|
DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DAS ERSTE
BUCH MOSE
Kapitel 26 -
36
Erneute Verheißung. Isaak und Rebekka in Gerar
Kapitel 26
Es kam aber eine Hungersnot ins Land nach der früheren,
die zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, dem König
der Philister, nach Gerar.
Da erschien ihm der HERR und sprach: Zieh nicht hinab nach
Ägypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.
Bleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir
sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich
alle diese Länder geben und will meinen Eid wahr machen, den
ich deinem Vater Abraham geschworen habe,
und will deine Nachkommen
mehren wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle
diese Länder geben. Und durch dein Geschlecht sollen alle
Völker auf Erden gesegnet werden,
weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und
gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und mein
Gesetz.
So wohnte Isaak zu Gerar.
Und wenn die Leute am Ort fragten nach seiner Frau, so
sprach er: Sie ist meine Schwester; denn er fürchtete sich
zu sagen: Sie ist meine Frau. Er dachte nämlich: Sie könnten
mich töten um Rebekkas willen, denn sie ist schön von
Gestalt.
Als er nun eine Zeit lang da war, sah Abimelech,
der König der Philister, durchs Fenster und wurde gewahr,
daß Isaak scherzte mit Rebekka, seiner Frau.
Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist
deine Frau. Wie hast du denn gesagt: sie ist meine Schwester?
Isaak antwortete ihm: Ich dachte, ich würde vielleicht
sterben müssen um ihretwillen.
Abimelech sprach: Warum hast du uns das angetan? Es wäre
leicht geschehen, daß jemand vom Volk sich zu deiner Frau
gelegt hätte, und du hättest so eine Schuld auf uns
gebracht.
Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann
oder seine Frau antastet, der soll des Todes sterben.
Isaaks Streit mit den Philistern. Sein Bund mit Abimelech
Und Isaak säte in dem Lande und erntete in jenem
Jahre hundertfältig; denn der HERR segnete ihn.
Und er wurde ein reicher Mann und nahm immer mehr zu, bis
er sehr reich wurde,
so daß er viel Gut hatte an kleinem und großem
Vieh und ein großes Gesinde. Darum beneideten ihn die
Philister.
Nun hatten sie aber alle Brunnen verstopft, die
seines Vaters Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines
Vaters, und hatten sie mit Erde gefüllt.
Und Abimelech sprach zu ihm: Zieh von uns, denn du bist
uns zu mächtig geworden.
Da zog Isaak von dannen und schlug seine Zelte auf im
Grunde von Gerar und wohnte da
und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie
zur Zeit Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten, und die die
Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit
denselben Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte.
Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden dort eine
Quelle lebendigen Wassers.
Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks
und sprachen: Das Wasser ist unser. Da nannte er den Brunnen
«Zank»,
weil sie mit ihm da gezankt hatten.
Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber stritten
sie auch, darum nannte er ihn «Streit».
Da zog er weiter und grub noch einen andern Brunnen.
Darüber zankten sie sich nicht, darum nannte er ihn «Weiter
Raum» und sprach: Nun hat uns der HERR Raum gemacht,
und wir können wachsen im Lande.
Danach zog er von dannen nach Beerseba.
Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach:
Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht,
denn ich bin mit dir und
will dich segnen und deine Nachkommen mehren um meines Knechtes
Abraham willen.
Dann baute er dort einen Altar und rief den Namen des
HERRN an und schlug dort sein Zelt auf, und seine Knechte gruben
dort einen Brunnen.
Und Abimelech ging zu ihm von Gerar mit Ahusath,
seinem Freund, und Pichol, seinem Feldhauptmann.
Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Hasset
ihr mich doch und habt mich von euch getrieben.
Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, daß der
HERR mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen
uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir schließen,
daß du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dich
nicht angetastet haben und dir nur alles Gute getan und dich mit
Frieden haben ziehen lassen. Du bist ja doch der Gesegnete des
HERRN.
Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und
tranken.
Und früh am Morgen standen sie auf, und einer schwor
dem andern. Und Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm
mit Frieden.
Am selben Tage kamen Isaaks Knechte und sagten ihm
von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm:
Wir haben Wasser gefunden.
Und er nannte ihn «Schwur»;
daher heißt die Stadt Beerseba* bis auf den heutigen Tag.
*d.h. Schwurbrunnen.
Esaus Frauen
Als Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zur Frau Judith,
die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basemath, die Tochter
Elons, des Hethiters.
Die machten Isaak und Rebekka lauter Herzeleid.
Jakob gewinnt mit List den Erstgeburtssegen
Kapitel 27
Und es begab sich, als Isaak alt geworden war und seine
Augen zu schwach zum Sehen wurden, rief er Esau, seinen älteren
Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier
bin ich.
Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß
nicht, wann ich sterben werde.
So nimm nun dein Gerät, Köcher und Bogen, und
geh aufs Feld und jage mir ein Wildbret
und mach mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bring
mir's herein, daß ich esse, auf daß dich meine Seele
segne, ehe ich sterbe.
Rebekka aber hörte diese Worte, die Isaak zu seinem
Sohn Esau sagte. Und Esau ging hin aufs Feld, daß er ein
Wildbret jagte und heimbrächte.
Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich
habe deinen Vater mit Esau, deinem Bruder, reden hören:
Bringe mir ein Wildbret und mach mir ein Essen, daß
ich esse und dich segne vor dem HERRN, ehe ich sterbe.
So höre nun, mein Sohn, auf mich und tu, was ich dich
heiße.
Geh hin zu der Herde und hole mir zwei gute Böcklein,
daß ich deinem Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne
hat.
Das sollst du deinem Vater hineintragen, daß er
esse, auf daß er dich segne vor seinem Tod.
Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein
Bruder Esau ist rauh, doch ich bin glatt;
so könnte vielleicht mein Vater mich betasten, und
ich würde vor ihm dastehen, als ob ich ihn betrügen
wollte, und brächte über mich einen Fluch und nicht
einen Segen.
Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein
Sohn; gehorche nur meinen Worten, geh und hole mir.
Da ging er hin und holte und brachte es seiner
Mutter. Da machte seine Mutter ein Essen, wie es sein Vater gerne
hatte,
und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, Feierkleider,
die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem
jüngeren Sohn.
Aber die Felle von den Böcklein tat sie ihm um seine
Hände und wo er glatt war am Halse.
Und so gab sie das Essen mit dem Brot, wie sie es gemacht
hatte, in die Hand ihres Sohnes Jakob.
Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein
Vater! Er antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?
Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein
erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Komm
nun, setze dich und iß von meinem Wildbret, auf daß
mich deine Seele segne.
Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so bald
gefunden, mein Sohn? Er antwortete: Der HERR, dein Gott,
bescherte mir's.
Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, daß
ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht.
So trat Jakob zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn
betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die
Hände sind Esaus Hände.
Und er erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren
rauh wie Esaus, seines Bruders, Hände.
Und er segnete ihn
und sprach: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich
bin's.
Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von
deinem Wildbret, daß dich meine Seele segne. Da brachte
er's ihm, und er aß; und er trug ihm auch Wein hinein, und
er trank.
Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse
mich, mein Sohn!
Er trat hinzu und küßte ihn. Da roch er den
Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der
Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes, das der HERR
gesegnet hat.
Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit
der Erde und Korn und Wein die Fülle.
Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir
zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder,
und deiner Mutter Söhne sollen dir zu Füßen
fallen. Verflucht sei, wer dir flucht, gesegnet sei, wer dich
segnet!
Als nun Isaak den Segen über Jakob vollendet
hatte und Jakob kaum hinausgegangen war von seinem Vater Isaak,
da kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd
und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem
Vater und sprach zu ihm: Richte dich auf, mein Vater, und iß
von dem Wildbret deines Sohnes, daß mich deine Seele segne.
Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er
sprach: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn.
Da entsetzte sich Isaak über die Maßen sehr und
sprach: Wer? Wo ist denn der Jäger, der mir gebracht hat,
und ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und hab ihn
gesegnet? Er wird auch gesegnet bleiben.
Als Esau diese Worte seines Vaters hörte,
schrie er laut und wurde über die Maßen sehr betrübt
und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater!
Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat
deinen Segen weggenommen.
Da sprach er: Er heißt mit Recht Jakob*, denn er hat
mich nun zweimal überlistet. Meine Erstgeburt hat er
genommen, und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen. Und er
sprach: Hast du mir denn keinen Segen vorbehalten?
*d.h. der Hinterlistige.
Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zum Herrn
über dich gesetzt, und alle seine Brüder hab ich ihm zu
Knechten gemacht, mit Korn und Wein hab ich ihn versehen; was
soll ich nun dir noch tun, mein Sohn?
Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen
Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! Und er erhob
seine Stimme und weinte.
Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe,
du wirst wohnen ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels
von oben her.
Von deinem Schwerte wirst du dich nähren, und deinem
Bruder sollst du dienen. Aber es wird geschehen, daß du
einmal sein Joch von deinem Halse reißen wirst.
Jakobs Flucht nach Haran
Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn
sein Vater gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird
die Zeit bald kommen, daß man um meinen Vater Leid tragen
muß; dann will ich meinen Bruder Jakob umbringen.
Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres älteren
Sohnes Esau. Und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren
jüngeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder
Esau droht dir, daß er dich umbringen will.
Und nun höre auf mich, mein Sohn: Mach dich auf und
flieh zu meinem Bruder Laban nach Haran
und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines
Bruders legt
und bis sein Zorn wider dich sich von dir wendet und er
vergißt, was du ihm getan hast; dann will ich schicken und
dich von dort holen lassen. Warum sollte ich euer beider beraubt
werden auf einen Tag?
Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt
zu leben, wegen der Hethiterinnen. Wenn Jakob eine Frau nimmt von
den Hethiterinnen wie diese, eine von den Töchtern des
Landes, was soll mir das Leben?
Kapitel 28
Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und
gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm dir nicht eine Frau von den
Töchtern Kanaans,
sondern mach dich auf und zieh nach Mesopotamien zum Hause
Bethuëls, des
Vaters deiner Mutter, und nimm dir dort eine Frau von den
Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.
Und der allmächtige Gott segne dich und mache dich
fruchtbar und mehre dich, daß du werdest ein Haufe von
Völkern,
und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen
mit dir, daß du besitzest das Land, darin du jetzt ein
Fremdling bist, das Gott dem Abraham gegeben hat.
So entließ Isaak den Jakob, daß er nach
Mesopotamien zog zu Laban, dem Sohn des Aramäers Bethuël,
dem Bruder Rebekkas, Jakobs und Esaus Mutter.
Nun sah Esau, daß Isaak Jakob gesegnet und
nach Mesopotamien entlassen hatte, um sich dort eine Frau zu
nehmen; er hatte ihn nämlich gesegnet und ihm geboten: Du
sollst dir keine Frau nehmen von den Töchtern Kanaans.
Auch sah Esau, daß Jakob seinem Vater und seiner
Mutter gehorchte und nach Mesopotamien zog
und daß Isaak, sein Vater, die Töchter Kanaans
nicht gerne sah.
Da ging er hin zu Ismael und nahm zu den Frauen, die er
bereits hatte, Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes
Abrahams, die Schwester Nebajoths, zur Frau.
Jakob schaut die Himmelsleiter
Aber Jakob zog aus von Beerseba und machte sich auf den
Weg nach Haran
und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht,
denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der
Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich
an der Stätte schlafen.
Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf
Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe,
die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der
HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land,
darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
Und dein Geschlecht soll
werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden
gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und
deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet
werden.
Und siehe, ich bin mit dir und
will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder
herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis
ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach
er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich
wußte es nicht!
Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist
diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und
hier ist die Pforte des Himmels.
Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den
Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete
ihn auf zu einem Steinmal und goß Öl oben darauf
und nannte die Stätte Bethel*; vorher aber hieß
die Stadt Lus.
*d.h. Haus Gottes.
Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird
Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich
reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen
und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen,
so soll der HERR mein Gott sein.
Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem
Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir
gibst, will ich dir den Zehnten geben.
Jakob dient um Lea und Rahel
Kapitel 29
Da machte sich Jakob auf den Weg und ging in das Land, das
im Osten liegt,
und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem
Felde; und siehe, drei Herden Schafe lagen dabei, denn von dem
Brunnen pflegten sie die Herden zu tränken. Und ein großer
Stein lag vor dem Loch des Brunnens.
Und sie pflegten die Herden alle dort zu versammeln und
den Stein von dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu
tränken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch an
seine Stelle.
Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr
her? Sie antworteten: Wir sind von Haran.
Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors?
Sie antworteten: Ja, wir kennen ihn.
Er sprach: Geht es ihm auch gut? Sie antworteten: Es geht
ihm gut; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.
Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit,
das Vieh einzutreiben; tränkt die Schafe und geht hin und
weidet sie.
Sie antworteten: Wir können es nicht, bis alle Herden
zusammengebracht sind und wir den Stein von des Brunnens Loch
wälzen und dann die Schafe tränken.
Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den
Schafen ihres Vaters, denn sie hütete die Schafe.
Als Jakob aber Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders
seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter,
trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens
und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter.
Und er küßte Rahel und weinte laut
und sagte ihr, daß er ihres Vaters Verwandter wäre
und Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater.
Als aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester
Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küßte ihn
und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er Laban
alles, was sich begeben hatte.
Da sprach Laban zu ihm: Fürwahr, du bist von meinem
Gebein und Fleisch.
Und als er nun einen Monat lang bei ihm gewesen war,
sprach Laban zu Jakob: Zwar bist du mein Verwandter, aber
solltest du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn
sein?
Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß
Lea, die jüngere Rahel.
Aber Leas Augen waren ohne Glanz, Rahel dagegen war schön
von Gestalt und von Angesicht.
Und Jakob gewann Rahel lieb und sprach: Ich will dir
sieben Jahre um Rahel, deine jüngere Tochter, dienen.
Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als
einem andern; bleib bei mir.
So diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und es kam
ihm vor, als wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun meine Braut; denn
die Zeit ist da, daß ich zu ihr gehe.
Da lud Laban alle Leute des Ortes ein und machte ein
Hochzeitsmahl.
Am Abend aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu
Jakob; und er ging zu ihr.
Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur
Leibmagd.
Am Morgen aber, siehe, da war es Lea. Und Jakob sprach zu
Laban: Warum hast du mir das angetan? Habe ich dir nicht um Rahel
gedient? Warum hast du mich denn betrogen?
Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm Lande, daß
man die jüngere weggebe vor der älteren.
Halte mit dieser die Hochzeitswoche, so will ich dir die
andere auch geben für den Dienst, den du bei mir noch
weitere sieben Jahre leisten sollst.
Das tat Jakob und hielt die Hochzeitswoche. Da gab ihm
Laban seine Tochter Rahel zur Frau.
Und er gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur
Leibmagd.
So ging Jakob auch zu Rahel ein und hatte Rahel lieber als
Lea; und er diente bei ihm noch weitere sieben Jahre.
Jakobs Kinder
Als aber der HERR sah, daß Lea ungeliebt war, machte
er sie fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar.
Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den nannte
sie Ruben und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird
mich mein Mann liebhaben.
Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und
sprach: Der HERR hat gehört, daß ich ungeliebt bin,
und hat mir diesen auch gegeben. Und nannte ihn Simeon.
Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und
sprach: Nun wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe
ihm drei Söhne geboren. Darum nannte sie ihn Levi.
Zum viertenmal ward sie schwanger und gebar einen Sohn und
sprach: Nun will ich dem HERRN danken. Darum nannte sie ihn Juda.
Und sie hörte auf, Kinder zu gebären.
Kapitel 30
Als Rahel sah, daß sie Jakob kein Kind gebar,
beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir
Kinder, wenn nicht, so sterbe ich.
Jakob aber wurde sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich
doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.
Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; geh zu
ihr, daß sie auf meinem Schoß gebäre und ich
doch durch sie zu Kindern komme.
So gab sie ihm Bilha, ihre Leibmagd, zur Frau, und Jakob
ging zu ihr.
Und Bilha ward schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft und mich
erhört und mir einen Sohn gegeben. Darum nannte sie ihn Dan.
Abermals ward Bilha, Rahels Leibmagd, schwanger und gebar
Jakob ihren zweiten Sohn.
Da sprach Rahel: Über alle Maßen habe ich
gekämpft mit meiner Schwester, und ich habe gesiegt. Und
nannte ihn Naphthali.
Als nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte
zu gebären, nahm sie ihre Leibmagd Silpa und gab sie Jakob
zur Frau.
Und Silpa, Leas Leibmagd, gebar Jakob einen Sohn.
Da sprach Lea: Glück zu! Und nannte ihn Gad.
Danach gebar Silpa, Leas Leibmagd, Jakob ihren zweiten
Sohn.
Da sprach Lea: Wohl mir, denn mich werden selig preisen
die Töchter. Und nannte ihn Asser.
Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand
Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim zu seiner
Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln
deines Sohnes.
Sie antwortete: Hast du nicht genug, daß du mir
meinen Mann genommen hast, und willst auch die Liebesäpfel
meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, laß ihn diese
Nacht bei dir schlafen für die Liebesäpfel deines
Sohnes.
Als nun Jakob am Abend vom Felde kam, ging Lea hinaus ihm
entgegen und sprach: Zu mir sollst du kommen, denn ich habe dich
erkauft mit den Liebesäpfeln meines Sohnes. Und er schlief
die Nacht bei ihr.
Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und
gebar Jakob ihren fünften Sohn
und sprach: Gott hat mir gelohnt, daß ich meine Magd
meinem Manne gegeben habe. Und nannte ihn Isaschar.
Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob ihren sechsten
Sohn
und sprach: Gott hat mich reich beschenkt; nun wird mein
Mann doch bei mir bleiben; denn ich habe ihm sechs Söhne
geboren. Und nannte ihn Sebulon.
Danach gebar sie eine Tochter, die nannte sie Dina.
Gott gedachte aber an Rahel und erhörte sie
und machte sie fruchtbar.
Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach:
Gott hat meine Schmach von mir genommen;
und sie nannte ihn Joseph und sprach: Der HERR wolle mir
noch einen Sohn dazu geben!
Jakob kommt zu Reichtum
Als nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu
Laban: Laß mich ziehen und reisen an meinen Ort und in mein
Land.
Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um die ich dir
gedient habe, daß ich ziehe; denn du weißt, wie ich
dir gedient habe.
Laban sprach zu ihm: Laß mich Gnade vor deinen Augen
finden. Ich spüre, daß mich der HERR segnet um
deinetwillen.
Bestimme den Lohn, den ich dir geben soll.
Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient
habe und was aus deinem Vieh geworden ist unter mir.
Du hattest wenig, ehe ich herkam; nun aber ist's geworden
zu einer großen Menge, und der HERR hat dich gesegnet auf
jedem meiner Schritte. Und nun, wann soll ich auch für mein
Haus sorgen?
Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach:
Du sollst mir gar nichts geben; sondern wenn du mir tun willst,
was ich dir sage, so will ich deine Schafe wieder weiden und
hüten.
Ich will heute durch alle deine Herden gehen und
aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen
Schafe und die bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und
gefleckt sein wird, das soll mein Lohn sein.
So wird meine Redlichkeit morgen für mich zeugen,
wenn du kommst wegen meines Lohnes, den ich von dir nehmen soll:
was nicht gefleckt oder bunt unter den Ziegen und nicht schwarz
sein wird unter den Lämmern, das sei ein Diebstahl, wenn es
sich bei mir findet.
Da sprach Laban: Wohlan, es sei, wie du gesagt hast.
Und er sonderte an jenem Tage aus die sprenkligen und
bunten Böcke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur
etwas Weißes daran war, und alles, was schwarz war unter
den Lämmern, und tat's unter die Hand seiner Söhne
und machte einen Raum, drei Tagereisen weit, zwischen sich
und Jakob. Jakob aber weidete die übrigen Herden Labans.
Und Jakob nahm frische Stäbe von Pappeln,
Mandelbäumen und Platanen und schälte weiße
Streifen daran aus, so daß an den Stäben das Weiße
bloß wurde,
und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in
die Tränkrinnen, wo die Herden hinkommen mußten zu
trinken, daß sie da empfangen sollten, wenn sie zu trinken
kämen.
So empfingen die Herden über den Stäben und
brachten Sprenklige, Gefleckte und Bunte.
Da sonderte Jakob die Lämmer aus und machte sich
eigene Herden; die tat er nicht zu den Herden Labans.
Wenn aber die Brunstzeit der kräftigen Tiere war,
legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde,
daß sie über den Stäben empfingen.
Aber wenn die Tiere schwächlich waren, legte er sie
nicht hinein. So wurden die schwächlichen Tiere dem Laban
zuteil, aber die kräftigen dem Jakob.
Daher wurde der Mann über die Maßen reich, so
daß er viele Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und
Esel hatte.
Jakobs Flucht mit den Seinen. Sein Vertrag mit Laban
Kapitel 31
Und es kamen vor ihn die Reden der Söhne Labans, daß
sie sprachen: Jakob hat alles Gut unseres Vaters an sich
gebracht, und nur von unseres Vaters Gut hat er solchen Reichtum
zuwege gebracht.
Und Jakob sah an das Angesicht Labans, und siehe, er war
gegen ihn nicht mehr wie zuvor.
Und der HERR sprach zu Jakob: Zieh wieder in deiner
Väter Land und zu deiner Verwandtschaft; ich will mit dir
sein.
Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea
aufs Feld zu seiner Herde
und sprach zu ihnen: Ich sehe an eures Vaters Angesicht,
daß er gegen mich nicht ist wie zuvor; aber der Gott meines
Vaters ist mit mir gewesen.
Und ihr wißt, daß ich aus allen meinen Kräften
eurem Vater gedient habe.
Und er hat mich getäuscht und zehnmal meinen Lohn
verändert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, daß er
mir Schaden täte.
Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug
die ganze Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen
sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Sprenklige.
So hat Gott die Güter eures Vaters ihm entwunden und
mir gegeben.
Denn wenn die Brunstzeit kam, hob ich meine Augen auf und
sah im Traum, und siehe, die Böcke, die auf die Herde
sprangen, waren sprenklig, gefleckt und bunt.
Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und
ich antwortete: Hier bin ich.
Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und sieh! Alle Böcke,
die auf die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt;
denn ich habe alles gesehen, was Laban dir antut.
Ich bin der Gott, der dir zu Bethel erschienen ist, wo du
den Stein gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gelübde
getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre
zurück in das Land deiner Verwandtschaft.
Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm:
Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unseres Vaters Hause.
Haben wir ihm doch gegolten wie die Fremden, denn er hat
uns verkauft und unsern Kaufpreis verzehrt.
Fürwahr, der ganze Reichtum, den Gott unserm Vater
entzogen hat, gehört uns und unsern Kindern. Alles nun, was
Gott dir gesagt hat, das tu!
Da machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Frauen
auf die Kamele
und führte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die
er in Mesopotamien erworben hatte, daß er käme zu
Isaak, seinem Vater, ins Land Kanaan.
Laban aber war gegangen, seine Herde zu scheren. Und Rahel
stahl ihres Vaters Hausgott.
Und Jakob täuschte Laban, den Aramäer, damit,
daß er ihm nicht ansagte, daß er ziehen wollte.
So floh er mit allem, was sein war, machte sich auf und
fuhr über den Euphrat und richtete seinen Weg nach dem
Gebirge Gilead.
Am dritten Tage wurde Laban angesagt, daß
Jakob geflohen wäre.
Und er nahm seine Brüder zu sich und jagte ihm nach,
sieben Tagereisen weit, und ereilte ihn auf dem Gebirge Gilead.
Aber Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum des
Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, mit Jakob anders zu
reden als freundlich.
Und Laban holte Jakob ein. Jakob aber hatte sein Zelt
aufgeschlagen auf dem Gebirge, und Laban mit seinen Brüdern
schlug sein Zelt auch auf dem Gebirge Gilead auf.
Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, daß
du mich getäuscht hast und hast meine Töchter entführt,
als wenn sie im Krieg gefangen wären?
Warum bist du heimlich geflohen und hast mich hintergangen
und hast mir's nicht angesagt, daß ich dich geleitet hätte
mit Freuden, mit Liedern, mit Pauken und Harfen?
Und hast mich nicht einmal lassen meine Enkel und Töchter
küssen? Nun, du hast töricht getan.
Ich hätte wohl so viel Macht, daß ich euch
Böses antun könnte; aber eures Vaters Gott hat diese
Nacht zu mir gesagt: Hüte dich, mit Jakob anders zu reden
als freundlich.
Und wenn du schon weggezogen bist und sehntest dich so
sehr nach deines Vaters Hause, warum hast du mir dann aber meinen
Gott gestohlen?
Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete
mich und dachte, du würdest deine Töchter von mir
reißen.
Bei wem du aber deinen Gott findest, der sterbe! Hier vor
unsern Brüdern suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob
wußte aber nicht, daß Rahel ihn gestohlen hatte.
Da ging Laban in die Zelte Jakobs und Leas und der
beiden Mägde und fand nichts. Und ging aus dem Zelte Leas in
das Zelt Rahels.
Rahel aber hatte den Hausgott genommen und unter den
Kamelsattel gelegt und sich darauf gesetzt. Laban aber betastete
das ganze Zelt und fand nichts.
Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht,
denn ich kann nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der
Frauen Weise. Daher fand er den Hausgott nicht, wie sehr er auch
suchte.
Und Jakob wurde zornig und schalt Laban und sprach zu ihm:
Was hab ich Übles getan oder gesündigt, daß du so
hitzig hinter mir her bist?
Du hast all meinen Hausrat betastet. Was hast du von
deinem Hausrat gefunden? Lege das her vor meinen und deinen
Brüdern, daß sie zwischen uns beiden richten.
Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe
und Ziegen haben keine Fehlgeburt gehabt; die Widder deiner Herde
hab ich nie gegessen;
was die wilden Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich
mußte es ersetzen; du fordertest es von meiner Hand, es
mochte mir des Tages oder des Nachts gestohlen sein.
Des Tages kam ich um vor Hitze und des Nachts vor Frost,
und kein Schlaf kam in meine Augen.
So habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient,
vierzehn um deine Töchter und sechs um deine Herde, und du
hast mir meinen Lohn zehnmal verändert.
Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und
der Schrecken Isaaks*, auf meiner Seite gewesen wäre, du
hättest mich leer ziehen lassen. Aber Gott hat mein Elend
und meine Mühe angesehen und hat diese Nacht rechtes Urteil
gesprochen.
*«Schrecken
Isaaks»
ist eine alte Bezeichnung für den von Isaak verehrten Gott.
Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Töchter
sind meine Töchter, und die Kinder sind meine Kinder, und
die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, ist mein.
Was kann ich heute für meine Töchter oder ihre Kinder
tun, die sie geboren haben?
So komm nun und laß uns einen Bund schließen,
ich und du, der ein Zeuge sei zwischen mir und dir.
Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem
Steinmal.
Laban aber sprach zu seinen Brüdern: Leset Steine
auf! Und sie nahmen Steine und machten davon einen Haufen und
aßen daselbst auf dem Steinhaufen.
Und Laban nannte ihn Jegar-Sahadutha, Jakob aber nannte
ihn Gilead.
Da sprach Laban: Der Steinhaufe sei heute Zeuge
zwischen mir und dir. Daher nennt man ihn Gilead*
*d.h. Steinhaufe des Zeugnisses.
und Mizpa*; denn er sprach: Der HERR wache als Späher
über mir und dir, wenn wir voneinander gegangen sind,
*d.h. Spähort.
daß du meine Töchter nicht bedrückst oder
andere Frauen dazu nimmst zu meinen Töchtern. Es ist hier
kein Mensch bei uns; siehe aber, Gott ist der Zeuge zwischen mir
und dir.
Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der
Haufe, und das ist das Steinmal, das ich aufgerichtet habe
zwischen mir und dir.
Dieser Steinhaufe sei Zeuge, und das Steinmal sei auch
Zeuge, daß ich nicht an diesem Haufen vorüberziehe zu
dir hin oder du vorüberziehest zu mir hin an diesem Haufen
und diesem Mal in böser Absicht!
Der Gott Abrahams und der Gott Nahors sei Richter zwischen
uns – der Gott ihres Vaters!
Und Jakob schwor ihm bei dem Schrecken Isaaks, dem Gott
seines Vaters. Und Jakob opferte auf dem Gebirge und lud seine
Brüder zum Essen. Und als sie gegessen hatten, blieben sie
auf dem Gebirge über Nacht.
Jakob rüstet sich zur Begegnung mit Esau
Kapitel 32
°Am Morgen aber stand Laban früh auf, küßte
seine Enkel und Töchter und segnete sie und zog hin und kam
wieder an seinen Ort.
Jakob aber zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel
Gottes.
Und als er sie sah, sprach er: Hier ist Gottes Heerlager,
und nannte diese Stätte Mahanajim.
Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem
Bruder Esau ins Land Seïr,
in das Gebiet von Edom,
und befahl ihnen und sprach: So sprecht zu Esau, meinem
Herrn: Dein Knecht Jakob läßt dir sagen: Ich bin
bisher bei Laban lange in der Fremde gewesen
und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde,
und habe ausgesandt, es dir, meinem Herrn, anzusagen, damit ich
Gnade vor deinen Augen fände.
Die Boten kamen zu Jakob zurück und sprachen:
Wir kamen zu deinem Bruder Esau, und er zieht dir auch entgegen
mit vierhundert Mann.
Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde bange.
Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die
Rinder und die Kamele in zwei Lager
und sprach: Wenn Esau über das eine Lager kommt und
macht es nieder, so wird das andere entrinnen.
Weiter sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und
Gott meines Vaters Isaak, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder
in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir wohltun
-,
HERR, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller
Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte
nicht mehr als diesen Stab, als ich hier über den Jordan
ging, und nun sind aus mir zwei Lager geworden.
Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand
Esaus; denn ich fürchte mich vor ihm, daß er komme und
schlage mich, die Mütter samt den Kindern.
Du hast gesagt: Ich will dir wohltun und deine Nachkommen
machen wie den Sand am Meer, den man der Menge wegen nicht zählen
kann.
Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, was er
erworben hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert
Schafe, zwanzig Widder
und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen,
vierzig Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und
zehn Esel,
und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde
besonders, und sprach zu ihnen: Geht vor mir her und laßt
Raum zwischen einer Herde und der andern.
Und er gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder
Esau begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an und wo
willst du hin und wessen Eigentum ist das, was du vor dir
hertreibst?,
sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob, der
sendet es als Geschenk seinem Herrn Esau und zieht hinter uns
her.
Ebenso gebot er auch dem zweiten und dem dritten und
allen, die den Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt
habe, so saget zu Esau, wenn ihr ihm begegnet,
und saget ja auch: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter
uns. Denn er dachte: Ich will ihn versöhnen mit dem
Geschenk, das vor mir hergeht. Danach will ich ihn sehen;
vielleicht wird er mich annehmen.
So ging das Geschenk vor ihm her; er aber blieb diese
Nacht im Lager.
Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name
Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden
Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog
an die Furt des Jabbok,
nahm sie und führte sie über das Wasser, so daß
hinüberkam, was er hatte,
und blieb allein zurück.
Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte
anbrach.
Und als er sah, daß er ihn nicht übermochte,
schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk
der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm
verrenkt.
Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte
bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du
segnest mich denn.
Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob.
Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen,
sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft
und hast gewonnen.
Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißest
du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er
segnete ihn daselbst.
Und Jakob nannte die Stätte Pniel*; denn, sprach er,
ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben
gerettet.
*d.h. Angesicht Gottes.
Und als er an Pniel vorüberkam, ging ihm die Sonne
auf; und er hinkte an seiner Hüfte.
Daher essen die Kinder Israel nicht das Muskelstück
auf dem Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen Tag, weil er
auf den Muskel am Gelenk der Hüfte Jakobs geschlagen hatte.
Jakobs Versöhnung mit Esau
Kapitel 33
Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau
kommen mit vierhundert Mann. Und er verteilte seine Kinder auf
Lea und auf Rahel und auf die beiden Leibmägde
und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und
Lea mit ihren Kindern dahinter und Rahel mit Joseph zuletzt.
Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur
Erde, bis er zu seinem Bruder kam.
Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um
den Hals und küßte ihn, und sie weinten.
Und Esau hob seine Augen auf und sah die Frauen mit den
Kindern und sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es
sind die Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat.
Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und
neigten sich vor ihm.
Lea trat auch herzu mit ihren Kindern, und sie neigten
sich vor ihm. Danach traten Joseph und Rahel herzu, und sie
neigten sich auch vor ihm.
Und Esau sprach: Was willst du mit all den Herden,
denen ich begegnet bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände
vor meinem Herrn.
Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du
hast.
Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor
dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein
Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich
freundlich angesehen.
Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir
zugebracht habe; denn Gott hat sie mir beschert, und ich habe von
allem genug. So nötigte er ihn, daß er sie nahm.
Und Esau sprach: Laß uns aufbrechen und
fortziehen; ich will mit dir ziehen.
Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich
zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe;
wenn sie auch nur einen Tag übertrieben würden, würde
mir die ganze Herde sterben.
Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will
gemächlich hintennach treiben, wie das Vieh und die Kinder
gehen können, bis ich komme zu meinem Herrn nach Seïr.
Esau sprach: So will ich doch bei dir lassen etliche von
meinen Leuten. Er antwortete: Ist das denn nötig? Laß
mich nur Gnade vor meinem Herrn finden.
So zog Esau an jenem Tage wiederum seines Weges nach Seïr.
Jakob siedelt sich bei Sichem an
Und Jakob zog nach Sukkoth und baute sich ein Haus und
machte seinem Vieh Hütten; daher heißt die Stätte
Sukkoth*
*d.h. Hütten.
Danach kam Jakob wohlbehalten zu der Stadt Sichem, die im
Lande Kanaan liegt, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und
lagerte vor der Stadt
und kaufte das Land, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte,
von den Söhnen Hemors, des Vaters Sichems, um hundert
Goldstücke
und errichtete dort einen Altar und nannte ihn «Gott
ist der Gott Israels».
Die Schandtat an Dina und das Blutbad zu Sichem
Kapitel 34
Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging
aus, die Töchter des Landes zu sehen.
Als Sichem sie sah, der Sohn des Hewiters Hemor, der des
Landes Herr war, nahm er sie, legte sich zu ihr und tat ihr
Gewalt an.
Und sein Herz hing an ihr, und er hatte das Mädchen
lieb und redete freundlich mit ihr.
Und Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: Nimm mir das
Mädchen zur Frau.
Und Jakob erfuhr, daß seine Tochter Dina
geschändet war; und seine Söhne waren mit dem Vieh auf
dem Felde, und Jakob schwieg, bis sie kamen.
Da ging Hemor, Sichems Vater, hinaus zu Jakob, um mit ihm
zu reden.
Indessen kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und als
sie es hörten, verdroß es die Männer, und sie
wurden sehr zornig, daß er eine Schandtat an Israel
begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte. Denn solches
durfte nicht geschehen.
Da redete Hemor mit ihnen und sprach: Das Herz
meines Sohnes Sichem sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm
doch zur Frau.
Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter
und nehmt ihr unsere Töchter
und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; bleibt
und treibt Handel und werdet ansässig.
Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern:
Laßt mich Gnade bei euch finden; was ihr mir sagt, das will
ich geben.
Fordert nur getrost von mir Brautpreis und Geschenk, ich
will's geben, wie ihr's verlangt; gebt mir nur das Mädchen
zur Frau.
Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und
seinem Vater Hemor hinterhältig, weil ihre Schwester Dina
geschändet war,
und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß
wir unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das
wäre uns eine Schande.
Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr uns
gleich werdet und alles, was männlich unter euch ist,
beschnitten wird.
Dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure
Töchter uns nehmen und bei euch wohnen und ein Volk
sein.
Wenn ihr aber nicht einwilligen wollt, euch zu
beschneiden, so wollen wir unsere Schwester nehmen und
davonziehen.
Die Rede gefiel Hemor und seinem Sohn gut.
Und der Jüngling zögerte nicht, dies zu tun;
denn er hatte großes Gefallen an der Tochter Jakobs. Und er
war mehr angesehen als alle in seines Vaters Hause.
Da kamen sie nun, Hemor und sein Sohn Sichem, zum
Tor ihrer Stadt und redeten mit den Bürgern der Stadt und
sprachen:
Diese Leute sind friedsam bei uns; laßt sie im Lande
wohnen und Handel treiben; das Land ist weit genug für sie.
Wir wollen uns ihre Töchter zu Frauen nehmen und ihnen
unsere Töchter geben.
Aber nur dann wollen sie uns zu Willen sein, daß sie
bei uns wohnen und ein Volk mit uns werden, wenn wir
alles, was männlich unter uns ist, beschneiden, gleichwie
sie beschnitten sind.
Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben,
wird es nicht unser sein? So wollen wir ihnen nur zu Willen sein,
damit sie bei uns wohnen.
Und sie gehorchten dem Hemor und Sichem, seinem Sohn,
alle, die zum Tor seiner Stadt aus- und eingingen, und
beschnitten alles, was männlich war, das zu seiner Stadt
aus- und einging.
Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten,
nahmen die zwei Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder
der Dina, ein jeder sein Schwert und überfielen die
friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich war,
und erschlugen auch Hemor und seinen Sohn Sichem mit der
Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem
Hause Sichems und gingen davon.
Da kamen die Söhne Jakobs über die Erschlagenen
und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester geschändet
hatte,
und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt
und auf dem Felde war
und alle ihre Habe; alle Kinder und Frauen führten
sie gefangen hinweg und plünderten alles, was in den Häusern
war.
Aber Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins
Unglück gestürzt und in Verruf gebracht bei den
Bewohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Perisitern, und ich
habe nur wenige Leute. Wenn sie sich nun gegen mich versammeln,
werden sie mich erschlagen. So werde ich vertilgt samt meinem
Hause.
Sie antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester
wie an einer Hure handeln?
Gott segnet Jakob in Bethel
Kapitel 35
Und Gott sprach zu Jakob: Mach dich auf und zieh nach
Bethel und wohne daselbst und errichte dort einen Altar dem Gott,
der dir erschien, als du flohest vor deinem Bruder Esau.
Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm
waren: Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind,
und reinigt euch und wechselt eure Kleider,
und laßt uns aufbrechen und nach Bethel ziehen, daß
ich dort einen Altar errichte dem Gott, der mich erhört hat
zur Zeit meiner Trübsal und mit mir gewesen ist auf dem
Wege, den ich gezogen bin.
Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die in ihren
Händen waren, und ihre Ohrringe, und er vergrub sie unter
der Eiche, die bei Sichem stand.
Und sie brachen auf. Und es kam ein Gottesschrecken über
die Städte, die um sie her lagen, so daß sie den
Söhnen Jakobs nicht nachjagten.
So kam Jakob nach Lus im Lande Kanaan, das nun Bethel
heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war,
und er baute dort einen Altar und nannte die Stätte
El-Bethel, weil Gott sich ihm daselbst offenbart hatte, als er
vor seinem Bruder floh.
Da starb Debora, die Amme der Rebekka, und wurde begraben
unterhalb von Bethel unter der Eiche; die wurde genannt die
Klageeiche.
Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus
Mesopotamien gekommen war, und segnete ihn
und sprach zu ihm: Du heißt Jakob; aber du sollst
nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel sollst du heißen.
Und so nannte er ihn Israel.
Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott;
sei fruchtbar und mehre dich! Ein Volk und eine Menge von Völkern
sollen von dir kommen, und Könige sollen von dir abstammen,
und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will
ich dir geben und will's deinem Geschlecht nach dir geben.
Und Gott fuhr auf von ihm an der Stätte, da er mit
ihm geredet hatte.
Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an der Stätte,
da er mit ihm geredet hatte, und goß Trankopfer darauf und
begoß es mit Öl.
Und Jakob nannte die Stätte, da Gott mit ihm geredet
hatte, Bethel.
Benjamins Geburt und Rahels Tod
Und sie brachen auf von Bethel. Und als es noch eine
Strecke Weges war bis Ephratha, da gebar Rahel. Und es kam sie
hart an über der Geburt.
Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die
Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch diesmal
wirst du einen Sohn haben.
Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben mußte,
nannte sie ihn Ben-Oni*, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin**.
*d.h. Sohn meines Unglücks. **d.h.
Sohn des Glücks.
So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach
Ephratha, das nun Bethlehem heißt.
Und Jakob richtete einen Stein auf über ihrem Grab;
das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.
Und Israel zog weiter und schlug sein Zelt auf jenseits
von Migdal-Eder.
Und es begab sich, als Israel im Lande wohnte, ging
Ruben hin und legte sich zu Bilha, seines Vaters Nebenfrau. Und
es kam vor Israel.
Jakobs Söhne
Es hatte aber Jakob zwölf Söhne
Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der erstgeborene
Sohn Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Isaschar und Sebulon.
Die Söhne Rahels waren: Joseph und Benjamin.
Die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naphthali.
Die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind
die Söhne Jakobs, die ihm geboren sind in Mesopotamien.
Jakobs Heimkehr. Isaaks Tod
Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach
Kirjath-Arba, das ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge
gelebt hatten.
Und Isaak wurde hundertundachtzig Jahre alt,
verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern,
alt und lebenssatt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben
ihn.
Geschlechtsregister Esaus
(Vergleiche
1. Chronik 1, 35-54)
Kapitel 36
Dies ist das Geschlecht Esaus, der auch Edom heißt:
Esau nahm sich Frauen von den Töchtern Kanaans: Ada,
die Tochter Elons, des Hethiters, und Oholibama, die Tochter des
Ana, des Sohnes Zibons, des Horiters,
und Basemath, Ismaels Tochter, Nebajoths Schwester.
Und Ada gebar dem Esau Eliphas, und Basemath gebar Reguël.
Oholibama gebar Jëusch, Jalam und Korah. Das sind
Esaus Söhne, die ihm geboren sind im Lande Kanaan.
Und Esau nahm seine Frauen, Söhne und Töchter
und alle Leute seines Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen
Gütern, die er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in
das Land Seïr, hinweg von seinem Bruder Jakob.
Denn ihre Habe war zu groß, als daß sie
beieinander wohnen konnten; das Land, darin sie Fremdlinge waren,
vermochte sie nicht zu ernähren wegen der Menge ihres Viehs.
Daher wohnte Esau auf dem Gebirge Seïr. Esau ist
Edom.
Dies ist das Geschlecht Esaus, von dem die Edomiter
herkommen auf dem Gebirge Seïr,
und so heißen die Söhne Esaus: Eliphas, der
Sohn Adas, der Frau Esaus; Reguël, der Sohn Basemaths, der
Frau Esaus.
Des Eliphas Söhne aber waren diese: Teman, Omar,
Zepho, Gaëtam und Kenas.
Und Timna war eine Nebenfrau des Eliphas, des Sohnes
Esaus; die gebar ihm Amalek. Das sind die Söhne von Ada, der
Frau Esaus.
Die Söhne aber Reguëls sind diese: Nahath,
Serach, Schamma, Misa. Das sind die Söhne von Basemath, der
Frau Esaus.
Die Söhne aber von Oholibama, der Frau Esaus, der
Tochter des Ana, des Sohnes Zibons, die sie dem Esau gebar, sind
diese: Jëusch, Jalam und Korah.
Dies sind die Stammesfürsten der Söhne
Esaus. Die Söhne des Eliphas, des ersten Sohnes Esaus: Der
Fürst Teman, der Fürst Omar, der Fürst Zepho, der
Fürst Kenas,
der Fürst Korah, der Fürst Gaëtam, der
Fürst Amalek. Das sind die Fürsten von Eliphas im Lande
Edom und sind Söhne von der Ada.
Und dies sind die Söhne Reguëls, des Sohnes
Esaus: Der Fürst Nahath, der Fürst Serach, der Fürst
Schamma, der Fürst Misa. Das sind die Fürsten von
Reguël im Lande der Edomiter und sind Söhne von der
Basemath, der Frau Esaus.
Dies sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Der
Fürst Jëusch, der Fürst Jalam, der Fürst
Korah. Das sind die Fürsten von Oholibama, der Tochter des
Ana, der Frau Esaus.
Das sind Esaus Söhne und ihre Fürsten. Das ist
Edom.
Die Söhne aber von Seïr, dem Horiter, die
im Lande wohnten, sind diese: Lotan, Schobal, Zibon, Ana,
Dischon, Ezer und
Dischan. Das sind die Stammesfürsten der Horiter, Söhne
des Seïr, im Lande Edom.
Aber des Lotan Söhne waren diese: Hori und Hemam; und
Lotans Schwester hieß Timna.
Die Söhne von Schobal waren diese: Alwan, Manahath,
Ebal, Schephi und Onam.
Die Söhne von Zibon waren: Ajja und Ana. Das ist der
Ana, der in der Steppe die warmen Quellen fand, als er die Esel
seines Vaters Zibon hütete.
Der Sohn Anas aber war: Dischon; und Oholibama war die
Tochter Anas.
Die Söhne Dischons waren: Hemdan, Eschban, Jithran
und Keran.
Sie Söhne Ezers waren: Bilhan, Saawan und Akan.
Die Söhne Dischans waren: Uz und Aran.
Dies sind die Stammesfürsten der Horiter: Der
Fürst Lotan, der Fürst Schobal, der Fürst Zibon,
der Fürst Ana,
der Fürst Dischon, der Fürst Ezer, der Fürst
Dischan. Das sind die Fürsten der Horiter nach ihren Stämmen
im Lande Seïr.
Die früheren Könige der Edomiter
Die Könige aber, die im Lande Edom regiert haben,
bevor Israel Könige hatte, sind diese:
Bela war König von Edom, ein Sohn Beors, und seine
Stadt hieß Dinhaba.
Und als Bela starb, wurde König an seiner Statt
Jobab, ein Sohn Serachs von Bozra.
Als Jobab starb, wurde an seiner Statt König Huscham
aus dem Lande der Temaniter.
Als Huscham starb, wurde König an seiner Statt Hadad,
ein Sohn Bedads, der die Midianiter schlug auf dem Felde der
Moabiter; und seine Stadt hieß Awwith.
Als Hadad starb, regierte Samla von Masrek.
Als Samla starb, wurde Saul von Rehoboth am Strom König
an seiner Statt.
Als Saul starb, wurde König an seiner Statt
Baal-Hanan, der Sohn Achbors.
Als Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, wurde König an
seiner Statt Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und seine
Frau hieß Mehetabel, eine Tochter Matreds, die Mesahabs
Tochter war.
Die Stammesfürsten der Edomiter
So heißen die Fürsten von Esau nach ihren
Geschlechtern, Orten und Namen: Der Fürst Timna, der Fürst
Alwa, der Fürst Jetheth,
der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst
Pinon,
der Fürst Kenas, der Fürst Teman, der Fürst
Mibzar,
der Fürst
Magdiël, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten von
Edom nach ihren Wohnsitzen in ihrem Erblande. Das ist Esau, der
Stammvater der Edomiter.
1.
Mose 37-50
|