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DIE BIBEL
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Schrift
DAS ERSTE
BUCH DER KÖNIGE
Kapitel 1 –
11
Salomo wird zum König gesalbt
Kapitel 1
Als aber der König David alt war und hochbetagt,
konnte er nicht warm werden, wenn man ihn auch mit Kleidern
bedeckte.
Da sprachen seine Großen zu ihm: Man suche unserm
Herrn, dem König, eine Jungfrau, die vor dem König
stehe und ihn umsorge und in seinen Armen schlafe und unsern
Herrn, den König, wärme.
Und sie suchten ein schönes Mädchen im ganzen
Gebiet Israels und fanden Abisag von Sunem und brachten sie dem
König.
Und sie war ein sehr schönes Mädchen und
umsorgte den König und diente ihm. Aber der König
erkannte sie nicht.
Adonia aber, der Sohn der Haggith, empörte
sich und sprach: Ich will König werden! Und er schaffte sich
Wagen und Gespanne an und fünfzig Mann als seine Leibwache.
Und sein Vater hatte ihm nie etwas verwehrt sein Leben
lang, daß er gesagt hätte: Warum tust du das? Und er
war auch ein sehr schöner Mann und war David geboren als der
nächste Sohn nach Absalom.
Und er beriet sich mit Joab, dem Sohn der Zeruja, und mit
Abjathar, dem Priester; die hielten zu Adonia.
Aber Zadok, der Priester, und Benaja, der Sohn Jojadas,
und Nathan, der Prophet, und Schimi und Reï
und die Helden Davids waren nicht mit Adonia.
Und als Adonia Schafe und Rinder und gemästetes Vieh
opferte bei dem Stein Soheleth, der neben der Quelle Rogel liegt,
lud er alle seine Brüder, des Königs Söhne, ein
und alle Männer Judas, die dem König dienten.
Aber den Propheten Nathan und Benaja und die Helden und
seinen Bruder Salomo lud er nicht ein.
Da sprach Nathan zu Bathseba, Salomos Mutter: Hast
du nicht gehört, daß Adonia, der Sohn der Haggith,
König geworden ist, und David, unser Herr, weiß nichts
davon?
So komm nun, ich will dir einen Rat geben, daß du
dein Leben und das Leben deines Sohnes Salomo errettest.
Auf, geh zum König David hinein und sprich zu ihm:
Hast du nicht, mein Herr und König, deiner Magd geschworen:
Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf
meinem Thron sitzen? Warum ist denn Adonia König geworden?
Siehe, während du noch da bist und mit dem König
redest, will ich nach dir hineinkommen und deine Worte zu Ende
führen.
Und Bathseba ging hinein zum König in das Gemach. Der
König aber war sehr alt, und Abisag von Sunem diente dem
König.
Und Bathseba neigte sich und fiel vor dem König
nieder. Der König aber sprach: Was willst du?
Sie sprach zu ihm: Mein Herr, du hast deiner Magd
geschworen bei dem HERRN, deinem Gott: Dein Sohn Salomo soll
König sein nach mir und auf meinem Thron sitzen.
Nun aber siehe, Adonia ist König geworden, und du,
mein Herr und König, weißt nichts davon.
Er hat Stiere und gemästetes Vieh und viele Schafe
geopfert und hat alle Söhne des Königs geladen, dazu
Abjathar, den Priester, und Joab, den Feldhauptmann; aber deinen
Knecht Salomo hat er nicht geladen.
Du aber, mein Herr und König, die Augen von ganz
Israel sehen auf dich, daß du ihnen kundtust, wer auf dem
Thron meines Herrn und Königs nach ihm sitzen soll.
Wenn aber mein Herr und König sich zu seinen Vätern
gelegt hat, so werden ich und mein Sohn Salomo als Empörer
dastehen.
Während sie noch mit dem König redete, kam der
Prophet Nathan.
Und sie sagten dem König an: Siehe, da ist der
Prophet Nathan. Und als er hinein vor den König kam, fiel er
vor dem König nieder auf sein Angesicht zur Erde
und sprach: Mein Herr und König, hast du gesagt:
Adonia soll nach mir König sein und auf meinem Thron sitzen?
Denn er ist heute hinabgegangen und hat geopfert Stiere
und Mastvieh und viele Schafe und hat alle Söhne des Königs
geladen und die Hauptleute, dazu den Priester Abjathar. Und
siehe, sie essen und trinken vor ihm und rufen: Es lebe der König
Adonia!
Aber mich, deinen Knecht, und Zadok, den Priester, und
Benaja, den Sohn Jojadas, und deinen Knecht Salomo hat er nicht
geladen.
Ist das von meinem Herrn und König befohlen, und du
hast deine Großen nicht wissen lassen, wer auf dem Thron
meines Herrn und Königs nach ihm sitzen soll?
Der König David antwortete und sprach: Ruft mir
Bathseba! Und sie kam hinein vor den König. Und als sie vor
dem König stand,
schwor der König und sprach: So wahr der HERR lebt,
der mich erlöst hat aus aller Not:
ich will heute tun, wie ich dir geschworen habe bei dem
HERRN, dem Gott Israels, als ich sagte: Salomo, dein Sohn, soll
nach mir König sein, und er soll für mich auf meinem
Thron sitzen.
Da neigte sich Bathseba mit ihrem Antlitz zur Erde und
fiel vor dem König nieder und sprach: Lang lebe mein Herr,
der König David!
Und der König David sprach: Ruft mir den
Priester Zadok und den Propheten Nathan und Benaja, den Sohn
Jojadas! Und als sie hineinkamen vor den König,
sprach der König zu ihnen: Nehmt mit euch die Großen
eures Herrn und setzt meinen Sohn Salomo auf mein Maultier und
führt ihn hinab zum Gihon.
Und der Priester Zadok samt dem Propheten Nathan salbe ihn
dort zum König über Israel. Und blast die Posaunen und
ruft: Es lebe der König Salomo!
Und zieht wieder herauf hinter ihm her, und er soll kommen
und sitzen auf meinem Thron und für mich König sein.
Denn ihn setze ich zum Fürsten über Israel und Juda
ein.
Da antwortete Benaja, der Sohn Jojadas, dem König und
sprach: So sei es! Der HERR, der Gott meines Herrn und Königs,
bestätige es!
Wie der HERR mit meinem Herrn, dem König, gewesen
ist, so sei er auch mit Salomo, daß sein Thron größer
werde als der Thron meines Herrn, des Königs David!
Da gingen hinab der Priester Zadok und der Prophet Nathan
und Benaja, der Sohn Jojadas, und die Krether und Plether und
setzten Salomo auf das Maultier des Königs David und führten
ihn zum Gihon.
Und der Priester Zadok nahm das Ölhorn aus dem Zelt
und salbte Salomo. Und sie bliesen die Posaunen, und alles Volk
rief: Es lebe der König Salomo!
Und alles Volk zog wieder herauf hinter ihm her, und das
Volk blies mit Flöten und war sehr fröhlich, so daß
die Erde von ihrem Geschrei erbebte.
Und Adonia hörte es und alle, die er geladen
hatte und die bei ihm waren, und sie hatten schon gegessen. Und
als Joab den Schall der Posaune hörte, sprach er: Was soll
das Geschrei und Getümmel der Stadt?
Als er noch redete, siehe, da kam Jonathan, der Sohn des
Priesters Abjathar. Und Adonia sprach: Komm her, denn du bist ein
redlicher Mann und bringst gute Botschaft.
Jonathan antwortete und sprach zu Adonia: Nein, denn unser
Herr, der König David, hat Salomo zum König gemacht
und hat mit ihm gesandt den Priester Zadok und den
Propheten Nathan und Benaja, den Sohn Jojadas, und die Krether
und Plether, und sie haben ihn auf des Königs Maultier
gesetzt.
Und Zadok, der Priester, samt dem Propheten Nathan hat ihn
gesalbt zum König beim Gihon, und sie sind von da
heraufgezogen mit Freuden, so daß die Stadt voll Getümmel
wurde. Das ist das Geschrei, das ihr gehört habt.
Und schon sitzt Salomo auf dem königlichen Thron,
und die Großen des Königs sind hineingegangen,
zu segnen unsern Herrn, den König David, und haben gesagt:
Dein Gott mache Salomos Namen herrlicher als deinen Namen und
lasse seinen Thron größer werden als deinen Thron! Und
der König hat sich verneigt auf seinem Lager
und hat so gesagt: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,
der heute einen meiner Söhne auf meinen Thron gesetzt hat,
daß es meine Augen gesehen haben.
Da erschraken alle, die bei Adonia geladen waren, und
machten sich auf und gingen hin, jeder seinen Weg.
Aber Adonia fürchtete sich vor Salomo und machte sich
auf, ging hin und faßte die Hörner des Altars.
Und es wurde Salomo angesagt: Siehe, Adonia
fürchtet den König Salomo, und siehe, er faßt die
Hörner des Altars und spricht: Der König Salomo schwöre
mir heute, daß er seinen Knecht nicht töten wird mit
dem Schwert.
Salomo sprach: Wird er redlich sein, so soll kein Haar von
ihm auf die Erde fallen; wird aber Böses an ihm gefunden, so
soll er sterben.
Und der König Salomo sandte hin und ließ ihn
vom Altar holen. Und als er kam, fiel er vor dem König
Salomo nieder. Salomo aber sprach zu ihm: Geh in dein Haus!
Davids letzter Wille und sein Tod
Kapitel 2
Als nun die Zeit herbeikam, daß David
sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach:
Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost
und sei ein Mann
und diene dem HERRN, deinem Gott, daß du
wandelst in seinen Wegen und hältst seine Satzungen, Gebote,
Rechte und Ordnungen, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose,
damit dir alles gelinge, was du tust und wohin du dich wendest;
damit der HERR sein Wort erfülle, das er
über mich geredet hat: Werden deine Söhne auf ihre Wege
achten, daß sie vor mir in Treue und von ganzem Herzen und
von ganzer Seele wandeln, so soll dir's niemals fehlen an einem
Mann auf dem Thron Israels.
Auch weißt du sehr wohl, was mir getan
hat Joab, der Sohn der Zeruja, was er tat den zwei
Feldhauptleuten Israels, Abner, dem Sohn Ners, und Amasa, dem
Sohn Jethers, wie er sie ermordet hat und so im Krieg vergossenes
Blut im Frieden gerächt und unschuldiges Blut an den Gürtel
seiner Lenden und an die Schuhe seiner Füße gebracht
hat.
Tu nach deiner Weisheit, daß du seine
grauen Haare nicht in Frieden hinunter zu den Toten bringst.
Aber den Söhnen Barsillais, des
Gileaditers, sollst du Barmherzigkeit erweisen, daß sie an
deinem Tisch essen. Denn sie taten wohl an mir, als ich vor
deinem Bruder Absalom floh.
Und siehe, du hast bei dir Simeï,
den Sohn Geras, den Benjaminiter von Bahurim, der mir schändlich
fluchte zu der Zeit, als ich nach Mahanajim ging. Dann aber kam
er mir entgegen am Jordan. Da schwor ich ihm bei dem HERRN und
sprach: Ich will dich nicht töten mit dem Schwert.
Du aber laß ihn nicht frei ausgehen; denn
du bist ein weiser Mann und wirst sehr wohl wissen, was du ihm
tun sollst, daß du seine grauen Haare mit Blut hinunter zu
den Toten bringst.
Also legte sich David zu seinen Vätern
und wurde begraben in der Stadt Davids.
Die Zeit aber, die David König gewesen ist
über Israel, ist vierzig Jahre: sieben Jahre war er König
zu Hebron und dreiunddreißig Jahre zu Jerusalem.
Und Salomo saß auf dem Thron seines
Vaters David, und seine Herrschaft hatte festen Bestand.
Salomos Maßnahmen beim Antritt der
Regierung
Aber Adonia, der Sohn der Haggith, kam zu
Bathseba, der Mutter Salomos. Und sie sprach: Kommst du auch mit
Frieden? Er sprach: Ja!
Und er sprach: Ich habe mit dir zu reden. Sie
sprach: Sage an!
Er sprach: Du weißt, daß das
Königtum mein war und ganz Israel hatte sich auf mich
gerichtet, daß ich König sein sollte; aber nun hat
sich das Königtum gewandt und ist meinem Bruder zuteil
geworden – von dem HERRN ist's ihm zuteil geworden.
Nun bitte ich eins von dir; du wollest
mich nicht abweisen! Sie sprach zu ihm: Sage an!
Er sprach: Rede mit dem König Salomo, denn
er wird dich nicht abweisen, daß er mir gebe Abisag von
Sunem zur Frau.
Bathseba sprach: Gut, ich will mit dem König
deinetwegen reden.
Und Bathseba ging hin zum König
Salomo, um mit ihm zu reden Adonias wegen. Und der König
stand auf und ging ihr entgegen und neigte sich vor ihr und
setzte sich auf seinen Thron. Und es wurde der Mutter des Königs
ein Thron hingestellt, und sie setzte sich zu seiner Rechten.
Und sie sprach: Ich habe eine kleine
Bitte an dich; du wollest mich nicht abweisen. Der König
sprach zu ihr: Bitte, meine Mutter, ich will dich nicht abweisen.
Sie sprach: Gib doch Abisag von Sunem deinem
Bruder Adonia zur Frau!
Da antwortete der König Salomo und sprach
zu seiner Mutter: Warum bittest du um Abisag von Sunem für
Adonia? Erbitte ihm doch auch das Königtum! Denn er ist mein
älterer Bruder, und zu ihm hält der Priester Abjathar
und Joab, der Sohn der Zeruja.
Und der König Salomo schwor bei dem HERRN
und sprach: Gott tue mir dies und das, diese Bitte soll Adonia
sein Leben kosten!
Und nun, so wahr der HERR lebt, der mich
bestätigt hat und gesetzt auf den Thron meines Vaters David
und der mir ein Haus gemacht hat, wie er zugesagt hat: heute noch
soll Adonia sterben!
Und der König Salomo sandte hin Benaja,
den Sohn Jojadas; der stieß ihn nieder, daß er starb.
Und zu dem Priester Abjathar sprach der König:
Geh hin nach Anathoth zu deinem Besitz, denn du bist des Todes.
Aber ich will dich heute nicht töten, denn du hast die Lade
Gottes des HERRN vor meinem Vater David getragen und hast alles
mitgelitten, was mein Vater gelitten hat.
So verstieß Salomo den Abjathar, daß
er nicht mehr Priester des HERRN sein durfte, damit erfüllt
würde des HERRN Wort, das er über das Haus Elis geredet
hatte in Silo.
Und die Kunde davon kam vor Joab; denn
Joab hatte Adonia angehangen und nicht Absalom. Da floh Joab in
das Zelt des HERRN und faßte die Hörner des Altars.
Und es wurde dem König Salomo angesagt:
Joab ist zum Zelt des HERRN geflohen, und siehe, er steht am
Altar. Da sandte Salomo hin Benaja, den Sohn Jojadas, und sprach:
Geh, stoß ihn nieder!
Und als Benaja zum Zelt des HERRN kam, sprach
er zu Joab: So sagt der König: Geh heraus! Er sprach: Nein,
hier will ich sterben. Und Benaja sagte das dem König wieder
und sprach: So hat Joab geredet, und so hat er mir geantwortet.
Der König sprach zu ihm: Tu, wie er gesagt
hat, und stoß ihn nieder und begrabe ihn, damit du das
Blut, das Joab ohne Grund vergossen hat, von mir tust und von
meines Vaters Hause.
Und der HERR lasse das Blut auf sein Haupt
kommen, weil er zwei Männer erschlagen hat, die gerechter
und besser waren als er, und sie getötet hat mit dem
Schwert, ohne daß mein Vater David darum wußte,
nämlich Abner, den Sohn Ners, den Feldhauptmann über
Israel, und Amasa, den Sohn Jethers, den Feldhauptmann über
Juda.
Ihr Blut komme auf das Haupt Joabs und seiner
Nachkommen für immer; aber David und seine Nachkommen, sein
Haus und sein Thron sollen Frieden haben ewiglich von dem HERRN!
Und Benaja, der Sohn Jojadas, ging hin und
stieß ihn nieder und tötete ihn. Und er wurde begraben
in seinem Hause in der Wüste.
Und der König setzte Benaja, den Sohn
Jojadas, an seiner Statt über das Heer, und den Priester
Zadok setzte der König an die Stelle Abjathars.
Und der König sandte hin und ließ
Simeï rufen und sprach zu ihm: Baue dir ein Haus in
Jerusalem und wohne dort und geh von da nicht heraus, weder
hierhin noch dahin.
An dem Tag, an dem du hinausgehen und über
den Bach Kidron gehen wirst – so wisse, daß du des
Todes sterben mußt; dein Blut komme dann auf dein Haupt!
Simeï sprach zum König: Das ist recht
so; wie mein Herr, der König, geredet hat, so wird dein
Knecht tun. So wohnte Simeï in Jerusalem lange Zeit.
Es begab sich aber nach drei Jahren, daß
zwei Knechte dem Simeï entliefen zu Achis, dem Sohn Maachas,
dem König von Gath. Und es wurde Simeï angesagt: Siehe,
deine Knechte sind in Gath.
Da machte sich Simeï auf und sattelte
seinen Esel und zog hin nach Gath zu Achis, um seine Knechte zu
suchen. Und als er hinkam, brachte er seine Knechte von Gath
zurück.
Und es wurde Salomo angesagt, daß Simeï
von Jerusalem nach Gath gezogen und wiedergekommen wäre.
Da sandte der König hin und ließ
Simeï rufen und sprach zu ihm: Hab ich dich nicht schwören
lassen bei dem HERRN und dich gewarnt: an dem Tag, an dem du die
Stadt verläßt und hierhin oder dorthin gehst, sollst
du wissen, daß du des Todes sterben mußt? Und du
sprachst zu mir: Es ist recht so; ich habe es gehört.
Warum hast du denn nicht gehalten den Schwur
vor dem HERRN und das Gebot, das ich dir geboten habe?
Und der König sprach zu Simeï: Du
weißt all das Böse, dessen dein Herz sich bewußt
ist und das du meinem Vater David angetan hast. Nun läßt
der HERR dies Böse auf dein Haupt kommen;
aber der König Salomo ist gesegnet, und
der Thron Davids wird feststehen vor dem HERRN ewiglich.
Und der König gebot Benaja, dem Sohn
Jojadas; der ging hin und stieß ihn nieder, daß er
starb.
Und das Königtum wurde gefestigt durch
Salomos Hand.
Salomos Gebet um Weisheit
Kapitel 3
Und Salomo verschwägerte sich mit dem Pharao, dem
König von Ägypten, und nahm eine Tochter des Pharao zur
Frau und brachte sie in die Stadt Davids, bis er sein Haus und
des HERRN Haus und die Mauer um Jerusalem gebaut hatte.
Aber das Volk opferte noch auf den Höhen; denn es war
noch kein Haus gebaut dem Namen des HERRN bis auf diese Zeit.
Salomo aber hatte den HERRN lieb und wandelte nach den
Satzungen seines Vaters David, nur daß er auf den Höhen
opferte und räucherte.
Und der König ging hin nach Gibeon, um dort zu
opfern; denn das war die bedeutendste Höhe. Und Salomo
opferte dort tausend Brandopfer auf dem Altar.
Und der HERR erschien Salomo zu Gibeon im Traum des
Nachts, und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll!
Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, deinem
Knecht, große Barmherzigkeit getan, wie er denn vor dir
gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem
Herzen vor dir, und hast ihm auch die große Barmherzigkeit
erwiesen und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzen
sollte, wie es denn jetzt ist.
Nun, HERR, mein Gott, du hast deinen Knecht zum König
gemacht an meines Vaters David Statt. Ich aber bin noch jung,
weiß weder aus noch ein.
Und dein Knecht steht mitten in deinem Volk, das du
erwählt hast, einem Volk, so groß, daß es wegen
seiner Menge niemand zählen noch berechnen kann.
So wollest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben,
damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und
böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtiges Volk zu
richten?
Das gefiel dem Herrn gut, daß Salomo darum
bat.
Und Gott sprach zu ihm: Weil du darum bittest und bittest
weder um langes Leben noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod,
sondern um Verstand, zu hören und recht zu richten,
siehe, so tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir
ein weises und verständiges Herz, so daß
deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und nach dir nicht
aufkommen wird.
Und dazu gebe ich dir, worum du nicht gebeten hast,
nämlich Reichtum und Ehre, so daß deinesgleichen
keiner unter den Königen ist zu deinen Zeiten.
Und wenn du in meinen Wegen wandeln wirst, daß du
hältst meine Satzungen und Gebote, wie dein Vater David
gewandelt ist, so werde ich dir ein langes Leben geben.
Und als Salomo erwachte, siehe, da war es ein Traum. Und
er kam nach Jerusalem und trat vor die Lade des Bundes des HERRN
und opferte Brandopfer und Dankopfer und machte ein großes
Festmahl für alle seine Großen.
Salomos Urteil
Zu der Zeit kamen zwei Huren zum König und
traten vor ihn.
Und die eine Frau sprach: Ach, mein Herr, ich
und diese Frau wohnten in einem Hause, und ich gebar bei
ihr im Hause.
Und drei Tage, nachdem ich geboren hatte, gebar
auch sie. Und wir waren beieinander, und kein Fremder war mit uns
im Hause, nur wir beide.
Und der Sohn dieser Frau starb in der Nacht;
denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt.
Und sie stand in der Nacht auf und nahm meinen
Sohn von meiner Seite, als deine Magd schlief, und legte ihn in
ihren Arm, und ihren toten Sohn legte sie in meinen Arm.
Und als ich des Morgens aufstand, um meinen
Sohn zu stillen, siehe, da war er tot. Aber am Morgen sah ich ihn
genau an, und siehe, es war nicht mein Sohn, den ich geboren
hatte.
Die andere Frau sprach: Nein, mein Sohn lebt,
doch dein Sohn ist tot. Jene aber sprach: Nein, dein Sohn ist
tot, doch mein Sohn lebt. Und so redeten sie vor dem König.
Und der König sprach: Diese spricht: Mein
Sohn lebt, doch dein Sohn ist tot. Jene spricht: Nein, dein Sohn
ist tot, doch mein Sohn lebt.
Und der König sprach: Holt mir ein
Schwert! Und als das Schwert vor den König gebracht wurde,
sprach der König: Teilt das lebendige Kind
in zwei Teile und gebt dieser die Hälfte und jener die
Hälfte.
Da sagte die Frau, deren Sohn lebte, zum König
– denn ihr mütterliches Herz entbrannte in Liebe für
ihren Sohn – und sprach: Ach, mein Herr, gebt ihr das Kind
lebendig und tötet es nicht! Jene aber sprach: Es sei weder
mein noch dein; laßt es teilen!
Da antwortete der König und sprach: Gebt
dieser das Kind lebendig und tötet's nicht; die ist seine
Mutter.
Und ganz Israel hörte von dem Urteil, das
der König gefällt hatte, und sie fürchteten den
König; denn sie sahen, daß die Weisheit Gottes in ihm
war, Gericht zu halten.
Salomos Beamte und Amtleute
Kapitel 4
So war Salomo König über ganz Israel.
Und dies waren seine Großen: Asarja, der
Sohn Zadoks, war Priester;
Elihoreph und Ahia, die Söhne Schischas,
waren Schreiber; Josaphat, der Sohn Ahiluds, war Kanzler;
Benaja, der Sohn Jojadas, war Feldhauptmann;
Zadok und Abjathar waren Priester;
Asarja, der Sohn Nathans, stand den Amtleuten
vor; Sabud, der Sohn Nathans, war des Königs Freund;
Ahischar war Hofmeister; Adoniram, der Sohn
Abdas, war Fronvogt.
Und Salomo hatte zwölf Amtleute
über ganz Israel, die den König und sein Haus
versorgten, und zwar ein jeder im Jahr einen Monat lang.
Sie hießen: Der Sohn Hurs auf dem Gebirge
Ephraim;
der Sohn Dekers in Makaz und in Schaalbim und
in Beth-Schemesch und in Elon und Beth-Hanan;
der Sohn Heseds in Arubboth, und hatte dazu
Socho und das ganze Land Hepher;
der Sohn Abinadabs über das ganze
Hügelland von Dor; er hatte Taphath, eine Tochter Salomos,
zur Frau;
Baana, der Sohn Ahiluds, in Taanach und in
Megiddo und über ganz Beth-Schean, das liegt neben Zarethan
unterhalb von Jesreel, von Beth-Schean bis Abel-Mehola, bis
jenseits von Jokmeam;
der Sohn Gebers zu Ramoth in Gilead; er hatte
die Dörfer Jaïrs,
des Sohnes Manasses, in Gilead und die Gegend Argob, die in Basan
liegt, sechzig große Städte, ummauert und mit ehernen
Riegeln;
Ahinadab, der Sohn Iddos, in Mahanajim;
Ahimaaz in Naphthali; auch er hatte eine
Tochter Salomos, Basemath, zur Frau genommen;
Baana, der Sohn Huschais, in Asser und Bealoth;
Josaphat, der Sohn Paruachs, in Isaschar;
Schimi, der Sohn Elas, in Benjamin;
Geber, der Sohn Uris, im Lande Gilead, im Lande
Sihons, des Königs der Amoriter, und Ogs, des Königs in
Basan. Ein Amtmann war in diesem Lande.
Juda aber und Israel waren zahlreich wie
der Sand am Meer, und sie aßen und tranken und waren
fröhlich.
Salomos Macht und Weisheit
Kapitel 5
° So war Salomo Herr über alle
Königreiche, vom Euphratstrom bis zum Philisterland und bis
an die Grenze Ägyptens; die brachten ihm Geschenke und
dienten ihm sein Leben lang.
Und Salomo mußte täglich zur
Speisung haben dreißig Sack feinstes Mehl, sechzig Sack
anderes Mehl,
zehn gemästete Rinder und zwanzig Rinder
von der Weide und hundert Schafe, ohne die Hirsche und Gazellen
und Rehe und das gemästete Federvieh.
Denn er herrschte im ganzen Lande diesseits des
Euphrat, von Tiphsach bis nach Gaza, über alle Könige
diesseits des Euphrat, und hatte Frieden mit allen seinen
Nachbarn ringsum,
so daß Juda und Israel sicher wohnten,
jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan
bis Beerseba, solange Salomo lebte.
Und Salomo hatte viertausend Gespanne für
seine Kriegswagen und zwölftausend Leute für die
Pferde.
Und die Amtleute versorgten den König
Salomo und alles, was zum Tisch des Königs gehörte,
jeder in seinem Monat, und ließen es an nichts fehlen.
Auch Gerste und Stroh für die Pferde
brachten sie an den Ort, wo diese waren, jeder nach seiner
Ordnung.
Und Gott gab Salomo sehr große
Weisheit und Verstand und einen Geist, so weit, wie Sand am Ufer
des Meeres liegt,
daß die Weisheit Salomos größer
war als die Weisheit von allen, die im Osten wohnen, und als die
Weisheit der Ägypter.
Und er war weiser als alle Menschen, auch
weiser als Ethan, der Esrachiter, Heman, Kalkol und Darda, die
Söhne Mahols, und war berühmt unter allen Völkern
ringsum.
Und er dichtete dreitausend Sprüche und
tausendundfünf Lieder.
Er dichtete von den Bäumen, von der Zeder
an auf dem Libanon bis zum Ysop, der aus der Wand wächst.
Auch dichtete er von den Tieren des Landes, von Vögeln, vom
Gewürm und von Fischen.
Und aus allen Völkern kam man, zu
hören die Weisheit Salomos, und von allen Königen auf
Erden, die von seiner Weisheit gehört hatten.
Salomos Vertrag mit Hiram von Tyrus.
Vorbereitung zum Tempelbau
Und Hiram, der König von Tyrus, sandte
seine Botschafter zu Salomo; denn er hatte gehört, daß
sie ihn zum König gesalbt hatten an seines Vaters Statt.
Denn Hiram liebte David sein Leben lang.
Und Salomo sandte zu Hiram und ließ ihm
sagen:
Du weißt, daß mein Vater David
nicht ein Haus bauen konnte dem Namen des HERRN, seines Gottes,
um des Krieges willen, der um ihn her war, bis der HERR seine
Feinde unter seine Füße gab.
Nun aber hat mir der HERR, mein Gott, Ruhe
gegeben ringsum, so daß weder ein Widersacher noch ein
böses Hindernis mehr da ist.
Siehe, so hab ich gedacht, dem Namen des HERRN,
meines Gottes, ein Haus zu bauen, wie der HERR zu meinem Vater
David gesagt hat: Dein Sohn, den ich an deiner Statt auf deinen
Thron setzen werde, der soll meinem Namen das Haus bauen.
So befiehl nun, daß man mir Zedern im
Libanon fällt, und meine Leute sollen mit deinen Leuten
sein. Und den Lohn deiner Leute will ich dir geben, alles, wie du
es sagst. Denn du weißt, daß bei uns niemand ist, der
Holz zu hauen versteht wie die Sidonier.
Als Hiram aber die Worte Salomos hörte,
freute er sich sehr und sprach: Gelobt sei der HERR heute, der
David einen weisen Sohn gegeben hat über dies große
Volk.
Und Hiram sandte zu Salomo und ließ ihm
sagen: Ich habe die Botschaft gehört, die du mir gesandt
hast. Ich will alle deine Wünsche nach Zedern- und
Zypressenholz erfüllen.
Meine Leute sollen die Stämme vom Libanon
hinabbringen ans Meer, und ich will sie in Flöße
zusammenlegen lassen auf dem Meer bis an den Ort, den du mir
sagen lassen wirst, und will sie dort zerlegen, und du sollst sie
holen lassen. Aber du sollst auch meine Wünsche erfüllen
und Speise geben für meinen Hof.
So gab Hiram Salomo Zedern- und Zypressenholz
nach allen seinen Wünschen.
Salomo aber gab Hiram zwanzigtausend Sack
Weizen zum Unterhalt für seinen Hof und zwanzigtausend Eimer
gepreßtes Öl. Das gab Salomo jährlich dem Hiram.
Und der HERR gab Salomo Weisheit, wie er ihm
zugesagt hatte. Und es war Friede zwischen Hiram und Salomo, und
sie schlossen miteinander einen Vertrag.
Und Salomo hob Fronarbeiter aus von ganz
Israel, und ihre Zahl war dreißigtausend Mann,
und sandte sie auf den Libanon, je einen Monat
zehntausend, so daß sie einen Monat auf dem Libanon waren
und zwei Monate daheim. Und Adoniram war der Fronvogt.
Und Salomo hatte siebzigtausend Lastträger
und achtzigtausend Steinhauer im Gebirge,
ohne die Vögte Salomos, die über die
Arbeiten gesetzt waren: dreitausenddreihundert, welche den Leuten
geboten, die die Arbeit taten.
Und der König gebot, große und
kostbare Steine auszubrechen, behauene Steine zum Grund des
Hauses.
Und die Bauleute Salomos und die Bauleute
Hirams und die Gebaliter hieben sie zurecht; so bereiteten sie
Holz und Steine zu, um das Haus zu bauen.
Der Bau des Tempels
Kapitel 6
Im vierhundertundachtzigsten Jahr nach dem Auszug Israels
aus Ägyptenland, im vierten Jahr der Herrschaft Salomos über
Israel, im Monat Siw,
das ist der zweite Monat, wurde das Haus dem HERRN gebaut.
Das Haus aber, das der König Salomo dem HERRN baute,
war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig
Ellen hoch.
Und er baute eine Vorhalle vor der Tempelhalle des Hauses,
zwanzig Ellen lang nach der Breite des Hauses und zehn Ellen
breit vor dem Hause her.
Und er machte am Hause Fenster mit festen Stäben
davor.
Und er baute einen Umgang an der Wand des Hauses
ringsumher, so daß er um die Tempelhalle und um den
Chorraum herging, und machte Seitengemächer ringsumher.
Der untere Gang war fünf Ellen weit und der mittlere
sechs Ellen weit und der dritte sieben Ellen weit; denn er machte
Absätze außen am Hause ringsumher, so daß die
Balken nicht in die Wände des Hauses eingriffen.
Und als das Haus gebaut wurde, waren die Steine bereits
ganz zugerichtet, so daß man weder Hammer noch Beil noch
irgendein eisernes Werkzeug beim Bauen hörte.
Die Tür zum unteren Seitengemach war auf der rechten
Seite des Hauses, so daß man durch eine Wendeltreppe
hinaufging auf die mittleren Seitengemächer und von den
mittleren auf die dritten.
So baute er das Haus und vollendete es. Und er deckte das
Haus mit Balken und Tafelwerk von Zedern.
Und er baute Gänge um das ganze Haus herum, je fünf
Ellen hoch, und verband sie mit dem Hause durch Balken von
Zedernholz.
Und es geschah des HERRN Wort zu Salomo:
So sei es mit dem Hause, das du baust: Wirst du in meinen
Satzungen wandeln und nach meinen Rechten tun und alle meine
Gebote halten und in ihnen wandeln, so will ich mein Wort an dir
wahrmachen, das ich deinem Vater David gegeben habe,
und will wohnen unter Israel und will mein Volk Israel
nicht verlassen.
Und Salomo baute das Haus und vollendete es.
Er bedeckte die Wände des Hauses innen mit Brettern
von Zedernholz. Vom Boden des Hauses bis an die Decke täfelte
er es innen mit Holz, und den Boden des Hauses täfelte er
mit Brettern von Zypressenholz.
Und er baute zwanzig Ellen von der Rückseite des
Hauses entfernt eine Wand aus zedernen Brettern vom Boden bis an
die Decke und baute so im Innern den Chorraum, das
Allerheiligste.
Die Tempelhalle vor dem Chorraum war vierzig Ellen lang.
Innen war das ganze Haus lauter Zedernholz mit gedrehten
Knoten und Blumenwerk, so daß man keinen Stein sah.
Den Chorraum machte er im Innern des Hauses, damit man die
Lade des Bundes des HERRN dahin stellte.
Und vor dem Chorraum, der zwanzig Ellen lang, zwanzig
Ellen breit und zwanzig Ellen hoch war und überzogen mit
lauterem Gold, machte er den Altar aus Zedernholz.
Und Salomo überzog das Haus innen mit lauterem Gold
und zog goldene Riegel vor dem Chorraum her, den er mit Gold
überzogen hatte,
so daß das ganze Haus ganz mit Gold überzogen
war. Dazu überzog er auch den ganzen Altar vor dem Chorraum
mit Gold.
Er machte im Chorraum zwei Cherubim, zehn Ellen hoch, von
Ölbaumholz.
Fünf Ellen hatte ein Flügel eines jeden Cherubs,
so daß zehn Ellen waren von dem Ende seines einen Flügels
bis zum Ende seines andern Flügels.
So hatte auch der andere Cherub zehn Ellen, und beide
Cherubim hatten das gleiche Maß und die gleiche Gestalt.
Auch war jeder Cherub zehn Ellen hoch.
Und er stellte die Cherubim mitten ins Allerheiligste. Und
die Cherubim breiteten ihre Flügel aus, so daß der
Flügel des einen Cherubs die eine Wand berührte und der
Flügel des andern Cherubs die andere Wand berührte.
Aber in der Mitte berührte ein Flügel den andern.
Und er überzog die Cherubim mit Gold.
An allen Wänden des Allerheiligsten ließ er
ringsum Schnitzwerk machen von Cherubim, Palmen und Blumenwerk,
innen und außen.
Auch überzog er innen den Boden mit Goldblech.
Und an der Tür des Chorraums machte er zwei Türflügel
von Ölbaumholz mit fünfeckigen Pfosten
und ließ Schnitzwerk darauf machen von Cherubim,
Palmen und Blumenwerk und überzog sie mit Goldblech.
Ebenso machte er auch an der Tür der Tempelhalle
viereckige Pfosten von Ölbaumholz
und zwei Türen von Zypressenholz, so daß jede
Tür zwei Flügel hatte, die sich drehten,
und machte Schnitzwerk darauf von Cherubim, Palmen und
Blumenwerk und überzog es mit Gold, genau wie es eingegraben
war.
Er baute auch den inneren Vorhof von drei Schichten
behauener Steine und von einer Schicht Zedernbalken.
Im vierten Jahr, im Monat
Siw, wurde der Grund gelegt zum Hause des HERRN,
und im elften Jahr, im Monat Bul, das ist der achte Monat,
wurde das Haus vollendet, wie es sein sollte, so daß sie
sieben Jahre daran bauten.
Der Bau der königlichen Paläste
Kapitel 7
Aber an seinen Königshäusern baute
Salomo dreizehn Jahre, bis er sie ganz vollendet hatte.
So baute er das Libanon-Waldhaus, hundert Ellen
lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch. Auf
drei Reihen von Zedernsäulen legte er eine Decke von
Zedernbalken
und deckte auch mit Zedernholz die Gemächer
über den Säulen; und es waren fünfundvierzig
Säulen, je fünfzehn in einer Reihe.
Und Gebälk lag in drei Reihen, und Fenster
waren einander gegenüber dreimal.
Und alle Türen und Fenster waren
viereckig, und die Fenster waren einander gegenüber dreimal.
Er baute auch eine Halle von Säulen,
fünfzig Ellen lang und dreißig Ellen breit, und noch
eine Halle vor diese mit Säulen und einem Aufgang davor;
und baute auch die Thronhalle, in der er
Gericht hielt, die Gerichtshalle, und täfelte sie vom Boden
bis zur Decke mit Zedernholz;
dazu sein Haus, in dem er wohnte, im andern
Hof, hinten an der Halle, gebaut wie die andern; und baute noch
ein Haus wie diese Halle für die Tochter des Pharao, die
Salomo zur Frau genommen hatte.
Das alles war von kostbaren Steinen, nach dem
Winkeleisen gehauen, mit Sägen geschnitten auf allen Seiten,
vom Grund bis an das Dach und von außen bis zum großen
Hof.
Die Grundsteine waren auch kostbare und große
Steine, zehn und acht Ellen lang,
und darauf kostbare Steine, nach dem
Winkeleisen gehauen, und Zedernholz.
Aber der große Hof hatte ringsum drei
Schichten behauene Steine und eine Schicht Zedernbalken, wie auch
der innere Vorhof am Hause des HERRN und die Halle am Hause.
Die beiden Säulen vor dem Tempel und die
heiligen Geräte
Und der König Salomo sandte hin und ließ
holen Hiram von Tyrus
- den Sohn einer Witwe aus dem Stamm Naphthali,
sein Vater aber war aus Tyrus gewesen -; der war ein
Kupferschmied, voll Weisheit, Verstand und Kunst in allerlei
Kupferarbeit. Der kam zum König Salomo und machte ihm alle
seine Werke.
Er goß zwei Säulen aus
Kupfer, jede achtzehn Ellen hoch, und eine Schnur von zwölf
Ellen war das Maß um jede Säule herum.
Und er machte zwei Knäufe, aus Kupfer
gegossen, oben auf die Säulen zu setzen; jeder Knauf war
fünf Ellen hoch.
Und es war an jedem Knauf oben auf den Säulen
Gitterwerk, sieben geflochtene Reifen wie Ketten.
Und er machte an jedem Knauf zwei Reihen
Granatäpfel ringsumher an dem Gitterwerk, mit denen der
Knauf bedeckt wurde.
Und die Knäufe oben auf den Säulen
waren wie Lilien, jeder vier Ellen dick.
Und es waren zweihundert Granatäpfel in
den Reihen ringsum, oben und unten an dem Gitterwerk, das um die
Rundung des Knaufs her ging, an jedem Knauf auf beiden Säulen.
Und er richtete die Säulen auf vor der
Vorhalle des Tempels; die er zur rechten Hand setzte, nannte er
Jachin, und die er zur linken Hand setzte, nannte er Boas.
Und oben auf den Säulen war Lilienschmuck.
So wurde vollendet das Werk der Säulen.
Und er machte das Meer, gegossen, von
einem Rand zum andern zehn Ellen weit rundherum und fünf
Ellen hoch und eine Schnur von dreißig Ellen war das Maß
ringsherum.
Und um das Meer gingen Knoten an seinem Rand
ringsherum, je zehn auf eine Elle; es hatte zwei Reihen Knoten,
die beim Guß mitgegossen waren.
Und es stand auf zwölf Rindern, von denen
drei nach Norden gewandt waren, drei nach Westen, drei nach Süden
und drei nach Osten, und das Meer stand obendrauf, und ihre
Hinterteile waren alle nach innen gekehrt.
Die Wanddicke des Meeres aber war eine Hand
breit, und sein Rand war wie der Rand eines Bechers, wie eine
aufgegangene Lilie, und es gingen zweitausend Eimer hinein.
Er machte auch zehn Gestelle aus Kupfer,
jedes vier Ellen lang und breit und drei Ellen hoch.
Es war aber das Gestell so gemacht, daß
es Seiten hatte zwischen den Leisten.
Und an den Seiten zwischen den Leisten waren
Löwen, Rinder und Cherubim, und ebenso auf den Leisten und
oberhalb und unterhalb der Löwen und Rinder waren
herabhängende Kränze.
Und jedes Gestell hatte vier Kupferne Räder
mit kupfernen Achsen. Und auf den vier Ecken waren Träger
gegossen, jeder dem andern gegenüber, unten an den Kessel
gegossen.
Aber der Hals mitten auf dem Gestell war eine
Elle hoch und rund, anderthalb Ellen weit, und es waren Buckel an
dem Hals in Feldern, die viereckig waren und nicht rund.
Die vier Räder aber waren unten an den
Seiten, und die Achsen der Räder waren am Gestell. Jedes Rad
war anderthalb Ellen hoch.
Es waren Räder wie Wagenräder, und
ihre Achsen, Naben, Speichen und Felgen waren alle gegossen.
Und die vier Träger auf den vier Ecken
eines jeden Gestells waren auch am Gestell.
Und oben auf dem Gestell, eine halbe Elle hoch,
rundherum, waren Griffe und Leisten am Gestell.
Und er ließ auf die Flächen der
Griffe und Leisten eingraben Cherubim, Löwen und
Palmenbäume, soviel Platz auf jedem war, und Kränze
ringsherum daran.
Auf diese Weise machte er zehn Gestelle, alle
von einem Guß, einem Maß und einer Gestalt.
Und er machte zehn Kessel aus Kupfer,
daß vierzig Eimer in einen Kessel gingen, und jeder war
vier Ellen weit, und auf jedem Gestell war ein Kessel.
Und er stellte fünf Gestelle an die rechte
Seite des Hauses und die andern fünf an die linke Seite;
aber das Meer stellte er rechts vor das Haus nach Süden hin.
Und Hiram machte auch Töpfe,
Schaufeln, Becken; und so vollendete er alle Werke, die der König
Salomo am Hause des HERRN machen ließ:
die zwei Säulen und die kugligen Knäufe
oben auf den zwei Säulen und die zwei Gitterwerke, die die
beiden kugligen Knäufe auf den Säulen bedecken sollten,
und die vierhundert Granatäpfel an den
zwei Gitterwerken, je zwei Reihen Granatäpfel an einem
Gitterwerk, die die beiden kugligen Knäufe auf den Säulen
bedecken sollten,
dazu die zehn Gestelle und zehn Kessel
obendrauf
und das Meer und die zwölf Rinder unter
dem Meer
und die Töpfe, Schaufeln und Becken. Und
alle diese Geräte, die Hiram dem König Salomo machte
für das Haus des HERRN, waren von blankem Kupfer.
In der Gegend des unteren Jordan ließ sie
der König gießen in der Gießerei von Adama
zwischen Sukkoth und Zarethan.
Und Salomo ließ alle Geräte
ungewogen wegen der sehr großen Menge des Kupfers.
Auch ließ Salomo alles Gerät
machen, das zum Hause des HERRN gehörte: den goldenen Altar,
den goldenen Tisch, auf dem die Schaubrote liegen,
fünf Leuchter zur rechten Hand und fünf
Leuchter zur linken vor dem Chorraum von lauterem Gold, mit
goldenen Blumen, Lampen und Lichtscheren;
dazu Schalen, Messer, Becken, Löffel und
Pfannen von lauterem Gold. Auch waren die Angeln an den Türen
zum Allerheiligsten innen im Hause und an den Türen der
Tempelhalle von Gold.
So wurde das ganze Werk vollendet, das
der König Salomo gemacht hatte am Hause des HERRN. Und
Salomo brachte hinein, was sein Vater David geheiligt hatte an
Silber und Gold und Geräten, und legte es in den Schatz des
Hauses des HERRN.
Einweihung des Tempels.
Salomos Gebet und Opfer
Kapitel 8
Da versammelte der König Salomo zu sich die Ältesten
in Israel, alle Häupter der Stämme und Obersten der
Sippen in Israel nach Jerusalem, um die Lade des Bundes des HERRN
heraufzubringen aus der Stadt Davids, das ist Zion.
Und es versammelten sich beim König Salomo alle
Männer in Israel am Fest im Monat Ethanim,
das ist der siebente Monat.
Und als alle Ältesten Israels kamen, hoben die
Priester die Lade des HERRN auf
und brachten sie hinauf, dazu die Stiftshütte und
alles Gerät des Heiligtums, das in der Stiftshütte war.
Das taten die Priester und Leviten.
Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel,
die sich bei ihm versammelt hatte, ging mit ihm vor der Lade her
und opferte Schafe und Rinder, so viel, daß man sie nicht
zählen noch berechnen konnte.
So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an
ihren Platz in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste,
unter die Flügel der Cherubim.
Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus an dem
Ort, wo die Lade stand, und bedeckten die Lade und ihre Stangen
von obenher.
Und die Stangen waren so lang, daß ihre Enden
gesehen wurden in dem Heiligen, das ist die Tempelhalle, vor dem
Chorraum; aber von außen sah man sie nicht. Und dort sind
sie bis auf diesen Tag.
Und es war nichts in der Lade als nur die zwei steinernen
Tafeln des Mose, die er hineingelegt hatte am Horeb, die Tafeln
des Bundes, den der HERR mit Israel schloß, als sie aus
Ägyptenland gezogen waren.
Als aber die Priester aus dem Heiligen gingen, erfüllte
die Wolke das Haus des HERRN,
so daß die Priester nicht zum Dienst hinzutreten
konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte
das Haus des HERRN.
Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den
Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
So habe ich nun ein Haus gebaut dir zur Wohnung, eine
Stätte, daß du ewiglich da wohnest.
Und der König wandte sein Angesicht und segnete die
ganze Gemeinde Israel, und die ganze Gemeinde Israel stand.
Und er sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der
durch seinen Mund meinem Vater David zugesagt und es durch seine
Hand erfüllt hat und gesagt:
Von dem Tage an, als ich mein Volk Israel aus Ägypten
führte, hab ich keine Stadt erwählt unter irgendeinem
Stamm Israels, daß mir ein Haus gebaut würde, damit
mein Name da wäre. Jerusalem hab ich erwählt, daß
mein Name da wäre, und David hab ich erwählt, daß
er über mein Volk Israel Herr sein sollte.
Mein Vater David hatte es zwar im Sinn, dem Namen des
HERRN, des Gottes Israels, ein Haus zu bauen,
aber der HERR sprach zu meinem Vater David: Daß du
im Sinn hast, meinem Namen ein Haus zu bauen, daran hast du
wohlgetan, daß du dir das vornahmst.
Doch nicht du sollst das Haus bauen, sondern dein Sohn,
der dir geboren wird, der soll meinem Namen ein Haus bauen.
Und der HERR hat sein Wort wahr gemacht, das er gegeben
hat; denn ich bin zur Macht gekommen an meines Vaters David Statt
und sitze auf dem Thron Israels, wie der HERR zugesagt hat, und
habe gebaut ein Haus dem Namen des HERRN, des Gottes Israels,
und habe dort eine Stätte zugerichtet der Lade, in
der die Tafeln des Bundes sind, den er geschlossen hat mit unsern
Vätern, als er sie aus Ägyptenland führte.
Und Salomo trat vor den Altar des HERRN angesichts
der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen
Himmel
und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder
droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst
den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir
wandeln von ganzem Herzen;
der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David,
was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und
mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an
diesem Tage.
Nun, HERR, Gott Israels, halt deinem Knecht, meinem Vater
David, was du ihm zugesagt hast: Es soll dir nicht fehlen an
einem Mann, der vor mir steht, der da sitzt auf dem Thron
Israels, wenn nur deine Söhne auf ihren Weg achthaben, daß
sie vor mir wandeln, wie du vor mir gewandelt bist.
Nun, Gott Israels, laß dein Wort wahr werden, das du
deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast.
Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der
Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen –
wie sollte es denn dies Haus tun, das ich gebaut habe?
Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem
Flehen, HERR, mein Gott, damit du hörest das Flehen und
Gebet deines Knechts heute vor dir:
Laß deine Augen offen stehen über diesem Hause
Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast:
Da soll mein Name sein. Du wollest hören das Gebet, das dein
Knecht an dieser Stätte betet,
und wollest erhören das Flehen deines Knechts und
deines Volkes Israel, wenn sie hier bitten werden an dieser
Stätte; und wenn du es hörst in deiner Wohnung, im
Himmel, wollest du gnädig sein.
Wenn jemand an seinem Nächsten sündigt
und es wird ihm ein Fluch auferlegt, sich selbst zu verfluchen,
und er kommt und verflucht sich vor deinem Altar in diesem Hause,
so wollest du hören im Himmel und Recht schaffen
deinen Knechten, daß du den Frevler als Frevler erkennen
und seine Tat auf sein Haupt kommen läßt, den aber,
der im Recht ist, gerecht sprichst und ihm gibst nach seiner
Gerechtigkeit.
Wenn dein Volk Israel vor dem Feind geschlagen
wird, weil sie an dir gesündigt haben, und sie bekehren sich
dann zu dir und bekennen deinen Namen und beten und flehen zu dir
in diesem Hause,
so wollest du hören im Himmel und die Sünde
deines Volkes Israel vergeben und sie zurückbringen in das
Land, das du ihren Vätern gegeben hast.
Wenn der Himmel verschlossen wird, daß es
nicht regnet, weil sie an dir gesündigt haben, und sie beten
dann zu dieser Stätte hin und bekennen deinen Namen und
bekehren sich von ihren Sünden, weil du sie bedrängst,
so wollest du hören im Himmel und vergeben die Sünde
deiner Knechte und deines Volkes Israel, daß du ihnen den
guten Weg weist, auf dem sie wandeln sollen, und regnen läßt
auf das Land, das du deinem Volk zum Erbe gegeben hast.
Wenn eine Hungersnot oder Pest oder Dürre oder
Getreidebrand oder Heuschrecken oder Raupen im Lande sein werden
oder sein Feind im Lande seine Städte belagert oder
irgendeine Plage oder Krankheit da ist -
wer dann bittet und fleht, es seien Einzelne oder dein
ganzes Volk Israel, die da ihre Plage spüren, jeder in
seinem Herzen, und breiten ihre Hände aus zu diesem Hause,
so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du
wohnst, und gnädig sein und schaffen, daß du jedem
gibst, wie er gewandelt ist, wie du sein Herz erkennst –
denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder -,
damit sie dich fürchten allezeit, solange sie in dem
Lande leben, das du unsern Väter gegeben hast.
Auch wenn ein Fremder, der nicht von deinem Volk
Israel ist, aus fernem Lande kommt um deines Namens willen
- denn sie werden hören von deinem großen Namen
und von deiner mächtigen Hand und von deinem ausgereckten
Arm -, wenn er kommt, um zu diesem Hause hin zu beten,
so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du
wohnst, und alles tun, worum der Fremde dich anruft, auf daß
alle Völker auf Erden deinen Namen erkennen, damit auch sie
dich fürchten wie dein Volk Israel, und daß sie
innewerden, daß dein Name über diesem Hause genannt
ist, das ich gebaut habe.
Wenn dein Volk auszieht in den Krieg gegen seine
Feinde auf dem Weg, den du sie senden wirst, und sie beten werden
zum HERRN nach der Stadt hin, die du erwählt hast, und nach
dem Hause hin, das ich deinem Namen gebaut habe,
so wollest du ihr Gebet und Flehen hören im Himmel
und ihnen Recht schaffen.
Wenn sie an dir sündigen werden – denn
es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt – und du
zürnst ihnen und gibst sie dahin vor ihren Feinden, daß
sie sie gefangen führen in das Land der Feinde, fern oder
nahe,
und sie nehmen sich's zu Herzen im Lande, in dem sie
gefangen sind, und bekehren sich und flehen zu dir im Lande ihrer
Gefangenschaft und sprechen: Wir haben gesündigt und
übelgetan und sind gottlos gewesen,
und bekehren sich zu dir von ganzem Herzen und von ganzer
Seele im Lande ihrer Feinde, die sie weggeführt haben, und
beten zu dir nach ihrem Lande hin, das du ihren Vätern
gegeben hast, nach der Stadt hin, die du erwählt hast, und
nach dem Hause hin, das ich deinem Namen gebaut habe:
so wollest du ihr Gebet und Flehen hören im Himmel,
an dem Ort, wo du wohnst, und ihnen Recht schaffen
und wollest vergeben deinem Volk, das an dir gesündigt
hat, alle ihre Übertretungen, mit denen sie gegen dich
gesündigt haben, und wollest sie Erbarmen finden lassen bei
denen, die sie gefangen halten, so daß sie sich ihrer
erbarmen.
Denn sie sind dein Volk und dein Erbe, die du aus Ägypten,
aus dem glühenden Ofen, geführt hast.
Laß deine Augen offen sein für das
Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, daß du sie
hörst, sooft sie dich anrufen;
denn du hast sie dir ausgesondert zum Erbe aus allen
Völkern auf Erden, wie du geredet hast durch deinen Knecht
Mose, als du unsere Väter aus Ägypten führtest,
Herr HERR!
Und als Salomo dies Gebet und Flehen vor dem HERRN
vollendet hatte, stand er auf von dem Altar des HERRN und hörte
auf zu knien und die Hände zum Himmel auszubreiten
und trat hin und segnete die ganze Gemeinde Israel mit
lauter Stimme und sprach:
Gelobet sei der HERR, der seinem Volk Israel Ruhe gegeben
hat, wie er es zugesagt hat. Es ist nicht eins
dahingefallen von allen seinen guten Worten, die er geredet
hat durch seinen Knecht Mose.
Der HERR, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unsern
Vätern gewesen ist. Er verlasse uns nicht und ziehe die Hand
nicht ab von uns.
Er neige unser Herz zu ihm, daß wir wandeln in allen
seinen Wegen und halten seine Gebote, Satzungen und Rechte, die
er unsern Vätern geboten hat.
Mögen diese Worte, die ich vor dem HERRN gefleht
habe, nahe sein dem HERRN, unserm Gott, Tag und Nacht, daß
er Recht schaffe seinem Knecht und seinem Volk Israel alle Tage,
damit alle Völker auf Erden erkennen, daß der
HERR Gott ist, und sonst keiner mehr!
Und euer Herz sei ungeteilt bei dem HERRN, unserm Gott,
daß ihr wandelt in seinen Satzungen und haltet seine
Gebote, wie es heute geschieht.
Und der König und ganz Israel opferten vor dem
HERRN Opfer.
Und Salomo opferte Dankopfer, die er dem HERRN opferte,
zweiundzwanzigtausend Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe. So
weihten sie das Haus des HERRN ein, der König und ganz
Israel.
An demselben Tage weihte der König die Mitte des
Vorhofes, der vor dem Hause des HERRN war, dadurch, daß er
Brandopfer, Speisopfer und das Fett der Dankopfer dort
darbrachte. Denn der kupferne Altar, der vor dem HERRN stand, war
zu klein für die Brandopfer, Speisopfer und das Fett der
Dankopfer.
Und Salomo beging zu der Zeit das Fest und ganz Israel mit
ihm – eine große Versammlung von der Grenze Hamaths
bis an den Bach Ägyptens – vor dem HERRN, unserm Gott,
sieben Tage und noch sieben Tage, das waren vierzehn Tage.
Und er entließ das Volk am achten Tage. Und sie
segneten den König und gingen heim fröhlich und guten
Mutes über all das Gute, das der HERR an David, seinem
Knecht, und an seinem Volk Israel getan hatte.
Gott ermahnt Salomo
Kapitel 9
Und als Salomo das Haus des HERRN gebaut hatte und das
Haus des Königs und alles, was er zu machen gewünscht
hatte,
erschien ihm der HERR zum zweitenmal, wie er ihm
erschienen war in Gibeon.
Und der HERR sprach zu ihm: Ich habe dein Gebet und Flehen
gehört, das du vor mich gebracht hast, und habe dies Haus
geheiligt, das du gebaut hast, daß ich meinen Namen dort
wohnen lasse ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen da
sein allezeit.
Und du, wenn du vor mir wandelst, wie dein Vater David
gewandelt ist, mit rechtschaffenem Herzen und aufrichtig, daß
du alles tust, was ich dir geboten habe, und meine Gebote und
meine Rechte hältst,
so will ich bestätigen den Thron deines Königtums
über Israel ewiglich, wie ich deinem Vater David zugesagt
habe: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann auf dem Thron
Israels.
Werdet ihr euch aber von mir abwenden, ihr und eure
Kinder, und nicht halten meine Gebote und Rechte, die ich euch
vorgelegt habe, und hingehen und andern Göttern dienen und
sie anbeten,
so werde ich Israel ausrotten aus dem Lande, das ich ihnen
gegeben habe, und das Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe,
will ich verwerfen von meinem Angesicht; und Israel wird ein
Spott und Hohn sein unter allen Völkern.
Und dies Haus wird eingerissen werden, so daß alle,
die vorübergehen, sich entsetzen werden und höhnen und
sagen: Warum hat der HERR diesem Lande und diesem Hause das
angetan?
Dann wird man antworten: Weil sie den HERRN, ihren Gott,
verlassen haben, der ihre Väter aus Ägyptenland führte,
und andere Götter angenommen und sie angebetet und ihnen
gedient haben – darum hat der HERR all dies Unheil über
sie gebracht.
Verschiedene Regierungsmaßnahmen Salomos
Als nun die zwanzig Jahre um waren, in denen
Salomo die beiden Häuser baute, des HERRN Haus und des
Königs Haus
- dazu hatte Hiram, der König von Tyrus,
Salomo Zedernbäume und Zypressen und Gold nach all seinen
Wünschen gegeben -, da gab der König Salomo Hiram
zwanzig Städte im Lande Galiläa.
Und Hiram zog aus von Tyrus, die Städte zu
besehen, die ihm Salomo gegeben hatte, und sie gefielen ihm
nicht.
Und er sprach: Was sind das für Städte,
mein Bruder, die du mir gegeben hast? Und man nannte sie das Land
Kabul bis auf diesen Tag.
Und Hiram hatte dem König
hundertundzwanzig Zentner Gold gesandt.
Und so verhielt sich's mit den
Fronleuten, die der König Salomo aushob, um zu bauen des
HERRN Haus und sein Haus und den Millo
und die Mauer Jerusalems und Hazor und Megiddo und Geser -
denn der Pharao, der König von Ägypten,
war heraufgezogen und hatte Geser eingenommen und mit Feuer
verbrannt und die Kanaaniter erschlagen, die in der Stadt
wohnten, und hatte seiner Tochter, Salomos Frau, den Ort zum
Geschenk gegeben;
und Salomo baute Geser wieder auf und das
untere Beth-Horon
und Baalath und Thamar in der Wüste im
Lande Juda
und alle Städte mit Kornspeichern, die
Salomo hatte, und alle Städte der Wagen und die Städte
der Gespanne und was er zu bauen wünschte in Jerusalem, im
Libanon und im ganzen Lande seiner Herrschaft -:
alles Volk, das noch übrig war von den
Amoritern, Hethitern, Perisitern, Hewitern und Jebusitern, die
nicht zu den Israeliten gehörten,
deren Nachkommen, die übriggeblieben waren
im Lande, an denen Israel den Bann nicht hatte vollstrecken
können, die machte Salomo zu Fronleuten bis auf diesen Tag.
Aber aus Israel machte er niemand zu
Fronleuten, sondern ließ sie Kriegsleute und seine Räte
und Obersten und Ritter und Hauptleute über seine Wagen und
Gespanne sein.
Und die Zahl der obersten Amtleute, die über
Salomos Bauarbeiten gesetzt waren, betrug fünfhundertundfünfzig;
diese geboten über die Leute, die die Arbeiten taten.
Und die Tochter des Pharao zog herauf
von der Stadt Davids in ihr Haus, das Salomo für sie gebaut
hatte. Dann baute er auch den Millo.
Und Salomo opferte dreimal im Jahr
Brandopfer und Dankopfer auf dem Altar, den er dem HERRN gebaut
hatte, und räucherte auf ihm vor dem HERRN. Und so wurde das
Haus fertig.
Und Salomo baute auch Schiffe in
Ezjon-Geber, das bei Elath liegt am Ufer des Schilfmeers im Lande
der Edomiter.
Und Hiram sandte auf die Schiffe seine Leute,
die gute Schiffsleute und auf dem Meer erfahren waren, zusammen
mit den Leuten Salomos.
Und sie kamen nach Ophir und holten dort
vierhundertundzwanzig Zentner Gold und brachten's dem König
Salomo.
Besuch der Königin
von Saba
Kapitel 10
Und als die Königin von Saba die Kunde von Salomo
vernahm, kam sie, um Salomo mit Rätselfragen zu prüfen.
Und sie kam nach Jerusalem mit einem sehr großen
Gefolge, mit Kamelen, die Spezerei trugen und viel Gold und
Edelsteine. Und als sie zum König Salomo kam, redete sie mit
ihm alles, was sie sich vorgenommen hatte.
Und Salomo gab ihr Antwort auf alles, und es war dem König
nichts verborgen, was er ihr nicht hätte sagen können.
Als aber die Königin von Saba alle Weisheit Salomos
sah und das Haus, das er gebaut hatte,
und die Speisen für seinen Tisch und die Rangordnung
seiner Großen und das Aufwarten seiner Diener und ihre
Kleider und seine Mundschenken und seine Brandopfer, die er in
dem Hause des HERRN opferte, geriet sie vor Staunen außer
sich
und sprach zum König: Es ist wahr, was ich in meinem
Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe.
Und ich hab's nicht glauben wollen, bis ich gekommen bin
und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die
Hälfte hat man mir gesagt. Du hast mehr Weisheit und Güter,
als die Kunde sagte, die ich vernommen habe.
Glücklich sind deine Männer und deine Großen,
die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören.
Gelobt sei der HERR, dein Gott, der an dir Wohlgefallen
hat, so daß er dich auf den Thron Israels gesetzt hat! Weil
der HERR Israel lieb hat ewiglich, hat er dich zum König
gesetzt, daß du Recht und Gerechtigkeit übst.
Und sie gab dem König hundertundzwanzig Zentner Gold
und sehr viel Spezerei und Edelsteine. Es kam nie mehr so viel
Spezerei ins Land, wie die Königin von Saba dem König
Salomo gab.
Auch brachten die Schiffe Hirams, die Gold aus
Ophir einführten, sehr viel Sandelholz und Edelsteine.
Und der König ließ Pfeiler machen aus dem
Sandelholz im Hause des HERRN und im Hause des Königs und
Harfen und Zithern für die Sänger. Es kam nie mehr so
viel Sandelholz ins Land, wurde auch nicht gesehen bis auf diesen
Tag.
Und der König Salomo gab der Königin von
Saba alles, was ihr gefiel und was sie erbat, außer dem,
was er ihr von sich aus gab. Und sie wandte sich und zog in ihr
Land mit ihrem Gefolge.
Salomos Reichtum
Und das Gewicht des Goldes, das für Salomo in einem
Jahr einkam, war sechshundertsechsundsechzig Zentner,
außer dem, was von den Händlern und vom Gewinn
der Kaufleute und von allen Königen Arabiens und von den
Statthaltern kam.
Und der König Salomo ließ zweihundert
große Schilde vom besten Gold machen – sechshundert
Lot Gold nahm er zu einem Schild -
und dreihundert kleine Schilde vom besten Gold, je drei
Pfund Gold zu einem kleinen Schild. Und der König brachte
sie in das Libanon-Waldhaus.
Und der König machte einen großen Thron
von Elfenbein und überzog ihn mit dem edelsten Gold.
Und der Thron hatte sechs Stufen, und hinten am Thron
waren Stierköpfe, und es waren Lehnen auf beiden Seiten am
Sitz, und zwei Löwen standen an den Lehnen.
Und zwölf Löwen standen auf den sechs Stufen zu
beiden Seiten. Dergleichen ist nie gemacht worden in allen
Königreichen.
Alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren
aus Gold, und alle Gefäße im Libanon-Waldhaus waren
auch aus lauterem Gold; denn das Silber achtete man zu den Zeiten
Salomos für nichts.
Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer
zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei
Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen
und Pfauen.
So war der König Salomo größer an
Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden.
Und alle Welt begehrte Salomo zu sehen, damit sie die
Weisheit hörten, die ihm Gott in sein Herz gegeben hatte.
Und jedermann brachte ihm jährlich Geschenke,
silberne und goldene Geräte, Kleider und Waffen, Spezerei,
Rosse und Maultiere.
Und Salomo brachte Wagen und Gespanne zusammen, so
daß er vierzehnhundert Wagen und zwölftausend Gespanne
hatte, und er legte sie in die Wagenstädte und zum König
nach Jerusalem.
Und der König brachte es dahin, daß es in
Jerusalem so viel Silber gab wie Steine, und Zedernholz so viel
wie wilde Feigenbäume im Hügelland.
Und man brachte Salomo Pferde aus Ägypten und aus
Koë; und die
Kaufleute des Königs kauften sie aus Koë zu ihrem
Preis.
Und sie brachten herauf aus Ägypten den Wagen für
sechshundert Silberstücke und das Pferd für
hundertundfünfzig. Dann führten sie diese wieder aus an
alle Könige der Hethiter und an die Könige von Aram.
Salomos heidnische Frauen und seine Abgötterei
Kapitel 11
Aber der König Salomo liebte viele ausländische
Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische,
edomitische, sidonische und hethitische -
aus solchen Völkern, von denen der HERR den Kindern
Israel gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und laßt sie nicht
zu euch kommen; sie werden gewiß eure Herzen ihren Göttern
zuneigen. An diesen hing Salomo mit Liebe.
Und er hatte siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert
Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz.
Und als er nun alt war, neigten seine Frauen sein Herz
fremden Göttern zu, so daß sein Herz nicht ungeteilt
bei dem HERRN, seinem Gott, war, wie das Herz seines Vaters
David.
So diente Salomo der Astarte, der Göttin derer von
Sidon, und dem Milkom, dem greulichen Götzen der Ammoniter.
Und Salomo tat, was dem HERRN mißfiel, und folgte
nicht völlig dem HERRN wie sein Vater David.
Damals
baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem greulichen Götzen
der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt, und dem
Moloch,
dem greulichen Götzen der Ammoniter.
Ebenso tat Salomo für alle seine ausländischen
Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.
Der HERR aber wurde zornig über Salomo, daß er
sein Herz von dem HERRN, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der
ihm zweimal erschienen war
und ihm geboten hatte, daß er nicht andern Göttern
nachwandelte. Er aber hatte nicht gehalten, was ihm der HERR
geboten hatte.
Darum sprach der HERR zu Salomo: Weil das bei dir
geschehen ist und du meinen Bund und meine Gebote nicht gehalten
hast, die ich dir geboten habe, so will ich das Königtum von
dir reißen und einem deiner Großen geben.
Doch zu deiner Zeit will ich das noch nicht tun um deines
Vaters David willen, sondern aus der Hand deines Sohnes will
ich's reißen.
Doch will ich nicht das ganze Reich losreißen; einen
Stamm will ich deinem Sohn lassen um Davids willen, meines
Knechts, und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe.
Salomos Feinde Hadad und Reson
Und der HERR erweckte Salomo einen Widersacher, den
Edomiter Hadad, vom königlichen Geschlecht in Edom.
Denn als David die Edomiter schlug – damals als der
Feldhauptmann Joab hinaufgezogen war, um die Erschlagenen Israels
zu begraben, da erschlug er alles, was männlich war in Edom;
sechs Monate blieb Joab und ganz Israel dort, bis er
ausgerottet hatte alles, was männlich war in Edom -,
da floh Hadad und mit ihm einige Edomiter vom Gefolge
seines Vaters, um nach Ägypten zu entkommen. Hadad aber war
noch ein sehr junger Mann.
Und sie machten sich auf von Midian und kamen nach Paran
und nahmen Leute mit sich aus Paran und kamen nach Ägypten
zum Pharao, dem König von Ägypten. Der gab ihm ein Haus
und Nahrung und wies ihm Land an.
Und Hadad fand große Gnade vor dem Pharao, so daß
er ihm sogar die Schwester seiner Gemahlin, der Königin
Tachpenes, zur Frau gab.
Und die Schwester der Tachpenes gebar ihm Genubath, seinen
Sohn, und Tachpenes zog ihn auf im Hause des Pharao, so daß
Genubath im Hause des Pharao unter den Kindern des Pharao war.
Als nun Hadad hörte in Ägypten, daß David
sich zu seinen Vätern gelegt hatte und daß der
Feldhauptmann Joab tot war, sprach er zum Pharao: Laß mich
in mein Land ziehen!
Der Pharao sprach zu ihm: Was fehlt dir bei mir, daß
du in dein Land ziehen willst? Er sprach: Nichts, aber laß
mich ziehen!
b* Und Hadad kehrte in sein Land zurück und hatte
einen Haß auf Israel und wurde König über Edom.
*Der Zusammenhang erfordert die hier
vorgenommene Umstellung des halben Verses.
Auch erweckte Gott dem Salomo noch einen
Widersacher, Reson, den Sohn Eljadas, der von seinem Herrn,
Hadad-Eser, dem König von Zoba, geflohen war.
Der hatte Männer um sich gesammelt und war Hauptmann
einer Schar geworden – als David die Aramäer schlug -,
und er zog nach Damaskus und nahm es ein und wurde König in
Damaskus.
a* Und er war Israels Widersacher, solange Salomo lebte.
Das kam zu dem Schaden, den Hadad tat.
Ahias Verheißung an Jerobeam.
Salomos Tod
Auch Jerobeam, der Sohn
Nebats, ein Ephraimiter von Zereda, Salomos Vogt – seine
Mutter hieß Zeruga, eine Witwe -, hob die Hand auf gegen
den König.
Und so ging es zu, als er die Hand gegen den König
aufhob: Salomo baute den Millo
und schloß damit die Lücke in der Stadt Davids, seines
Vaters.
Und Jerobeam war ein tüchtiger
Mann. Und als Salomo sah, daß der Jüngling viel
schaffte, setzte er ihn über alle Fronarbeit des Hauses
Joseph.
Es begab sich aber zu
der Zeit, daß Jerobeam aus Jerusalem hinausging, und es
traf ihn der Prophet Ahia von Silo auf dem Wege und hatte einen
neuen Mantel an, und es waren die beiden allein auf dem Felde.
Und Ahia faßte den neuen
Mantel, den er anhatte, und riß ihn in zwölf Stücke
und sprach zu Jerobeam: Nimm
zehn Stücke zu dir! Denn so spricht der HERR, der Gott
Israels: Siehe, ich will das Königtum aus der Hand Salomos
reißen und dir zehn Stämme geben -
einen Stamm soll er
haben um meines Knechts David willen und um der Stadt Jerusalem
willen, die ich erwählt habe aus allen Stämmen Israels
-,
weil er mich verlassen hat und
angebetet die Astarte, die Göttin der Sidonier, Kemosch, den
Gott der Moabiter, und Milkom, den Gott der Ammoniter, und nicht
in meinen Wegen gewandelt ist und nicht getan hat, was mir
wohlgefällt, meine Gebote und Rechte, wie sein Vater David.
Ich will aber aus seiner Hand
das Reich noch nicht nehmen, sondern ich will ihn Fürst sein
lassen sein Leben lang um meines Knechtes David willen, den ich
erwählt habe und der meine Gebote und Rechte gehalten hat.
Aber aus der Hand seines
Sohnes will ich das Königtum nehmen und will dir zehn Stämme
und seinem Sohn einen
Stamm geben, damit mein Knecht David vor mir eine Leuchte habe
allezeit in der Stadt Jerusalem, die ich mir erwählt habe,
um meinen Namen dort wohnen zu lassen.
So will ich nun dich nehmen,
daß du regierst über alles, was dein Herz begehrt, und
König sein sollst über Israel.
Wirst du nun gehorchen allem,
was ich dir gebieten werde, und in meinen Wegen wandeln und tun,
was mir gefällt, und meine Rechte und Gebote halten, wie
mein Knecht David getan hat, so will ich mit dir sein und dir ein
beständiges Haus bauen, wie ich es David gebaut habe, und
will dir Israel geben
und will das Geschlecht Davids
deswegen demütigen, doch nicht für alle Zeit.
Salomo aber trachtete
danach, Jerobeam zu töten. Da machte sich Jerobeam auf und
floh nach Ägypten zu Schischak, dem König von Ägypten,
und blieb in Ägypten, bis Salomo starb.
Was mehr von Salomo zu
sagen ist und alles, was er getan hat, und seine Weisheit, das
steht geschrieben in der Chronik von Salomo.
Die Zeit aber, die Salomo
König war zu Jerusalem über ganz Israel, ist vierzig
Jahre.
Und Salomo legte sich zu
seinen Vätern und wurde begraben in der Stadt Davids, seines
Vaters. Und sein Sohn Rehabeam wurde König an seiner Statt.
1.
Könige 12-22
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