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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DAS ERSTE
BUCH MOSE
Kapitel 1 -
25
Die Schöpfung
Kapitel 1
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und es war finster
auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott
das Licht von der Finsternis
und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward
aus Abend und Morgen der erste Tag.
Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den
Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der
Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und
Morgen der zweite Tag.
Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter
dem Himmel an besondere Orte, daß man das Trockene sehe.
Und es geschah so.
Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der
Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.
Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und
Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die
ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same
ist. Und es geschah so.
Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen
bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte
tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und
Gott sah, daß es gut war.
Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des
Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten,
Tage und Jahre
und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie
scheinen auf die Erde. Und es geschah so.
Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes
Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht
regiere, dazu auch die Sterne.
Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß
sie schienen auf die Erde
und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und
Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.
Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von
lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter
der Feste des Himmels.
Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das
da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner
Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner
Art. Und Gott sah, daß es gut war.
Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret
euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel
sollen sich mehren auf Erden.
Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges
Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere
des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so.
Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach
seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm
des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut
war.
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das
uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und
über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh
und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm,
das auf Erden kriecht.
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde
Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar
und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch
untertan und herrschet über die Fische im Meer und über
die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über
alles Getier, das auf Erden kriecht.
Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle
Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume
mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.
Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter
dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich
alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte,
und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der
sechste Tag.
Kapitel 2
So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem
ganzen Heer.
Und so vollendete Gott am
siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten
Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
Und Gott segnete den siebenten
Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen
Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
So sind Himmel und Erde geworden, als sie
geschaffen wurden.
Das Paradies
Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.
Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht
auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht
gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf
Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute;
aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles
Land.
Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker
und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der
Mensch ein lebendiges Wesen.
Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden
gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht
hatte.
Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde
allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und
den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis
des Guten und Bösen.
Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu
bewässern, und teilte sich von da in vier Hauptarme.
Der erste heißt Pischon, der fließt um das
ganze Land Hewila, und dort findet man Gold;
und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da
Bedolachharz und den Edelstein Schoham.
Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um
das ganze Land Kusch.
Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt
östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.
Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn
in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte.
Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst
essen von allen Bäumen im Garten,
aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen
sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest,
mußt du des Todes sterben.
Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß
der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um
ihn sei.*
*Wörtlich:
ich will ihm eine Hilfe schaffen als sein Gegenüber (d. h.
die zu ihm paßt).
Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem
Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu
dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nannte; denn wie
der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen.
Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem
Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den
Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.
Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf
den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen
und schloß die Stelle mit Fleisch.
Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er von
dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.
Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein
und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen,
weil sie vom Manne genommen ist.*
*Luther versucht mit «Männin»
und «Mann» ein hebräisches Wortspiel
wiederzugeben.
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter
verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein
Fleisch.
Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und
schämten sich nicht.
Der Sündenfall
Kapitel 3
Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem
Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe:
Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen
Bäumen im Garten?
Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den
Früchten der Bäume im Garten;
aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat
Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an,
daß ihr nicht sterbet!
Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs
des Todes sterben,
sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset,
werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und
wissen, was gut und böse ist.
Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu
essen wäre und daß er eine Lust für die Augen
wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von
der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch
davon, und er aß.
Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden
gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter
zusammen und machten sich Schurze.
Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging,
als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit
seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen
im Garten.
Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete
mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
Und er sprach: Wer hat dir gesagt, daß du nackt
bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot,
du sollst nicht davon essen?
Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab
mir von dem Baum, und ich aß.
Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das
getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich, so daß
ich aß.
Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du
das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem
Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du
kriechen und Erde fressen dein Leben lang.
Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem
Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der
soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse
stechen.
Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal
schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du
Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne
sein, aber er soll dein Herr sein.
Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der
Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir
gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei
der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm
nähren dein Leben lang.
Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das
Kraut auf dem Felde essen.
Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot
essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist.
Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.
Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die
Mutter aller, die da leben.
Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke
von Fellen und zog sie ihnen an.
Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden
wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun
aber, daß er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche
auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß
er die Erde bebaute, von der er genommen war.
Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor
dem Garten Eden die Cherubim
mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu
dem Baum des Lebens.
Kains Brudermord
Kapitel 4
Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger
und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit
Hilfe des HERRN.
Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein
Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann.
Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem
HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes.
Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und
von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein
Opfer,
aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da
ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.
Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum
senkst du deinen Blick?
Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei
den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde
vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber
herrsche über sie.
Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs
Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob
sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder
Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders
Hüter sein?
Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes
deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat
aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen
empfangen.
Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort
seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du
sein auf Erden.
Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer,
als das ich sie tragen könnte.*
*Luther übersetzte: «Meine
Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben
werden möge.»
Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muß
mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und
flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, daß mich
totschlägt, wer mich findet.
Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain
totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden.
Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand
erschlüge, der ihn fände.
So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte
im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.
Kains Nachkommen
Und Kain erkannte sein Weib; die ward schwanger und gebar
den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines
Sohnes Namen Henoch.
Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mahujaёl,
Mahujaёl zeugte Methuschaёl, Methuschaёl zeugte
Lamech.
Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die
andere Zilla.
Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in
Zelten wohnen und Vieh halten.
Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen
alle Zither- und Flötenspieler.
Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; von
dem sind hergekommen alle Erz- und Eisenschmiede. Und die
Schwester des Tubal-Kain war Naёma.
Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla,
höret meine Rede, ihr Weiber Lamechs, merkt auf, was ich
sage: Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen
Jüngling für meine Beule.
Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech
siebenundsiebzigmal.
Seth und Enosch
Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen
Sohn, den nannte sie Seth; denn Gott hat mir, sprach sie, einen
andern Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.
Und Seth zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch. Zu
der Zeit fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.
Geschlechtsregister von Adam bis Noah
Kapitel 5
Dies ist das Buch von Adams Geschlecht. Als Gott den
Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes
und schuf sie als Mann und Weib und segnete sie und gab
ihnen den Namen «Mensch»*
zur Zeit, da sie geschaffen wurden.
*Mensch heißt auf hebräisch
Adam und wird teils als Eigenname, teils als Gattungsname
gebraucht.
Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn,
ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Seth;
und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb.
Seth war 105 Jahre alt und zeugte Enosch
und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb.
Enosch war 90 Jahre alt und zeugte Kenan
und lebte danach 815 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 905 Jahre, und starb.
Kenan war 70 Jahre alt und zeugte Mahalalel
und lebte danach 840 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 910 Jahre, und starb.
Mahalalel war 65 Jahre alt und zeugte Jared
und lebte danach 830 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 895 Jahre, und starb.
Jared war 162 Jahre alt und zeugte Henoch
und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 962 Jahre, und starb.
Henoch war 65 Jahre alt und zeugte Methuschelach.
Und Henoch wandelte mit Gott. Und nachdem er Methuschelach
gezeugt hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 365 Jahre.
Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und
er ward nicht mehr gesehen.
Methuschelach war 187 Jahre alt und zeugte Lamech
und lebte danach 782 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 969 Jahre, und starb.
Lamech war 182 Jahre alt und zeugte einen Sohn
und nannte ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten
in unserer Mühe und Arbeit auf dem Acker, den der HERR
verflucht hat.
Danach lebte er 595 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter,
daß sein ganzes Alter ward 777 Jahre, und starb.
Noah war 500 Jahre alt und zeugte Sem, Ham und
Japheth.
Gottessöhne und Menschentöchter
Kapitel 6
Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden
und ihnen Töchter geboren wurden,
da sahen die Gottessöhne*, wie schön die Töchter
der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie
wollten.
*Gottessöhne sind keine leiblichen
Söhne Gottes, sondern gehören zur Umgebung Gottes
(vergleiche Hiob 1,6), wie das Gefolge zu einem König
gehört.
Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im
Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm
als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.
Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne
zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder
gebaren, wurden daraus die Riesen auf Erden. Das sind die Helden
der Vorzeit, die hochberühmten.
Ankündigung der Sintflut.
Noahs Erwählung. Bau der Arche.
Als aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß
war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur
böse war immerdar,
da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte
auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen,
und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen
habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh
und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem
Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.
Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.
Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah
war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte
mit Gott.
Und er zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Japheth.
Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voller
Frevel.
Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt;
denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.
Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist bei
mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und
siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern
darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen.
Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge,
fünfzig Ellen die Breite und dreißig Ellen die Höhe.
Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß.
Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll
drei Stockwerke haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das
dritte oben.
Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf
Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist,
unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du
sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau
und mit den Frauen deiner Söhne.
Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von
allem Fleisch, je ein paar, Männchen und Weibchen, daß
sie leben bleiben mit dir.
Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach
seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art:
von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, daß sie
leben bleiben.
Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen
wird, und sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen
zur Nahrung diene.
Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
Die Sintflut
Kapitel 7
Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein
ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu
dieser Zeit.
Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das
Männchen und sein Weibchen, von den unreinen Tieren aber je
ein Paar, das Männchen und sein Weibchen.
Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je
sieben, das Männchen und sein Weibchen, um das Leben zu
erhalten auf dem ganzen Erdboden.
Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen
auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von
dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.
Und Noah tat alles, was ihm der HERR gebot.
Er war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut auf
Erden kam.
Und er ging in die Arche mit seinen Söhnen, seiner
Frau und den Frauen seiner Söhne vor den Wassern der
Sintflut.
Von den reinen Tieren und von den unreinen, von den Vögeln
und von allem Gewürm auf Erden
gingen sie zu ihm in die Arche paarweise, je ein Männchen
und Weibchen, wie ihm Gott geboten hatte.
Und als die sieben Tage vergangen waren, kamen die
Wasser der Sintflut auf Erden.
In dem sechshundertsten Lebensjahr Noahs am siebzehnten
Tag des zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der
großen Tiefe auf und taten sich die Fenster des Himmels
auf,
und ein Regen kam auf Erden vierzig Tage und vierzig
Nächte.
An eben diesem Tage ging Noah in die Arche mit Sem, Ham
und Japheth, seinen Söhnen, und mit seiner Frau und den drei
Frauen seiner Söhne;
dazu alles wilde Getier nach seiner Art, alles Vieh nach
seiner Art, alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner
Art und alle Vögel nach ihrer Art, alles, was fliegen
konnte, alles, was Fittiche hatte;
das ging alles zu Noah in die Arche paarweise, von allem
Fleisch, darin Odem des Lebens war.
Und das waren Männchen und Weibchen von allem
Fleisch, und sie gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte.
Und der HERR schloß hinter ihm zu.
Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und
die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor
über die Erde.
Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen sehr auf
Erden, und die Arche fuhr auf den Wassern.
Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr
auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel
bedeckt wurden.
Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die
Berge, so daß sie ganz bedeckt wurden.
Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden
regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem,
was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen.
Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das
starb.
So wurde vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom
Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den
Vögeln unter dem Himmel; das wurde alles von der Erde
vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der
Arche war.
Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden
hundertundfünfzig Tage.
Ende der Sintflut. Noahs Opfer.
Verheißung des Herrn
Kapitel 8
Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an
alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf
Erden kommen, und die Wasser fielen.
Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den
Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt.
Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab
nach hundertundfünfzig Tagen.
Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich
die Arche nieder auf das Gebirge Ararat.
Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den
zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die
Spitzen der Berge hervor.
Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das
Fenster auf, das er gemacht hatte,
und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin
und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden.
Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu
erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen
konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser
auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie
zu sich in die Arche.
Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ
abermals eine Taube fliegen aus der Arche.
Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt
hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Schnabel. Da merkte
Noah, daß die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ
eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.
Im sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten
Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. Da
tat Noah das Dach von der Arche und sah, daß der Erdboden
trocken war.
Und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war
die Erde ganz trocken.
Da redete Gott mit Noah und sprach:
Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und
die Frauen deiner Söhne mit dir.
Alles Getier, das bei dir ist, von allem Fleisch, an
Vögeln, an Vieh und allem Gewürm, das auf Erden
kriecht, das gehe heraus mit dir, daß sie sich regen auf
Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden.
So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner
Frau und den Frauen seiner Söhne,
dazu alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und
alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche,
ein jedes mit seinesgleichen.
Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem
reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte
Brandopfer auf dem Altar.
Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in
seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen
um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des
menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich
will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich
getan habe.
Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat
und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Gottes Bund mit Noah
Kapitel 9
Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach:
Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.
Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren
auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über
allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen
im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.
Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie
das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben.
Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem
sein Leben ist!
Auch will ich euer eigen Blut, das ist das Leben eines
jeden unter euch, rächen und will es von allen Tieren
fordern und will des Menschen Leben fordern von einem jeden
Menschen.
Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch
durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu
seinem Bilde gemacht.
Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden,
daß euer viel darauf werden.
Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit
ihm:
Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren
Nachkommen
und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln,
an Vieh und an allen Tieren des Feldes bei euch, von allem, was
aus der Arche gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden.
Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, daß
hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll durch die
Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll,
die die Erde verderbe.
Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes,
den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem
lebendigen Getier bei euch auf ewig:
Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das
Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
Und wenn es kommt, daß ich Wetterwolken über
die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den
Wolken.
Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und
euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, daß
hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe.
Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich
ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem
lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist.
Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes,
den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf
Erden.
Noahs Fluch und Segen über seine Söhne
Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind
diese: Sem, Ham und Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans.
Das sind die drei Söhne Noahs; von Ihnen kommen her
alle Menschen auf Erden.
Noah aber, der Ackermann, pflanzte als erster einen
Weinberg.
Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im
Zelt aufgedeckt.
Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße
sah, sagte er's seinen beiden Brüdern draußen.
Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf
ihrer beider Schultern und gingen rückwärts hinzu und
deckten ihres Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war
abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße nicht sähen.
Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was
ihm sein jüngster Sohn angetan hatte,
sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern
ein Knecht aller Knechte!
Und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sems, und
Kanaan sei sein Knecht!
Gott breite Japheth aus und lasse ihn wohnen in den Zelten
Sems, und Kanaan sei sein Knecht!
Noah aber lebte nach der Sintflut
dreihundertundfünfzig Jahre,
daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig
Jahre, und starb.
Die Völkertafel
Kapitel 10
Dies ist das Geschlecht der Söhne Noahs: Sem, Ham und
Japheth. Und es wurden ihnen Söhne geboren nach der
Sintflut.
Die Söhne Japheths sind diese: Gomer, Magog,
Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras.
Die Söhne Gomers sind diese: Aschkenas, Riphath und
Togarma.
Die Söhne Jawans sind diese: Elischa, Tarsis, die
Kittiter und die Rodaniter.
Von diesen haben sich ausgebreitet die Bewohner der Inseln
der Heiden. Das sind die Söhne Japheths nach ihren Ländern,
ihren Sprachen, Geschlechtern und Völkern.
Die Söhne Hams sind diese: Kusch, Mizraim, Put
und Kanaan.
Und die Söhne des Kusch sind diese: Seba, Hewila,
Sabta, Ragma und Sabtecha. Aber die Söhne Ragmas sind diese:
Saba und Dedan.
Kusch aber zeugte den Nimrod. Der war der erste, der Macht
gewann auf Erden,
und war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN. Daher
spricht man: Das ist ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN wie
Nimrod.
Und der Anfang seines Reichs war Babel, Erech, Akkad und
Kalne im Lande Sinear.
Von diesem Lande ist er nach Assur gekommen und baute
Ninive und Rehoboth-Ir und Kelach,
dazu Resen zwischen Ninive und Kelach. Das ist die große
Stadt.
Mizraim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter,
die Naphtuhiter,
die Pathrusiter, die Kasluhiter und die Kaphtoriter; von
denen sind gekommen die Philister.
Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Heth
und den Jebusiter, den Amoriter, den Girgasiter,
den Hewiter, den Arkiter, den Siniter,
den Arwaditer, den Zemariter und den Hamathiter. Nachher
haben sich die Geschlechter der Kanaaniter weiter ausgebreitet,
und ihre Grenzen waren von Sidon in der Richtung auf Gerar
bis nach Gaza, in der Richtung auf Sodom, Gomorra, Adma, Zeboїm
bis nach Lascha.
Das sind die Söhne Hams nach ihren Geschlechtern,
Sprachen, Ländern und Völkern.
Sem aber, dem Vater aller Söhne Ebers,
Japheths älterem Bruder, wurden auch Söhne geboren.
Und dies sind seine Söhne: Elam, Assur, Arpachschad,
Lud und Aram.
Aber die Söhne Arams sind diese: Uz, Hul, Gether und
Masch.
Arpachschad aber zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber.
Eber wurden zwei Söhne geboren. Einer hieß
Peleg, weil zu seiner Zeit die Erde zerteilt wurde; und sein
Bruder hieß Joktan.
Und Joktan zeugte Almodad, Schaleph, Hazarmaweth, Jerach,
Adoram, Usal, Dikla,
Obal, Abimaёl,
Saba,
Ophir, Hewila und Jobab. Das sind alles Söhne
Joktans.
Und ihre Wohnsitze waren von Mescha bis man kommt nach
Sephar, an das Gebirge im Osten.
Das sind die Söhne Sems nach ihren Geschlechtern,
Sprachen, Ländern und Völkern.
Das sind nun die Nachkommen der Söhne Noahs
nach ihren Geschlechtern und Völkern. Von denen her haben
sich ausgebreitet die Völker auf Erden nach der Sintflut.
Der Turmbau zu Babel
Kapitel 11
Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im
Lande Sinear und wohnten daselbst.
Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, laßt uns
Ziegel streichen und brennen! - und nahmen Ziegel als Stein und
Erdharz als Mörtel
und sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen
Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns
einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle
Länder.
Da fuhr der HERR hernieder, daß er sähe die
Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.
Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und
einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres
Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von
allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort ihre
Sprache verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe!
So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder,
daß sie aufhören mußten, die Stadt zu bauen.
Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst
verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut
hat in alle Länder.
Geschlechtsregister von Sem bis Abram
Dies ist das Geschlecht Sems: Sem war 100 Jahre alt und
zeugte Arpachschad zwei Jahre nach der Sintflut
und lebte danach 500 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Arpachschad war 35 Jahre alt und zeugte Schelach
und lebte danach 403 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Schelach war 30 Jahre alt und zeugte Eber
und lebte danach 403 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Eber war 34 Jahre alt und zeugte Peleg
und lebte danach 430 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Peleg war 30 Jahre alt und zeugte Regu
und lebte danach 209 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Regu war 32 Jahre alt und zeugte Serug
und lebte danach 207 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Serug war 30 Jahre alt und zeugte Nahor
und lebte danach 200 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Nahor war 29 Jahre alt und zeugte Tharah
und lebte danach 119 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
Tharah war 70 Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran.
Tharahs Geschlecht. Sein Zug von Ur nach Haran
Dies ist das Geschlecht Tharahs: Tharah zeugte Abram,
Nahor und Haran; und Haran zeugte Lot.
Haran aber starb vor seinem Vater Tharah in seinem
Vaterland zu Ur in Chaldäa.
Da nahmen sich Abram und Nahor Frauen. Abrams Frau hieß
Sarai und Nahors Frau Milka, Harans Tochter, der der Vater war
der Milka und der Jiska.
Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind.
Da nahm Tharah seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn
seines Sohnes Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau
seines Sohnes Abram, und führte sie aus Ur in Chaldäa,
um ins Land Kanaan zu ziehen. Und sie kamen nach Haran und
wohnten dort.
Und Tharah wurde zweihundertundfünf Jahre alt und
starb in Haran.
Abrams Berufung und Zug nach Kanaan
Kapitel 12
Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und
von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein
Land, das ich dir zeigen will.
Und ich will dich zum großen Volk machen und will
dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du
sollst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich
verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle
Geschlechter auf Erden.
Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte,
und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre
alt, als er aus Haran zog.
So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruder
Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die
Leute, die sie erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins
Land Kanaan zu reisen. Und sie kamen in das Land,
und Abram durchzog das Land bis an die Stätte bei
Sichem, bis zur Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die
Kanaaniter im Lande.
Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen
Nachkommen will ich dies Land geben. Und er baute dort einen
Altar dem HERRN, der ihm erschienen war.
Danach brach er von dort auf ins Gebirge östlich der
Stadt Bethel und schlug sein Zelt auf, so daß er Bethel im
Westen und Ai im Osten hatte, und baute dort dem HERRN einen
Altar und rief den Namen des HERRN an.
Danach zog Abram weiter ins Südland.
Abram und Sarai in Ägypten
Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abram
hinab nach Ägypten, daß er sich dort als ein Fremdling
aufhielte; denn der Hunger war groß im Lande.
Und als er nahe an Ägypten war, sprach er zu Sarai,
seiner Frau: Siehe, ich weiß, daß du ein schönes
Weib bist.
Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen:
Das ist seine Frau -, und werden mich umbringen und dich leben
lassen.
So sage doch, du seist meine Schwester, auf daß
mir's wohlgehe um deinetwillen und ich am Leben bleibe um
deinetwillen.
Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die
Ägypter, daß seine Frau sehr schön war.
Und die großen des Pharao sahen sie und priesen sie
vor ihm. Da wurde sie in das Haus des Pharao gebracht.
Und er tat Abram Gutes um ihretwillen; und er bekam
Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und
Kamele.
Aber der HERR plagte den Pharao und sein Haus mit großen
Plagen um Sarais, Abrams Frau, willen.
Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm:
Warum hast du mir das angetan? Warum sagtest du mir nicht, daß
sie deine Frau ist?
Warum sprachst du denn: Sie ist meine Schwester -, so daß
ich sie mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da hast du deine Frau;
nimm sie und zieh hin.
Und der Pharao bestellte Leute um seinetwillen, daß
sie ihn geleiteten und seine Frau und alles, was er hatte.
Abram und Lot trennen sich
Kapitel 13
So zog Abram herauf aus Ägypten mit seiner Frau und
mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Südland.
Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
Und er zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel,
an die Stätte, wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und
Ai,
eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet
hatte. Dort rief er den Namen des HERRN an.
Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und
Rinder und Zelte.
Und das Land konnte es nicht ertragen, daß sie
beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß, und sie
konnten nicht beieinander wohnen.
Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh
und den Hirten von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die
Kanaaniter und Perisiter im Lande.
Da sprach Abram zu Lot: Laß doch nicht Zank sein
zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn
wir sind Brüder.
Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von
mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst
du zur Rechten, so will ich zur Linken.
Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am
Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie
wasserreich, bis man nach Zoar kommt, wie der Garten des HERRN,
gleichwie Ägyptenland.
Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und
zog nach Osten. Also trennte sich ein Bruder von dem andern,
so daß Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den
Städten am unteren Jordan. Und Lot zog mit seinen Zelten bis
nach Sodom.
Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten
sehr wider den HERRN.
Der Herr wiederholt seine Verheißung an Abram
Als nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR
zu Abram: Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus,
wo du wohnst, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach
Westen.
Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen
Nachkommen geben für alle Zeit
und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden.
Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch
deine Nachkommen zählen.
Darum mach dich auf und durchzieh das Land in die Länge
und Breite, denn dir will ich's geben.
Und Abram zog weiter mit seinem Zelt und kam und wohnte im
Hain Mamre, der bei Hebron ist, und baute dort dem HERRN einen
Altar.
Abram errettet Lot und wird von Melchisedek gesegnet
Kapitel 14
Und es begab sich zu der Zeit des Königs Amraphel von
Sinear, Arjochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomers, des
Königs von Elam, und Tidals, des Königs von Völkern,
daß sie Krieg führten mit Bera, dem König
von Sodom, und mit Birscha, dem König von Gomorra, und mit
Schinab, dem König von Adma, und mit Schemeber, dem König
von Zeboїm, und
mit dem König von Bela, das ist Zoar.
Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das
Salzmeer ist.
Denn sie waren zwölf Jahre dem König
Kedor-Laomer untertan gewesen, und im dreizehnten Jahr waren sie
von ihm abgefallen.
Darum kamen Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm
waren, im vierzehnten Jahr und schlugen die Rephaiter zu
Aschtaroth-Karnajim und die Susiter zu Ham und die Emiter in der
Ebene Kirjathajim
und die Horiter auf ihrem Gebirge Seїr
bis El-Paran, das an die Wüste stößt.
Danach wandten sie um und kamen nach En-Mischpat, das ist
Kadesch, und schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die
Amoriter, die zu Hazezon-Thamar wohnten.
Da zogen aus der König von Sodom, der König
von Gomorra, der König von Adma, der König von Zeboїm
und der König von Bela, das ist Zoar, und rüsteten
sich, zu kämpfen im Tal Siddim
mit Kedor-Laomer, dem König von Elam, und mit Tidal,
dem König von Völkern, und mit Amraphel, dem König
von Sinear, und mit Arjoch, dem König von Ellasar, vier
Könige gegen fünf.
Das Tal Siddim aber hatte viele Erdharzgruben. Und die
Könige von Sodom und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen
und fielen da hinein, und was übrigblieb, floh auf das
Gebirge.
Da nahmen sie alle Habe von Sodom und Gomorra und alle
Vorräte und zogen davon.
Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Brudersohn, und seine
Habe, denn er wohnte in Sodom, und zogen davon.
Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram
an, dem Hebräer, der da wohnte im Hain Mamres, des
Amoriters, des Bruders von Eschkol und Aner. Diese waren mit
Abram im Bund.
Als nun Abram hörte, daß seines Bruders Sohn
gefangen war, wappnete er seine Knechte, dreihundertundachtzehn,
in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis Dan
und teilte seine Schar, fiel des Nachts über sie her
mit seinen Knechten und schlug sie und jagte sie bis nach Hoba,
das nördlich der Stadt Damaskus liegt.
Und er brachte alle Habe wieder zurück, dazu auch
Lot, seines Bruders Sohn, mit seiner Habe, auch die Frauen und
das Volk.
Als er nun zurückkam von dem Sieg über
Kedor-Laomer und die Könige mit ihm, ging ihm entgegen der
König von Sodom in das Tal Schawe, das ist das Königstal.
Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und
Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten
und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom
höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat;
und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in
deine Hand gegeben hat. Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die
Leute, die Güter behalte für dich!
Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe
meine Hand auf zu dem HERRN, dem höchsten Gott, der Himmel
und Erde geschaffen hat,
daß ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden
noch einen Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagest, du
habest Abram reich gemacht,
ausgenommen, was die Knechte verzehrt haben; doch laß
die Männer Aner, Eschkol und Mamre, die mit mir gezogen
sind, ihr Teil nehmen.
Gott verheißt Abram einen Sohn und gewährt ihm
den Bund
Kapitel 15
Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram
das Wort des HERRN kam in einer Offenbarung: Fürchte dich
nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer
Lohn.
Abram sprach aber: HERR, mein Gott, was willst du mir
geben? Ich gehe dahin ohne Kinder, und mein Knecht Eliёser
von Damaskus wird mein Haus besitzen.
Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen
gegeben; und siehe, einer von meinen Knechten wird mein Erbe
sein.
Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe
sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein
Erbe sein.
Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Sieh gen
Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und
sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!
Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur
Gerechtigkeit.
Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich
aus Ur in Chaldäa geführt hat, auf daß ich dir
dies Land zu besitzen gebe.
Abram aber sprach: HERR, mein Gott, woran soll ich merken,
daß ich's besitzen werde?
Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige
Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder,
eine Turteltaube und eine andere Taube.
Und er brachte ihm dies alles und zerteilte es in der
Mitte und legte je einen Teil dem andern gegenüber; aber die
Vögel zerteilte er nicht.
Und die Raubvögel stießen hernieder auf die
Stücke, aber Abram scheuchte sie davon.
Als nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein
tiefer Schlaf auf Abram, und siehe, Schrecken und große
Finsternis überfiel ihn.
Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, daß
deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht
das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen
vierhundert Jahre.
Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen.
Danach sollen sie ausziehen mit großem Gut.
Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und
in gutem Alter begraben werden.
Sie aber sollen erst nach vier Menschenaltern wieder
hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht
voll.
Als nun die Sonne untergegangen und es finster
geworden war, siehe, da war ein rauchender Ofen, und eine
Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin.
An dem Tage schloß der HERR einen Bund mit Abram und
sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom
Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat:
die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter,
die Hethiter, die Perisiter, die Rephaiter,
die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die
Jebusiter.
Hagar und Ismael
Kapitel 16
Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber
eine ägyptische Magd, die hieß Hagar.
Und Sarai sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich
verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Geh doch zu
meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme. Und
Abram gehorchte der Stimme Sarais.
Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Magd
Hagar und gab sie Abram, ihrem Mann, zur Frau, nachdem sie zehn
Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatten.
Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie
nun sah, daß sie schwanger war, achtete sie ihre Herrin
gering.
Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir geschieht,
komme über dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme
gegeben; nun sie aber sieht, daß sie schwanger geworden
ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der HERR sei Richter
zwischen mir und dir.
Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter
deiner Gewalt; tu mit ihr, wie dir's gefällt.
Als nun Sarai sie demütigen wollte, floh sie von
ihr.
Aber der Engel des HERRN fand sie bei einer Wasserquelle
in der Wüste, nämlich bei der Quelle am Wege nach
Schur.
Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her,
und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von Sarai, meiner
Herrin, geflohen.
Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder um zu
deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand.
Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine
Nachkommen so mehren, daß sie der großen Menge wegen
nicht gezählt werden können.
Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist
schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen
Namen sollst du Ismael nennen; denn der HERR hat dein Elend
erhört.
Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann
und jedermanns Hand wider ihn, und er wird wohnen all seinen
Brüdern zum Trotz.
Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr
redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiß
hab ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat.
Darum nannte man den Brunnen „Brunnen des
Lebendigen, der mich sieht“. Er liegt zwischen Kadesch und
Bered.
Und Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte
den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael.
Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als ihm Hagar den
Ismael gebar.
Ewiger Bund und neue Namen. Verheißung Isaaks und
Beschneidung
Kapitel 17
Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm
der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott;
wandle vor mir und sei fromm.
Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen
und will dich über alle Maßen mehren.
Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete
weiter mit ihm und sprach:
Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst
ein Vater vieler Völker werden.
Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern
Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater
vieler Völker.
Und ich will dich sehr fruchtbar machen und will aus dir
Völker machen, und auch Könige sollen von dir kommen.
Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir
und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, daß es
ein ewiger Bund sei, so daß ich dein und deiner Nachkommen
Gott bin.
Und ich will dir und deinem Geschlecht nach dir das Land
geben, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu
ewigem Besitz, und will ihr Gott sein.
Und Gott sprach zu Abraham: So haltet nun meinen
Bund, du und deine Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht.
Das aber ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir
und euch und deinem Geschlecht nach dir: Alles, was männlich
ist unter euch, soll beschnitten werden;
eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das Zeichen
sein des Bundes zwischen mir und euch.
Jedes Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr
beschneiden bei euren Nachkommen. Desgleichen auch alles, was an
Gesinde im Hause geboren oder was gekauft ist von irgendwelchen
Fremden, die nicht aus eurem Geschlecht sind.
Beschnitten soll werden alles Gesinde, was dir im Hause
geboren oder was gekauft ist. Und so soll mein Bund an eurem
Fleisch zu einem ewigen Bund werden.
Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an
seiner Vorhaut, wird er ausgerottet werden aus seinem Volk, weil
er meinen Bund gebrochen hat.
Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst
Sarai, deine Frau, nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr
Name sein.
Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will ich dir
einen Sohn geben; ich will sie segnen, und Völker sollen aus
ihr werden und Könige über viele Völker.
Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach
in seinem Herzen: Soll mir mit hundert Jahren ein Kind geboren
werden, und soll Sara, neunzig Jahre alt, gebären?
Und Abraham sprach zu Gott: Ach, daß Ismael möchte
leben bleiben vor dir!
Da sprach Gott: Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen
Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will
ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach
ihm.
Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe,
ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über
alle Maßen mehren. Zwölf Fürsten wird er zeugen,
und ich will ihn zum großen Volk machen.
Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir
Sara gebären soll um diese Zeit im nächsten Jahr.
Und er hörte auf, mit ihm zu reden.
Und Gott fuhr auf von Abraham.
Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle
Knechte, die im Hause geboren, und alle, die gekauft waren, und
alles, was männlich war in seinem Hause, und beschnitt ihre
Vorhaut an eben diesem Tage, wie ihm Gott gesagt hatte.
Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er seine
Vorhaut beschnitt.
Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, als seine
Vorhaut beschnitten wurde.
Eben auf diesen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham,
sein Sohn Ismael,
und was männlich in seinem Hause war, im Hause
geboren und gekauft von Fremden; es wurde alles mit ihm
beschnitten.
Der Herr bei Abraham in Mamre
Kapitel 18
Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er
an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten
war.
Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen
drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen
entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde
und sprach: Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen,
so geh nicht an deinem Knecht vorüber.
Man soll euch ein wenig Wasser bringen, eure Füße
zu waschen, und laßt euch nieder unter dem Baum.
Und ich will euch einen Bissen Brot bringen, daß ihr
euer Herz labet; danach mögt ihr weiterziehen. Denn darum
seid ihr bei eurem Knecht vorübergekommen. Sie sprachen: Tu,
wie du gesagt hast.
Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Eile
und menge drei Maß feinsten Mehls, knete und backe Kuchen.
Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes gutes
Kalb und gab's dem Knechte; der eilte und bereitete es zu.
Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalbe, das er
zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor
ihnen unter dem Baum, und sie aßen.
Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er
antwortete: Drinnen im Zelt.
Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers
Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das
hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes.
Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt,
so daß es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise.
Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt
bin, soll ich noch der Liebe pflegen, und mein Herr ist auch alt!
Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und
spricht: Meinst du, daß es wahr sei, daß ich noch
gebären werde, die ich doch alt bin?
Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um
diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann
soll Sara einen Sohn haben.
Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht -,
denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du
hast gelacht.
Abrahams Fürbitte für Sodom
Da brachen die Männer auf und wandten sich nach
Sodom, und Abraham ging mit ihnen, um sie zu geleiten.
Da sprach der HERR: Wie könnte ich Abraham verbergen,
was ich tun will,
da er doch ein großes und mächtiges Volk werden
soll und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet werden
sollen?
Denn dazu habe ich ihn
auserkoren, daß er seinen Kindern befehle und seinem Hause
nach ihm, daß sie des HERRN Wege halten und tun, was recht
und gut ist, auf daß der HERR auf Abraham kommen lasse, was
er ihm verheißen hat.
Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über
Sodom und Gomorra, daß ihre Sünden sehr schwer sind.
Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan
haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's
nicht so sei, damit ich's wisse.
Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen nach
Sodom.
Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN
und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten
mit dem Gottlosen umbringen?
Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der
Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben
um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?
Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest
den Gerechten mit dem Gottlosen, so daß der Gerechte wäre
gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der
Richter aller Welt nicht gerecht richten?
Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom
in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben.
Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich
unterwunden, zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche
bin.
Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig
Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben
um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin
fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben.
Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte
vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen
nichts tun um der vierzig willen.
Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, daß ich noch
mehr rede. Man könnte vielleicht dreißig darin finden.
Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen
nichts tun.
Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit
dem Herrn zu reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin
finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der
zwanzig willen.
Und er sprach: Ach, zürne nicht, Herr, daß ich
nur noch einmal rede. Man könnte vielleicht zehn darin
finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn
willen.
Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte,
mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
Untergang von Sodom und Gomorra.
Lots Errettung
Kapitel 19
Die zwei Engel kamen nach Sodom am Abend; Lot aber saß
zu Sodom unter dem Tor. Und als er sie sah, stand er auf, ging
ihnen entgegen und neigte sich bis zur Erde
und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein im Hause
eures Knechts und bleibt über Nacht; laßt eure Füße
waschen und brecht frühmorgens auf und zieht eure Straße.
Aber sie sprachen: Nein, wir wollen über Nacht im Freien
bleiben.
Da nötigte er sie sehr, und sie kehrten zu ihm ein
und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und backte
ungesäuerte Kuchen, und sie aßen.
Aber ehe sie sich legten, kamen die Männer der
Stadt Sodom und umgaben das Haus, jung und alt, das ganze Volk
aus allen Enden,
und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer,
die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu
uns, daß wir uns über sie her machen.
Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß
die Tür hinter sich zu
und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!
Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von
keinem Manne; die will ich herausgeben unter euch, und tut mit
ihnen, was euch gefällt; aber diesen Männern tut
nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Dachs
gekommen.
Sie aber sprachen: Weg mit dir! Und sprachen auch: Du bist
der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir
wollen dich noch übler plagen als jene. Und sie drangen hart
ein auf den Mann Lot. Doch als sie hinzuliefen und die Tür
aufbrechen wollten,
griffen die Männer hinaus und zogen Lot herein zu
sich ins Haus und schlossen die Tür zu.
Und sie schlugen die Leute vor der Tür des Hauses,
klein und groß, mit Blindheit, so daß sie es
aufgaben, die Tür zu finden.
Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du hier
noch einen Schwiegersohn und Söhne und Töchter und wer
dir sonst angehört in der Stadt, den führe weg von
dieser Stätte.
Denn wir werden diese Stätte verderben, weil das
Geschrei über sie groß ist vor dem HERRN; der hat uns
gesandt, sie zu verderben.
Da ging Lot hinaus und redete mit den Männern, die
seine Töchter heiraten sollten: Macht euch auf und geht aus
diesem Ort, denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war
ihnen lächerlich.
Als nun die Morgenröte aufging, drängten
die Engel Lot zur Eile und sprachen: Mach dich auf, nimm deine
Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht
auch umkommst in der Missetat dieser Stadt.
Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn
und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil
der HERR ihn verschonen wollte, und führten ihn hinaus und
ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los.
Und als sie ihn hinausgebracht hatten, sprach der
eine: Rette dein Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch
nicht stehen in dieser ganzen Gegend. Auf das Gebirge rette dich,
damit du nicht umkommst!
Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr!
Siehe, dein Knecht hat Gnade gefunden vor deinen Augen,
und du hast deine Barmherzigkeit groß gemacht, die du an
mir getan hast, als du mich am Leben erhieltest. Ich kann mich
nicht auf das Gebirge retten; es könnte mich sonst das
Unheil ereilen, so daß ich stürbe.
Siehe, da ist eine Stadt nahe, in die ich fliehen kann,
und sie ist klein; dahin will ich mich retten – ist sie
doch klein -, damit ich am Leben bleibe.
Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch darin dich
angesehen, daß ich die Stadt nicht zerstöre, von der
du geredet hast.
Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis
du hineinkommst. Daher ist diese Stadt Zoar genannt.
Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, als Lot nach Zoar
kam.
Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen
vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra
und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und
alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen
war.
Und Lots Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.
Abraham aber machte sich früh am Morgen auf an
den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte,
und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und
alles Land dieser Gegend und schaute, und siehe, da ging ein
Rauch auf vom Lande wie der Rauch von einem Ofen.
Und es geschah, als Gott die Städte in der Gegend
vernichtete, gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den
Städten, die er zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte.
Lot und seine Töchter
Und Lot zog weg von Zoar und blieb auf dem Gebirge mit
seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, in Zoar
zu bleiben; und so blieb er in einer Höhle mit seinen beiden
Töchtern.
Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser
Vater ist alt, und kein Mann ist mehr im Lande, der zu uns
eingehen könnte nach aller Welt Weise.
So komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben
und uns zu ihm legen, daß wir uns Nachkommen schaffen von
unserm Vater.
Da gab sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht.
Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und er
ward's nicht gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.
Am Morgen sprach die ältere zu der jüngeren:
Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Laß uns
ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, daß du
hineingehst und dich zu ihm legst, damit wir uns Nachkommen
schaffen von unserm Vater.
Da gaben sie ihrem Vater auch diese Nacht Wein zu trinken.
Und die jüngere machte sich auch auf und legte sich zu ihm;
und er ward's nicht gewahr, als sie sich legte noch als sie
aufstand.
So wurden die beiden Töchter Lots schwanger
von ihrem Vater.
Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab.
Von dem kommen her die Moabiter bis auf den heutigen Tag.
Und die jüngere gebar auch einen Sohn, den nannte sie
Ben-Ammi. Von dem kommen her die Ammoniter bis auf den heutigen
Tag.
Abraham und Sara bei Abimelech
Kapitel 20
Abraham aber zog von dannen ins Südland und wohnte
zwischen Kadesch und Schur und lebte nun als ein Fremdling zu
Gerar.
Er sagte aber von Sara, seiner Frau: Sie ist meine
Schwester. Da sandte Abimelech, der König von Gerar, hin und
ließ sie holen.
Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach
zu ihm: Siehe, du bist des Todes um des Weibes willen, das du
genommen hast; denn sie ist eines Mannes Ehefrau.
Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach:
Herr, willst du denn auch ein gerechtes Volk umbringen?
Hat er nicht zu mir gesagt: sie ist meine Schwester? Und
sie hat auch gesagt: er ist mein Bruder. Hab ich das doch getan
mit einfältigem Herzen und unschuldigen Händen.
Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiß auch, daß
du das mit einfältigem Herzen getan hast. Darum habe ich
dich auch behütet, daß du nicht wider mich sündigtest,
und habe es nicht zugelassen, daß du sie berührtest.
So gib nun dem Mann seine Frau wieder, denn er ist ein
Prophet, und laß ihn für dich bitten, so wirst du am
Leben bleiben. Wenn du sie aber nicht wiedergibst, so wisse, daß
du des Todes sterben mußt und alles, was dein ist.
Da stand Abimelech früh am Morgen auf und rief
alle seine Großen und sagte dieses alles vor ihren Ohren.
Und die Männer fürchteten sich sehr.
Und Abimelech rief Abraham auch herzu und sprach zu ihm:
Warum hast du uns das angetan? Und was habe ich an dir gesündigt,
daß du eine so große Sünde wolltest auf mich und
mein Reich bringen? Du hast an mir gehandelt, wie man nicht
handeln soll.
Und Abimelech sprach weiter zu Abraham: Wie bist du dazu
gekommen, daß du solches getan hast?
Abraham sprach: Ich dachte, gewiß ist keine
Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich um meiner Frau
willen umbringen.
Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester, denn sie ist
meines Vaters Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter; so ist
sie meine Frau geworden.
Als mich aber Gott aus meines Vaters Hause wandern hieß,
sprach ich zu ihr: Die Liebe tu mir an, daß, wo wir
hinkommen, du von mir sagst, ich sei dein Bruder.
Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und
Mägde und gab sie Abraham und gab ihm Sara, seine Frau,
wieder
und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo
dir's wohlgefällt.
Und zu Sara sprach er: Siehe da, ich habe deinem Bruder
tausend Silberstücke gegeben; siehe, das soll eine Decke
sein über den Augen aller, die bei dir sind, dir zugute.
Damit ist dir bei allen Recht verschafft.
Abraham aber betete zu Gott. Da heilte Gott Abimelech und
seine Frau und seine Mägde, daß sie wieder Kinder
gebaren.
Denn der HERR hatte zuvor hart verschlossen jeden
Mutterschoß im Hause Abimelechs um Saras, Abrahams Frau,
willen.
Isaaks Geburt
Kapitel 21
Und der HERR suchte Sara heim, wie er gesagt hatte, und
tat an ihr, wie er geredet hatte.
Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham in seinem
Alter einen Sohn um die Zeit, von der Gott zu ihm geredet hatte.
Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren war,
Isaak, den ihm Sara gebar,
und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten
hatte.
Hundert Jahre war Abraham alt, als ihm sein Sohn Isaak
geboren wurde.
Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn
wer es hören wird, der wird über mich lachen.
Und sie sprach: Wer hätte wohl von Abraham gesagt,
daß Sara Kinder stille! Und doch habe ich ihm einen Sohn
geboren in seinem Alter.
Austreibung Ismaels und seiner Mutter
Und das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Und
Abraham machte ein großes Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt
wurde.
Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägypterin, den sie
Abraham geboren hatte, wie er Mutwillen trieb.
Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem
Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn
Isaak.
Das Wort mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes
willen.
Aber Gott sprach zu ihm: Laß es dir nicht mißfallen
wegen des Knaben und der Magd. Alles, was Sara dir gesagt hat,
dem gehorche; denn nur nach Isaak soll dein Geschlecht benannt
werden.
Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen,
weil er dein Sohn ist.
Da stand Abraham früh am Morgen auf und nahm
Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre
Schulter, dazu den Knaben, und schickte sie fort. Da zog sie hin
und irrte in der Wüste umher bei Beerseba.
Als nun das Wasser in dem Schlauch ausgegangen war, warf
sie den Knaben unter einen Strauch
und ging hin und setzte sich gegenüber von ferne,
einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: Ich kann nicht
ansehen des Knaben Sterben. Und sie setzte sich gegenüber
und erhob ihre Stimme und weinte.
Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel
Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir,
Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die
Stimme des Knaben, der dort liegt.
Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner
Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen.
Und Gott tat ihr die Augen auf, daß sie einen
Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch
mit Wasser und tränkte den Knaben.
Und Gott war mit dem Knaben. Der wuchs heran und wohnte in
der Wüste und wurde ein guter Schütze.
Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter
nahm ihm eine Frau aus Ägyptenland.
Abrahams Bund mit Abimelech
Zu der Zeit redete Abimelech zusammen mit Pichol, seinem
Feldhauptmann, zu Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem,
was du tust.
So schwöre mir nun bei Gott, daß du mir und
meinen Söhnen und meinen Enkeln keine Untreue erweisen
wollest, sondern die Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe,
an mir auch tust und an dem Lande, darin du ein Fremdling bist.
Da sprach Abraham: Ich will schwören.
Und Abraham stellte Abimelech zur Rede um des
Wasserbrunnens willen, den Abimelechs Knechte mit Gewalt genommen
hatten.
Da antwortete Abimelech: Ich habe es nicht gewußt,
wer das getan hat; weder hast du mir's angesagt, noch hab ich's
gehört bis heute.
Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech,
und die beiden schlossen einen Bund miteinander.
Und Abraham stellte sieben Lämmer besonders.
Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben
Lämmer, die du besonders gestellt hast?
Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner
Hand nehmen, damit sie für mich ein Zeugnis seien, daß
ich diesen Brunnen gegraben habe.
Daher heißt die Stätte Beerseba, weil sie beide
miteinander da geschworen haben.
Und so schlossen sie den Bund zu Beerseba.
Da machten sich auf Abimelech und Pichol, sein
Feldhauptmann, und zogen wieder in der Philister Land.
Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum in Beerseba und
rief dort den Namen des HERRN, des ewigen Gottes, an.
Und er war ein Fremdling in der Philister Lande eine lange
Zeit.
Abrahams Versuchung. Bestätigung der Verheißung
Kapitel 22
Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach
zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du
liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum
Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.
Da stand Abraham früh am Morgen auf und
gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und
seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich
auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte.
Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die
Stätte von ferne
und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem
Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir
angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.
Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte
es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer
in seine Hand; und gingen die beiden miteinander.
Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater!
Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach:
Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum
Brandopfer?
Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein
Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.
Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott
gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz
darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben
auf das Holz
und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß
er seinen Sohn schlachtete.
Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und
sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm
nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest
und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.
Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter
sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging
hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines
Sohnes Statt.
Und Abraham nannte die Stätte: «Der
HERR sieht».
Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht.
Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom
Himmel her
und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht
der HERR: Weil du solches getan hast und hast deines einzigen
Sohnes nicht verschont,
will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne
am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine
Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen;
und durch dein Geschlecht
sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner
Stimme gehorcht hast.
So kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie
machten sich auf und zogen miteinander nach Beerseba, und Abraham
blieb daselbst.
Die Nachkommen Nahors
Nach diesen Geschichten begab sich's, daß Abraham
angesagt wurde: Siehe, Milka hat auch Söhne geboren deinem
Bruder Nahor,
nämlich Uz, den Erstgeborenen, und Bus, seinen
Bruder, und Kemuёl, von dem die Aramäer herkommen,
und Kesed und Haso und Pildasch und Jidlaph und Bethuёl.
Bethuёl aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka
dem Nahor, Abrahams Bruder.
Und seine Nebenfrau, mit Namen Rehuma, gebar auch, nämlich
den Tebach, Gaham, Tahasch und Maacha.
Sara stirbt. Abraham erwirbt ein Erbbegräbnis
Kapitel 23
Sara wurde hundertsiebenundzwanzig Jahre alt
und starb in Kirjath-Arba – das ist Hebron –
im Lande Kanaan. Da kam Abraham, daß er sie beklagte und
beweinte.
Danach stand er auf von seiner Toten und redete mit
den Hethitern und sprach:
Ich bin ein Fremdling und Beisasse bei euch; gebt mir ein
Erbbegräbnis bei euch, daß ich meine Tote hinaustrage
und begrabe.
Da antworteten die Hethiter Abraham und sprachen zu ihm:
Höre uns, lieber Herr! Du bist ein Fürst Gottes
unter uns. Begrabe deine Tote in einem unserer vornehmsten
Gräber; kein Mensch unter uns wird dir wehren, daß du
in seinem Grabe deine Tote begrabest.
Da stand Abraham auf und verneigte sich vor dem
Volk des Landes, vor den Hethitern.
Und er redete mit ihnen und sprach: Gefällt es euch,
daß ich meine Tote hinaustrage und begrabe, so höret
mich und bittet für mich Ephron, den Sohn Zohars,
daß er mir gebe seine Höhle in Machpela, die am
Ende seines Ackers liegt; er gebe sie mir um Geld, soviel sie
wert ist, zum Erbbegräbnis unter euch.
Ephron aber saß unter den Hethitern. Da antwortete
Ephron, der Hethiter, dem Abraham vor den Ohren der Hethiter, vor
allen, die beim Tor seiner Stadt versammelt waren, und sprach:
Nein, mein Herr, sondern höre mir zu! Ich schenke dir
den Acker und die Höhle darin und übergebe dir's vor
den Augen der Söhne meines Volks, um deine Tote dort zu
begraben.
Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des Landes
und redete mit Ephron, so daß das Volk des Landes es
hörte, und sprach: Willst du ihn mir lassen, so bitte ich,
nimm von mir das Geld für den Acker, das ich dir gebe, so
will ich meine Tote dort begraben.
Ephron antwortete Abraham und sprach zu ihm:
Mein Herr, höre mich doch! Das Feld ist vierhundert
Lot Silber wert; was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe
nur deine Tote!
Abraham gehorchte Ephron und wog ihm sie Summe dar, die er
genannt hatte vor den Ohren der Hethiter, vierhundert Lot Silber
nach dem Gewicht, das im Kauf gang und gäbe war.
So wurde Ephrons Acker in Machpela östlich von
Mamre Abraham zum Eigentum bestätigt, mit der Höhle
darin und mit allen Bäumen auf dem Acker umher,
vor den Augen der Hethiter und aller, die beim Tor seiner
Stadt versammelt waren.
Danach begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Höhle
des Ackers in Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im
Lande Kanaan.
So wurden Abraham der Acker und die Höhle darin zum
Erbbegräbnis bestätigt von den Hethitern.
Rebekka wird Isaaks Frau
Kapitel 24
Abraham war alt und hochbetagt, und der HERR hatte ihn
gesegnet allenthalben.
Und er sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses,
der allen seinen Gütern vorstand: Lege deine Hand unter
meine Hüfte
und schwöre mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels
und der Erde, daß du meinem Sohn keine Frau nehmest von den
Töchtern der Kanaaniter, unter denen ich wohne,
sondern daß du ziehest in mein Vaterland und zu
meiner Verwandtschaft und nehmest meinem Sohn Isaak dort eine
Frau.
Der Knecht sprach: Wie, wenn das Mädchen mir
nicht folgen wollte in dies Land, soll ich dann deinen Sohn
zurückbringen in jenes Land, von dem du ausgezogen bist?
Abraham sprach zu ihm: Davor hüte dich, daß du
meinen Sohn wieder dahin bringest!
Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters
Hause genommen hat und von meiner Heimat, der mir zugesagt und
mir auch geschworen hat: Dies Land will ich deinen Nachkommen
geben -, der wird seinen Engel vor dir her senden, daß du
meinem Sohn dort eine Frau nehmest.
Wenn aber das Mädchen dir nicht folgen will, so bist
du dieses Eides ledig. Nur bringe meinen Sohn nicht wieder
dorthin!
Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte
Abrahams, seines Herrn, und schwor es ihm.
So nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen
seines Herrn und zog hin und hatte mit sich allerlei Güter
seines Herrn und machte sich auf und zog nach Mesopotamien, zu
der Stadt Nahors.
Da ließ er die Kamele sich lagern draußen vor
der Stadt bei dem Wasserbrunnen des Abends um die Zeit, da die
Frauen pflegten herauszugehen und Wasser zu schöpfen.
Und er sprach: HERR, du Gott Abrahams, meines Herrn, laß
es mir heute gelingen und tu Barmherzigkeit an Abraham, meinem
Herrn!
Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und die
Töchter der Leute in dieser Stadt werden herauskommen, um
Wasser zu schöpfen.
Wenn nun ein Mädchen kommt, zu dem ich spreche: Neige
deinen Krug und laß mich trinken, und es sprechen wird:
Trinke, ich will deine Kamele auch tränken -, das sei die,
die du deinem Diener Isaak beschert hast, und daran werde ich
erkennen, daß du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan hast.
Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus
Rebekka, die Tochter Bethuёls, der ein Sohn der Milka war,
die die Frau Nahors, des Bruders Abrahams, war, und trug einen
Krug auf ihrer Schulter.
Und das Mädchen war sehr schön von Angesicht,
eine Jungfrau, die noch von keinem Manne wußte. Die stieg
hinab zum Brunnen und füllte den Krug und stieg herauf.
Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Laß mich
ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken.
Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und eilends ließ
sie den Krug hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken.
Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich
will deinen Kamelen auch schöpfen, bis sie alle genug
getrunken haben.
Und eilte und goß den Krug aus in die Tränke
und lief abermals zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte
allen seinen Kamelen.
Der Mann aber betrachtete sie und schwieg still,
bis er erkannt hätte, ob der HERR zu seiner Reise Gnade
gegeben hätte oder nicht.
Als nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen
goldenen Stirnreif, sechs Gramm schwer, und zwei goldene
Armreifen für ihre Hände, hundertundzwanzig Gramm
schwer,
und sprach: Wessen Tochter bist du? Das sage mir doch!
Haben wir auch Raum in deines Vaters Hause, um zu herbergen?
Sie sprach zu ihm: Ich bin die Tochter Bethuёls, des
Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren hat.
Und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter
bei uns und Raum genug, um zu herbergen.
Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an
und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott Abrahams, meines
Herrn, der seine Barmherzigkeit und seine Treue von meinem Herrn
nicht hat weichen lassen; denn der HERR hat mich geradeswegs
geführt zum Hause des Bruders meines Herrn.
Und das Mädchen lief und sagte dies alles in ihrer
Mutter Hause.
Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß
Laban; und Laban lief zu dem Mann draußen bei dem Brunnen.
Denn als er den Stirnreif und die Armreifen an den Händen
seiner Schwester gesehen hatte und die Worte Rebekkas, seiner
Schwester, gehört hatte: So hat mir der Mann gesagt -, da
kam er zu dem Mann, und siehe, er stand bei den Kamelen am
Brunnen.
Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum
stehst du draußen? Ich habe das Haus bereitet und für
die Kamele auch Raum gemacht.
Da führte er den Mann ins Haus und zäumte die
Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter, dazu auch Wasser, zu
waschen seine Füße und die Füße der Männer,
die mit ihm waren.
Und man setzte ihm Essen vor. Er sprach aber: Ich
will nicht essen, bis ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie
antworteten: Sage an!
Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht.
Und der HERR hat meinen Herrn reich gesegnet, daß er
groß geworden ist, und hat ihm Schafe und Rinder, Silber
und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben.
Dazu hat Sara, die Frau meines Herrn, einen Sohn geboren
meinem Herrn in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er
hat.
Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt:
Du sollst meinem Sohn keine Frau nehmen von den Töchtern der
Kanaaniter, in deren Land ich wohne,
sondern zieh hin zu meines Vaters Hause und zu meinem
Geschlecht; dort nimm meinem Sohn eine Frau.
Ich sprach aber zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Mädchen
nicht folgen will?
Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird
seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, daß
du meinem Sohn eine Frau nehmest von meiner Verwandtschaft und
meines Vaters Hause.
Dann sollst du deines Eides ledig sein: Wenn du zu meiner
Verwandtschaft kommst und sie geben sie dir nicht, so bist du
deines Eides ledig.
So kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, du
Gott Abrahams, meines Herrn, hast du Gnade zu meiner Reise
gegeben, auf der ich bin,
siehe, so stehe ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun
ein Mädchen herauskommt, um zu schöpfen, und ich zu ihr
spreche: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug,
und sie sagen wird: Trinke du, ich will deinen Kamelen
auch schöpfen -, das sei die Frau, die der HERR dem Sohn
meines Herrn beschert hat.
Ehe ich nun diese Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen,
siehe, da kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Schulter
und geht hinab zum Brunnen und schöpft. Da sprach ich zu
ihr: Gib mir zu trinken.
Und sie nahm eilends den Krug von ihrer Schulter und
sprach: Trinke, und deine Kamele will ich auch tränken. Da
trank ich, und sie tränkte die Kamele auch.
Und ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du? Sie
antwortete: Ich bin die Tochter Bethuёls, des Sohnes
Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich einen Reif an
ihre Stirn und Armreifen an ihre Hände
und neigte mich und betete den HERRN an und lobte den
HERRN, den Gott Abrahams, meines Herrn, der mich den rechten Weg
geführt hat, daß ich für seinen Sohn die Tochter
des Bruders meines Herrn nehme.
Seid ihr nun die, die an meinem Herrn Freundschaft
und Treue beweisen wollen, so sagt mir's; wenn nicht, so sagt
mir's auch, daß ich mich wende zur Rechten oder zur Linken.
Da antworteten Laban und Bethuёl und
sprachen: Das kommt vom HERRN, darum können wir nichts dazu
sagen, weder Böses noch Gutes.
Da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, daß
sie die Frau sei des Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet
hat.
Als Abrahams Knecht diese Worte hörte, neigte er sich
vor dem HERRN bis zur Erde.
Danach zog er hervor silberne und goldene Kleinode und
Kleider und gab sie Rebekka; auch ihrem Bruder und der Mutter gab
er kostbare Geschenke.
Dann aß und trank er samt den Männern, die mit
ihm waren, und sie blieben über Nacht allda.
Am Morgen aber standen sie auf, und er sprach: Laßt
mich ziehen zu meinem Herrn.
Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch
das Mädchen noch einige Tage bei uns bleiben; danach sollst
du ziehen.
Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der
HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Laßt mich, daß
ich zu meinem Herrn ziehe.
Da sprachen sie: Wir wollen das Mädchen rufen und
fragen, was sie dazu sagt.
Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit
diesem Manne ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will es.
Da ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit
ihrer Amme, samt Abrahams Knecht und seinen Leuten.
Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere
Schwester, wachse zu vieltausendmal tausend, und dein Geschlecht
besitze die Tore seiner Feinde.
So machte sich Rebekka auf mit ihren Mägden, und sie
setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der
Knecht nahm Rebekka und zog von dannen.
Isaak aber war gezogen zum «Brunnen
des Lebendigen, der mich sieht»
und wohnte im Südlande.
Und er war ausgegangen, um zu beten auf dem Felde gegen
Abend, und hob seine Augen auf und sah, daß Kamele
daherkamen.
Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie
eilends vom Kamel
und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns
entgegenkommt auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein
Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.
Und der Knecht erzählte Isaak alles, was er
ausgerichtet hatte.
Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sara
und nahm die Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie
lieb. Also wurde Isaak getröstet über seine Mutter.
Abrahams zweite Ehe. Sein Tod und Begräbnis
Kapitel 25
Abraham nahm wieder eine Frau, die hieß Ketura.
Die gebar ihm Simran und Jokschan, Medan und Midian,
Jischbak und Schuach.
Jokschan aber zeugte Saba und Dedan. Die Söhne Dedans
aber waren: die Aschuriter, die Letuschiter und die Lёumiter.
Die Söhne Midians waren: Epha, Epher, Henoch, Abida
und Eldaa. Diese alle sind Söhne der Ketura.
Und Abraham gab all sein Gut Isaak.
Aber den Söhnen, die er von den Nebenfrauen hatte,
gab er Geschenke und schickte sie noch zu seinen Lebzeiten fort
von seinem Sohn Isaak, nach Osten hin ins Morgenland.
Das ist aber Abrahams Alter, das er erreicht hat:
hundertundfünfundsiebzig Jahre.
Und Abraham verschied und starb in einem guten Alter, als
er alt und lebenssatt war, und wurde zu seinen Vätern
versammelt.
Und es begruben ihn seine Söhne Isaak und Ismael in
der Höhle von Machpela auf dem Acker Ephrons, des Sohnes
Zohars, des Hethiters, die da liegt östlich von Mamre
auf dem Felde, das Abraham von den Hethitern gekauft
hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara, seiner Frau.
Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen
Sohn. Und er wohnte bei dem «Brunnen
des Lebendigen, der mich sieht».
Ismaels Nachkommen
Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den
ihm Hagar gebar, die Magd Saras aus Ägypten;
und dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach denen
ihre Geschlechter genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismaels
Nebajoth, dann Kedar, Adbeel, Mibsam,
Mischma, Duma, Massa,
Hadar, Tema, Jetur, Naphisch und Kedma.
Das sind die Söhne Ismaels mit ihren Namen nach ihren
Gehöften und Zeltdörfern, zwölf Fürsten nach
ihren Stämmen. -
Und das ist das Alter Ismaels: hundertundsiebenunddreißig
Jahre. Und er verschied und starb und wurde versammelt zu seinen
Vätern. -
Und sie wohnten von Hewila an bis nach Schur östlich
von Ägypten nach Assyrien hin. So ließ er sich nieder
all seinen Brüdern zum Trotz.
Esaus und Jakobs Geburt
Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams:
Abraham zeugte Isaak.
Isaak aber war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau
nahm, die Tochter Bethuёls, des Aramäers aus
Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban.
Isaak aber bat den HERRN für seine Frau, denn
sie war unfruchtbar. Und der HERR ließ sich erbitten, und
Rebekka, seine Frau, ward schwanger.
Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem
Leib. Da sprach sie: Wenn mir's so gehen soll, warum bin ich
schwanger geworden? Und sie ging hin, den HERRN zu befragen.
Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in
deinem Leibe, und zweierlei Volk wird sich scheiden aus deinem
Leibe; und ein Volk wird dem andern überlegen sein, und der
Ältere wird dem Jüngeren dienen.
Als nun die Zeit kam, daß sie gebären sollte,
siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe.
Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie
ein Fell, und sie nannten ihn Esau.
Danach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand
die Ferse des Esau, und sie nannten ihn Jakob. Sechzig Jahre alt
war Isaak, als sie geboren wurden.
Und als nun die Knaben groß wurden, wurde
Esau ein Jäger und streifte auf dem Felde umher, Jakob aber
ein gesitteter Mann und blieb bei den Zelten.
Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem
Wildbret; Rebekka aber hatte Jakob lieb.
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war
müde
und sprach zu Jakob: Laß mich essen das rote
Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom.
Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt.
Esau antwortete: Siehe, ich muß doch sterben; was
soll mir da die Erstgeburt?
Jakob sprach: So schwöre mir zuvor. Und er schwor ihm
und verkaufte so Jakob seine Erstgeburt.
Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß
und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau seine
Erstgeburt.
1.
Mose 26-36
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