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Apokryphen
DAS ERSTE
BUCH DER MAKKABÄER.
Kapitel 9 -
16
Das 9. Kapitel.
Judas fällt im Treffen gegen die Syrer. Sein Bruder
Jonathan tritt an seine Stelle. Alcimus stirbt. Vergeblicher Zug
des Bacchides.
Mittlerzeit, da
Demetrius vernahm, daß * Nikanor mit seinem Heer geschlagen
und umkommen war, sandte er wiederum nach Judäa diese zween,
+ Bacchides und Alcimus, und mit ihnen den Teil seines
Kriegsvolks, der auf der rechten Seite stund.
*Kapitel
7,43. +Kapitel 7,5.8.
Diese zogen gegen Galgala, und
belagerten und eroberten Masloth in Arbela, und töteten da
viel Leute.
Danach im *
hundertundzweiundfünfzigsten Jahr, im ersten Monat, zogen
sie gen Jerusalem,
*Kapitel
1,11.
und von dannen gen Berea mit
zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend zu Roß.
Und Judas lagerte sich bei *
Laisa mit dreitausend auserlesenen Leuten.
*Jesaja
10,30.
Da aber sein Volk sah, daß
die Feinde eine solche große Macht hatten, erschraken sie
und flohen davon, daß nicht mehr bei Judas blieben denn
achthundert Mann.
Da Judas sah, daß sein
Heer nicht bei einander blieb, und doch die Feinde auf ihn
drangen, ward ihm bang. Und da er sah, daß er nicht Raum
hatte, sein Volk wieder zusammenzubringen,
sprach er in dieser Angst zu
den übrigen: Auf, und laßt uns versuchen, ob wir die
Feinde angreifen und schlagen möchten!
Aber sie wollten nicht, und
wehreten ihm und sprachen: Es ist nicht möglich, daß
wir etwas schaffen; sondern laßt uns auf diesmal weichen,
und wieder abziehen, und unsre Brüder, die von uns gelaufen
sind, wieder zusammenbringen; dann wollen wir wiederum an die
Feinde ziehen und sie angreifen; jetzt sind unser viel zu wenig.
Aber Judas sprach: Das sei
ferne, daß wir fliehen sollten! Ist unsre Zeit kommen, so
wollen wir ritterlich sterben um unsrer Brüder willen, und
unsre Ehre nicht lassen zu Schanden werden.
Und die Feinde waren auf und
machten ihre Ordnung also: Im Vorzug waren die Schleuderer und
Bogenschützen, und die besten Krieger stunden vorn an der
Spitze. Die Reiterei war geteilet in zween Haufen, auf jede Seite
einen.
Der Hauptmann Bacchides war
auf der rechten Seite. Mit dieser Ordnung zogen sie daher mit
großem Geschrei und Trompeten.
Da * ließ Judas auch
trompeten, und zog an sie, und tat eine Schlacht von Morgen an
bis auf den Abend, daß die Erde bebte von dem großen
Getümmel.
*Kapitel
4,13.
Da nun Judas sah, daß
auf der rechten Seite Bacchides selbst samt der großen
Macht war, da griff er daselbst an, er und die andern, die ihr
Leben wageten, und erschreckten sie,
und schlugen denselbigen
Haufen auf der rechten Seite in die Flucht, und jageten ihnen
nach bis an den Berg bei Asdod.
Da aber die auf der linken
Seite solches sahen, daß Judas jenen nachjagte, eileten sie
dem Judas auch nach.
Da mußte sich Judas
gegen diese kehren, und wehrte sich lang. Und geschah da eine
harte Schlacht, daß viele verwundet wurden und umkamen auf
beiden Seiten,
bis Judas auch zuletzt umkam.
Da flohen die übrigen.
Und Jonathan und Simon nahmen
den Leichnam ihres Bruders Judas, und begruben ihn in seiner
Väter Grabe in Modin.
Und alles Volk Israel trauerte
um Judas lange Zeit, und klagte ihn sehr und sprachen:
Ach, daß der Held
umkommen ist, der Israel geschützet und errettet hat!
Dies ist die Geschichte von
Judas. Er hat aber sonst noch viel mehr großer Taten getan,
welche um der Menge willen nicht alle beschrieben sind.
Nach dem Tod des Judas
wurden die gottlosen und abtrünnigen Leute wieder gewaltig
im ganzen Land Israel.
Und zu dieser Zeit war großer
Hunger im Lande, daß sich alles Volk dem Bacchides ergab.
Da erwählete Bacchides
gottlose Männer, die machte er zu Amtleuten.
Und ließ allenthalben
des Judas Anhang und Freunde suchen, und vor sich bringen, daß
er sich an ihnen rächte, und seinen Mutwillen an ihnen
übete.
Und war in Israel solche
Trübsal und Jammer, desgleichen nicht gewesen ist, seit daß
man keine Propheten gehabt hat.
Darum kam des Judas
Anhang zusammen, und sprachen zu Jonathan:
Nach deines Bruders Judas Tod
haben wir niemand mehr seinesgleichen, der uns schütze wider
unsre Feinde und Bacchides, die uns verfolgen.
Darum wählen wir dich an
seine Statt zum Fürsten und Hauptmann, diesen Krieg zu
führen.
Also ward Jonathan ihr Fürst,
und regierte an seines Bruders Statt.
Da solches Bacchides inneward,
ließ er ihn suchen, daß er ihn umbrächte.
Als aber Jonathan und Simon,
sein Bruder, solches merkten, flohen sie und alle, so bei ihnen
waren, in * die Wüste Thekoa, und schlugen ein Lager am
Wasser Asphar.
*2. Chronik
20,20.
Solches vernahm Bacchides am
Sabbat, und machte sich auf, und zog wider sie über den
Jordan.
Nun hatte Jonathan
seinen Bruder Johannes, einen Hauptmann, zu seinen Freunden, den
* Nabatäern, gesandt, sie zu bitten, daß sie ihre Habe
und Güter zu sich nehmen und bewahren wollten.
*Kapitel
5,25.
Aber die Kinder Jambri zogen
aus Medeba, und überfielen den Johannes, und fingen ihn, und
nahmen alles, das er mit sich führte, und brachten's in ihre
Stadt.
Danach ward Jonathan und
Simon, seinem Bruder, verkundschaftet, daß die Kinder
Jambri eine große Hochzeit anrichteten, und würden die
Braut holen von Nadabath mit großer Pracht; denn sie war
eines Fürsten Tochter aus Kanaan.
Nun gedachten Jonathan und
Simon, daß diese ihren Bruder Johannes getötet hatten;
darum zogen sie hinauf, und versteckten sich neben den Berg, und
lauerten auf die Kinder Jambri.
Da nun der Bräutigam
daherzog mit seinen Freunden und mit viel Volks und Gütern,
mit Pauken und Pfeifen und köstlichem Schmuck,
da fielen Jonathan und Simon
aus dem Gebirg heraus, und griffen sie an, und schlugen viele
tot, daß die übrigen ins Gebirg entrinnen mußten,
und raubten alle ihre Güter.
Da ward aus der Hochzeit ein
Herzeleid, und aus dem Pfeifen ward ein Heulen.
Also rächeten diese den
Mord, an ihrem Bruder begangen, und kehreten wieder um, und zogen
an den Jordan.
Nun kam Bacchides auch
an den Jordan mit einem großen Heer am Sabbat.
Da sprach Jonathan zu seinem
Volk: Auf, und rüstet euch zur Schlacht! Denn jetzt könnt
ihr nicht still hie liegen wie zuvor.
Denn die Feinde sind da, und
wir müssen uns wehren, dieweil wir doch nicht entrinnen
können. Denn wir haben Feinde vor uns und hinter uns; so ist
der Jordan auf einer Seite, auf der andern sind Lachen und
Gebirg.
Darum sollt ihr schreien gen
Himmel, daß ihr von den Feinden errettet werdet.
Und sie griffen an, und
Jonathan schlug nach Bacchides; aber Bacchides wich zurück.
Da sprang Jonathan und sein
Volk in den Jordan, und kamen über das Wasser; und des
Bacchides Volk war nicht so kühn, daß sie sich ins
Wasser begeben hätten.
Und sind auf diesen Tag
umkommen aus dem Heer des Bacchides tausend Mann.
Darum zog Bacchides wieder ab,
und kam gen Jerusalem, und fing an, die Städte im Lande zu
befestigen. Er ließ Tore und hohe Mauern bauen um Jericho,
Emmaus, Beth-Horon, Beth-El (Bethel),
* Thimnath (Timna), Pharaton,
Tephon;
*Richter
14,1.
und legte Kriegsvolk darein
zur Besatzung, die Israel sollten plagen.
Desgleichen ließ er
befestigen Bethzur, Gazara und die Burg zu Jerusalem, und legte
auch Kriegsvolk darein, und versorgte sie mit Speise.
Und nahm der vornehmsten Leute
Kinder zu Geiseln, und behielt sie auf der Burg zu Jerusalem.
Im *
hundertunddreiundfünfzigsten Jahr, im zweiten Monat, gebot
Alcimus, die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel, welche die
heiligen + Propheten hatten bauen lassen, einzureißen.
*Kapitel
1,11. +Esra 6,14.
Und da man solches anfing,
strafte Gott den Alcimus, daß das angefangne Werk wieder
verhindert ward; denn der Schlag rührte ihn, daß er
nicht mehr reden konnte, oder etwas ordnen und schaffen von
seinen Sachen;
und starb also mit großen
Schmerzen.
Da aber Bacchides sah,
daß Alcimus tot war, zog er wieder weg zum Könige. Da
ward Friede und Ruhe im Lande zwei Jahre.
Aber die Abtrünnigen im
Lande hielten Rat und sprachen: Jonathan und sein Anhang sitzen
still, und haben Frieden, und sind sicher. Laßt und
Bacchides wieder fordern, der könnte sie jetzt in Einer
Nacht alle fahen (fangen).
Also zogen sie zu Bacchides,
und sagten ihm ihren Rat.
Da machte sich Bacchides auf
mit einem großen Heer, und schickte Briefe heimlich zu
seinem Anhang im Lande Juda, daß sie Jonathan und alle, so
bei ihm waren, fahen (fangen)
sollten. Aber dieser Anschlag ward Jonathan verkundschaftet;
darum schafften sie nichts,
sondern Jonathan fing bei
fünfzig, die Vornehmsten des abtrünnigen und gottlosen
Haufens, und ließ sie töten.
Danach wichen Jonathan und
Simon und ihr Volk in die Wüste, in einen zerstöreten
Flecken, Bethbasi; den baute er wiederum, und machte ihn fest.
Da nun Bacchides solches
vernahm, war er auf mit seinem ganzen Heer, und ließ die
Juden auch aufbieten;
und zog vor Bethbasi, und
belagerte es lange, und stürmte, und machte Geschütz
und Kriegsrüstung davor.
Aber Jonathan befahl die Stadt
seinem Bruder Simon, und er zog mit einem Haufen heraus;
und schlug Odoarres und
desselbigen Brüder und die Kinder Phaserons in ihren Hütten.
Dieweil es ihm aber also glückte, liefen mehr Leute zu ihm,
daß er stärker ward.
Mittlerzeit fiel Simon auch
aus der Stadt in der Feinde Lager, und verbrannte die
Kriegsrüstung,
und schlug den Bacchides in
die Flucht. Und Bacchides härmte sich sehr, daß sein
Anschlag und Zug vergeblich war;
und ergrimmte sehr über
die abtrünnigen Juden, die ihm geraten hatten, wieder in das
Land zu kommen, und ließ ihrer viel töten; und rüstete
sich, wieder weg in sein Land zu ziehen.
Da Jonathan solches
vernahm, schickte er Boten zu ihm, einen Frieden mit ihm zu
machen, und bat ihn, daß er den Raub und die Gefangnen
wieder ledig geben wollte.
Das bewilligte Bacchides gern,
und tat solches, wie Jonathan begehrte, und schwur ihm einen Eid,
daß er ihm sein Leben lang kein Leid mehr tun wollte.
Und gab ihm den Raub und die
Gefangenen aus Juda wieder ledig, und kehrte um, und zog in sein
Land, und kam nicht wieder in das Land Juda.
Also ward wieder Friede in
Israel. Und Jonathan wohnte zu Michmas, und regierte da über
das Volk, und vertilgte die Abtrünnigen aus Israel.
Das 10. Kapitel.
Alexander und Demetrius, welche um die Krone Syriens
streiten, suchen Jonathans Freundschaft. Jonathan hält es mit
Alexander und wird Hoherpriester und Landpfleger.
Im * hundertundsechzigsten Jahr kam Alexander,
Antiochus des Edlen Sohn, und nahm die Stadt Ptolemais ein und
regierte da.
*Kapitel 1,11.
Da aber Demetrius solches vernahm, brachte er ein groß
Heer zusammen, und zog wider Alexander, ihn zu verjagen.
Darum schrieb Demetrius an den Jonathan, und sagte ihm zu,
er wollte Frieden mit ihm halten, und wollte ihm alles Gute tun.
Denn er dachte: Es ist besser, daß ich ihn zuvor an
mich bringe, ehe denn er sich zu Alexander schlage wider mich;
darum daß ich seinen Bruder umgebracht, dazu ihm und
seinem Volk viel Leids getan habe.
Und Demetrius schrieb an Jonathan, und erlaubte ihm
Kriegsvolk anzunehmen und zu halten, und Kriegsrüstung zu
machen, und daß er sein Bundesgenoß sein sollte; und
befahl, daß man die * Geiseln auf der Burg dem Jonathan
wieder ledig geben sollte.
*Kapitel 9,53.
Darum kam Jonathan gen Jerusalem, und ließ diese
Briefe vor allem Volk und vor denen in der Burg lesen.
Da sie nun höreten, daß ihm der König
erlaubte, Kriegsvolk anzunehmen, und Kriegsrüstung zu
machen, und daß ihn der König als einen Bundesgenossen
hielt, fürchteten sie sich sehr vor ihm,
und gaben ihm die Geiseln ledig; und Jonathan gab sie
ihren Eltern wieder.
Also fing Jonathan an, zu Jerusalem zu wohnen, und die
Stadt wieder zu bauen und zu bessern,
und ließ die Mauern wieder aufrichten, und den Berg
Zion wieder befestigen mit guten starken Mauern von eitel
Werkstücken.
Also ward Jerusalem wiederum fest gebauet.
Und die Heiden in den Flecken, die Bacchides hatte lassen
festmachen, flohen davon weg in ihr Land.
Allein Bethzur behielten sie inne; und dahin liefen die
Abtrünnigen, denn daselbst hatten sie ihren Aufenthalt.
Da nun Alexander vernahm, daß Demetrius bei
Jonathan Freundschaft suchte, und hörte die löblichen
Taten, die Jonathan und seine Brüder getan hatten, sprach
er:
Des Mannes gleichen findet man nicht; darum wollen wir ihm
schreiben, daß er unser Freund und Bundesgenoß werde.
Und schrieb ihm also:
Der König Alexander entbietet seinem Bruder Jonathan
seinen Gruß.
Wir hören dich preisen für einen trefflichen
Mann und wert, daß du unser Freund seiest.
Darum setzen wir dich zum Hohenpriester über dein
Volk, und sollst des Königs Freund heißen; und
schicken dir hiemit einen Purpur und güldne Krone. Darum
wollest du dich treulich zu uns halten, und unser Freund bleiben.
Also zog Jonathan an das priesterliche Kleid im *
hundertundsechzigsten Jahr im siebenten Monat, am
Lauberhüttenfest; und brachte ein Heer zusammen, und ließ
viel Kriegsrüstung machen.
*Kapitel 1,11.
Da aber Demetrius solches vernahm, ward er sehr
betrübet,
daß Alexander die Juden von ihm abwandte zu sich,
und dadurch stärker ward; und bedachte,
er wollte ihnen auch freundlich schreiben, und Ehre und
Gut verheißen, daß sie ihm Hilfe zusagten.
Und schrieb ihnen also: Der König Demetrius entbietet
den Juden seinen Gruß.
Wir haben gern gehört, und ist uns eine große
Freude, daß ihr nicht von uns abfallet zu unsern Feinden,
sondern haltet mit allen Treuen an uns.
Darum bitten wir, ihr wollt also forthin treulich an mir
halten, und euch nicht von mir wenden lassen.
Diese eure Treue wollen wir vergelten, und euch viel
Bürden erlassen, und mehr Freiheit geben und Gnaden tun.
Und erlasse jetzt allen Juden den Schoß, den Zins
vom Salz, die Kronsteuer, den dritten Scheffel vom Getreide, die
Hälfte, die mir vom Obst gebührt.
Von diesen Bürden soll nun forthin das Land Juda und
die drei Vogteien, so dazu gehören in den Landen Samaria und
Galiläa, gefreiet sein allezeit.
Und Jerusalem soll heilig und frei sein von allen Bürden,
Schoß und Zehent.
Ich will auch die Burg zu Jerusalem wiederum räumen
lassen, und dem Hohenpriester übergeben, daß er sie
einnehme, und Leute darauf lege, wen er will, sie zu bewahren.
Und alle gefangene Juden in meinem Königreich sollen
freigelassen werden ohne Lösegeld, und sollen sie und ihr
Vieh vom Schoß gefreiet sein.
Auch sollen sie Freiheit haben in alle meinem Königreich,
ihre Sabbate, Neumonde und andre bestimmte Feste zu halten;
und drei Tage vor und nach dem Fest von jedermann
unverhindert sein an ihrem Gottesdienst, und soll auch sonst
niemand sie beschweren.
Und man soll dreißigtausend Mann in Judäa
wählen; denen will ich Sold geben, wie meinem andern
Kriegsvolk, und sie sollen in die großen Festungen des
Königs verordnet werden.
Und aus ihnen sollen gewählet werden etliche, die der
König in seinen höchsten Händeln als vertrauete
Räte gebrauchen wird. Die Juden sollen auch nicht fremde,
sondern eigene Hauptleute haben, aus ihnen gewählet, daß
sie ihre Gesetze halten mögen wie im Lande Juda.
Und die drei Vogteien im Lande Samaria und Galiläa,
so zu Judäa gehören, sollen niemand untertan sein denn
allein dem Hohenpriester, daß man wisse, daß er
allein Herr darüber sei.
Die Stadt Ptolemais und die Landschaft, so dazu gehört,
gebe ich dem Tempel zu Jerusalem zu den Kosten, die auf das Opfer
gehen.
Ich will auch jährlich fünfzehntausend Lot
Silbers von meinem eignen Einkommen geben aus den bequemsten
Orten.
Und was von * alters her meine Amtleute schuldig gewesen,
zum Tempel zu geben, das soll forthin gereicht werden.
*Esra 6,9; 7,20.
Und auch die fünftausend Lot Silbers, welche sie von
des Tempels jährlichem Einkommen entwendet haben, sollen den
Priestern wiederum zufallen.
Es soll der Tempel auch diese Freiheit haben: Wer in
meinem ganzen Königreich eine Strafe verwirkt hat, und
fliehet in den Tempel oder dessen Zugehör, der soll da
sicher sein mit Leib und mit Gut.
Zum Bau und Besserung des Tempels und der Mauern und Türme
zu Jerusalem
und sonst im Lande will der König die Kosten auch
legen von seinem eignen Einkommen.
Da man aber diesen Brief Jonathan und dem Volk las,
wollten sie ihm nicht trauen, und nahmen's nicht an; denn sie
wußten wohl, welche Untreue und grausame Tyrannei er zuvor
gegen Israel geübt hatte;
und beschlossen, dem Alexander Hilfe zu tun, der zuvor
Freundschaft bei ihnen gesucht hatte, und Frieden zugesagt;
diesem taten sie Hilfe sein Leben lang.
Da nun Alexander und Demetrius wider einander zogen,
und einander angriffen, da floh des Demetrius Heer, und
Alexander eilte ihm nach;
und taten eine grausame Schlacht vom Morgen an bis an den
Abend; und Demetrius ward denselben Tag erschlagen.
Danach sandte Alexander Boten zu Ptolemäus,
dem Könige in Ägypten, mit dieser Werbung:
Nachdem ich wieder in mein Reich kommen bin, und sitze auf
dem königlichen Thron, und habe das Regiment wieder an mich
gebracht, und habe Demetrius zunichte gemacht, und mein Erbland
wieder erobert,
begehre ich Freundschaft mit dir zu machen, und bitte
dich, du wollest mir deine Tochter zur Ehe geben;
so will ich mich gegen dich als dein Eidam halten, und dir
und ihr Geschenke geben, die dein würdig sind.
Darauf antwortete Ptolemäus, und wünschte dem
Alexander Glück, daß er wieder in sein Vaterland
kommen war, und sein Königreich erobert;
und sagte ihm zu, das zu tun, wie er begehrt hatte; und
begehrte, er wollte zu ihm gen Ptolemais kommen, da wollten sie
einander selbst ansprechen, und die Heirat vollziehen.
Im * hundertundzweiundsechzigsten Jahr zog Ptolemäus
mit seiner Tochter Kleopatra aus Ägypten, und kamen gen
Ptolemais.
*Kapitel 1,11.
Dahin kam auch der König Alexander. Und Kleopatra
ward dem Alexander vermählet, und die Hochzeit ward mit
großer königlicher Pracht gehalten.
Und der König Alexander schrieb Jonathan, und
forderte ihn zu sich.
Da kam Jonathan mit großer Herrlichkeit gen
Ptolemais zu beiden Königen, und schenkte ihnen und ihren
Freunden köstliche Gaben von Gold und Silber, und fand Gnade
bei ihnen.
Und etliche Abtrünnige aus Israel kamen dahin, den
Jonathan zu verklagen; aber der König wollte sie nicht
hören,
sondern befahl, daß Jonathan seine Kleider ablegen,
und einen Purpur anziehen sollte; welches also geschah.
Da setzte ihn der König neben sich; und * befahl
seinen Fürsten, daß sie mit ihm in der Stadt
umherziehen sollten, und ausrufen lassen, daß ihn niemand
verklagen sollte, oder sonst beleidigen.
*Esther 6,9.10.
Da aber seine Verkläger sahen, daß ihn der
König so hoch ehrte, daß er ihn hatte einen Purpur
heißen anziehen, und solches von ihm ausrufen ließ,
flohen sie alle davon.
Und der König tat ihm große Ehre, und ließ
ihn schreiben unter seine vornehmsten Freunde, und machte ihn zum
Hauptmann und zum Landpfleger.
Danach zog Jonathan wiederum gen Jerusalem mit Freuden und
in gutem Frieden.
Im * hundertundfünfundsechzigsten Jahr kam der
König Demetrius, des vorigen Demetrius Sohn, aus Kreta in
sein Erbkönigreich.
*Kapitel 1,11.
Da erschrak Alexander sehr, und wandte sich gen
Antiochien.
Aber Demetrius bestätigte den Apollonius, den
Hauptmann in Nieder-Syrien; der brachte ihm ein Kriegsvolk
zusammen, und lagerte sich zu Jamnia. Und sandte zu Jonathan, *
dem Hohenpriester, und ließ ihm sagen:
*Vers 20.
Niemand tut uns Widerstand, denn du allein, und machest,
daß man mich verachtet. Du trotzest wohl im Gebirg;
aber wenn du auf deine Kriegsmacht vertrauest, so ziehe
herunter in das Blachfeld, und laß uns mit einander
versuchen; denn mit mir ist die Macht der Städte.
Wenn du fragen wirst, wie stark wir sind, ich und die
andern, so mir zuziehen und helfen, so wird man dir sagen: Ihr
werdet nicht bleiben können vor diesen Leuten, von welchen
eure Väter zweimal in ihrem eignen Lande geschlagen sind.
Viel weniger kannst du im Blachfeld vor solchem großen
Volk zu Roß und Fuß bestehen, da keine Berge und
Felsen sind, dahin man fliehen könnte.
Da Jonathan solch Rühmen hörte, erzürnte
er, und wählte zehntausend Mann, und zog aus von Jerusalem;
und sein Bruder Simon kam zu ihm, ihm zu helfen; und lagerten
sich vor Joppe.
Aber die in der Stadt Joppe ließen ihn nicht ein;
denn Apollonius hatte Volk darein gelegt als Besatzung; darum
stürmte sie Jonathan.
Da erschraken die in der Stadt, und taten die Tore auf.
Also eroberte Jonathan die Stadt Joppe.
Da Apollonius dies vernahm, legte er sich vor Joppe mit
dreitausend Reisigen und mit einem großen Fußvolk.
Und stellte sich, als wollte er weg gen Asdod ziehen, daß
er Jonathan herauslockte auf das Blachfeld; denn er hatte viel
Reiterei, auf die verließ er sich.
Jonathan eilte ihm nach gen Asdod, und die Heere gerieten
an einander.
Aber Apollonius hatte hinter sich im Lager heimlich
tausend Reisige gelassen.
Nun merkte Jonathan, daß Leute hinter ihm heimlich
versteckt waren; darum, da sie von allen Seiten an sein Volk
kamen, hielt Jonathan in seiner Ordnung.
Da schossen die Reisigen den ganzen Tag vom Morgen an bis
auf den Abend auf das Volk, bis ihre Pferde müde wurden.
Danach nahm Simon sein Heer, und griff die Feinde an. Da
flohen die Reisigen, denn sie waren müde;
und wurden zerstreuet hin und her im Felde, und flohen gen
Asdod, und eileten in den Tempel des Götzen * Dagon, ihr
Leben da zu retten.
*1. Samuel 5,2.
Aber Jonathan plünderte die Stadt Asdod und die
Flecken umher, und zündete sie an. Er verbrannte auch den
Götzentempel mit allen, so darein geflohen waren.
Und die Summe der Erschlagenen und Verbrannten zusammen
war bei achttausend Mann.
Danach zog Jonathan mit dem Heer vor Askalon. Da gingen
ihm die Bürger aus der Stadt heraus entgegen, und ergaben
sich, und empfingen ihn mit großer Pracht.
Also zog Jonathan wieder gen Jerusalem mit seinem Heer und
Raube.
Und da Alexander solches hörte, ehrte er Jonathan
noch höher;
und sandte ihm eine güldne Spange, wie man allein
eines Königs gebornen Freunden gibt. Dazu schenkte er ihm
Ekron, und das dazu gehört, zum Eigentum.
Das 11. Kapitel.
Ptolemäus bekriegt seinen Tochtermann Alexander. Neuer
Wechsel im syrischen Reich und Jonathans Bestätigung.
Wechselndes Glück.
Und der König in
Ägypten brachte Volk zusammen, soviel des Sands am Meer ist,
und viel Schiffe; und unterstund sich, das Reich Alexanders mit
Betrug an sich zu bringen, daß er beide Königreiche
hätte.
Darum zog er nach Syrien mit
diesem Schein, als käme er wie ein Freund. Da tat man ihm
alle Städte auf, und zogen ihm entgegen, und empfingen ihn
herrlich, wie denn Alexander befohlen hatte, dieweil dieser sein
* Schwäher war.
*Schwiegervater.
Aber in welche Stadt Ptolemäus kam, da ließ er
einen Haufen Kriegsvolk darin zur Besatzung.
Und da er gen Asdod kam, zeigten sie ihm, wie *
Jonathan den Tempel Dagons, dazu die Stadt und die Flecken umher
verbrannt und verwüstet hatte, und die Leichname hin und her
zerstreuet lagen, und Hügel aufgeworfen waren am Wege,
darunter man die Erschlagenen mit Haufen begraben hatte.
*Kapitel 10,84.
Und sagten dem Könige, daß Jonathan diesen
Schaden getan hätte, damit sie ihm einen ungnädigen
König machten. Aber der König schwieg still dazu.
Und Jonathan zog auch dem König entgegen gen Joppe;
da sprachen sie einander an, und blieben über Nacht da bei
einander.
Und Jonathan geleitete den König bis an das Wasser,
genannt Eleutherus. Danach zog er wieder heim gen Jerusalem.
Und der König Ptolemäus nahm die Städte
ein bis gen Seleucia am Meer, und gedachte, Alexander zu
vertreiben.
Und schickte Boten zu Demetrius, daß er zu ihm
kommen sollte, einen Bund mit ihm zu machen, so wollte er ihm
seine Tochter geben, die Alexander hatte, und wollte ihm helfen,
daß er König würde.
Und sprach, es hätte ihn gereuet, daß er
Alexander die Tochter gegeben hätte.
Und gab Alexander schuld, er hätte ihm nach dem Leben
und Königreich getrachtet.
Er erzeigte auch keinen Haß öffentlich, und
wandte sich von Alexander, und nahm ihm die Tochter, und gab sie
dem Demetrius.
Und da Ptolemäus gen Antiochien kam, setzte er beide
Kronen auf, des Reichs Ägypten und des Reichs Asien.
Aber der König Alexander war dazumal in Cilicien;
denn etliche Städte waren daselbst von ihm abgefallen.
Da er nun von Ptolemäus hörte, zog er wider ihn,
mit ihm zu kriegen. Aber Ptolemäus war stark gerüstet,
und zog ihm entgegen, und verjagte ihn.
Und Alexander floh nach Arabien, daß er da
sicher wäre. Aber der König Ptolemäus war sehr
mächtig;
darum ließ Zabdiel, der Araber, seinem Gast, dem
Alexander, den Kopf abhauen, und schickte ihn dem Könige
Ptolemäus.
Und Ptolemäus starb am dritten Tag hernach. Da wurden
die Krieger, so Ptolemäus in die Städte gelegt hatte,
auch umgebracht vom Volk in den Städten.
Also nahm Demetrius das Reich ein im *
hundertundsiebenundsechzigsten Jahr.
*Kapitel 1,11.
Zu dieser Zeit brachte Jonathan sein Volk im Lande
Juda zusammen, die Burg zu Jerusalem wieder zu erobern; und ließ
Bollwerke und Geschütz davor aufrichten.
Da zogen etliche Abtrünnige zum Könige
Demetrius, und verklagten den Jonathan, und sagten, daß er
die Burg belagert hätte.
Da erzürnte der König sehr, und zog eilend gen
Ptolemais, und schrieb dem Jonathan, daß er die Burg nicht
belagern sollte, und sollte eilend zu ihm gen Ptolemais kommen;
da wollte er mit ihm von etlichen Sachen reden.
Da aber Jonathan diese Botschaft zukam, ließ er
nicht ab von der Belagerung, und wählte etliche Ältesten
in Israel und Priester, die mit ihm ziehen sollten, und machte
sich auf, und wagte sein Leben.
Und nahm viel köstlicher Kleinode mit sich von Gold,
Silber und Kleidern, und zog gen Ptolemais zum Könige, und *
fand Gnade bei ihm.
*Kapitel 10,60.
Da ihn nun die * Abtrünnigen seines Volks verklagten,
*Kapitel 10,61.
hielt ihn der König herrlich, wie er zuvor gehalten
war, und tat ihm große Ehre vor allen seinen Fürsten;
und bestätigte ihn in seinem Hohenpriesteramt und in
allen andern Ehren, die er bisher gehabt hatte, und hielt ihn für
einen seiner vornehmsten Freunde.
Jonathan bat auch den König, daß er dem ganzen
Judäa und den dreien Vogteien in Samaria und Galiläa
den Schoß erlassen wollte; und erbot sich, um diese
Freiheit zu geben dreihundert Zentner Silbers.
Das bewilligte der König, und gab Jonathan Briefe
darüber; die lauteten also:
Der König Demetrius entbietet seinem Bruder Jonathan
und dem jüdischen Volk seinen Gruß.
Wir senden euch eine Abschrift des Briefs, den wir an
unsern Verwandten, den Lasthenes, eurethalben geschrieben haben,
daß ihr solches wissen mögt.
Der König Demetrius entbietet Lasthenes, seinem
Vater, seinen Gruß.
Wir gedenken, unsern Freunden und treuen Bundesgenossen,
den Juden, Gutes zu tun von wegen ihrer Treue und Freundschaft
gegen uns.
Darum so bestätigen wir, daß sie das ganze
Judäa und die drei Vogteien Apherema und Lydda und Ramatha
und ihre Zugehör innehaben sollen.
Wir erlassen euch allen, so zu Jerusalem opfern, alles,
das sie zuvor dem Könige haben jährlich geben müssen:
Getreide, Obst, Zehent, Schoß, Salzzins, Kronsteuer.
Von diesen allen sollen sie forthin gefreiet sein, und
solche Freiheit soll ihnen fest und stät gehalten werden.
Dieses Briefs Abschrift soll man Jonathan geben, daß
man's auf den heiligen Berg stelle, als an einen öffentlichen
Ort.
Da nun der König Demetrius sah, daß im ganzen
Königreich Friede war, und sich niemand mehr wider ihn
setzte, da ließ er sein Kriegsvolk von sich, das im
Königreich daheim war, einen jeden wieder in seine Stadt;
aber das fremde Kriegsvolk, das er in den Inseln hin und her
angenommen hatte, behielt er bei sich; darum ward ihm das
einländische Volk sehr gram.
Da aber Tryphon, ein Hauptmann, der vormals des
Alexanders Freund gewesen war, sah, daß das Kriegsvolk
einen Haß wider den König Demetrius gefasset hatte,
zog er zu dem Araber Emalkuel, der den jungen Antiochus, den Sohn
Alexanders, erzog.
Bei diesem hielt er an, daß er ihm den Knaben geben
sollte, so wollte er ihn wiederum in seines Vaters Reich
einsetzen. Und sagte dem Araber, wie und warum das Kriegsvolk den
König Demetrius hassete. Und blieb also eine Zeit lang bei
dem Araber.
Mittlerzeit schrieb Jonathan dem König
Demetrius, und bat ihn, er wollte denen, so auf der Burg zu
Jerusalem und in den Festungen lagen, gebieten, selbige zu
räumen, und ihm zu übergeben; denn sie taten Israel
viel Schaden.
Da schrieb Demetrius dem Jonathan also: Nicht allein
dieses, so du begehrest, sondern viel mehr Ehre und Gutes will
ich dir und deinem Volk tun, sobald ich kann.
Aber jetzt bin ich in großer Fahr (Gefahr).
Darum tue so wohl an mir, und schicke mir Hilfe; denn all mein
Kriegsvolk ist von mir abgefallen, und setzet sich wider mich.
Darum schickte ihm Jonathan dreitausend guter Krieger; die
kamen gen Antiochien zum Könige, und der König ward
ihrer Ankunft sehr erfreuet.
Nun richtete das Volk in der Stadt einen Aufruhr an, bei
hundertundzwanzigtausend Mann, und wollten den König
totschlagen.
Aber der König floh in seine Burg. Da nahm das Volk
die Gassen ein, und wollten die Burg stürmen.
Darum forderte der König die Juden, ihn zu schützen.
Da liefen die Juden alle dem Könige zu, und teileten sich in
die Gassen;
und erschlugen denselbigen Tag hunderttausend Mann, und
zündeten die Stadt an, und plünderten sie. Also
retteten sie den König.
Da nun das Volk in der Stadt sah, daß die Juden der
Stadt mächtig waren worden, verzagten sie, und schrieen zum
Könige, und baten um Frieden;
daß die Juden aufhörten, das Volk zu töten,
und die Stadt nicht ganz wüste machten.
Da ward Friede, und legten die Juden ihre Waffen von sich,
und wurden hoch geehret vom König, und gerühmet im
ganzen Reich; und zogen wieder heim gen Jerusalem, und brachten
groß Gut mit sich, das sie im Krieg gewonnen hatten.
Da nun Demetrius wieder sicher war, und das Reich mit Ruhe
innehatte,
hielt er Jonathan der Dinge keines, die er ihm verheißen
hatte, und wandte sich ganz von ihm, und war ihm undankbar für
seine Wohltaten, und erzeigte ihm alle Untreue.
Nicht lange hernach kam * Tryphon wiederum mit dem
jungen Antiochus. Dieser Antiochus ward König, und setzte
die Krone auf.
*Vers 39.
Und kam zu ihm alles Kriegsvolk, welches Demetrius
beurlaubet hatte. Da sie nun mit Demetrius stritten, schlugen sie
ihn in die Flucht, und verjagten ihn.
Und Tryphon nahm die Elefanten, und gewann Antiochien.
Und der junge Antiochus schrieb Jonathan, und bestätigte
ihn in seinem Hohenpriesteramt, und willigte, daß er die
vier Vogteien besitzen und behalten sollte, und * des Königs
Freund sein;
*Kapitel 10,20.65.
und sandte ihm güldene Gefäße, und
erlaubte ihm, Gold zu Tisch zu brauchen, und Purpur und * eine
güldene Spange zu tragen.
*Kapitel 10,89.
Und Simon, den Bruder Jonathans, machte er zum Hauptmann
übers Land von Tyrus an bis an Ägypten.
Da nun Jonathan auszog über den Jordan, und in
die Städte umher kam, da zog ihm zu alles Kriegsvolk in
Syrien, ihm zu helfen. Und da er vor Askalon kam, * gingen ihm
die Bürger entgegen, und empfingen ihn mit Ehren, und
ergaben sich.
*Kapitel 10,86.
Danach zog er vor Gaza; aber die von Gaza wollten ihn
nicht einlassen; darum belagerte er die Stadt, und verbrannte die
Flecken umher, und plünderte sie.
Da baten die von Gaza um Frieden. Und Jonathan machte
einen Frieden mit ihnen, und nahm die Kinder ihrer Obersten zu
Geiseln, und schickte sie gen Jerusalem; er aber zog fort durchs
Land bis gen Damaskus.
Da er aber hörte, daß des Königs Demetrius
Hauptleute mit einem großen Heer gen Kedes in Galiläa
kommen waren, ihn in seinem Vornehmen zu hindern,
da zog er wider sie, und ließ seinen Bruder Simon im
Lande.
Der zog vor Bethzur, und belagerte es lange Zeit so hart,
daß sie nicht herausfallen konnten.
Darum baten sie um Frieden; und Simon machte Frieden mit
ihnen, und ließ sie frei abziehen, und nahm die Stadt ein,
und legte Kriegsvolk darein als Besatzung.
Aber Jonathan zog mit seinem Heer an den See Genezareth,
und war morgens früh auf, und kam in das Blachfeld Hazor.
Da zogen die Heiden ihm entgegen im Blachfeld, und hatten
einen Haufen versteckt im Gebirge.
Da nun Jonathan den andern Haufen angriff, fiel der
versteckte Haufe heraus aus dem Gebirge, und griff auch an.
Da floh das ganze Heer Jonathans, und blieb niemand denn
allein die Hauptleute, Mattathias, der Sohn Absaloms, und Judas,
der Sohn Kalphis.
Da * zerriß Jonathan seine Kleider, und streute Erde
auf sein Haupt, und betete,
*Kapitel 2,14.
und rannte die Feinde wiederum an, und schlug sie in die
Flucht.
Da nun sein Volk, das zuvor geflohen war, solches sah,
kehreten sie wieder um, Jonathan zu helfen, und jagten den
Feinden nach bis gen Kedes in ihr Lager; und sie machten da auch
ein Lager.
Und sind diesen Tag umkommen bei dreitausend Heiden.
Danach zog Jonathan wieder gen Jerusalem.
Das 12. Kapitel.
Jonathan schickt Gesandte an die Römer und Spartaner.
Er befestigt Jerusalem und andere Städte, wird aber von
Tryphon hinterlistigerweise gefangen.
Da aber Jonathan sah,
daß er nun Raum gewonnen hatte, wählte er etliche, die
er gen Rom sandte, den * Bund mit den Römern zu erneuen und
wiederum aufzurichten.
*Kapitel
8,22.
Er schrieb auch denen von
Sparta und an andere Orte mehr.
Da nun die Boten gen Rom
kamen, gingen sie vor den Rat und sprachen: Jonathan, der
Hohepriester, und das jüdische Volk haben uns gesandt, den
Bund, so zwischen uns vormals gemacht ist, wiederum zu erneuen.
Und die Römer gaben ihnen
Briefe und Geleit, daß sie sicher wiederum heimzögen.
Und also schrieb Jonathan
denen von Sparta:
Jonathan, der Hohepriester,
und die Ältesten des Volks und die Priester und das jüdische
Volk entbieten ihren Brüdern, denen von Sparta, ihren Gruß.
Schon vormals hat euer König
Areus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, daß ihr
unsre * Brüder seid, wie denn derselbige Brief lautet.
*Vers 21.
Und Onias empfing euren Boten
mit Ehren, und nahm die Freundschaft und den Bund an, davon im
Brief geschrieben war.
Wiewohl wir nun jetzt nicht
fremder Hilfe bedürfen, und Trost haben an Gottes Wort, das
wir täglich lesen,
so senden wir doch Botschaft
zu euch, die Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns zu
erneuen und zu bestätigen, daß wir derselben nicht
vergessen; denn es ist nun eine lange Zeit, daß ihr zu uns
geschickt habt.
Darum wisset, daß wir
allezeit an Feiertagen und allen andern Tagen, so man opfert, in
unserm Gebet und Opfer euer gedenken, wie sich's denn gebührt,
der Brüder zu gedenken.
Und eure Ehre und Wohlfahrt
ist uns eine Freude.
Aber wir haben mittlerzeit
große Not gelitten, und schwere Kriege gehabt mit den
Königen umher.
Wir haben aber euch und andere
unsrer Freunde und Bundesgenossen nicht bemühen wollen in
diesen unsern Kriegen.
Denn wir haben Hilfe vom
Himmel gehabt; und Gott hat uns geschützt wider unsere
Feinde, und die Feinde unterdrückt.
Dieweil wir aber jetzt diese
unsre Boten, Numenius, des Antiochus Sohn, und Antipater, den
Sohn Jasons, zu den Römern senden, die Freundschaft und
Bündnis mit ihnen wiederum zu erneuen,
haben wir ihnen dabei
befohlen, daß sie auch zu euch ziehen sollen, und euch
unsern Gruß sagen, und diesen Brief überantworten,
unsre Bruderschaft zu erneuen.
Und bitten um Antwort.
Dies aber ist die Abschrift
des Briefes, welchen * Areus, der König zu Sparta, uns
vormals gesandt hatte:
*Vers 7.
Areus, der König zu
Sparta, entbietet Onias, dem Hohenpriester, seinen Gruß.
Wir finden in unsern alten
Schriften, daß die von Sparta und die Juden Brüder
sind, dieweil beide Völker von Abraham herkommen.
Nachdem wir nun solches
wissen, bitten wir, ihr wollet uns schreiben, wie es euch gehet.
Und so es euch gefällt,
so soll unser Vieh, Habe und Gut, und was wir vermögen,
sein, als wäre es euer eigen; und das eure soll sein, als
wäre es unser eigen. Dies haben wir befohlen, euch
anzuzeigen.
Danach hörte
Jonathan, daß des Demetrius Hauptleute wiederum mit
größerer Macht denn zuvor kamen, und wollten ihn
überziehen.
Darum zog er aus von Jerusalem
wider sie in das Land Hamath; denn er wollte nicht harren, daß
sie ihm zuvor in sein Land fielen.
Da er nun Kundschafter in der
Feinde Lager sandte, kamen sie und sagten, daß die Feinde
beschlossen hätten, diese Nacht ihn zu überfallen.
Darum gebot Jonathan seinem
Heer des Abends, daß sie wachen, und die ganze Nacht im
Harnisch und gerüstet sein sollten; und verordnete Leute ums
Lager umher in die Schildwacht.
Da aber die Feinde sahen, daß Jonathan zur Schlacht
gerüstet war, kam sie eine Furcht an, daß sie
aufbrachen und wegzogen. Und daß man ja solches nicht
merken sollte, ließen sie viel Feuer im Lager hin und her
machen.
Darum dachte Jonathan nicht, daß sie wegzögen,
bis morgens frühe; denn er sah die Feuer hin und her im
Lager.
Morgens aber jagte er ihnen nach, und konnte sie nicht
ereilen; denn sie waren bereits über das Wasser Eleutherus.
Da kehrte sich Jonathan gegen die Araber, welche heißen
Zabadäer, schlug und plünderte sie;
und kehrte sich wieder gen Damaskus, und durchzog das
ganze Land.
Simon aber zog gen Askalon, und in die festen Städte
dabei; danach kehrte er sich gegen Joppe.
Denn er vernahm, daß sie sich wollten des Demetrius
Hauptleuten ergeben. Darum kam er zuvor, und nahm Joppe ein, und
legte Kriegsvolk darein, die Stadt zu bewahren.
Danach kam Jonathan wieder heim, und hielt Rat mit den
Ältesten im Volk, daß man etliche Städte
befestigen sollte in Judäa,
und die Mauern zu Jerusalem höher machen, und
zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, daß
die Stadt von der Burg abgesondert würde, daß die auf
der Burg nicht in die Stadt herausfallen könnten, und daß
man ihnen nichts zuführen, noch abkaufen möchte.
Da nun das Volk zusammenkam und anfing zu bauen, dieweil
die Mauer am Bach gegen Morgen verfallen war, baueten sie
dasselbige Stück wieder, das da heißt Kaphnata.
Und Simon bauete die Burg Adida in der Sephela, und machte
sie fest, und bewahrte sie mit starken Toren.
Nun hatte * Tryphon vor, das Königreich Asien
an sich zu bringen, und die Krone aufzusetzen, und den jungen
Antiochus, den König, zu töten.
*Kapitel 11,54.
Dieweil er aber besorgte, Jonathan würde es wehren,
und wider ihn ziehen, trachtete er auch danach, wie er Jonathan
fahen (fangen)
und umbringen möchte. Darum zog er gen Bethsan.
Da kam Jonathan auch dahin mit vierzigtausend Mann, wohl
gerüstet.
Da aber Tryphon sah, daß Jonathan eine große
Macht bei sich hatte, fürchtete er sich, öffentlich
etwas wider ihn vorzunehmen;
sondern empfing ihn herrlich, und befahl ihn seinen
Freunden in Ehren zu halten, und gab ihm Geschenke; und gebot dem
Heer Jonathans, daß sie ihm gehorsam sein sollten wie ihm
selbst.
Und sprach zu Jonathan: Warum machest du dem Volk solche
Mühe, so wir doch keinen Krieg haben?
Laß sie wieder heimziehen. Allein wähle dir
wenig Leute, die bei dir bleiben, und zeuch (zieh)
mit mir gen Ptolemais. Diese Stadt will ich dir übergeben
und die andern festen Städte, und will dir alles Kriegsvolk
und Amtleute befehlen; denn ich muß wiederum wegziehen.
Auch bin ich allein derhalben jetzt herkommen; darum wollest du
mit mir ziehen.
Jonathan glaubte ihm, und ließ sein Volk von sich
heimziehen ins Land Juda,
und behielt allein dreitausend bei sich; davon ließ
er zweitausend in Galiläa, das eine Tausend aber zog mit
ihm.
Da nun Jonathan in die Stadt Ptolemais kam, ließ
Tryphon die Tore zuschließen, und nahm Jonathan gefangen,
und ließ seine Leute erstechen.
Und schickte Fußvolk und Reisige nach Galiläa
aufs weite Feld, das andre Kriegsvolk Jonathans auch umzubringen.
Da sie aber vernahmen, daß Jonathan * gefangen und
umkommen war samt seinen Leuten, vermahneten sie einander, und
rüsteten sich zur Schlacht, und zogen getrost gegen die
Feinde.
*Kapitel 13,12.
Da aber die Feinde sahen, daß es ihnen ihr Leben
gelten sollte, dieweil sich diese wehren wollten,
kehreten sie wieder um und zogen weg. Da zog das Volk auch
wiederum heim ins Land Juda mit Frieden, und * klagte den
Jonathan und die andern, die mit ihm umkommen waren; und ganz
Israel trauerte sehr um Jonathan.
*Kapitel 9,20.
Und alle Heiden umher fingen an, das Volk zu drängen
und zu plagen und sprachen:
Sie haben kein Haupt und keinen Schutz mehr; nun wollen
wir sie überziehen und ausrotten, und ihren Namen auf Erden
vertilgen.
Das 13. Kapitel.
Simon tritt an die Stelle seines Bruders Jonathan, welcher
mit seinen Söhnen von Tryphon getötet wird, schließt
mit Demetrius einen Vertrag und macht sich unabhängig.
Da nun Simon hörte, daß Tryphon ein groß
Heer bei einander hatte, das Land Juda zu überziehen und zu
verderben,
und sah, daß dem Volk sehr bang und angst war, kam
er gen Jerusalem, und versammelte das Volk,
und tröstete sie und sprach: Ihr wisset, welche
schwere Kriege ich und meine Brüder und mein Vater für
das Gesetz und Heiligtum geführet haben, und habt die Not
gesehen, darin ganz Israel gewesen ist;
in welcher um Israels willen alle meine Brüder
umkommen sind, und lebet keiner mehr denn ich.
Nun begehre ich nicht, meines Lebens zu schonen in dieser
Trübsal; denn ich bin nicht besser denn meine Brüder,
und begehre nicht, es besser zu haben denn sie;
sondern will mein Volk, unser Heiligtum und unsre Weiber
und Kinder rächen. Denn * alle Heiden umher sind auf uns
ergrimmet, und rotten sich zusammen, uns zu vertilgen.
*Kapitel 12,53.
Von diesem Trost kriegte das Volk wieder ein Herz, und
faßte einen Mut;
und antworteten darauf und schrieen: Du sollst unser
Hauptmann sein an Judas und Jonathans, deiner Brüder, Statt,
unsern Krieg zu führen.
Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, das du uns
heißest.
Da forderte Simon das Kriegsvolk zusammen. Auch schaffte
er, daß man eilend die Mauern zu Jerusalem ausbauen mußte,
daß die Stadt ganz umher wohl bewahret und fest wäre.
Und schickte Jonathan, den Sohn Absaloms, mit einem Heer
gen Joppe. Und Jonathan trieb die Feinde aus Joppe, und behielt
die Stadt inne.
Da zog Tryphon von Ptolemais aus mit großer
Macht, einzufallen ins Land Juda, und führte * Jonathan
gefangen mit sich.
*Kapitel 12,48.
Aber Simon zog gegen ihn, und lagerte sich vorn am
Blachfeld bei Adida.
Da aber Tryphon vernahm, daß Simon an seines Bruders
Jonathan Statt Hauptmann worden wäre, und gedächte sich
mit ihm zu schlagen, da sandte er Boten zu Simon, und ließ
ihm sagen:
Ich habe Jonathan von wegen einer Summe Gelds, die er dem
König schuldig blieben ist aus den Ämtern, behalten;
willst du mir nun hundert Zentner Silbers schicken, und
seine zween Söhne zu Geiseln geben, daß er nicht von
uns abfalle, und sich danach wider uns setze, wenn er los worden
ist, so will ich dir ihn ledig geben.
Wiewohl aber Simon wohl merkte, daß es eitel Betrug
war, schaffte er dennoch, daß dem Tryphon das Geld und die
Kinder geschickt wurden, daß das Volk nicht über ihn
klagte,
Jonathan hätte derhalben müssen umkommen, daß
er ihn nicht hätte lösen wollen.
Drum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den
hundert Zentnern. Aber Tryphon hielt nicht Glauben, und wollte
Jonathan nicht ledig geben.
Danach zog Tryphon fort, daß er ins Land käme
und möchte einen Schaden tun, und zog um das Land herum auf
der Straße, die gen Adora gehet. Aber Simon war ihm mit
seinem Heer stets auf der Seite, und wo er hereinfallen wollte,
da wehrte ihm Simon.
Es schickten auch die auf der Burg einen Boten zu Tryphon,
daß er durch die Wüste zu ihnen ziehen sollte, ehe
sich's Simon versähe, und sollte ihnen Speise zuführen
lassen.
Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei eilend auf
sein und zu ihnen kommen. Aber in derselbigen Nacht fiel ein sehr
tiefer Schnee, der verhinderte ihn, daß er nicht kam.
Danach zog er nach Gilead,
und bei Baskama ließ er Jonathan töten; und er
wurde da begraben.
Danach zog Tryphon wiederum in sein Land weg.
Da schickte Simon dahin, und ließ seines
Bruders Leichnam holen, und legte ihn in seines Vaters Grab zu
Modin.
Und ganz Israel trauerte kläglich um Jonathan lange
Zeit.
Und Simon ließ ein hohes Grab von gehauenen Steinen
machen seinem Vater und seinen Brüdern,
und darauf setzen sieben Pyramiden, eine gegen der andern
über, dem Vater, der Mutter und den vier Brüdern.
Und ließ um dieselben her große Säulen
setzen, und an den Säulen Harnische machen zum ewigen
Gedächtnis, und neben den Harnischen ausgehauene Schiffe, so
daß es alle, die auf dem Meer fahren, sehen konnten.
Dies Grab zu Modin stehet noch auf diesen Tag.
Aber Tryphon ging mit dem jungen Antiochus betrüglich
um, bis daß er ihn heimlich tötete.
Danach setze er selbst die Krone auf, und ward König
in Asien, und plagte das Land hart.
Aber Simon baute und befestigte viel Städte im
Lande Juda mit dicken Mauern und hohen Türmen und starken
Toren, und schaffte Speise in die festen Städte;
und schickte Boten zu dem Könige Demetrius, und bat
um Erlassung der Last, die ihm Tryphon aufgelegt hatte; denn
Tryphon trieb eitel Raub und Mord im Lande.
Darauf antwortete Demetrius und schrieb also:
Der König Demetrius entbietet Simon, dem
Hohenpriester und Freunde der Könige, und den Ältesten
und dem jüdischen Volk seinen Gruß.
Die güldne Krone samt der Palme, die ihr mir
geschickt habt, haben wir empfangen, und sind bereit, einen guten
Frieden mit euch zu machen, und den Amtleuten zu schreiben, daß
sie euch erlassen alle Last, die wir euch zuvor zu erlassen
zugesagt haben.
Und was wir euch verheißen haben, das soll treulich,
stät und fest gehalten werden. Alle Festungen, die ihr
gebauet habt, sollt ihr behalten und innehaben.
Und vergeben euch, was ihr mittlerzeit wider uns getan
habt. Die * Kronsteuer und andere Schosse, so Jerusalem hat geben
müssen, erlassen wir euch.
*Kapitel 10,29.
Und welche unter euch tüchtig sind, in unsrer
Leibwache zu dienen, die wollen wir annehmen; und soll zwischen
uns guter Friede und Einigkeit sein.
Im * hundertundsiebzigsten Jahr ward Israel erst
wieder frei von den Heiden,
*Kapitel 1,11.
und fing an, zu schreiben in Briefen und Verträgen
also: Im ersten Jahr Simons, des großen Hohenpriesters und
Feldhauptmanns und Fürsten der Juden.
Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Gazara, und
richtete auf davor Bollwerke und Geschütz, und stürmte
die Stadt, und eroberte einen Turm.
Und dieselbigen, so auf den Turm kamen, sprangen in die
Stadt. Da erschrak das Volk in der Stadt, und verzagte ganz;
und liefen mit Weib und Kindern auf die Mauer, und
zerrissen ihre Kleider, und schrieen laut, und baten um Gnade und
sprachen:
Strafe uns nicht nach unsrer Bosheit, sondern sei uns
gnädig, so wollen wir gerne gehorsam sein.
Dieses jammerte Simon, daß er sie nicht tötete.
Aber er gebot ihnen, wegzuziehen aus der Stadt, und ließ
die Häuser wieder reinigen, darein sie Götzen gestellet
hatten.
Danach zog er hinein in die Stadt, und dankte und lobte
Gott; und ließ alle Greuel wegtun und ausrotten, und setzte
Leute hinein, die Gottes Gesetz hielten; und machte die Stadt
fest, und bauete sich selbst ein Haus darein.
Und die auf der Burg zu Jerusalem waren belagert, daß
niemand aus- oder einkommen, und da weder kaufen noch verkaufen
konnte; und litten so großen Hunger, daß viele
Hungers sterben mußten.
Darum riefen sie zu Simon, und baten um Frieden, und
ergaben sich. Da tat ihnen Simon Gnade, und ließ sie leben;
aber sie mußten aus der Burg weg. Und Simon ließ die
Burg wieder reinigen von allen Greueln,
und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tag des zweiten
Monats im * hundertundeinundsiebzigsten Jahr. Und zog drein mit
Lobgesang und Palmenzweigen und allerlei Saitenspiel; und dankte
Gott, daß sie dieser großen Tyrannei aus Israel waren
los worden.
*Kapitel 1,11.
Und gebot, daß man diesen Tag jährlich mit
Freuden begehen sollte.
Auch machte er den Berg des Tempels neben der Burg noch
fester, und wohnte droben, er und die, so er bei sich hatte.
Und dieweil er sah, daß sein Sohn Johannes ein
tüchtiger Mann war, machte er ihn zum Hauptmann über
alles Kriegsvolk, und ließ ihn zu Gazara wohnen.
Das 14. Kapitel.
Friedliches Regiment Simons, des Hohenpriesters.
Im *
hundertundzweiundsiebzigsten Jahr rüstete sich der König
Demetrius, und zog nach Medien um Hilfe wider den Tryphon.
*Kapitel
1,11.
Da aber Arsaces, der König
in Persien und Medien, vernahm, daß ihm Demetrius ins
Königreich gezogen war, schickte er einen Hauptmann aus
wider ihn, und befahl, daß er ihn fahen (fangen)
und lebendig zu ihm bringen sollte.
Dieser Hauptmann schlug des
Demetrius Volk, und fing ihn, und brachte ihn seinem König,
dem Arsaces. Da hielt ihn Arsaces gefänglich, und ließ
ihn bewahren.
Da kam das Land Juda zu
Ruhe, und blieb guter Friede, solange Simon lebte. Und Simon
regierte sehr wohl, und tat dem Lande viel Gutes, daß sie
ihn gerne zum Herrn hatten sein Leben lang.
Zu dem, was er sonst
Rühmliches tat, eroberte er auch die Stadt Joppe und die
Anfurt dabei, und machte einen Zugang für die Schiffe von
den Inseln des Meeres.
Und gewann seinem Volk mehr
Land, und machte die Grenzen weiter, und erledigte viele, die
zuvor unterdrückt und gefangen waren.
Er hatte Gazara inne und
Bethzur und die Burg zu Jerusalem, und hat sie wieder *
gereiniget; und durfte sich niemand wider ihn setzen.
*Kapitel
13,50.
Jedermann baute sein Feld in
gutem Frieden; und das Land war fruchtbar, und die Bäume
trugen wohl.
Die Ältesten saßen
im Regiment unverhindert, und hielten gute Ordnung; und die
Bürger besserten sich sehr an ihrer Nahrung, und schaffeten
Waffen und Vorrat zum Krieg.
Simon schaffete auch in den
Städten Vorrat von Korn, und rüstete sie aus mit
Bollwerken; und war berühmt in aller Welt.
Er hielt Frieden im Lande, daß
eitel Freude in Israel war.
Und ein jeder besaß
seinen Weinberg und seinen Garten mit Frieden, und durfte sich
nichts besorgen, denn niemand durfte sie überziehen.
3. Mose
26,6. Micha 4,4.
Und die Könige in Syrien
konnten ihnen die Zeit nicht mehr Schaden tun.
Und er hielt Recht im Lande,
und schützte die Armen unter seinem Volk wider Gewalt, und
strafte alles Unrecht, und vertilgte die Gottlosen.
Das Heiligtum richtete er auch
wiederum herrlich an, und ließ mehr heilig Geräte
darein machen.
Und da man zu Rom und
zu Sparta hörte, wie * Jonathan umkommen war, war es
jedermann leid.
*Kapitel
13,23.
Da aber die Römer
höreten, daß Simon, sein Bruder, Hoherpriester war,
und das Land innehatte, und die Feinde verjaget hätte,
erneueten sie den * Bund, den
sie zuvor mit Judas und Jonathan, seinen Brüdern, gemacht
hatten, und schrieben ihn auf eherne Tafeln, und schickten's ihm.
*Kapitel
8,22; 12,1.
Diese Schrift las man zu
Jerusalem vor dem Volk.
Auch schrieben die von * Sparta an Simon also: Der Rat und
die Bürger zu Sparta entbieten dem Hohenpriester Simon und
den Ältesten und den Priestern und dem übrigen
jüdischen Volk, ihren Brüdern, ihren Gruß.
*Kapitel 12,2.
Eure Boten sind zu uns kommen, und haben uns angesprochen,
und erzählet, daß ihr eure Feinde gedämpft habt
mit großen Ehren, und nun guten Frieden habt; das ist uns
eine große Freude.
Wir haben auch in unser öffentlich Stadtbuch
schreiben lassen, was sie gesagt haben, also: Der Juden Boten, *
Numenius, des Antiochus Sohn, und Antipater, der Sohn Jasons,
sind zu uns kommen, zu erneuen die Freundschaft zwischen den
Juden und uns.
*Kapitel 12,16.
Und wir haben beschlossen, daß man diese Boten mit
Ehren empfahen (empfangen)
sollte, und ihre Rede in unser Stadtbuch schreiben lassen zum
Gedächtnis. Diese Antwort schrieben sie dem Hohenpriester
Simon.
Danach sandte Simon den Numenius wiederum gen Rom, einen
großen güldnen Schild dahin zu bringen, tausend Pfund
schwer, und den Bund zu erneuen.
Da nun das Volk diese Dinge hörete, sprach es:
Wir sollen billig dem Simon und seinen Kindern Dank erweisen.
Denn er und seine Brüder und seines Vaters Haus haben
sich ritterlich gehalten, und Israels Feinde vertrieben, und ihm
die Freiheit verschafft. Und sie ließen es auf eherne
Tafeln schreiben, daß man's an die Pfeiler auf dem Berge
Zion anheften sollte.
Und die Schrift lautete
also: „Am achtzehnten Tag des Monats Elul im *
hundertundzweiundsiebzigsten Jahr, im dritten Jahr des
Hohenpriesters Simon,
*Kapitel
1,11.
zu Saramel, in der großen
Versammlung der Priester und des Volks und der Obersten des Volks
und der Ältesten aus dem ganzen Lande Juda: Jedermann sei
kund und offenbar, daß in den großen, schweren
Kriegen, die in unserm Lande gewesen sind,
Simon, der Sohn des
Mattathias, aus dem Geschlecht Jojaribs, und seine Brüder
ihr Leben gewaget haben, und den Feinden ihres Volks Widerstand
getan, daß das Heiligtum und Gottes Gesetz nicht vertilget
würde, und ihrem Volk große Ehre erlanget haben.
Denn * Jonathan brachte das
Volk wieder zusammen, und ward ihr Hoherpriester, und wurde zu
seinem Volk versammelt.
*Kapitel
9,73; 10,20.
Aber die Feinde kamen
wieder, und wollten das Land verderben, und das Heiligtum
verwüsten.
Kapitel
13,1.
Da machte sich Simon auf,
und führte den Krieg wider unsre Feinde, und schaffte unserm
Heer Waffen, und gab ihnen Sold von seinem eignen Geld und Gut;
und befestigte die Städte
im Lande Juda, und Bethzur an der Grenze, darauf die Feinde zuvor
ihre Waffen und Kriegsrüstung hatten, und legte Juden darein
als Besatzung.
Er befestigte auch Joppe am
Meer und Gazara an den Grenzen von Asdod; denn Gazara * war zuvor
der Feinde Festung gewesen; aber Simon eroberte es, und setzte
Juden darein, und machte ein gut Regiment daselbst.
*Kapitel
13,43-48.
Dieweil nun das Volk die
große Treue Simons erfahren hatte, und wußte die
Wohltat, die er dem Volk tat; wählte ihn das Volk zu ihrem *
Fürsten und Hohenpriester von wegen seiner Frömmigkeit
und Treue, die er dem ganzen Volk erzeigte, und weil er in alle
Wege Fleiß ankehrte, sein Volk zu erhöhen.
*Kapitel
13,42.
Denn zu seiner Zeit gab Gott
Glück durch seine Hände, daß die Heiden aus
unserm Lande und von Jerusalem und * aus der Burg vertrieben
wurden, darin sie sich aufhielten, und fielen heraus, und
verwüsteten das Heiligtum, und verstöreten den reinen
Gottesdienst.
*Kapitel
13,50.51.
Aber Simon eroberte die
Burg, und legte Juden darein, und befestigte sie, um die Stadt
und das Land zu schützen, und baute die Mauern zu Jerusalem
höher.
Und der König Demetrius
bestätigte ihn im Hohenpriesteramt,
Kapitel
13,36.
und hielt ihn als seinen
Freund, und tat ihm große Ehre.
Denn er vernahm, daß
die Römer der Juden Botschaft mit Ehren aufgenommen hatten,
und hatten einen Bund mit ihnen gemacht, und sie in ihren Schutz
genommen,
und daß das jüdische
Volk und ihre Priester gewilliget hatten, daß Simon ihr
Fürst und Hoherpriester sein sollte für und für,
so lang, bis ihnen Gott * einen rechten Propheten erweckte;
*Kapitel
4,46.
daß er auch
Feldhauptmann sein sollte, und sollte das Heiligtum bewahren, und
Amtleute setzen im Lande, und alle Kriegsrüstung und
Festungen in seiner Gewalt haben;
und soll ihm jedermann
gehorsam sein, und alle Gebote sollen in seinem Namen ausgehen;
und soll tragen Purpur und Gold.
Dieses alles soll treulich
und fest gehalten werden vom ganzen Volk und allen Priestern, und
soll sich niemand dawider setzen. Es soll auch niemand Macht
haben, das Volk zusammenzufordern im Lande, oder * Purpur und
eine güldene Spange tragen, denn er allein.
*Kapitel
11,58.
Wer aber dawider handeln,
oder sich unterstehen würde, diese Ordnung zu zerrütten
oder abzutun, der soll im Bann sein.“
Also gelobte das ganze Volk,
dem Simon gehorsam zu sein.
Und Simon willigte darein,
und ward Hoherpriester und Feldhauptmann und Fürst der
Juden.
Und das Volk befahl, daß
man diese Schrift auf eherne Tafeln schreiben sollte, und sollte
dieselbigen aufhängen auf dem Umgang am Tempel an einen
öffentlichen Ort,
und eine Abschrift in die
Schatzkammer legen, daß sie Simon und seine Nachkommen
allezeit zu finden wüßten.
Das 15. Kapitel.
Vertrag des Königs
Antiochus von Syrien und Freundschaft der Römer.
Treulosigkeit des Antiochus und Krieg.
Es schrieb auch der König Antiochus, des
Demetrius Sohn, aus den Inseln an Simon und das jüdische
Volk also:
Der König Antiochus entbietet dem Hohenpriester und
Fürsten Simon und dem jüdischen Volk seinen Gruß.
Nachdem mir etliche Aufrührer mein Erbkönigreich
genommen haben,
gedenke ich, es wieder
einzunehmen, und wieder auf die rechten Erben zu bringen. Und
habe darum fremd Kriegsvolk angenommen, und Schiffe machen
lassen, und will in das Königreich ziehen, daß ich die
Aufrührer strafe, die großen Schaden in meinem
Königreich tun, und viel Städte wüst gemacht
haben.
Darum erlasse ich dir alles,
so dir die Könige zuvor erlassen haben,
und gebe dir Gewalt, eigene
Münze in deinem Lande zu schlagen;
und * Jerusalem und das
Heiligtum sollen frei sein. Du sollst auch behalten alle
Festungen, die du gebauet und bisher inne gehabt hast, und alle
Kriegsrüstung, die du gemacht hast.
*Kapitel
10,31.
Und erlasse dir alles, so
man dem Könige schuldig ist, oder sonst dem Könige
gebührt, von dieser Zeit an für und für.
Und so wir unser Königreich
wieder erobern, wollen wir dir und deinem Volk und dem Tempel
noch größre Ehre tun, daß ihr im ganzen
Königreich sollt gerühmet werden.
Im *
hundertundvierundsiebzigsten Jahr kam Antiochus wieder in sein
Erbland. Und alles Kriegsvolk fiel ab von Tryphon zu ihm, und
blieb sehr wenig bei Tryphon.
*Kapitel
1,11.
Da ihm nun der König
Antiochus nachzog, floh er gen Dora ans Meer;
denn er sah, daß es
mit ihm aus war, und daß das Kriegsvolk von ihm abfiel.
Aber Antiochus zog ihm nach
gen Dora mit hundertundzwanzigtausend Mann zu Fuß und
achttausend zu Roß,
und belagerte die Stadt zu
Land und zu Wasser, daß niemand aus oder ein konnte.
Um diese Zeit kamen
von Rom * Numenius und die andern, so mit ihm gesandt waren, und
brachten Briefe an die Könige und Lande, welche also
lauteten:
*Kapitel
12,16; 14,24.
„Lucius, Konsul zu
Rom, entbeut dem König Ptolemäus seinen Gruß.
Simon, der Hohepriester, und
das jüdische Volk haben Boten zu uns gesandt, die
Freundschaft und Bündnis zwischen uns zu erneuen;
und haben uns dabei einen
güldnen Schild von tausend Pfunden geschickt.
Darum schreiben wir an die
Könige und Lande, daß sie nichts wider die Juden tun
sollen, und sie und ihre Städte und Land nicht überziehen;
daß sie auch niemand wider sie helfen sollen;
denn wir haben den Schild
von ihnen angenommen.
Wo auch etliche Ungehorsame
aus ihrem Lande zu euch geflohen wären, so wollet
dieselbigen dem Hohenpriester Simon zustellen, daß er sie
nach seinem Gesetze strafe.“
Also schrieben sie auch an
den König Demetrius, an Attalus, an Ariarathes, an Arsaces
und in alle Lande, auch gen
Sampsame und denen zu Sparta, gen Delos, Myndos, Sicyon, Karien,
Samos, Pamphylien, Lycien, Halikarnassus, Rhodus, Phaselis, Kos,
Side, Aradus, Gortyna, Knidus, Cypern und Kyrene.
Und dieser Briefe Abschrift
sandten sie dem Hohenpriester Simon.
Mittlerzeit brachte
Antiochus sein Heer vor Dora, die Stadt härter zu belagern,
und machte Kriegsrüstung davor, und stürmte die Stadt
heftig, daß Tryphon darin verschlossen war, und konnte
weder ein- noch auskommen.
Und Simon schickte dem
Antiochus zu Hilfe zweitausend Mann gut auserlesen Volk und viel
Gold und Silber und Waffen.
Aber Antiochus nahm solches
nicht an, und hielt nicht, was er zuvor gesagt hatte, und wandte
sich ganz von Simon;
und sandte seiner Freunde
einen, genannt Athenobius, zu ihm, daß er mit ihm handeln
sollte und also sagen: Ihr habt eingenommen Joppe und Gazara und
die Burg zu Jerusalem, welches alles zu meinem Königreich
gehöret,
und das Land umher
verheeret, und großen Schaden in meinem Königreich
getan, und mir mein Erbland genommen.
Darum fordere ich die Städte
wieder von euch, die ihr mir genommen habt, und allen Schoß
der Orte, welche ihr innehabt außer dem Lande Juda.
Wo ihr mir aber solches
nicht wieder zustellen wollt, so gebet mir für die Städte
fünfhundert Zentner Silbers und für den Schaden, den
ihr getan habt, und den Schoß der Städte andre
fünfhundert Zentner. Wo ihr aber dieses auch nicht gedenket
zu tun, so wollen wir euch überziehen.
Da nun Athenobius, des
Königs Freund, gen Jerusalem kam, und sah das herrliche
Wesen Simons und die Pracht mit Gold und Silber, und wie er sonst
gerüstet war, wunderte es ihn sehr, und hielt ihm vor, was
ihm der König befohlen hatte.
Darauf gab ihm Simon diese
Antwort: Das Land, das wir wieder erobert haben, ist unser
väterlich Erbe, und gehört sonst niemand. Unsre Feinde
haben's aber eine Zeit lang mit Gewalt und Unrecht innegehabt.
Darum haben wir seiner Zeit
das Unsre wieder zu uns gebracht, und niemand das Seine genommen.
Daß du aber klagest
darüber, daß wir Joppe und Gazara eingenommen haben,
ist diese Ursache: Man tat daraus unserm Lande und unserm Volk
großen Schaden. Doch wollen wir dafür bezahlen hundert
Zentner. Darauf gab Athenobius keine Antwort,
sondern zürnte und zog
wieder davon zum Könige, und sagte ihm Simons Antwort und
von seiner Herrlichkeit, und was er gesehen hatte. Da ergrimmte
der König sehr.
Tryphon aber machte sich
davon auf dem Wasser, und floh gen Orthosias.
Da machte der König den
Cendebäus zum Hauptmann über das Land am Meer, und ließ
ihm ein Kriegsvolk zu Roß und zu Fuß;
und befahl ihm, daß er
sich lagern sollte an der Grenze Judäas, und sollte da
befestigen die Stadt Kedron samt ihren Toren; und sollte den
Juden ins Land fallen. Aber der König jagte dem Tryphon
nach, ihn zu fahen (fangen).
Da nun Cendebäus gen
Jamnia kam, griff er die Juden an, verheerte ihr Land, und ließ
viel Volks umbringen, und fing viel Leute, und führte sie
weg; und befestigte die Stadt Kedron,
und legte ein Kriegsvolk
darein, daß sie an der Grenze sollten herausfallen, und die
Straßen Judäas wüst machen, wie der König
befohlen hatte.
Das 16.
Kapitel.
Die Syrer
werden von den Söhnen Simons geschlagen. Simon selbst wird
mit zwei Söhnen von seinem Tochtermann Ptolemäus
ermordet.
Darum zog * Johannes von Gazara hinauf zu seinem Vater
Simon, und zeigte ihm an, daß ihnen Cendebäus ins Land
gefallen wäre, und hätte Schaden getan.
*Kapitel 13,54.
Da forderte Simon seine zween ältesten Söhne vor sich,
Judas und Johannes, und sprach zu ihnen: Ich und meine Brüder
und meines Vaters Haus haben von Jugend auf bis zu dieser Zeit
Kriege geführt wider die Feinde des Volks Israel; und Gott
hat uns Glück gegeben, daß Israel oft durch unsre
Hände errettet ist.
Dieweil ich aber nun alt und schwach bin, und ihr durch göttliche
Gnade in den rechten Jahren seid, so sollt ihr an meine und
meiner Brüder Statt treten, und sollt ausziehen, und für
euer Volk streiten. Gott wolle euch vom Himmel helfen, und bei
euch sein!
Und er ließ im Lande wählen zwanzigtausend Mann und
etliche Reisige. Mit diesem Haufen zogen Johannes und Judas wider
Cendebäus, und lagen über Nacht zu Modin.
Morgens aber, da sie von Modin ins Blachfeld kamen, zog ein groß
Heer zu Roß und Fuß gegen sie daher. Nun war ein Bach
zwischen beiden Heeren.
Da zog Johannes an den Bach, und kehrte sich gegen die Feinde. Da
er aber sah, daß das Volk eine Scheu hatte, sich in das
Wasser zu begeben, da wagte er sich zuerst hinein, und kam über
das Wasser. Da der Haufe dieses sah, folgeten sie ihm nach.
Danach machte Johannes seine Ordnung zur Schlacht, und ordnete
die Reisigen zwischen das Fußvolk. Aber die Feinde hatten
eine viel mächtigere Reiterei.
Da aber Johannes * trompeten ließ mit der Priester
Posaunen, und die Feinde angriff, da gab Cendebäus die
Flucht samt seinem Heer, und wurden viele verwundet und
erstochen; die übrigen aber flohen in + die Festung.
*4. Mose 10,9. +Kapitel 15,39.40.
In dieser Schlacht ward Judas, des Johannes Bruder, auch
verwundet; aber Johannes jagte den Feinden nach bis an die
Festung Kedron.
Und die Feinde flohen in die Türme auf dem Lande bei Asdod.
Da verbrannte Johannes dieselbigen Türme, daß den
Feinden bei zweitausend Mann umkamen. Danach zog Johannes wieder
heim ins Land Juda mit Frieden.
Es war aber ein Hauptmann über das Land Jericho, mit
Namen Ptolemäus, der Sohn Abubs, der war sehr reich,
und der Hohepriester Simon hatte ihm eine Tochter gegeben.
Darum war er stolz, und trachtete danach, daß er Herr im
Lande würde; und unterstund sich, den Simon und seine Söhne
mit Listen umzubringen.
Da nun Simon umherzog im Lande Juda, die Städte zu besehen
und ihr Regiment zu bestellen, und gen Jericho kam mit zween
Söhnen, Mattathias und Judas, im *
hundertundsiebenundsiebzigsten Jahr, im elften Monat, welcher
heißt Sebat:
*Kapitel 1,11.
da empfing sie der Sohn Abubs in seine Burg, welche heißt
Dok, und richtete ihnen ein herrlich Mahl zu; aber es war eitel
Betrug, denn heimlich versteckte er Kriegsvolk darein.
Und da Simon und seine Söhne fröhlich waren, und wohl
getrunken hatten, machte sich Ptolemäus auf mit seinen
Knechten, und nahmen ihre Waffen, und fielen ein zu Simon ob dem
Mahl, und schlugen ihn samt den zween Söhnen und den
Knechten tot.
Diese schändliche Untreue tat Ptolemäus in Israel, und
tat ihm solche Bosheit für seine Wohltat.
Danach schrieb er solches dem König Antiochus, und bat, daß
er ihm Kriegsvolk zu Hilfe schicken wollte, das Land und die
Städte mit aller Nutzung einzunehmen.
Er sandte auch einen Haufen gen Gazara, den Johannes umzubringen,
und schrieb an die Hauptleute, daß sie zu ihm kommen
sollten, so wollte er ihnen großen Sold und Geschenke
geben.
Auch schickte er Kriegsvolk, Jerusalem und das Heiligtum
einzunehmen.
Aber ein Bote kam zuvor gen Gazara, der sagte Johannes, daß
sein Vater und seine Brüder umkommen waren, und daß
bestellet wäre, daß man ihn auch umbringen sollte.
Da Johannes solches hörte, entsetzte er sich sehr, und ließ
die Leute fahen (fangen),
die geschickt waren, ihn umzubringen. Und da er befand, daß
sie ihn wollten ermordet haben, ließ er sie töten.
Was aber Johannes hernach weiter getan hat, und die Kriege, die
er geführt hat, und wie er regiert und die Mauern gebauet
hat,
das ist alles beschrieben in einem eignen Buch von der Zeit
seines Regiments, solange er nach seinem Vater Hoherpriester
gewesen ist.
DAS
ZWEITE BUCH DER MAKKABÄER
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