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DAS ERSTE BUCH DER MAKKABÄER.

Kapitel 9 - 16





Das 9. Kapitel.

Judas fällt im Treffen gegen die Syrer. Sein Bruder Jonathan tritt an seine Stelle. Alcimus stirbt. Vergeblicher Zug des Bacchides.

  1. Mittlerzeit, da Demetrius vernahm, daß * Nikanor mit seinem Heer geschlagen und umkommen war, sandte er wiederum nach Judäa diese zween, + Bacchides und Alcimus, und mit ihnen den Teil seines Kriegsvolks, der auf der rechten Seite stund.

    *Kapitel 7,43. +Kapitel 7,5.8.

  2. Diese zogen gegen Galgala, und belagerten und eroberten Masloth in Arbela, und töteten da viel Leute.

  3. Danach im * hundertundzweiundfünfzigsten Jahr, im ersten Monat, zogen sie gen Jerusalem,

    *Kapitel 1,11.

  4. und von dannen gen Berea mit zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend zu Roß.

  5. Und Judas lagerte sich bei * Laisa mit dreitausend auserlesenen Leuten.

    *Jesaja 10,30.

  6. Da aber sein Volk sah, daß die Feinde eine solche große Macht hatten, erschraken sie und flohen davon, daß nicht mehr bei Judas blieben denn achthundert Mann.

  7. Da Judas sah, daß sein Heer nicht bei einander blieb, und doch die Feinde auf ihn drangen, ward ihm bang. Und da er sah, daß er nicht Raum hatte, sein Volk wieder zusammenzubringen,

  8. sprach er in dieser Angst zu den übrigen: Auf, und laßt uns versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen möchten!

  9. Aber sie wollten nicht, und wehreten ihm und sprachen: Es ist nicht möglich, daß wir etwas schaffen; sondern laßt uns auf diesmal weichen, und wieder abziehen, und unsre Brüder, die von uns gelaufen sind, wieder zusammenbringen; dann wollen wir wiederum an die Feinde ziehen und sie angreifen; jetzt sind unser viel zu wenig.

  10. Aber Judas sprach: Das sei ferne, daß wir fliehen sollten! Ist unsre Zeit kommen, so wollen wir ritterlich sterben um unsrer Brüder willen, und unsre Ehre nicht lassen zu Schanden werden.

  11. Und die Feinde waren auf und machten ihre Ordnung also: Im Vorzug waren die Schleuderer und Bogenschützen, und die besten Krieger stunden vorn an der Spitze. Die Reiterei war geteilet in zween Haufen, auf jede Seite einen.

  12. Der Hauptmann Bacchides war auf der rechten Seite. Mit dieser Ordnung zogen sie daher mit großem Geschrei und Trompeten.

  13. Da * ließ Judas auch trompeten, und zog an sie, und tat eine Schlacht von Morgen an bis auf den Abend, daß die Erde bebte von dem großen Getümmel.

    *Kapitel 4,13.

  14. Da nun Judas sah, daß auf der rechten Seite Bacchides selbst samt der großen Macht war, da griff er daselbst an, er und die andern, die ihr Leben wageten, und erschreckten sie,

  15. und schlugen denselbigen Haufen auf der rechten Seite in die Flucht, und jageten ihnen nach bis an den Berg bei Asdod.

  16. Da aber die auf der linken Seite solches sahen, daß Judas jenen nachjagte, eileten sie dem Judas auch nach.

  17. Da mußte sich Judas gegen diese kehren, und wehrte sich lang. Und geschah da eine harte Schlacht, daß viele verwundet wurden und umkamen auf beiden Seiten,

  18. bis Judas auch zuletzt umkam. Da flohen die übrigen.

  19. Und Jonathan und Simon nahmen den Leichnam ihres Bruders Judas, und begruben ihn in seiner Väter Grabe in Modin.

  20. Und alles Volk Israel trauerte um Judas lange Zeit, und klagte ihn sehr und sprachen:

  21. Ach, daß der Held umkommen ist, der Israel geschützet und errettet hat!

  22. Dies ist die Geschichte von Judas. Er hat aber sonst noch viel mehr großer Taten getan, welche um der Menge willen nicht alle beschrieben sind.

  23. Nach dem Tod des Judas wurden die gottlosen und abtrünnigen Leute wieder gewaltig im ganzen Land Israel.

  24. Und zu dieser Zeit war großer Hunger im Lande, daß sich alles Volk dem Bacchides ergab.

  25. Da erwählete Bacchides gottlose Männer, die machte er zu Amtleuten.

  26. Und ließ allenthalben des Judas Anhang und Freunde suchen, und vor sich bringen, daß er sich an ihnen rächte, und seinen Mutwillen an ihnen übete.

  27. Und war in Israel solche Trübsal und Jammer, desgleichen nicht gewesen ist, seit daß man keine Propheten gehabt hat.

  28. Darum kam des Judas Anhang zusammen, und sprachen zu Jonathan:

  29. Nach deines Bruders Judas Tod haben wir niemand mehr seinesgleichen, der uns schütze wider unsre Feinde und Bacchides, die uns verfolgen.

  30. Darum wählen wir dich an seine Statt zum Fürsten und Hauptmann, diesen Krieg zu führen.

  31. Also ward Jonathan ihr Fürst, und regierte an seines Bruders Statt.

  32. Da solches Bacchides inneward, ließ er ihn suchen, daß er ihn umbrächte.

  33. Als aber Jonathan und Simon, sein Bruder, solches merkten, flohen sie und alle, so bei ihnen waren, in * die Wüste Thekoa, und schlugen ein Lager am Wasser Asphar.

    *2. Chronik 20,20.

  34. Solches vernahm Bacchides am Sabbat, und machte sich auf, und zog wider sie über den Jordan.

  35. Nun hatte Jonathan seinen Bruder Johannes, einen Hauptmann, zu seinen Freunden, den * Nabatäern, gesandt, sie zu bitten, daß sie ihre Habe und Güter zu sich nehmen und bewahren wollten.

    *Kapitel 5,25.

  36. Aber die Kinder Jambri zogen aus Medeba, und überfielen den Johannes, und fingen ihn, und nahmen alles, das er mit sich führte, und brachten's in ihre Stadt.

  37. Danach ward Jonathan und Simon, seinem Bruder, verkundschaftet, daß die Kinder Jambri eine große Hochzeit anrichteten, und würden die Braut holen von Nadabath mit großer Pracht; denn sie war eines Fürsten Tochter aus Kanaan.

  38. Nun gedachten Jonathan und Simon, daß diese ihren Bruder Johannes getötet hatten; darum zogen sie hinauf, und versteckten sich neben den Berg, und lauerten auf die Kinder Jambri.

  39. Da nun der Bräutigam daherzog mit seinen Freunden und mit viel Volks und Gütern, mit Pauken und Pfeifen und köstlichem Schmuck,

  40. da fielen Jonathan und Simon aus dem Gebirg heraus, und griffen sie an, und schlugen viele tot, daß die übrigen ins Gebirg entrinnen mußten, und raubten alle ihre Güter.

  41. Da ward aus der Hochzeit ein Herzeleid, und aus dem Pfeifen ward ein Heulen.

  42. Also rächeten diese den Mord, an ihrem Bruder begangen, und kehreten wieder um, und zogen an den Jordan.

  43. Nun kam Bacchides auch an den Jordan mit einem großen Heer am Sabbat.

  44. Da sprach Jonathan zu seinem Volk: Auf, und rüstet euch zur Schlacht! Denn jetzt könnt ihr nicht still hie liegen wie zuvor.

  45. Denn die Feinde sind da, und wir müssen uns wehren, dieweil wir doch nicht entrinnen können. Denn wir haben Feinde vor uns und hinter uns; so ist der Jordan auf einer Seite, auf der andern sind Lachen und Gebirg.

  46. Darum sollt ihr schreien gen Himmel, daß ihr von den Feinden errettet werdet.

  47. Und sie griffen an, und Jonathan schlug nach Bacchides; aber Bacchides wich zurück.

  48. Da sprang Jonathan und sein Volk in den Jordan, und kamen über das Wasser; und des Bacchides Volk war nicht so kühn, daß sie sich ins Wasser begeben hätten.

  49. Und sind auf diesen Tag umkommen aus dem Heer des Bacchides tausend Mann.

  50. Darum zog Bacchides wieder ab, und kam gen Jerusalem, und fing an, die Städte im Lande zu befestigen. Er ließ Tore und hohe Mauern bauen um Jericho, Emmaus, Beth-Horon, Beth-El (Bethel), * Thimnath (Timna), Pharaton, Tephon;

    *Richter 14,1.

  51. und legte Kriegsvolk darein zur Besatzung, die Israel sollten plagen.

  52. Desgleichen ließ er befestigen Bethzur, Gazara und die Burg zu Jerusalem, und legte auch Kriegsvolk darein, und versorgte sie mit Speise.

  53. Und nahm der vornehmsten Leute Kinder zu Geiseln, und behielt sie auf der Burg zu Jerusalem.

  54. Im * hundertunddreiundfünfzigsten Jahr, im zweiten Monat, gebot Alcimus, die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel, welche die heiligen + Propheten hatten bauen lassen, einzureißen.

    *Kapitel 1,11. +Esra 6,14.

  55. Und da man solches anfing, strafte Gott den Alcimus, daß das angefangne Werk wieder verhindert ward; denn der Schlag rührte ihn, daß er nicht mehr reden konnte, oder etwas ordnen und schaffen von seinen Sachen;

  56. und starb also mit großen Schmerzen.

  57. Da aber Bacchides sah, daß Alcimus tot war, zog er wieder weg zum Könige. Da ward Friede und Ruhe im Lande zwei Jahre.

  58. Aber die Abtrünnigen im Lande hielten Rat und sprachen: Jonathan und sein Anhang sitzen still, und haben Frieden, und sind sicher. Laßt und Bacchides wieder fordern, der könnte sie jetzt in Einer Nacht alle fahen (fangen).

  59. Also zogen sie zu Bacchides, und sagten ihm ihren Rat.

  60. Da machte sich Bacchides auf mit einem großen Heer, und schickte Briefe heimlich zu seinem Anhang im Lande Juda, daß sie Jonathan und alle, so bei ihm waren, fahen (fangen) sollten. Aber dieser Anschlag ward Jonathan verkundschaftet; darum schafften sie nichts,

  61. sondern Jonathan fing bei fünfzig, die Vornehmsten des abtrünnigen und gottlosen Haufens, und ließ sie töten.

  62. Danach wichen Jonathan und Simon und ihr Volk in die Wüste, in einen zerstöreten Flecken, Bethbasi; den baute er wiederum, und machte ihn fest.

  63. Da nun Bacchides solches vernahm, war er auf mit seinem ganzen Heer, und ließ die Juden auch aufbieten;

  64. und zog vor Bethbasi, und belagerte es lange, und stürmte, und machte Geschütz und Kriegsrüstung davor.

  65. Aber Jonathan befahl die Stadt seinem Bruder Simon, und er zog mit einem Haufen heraus;

  66. und schlug Odoarres und desselbigen Brüder und die Kinder Phaserons in ihren Hütten. Dieweil es ihm aber also glückte, liefen mehr Leute zu ihm, daß er stärker ward.

  67. Mittlerzeit fiel Simon auch aus der Stadt in der Feinde Lager, und verbrannte die Kriegsrüstung,

  68. und schlug den Bacchides in die Flucht. Und Bacchides härmte sich sehr, daß sein Anschlag und Zug vergeblich war;

  69. und ergrimmte sehr über die abtrünnigen Juden, die ihm geraten hatten, wieder in das Land zu kommen, und ließ ihrer viel töten; und rüstete sich, wieder weg in sein Land zu ziehen.

  70. Da Jonathan solches vernahm, schickte er Boten zu ihm, einen Frieden mit ihm zu machen, und bat ihn, daß er den Raub und die Gefangnen wieder ledig geben wollte.

  71. Das bewilligte Bacchides gern, und tat solches, wie Jonathan begehrte, und schwur ihm einen Eid, daß er ihm sein Leben lang kein Leid mehr tun wollte.

  72. Und gab ihm den Raub und die Gefangenen aus Juda wieder ledig, und kehrte um, und zog in sein Land, und kam nicht wieder in das Land Juda.

  73. Also ward wieder Friede in Israel. Und Jonathan wohnte zu Michmas, und regierte da über das Volk, und vertilgte die Abtrünnigen aus Israel.

Das 10. Kapitel.

Alexander und Demetrius, welche um die Krone Syriens streiten, suchen Jonathans Freundschaft. Jonathan hält es mit Alexander und wird Hoherpriester und Landpfleger.

  1. Im * hundertundsechzigsten Jahr kam Alexander, Antiochus des Edlen Sohn, und nahm die Stadt Ptolemais ein und regierte da.

    *Kapitel 1,11.

  2. Da aber Demetrius solches vernahm, brachte er ein groß Heer zusammen, und zog wider Alexander, ihn zu verjagen.

  3. Darum schrieb Demetrius an den Jonathan, und sagte ihm zu, er wollte Frieden mit ihm halten, und wollte ihm alles Gute tun.

  4. Denn er dachte: Es ist besser, daß ich ihn zuvor an mich bringe, ehe denn er sich zu Alexander schlage wider mich;

  5. darum daß ich seinen Bruder umgebracht, dazu ihm und seinem Volk viel Leids getan habe.

  6. Und Demetrius schrieb an Jonathan, und erlaubte ihm Kriegsvolk anzunehmen und zu halten, und Kriegsrüstung zu machen, und daß er sein Bundesgenoß sein sollte; und befahl, daß man die * Geiseln auf der Burg dem Jonathan wieder ledig geben sollte.

    *Kapitel 9,53.

  7. Darum kam Jonathan gen Jerusalem, und ließ diese Briefe vor allem Volk und vor denen in der Burg lesen.

  8. Da sie nun höreten, daß ihm der König erlaubte, Kriegsvolk anzunehmen, und Kriegsrüstung zu machen, und daß ihn der König als einen Bundesgenossen hielt, fürchteten sie sich sehr vor ihm,

  9. und gaben ihm die Geiseln ledig; und Jonathan gab sie ihren Eltern wieder.

  10. Also fing Jonathan an, zu Jerusalem zu wohnen, und die Stadt wieder zu bauen und zu bessern,

  11. und ließ die Mauern wieder aufrichten, und den Berg Zion wieder befestigen mit guten starken Mauern von eitel Werkstücken.

  12. Also ward Jerusalem wiederum fest gebauet.

  13. Und die Heiden in den Flecken, die Bacchides hatte lassen festmachen, flohen davon weg in ihr Land.

  14. Allein Bethzur behielten sie inne; und dahin liefen die Abtrünnigen, denn daselbst hatten sie ihren Aufenthalt.

  15. Da nun Alexander vernahm, daß Demetrius bei Jonathan Freundschaft suchte, und hörte die löblichen Taten, die Jonathan und seine Brüder getan hatten, sprach er:

  16. Des Mannes gleichen findet man nicht; darum wollen wir ihm schreiben, daß er unser Freund und Bundesgenoß werde.

  17. Und schrieb ihm also:

  18. Der König Alexander entbietet seinem Bruder Jonathan seinen Gruß.

  19. Wir hören dich preisen für einen trefflichen Mann und wert, daß du unser Freund seiest.

  20. Darum setzen wir dich zum Hohenpriester über dein Volk, und sollst des Königs Freund heißen; und schicken dir hiemit einen Purpur und güldne Krone. Darum wollest du dich treulich zu uns halten, und unser Freund bleiben.

  21. Also zog Jonathan an das priesterliche Kleid im * hundertundsechzigsten Jahr im siebenten Monat, am Lauberhüttenfest; und brachte ein Heer zusammen, und ließ viel Kriegsrüstung machen.

    *Kapitel 1,11.

  22. Da aber Demetrius solches vernahm, ward er sehr betrübet,

  23. daß Alexander die Juden von ihm abwandte zu sich, und dadurch stärker ward; und bedachte,

  24. er wollte ihnen auch freundlich schreiben, und Ehre und Gut verheißen, daß sie ihm Hilfe zusagten.

  25. Und schrieb ihnen also: Der König Demetrius entbietet den Juden seinen Gruß.

  26. Wir haben gern gehört, und ist uns eine große Freude, daß ihr nicht von uns abfallet zu unsern Feinden, sondern haltet mit allen Treuen an uns.

  27. Darum bitten wir, ihr wollt also forthin treulich an mir halten, und euch nicht von mir wenden lassen.

  28. Diese eure Treue wollen wir vergelten, und euch viel Bürden erlassen, und mehr Freiheit geben und Gnaden tun.

  29. Und erlasse jetzt allen Juden den Schoß, den Zins vom Salz, die Kronsteuer, den dritten Scheffel vom Getreide, die Hälfte, die mir vom Obst gebührt.

  30. Von diesen Bürden soll nun forthin das Land Juda und die drei Vogteien, so dazu gehören in den Landen Samaria und Galiläa, gefreiet sein allezeit.

  31. Und Jerusalem soll heilig und frei sein von allen Bürden, Schoß und Zehent.

  32. Ich will auch die Burg zu Jerusalem wiederum räumen lassen, und dem Hohenpriester übergeben, daß er sie einnehme, und Leute darauf lege, wen er will, sie zu bewahren.

  33. Und alle gefangene Juden in meinem Königreich sollen freigelassen werden ohne Lösegeld, und sollen sie und ihr Vieh vom Schoß gefreiet sein.

  34. Auch sollen sie Freiheit haben in alle meinem Königreich, ihre Sabbate, Neumonde und andre bestimmte Feste zu halten;

  35. und drei Tage vor und nach dem Fest von jedermann unverhindert sein an ihrem Gottesdienst, und soll auch sonst niemand sie beschweren.

  36. Und man soll dreißigtausend Mann in Judäa wählen; denen will ich Sold geben, wie meinem andern Kriegsvolk, und sie sollen in die großen Festungen des Königs verordnet werden.

  37. Und aus ihnen sollen gewählet werden etliche, die der König in seinen höchsten Händeln als vertrauete Räte gebrauchen wird. Die Juden sollen auch nicht fremde, sondern eigene Hauptleute haben, aus ihnen gewählet, daß sie ihre Gesetze halten mögen wie im Lande Juda.

  38. Und die drei Vogteien im Lande Samaria und Galiläa, so zu Judäa gehören, sollen niemand untertan sein denn allein dem Hohenpriester, daß man wisse, daß er allein Herr darüber sei.

  39. Die Stadt Ptolemais und die Landschaft, so dazu gehört, gebe ich dem Tempel zu Jerusalem zu den Kosten, die auf das Opfer gehen.

  40. Ich will auch jährlich fünfzehntausend Lot Silbers von meinem eignen Einkommen geben aus den bequemsten Orten.

  41. Und was von * alters her meine Amtleute schuldig gewesen, zum Tempel zu geben, das soll forthin gereicht werden.

    *Esra 6,9; 7,20.

  42. Und auch die fünftausend Lot Silbers, welche sie von des Tempels jährlichem Einkommen entwendet haben, sollen den Priestern wiederum zufallen.

  43. Es soll der Tempel auch diese Freiheit haben: Wer in meinem ganzen Königreich eine Strafe verwirkt hat, und fliehet in den Tempel oder dessen Zugehör, der soll da sicher sein mit Leib und mit Gut.

  44. Zum Bau und Besserung des Tempels und der Mauern und Türme zu Jerusalem

  45. und sonst im Lande will der König die Kosten auch legen von seinem eignen Einkommen.

  46. Da man aber diesen Brief Jonathan und dem Volk las, wollten sie ihm nicht trauen, und nahmen's nicht an; denn sie wußten wohl, welche Untreue und grausame Tyrannei er zuvor gegen Israel geübt hatte;

  47. und beschlossen, dem Alexander Hilfe zu tun, der zuvor Freundschaft bei ihnen gesucht hatte, und Frieden zugesagt; diesem taten sie Hilfe sein Leben lang.

  48. Da nun Alexander und Demetrius wider einander zogen,

  49. und einander angriffen, da floh des Demetrius Heer, und Alexander eilte ihm nach;

  50. und taten eine grausame Schlacht vom Morgen an bis an den Abend; und Demetrius ward denselben Tag erschlagen.

  51. Danach sandte Alexander Boten zu Ptolemäus, dem Könige in Ägypten, mit dieser Werbung:

  52. Nachdem ich wieder in mein Reich kommen bin, und sitze auf dem königlichen Thron, und habe das Regiment wieder an mich gebracht, und habe Demetrius zunichte gemacht, und mein Erbland wieder erobert,

  53. begehre ich Freundschaft mit dir zu machen, und bitte dich, du wollest mir deine Tochter zur Ehe geben;

  54. so will ich mich gegen dich als dein Eidam halten, und dir und ihr Geschenke geben, die dein würdig sind.

  55. Darauf antwortete Ptolemäus, und wünschte dem Alexander Glück, daß er wieder in sein Vaterland kommen war, und sein Königreich erobert;

  56. und sagte ihm zu, das zu tun, wie er begehrt hatte; und begehrte, er wollte zu ihm gen Ptolemais kommen, da wollten sie einander selbst ansprechen, und die Heirat vollziehen.

  57. Im * hundertundzweiundsechzigsten Jahr zog Ptolemäus mit seiner Tochter Kleopatra aus Ägypten, und kamen gen Ptolemais.

    *Kapitel 1,11.

  58. Dahin kam auch der König Alexander. Und Kleopatra ward dem Alexander vermählet, und die Hochzeit ward mit großer königlicher Pracht gehalten.

  59. Und der König Alexander schrieb Jonathan, und forderte ihn zu sich.

  60. Da kam Jonathan mit großer Herrlichkeit gen Ptolemais zu beiden Königen, und schenkte ihnen und ihren Freunden köstliche Gaben von Gold und Silber, und fand Gnade bei ihnen.

  61. Und etliche Abtrünnige aus Israel kamen dahin, den Jonathan zu verklagen; aber der König wollte sie nicht hören,

  62. sondern befahl, daß Jonathan seine Kleider ablegen, und einen Purpur anziehen sollte; welches also geschah.

  63. Da setzte ihn der König neben sich; und * befahl seinen Fürsten, daß sie mit ihm in der Stadt umherziehen sollten, und ausrufen lassen, daß ihn niemand verklagen sollte, oder sonst beleidigen.

    *Esther 6,9.10.

  64. Da aber seine Verkläger sahen, daß ihn der König so hoch ehrte, daß er ihn hatte einen Purpur heißen anziehen, und solches von ihm ausrufen ließ, flohen sie alle davon.

  65. Und der König tat ihm große Ehre, und ließ ihn schreiben unter seine vornehmsten Freunde, und machte ihn zum Hauptmann und zum Landpfleger.

  66. Danach zog Jonathan wiederum gen Jerusalem mit Freuden und in gutem Frieden.

  67. Im * hundertundfünfundsechzigsten Jahr kam der König Demetrius, des vorigen Demetrius Sohn, aus Kreta in sein Erbkönigreich.

    *Kapitel 1,11.

  68. Da erschrak Alexander sehr, und wandte sich gen Antiochien.

  69. Aber Demetrius bestätigte den Apollonius, den Hauptmann in Nieder-Syrien; der brachte ihm ein Kriegsvolk zusammen, und lagerte sich zu Jamnia. Und sandte zu Jonathan, * dem Hohenpriester, und ließ ihm sagen:

    *Vers 20.

  70. Niemand tut uns Widerstand, denn du allein, und machest, daß man mich verachtet. Du trotzest wohl im Gebirg;

  71. aber wenn du auf deine Kriegsmacht vertrauest, so ziehe herunter in das Blachfeld, und laß uns mit einander versuchen; denn mit mir ist die Macht der Städte.

  72. Wenn du fragen wirst, wie stark wir sind, ich und die andern, so mir zuziehen und helfen, so wird man dir sagen: Ihr werdet nicht bleiben können vor diesen Leuten, von welchen eure Väter zweimal in ihrem eignen Lande geschlagen sind.

  73. Viel weniger kannst du im Blachfeld vor solchem großen Volk zu Roß und Fuß bestehen, da keine Berge und Felsen sind, dahin man fliehen könnte.

  74. Da Jonathan solch Rühmen hörte, erzürnte er, und wählte zehntausend Mann, und zog aus von Jerusalem; und sein Bruder Simon kam zu ihm, ihm zu helfen; und lagerten sich vor Joppe.

  75. Aber die in der Stadt Joppe ließen ihn nicht ein; denn Apollonius hatte Volk darein gelegt als Besatzung; darum stürmte sie Jonathan.

  76. Da erschraken die in der Stadt, und taten die Tore auf. Also eroberte Jonathan die Stadt Joppe.

  77. Da Apollonius dies vernahm, legte er sich vor Joppe mit dreitausend Reisigen und mit einem großen Fußvolk. Und stellte sich, als wollte er weg gen Asdod ziehen, daß er Jonathan herauslockte auf das Blachfeld; denn er hatte viel Reiterei, auf die verließ er sich.

  78. Jonathan eilte ihm nach gen Asdod, und die Heere gerieten an einander.

  79. Aber Apollonius hatte hinter sich im Lager heimlich tausend Reisige gelassen.

  80. Nun merkte Jonathan, daß Leute hinter ihm heimlich versteckt waren; darum, da sie von allen Seiten an sein Volk kamen, hielt Jonathan in seiner Ordnung.

  81. Da schossen die Reisigen den ganzen Tag vom Morgen an bis auf den Abend auf das Volk, bis ihre Pferde müde wurden.

  82. Danach nahm Simon sein Heer, und griff die Feinde an. Da flohen die Reisigen, denn sie waren müde;

  83. und wurden zerstreuet hin und her im Felde, und flohen gen Asdod, und eileten in den Tempel des Götzen * Dagon, ihr Leben da zu retten.

    *1. Samuel 5,2.

  84. Aber Jonathan plünderte die Stadt Asdod und die Flecken umher, und zündete sie an. Er verbrannte auch den Götzentempel mit allen, so darein geflohen waren.

  85. Und die Summe der Erschlagenen und Verbrannten zusammen war bei achttausend Mann.

  86. Danach zog Jonathan mit dem Heer vor Askalon. Da gingen ihm die Bürger aus der Stadt heraus entgegen, und ergaben sich, und empfingen ihn mit großer Pracht.

  87. Also zog Jonathan wieder gen Jerusalem mit seinem Heer und Raube.

  88. Und da Alexander solches hörte, ehrte er Jonathan noch höher;

  89. und sandte ihm eine güldne Spange, wie man allein eines Königs gebornen Freunden gibt. Dazu schenkte er ihm Ekron, und das dazu gehört, zum Eigentum.

Das 11. Kapitel.

Ptolemäus bekriegt seinen Tochtermann Alexander. Neuer Wechsel im syrischen Reich und Jonathans Bestätigung. Wechselndes Glück.

  1. Und der König in Ägypten brachte Volk zusammen, soviel des Sands am Meer ist, und viel Schiffe; und unterstund sich, das Reich Alexanders mit Betrug an sich zu bringen, daß er beide Königreiche hätte.

  2. Darum zog er nach Syrien mit diesem Schein, als käme er wie ein Freund. Da tat man ihm alle Städte auf, und zogen ihm entgegen, und empfingen ihn herrlich, wie denn Alexander befohlen hatte, dieweil dieser sein * Schwäher war.

    *Schwiegervater.

  3. Aber in welche Stadt Ptolemäus kam, da ließ er einen Haufen Kriegsvolk darin zur Besatzung.

  4. Und da er gen Asdod kam, zeigten sie ihm, wie * Jonathan den Tempel Dagons, dazu die Stadt und die Flecken umher verbrannt und verwüstet hatte, und die Leichname hin und her zerstreuet lagen, und Hügel aufgeworfen waren am Wege, darunter man die Erschlagenen mit Haufen begraben hatte.

    *Kapitel 10,84.

  5. Und sagten dem Könige, daß Jonathan diesen Schaden getan hätte, damit sie ihm einen ungnädigen König machten. Aber der König schwieg still dazu.

  6. Und Jonathan zog auch dem König entgegen gen Joppe; da sprachen sie einander an, und blieben über Nacht da bei einander.

  7. Und Jonathan geleitete den König bis an das Wasser, genannt Eleutherus. Danach zog er wieder heim gen Jerusalem.

  8. Und der König Ptolemäus nahm die Städte ein bis gen Seleucia am Meer, und gedachte, Alexander zu vertreiben.

  9. Und schickte Boten zu Demetrius, daß er zu ihm kommen sollte, einen Bund mit ihm zu machen, so wollte er ihm seine Tochter geben, die Alexander hatte, und wollte ihm helfen, daß er König würde.

  10. Und sprach, es hätte ihn gereuet, daß er Alexander die Tochter gegeben hätte.

  11. Und gab Alexander schuld, er hätte ihm nach dem Leben und Königreich getrachtet.

  12. Er erzeigte auch keinen Haß öffentlich, und wandte sich von Alexander, und nahm ihm die Tochter, und gab sie dem Demetrius.

  13. Und da Ptolemäus gen Antiochien kam, setzte er beide Kronen auf, des Reichs Ägypten und des Reichs Asien.

  14. Aber der König Alexander war dazumal in Cilicien; denn etliche Städte waren daselbst von ihm abgefallen.

  15. Da er nun von Ptolemäus hörte, zog er wider ihn, mit ihm zu kriegen. Aber Ptolemäus war stark gerüstet, und zog ihm entgegen, und verjagte ihn.

  1. Und Alexander floh nach Arabien, daß er da sicher wäre. Aber der König Ptolemäus war sehr mächtig;

  2. darum ließ Zabdiel, der Araber, seinem Gast, dem Alexander, den Kopf abhauen, und schickte ihn dem Könige Ptolemäus.

  3. Und Ptolemäus starb am dritten Tag hernach. Da wurden die Krieger, so Ptolemäus in die Städte gelegt hatte, auch umgebracht vom Volk in den Städten.

  4. Also nahm Demetrius das Reich ein im * hundertundsiebenundsechzigsten Jahr.

    *Kapitel 1,11.

  5. Zu dieser Zeit brachte Jonathan sein Volk im Lande Juda zusammen, die Burg zu Jerusalem wieder zu erobern; und ließ Bollwerke und Geschütz davor aufrichten.

  6. Da zogen etliche Abtrünnige zum Könige Demetrius, und verklagten den Jonathan, und sagten, daß er die Burg belagert hätte.

  7. Da erzürnte der König sehr, und zog eilend gen Ptolemais, und schrieb dem Jonathan, daß er die Burg nicht belagern sollte, und sollte eilend zu ihm gen Ptolemais kommen; da wollte er mit ihm von etlichen Sachen reden.

  8. Da aber Jonathan diese Botschaft zukam, ließ er nicht ab von der Belagerung, und wählte etliche Ältesten in Israel und Priester, die mit ihm ziehen sollten, und machte sich auf, und wagte sein Leben.

  9. Und nahm viel köstlicher Kleinode mit sich von Gold, Silber und Kleidern, und zog gen Ptolemais zum Könige, und * fand Gnade bei ihm.

    *Kapitel 10,60.

  10. Da ihn nun die * Abtrünnigen seines Volks verklagten,

    *Kapitel 10,61.

  11. hielt ihn der König herrlich, wie er zuvor gehalten war, und tat ihm große Ehre vor allen seinen Fürsten;

  12. und bestätigte ihn in seinem Hohenpriesteramt und in allen andern Ehren, die er bisher gehabt hatte, und hielt ihn für einen seiner vornehmsten Freunde.

  13. Jonathan bat auch den König, daß er dem ganzen Judäa und den dreien Vogteien in Samaria und Galiläa den Schoß erlassen wollte; und erbot sich, um diese Freiheit zu geben dreihundert Zentner Silbers.

  14. Das bewilligte der König, und gab Jonathan Briefe darüber; die lauteten also:

  15. Der König Demetrius entbietet seinem Bruder Jonathan und dem jüdischen Volk seinen Gruß.

  16. Wir senden euch eine Abschrift des Briefs, den wir an unsern Verwandten, den Lasthenes, eurethalben geschrieben haben, daß ihr solches wissen mögt.

  17. Der König Demetrius entbietet Lasthenes, seinem Vater, seinen Gruß.

  18. Wir gedenken, unsern Freunden und treuen Bundesgenossen, den Juden, Gutes zu tun von wegen ihrer Treue und Freundschaft gegen uns.

  19. Darum so bestätigen wir, daß sie das ganze Judäa und die drei Vogteien Apherema und Lydda und Ramatha und ihre Zugehör innehaben sollen.

  20. Wir erlassen euch allen, so zu Jerusalem opfern, alles, das sie zuvor dem Könige haben jährlich geben müssen: Getreide, Obst, Zehent, Schoß, Salzzins, Kronsteuer.

  21. Von diesen allen sollen sie forthin gefreiet sein, und solche Freiheit soll ihnen fest und stät gehalten werden.

  22. Dieses Briefs Abschrift soll man Jonathan geben, daß man's auf den heiligen Berg stelle, als an einen öffentlichen Ort.

  23. Da nun der König Demetrius sah, daß im ganzen Königreich Friede war, und sich niemand mehr wider ihn setzte, da ließ er sein Kriegsvolk von sich, das im Königreich daheim war, einen jeden wieder in seine Stadt; aber das fremde Kriegsvolk, das er in den Inseln hin und her angenommen hatte, behielt er bei sich; darum ward ihm das einländische Volk sehr gram.

  24. Da aber Tryphon, ein Hauptmann, der vormals des Alexanders Freund gewesen war, sah, daß das Kriegsvolk einen Haß wider den König Demetrius gefasset hatte, zog er zu dem Araber Emalkuel, der den jungen Antiochus, den Sohn Alexanders, erzog.

  25. Bei diesem hielt er an, daß er ihm den Knaben geben sollte, so wollte er ihn wiederum in seines Vaters Reich einsetzen. Und sagte dem Araber, wie und warum das Kriegsvolk den König Demetrius hassete. Und blieb also eine Zeit lang bei dem Araber.

  26. Mittlerzeit schrieb Jonathan dem König Demetrius, und bat ihn, er wollte denen, so auf der Burg zu Jerusalem und in den Festungen lagen, gebieten, selbige zu räumen, und ihm zu übergeben; denn sie taten Israel viel Schaden.

  27. Da schrieb Demetrius dem Jonathan also: Nicht allein dieses, so du begehrest, sondern viel mehr Ehre und Gutes will ich dir und deinem Volk tun, sobald ich kann.

  28. Aber jetzt bin ich in großer Fahr (Gefahr). Darum tue so wohl an mir, und schicke mir Hilfe; denn all mein Kriegsvolk ist von mir abgefallen, und setzet sich wider mich.

  29. Darum schickte ihm Jonathan dreitausend guter Krieger; die kamen gen Antiochien zum Könige, und der König ward ihrer Ankunft sehr erfreuet.

  30. Nun richtete das Volk in der Stadt einen Aufruhr an, bei hundertundzwanzigtausend Mann, und wollten den König totschlagen.

  31. Aber der König floh in seine Burg. Da nahm das Volk die Gassen ein, und wollten die Burg stürmen.

  32. Darum forderte der König die Juden, ihn zu schützen. Da liefen die Juden alle dem Könige zu, und teileten sich in die Gassen;

  33. und erschlugen denselbigen Tag hunderttausend Mann, und zündeten die Stadt an, und plünderten sie. Also retteten sie den König.

  34. Da nun das Volk in der Stadt sah, daß die Juden der Stadt mächtig waren worden, verzagten sie, und schrieen zum Könige, und baten um Frieden;

  35. daß die Juden aufhörten, das Volk zu töten, und die Stadt nicht ganz wüste machten.

  36. Da ward Friede, und legten die Juden ihre Waffen von sich, und wurden hoch geehret vom König, und gerühmet im ganzen Reich; und zogen wieder heim gen Jerusalem, und brachten groß Gut mit sich, das sie im Krieg gewonnen hatten.

  37. Da nun Demetrius wieder sicher war, und das Reich mit Ruhe innehatte,

  38. hielt er Jonathan der Dinge keines, die er ihm verheißen hatte, und wandte sich ganz von ihm, und war ihm undankbar für seine Wohltaten, und erzeigte ihm alle Untreue.

  39. Nicht lange hernach kam * Tryphon wiederum mit dem jungen Antiochus. Dieser Antiochus ward König, und setzte die Krone auf.

    *Vers 39.

  40. Und kam zu ihm alles Kriegsvolk, welches Demetrius beurlaubet hatte. Da sie nun mit Demetrius stritten, schlugen sie ihn in die Flucht, und verjagten ihn.

  41. Und Tryphon nahm die Elefanten, und gewann Antiochien.

  42. Und der junge Antiochus schrieb Jonathan, und bestätigte ihn in seinem Hohenpriesteramt, und willigte, daß er die vier Vogteien besitzen und behalten sollte, und * des Königs Freund sein;

    *Kapitel 10,20.65.

  43. und sandte ihm güldene Gefäße, und erlaubte ihm, Gold zu Tisch zu brauchen, und Purpur und * eine güldene Spange zu tragen.

    *Kapitel 10,89.

  44. Und Simon, den Bruder Jonathans, machte er zum Hauptmann übers Land von Tyrus an bis an Ägypten.

  45. Da nun Jonathan auszog über den Jordan, und in die Städte umher kam, da zog ihm zu alles Kriegsvolk in Syrien, ihm zu helfen. Und da er vor Askalon kam, * gingen ihm die Bürger entgegen, und empfingen ihn mit Ehren, und ergaben sich.

    *Kapitel 10,86.

  46. Danach zog er vor Gaza; aber die von Gaza wollten ihn nicht einlassen; darum belagerte er die Stadt, und verbrannte die Flecken umher, und plünderte sie.

  47. Da baten die von Gaza um Frieden. Und Jonathan machte einen Frieden mit ihnen, und nahm die Kinder ihrer Obersten zu Geiseln, und schickte sie gen Jerusalem; er aber zog fort durchs Land bis gen Damaskus.

  48. Da er aber hörte, daß des Königs Demetrius Hauptleute mit einem großen Heer gen Kedes in Galiläa kommen waren, ihn in seinem Vornehmen zu hindern,

  49. da zog er wider sie, und ließ seinen Bruder Simon im Lande.

  50. Der zog vor Bethzur, und belagerte es lange Zeit so hart, daß sie nicht herausfallen konnten.

  51. Darum baten sie um Frieden; und Simon machte Frieden mit ihnen, und ließ sie frei abziehen, und nahm die Stadt ein, und legte Kriegsvolk darein als Besatzung.

  52. Aber Jonathan zog mit seinem Heer an den See Genezareth, und war morgens früh auf, und kam in das Blachfeld Hazor.

  53. Da zogen die Heiden ihm entgegen im Blachfeld, und hatten einen Haufen versteckt im Gebirge.

  54. Da nun Jonathan den andern Haufen angriff, fiel der versteckte Haufe heraus aus dem Gebirge, und griff auch an.

  55. Da floh das ganze Heer Jonathans, und blieb niemand denn allein die Hauptleute, Mattathias, der Sohn Absaloms, und Judas, der Sohn Kalphis.

  56. Da * zerriß Jonathan seine Kleider, und streute Erde auf sein Haupt, und betete,

    *Kapitel 2,14.

  57. und rannte die Feinde wiederum an, und schlug sie in die Flucht.

  58. Da nun sein Volk, das zuvor geflohen war, solches sah, kehreten sie wieder um, Jonathan zu helfen, und jagten den Feinden nach bis gen Kedes in ihr Lager; und sie machten da auch ein Lager.

  59. Und sind diesen Tag umkommen bei dreitausend Heiden. Danach zog Jonathan wieder gen Jerusalem.

Das 12. Kapitel.

Jonathan schickt Gesandte an die Römer und Spartaner. Er befestigt Jerusalem und andere Städte, wird aber von Tryphon hinterlistigerweise gefangen.

  1. Da aber Jonathan sah, daß er nun Raum gewonnen hatte, wählte er etliche, die er gen Rom sandte, den * Bund mit den Römern zu erneuen und wiederum aufzurichten.

    *Kapitel 8,22.

  2. Er schrieb auch denen von Sparta und an andere Orte mehr.

  3. Da nun die Boten gen Rom kamen, gingen sie vor den Rat und sprachen: Jonathan, der Hohepriester, und das jüdische Volk haben uns gesandt, den Bund, so zwischen uns vormals gemacht ist, wiederum zu erneuen.

  4. Und die Römer gaben ihnen Briefe und Geleit, daß sie sicher wiederum heimzögen.

  5. Und also schrieb Jonathan denen von Sparta:

  6. Jonathan, der Hohepriester, und die Ältesten des Volks und die Priester und das jüdische Volk entbieten ihren Brüdern, denen von Sparta, ihren Gruß.

  7. Schon vormals hat euer König Areus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, daß ihr unsre * Brüder seid, wie denn derselbige Brief lautet.

    *Vers 21.

  8. Und Onias empfing euren Boten mit Ehren, und nahm die Freundschaft und den Bund an, davon im Brief geschrieben war.

  9. Wiewohl wir nun jetzt nicht fremder Hilfe bedürfen, und Trost haben an Gottes Wort, das wir täglich lesen,

  10. so senden wir doch Botschaft zu euch, die Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns zu erneuen und zu bestätigen, daß wir derselben nicht vergessen; denn es ist nun eine lange Zeit, daß ihr zu uns geschickt habt.

  11. Darum wisset, daß wir allezeit an Feiertagen und allen andern Tagen, so man opfert, in unserm Gebet und Opfer euer gedenken, wie sich's denn gebührt, der Brüder zu gedenken.

  12. Und eure Ehre und Wohlfahrt ist uns eine Freude.

  13. Aber wir haben mittlerzeit große Not gelitten, und schwere Kriege gehabt mit den Königen umher.

  14. Wir haben aber euch und andere unsrer Freunde und Bundesgenossen nicht bemühen wollen in diesen unsern Kriegen.

  15. Denn wir haben Hilfe vom Himmel gehabt; und Gott hat uns geschützt wider unsere Feinde, und die Feinde unterdrückt.

  16. Dieweil wir aber jetzt diese unsre Boten, Numenius, des Antiochus Sohn, und Antipater, den Sohn Jasons, zu den Römern senden, die Freundschaft und Bündnis mit ihnen wiederum zu erneuen,

  17. haben wir ihnen dabei befohlen, daß sie auch zu euch ziehen sollen, und euch unsern Gruß sagen, und diesen Brief überantworten, unsre Bruderschaft zu erneuen.

  18. Und bitten um Antwort.

  19. Dies aber ist die Abschrift des Briefes, welchen * Areus, der König zu Sparta, uns vormals gesandt hatte:

    *Vers 7.

  20. Areus, der König zu Sparta, entbietet Onias, dem Hohenpriester, seinen Gruß.

  21. Wir finden in unsern alten Schriften, daß die von Sparta und die Juden Brüder sind, dieweil beide Völker von Abraham herkommen.

  22. Nachdem wir nun solches wissen, bitten wir, ihr wollet uns schreiben, wie es euch gehet.

  23. Und so es euch gefällt, so soll unser Vieh, Habe und Gut, und was wir vermögen, sein, als wäre es euer eigen; und das eure soll sein, als wäre es unser eigen. Dies haben wir befohlen, euch anzuzeigen.

  24. Danach hörte Jonathan, daß des Demetrius Hauptleute wiederum mit größerer Macht denn zuvor kamen, und wollten ihn überziehen.

  25. Darum zog er aus von Jerusalem wider sie in das Land Hamath; denn er wollte nicht harren, daß sie ihm zuvor in sein Land fielen.

  26. Da er nun Kundschafter in der Feinde Lager sandte, kamen sie und sagten, daß die Feinde beschlossen hätten, diese Nacht ihn zu überfallen.

  27. Darum gebot Jonathan seinem Heer des Abends, daß sie wachen, und die ganze Nacht im Harnisch und gerüstet sein sollten; und verordnete Leute ums Lager umher in die Schildwacht.

  28. Da aber die Feinde sahen, daß Jonathan zur Schlacht gerüstet war, kam sie eine Furcht an, daß sie aufbrachen und wegzogen. Und daß man ja solches nicht merken sollte, ließen sie viel Feuer im Lager hin und her machen.

  29. Darum dachte Jonathan nicht, daß sie wegzögen, bis morgens frühe; denn er sah die Feuer hin und her im Lager.

  30. Morgens aber jagte er ihnen nach, und konnte sie nicht ereilen; denn sie waren bereits über das Wasser Eleutherus.

  31. Da kehrte sich Jonathan gegen die Araber, welche heißen Zabadäer, schlug und plünderte sie;

  32. und kehrte sich wieder gen Damaskus, und durchzog das ganze Land.

  33. Simon aber zog gen Askalon, und in die festen Städte dabei; danach kehrte er sich gegen Joppe.

  34. Denn er vernahm, daß sie sich wollten des Demetrius Hauptleuten ergeben. Darum kam er zuvor, und nahm Joppe ein, und legte Kriegsvolk darein, die Stadt zu bewahren.

  35. Danach kam Jonathan wieder heim, und hielt Rat mit den Ältesten im Volk, daß man etliche Städte befestigen sollte in Judäa,

  36. und die Mauern zu Jerusalem höher machen, und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, daß die Stadt von der Burg abgesondert würde, daß die auf der Burg nicht in die Stadt herausfallen könnten, und daß man ihnen nichts zuführen, noch abkaufen möchte.

  37. Da nun das Volk zusammenkam und anfing zu bauen, dieweil die Mauer am Bach gegen Morgen verfallen war, baueten sie dasselbige Stück wieder, das da heißt Kaphnata.

  38. Und Simon bauete die Burg Adida in der Sephela, und machte sie fest, und bewahrte sie mit starken Toren.

  39. Nun hatte * Tryphon vor, das Königreich Asien an sich zu bringen, und die Krone aufzusetzen, und den jungen Antiochus, den König, zu töten.

    *Kapitel 11,54.

  40. Dieweil er aber besorgte, Jonathan würde es wehren, und wider ihn ziehen, trachtete er auch danach, wie er Jonathan fahen (fangen) und umbringen möchte. Darum zog er gen Bethsan.

  41. Da kam Jonathan auch dahin mit vierzigtausend Mann, wohl gerüstet.

  42. Da aber Tryphon sah, daß Jonathan eine große Macht bei sich hatte, fürchtete er sich, öffentlich etwas wider ihn vorzunehmen;

  43. sondern empfing ihn herrlich, und befahl ihn seinen Freunden in Ehren zu halten, und gab ihm Geschenke; und gebot dem Heer Jonathans, daß sie ihm gehorsam sein sollten wie ihm selbst.

  44. Und sprach zu Jonathan: Warum machest du dem Volk solche Mühe, so wir doch keinen Krieg haben?

  45. Laß sie wieder heimziehen. Allein wähle dir wenig Leute, die bei dir bleiben, und zeuch (zieh) mit mir gen Ptolemais. Diese Stadt will ich dir übergeben und die andern festen Städte, und will dir alles Kriegsvolk und Amtleute befehlen; denn ich muß wiederum wegziehen. Auch bin ich allein derhalben jetzt herkommen; darum wollest du mit mir ziehen.

  46. Jonathan glaubte ihm, und ließ sein Volk von sich heimziehen ins Land Juda,

  47. und behielt allein dreitausend bei sich; davon ließ er zweitausend in Galiläa, das eine Tausend aber zog mit ihm.

  48. Da nun Jonathan in die Stadt Ptolemais kam, ließ Tryphon die Tore zuschließen, und nahm Jonathan gefangen, und ließ seine Leute erstechen.

  49. Und schickte Fußvolk und Reisige nach Galiläa aufs weite Feld, das andre Kriegsvolk Jonathans auch umzubringen.

  50. Da sie aber vernahmen, daß Jonathan * gefangen und umkommen war samt seinen Leuten, vermahneten sie einander, und rüsteten sich zur Schlacht, und zogen getrost gegen die Feinde.

    *Kapitel 13,12.

  51. Da aber die Feinde sahen, daß es ihnen ihr Leben gelten sollte, dieweil sich diese wehren wollten,

  52. kehreten sie wieder um und zogen weg. Da zog das Volk auch wiederum heim ins Land Juda mit Frieden, und * klagte den Jonathan und die andern, die mit ihm umkommen waren; und ganz Israel trauerte sehr um Jonathan.

    *Kapitel 9,20.

  53. Und alle Heiden umher fingen an, das Volk zu drängen und zu plagen und sprachen:

  54. Sie haben kein Haupt und keinen Schutz mehr; nun wollen wir sie überziehen und ausrotten, und ihren Namen auf Erden vertilgen.

Das 13. Kapitel.

Simon tritt an die Stelle seines Bruders Jonathan, welcher mit seinen Söhnen von Tryphon getötet wird, schließt mit Demetrius einen Vertrag und macht sich unabhängig.

  1. Da nun Simon hörte, daß Tryphon ein groß Heer bei einander hatte, das Land Juda zu überziehen und zu verderben,

  2. und sah, daß dem Volk sehr bang und angst war, kam er gen Jerusalem, und versammelte das Volk,

  3. und tröstete sie und sprach: Ihr wisset, welche schwere Kriege ich und meine Brüder und mein Vater für das Gesetz und Heiligtum geführet haben, und habt die Not gesehen, darin ganz Israel gewesen ist;

  4. in welcher um Israels willen alle meine Brüder umkommen sind, und lebet keiner mehr denn ich.

  5. Nun begehre ich nicht, meines Lebens zu schonen in dieser Trübsal; denn ich bin nicht besser denn meine Brüder, und begehre nicht, es besser zu haben denn sie;

  6. sondern will mein Volk, unser Heiligtum und unsre Weiber und Kinder rächen. Denn * alle Heiden umher sind auf uns ergrimmet, und rotten sich zusammen, uns zu vertilgen.

    *Kapitel 12,53.

  7. Von diesem Trost kriegte das Volk wieder ein Herz, und faßte einen Mut;

  8. und antworteten darauf und schrieen: Du sollst unser Hauptmann sein an Judas und Jonathans, deiner Brüder, Statt, unsern Krieg zu führen.

  9. Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, das du uns heißest.

  10. Da forderte Simon das Kriegsvolk zusammen. Auch schaffte er, daß man eilend die Mauern zu Jerusalem ausbauen mußte, daß die Stadt ganz umher wohl bewahret und fest wäre.

  11. Und schickte Jonathan, den Sohn Absaloms, mit einem Heer gen Joppe. Und Jonathan trieb die Feinde aus Joppe, und behielt die Stadt inne.

  12. Da zog Tryphon von Ptolemais aus mit großer Macht, einzufallen ins Land Juda, und führte * Jonathan gefangen mit sich.

    *Kapitel 12,48.

  13. Aber Simon zog gegen ihn, und lagerte sich vorn am Blachfeld bei Adida.

  14. Da aber Tryphon vernahm, daß Simon an seines Bruders Jonathan Statt Hauptmann worden wäre, und gedächte sich mit ihm zu schlagen, da sandte er Boten zu Simon, und ließ ihm sagen:

  15. Ich habe Jonathan von wegen einer Summe Gelds, die er dem König schuldig blieben ist aus den Ämtern, behalten;

  16. willst du mir nun hundert Zentner Silbers schicken, und seine zween Söhne zu Geiseln geben, daß er nicht von uns abfalle, und sich danach wider uns setze, wenn er los worden ist, so will ich dir ihn ledig geben.

  17. Wiewohl aber Simon wohl merkte, daß es eitel Betrug war, schaffte er dennoch, daß dem Tryphon das Geld und die Kinder geschickt wurden, daß das Volk nicht über ihn klagte,

  18. Jonathan hätte derhalben müssen umkommen, daß er ihn nicht hätte lösen wollen.

  1. Drum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den hundert Zentnern. Aber Tryphon hielt nicht Glauben, und wollte Jonathan nicht ledig geben.

  2. Danach zog Tryphon fort, daß er ins Land käme und möchte einen Schaden tun, und zog um das Land herum auf der Straße, die gen Adora gehet. Aber Simon war ihm mit seinem Heer stets auf der Seite, und wo er hereinfallen wollte, da wehrte ihm Simon.

  3. Es schickten auch die auf der Burg einen Boten zu Tryphon, daß er durch die Wüste zu ihnen ziehen sollte, ehe sich's Simon versähe, und sollte ihnen Speise zuführen lassen.

  4. Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei eilend auf sein und zu ihnen kommen. Aber in derselbigen Nacht fiel ein sehr tiefer Schnee, der verhinderte ihn, daß er nicht kam. Danach zog er nach Gilead,

  5. und bei Baskama ließ er Jonathan töten; und er wurde da begraben.

  6. Danach zog Tryphon wiederum in sein Land weg.

  7. Da schickte Simon dahin, und ließ seines Bruders Leichnam holen, und legte ihn in seines Vaters Grab zu Modin.

  8. Und ganz Israel trauerte kläglich um Jonathan lange Zeit.

  9. Und Simon ließ ein hohes Grab von gehauenen Steinen machen seinem Vater und seinen Brüdern,

  10. und darauf setzen sieben Pyramiden, eine gegen der andern über, dem Vater, der Mutter und den vier Brüdern.

  11. Und ließ um dieselben her große Säulen setzen, und an den Säulen Harnische machen zum ewigen Gedächtnis, und neben den Harnischen ausgehauene Schiffe, so daß es alle, die auf dem Meer fahren, sehen konnten.

  12. Dies Grab zu Modin stehet noch auf diesen Tag.

  13. Aber Tryphon ging mit dem jungen Antiochus betrüglich um, bis daß er ihn heimlich tötete.

  14. Danach setze er selbst die Krone auf, und ward König in Asien, und plagte das Land hart.

  15. Aber Simon baute und befestigte viel Städte im Lande Juda mit dicken Mauern und hohen Türmen und starken Toren, und schaffte Speise in die festen Städte;

  16. und schickte Boten zu dem Könige Demetrius, und bat um Erlassung der Last, die ihm Tryphon aufgelegt hatte; denn Tryphon trieb eitel Raub und Mord im Lande.

  17. Darauf antwortete Demetrius und schrieb also:

  18. Der König Demetrius entbietet Simon, dem Hohenpriester und Freunde der Könige, und den Ältesten und dem jüdischen Volk seinen Gruß.

  19. Die güldne Krone samt der Palme, die ihr mir geschickt habt, haben wir empfangen, und sind bereit, einen guten Frieden mit euch zu machen, und den Amtleuten zu schreiben, daß sie euch erlassen alle Last, die wir euch zuvor zu erlassen zugesagt haben.

  20. Und was wir euch verheißen haben, das soll treulich, stät und fest gehalten werden. Alle Festungen, die ihr gebauet habt, sollt ihr behalten und innehaben.

  21. Und vergeben euch, was ihr mittlerzeit wider uns getan habt. Die * Kronsteuer und andere Schosse, so Jerusalem hat geben müssen, erlassen wir euch.

    *Kapitel 10,29.

  22. Und welche unter euch tüchtig sind, in unsrer Leibwache zu dienen, die wollen wir annehmen; und soll zwischen uns guter Friede und Einigkeit sein.

  23. Im * hundertundsiebzigsten Jahr ward Israel erst wieder frei von den Heiden,

    *Kapitel 1,11.

  24. und fing an, zu schreiben in Briefen und Verträgen also: Im ersten Jahr Simons, des großen Hohenpriesters und Feldhauptmanns und Fürsten der Juden.

  25. Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Gazara, und richtete auf davor Bollwerke und Geschütz, und stürmte die Stadt, und eroberte einen Turm.

  26. Und dieselbigen, so auf den Turm kamen, sprangen in die Stadt. Da erschrak das Volk in der Stadt, und verzagte ganz;

  27. und liefen mit Weib und Kindern auf die Mauer, und zerrissen ihre Kleider, und schrieen laut, und baten um Gnade und sprachen:

  28. Strafe uns nicht nach unsrer Bosheit, sondern sei uns gnädig, so wollen wir gerne gehorsam sein.

  29. Dieses jammerte Simon, daß er sie nicht tötete. Aber er gebot ihnen, wegzuziehen aus der Stadt, und ließ die Häuser wieder reinigen, darein sie Götzen gestellet hatten.

  30. Danach zog er hinein in die Stadt, und dankte und lobte Gott; und ließ alle Greuel wegtun und ausrotten, und setzte Leute hinein, die Gottes Gesetz hielten; und machte die Stadt fest, und bauete sich selbst ein Haus darein.

  31. Und die auf der Burg zu Jerusalem waren belagert, daß niemand aus- oder einkommen, und da weder kaufen noch verkaufen konnte; und litten so großen Hunger, daß viele Hungers sterben mußten.

  32. Darum riefen sie zu Simon, und baten um Frieden, und ergaben sich. Da tat ihnen Simon Gnade, und ließ sie leben; aber sie mußten aus der Burg weg. Und Simon ließ die Burg wieder reinigen von allen Greueln,

  33. und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tag des zweiten Monats im * hundertundeinundsiebzigsten Jahr. Und zog drein mit Lobgesang und Palmenzweigen und allerlei Saitenspiel; und dankte Gott, daß sie dieser großen Tyrannei aus Israel waren los worden.

    *Kapitel 1,11.

  34. Und gebot, daß man diesen Tag jährlich mit Freuden begehen sollte.

  35. Auch machte er den Berg des Tempels neben der Burg noch fester, und wohnte droben, er und die, so er bei sich hatte.

  36. Und dieweil er sah, daß sein Sohn Johannes ein tüchtiger Mann war, machte er ihn zum Hauptmann über alles Kriegsvolk, und ließ ihn zu Gazara wohnen.

Das 14. Kapitel.

Friedliches Regiment Simons, des Hohenpriesters.

  1. Im * hundertundzweiundsiebzigsten Jahr rüstete sich der König Demetrius, und zog nach Medien um Hilfe wider den Tryphon.

    *Kapitel 1,11.

  2. Da aber Arsaces, der König in Persien und Medien, vernahm, daß ihm Demetrius ins Königreich gezogen war, schickte er einen Hauptmann aus wider ihn, und befahl, daß er ihn fahen (fangen) und lebendig zu ihm bringen sollte.

  3. Dieser Hauptmann schlug des Demetrius Volk, und fing ihn, und brachte ihn seinem König, dem Arsaces. Da hielt ihn Arsaces gefänglich, und ließ ihn bewahren.

  4. Da kam das Land Juda zu Ruhe, und blieb guter Friede, solange Simon lebte. Und Simon regierte sehr wohl, und tat dem Lande viel Gutes, daß sie ihn gerne zum Herrn hatten sein Leben lang.

  5. Zu dem, was er sonst Rühmliches tat, eroberte er auch die Stadt Joppe und die Anfurt dabei, und machte einen Zugang für die Schiffe von den Inseln des Meeres.

  6. Und gewann seinem Volk mehr Land, und machte die Grenzen weiter, und erledigte viele, die zuvor unterdrückt und gefangen waren.

  7. Er hatte Gazara inne und Bethzur und die Burg zu Jerusalem, und hat sie wieder * gereiniget; und durfte sich niemand wider ihn setzen.

    *Kapitel 13,50.

  8. Jedermann baute sein Feld in gutem Frieden; und das Land war fruchtbar, und die Bäume trugen wohl.

  9. Die Ältesten saßen im Regiment unverhindert, und hielten gute Ordnung; und die Bürger besserten sich sehr an ihrer Nahrung, und schaffeten Waffen und Vorrat zum Krieg.

  10. Simon schaffete auch in den Städten Vorrat von Korn, und rüstete sie aus mit Bollwerken; und war berühmt in aller Welt.

  11. Er hielt Frieden im Lande, daß eitel Freude in Israel war.

  12. Und ein jeder besaß seinen Weinberg und seinen Garten mit Frieden, und durfte sich nichts besorgen, denn niemand durfte sie überziehen.

    3. Mose 26,6. Micha 4,4.

  13. Und die Könige in Syrien konnten ihnen die Zeit nicht mehr Schaden tun.

  14. Und er hielt Recht im Lande, und schützte die Armen unter seinem Volk wider Gewalt, und strafte alles Unrecht, und vertilgte die Gottlosen.

  15. Das Heiligtum richtete er auch wiederum herrlich an, und ließ mehr heilig Geräte darein machen.

  16. Und da man zu Rom und zu Sparta hörte, wie * Jonathan umkommen war, war es jedermann leid.

    *Kapitel 13,23.

  17. Da aber die Römer höreten, daß Simon, sein Bruder, Hoherpriester war, und das Land innehatte, und die Feinde verjaget hätte,

  18. erneueten sie den * Bund, den sie zuvor mit Judas und Jonathan, seinen Brüdern, gemacht hatten, und schrieben ihn auf eherne Tafeln, und schickten's ihm.

    *Kapitel 8,22; 12,1.

  19. Diese Schrift las man zu Jerusalem vor dem Volk.

  20. Auch schrieben die von * Sparta an Simon also: Der Rat und die Bürger zu Sparta entbieten dem Hohenpriester Simon und den Ältesten und den Priestern und dem übrigen jüdischen Volk, ihren Brüdern, ihren Gruß.

    *Kapitel 12,2.

  21. Eure Boten sind zu uns kommen, und haben uns angesprochen, und erzählet, daß ihr eure Feinde gedämpft habt mit großen Ehren, und nun guten Frieden habt; das ist uns eine große Freude.

  22. Wir haben auch in unser öffentlich Stadtbuch schreiben lassen, was sie gesagt haben, also: Der Juden Boten, * Numenius, des Antiochus Sohn, und Antipater, der Sohn Jasons, sind zu uns kommen, zu erneuen die Freundschaft zwischen den Juden und uns.

    *Kapitel 12,16.

  23. Und wir haben beschlossen, daß man diese Boten mit Ehren empfahen (empfangen) sollte, und ihre Rede in unser Stadtbuch schreiben lassen zum Gedächtnis. Diese Antwort schrieben sie dem Hohenpriester Simon.

  24. Danach sandte Simon den Numenius wiederum gen Rom, einen großen güldnen Schild dahin zu bringen, tausend Pfund schwer, und den Bund zu erneuen.

  25. Da nun das Volk diese Dinge hörete, sprach es: Wir sollen billig dem Simon und seinen Kindern Dank erweisen.

  26. Denn er und seine Brüder und seines Vaters Haus haben sich ritterlich gehalten, und Israels Feinde vertrieben, und ihm die Freiheit verschafft. Und sie ließen es auf eherne Tafeln schreiben, daß man's an die Pfeiler auf dem Berge Zion anheften sollte.

  27. Und die Schrift lautete also: „Am achtzehnten Tag des Monats Elul im * hundertundzweiundsiebzigsten Jahr, im dritten Jahr des Hohenpriesters Simon,

    *Kapitel 1,11.

  28. zu Saramel, in der großen Versammlung der Priester und des Volks und der Obersten des Volks und der Ältesten aus dem ganzen Lande Juda: Jedermann sei kund und offenbar, daß in den großen, schweren Kriegen, die in unserm Lande gewesen sind,

  29. Simon, der Sohn des Mattathias, aus dem Geschlecht Jojaribs, und seine Brüder ihr Leben gewaget haben, und den Feinden ihres Volks Widerstand getan, daß das Heiligtum und Gottes Gesetz nicht vertilget würde, und ihrem Volk große Ehre erlanget haben.

  30. Denn * Jonathan brachte das Volk wieder zusammen, und ward ihr Hoherpriester, und wurde zu seinem Volk versammelt.

    *Kapitel 9,73; 10,20.

  31. Aber die Feinde kamen wieder, und wollten das Land verderben, und das Heiligtum verwüsten.

    Kapitel 13,1.

  32. Da machte sich Simon auf, und führte den Krieg wider unsre Feinde, und schaffte unserm Heer Waffen, und gab ihnen Sold von seinem eignen Geld und Gut;

  33. und befestigte die Städte im Lande Juda, und Bethzur an der Grenze, darauf die Feinde zuvor ihre Waffen und Kriegsrüstung hatten, und legte Juden darein als Besatzung.

  34. Er befestigte auch Joppe am Meer und Gazara an den Grenzen von Asdod; denn Gazara * war zuvor der Feinde Festung gewesen; aber Simon eroberte es, und setzte Juden darein, und machte ein gut Regiment daselbst.

    *Kapitel 13,43-48.

  35. Dieweil nun das Volk die große Treue Simons erfahren hatte, und wußte die Wohltat, die er dem Volk tat; wählte ihn das Volk zu ihrem * Fürsten und Hohenpriester von wegen seiner Frömmigkeit und Treue, die er dem ganzen Volk erzeigte, und weil er in alle Wege Fleiß ankehrte, sein Volk zu erhöhen.

    *Kapitel 13,42.

  36. Denn zu seiner Zeit gab Gott Glück durch seine Hände, daß die Heiden aus unserm Lande und von Jerusalem und * aus der Burg vertrieben wurden, darin sie sich aufhielten, und fielen heraus, und verwüsteten das Heiligtum, und verstöreten den reinen Gottesdienst.

    *Kapitel 13,50.51.

  37. Aber Simon eroberte die Burg, und legte Juden darein, und befestigte sie, um die Stadt und das Land zu schützen, und baute die Mauern zu Jerusalem höher.

  38. Und der König Demetrius bestätigte ihn im Hohenpriesteramt,

    Kapitel 13,36.

  39. und hielt ihn als seinen Freund, und tat ihm große Ehre.

  40. Denn er vernahm, daß die Römer der Juden Botschaft mit Ehren aufgenommen hatten, und hatten einen Bund mit ihnen gemacht, und sie in ihren Schutz genommen,

  41. und daß das jüdische Volk und ihre Priester gewilliget hatten, daß Simon ihr Fürst und Hoherpriester sein sollte für und für, so lang, bis ihnen Gott * einen rechten Propheten erweckte;

    *Kapitel 4,46.

  42. daß er auch Feldhauptmann sein sollte, und sollte das Heiligtum bewahren, und Amtleute setzen im Lande, und alle Kriegsrüstung und Festungen in seiner Gewalt haben;

  43. und soll ihm jedermann gehorsam sein, und alle Gebote sollen in seinem Namen ausgehen; und soll tragen Purpur und Gold.

  44. Dieses alles soll treulich und fest gehalten werden vom ganzen Volk und allen Priestern, und soll sich niemand dawider setzen. Es soll auch niemand Macht haben, das Volk zusammenzufordern im Lande, oder * Purpur und eine güldene Spange tragen, denn er allein.

    *Kapitel 11,58.

  45. Wer aber dawider handeln, oder sich unterstehen würde, diese Ordnung zu zerrütten oder abzutun, der soll im Bann sein.“

  46. Also gelobte das ganze Volk, dem Simon gehorsam zu sein.

  47. Und Simon willigte darein, und ward Hoherpriester und Feldhauptmann und Fürst der Juden.

  48. Und das Volk befahl, daß man diese Schrift auf eherne Tafeln schreiben sollte, und sollte dieselbigen aufhängen auf dem Umgang am Tempel an einen öffentlichen Ort,

  49. und eine Abschrift in die Schatzkammer legen, daß sie Simon und seine Nachkommen allezeit zu finden wüßten.

Das 15. Kapitel.

Vertrag des Königs Antiochus von Syrien und Freundschaft der Römer. Treulosigkeit des Antiochus und Krieg.

  1. Es schrieb auch der König Antiochus, des Demetrius Sohn, aus den Inseln an Simon und das jüdische Volk also:

  2. Der König Antiochus entbietet dem Hohenpriester und Fürsten Simon und dem jüdischen Volk seinen Gruß.

  3. Nachdem mir etliche Aufrührer mein Erbkönigreich genommen haben,

  4. gedenke ich, es wieder einzunehmen, und wieder auf die rechten Erben zu bringen. Und habe darum fremd Kriegsvolk angenommen, und Schiffe machen lassen, und will in das Königreich ziehen, daß ich die Aufrührer strafe, die großen Schaden in meinem Königreich tun, und viel Städte wüst gemacht haben.

  5. Darum erlasse ich dir alles, so dir die Könige zuvor erlassen haben,

  6. und gebe dir Gewalt, eigene Münze in deinem Lande zu schlagen;

  7. und * Jerusalem und das Heiligtum sollen frei sein. Du sollst auch behalten alle Festungen, die du gebauet und bisher inne gehabt hast, und alle Kriegsrüstung, die du gemacht hast.

    *Kapitel 10,31.

  8. Und erlasse dir alles, so man dem Könige schuldig ist, oder sonst dem Könige gebührt, von dieser Zeit an für und für.

  9. Und so wir unser Königreich wieder erobern, wollen wir dir und deinem Volk und dem Tempel noch größre Ehre tun, daß ihr im ganzen Königreich sollt gerühmet werden.

  10. Im * hundertundvierundsiebzigsten Jahr kam Antiochus wieder in sein Erbland. Und alles Kriegsvolk fiel ab von Tryphon zu ihm, und blieb sehr wenig bei Tryphon.

    *Kapitel 1,11.

  11. Da ihm nun der König Antiochus nachzog, floh er gen Dora ans Meer;

  12. denn er sah, daß es mit ihm aus war, und daß das Kriegsvolk von ihm abfiel.

  13. Aber Antiochus zog ihm nach gen Dora mit hundertundzwanzigtausend Mann zu Fuß und achttausend zu Roß,

  14. und belagerte die Stadt zu Land und zu Wasser, daß niemand aus oder ein konnte.

  15. Um diese Zeit kamen von Rom * Numenius und die andern, so mit ihm gesandt waren, und brachten Briefe an die Könige und Lande, welche also lauteten:

    *Kapitel 12,16; 14,24.

  16. „Lucius, Konsul zu Rom, entbeut dem König Ptolemäus seinen Gruß.

  17. Simon, der Hohepriester, und das jüdische Volk haben Boten zu uns gesandt, die Freundschaft und Bündnis zwischen uns zu erneuen;

  18. und haben uns dabei einen güldnen Schild von tausend Pfunden geschickt.

  19. Darum schreiben wir an die Könige und Lande, daß sie nichts wider die Juden tun sollen, und sie und ihre Städte und Land nicht überziehen; daß sie auch niemand wider sie helfen sollen;

  20. denn wir haben den Schild von ihnen angenommen.

  21. Wo auch etliche Ungehorsame aus ihrem Lande zu euch geflohen wären, so wollet dieselbigen dem Hohenpriester Simon zustellen, daß er sie nach seinem Gesetze strafe.“

  22. Also schrieben sie auch an den König Demetrius, an Attalus, an Ariarathes, an Arsaces

  23. und in alle Lande, auch gen Sampsame und denen zu Sparta, gen Delos, Myndos, Sicyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lycien, Halikarnassus, Rhodus, Phaselis, Kos, Side, Aradus, Gortyna, Knidus, Cypern und Kyrene.

  24. Und dieser Briefe Abschrift sandten sie dem Hohenpriester Simon.

  25. Mittlerzeit brachte Antiochus sein Heer vor Dora, die Stadt härter zu belagern, und machte Kriegsrüstung davor, und stürmte die Stadt heftig, daß Tryphon darin verschlossen war, und konnte weder ein- noch auskommen.

  26. Und Simon schickte dem Antiochus zu Hilfe zweitausend Mann gut auserlesen Volk und viel Gold und Silber und Waffen.

  27. Aber Antiochus nahm solches nicht an, und hielt nicht, was er zuvor gesagt hatte, und wandte sich ganz von Simon;

  28. und sandte seiner Freunde einen, genannt Athenobius, zu ihm, daß er mit ihm handeln sollte und also sagen: Ihr habt eingenommen Joppe und Gazara und die Burg zu Jerusalem, welches alles zu meinem Königreich gehöret,

  29. und das Land umher verheeret, und großen Schaden in meinem Königreich getan, und mir mein Erbland genommen.

  30. Darum fordere ich die Städte wieder von euch, die ihr mir genommen habt, und allen Schoß der Orte, welche ihr innehabt außer dem Lande Juda.

  31. Wo ihr mir aber solches nicht wieder zustellen wollt, so gebet mir für die Städte fünfhundert Zentner Silbers und für den Schaden, den ihr getan habt, und den Schoß der Städte andre fünfhundert Zentner. Wo ihr aber dieses auch nicht gedenket zu tun, so wollen wir euch überziehen.

  32. Da nun Athenobius, des Königs Freund, gen Jerusalem kam, und sah das herrliche Wesen Simons und die Pracht mit Gold und Silber, und wie er sonst gerüstet war, wunderte es ihn sehr, und hielt ihm vor, was ihm der König befohlen hatte.

  33. Darauf gab ihm Simon diese Antwort: Das Land, das wir wieder erobert haben, ist unser väterlich Erbe, und gehört sonst niemand. Unsre Feinde haben's aber eine Zeit lang mit Gewalt und Unrecht innegehabt.

  34. Darum haben wir seiner Zeit das Unsre wieder zu uns gebracht, und niemand das Seine genommen.

  35. Daß du aber klagest darüber, daß wir Joppe und Gazara eingenommen haben, ist diese Ursache: Man tat daraus unserm Lande und unserm Volk großen Schaden. Doch wollen wir dafür bezahlen hundert Zentner. Darauf gab Athenobius keine Antwort,

  36. sondern zürnte und zog wieder davon zum Könige, und sagte ihm Simons Antwort und von seiner Herrlichkeit, und was er gesehen hatte. Da ergrimmte der König sehr.

  37. Tryphon aber machte sich davon auf dem Wasser, und floh gen Orthosias.

  38. Da machte der König den Cendebäus zum Hauptmann über das Land am Meer, und ließ ihm ein Kriegsvolk zu Roß und zu Fuß;

  39. und befahl ihm, daß er sich lagern sollte an der Grenze Judäas, und sollte da befestigen die Stadt Kedron samt ihren Toren; und sollte den Juden ins Land fallen. Aber der König jagte dem Tryphon nach, ihn zu fahen (fangen).

  40. Da nun Cendebäus gen Jamnia kam, griff er die Juden an, verheerte ihr Land, und ließ viel Volks umbringen, und fing viel Leute, und führte sie weg; und befestigte die Stadt Kedron,

  41. und legte ein Kriegsvolk darein, daß sie an der Grenze sollten herausfallen, und die Straßen Judäas wüst machen, wie der König befohlen hatte.

Das 16. Kapitel.

Die Syrer werden von den Söhnen Simons geschlagen. Simon selbst wird mit zwei Söhnen von seinem Tochtermann Ptolemäus ermordet.

  1. Darum zog * Johannes von Gazara hinauf zu seinem Vater Simon, und zeigte ihm an, daß ihnen Cendebäus ins Land gefallen wäre, und hätte Schaden getan.

    *Kapitel 13,54.

  2. Da forderte Simon seine zween ältesten Söhne vor sich, Judas und Johannes, und sprach zu ihnen: Ich und meine Brüder und meines Vaters Haus haben von Jugend auf bis zu dieser Zeit Kriege geführt wider die Feinde des Volks Israel; und Gott hat uns Glück gegeben, daß Israel oft durch unsre Hände errettet ist.

  3. Dieweil ich aber nun alt und schwach bin, und ihr durch göttliche Gnade in den rechten Jahren seid, so sollt ihr an meine und meiner Brüder Statt treten, und sollt ausziehen, und für euer Volk streiten. Gott wolle euch vom Himmel helfen, und bei euch sein!

  4. Und er ließ im Lande wählen zwanzigtausend Mann und etliche Reisige. Mit diesem Haufen zogen Johannes und Judas wider Cendebäus, und lagen über Nacht zu Modin.

  5. Morgens aber, da sie von Modin ins Blachfeld kamen, zog ein groß Heer zu Roß und Fuß gegen sie daher. Nun war ein Bach zwischen beiden Heeren.

  6. Da zog Johannes an den Bach, und kehrte sich gegen die Feinde. Da er aber sah, daß das Volk eine Scheu hatte, sich in das Wasser zu begeben, da wagte er sich zuerst hinein, und kam über das Wasser. Da der Haufe dieses sah, folgeten sie ihm nach.

  7. Danach machte Johannes seine Ordnung zur Schlacht, und ordnete die Reisigen zwischen das Fußvolk. Aber die Feinde hatten eine viel mächtigere Reiterei.

  8. Da aber Johannes * trompeten ließ mit der Priester Posaunen, und die Feinde angriff, da gab Cendebäus die Flucht samt seinem Heer, und wurden viele verwundet und erstochen; die übrigen aber flohen in + die Festung.

    *4. Mose 10,9. +Kapitel 15,39.40.

  9. In dieser Schlacht ward Judas, des Johannes Bruder, auch verwundet; aber Johannes jagte den Feinden nach bis an die Festung Kedron.

  10. Und die Feinde flohen in die Türme auf dem Lande bei Asdod. Da verbrannte Johannes dieselbigen Türme, daß den Feinden bei zweitausend Mann umkamen. Danach zog Johannes wieder heim ins Land Juda mit Frieden.

  11. Es war aber ein Hauptmann über das Land Jericho, mit Namen Ptolemäus, der Sohn Abubs, der war sehr reich,

  12. und der Hohepriester Simon hatte ihm eine Tochter gegeben.

  13. Darum war er stolz, und trachtete danach, daß er Herr im Lande würde; und unterstund sich, den Simon und seine Söhne mit Listen umzubringen.

  14. Da nun Simon umherzog im Lande Juda, die Städte zu besehen und ihr Regiment zu bestellen, und gen Jericho kam mit zween Söhnen, Mattathias und Judas, im * hundertundsiebenundsiebzigsten Jahr, im elften Monat, welcher heißt Sebat:

    *Kapitel 1,11.

  15. da empfing sie der Sohn Abubs in seine Burg, welche heißt Dok, und richtete ihnen ein herrlich Mahl zu; aber es war eitel Betrug, denn heimlich versteckte er Kriegsvolk darein.

  16. Und da Simon und seine Söhne fröhlich waren, und wohl getrunken hatten, machte sich Ptolemäus auf mit seinen Knechten, und nahmen ihre Waffen, und fielen ein zu Simon ob dem Mahl, und schlugen ihn samt den zween Söhnen und den Knechten tot.

  17. Diese schändliche Untreue tat Ptolemäus in Israel, und tat ihm solche Bosheit für seine Wohltat.

  18. Danach schrieb er solches dem König Antiochus, und bat, daß er ihm Kriegsvolk zu Hilfe schicken wollte, das Land und die Städte mit aller Nutzung einzunehmen.

  19. Er sandte auch einen Haufen gen Gazara, den Johannes umzubringen, und schrieb an die Hauptleute, daß sie zu ihm kommen sollten, so wollte er ihnen großen Sold und Geschenke geben.

  20. Auch schickte er Kriegsvolk, Jerusalem und das Heiligtum einzunehmen.

  21. Aber ein Bote kam zuvor gen Gazara, der sagte Johannes, daß sein Vater und seine Brüder umkommen waren, und daß bestellet wäre, daß man ihn auch umbringen sollte.

  22. Da Johannes solches hörte, entsetzte er sich sehr, und ließ die Leute fahen (fangen), die geschickt waren, ihn umzubringen. Und da er befand, daß sie ihn wollten ermordet haben, ließ er sie töten.

  23. Was aber Johannes hernach weiter getan hat, und die Kriege, die er geführt hat, und wie er regiert und die Mauern gebauet hat,

  24. das ist alles beschrieben in einem eignen Buch von der Zeit seines Regiments, solange er nach seinem Vater Hoherpriester gewesen ist.

DAS ZWEITE BUCH DER MAKKABÄER