geist so voller Unmut ist und daß
du nicht issest?
Er sprach zu ihr: Ich habe mit Naboth, dem Jesreeliter,
geredet und gesagt: Gib mir deinen Weinberg für Geld, oder,
wenn es dir lieber ist, will ich dir einen andern dafür
geben. Er aber sprach: Ich will dir meinen Weinberg nicht geben.
Da sprach seine Frau Isebel zu ihm: Du bist doch König
über Israel! Steh auf und iß und sei guten Mutes! Ich
werde dir den Weinberg Naboths, des Jesreeliters, verschaffen.
Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Namen und
versiegelte sie mit seinem Siegel und sandte sie zu den Ältesten
und Oberen, die mit Naboth in seiner Stadt wohnten.
Und schrieb in den Briefen: Laßt ein Fasten ausrufen
und setzt Naboth obenan im Volk,
und stellt ihm zwei ruchlose Männer gegenüber,
die da zeugen und sprechen: Du hast Gott und den König
gelästert! Und führt ihn hinaus und steinigt ihn, daß
er stirbt.
Und die Ältesten und Oberen, die mit ihm in seiner
Stadt wohnten, taten, wie ihnen Isebel entboten hatte, wie sie in
den Briefen geschrieben hatte, die sie zu ihnen sandte,
und sie ließen ein Fasten ausrufen und ließen
Naboth obenan im Volk sitzen.
Da kamen die zwei ruchlosen Männer und stellten sich
ihm gegenüber und verklagten Naboth vor dem Volk und
sprachen: Naboth hat Gott und den König gelästert! Da
führten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, daß
er starb.
Und sie sandten zu Isebel und ließen ihr sagen:
Naboth ist gesteinigt und tot.
Als aber Isebel hörte, daß Naboth gesteinigt
und tot war, sprach sie zu Ahab: Steh auf und nimm in Besitz den
Weinberg Naboths, des Jesreeliters, der sich geweigert hat, ihn
dir für Geld zu geben; denn Naboth lebt nicht mehr, sondern
ist tot.
Als Ahab hörte, daß Naboth tot war, stand er
auf, um hinabzugehen zum Weinberge Naboths, des Jesreeliters, und
ihn in Besitz zu nehmen.
Aber das Wort des HERRN kam zu Elia, dem Thisbiter:
Mach dich auf und geh hinab Ahab, dem König von
Israel zu Samaria, entgegen – siehe, er ist im Weinberge
Naboths, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen -
und rede mit ihm und sprich: So spricht der HERR: Du hast
gemordet, dazu auch fremdes Erbe geraubt! An der Stätte, wo
Hunde das Blut Naboths geleckt haben, sollen Hunde auch dein Blut
lecken.
Und Ahab sprach zu Elia: Hast du mich gefunden, mein
Feind? Er aber sprach: Ja, ich habe dich gefunden, weil du dich
verkauft hast, Unrecht zu tun vor dem HERRN.
Siehe, ich will Unheil über dich bringen und dich
vertilgen samt deinen Nachkommen und will von Ahab ausrotten, was
männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel
und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams, des
Sohnes Nebats, und wie das Haus Baësas, des Sohnes Ahias, um
des Zornes willen, daß du mich erzürnt und Israel
sündigen gemacht hast.
Und auch über Isebel hat der HERR geredet und
gesprochen: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Mauer
Jesreels.
Wer von Ahab stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde
fressen, und wer auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel
unter dem Himmel fressen.
Es war niemand, der sich so verkauft hätte,
Unrecht zu tun vor dem HERRN, wie Ahab, den seine Frau Isebel
verführte.
Und er versündigte sich dadurch über die Maßen,
daß er den Götzen nachwandelte, ganz wie die Amoriter
getan hatten, die der HERR vor Israel vertrieben hatte.
Als aber Ahab diese Worte hörte, zerriß
er seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seinen Leib
und fastete und schlief darin und ging bedrückt einher.
Und das Wort des HERRN kam zu Elia, dem Thisbiter:
Hast du nicht gesehen, wie sich Ahab vor mir gedemütigt
hat? Weil er sich nun vor mir gedemütigt hat, will ich das
Unheil nicht kommen lassen zu seinen Lebzeiten, aber zu seines
Sohnes Lebzeiten will ich das Unheil über sein Haus bringen.
Ahabs Krieg gegen die Aramäer.
Michas Weissagung und Ahabs Untergang
Kapitel 22
Und es vergingen drei Jahre, daß kein Krieg war
zwischen den Aramäern und Israel.
Im dritten Jahr aber zog Josaphat, der König von
Juda, hinab zum König von Israel.
Und der König von Israel sprach zu seinen Großen:
Wisset ihr nicht, daß Ramoth in Gilead unser ist, und wir
sitzen still und nehmen es nicht dem König von Aram ab?
Und er sprach zu Josaphat: Willst du mit mir ziehen in den
Kampf gegen Ramoth in Gilead? Josaphat sprach zum König von
Israel: Ich will sein wie du, und mein Volk wie dein Volk, und
meine Rosse wie deine Rosse.
Und Josaphat sprach zum König von Israel:
Frage doch zuerst nach dem Wort des HERRN!
Da versammelte der König von Israel Propheten, etwa
vierhundert Mann, und sprach zu ihnen: Soll ich gegen Ramoth in
Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich's lassen? Sie sprachen:
Zieh hinauf! Der Herr wird's in die Hand des Königs geben.
Josaphat aber sprach: Ist hier kein Prophet des HERRN
mehr, daß wir durch ihn den Herrn befragen?
Der König von Israel sprach zu Josaphat: Es ist noch
einer hier, Micha, der Sohn Jimlas, durch den man den
HERRN befragen kann. Aber ich bin ihm gram; denn er weissagt mir
nichts Gutes, sondern nur Böses. Josaphat sprach: Der König
rede so nicht!
Da rief der König von Israel einen Kämmerer und
sprach: Bringe eilends her Micha, den Sohn Jimlas!
Der König von Israel aber und Josaphat, der
König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron in ihren
königlichen Kleidern auf dem Platz vor dem Tor Samarias, und
alle Propheten fingen an, vor ihnen zu weissagen.
Und Zedekia, der Sohn Kenaanas, hatte sich eiserne Hörner
gemacht und sprach: So spricht der HERR: Hiermit wirst du die
Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtest.
Und alle Propheten weissagten ebenso und sprachen: Zieh
hin gegen Ramoth in Gilead; es wird dir gelingen! Der HERR wird's
in die Hand des Königs geben.
Und der Bote, der hingegangen war, um Micha zu
rufen, sprach zu ihm: Siehe, die Worte der Propheten sind
einmütig gut für den König; so laß nun auch
dein Wort wie ihr Wort sein und rede Gutes.
Micha sprach: So wahr der HERR lebt: ich will reden, was
der HERR mir sagen wird.
Und als er zum König kam, sprach der König zu
ihm: Micha, sollen wir gegen Ramoth in Gilead in den Kampf
ziehen, oder sollen wir's lassen? Er sprach zu ihm: Ja, zieh
hinauf; es soll dir gelingen! Der HERR wird's in die Hand des
Königs geben.
Der König entgegnete ihm: Wie oft soll ich dich
beschwören, daß du mir im Namen des HERRN nichts als
die Wahrheit sagst!
Micha sprach: Ich sah ganz Israel zerstreut auf den Bergen
wie Schafe, die keinen Hirten haben. Der HERR aber sprach: Diese
haben keinen Herrn; ein jeder kehre wieder heim mit Frieden.
Da sprach der König von Israel zu Josaphat:
Hab ich dir nicht gesagt, daß er mir nichts Gutes weissagt,
sondern nur Böses?
Micha sprach: Darum höre nun das Wort des HERRN! Ich
sah den HERRN sitzen auf seinem Thron und das ganze himmlische
Heer neben ihm stehen zu seiner Rechten und Linken.
Und der HERR sprach: Wer will Ahab betören, daß
er hinaufzieht und vor Ramoth in Gilead fällt? Und einer
sagte dies, der andere das.
Da trat ein Geist vor und stellte sich vor den HERRN und
sprach: Ich will ihn betören. Der HERR sprach zu ihm: Womit?
Er sprach: Ich will ausgehen und will ein Lügengeist
sein im Munde aller seiner Propheten. Er sprach: Du sollst ihn
betören und sollst es ausrichten; geh aus und tu das!
Nun siehe, der HERR hat einen Lügengeist gegeben in
den Mund aller deiner Propheten; und der HERR hat Unheil gegen
dich geredet.
Da trat herzu Zedekia, der Sohn Kenaanas, und schlug Micha
auf die Backe und sprach: Wie? Ist der Geist des HERRN von mir
gewichen, daß er mit dir redet?
Micha sprach: Wahrlich, an dem Tage wirst du's sehen, wenn
du von einer Kammer in die andere gehst, um dich zu verkriechen.
Der König von Israel sprach: Nimm Micha und bring ihn
zu Amon, dem Stadthauptmann, und zu Joas, dem Sohn des Königs,
und sprich: So spricht der König: Diesen werft in den
Kerker und speist ihn nur kärglich mit Brot und Wasser, bis
ich mit Frieden wiederkomme.
Micha sprach: Kommst du mit Frieden wieder, so hat der
HERR nicht durch mich geredet. Und er sprach: Höret, alle
Völker!
So zogen der König von Israel und Josaphat,
der König von Juda, hinauf gegen Ramoth in Gilead.
Und der König von Israel sprach zu Josaphat: Ich will
mich verkleiden und in den Kampf ziehen, du aber behalte deine
königlichen Kleider an. Und der König von Israel
verkleidete sich und zog in den Kampf.
Aber der König von Aram gebot den Obersten über
seine Wagen – es waren zweiunddreißig – und
sprach: Ihr sollt nicht kämpfen gegen Geringe und Hohe,
sondern allein gegen den König von Israel.
Und als die Obersten der Wagen Josaphat sahen, meinten
sie, er wäre der König von Israel, und wandten sich
gegen ihn zum Kampf, aber Josaphat schrie.
Als aber die Obersten der Wagen merkten, daß er
nicht der König von Israel war, wandten sie sich von ihm ab.
Ein Mann aber spannte den Bogen in aller Einfalt und schoß
den König von Israel zwischen Panzer und Wehrgehänge.
Da sprach er zu seinem Wagenlenker: Wende um und führe mich
aus dem Kampf, denn ich bin verwundet!
Aber der Kampf nahm immer mehr zu an demselben Tage, und
der König blieb im Wagen stehen gegenüber den Aramäern
bis zum Abend, und das Blut floß von der Wunde mitten in
den Wagen. Und er starb am Abend.
Und man ließ ausrufen im Heer, als die Sonne
unterging: Ein jeder gehe in seine Stadt und in sein Land;
denn der König ist tot! Und sie gingen nach Samaria
und begruben den König in Samaria.
Und als sie den Wagen wuschen bei dem Teich Samarias,
leckten die Hunde sein Blut – und die Huren wuschen sich
darin – nach dem Wort des HERRN, das er geredet hatte.
Was mehr von Ahab zu sagen ist und alles, was er
getan hat, und das Elfenbeinhaus, das er baute, und alle Städte,
die er ausgebaut hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik
der Könige von Israel.
Also legte sich Ahab zu seinen Vätern, und sein Sohn
Ahasja wurde König an seiner Statt.
Reich Juda: Josaphat
Und Josaphat, der Sohn Asas, wurde König über
Juda im vierten Jahr Ahabs, des Königs von Israel,
und war fünfunddreißig Jahre alt, als er König
wurde; und er regierte fünfundzwanzig Jahre zu Jerusalem.
Seine Mutter hieß Asuba, eine Tochter Schilhis.
Und er wandelte in allen Wegen seines Vaters Asa und wich
nicht davon ab und tat, was dem HERRN wohlgefiel.
Doch entfernte er nicht die Höhen, und das Volk
opferte und räucherte noch auf den Höhen.
Und er hatte Frieden mit dem König von Israel.
Was aber mehr von Josaphat zu sagen ist und seine
tapferen Taten, die er getan hat, und wie er Kriege geführt
hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige
von Juda.
Auch tat er aus dem Lande, was noch übrig war an
Tempelhurern, die zur Zeit seines Vaters Asa übriggeblieben
waren.
Und es war kein König in Edom; ein Statthalter
war im Lande.
Und Josaphat hatte Tarsisschiffe machen lassen, die nach
Ophir fahren sollten, um Gold zu holen. Aber sie fuhren nicht,
denn sie zerschellten bei Ezjon-Geber.
Damals sprach Ahasja, der Sohn Ahabs, zu Josaphat: Laß
meine Leute mit deinen Leuten auf den Schiffen fahren! Josaphat
aber wollte nicht.
Und Josaphat legte sich zu seinen Vätern und wurde
begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids, seines
Vaters. Und sein Sohn Joram wurde König an seiner Statt.
Reich Israel: Ahasja
Ahasja, der Sohn Ahabs, wurde König über Israel
zu Samaria im siebzehnten Jahr Josaphats, des Königs von
Juda, und regierte über Israel zwei Jahre.
Und er tat, was dem HERRN mißfiel, und wandelte in
den Wegen seines Vaters und seiner Mutter und in dem Wege
Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte,
und diente dem Baal und betete ihn an und erzürnte
den HERRN, den Gott Israels, wie sein Vater tat.
2.
Könige 1-12
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