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Apokryphen
DAS ERSTE
BUCH DER MAKKABÄER.
Kapitel 1 - 8
Das 1. Kapitel.
Von des Antiochus Epiphanes Gottlosigkeit und Tyrannei.
Alexander, der Sohn des Philippus, König zu
Macedonien, der erste Monarch in Griechenland, ist ausgezogen aus
dem Lande Chittim, und hat große Kriege geführt, viel
feste Städte erobert, und der Perser und Meder König
Darius geschlagen,
hernach andere Könige in allen Landen unter sich
gebracht;
und ist immer fortgezogen, und hat alle Lande und
Königreiche eingenommen.
Und hat sich niemand wider ihn setzen dürfen; und
hatte ein gewaltig gut Kriegsvolk.
Da er nun die Königreiche innehatte, ward er stolz,
und fiel in Krankheit.
Da er aber merkte, daß er sterben würde,
forderte er zu sich seine Fürsten, die mit ihm von
Jugend auf erzogen waren, und setzte sie zu Hauptleuten über
die Länder bei seinem Leben.
Hernach ist Alexander gestorben, als er regiert hatte
zwölf Jahre.
Nach seinem Tod ist das Reich auf seine Fürsten
kommen; die nahmen die Länder ein, ein jeglicher Hauptmann
seinen Ort.
Und machten sich alle zu Königen, und regierten sie
und ihre Nachkommen lange Zeit. Und sind große Kriege
zwischen ihnen gewesen, und ist allenthalben in der ganzen Welt
viel Jammers worden.
Von dieser Fürsten einem ist geboren eine schädliche,
böse Wurzel, Antiochus, genannt der Edle,* der zu Rom als
Geisel gewesen ist für seinen Vater, den großen
Antiochus. Und dieser Antiochus der Edle fing an zu regieren im
hundertundsiebenunddreißigsten Jahr des griechischen
Reichs.
*Kapitel 8,7.
Zu dieser Zeit waren in Israel böse Leute; die
hielten an bei dem Volk und sprachen: Laßt uns einen Bund
machen mit den Heiden umher, und ihre Gottesdienste annehmen;
denn wir haben viel leiden müssen seit der Zeit, da
wir uns von den Heiden abgesondert haben.
Diese Meinung gefiel ihnen
wohl.
Und wurden etliche vom Volk
zum König gesandt; der erlaubte ihnen, heidnische Weise
anzufangen.
Da richteten sie zu
Jerusalem ein heidnisches Spielhaus her,
2.
Makkabäer 4,12.
und hielten die Beschneidung
nicht mehr, und fielen ab vom heiligen Bund, und hielten sich als
Heiden, und wurden ganz verstockt, alle Schande und Laster zu
treiben.
Als nun Antiochus
sein Reich gewaltig innehatte, unterstund er sich, das Königreich
Ägypten auch an sich zu bringen, daß er beide
Königreiche hätte;
und zog nach Ägypten,
wohl gerüstet mit Wagen, Elefanten, Reisigen und viel
Schiffen;
und kriegte mit Ptolemäus,
dem König Ägyptens. Aber Ptolemäus fürchtete
sich und floh; und sind viel Ägypter umkommen.
Und Antiochus hatte die
festen Städte in Ägypten eingenommen, und groß
Gut da geraubet und davongebracht.
Als aber Antiochus in
Ägypten gesieget hatte, und wieder heimzog * im
hundertunddreiundvierzigsten Jahr, reiste er durch Israel;
*Vers 11.
und kam gen Jerusalem mit
einem großen Volk,
2.
Makkabäer 5,11-23.
und ging * trotziglich in
das Heiligtum, und ließ wegnehmen den güldnen Altar,
Leuchter und was dazu gehört, den Tisch, darauf die
Schaubrote lagen, die Becher, Schalen, die güldnen Kellen,
den Vorhang, die Kronen und güldnen Schmuck vorn am Tempel,
und zerschlug's alles.
*Daniel
8,11.12.
Und nahm das Silber und Gold
und köstliche Gefäße und die verborgnen Schätze,
soviel er fand, und führte es mit sich in sein Land.
Und ließ viel Leute
töten und lästerliche Gebote ausrufen.
Da war überall in ganz
Israel groß Herzeleid.
Die Fürsten und
Ältesten trauerten, die Jungfrauen und Jünglinge sahen
jämmerlich;
Mann und Weib klagten;
und das ganze Land ward
betrübet von wegen der Wüterei, die darin geschah; und
das ganze Haus Jakob war voll Jammers.
Und nach zweien
Jahren * sandte der König einen Rentmeister nach Juda; der
kam mit einem großen Kriegsvolk gen Jerusalem,
*2.
Makkabäer 5,24-26.
und begehrte, man sollte ihn
einlassen, so wollte er keinen Schaden tun; aber es war eitel
Betrug.
Da sie ihm nun glaubten, und
ließen ihn ein, überfiel er die Stadt verräterisch,
und erschlug viel Leute von Israel;
und plünderte die
Stadt, und verbrannte die Häuser, riß die Mauern
nieder,
und führte Weib und
Kind und Vieh weg;
und befestigte die Stadt
Davids mit starken Mauern und Türmen, und sie wurde ihre
Burg.
Und besetzte sie mit einem
gottlosen Haufen, der allen Mutwillen drauf übte;
und raubeten Waffen und
Speise aus der Stadt Jerusalem, und schafften's auf die Burg;
und belagerten da das
Heiligtum, und lauerten auf die Leute, die in den Tempel gingen,
und fielen heraus aus der Burg in das Heiligtum, den Gottesdienst
zu wehren;
und vergossen viel
unschuldiges Bluts bei dem Heiligtum, und entheiligten es.
Und die Bürger zu
Jerusalem flohen weg, und die Fremden blieben zu Jerusalem, und
die, so daselbst geboren waren, mußten weichen.
Das * Heiligtum ward wüste,
die Feiertage wurden eitel Trauertage, die Sabbate eitel Jammer,
und alle ihre Herrlichkeit ward zunichte.
*Daniel
8,11.12.
So herrlich und hoch
Jerusalem zuvor gewesen war, so jämmerlich und elend mußte
es dazumal sein.
Und Antiochus ließ
ein Gebot ausgehen durch sein ganz Königreich, daß
alle Völker zugleich einerlei Gottesdienst halten sollten.
Da verließen alle
Völker ihre Gesetze, und willigten in die Weise des
Antiochus.
Und viele aus Israel
willigten auch darein, und opferten den Götzen, und
entheiligten den Sabbat.
Antiochus sandte auch Briefe
gen Jerusalem und in alle Städte Judas, darin er gebot, daß
sie der Heiden Gottesdienst annehmen sollten,
und die Brandopfer,
Speisopfer, Sündopfer im Heiligtum,
Sabbate und andere Feste
abtun.
Und befahl, daß man
das Heiligtum und das heilige Volk Israel entheiligen sollte.
Und ließ Altäre,
Tempel und Götzen aufrichten, und Saufleisch opfern und
andere unreine Tiere.
Und die Beschneidung verbot
er, und gebot, die Leute zu gewöhnen zu allen Greueln, daß
sie Gottes Gesetz und Recht vergessen, und andre Weise annehmen
sollten.
Und wer dem König nicht
gehorsam sein würde, den sollte man töten.
Dies Gebot ließ er
ausgehen durch sein ganz Königreich, und verordnete
Hauptleute, die das Volk zwingen sollten, solches zu halten.
Diese richteten in Juda
Opfer an, und geboten, die zu halten.
Und viele vom Volk fielen ab
von Gottes Gesetz zu ihnen.
Vers 45.
Allen Mutwillen trieben sie
im Lande, und verjagten das Volk Israel, daß es sich
verbergen und verstecken mußte in die Höhlen als die
Flüchtigen.
Im *
hundertundfünfundvierzigsten Jahr, am fünfzehnten Tage
des Monats Chislev (Kislew),
ließ der König Antiochus + den Greuel der Verwüstung
auf Gottes Altar setzen, und ließ in allen Städten
Judas Altäre aufrichten,
*Vers 11.
+Daniel 11,31. 2. Makkabäer 6,1-7.
daß man öffentlich
in Gassen, und ein jeder vor seinem Haus räucherte und
opferte;
und ließ die Bücher
des Gesetzes Gottes zerreißen und verbrennen,
und alle, bei denen man die
Bücher des Bundes Gottes fand, und alle, so Gottes Gesetz
hielten, totschlagen.
Und das taten sie mit ihrem
Kriegsvolk alle Monate, wenn das Volk zusammenkam in die Städte.
Am fünfundzwanzigsten
Tage des Monats opferten sie auf dem Altar, den sie auf den Altar
des Herrn gesetzt hatten.
Die Weiber, welche ihre
Kinder beschnitten, wurden getötet, wie Antiochus geboten
hatte.
2.
Makkabäer 6,10.
Die Eltern wurden in ihren
Häusern erwürget, und die Kinder drinnen aufgehängt.
Aber viele vom Volk Israel
waren beständig, und wollten nichts Unreines essen,
2.
Makkabäer 6,18-7,42.
und ließen sich lieber
töten, denn daß sie sich verunreinigten,
und wollten nicht vom
heiligen Gesetz Gottes abfallen; darum wurden sie umgebracht.
Und es war ein sehr großer
Zorn über Israel.
Das 2. Kapitel.
Des Priesters Mattathias
Eifer. Auswanderung und Gegenwehr der Frommen. Ermahnung des
sterbenden Mattathias an seine Söhne.
Es
war aber ein Priester, Mattathias, der Sohn des Johannes, des
Sohns Simeons, aus dem Geschlecht Jojaribs von Jerusalem, der
wohnte in Modin,
und
hatte fünf Söhne: Johannes, mit dem Zunamen Gaddis,
Simon,
mit dem Zunamen Thassi,
Judas,
mit dem Zunamen Makkabäus,
Eleasar,
mit dem Zunamen Awaran, und Jonathan, mit dem Zunamen Apphus.
Diese
jammerte sehr das große Elend in Juda und Jerusalem.
Und
Mattathias klagte: Ach, daß ich dazu geboren bin, daß
ich meines Volks und der heiligen Stadt Zerstörung sehen
muß, und dazu stillsitzen, und die Feinde ihren Mutwillen
treiben lassen!
Die
Fremden haben das Heiligtum inne, und der Tempel Gottes ist wie
ein ehrloser Mensch.
Seinen
* Schmuck hat man weggeführet. Die Kindlein sind auf den
Gassen erschlagen, und die junge Mannschaft ist von Fremden
erstochen.
*Kapitel
1,23.24.
Das
Reich ist allen Heiden zu teil worden, die es plündern.
Alle seine
Herrlichkeit ist weg. Es war eine Königin, nun ist's eine
Magd.
Siehe, unser Heiligtum und unser Ruhm und Preis ist weg;
die Heiden haben's verwüstet.
Wen sollte noch gelüsten zu leben?
Und Mattathias zerriß seine Kleider, er und seine
Söhne, und zogen Säcke an und trauerten sehr.
Da nun des Antiochus Hauptleute auch dahin kamen,
die so geflohen waren in die Stadt Modin, auch zu dringen, von
Gottes Gesetze abzufallen, und zu opfern und zu räuchern,
da fielen viele vom Volk Israel zu ihnen. Aber Mattathias
und seine Söhne blieben beständig.
Und die Hauptleute des Antiochus sprachen zu Mattathias:
Du bist der Vornehmste und Gewaltigste in dieser Stadt, und hast
viel Söhne und eine große Freundschaft;
darum tritt du zuerst hin und tue, was der König
geboten hat, wie alle Länder getan haben und die Leute Judas
und die, so noch zu Jerusalem sind, so wirst du und deine Söhne
einen gnädigen König haben, und begabet werden mit Gold
und Silber und großen Gaben.
Da sprach Mattathias frei heraus: Wenn schon alle Länder
dem Antiochus gehorsam wären, und jedermann abfiele von
seiner Väter Gesetz, und willigten in des Königs Gebot,
so wollen doch ich und meine Söhne und Brüder im
Bunde unsrer Väter wandeln.
Da sei Gott vor! Das wäre uns nicht gut, daß
wir von Gottes Wort und Gottes Gesetz abfielen.
Wir wollen nicht willigen in das Gebot des Antiochus, und
wollen nicht opfern, und von unserm Gesetz abfallen, und eine
andere Weise annehmen.
Da er also ausgeredet hatte, gehet ein Jude hin vor
ihrer aller Augen, und opfert auf dem Götzenaltar zu Modin,
wie der König geboten hatte.
Das sah Mattathias, und ging ihm durchs Herz, und sein
Eifer entbrannte um das Gesetz,
und lief hinzu und tötete bei dem Altar den Juden und
den Hauptmann des Antiochus, und warf den Altar um.
Und eiferte um das Gesetz, wie * Pinehas (Pinhas)
tat dem Simri, dem Sohn Salus.
*4. Mose 25,7-15.
Und Mattathias schrie laut durch die ganze Stadt: Wer um
das Gesetz eifert, und den Bund halten will, der ziehe mit mir
aus der Stadt!
Also * flohen er und seine Söhne aufs Gebirge, und
verließen alles, das sie hatten in der Stadt.
*Kapitel 1,40. 2. Makkabäer 5,27.
Und viel frommer Leute zogen hinaus in die Wüste,
und hielten sich da mit Weib und Kind und ihrem Vieh; denn
die Tyrannei war allzugroß worden.
Da aber des Königs Volk zu Jerusalem in * der
Stadt Davids hörte, daß etliche sich wider des Königs
Gebot setzten, und sich aus den Städten getan hätten,
sich heimlich in der Wüste zu verstecken und aufzuhalten,
und daß viel Volks zu ihnen gezogen war,
*Kapitel 1,35.
erhuben sie sich eilend am Sabbat, sie zu überfallen;
und ließen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht
gehorsam sein? Ziehet heraus, und tut, was der König geboten
hat, so sollt ihr sicher sein.
Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herausziehen,
gedenken auch, den Sabbat nicht zu entheiligen, wie der König
gebeut.
Und die draußen stürmeten den Felsen;
und die drinnen wehreten sich nicht, warfen nicht einen
Stein heraus, machten auch die Höhlen nicht zu,
und sprachen: Wir wollen also sterben in unsrer Unschuld;
Himmel und Erde werden Zeugen sein, daß ihr uns mit Gewalt
und Unrecht umbringet.
Also wurden die drinnen am Sabbat überfallen, und
ihre Weiber und Kinder samt dem Vieh umgebracht, bei tausend
Personen.
2. Makkabäer 6,11.
Da Mattathias und seine Freunde solches höreten,
tat es ihnen sehr weh;
und sprachen unter einander: Wollen wir alle tun wie
unsere Brüder, und uns nicht wehren wider die Heiden, unser
Leben und Gesetz zu retten, so haben sie uns leichtlich ganz
vertilget.
Und beschlossen bei sich: So man uns am Sabbat angreifen
würde, wollen wir uns wehren, daß wir nicht alle
umkommen, wie unsre Brüder in den Höhlen ermordet sind.
Und es sammelte sich zuhauf eine große Menge der
Frommen, tapfere Leute aus Israel, die alle beständig
blieben im Gesetz;
und kamen zu ihnen alle die, so vor der Tyrannei flohen,
und mehreten ihre Stärke.
Darum rüsteten sie sich auch, und erschlugen viel
Gottlose und Abtrünnige in ihrem Eifer und Zorn; die übrigen
aber gaben die Flucht, und entrannen zu den Heiden.
Danach zog Mattathias und seine Freunde umher im Lande
Israel, und rissen die Altäre wieder nieder,
und beschnitten die Kinder, so noch unbeschnitten waren,
mit Gewalt,
und griffen die Gottlosen an; und es ist ihnen gelungen,
daß sie das Gesetz erhielten wider alle Macht der
Heiden und Könige, daß die Gottlosen nicht über
sie Herrn wurden.
Da aber Mattathias sehr alt war, sprach er vor
seinem Tod zu seinen Söhnen: Es ist große Tyrannei und
Verfolgung und ein großer Grimm und harte Strafe über
uns kommen.
Darum, lieben Söhne, eifert um das Gesetz, und waget
euer Leben für den Bund unsrer Väter;
und gedenket, welche Taten unsre Väter zu ihren
Zeiten getan haben, so werdet ihr rechte Ehre und einen ewigen
Namen erlangen.
Abraham ward versucht, und blieb fest im Glauben; das ist
ihm gerechnet worden zur Gerechtigkeit.
1. Mose 22,1; 15,6.
Joseph hielt das Gebot in seiner Trübsal, und ist
Herr in Ägypten worden.
1. Mose 39,12; 41,40.41.
Pinehas (Pinhas),
unser Vater, eiferte Gott zu Ehren, und erlangte den Bund, daß
das Priestertum auf ihm bleiben sollte.
4. Mose 25,7.13.
Josua richtete den Befehl aus, der ihm gegeben war; darum
ward er der oberste Fürst in Israel.
Josua 1,2.16.
Kaleb * gab Zeugnis, und strafte das Volk; darum hat er
ein + besonder Erbe erlanget.
*4. Mose 14,6-9. +Josua 14,13.14.
David blieb treu und rechtschaffen an Gott; darum erbte er
das Königreich ewiglich.
2. Samuel 7,16.
Elia * eiferte um das Gesetz, und + ward gen Himmel
geführt.
*1. Könige 18,21; 19,10. +2. Könige
2,11.
Hananja, Asarja und Misael (Mischaël)
glaubten, und wurden aus dem Feuer errettet.
Daniel 3,16-30.
Daniel ward von wegen seiner Unschuld errettet von den
Löwen.
Daniel 6,21-24.
Also bedenket, was zu jeder Zeit Geschehen ist, so werdet
ihr finden, daß alle, so auf Gott vertrauen, erhalten
werden.
Darum fürchtet euch nicht vor der Gottlosen Trotz;
denn ihre Herrlichkeit ist Kot und Würmer.
Heute schwebet er empor, morgen liegt er danieder, und ist
nichts mehr, so er wieder zu Erde worden ist; und sein Vornehmen
ist zunichte worden.
Derhalben, lieben Kinder, seid unerschrocken, und
haltet fest ob dem Gesetz, so wird euch Gott wiederum herrlich
machen.
Euer Bruder Simon ist weise;
demselbigen gehorchet allezeit als einem Vater.
Judas Makkabäus ist
stark und ein Held von Jugend auf; der soll Hauptmann sein, und
den Krieg führen.
Und fordert zu euch alle, so
das Gesetz halten. Rächet die Gewalt, an eurem Volk geübet;
und bezahlet die Heiden, wie
sie verdienet haben; und haltet mit Ernst ob dem Gesetz.
Danach segnete er sie, und
ward versammelt zu seinen Vätern,
und starb im *
hundertundsechsundvierzigsten Jahr. Und die Söhne begruben
ihn in seiner Väter Grabe zu Modin; und ganz Israel trauerte
sehr um ihn.
*Kapitel
1,11.
Das 3. Kapitel.
Judas, der Makkabäer,
schlägt den Apollonius. Antiochus rüstet mächtig
zum Kampf.
Und * Judas Makkabäus kam an seines Vaters
Statt.
*Kapitel 2,66. 2. Makkabäer 8,1-7.
Und seine Brüder und alle, die sich zum Vater
gehalten hatten, halfen ihm, und stritten für Israel mit
Freuden.
Judas erlangte dem Volk große Ehre; er zog in seinem
Harnisch wie ein Held, und schützte sein Heer mit seinem
Schwert.
Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie ein junger
brüllender Löwe, so er etwas jagt.
Er suchte die Abtrünnigen und die Gottlosen, die das
Volk drangen, vom Gesetz abzufallen, und strafte und verbrannte
sie,
daß allenthalben seine Feinde vor ihm erschraken und
flohen, und die Abtrünnigen wurden gedämpft; und er
hatte Glück und Sieg.
Das verdroß viel Könige; aber Jakob war es eine
Freude und ihm ein ewiger Ruhm und Ehre.
Er zog durch die Städte Judas, und vertilgte darinnen
die Gottlosen, daß er den Zorn von Israel abwendete.
Und er war allenthalben im Lande berühmt, daß
alle Unterdrückte zu ihm liefen.
Dagegen brachte * Apollonius ein groß Heer
zusammen von Heiden und von Samaria, wider Israel zu streiten.
*Kapitel 1,30.
Da Judas das hörte, zog er ihm entgegen, und tat eine
Schlacht mit ihm, und erschlug ihn und einen großen Haufen
Feinde mit ihm; die übrigen aber flohen.
Und Judas gewann den Raub, und nahm des Apollonius
Schwert; das führte er hernach sein Leben lang.
Danach, da Seron, der Hauptmann zu Syrien, hörte, daß
die Frommen sich zu Judas hielten, und daß ein groß
Volk bei einander war, sprach er:
Ich will Ehre einlegen, daß ich im ganzen Königreich
gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der des Königs
Gebot verachtet, schlagen.
Darum rüstete er sich, und zog mit ihm eine große
Macht Gottloser, daß sie ihm hülfen und sich an Israel
rächeten, und kamen, bis wo man hinaufgehet gen Beth-Horon.
Da zog Judas ihm entgegen mit einem kleinen Haufen.
Als sie aber die Feinde sahen, sprachen sie zu Judas:
Unser sind wenige, dazu sind wir heute matt von Fasten; wie
sollen wir uns mit einem solchen großen und starken Haufen
schlagen?
Aber Judas sprach: Es kann wohl geschehen, daß
wenige einen großen Haufen überwinden; denn * Gott
kann ebensowohl durch wenige Sieg geben als durch viele.
*1. Samuel 14,6.
Denn der Sieg kommt vom Himmel, und wird nicht durch
große Menge erlanget.
Sie trotzen auf ihre große
Macht, und wollen uns, unsre Weiber und Kinder ermorden und
berauben.
Wir aber müssen uns
wehren, und für unser Leben und Gesetz streiten.
Darum wird sie Gott vor unsern
Augen vertilgen; ihr sollt sie nicht fürchten.
Da er also ausgeredet hatte,
griff er die Feinde an, ehe sie sich's versahen, und schlug den
Seron und sein Volk in die Flucht,
und jagte sie von Beth-Horon
herunter ins Blachfeld, und schlug bei achthundert zu Tod; die
übrigen flohen in der Philister Land.
Also kam eine Furcht in alle
Völker umher vor Judas und seinen Brüdern.
Und in allen Ländern
sagte man von Judas und seinen Taten, und es kam auch vor den
König.
Da nun solches alles
Antiochus hörte, ergrimmte er sehr, und schickte aus, und
ließ aufbieten im ganzen Königreich, und brachte eine
große Macht zusammen;
und griff seine Schätze
an, und ordnete Sold auf ein Jahr, und gebot, daß man stets
sollte gerüstet sein.
Da er aber sah, daß er
nicht Gelds genug hatte, und daß das Land von wegen der
Zwietracht und des Kriegs, den er führte wider die alten
Gesetze, nicht viel geben konnte,
besorgte er, er vermöchte
die großen Kosten länger nicht zu tragen wie bisher,
da er Sold und Gaben ausgegeben hatte mehr denn alle Könige
vor ihm.
Darum ward er betrübt,
und zog nach Persien, dasselbige Land zu schätzen, und viel
Geld aufzubringen.
Und ließ im Lande einen
Fürsten aus königlichem Stamm, mit Namen Lysias, den
machte er zum Hauptmann über das ganze Königreich, vom
Euphrat an bis an Ägypten;
und befahl ihm seinen Sohn,
den jungen Antiochus, dieweil er außer dem Lande sein
würde.
Und ließ ihm die Hälfte
des Kriegsvolks und die Elefanten, und tat ihm Befehl von allen
Sachen, auch von Judäa und Jerusalem,
daß er mehr Volks dahin
schicken sollte, auszurotten die übrigen Leute in Israel und
Jerusalem,
und das Land den Fremden
auszuteilen, und Heiden allenthalben darein zu setzen.
Im *
hundertundsiebenundvierzigsten Jahr nahm der König die andre
Hälfte des Kriegsvolks, und zog aus von seiner Stadt
Antiochien über den Euphrat hinauf in die oberen Länder.
*Kapitel
1,11.
Aber Lysias wählte
etliche Fürsten, des Königs Freunde, zu Hauptleuten,
nämlich Ptolemäus, den Sohn des Dorymenes, Nikanor und
Gorgias;
2. Makkabäer
8,8-11.
und gab ihnen vierzigtausend
Mann zu Fuß und siebentausend zu Roß, daß sie
das Land Juda überziehen sollten, und die Juden ausrotten,
wie der König befohlen hatte.
Nachdem sie nun mit diesem
Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich bei Emmaus auf dem
Blachfeld.
Da solches die Kaufleute in
den Landen umher höreten, kamen sie in das Lager, und
brachten viel Gelds und Fesseln mit sich, die Kinder Israel zu
kaufen, daß sie ihre Knechte sein müßten. Und
aus Syrien und von andern Heiden zog ihnen mehr Kriegsvolk zu.
Da nun Judas und seine
Brüder sahen, daß die Verfolgung größer
ward, und daß die Feinde an der Grenze lagen, und
vernahmen, daß der König geboten hatte, ganz Juda zu
vertilgen,
waren sie unerschrocken, und
vereinigten sich, sie wollten ihr Volk retten, und für das
Heiligtum streiten.
Darum brachten sie ihr
Kriegsvolk zusammen, daß sie bei einander wären, und
warteten, wenn man die Feinde angreifen müßte, daß
sie auch mit einander beteten um Gnade und Hilfe von Gott.
Aber die Zeit war Jerusalem
wüste, und wohnte kein Bürger mehr da, und das
Heiligtum war zertreten; und die Heiden hatten die Burg inne, und
war alle Herrlichkeit von Jakob weggenommen, und man hörte
da weder Pfeife noch Harfe.
Darum kam das Volk zusammen
gen Mizpa, gegen Jerusalem über, denn Israel hatte vorzeiten
zu Mizpa angebetet.
An diesem Ort kamen sie jetzt
auch zusammen, fasteten da, und zogen Säcke an, streueten
Asche auf ihre Häupter, und zerrissen ihre Kleider;
und trugen hervor die Bücher
des Gesetzes, welche die Heiden suchen ließen, ihre Götzen
darein zu schreiben und zu malen.
Sie brachten auch dahin die
priesterlichen Kleider, die Erstlinge und Zehnten, und ließen
herbeikommen die * Nasiräer, welche ihre bestimmte Zeit
erfüllet hatten.
*4. Mose
6,2-21.
Und schrieen kläglich gen
Himmel: Wo sollen wir diese hinführen?
Denn dein Heiligtum ist
zertreten und verunreiniget, deine Priester sind in Trauer und
Niedrigkeit.
Und siehe, alle Heiden empören
sich wider uns, daß sie uns ganz vertilgen. Du weißt,
was sie wider uns im Sinn haben.
Wie können wir vor ihnen
bleiben, du helfest uns denn, unser Gott?
Danach ließ Judas das
Volk zusammenrufen mit der Posaune,
und machte ein Feldregiment,
Oberste, Hauptleute, Unterhauptleute und Weibel.
Auch ließ er ausrufen,
daß * diejenigen, so Häuser baueten, oder freieten,
oder Weinberge pflanzten, oder die + voll Furcht waren, wieder
heimziehen möchten, wie solchen das Gesetz erlaubet.
*5. Mose
20,5-8. +Richter 7,3.
Danach zogen sie fort und
schlugen ihr Lager auf bei Emmaus gegen Mittag.
Und Judas vermahnte sein Volk
und sprach: Rüstet euch und seid unerschrocken, daß
ihr morgen frühe bereit seid, zu streiten wider diese
Heiden, die uns und unser Heiligtum gedenken zu vertilgen.
Uns ist leidlicher, daß
wir im Streit umkommen, denn daß wir solchen Jammer an
unserm Volk und Heiligtum sehen.
Aber * was Gott im Himmel
will, das geschehe.
*1.
Chronik 19,13.
Das 4. Kapitel.
Judas schlägt den Gorgias und Lysias, reinigt den
Tempel und stiftet das Fest der Tempelweihe.
Und * Gorgias nahm
fünftausend zu Fuß und tausend Reisige, die besten,
und rückte bei Nacht heimlich hinan an der Juden Lager,
*Kapitel
3,38.
sie unversehens zu überfallen;
und führten den Haufen etliche, die auf der Burg in
Besatzung gelegen waren.
Aber Judas war zuvor auf mit
dem besten Haufen, daß er eher käme, und die Feinde,
so bei Emmaus waren, übereilte und schlüge sie,
dieweil sie noch zerstreuet
hin und her lagen.
Da nun Gorgias des Nachts an
des Judas Lager kam, und niemand da fand, zog er ihnen nach in
das Gebirge, und meinte, sie wären vor ihm geflohen.
Aber Judas eilte, daß er
morgens frühe ins Blachfeld käme mit dreitausend Mann,
die doch keinen Harnisch hatten, sondern allein ihre Kleider und
Schwerter.
Da sie nun sahen, daß
die Feinde wohl gerüstet waren mit Harnisch, und hatten eine
starke Reiterei, und waren rechte Kriegsleute,
sprach Judas zu seinem Volk:
Fürchtet euch nicht vor dieser großen Menge, und vor
ihrer Macht erschreckt nicht.
Gedenkt, wie unsre Väter
im Roten Meer errettet sind, da ihnen Pharao mit einem großen
Heer nacheilte.
2. Mose
14,22.
Laßt uns gen Himmel
rufen, so wird uns der Herr auch gnädig sein, und an den
Bund gedenken, den er mit unsern Vätern gemacht hat, und
wird unsere Feinde heute vor unsern Augen vertilgen.
Und alle Heiden sollen
innewerden, daß es Gott ist, der sich Israels annimmt,
hilft und errettet.
Da nun die Heiden sahen, daß
Judas gegen sie kam,
zogen sie auch aus dem Lager,
Judas anzugreifen. Judas * aber ließ trompeten,
*4. Mose
10,9.
und griff die Feinde an; und
die Heiden wurden in die Flucht geschlagen, daß sie über
das Blachfeld flohen, und die letzten erstochen wurden.
Denn Judas jagte ihnen nach
bis gen Assaremoth und bis ins Gefilde von Idumäa und gegen
Asdod und Jamnia; und blieben tot bei dreitausend Mann.
Da aber Judas wieder umkehrte,
gebot er seinem Volk
und sprach: Ihr sollt nicht
plündern; denn wir müssen noch eine Schlacht tun.
Gorgias und sein Haufe ist vor
uns im Gebirge; darum bleibt in der Ordnung, und wehret euch.
Danach, so ihr die Feinde geschlagen habt, könnt ihr
plündern sicher und ohne Fahr (Gefahr).
Da Judas also redet, tut sich
ein Haufe aus dem Gebirge hervor.
Und Gorgias sah, daß
seine Leute geschlagen waren, und das Lager angezündet; denn
er sah den Rauch; davon konnte er abnehmen, was geschehen war.
Dazu sahen sie Judas und sein
Kriegsvolk im Blachfeld, gerüstet zur Schlacht; darum
erschraken sie sehr,
und flohen alle in der Heiden
Land.
Also kehrte Judas wieder um,
das Lager zu plündern, und eroberte einen großen Raub,
viel Gold, Silber, blauen und roten Purpur und groß Volk.
Danach zogen sie heim, dankten
und lobeten Gott mit Gesang, und sprachen: * Danket dem Herrn,
denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
*Psalm
118,1; 136,1.
Auf diesen Tag hat Israel
herrlichen Sieg gehabt.
Die Heiden aber, so
entronnen waren, kamen zu * Lysias und sagten ihm, wie es ihnen
gegangen war.
*Kapitel
3,32.
Als Lysias solches hörte,
ward er sehr bestürzt, daß nicht geraten war, was er
Israel hatte tun wollen, und was der König befohlen hatte.
Darum brachte Lysias im
folgenden Jahr wiederum viel Kriegsvolk zusammen, sechzigtausend
Mann zu Fuß und fünftausend Reisige, die Juden zu
vertilgen.
Dies Heer zog gegen Idumäa,
und lagerte sich bei Bethzur. Dahin kam Judas auch mit
zehntausend Mann.
2. Makkabäer
11,5.
Da er aber sah, daß die
Feinde so ein groß Volk hatten, betete er und sprach: Lob
sei dir, du Heiland Israels, der * du durch die Hand deines
Knechts David den großen Riesen erschlagen hast, und + hast
ein ganz Heer der Heiden gegeben in die Hände Jonathans,
Sauls Sohns, und seines Waffenträgers.
*1. Samuel
17,49. +1. Samuel 14,13.
Ich bitte dich, du wollest
diese unsre Feinde auch in die Hände deines Volks Israel
geben, daß sie mit ihrer Macht und Reisigen zu Schanden
werden.
Gib ihnen ein erschrocken und
verzagt Herz;
schlage sie nieder mit dem
Schwert derer, so dich lieben, daß dich loben und preisen
alle, so deinen Namen kennen!
Danach griff er sie an. Und
Lysias verlor bei fünftausend Mann.
Da aber Lysias sah, daß
die Seinen flohen, und daß die Juden unerschrocken waren,
und daß sie bereit waren, beide ehrlich zu leben, oder
ehrlich zu sterben, zog er ab gen Antiochien, wiederum Kriegsvolk
aufzubringen, und die Juden noch stärker zu überziehen.
(Vers 36-59:
vergleiche 2. Makkabäer 10,1-8.)
Judas aber und seine
Brüder sprachen: Dieweil unsere Feinde verjaget sind, so
laßt uns hinaufziehen, und das Heiligtum wieder reinigen!
Darum kam das Kriegsvolk alles
zusammen, und zogen mit einander auf den Berg Zion.
Und da sie sahen, wie das
Heiligtum verwüstet war, der Altar entheiliget, die Pforten
verbrannt, und daß der Platz umher mit Gras bewachsen war
wie ein Wald oder Gebirge, und der Priester Zellen zerfallen
waren:
da * zerrissen sie ihre
Kleider, und hatten eine große Klage, streueten Asche auf
ihre Häupter,
*Kapitel
2,14.
fielen nieder auf ihr
Angesicht, und bliesen die * Halltrompeten, und schrieen gen
Himmel.
*4. Mose
10,9.
Und Judas wählte einen
Haufen, den Feinden in der Burg zu wehren, daß sie nicht
herausfielen, dieweil er das Heiligtum reinigen ließe.
Und nahm dazu Priester, die
sich nicht verunreinigt hatten, sondern beständig im Gesetz
geblieben waren.
Diese reinigten das Heiligtum,
und trugen die unreinen Steine weg an unheilige Orte.
Und weil der Altar des
Brandopfers entheiliget war, hielten sie Rat, wie sie es damit
halten sollten.
Und fanden einen guten Rat,
nämlich, daß man ihn ganz einreißen sollte, daß
nicht Ärgernis davon käme, dieweil ihn die Heiden
entheiliget hatten; darum ward er ganz eingerissen.
Und verwahrten die Steine auf
dem Berge bei dem Haus an einem besondern Ort, bis ein Prophet
käme, der anzeigete, was man damit tun sollte.
Sie nahmen aber andere neue,
ungehauene Steine, wie * das Gesetz lehret, und baueten einen
neuen Altar, gleichwie der zuvor gewesen war.
*2. Mose
20,25.
Und baueten das Heiligtum
wieder und das Inwendige des Hauses, und weiheten die Vorhöfe.
Und ließen neue heilige
Gefäße machen, den güldnen Leuchter, den
Räucheraltar und den Tisch; und brachten's wieder in den
Tempel.
Und stelleten das Rauchwerk
auf den Altar, und zündeten die Lampen auf dem Leuchter an,
daß sie im Tempel leuchteten.
Auf den Tisch legten sie die
Brote, und hängeten die Vorhänge auf, und richteten den
Tempel ganz wieder her.
Und am fünfundzwanzigsten
Tag des neunten Monats, der da heißt Chislev (Kislew),
im * hundertundachtundvierzigsten Jahr,
*Kapitel
1,11.
stunden sie früh auf, und
opferten wiederum nach dem Gesetz auf dem Altar des Brandopfers.
Eben * auf die Zeit und auf
den Tag, da die Heiden das Heiligtum verunreiniget haben, ward
dieses Opfer wieder angerichtet mit Gesang und mit Pfeifen,
Harfen und Zimbeln.
*Kapitel
1,62.
Und alles Volk fiel nieder auf
das Angesicht, beteten an und lobten den Herrn im Himmel, der
ihnen Glück und Sieg gegeben hatte.
Und hielten das Fest des neuen
Altars acht Tage, und opferten darauf Brandopfer und Dankopfer
mit Freuden;
und schmückten die
vordere Seite des Tempels mit güldnen Kränzen und
Schilden, und machten neue Tore und Zellen.
Und war sehr große
Freude im Volk, daß die Schande von ihnen genommen war, die
ihnen die Heiden angetan hatten.
Und Judas und seine Brüder und alles Volk Israel
beschlossen, daß man * jährlich vom fünfundzwanzigsten
Tage an des Monats Chislev (Kislew)
acht Tage des neuen Altars Fest halten sollte mit Freuden und
Danksagung.
*Johannes 10,22.
Und sie baueten feste Mauern und Türme um das
Heiligtum auf dem Berge Zion, daß die Heiden das Heiligtum
nicht einnehmen und zertreten könnten wie zuvor.
Und Judas legte Kriegsvolk darein, das Heiligtum zu
bewahren. Er befestigte auch Bethzur, daß das Volk eine
Festung innehätte gegen Idumäa, darin sie sich
aufhalten und wehren konnten.
Das 5. Kapitel.
Siege des Judas über die Heiden umher. Niederlage der
Juden unter Joseph und Asarja.
Da aber die Heiden umher höreten, daß
der Altar wieder aufgerichtet, und das Heiligtum gereiniget war,
ergrimmeten sie sehr,
und nahmen vor, das Geschlecht Jakobs in ihrer Mitte
auszurotten, und fingen an, die Juden in ihren Grenzen zu töten.
Aber Judas zog in Idumäa wider die Kinder Esau, und
überfiel sie zu Akrabattine, da sie die Kinder Israel
belagert hatten, und schlug viel Idumäer tot und plünderte
sie.
2. Makkabäer 10,17.
Dieweil auch die Kinder Bean auf den Straßen Untreue
und Mord getrieben hatten wider Israel,
hat's ihnen Judas auch gedacht, und belagerte und
verbannte sie, und verbrannte ihre Burgen mit allen, so darin
waren.
Danach zog er wider Ammon; die waren wohl gerüstet,
und hatten viel Kriegsvolk und einen Hauptmann * Timotheus.
*2. Makkabäer 10,24.
Darum tat Judas viel Schlachten mit ihnen, und hatte Sieg.
Und gewann die Stadt * Jaser mit andern umliegenden
Flecken. Danach zog er wieder heim nach Judäa.
*4. Mose 21,32.
Es waren aber die Heiden auch auf in Gilead wider
Israel an ihrer Grenze, sie zu vertilgen; aber das Volk floh auf
die Burg Dathema,
und schrieben an Judas und seine Brüder also:
Die Heiden umher haben sich versammelt wider uns, daß
sie uns alle umbringen; ihr Hauptmann ist Timotheus, und wollen
unsre Burg, darein wir geflohen sind, stürmen.
Darum bitten wir, du wollest uns zu Hilfe kommen und uns
retten; denn unser sind wenige, denn die Feinde haben viele
umgebracht,
und im Lande * Tob bei tausend Mann getötet, und ihre
Weiber, Kinder und Güter weggeführet.
*Richter 11,3. 2. Samuel 10,6.
Da man diesen Brief las, kamen mehr Boten aus Galiläa,
die * zerrissen ihre Kleider,
*Kapitel 2,14.
und sagten kläglich, daß die Heiden aus allen
Städten umher mit Macht Galiläa überzogen hätten,
aus Ptolemais, Tyrus und Sidon, und daß ganz Galiläa
voll Feinde wäre, Israel auszurotten.
Als Judas und das Volk solches höreten, hielt
man Rat, wie sie ihren Brüdern in dieser Not helfen könnten.
Und Judas befahl seinem Bruder Simon, daß er sich
einen besondern Haufen wählen sollte, und nach Galiläa
ziehen, die Brüder da zu retten; so wollten er und sein
Bruder Jonathan nach Gilead ziehen.
Und machte Joseph, den Sohn des Zacharias, und Asarja zu
Hauptleuten über das übrige Volk daheim, Judäa zu
bewahren.
Und befahl ihnen, sie sollten das Volk regieren und nicht
ausziehen, die Feinde anzugreifen, bis er wiederkäme.
Und Simon zog nach Galiläa mit dreitausend Mann,
Judas nach Gilead mit achttausend.
Da nun Simon nach Galiläa kam, tat er viel Schlachten
mit den Heiden, und siegte, und jagte sie bis gen Ptolemais an
das Tor,
daß bei dreitausend Heiden umkamen; und Simon
plünderte sie.
Danach kam er wieder zu seinen Brüdern in Galiläa
und zu Arbatta, und hieß sie mit Weib und Kind mit ihm nach
Judäa ziehen, und führte sie dahin mit großen
Freuden.
Aber Judas Makkabäus und Jonathan, sein Bruder, zogen
über den Jordan in die Wüste drei Tagreisen.
Da kamen zu ihnen die Nabatäer, und empfingen sie
freundlich, und zeigeten ihnen an, wie es ihren Brüdern in
Gilead ginge,
und daß viele eingeschlossen wären in Bozra,
Bosor, Alema, Chasphor, Maked und Karnaim (Karnajim),
welches eitel große und feste Städte waren;
daß auch viele in andern Städten in Gilead
eingeschlossen wären, und die Feinde beschlossen hätten,
daß sie des Morgens alsbald ihre Befestigungen überziehen
und stürmen wollten.
Und Judas kehrte um zurück eine Tagreise, und stürmte
die Stadt Bosor, ehe sie sich's versahen, und eroberte sie, und
ließ alle Mannsbilde drinnen erstechen, und plünderte
und verbrannte die Stadt.
Danach zog er fort bei Nacht zu der * Burg, da seine
Brüder belagert waren.
*Vers 9.
Und da er des Morgens dahin kam, sah er eine große,
mächtige Menge Volks ohne Zahl da, welche Leitern und
Kriegsrüstung zum Sturm trugen und den Sturm anfingen;
und war in der Stadt ein kläglich Geschrei, das in
den Himmel schallte.
Da vermahnte Judas sein Volk, daß sie für ihre
Brüder streiten wollten, sie zu retten.
Und machte drei Rotten, und griff sie von hinten an, und
ließ trompeten; und das Volk schrie laut und betete zu
Gott.
Als aber das Heer des Timotheus sah, daß Judas
hinter ihnen war, flohen sie, und wurden hart geschlagen, daß
aus ihnen diesen Tag bei achttausend tot blieben.
Danach zog Judas gen Maspha, stürmte und eroberte
sie, und ließ alle Mannsbilde drinnen töten, und
plünderte und verbrannte die Stadt.
Danach gewann er * Chasphor, Maked, Bosor und die andern
Städte in Gilead.
*Vers 26.
Aber Timotheus brachte wiederum ein groß Heer
zusammen, und lagerte sich gegen Raphon jenseit des Bachs.
2. Makkabäer 12,20.
Da schickte Judas Kundschafter hin, und ließ
besehen, wie stark die Feinde wären, und wie sie lägen.
Diese sagten ihm wieder, daß ihrer eine sehr große
Menge wäre aus allen Heiden umher;
daß sie auch Kriegsknechte aus Arabien bei sich
hätten, denen sie Sold müßten geben, und daß
sich das Heer jenseit des Bachs gelagert hätte, und wären
gerüstet zur Schlacht. Darum zog Judas aus wider sie.
Und Timotheus sprach zu seinen Hauptleuten: Wenn Judas an
den Bach kommt, und so mutig ist, daß er herüberzieht,
so können wir ihm nicht widerstehen, sondern er wird uns
schlagen.
Wenn er sich aber fürchtet, und nicht über den
Bach herübergeht, so wollen wir über das Wasser, und
ihn angreifen und schlagen.
Da nun Judas an den Bach kam, stellte er die Amtleute an
das Wasser, und gebot ihnen, sie sollten alles Volk
hinübertreiben, daß sie die Feinde hülfen
schlagen, und niemand sollte dahinten bleiben.
Da nun also Judas und sein Heer zuerst über das
Wasser kamen, flohen die Feinde, und ließen ihre Wehr
fallen, und kamen in einen Tempel in der Stadt * Karnaim
(Karnajim).
*Vers 26.
Aber Judas eroberte die Stadt und verbrannte den Tempel
und alle, die darin waren; und Karnaim ward überwältigt,
und konnte sich nicht schützen vor Judas.
Danach ließ Judas alles Volk Israel, das in
Gilead war, klein und groß, Weib und Kind, zusammenkommen,
* daß es mit nach Judäa zöge.
*Vers 23.
Und auf dem Wege kamen sie zu einer großen festen
Stadt, Ephron, die an der Straße lag, da man durch mußte,
und nicht nebenhin ziehen konnte.
Nun wollten die Leute zu Ephron Judas nicht durchlassen,
sondern machten sich in die Stadt, und hielten die Tore
zu.
Aber Judas sandte zu ihnen, sagte ihnen Frieden zu, und
bat freundlich,
daß man sie durchließe; denn ihnen sollte kein
Schade von den Seinen geschehen; er begehrte nichts, denn allein
durchzuziehen. Aber die von Ephron wollten sie nicht einlassen.
Da ließ Judas ausrufen im ganzen Heer, daß das
Kriegsvolk eine Ordnung machen sollte, und Sturm laufen, ein
jeder Haufe an seinem Ort. Also stürmeten sie die Stadt den
ganzen Tag und die ganze Nacht, und eroberten sie.
2. Makkabäer 12,27.28.
Und Judas ließ erstechen alle Mannsbilde drinnen,
plünderte und zerstörte sie, und zog durch über
die toten Körper hin; und kamen über den Jordan auf das
Blachfeld gegenüber Bethsan.
Und Judas trieb das Volk fort, das sich dahinten säumte,
und tröstete sie die ganze Reise über, bis er sie ins
Land Judäa brachte.
Da zogen sie auf den Berg Zion mit großen Freuden,
und opferten Brandopfer, daß ihnen Gott Sieg gegeben, und
sie mit Frieden wieder heimgebracht hatte.
Dieweil aber Judas und Jonathan in Gilead waren,
und Simon, ihr Bruder, in Galiläa vor Ptolemais,
höreten * Joseph, der Sohn des Zacharias, und Asarja,
die Hauptleute, von ihrem Sieg und großen Taten, und
sprachen:
*Vers 18.
Wir wollen auch Ehre einlegen, und die Heiden um uns her
angreifen.
Und geboten ihrem Kriegsvolk, daß sie sollten auf
sein, und zogen gen Jamnia.
Da zog wider sie heraus Gorgias mit seinem Heer,
und schlug den Joseph und Asarja in die Flucht, und jagte
sie bis ins Land Juda. Und Israel verlor den Tag viel Volks,
nämlich bei zweitausend Mann,
darum daß sie des Judas und seines Bruders * Befehl
nicht gehorcht hatten, und sich aus eigener Vermessenheit
unterstanden, einen Ruhm zu erjagen,
*Vers 19.
so sie doch nicht aus dem Geschlecht der Männer
waren, denen Gott verliehen hatte, daß Israel durch sie
geholfen würde.
Aber Judas und seine Brüder wurden groß
geachtet bei dem ganzen Israel und bei allen Heiden,
und wo man sie nannte, wurden sie gepriesen.
Und Judas zog aus mit seinen Brüdern * wider
die Kinder Esau gegen Mittag, und eroberte Hebron und die Flecken
umher, und riß ihre Mauern nieder und verbrannte ihre
Türme.
*Vers 3.
Und kehrte um in der Philister Land, und zog durch
Samaria.
Da sind viel Priester umkommen, welche auch zu kühn
waren, und die Feinde ohne Rat und Befehl angriffen.
Und Judas zog gen Asdod in der Philister Land, und riß
die Götzenaltäre ein, und verbrannte die Götzen,
und plünderte die Städte, und kam wieder heim ins Land
Juda.
Das 6. Kapitel.
Antiochus Epiphanes stirbt unter bitterer Reue. Sein Sohn
bekriegt den Judas, muß aber Frieden schließen und den
Juden Religionsfreiheit gestatten.
(Verse 1-16:
vergleiche 2. Makkabäer 9)
Da aber der König Antiochus * oben im
Königreich hin- und herzog, hörte er von einer
berühmten Stadt in Elymais in Persien, daß viel Gold
und Silber und großer Reichtum da wäre;
*Kapitel 3,37.
und daß im Tempel groß Gut und die güldnen
Kleider, Harnische und Schilde wären, die der Sohn des
Philippus, Alexander, der König aus Macedonien, dahin
gegeben hatte.
Darum kam Antiochus vor die Stadt, sie zu erobern und zu
plündern; aber die in der Stadt waren verwarnet.
Darum waren sie auf, sich zu wehren. Und Antiochus konnte
nichts schaffen, sondern mußte fliehen, und zog wieder ab
mit großem Unmut, daß er umkehrte gen Babylon.
Da kam ihm Botschaft nach Persien, daß sein Heer,
das er in das Land Juda gesandt hatte, geschlagen wäre,
und daß * Lysias hätte fliehen müssen, und
daß die Juden in seinem Lager groß Gut und viele
Waffen gewonnen, damit sie sich hernach besser gerüstet
hätten, und mächtiger worden wären;
*Kapitel 4,35.
und hätten den * Greuel, den er auf den Altar zu
Jerusalem gebaut hatte, + zerstört, und das Heiligtum wieder
mit festen Mauern bewahret wie zuvor, dazu auch ** Bethzur
befestiget.
*Kapitel 1,57. +Kapitel 4,36-60.
**Kapitel 4,61.
Da Antiochus solches hörte, erschrak er sehr, und
ward hoch betrübet, legte sich nieder und ward vor Leid
krank, daß sein Vornehmen nicht geraten war.
Und blieb lange daselbst; denn der Kummer ward je länger
je größer, und machte ihn so schwach, daß er
sah, daß er sterben müßte.
Darum forderte er seine Freunde zu sich und sprach zu
ihnen: Ich kann keinen Schlaf mehr haben vor großem Kummer
und Herzeleid, das ich habe.
Ach, wie hat sich's so gar mit mir umgekehret! Solange ich
regiert habe, hab ich Freude und Sieg gehabt, und bin bei den
Meinen auch lieb und wert gewesen.
Aber nun bin ich so herzlich betrübet, und gedenke an
das Übel, das ich * zu Jerusalem getan habe, da ich alle
güldne und silberne Gefäße aus dem Tempel
wegführte, und ließ unschuldige Leute in Judäa
töten.
*Kapitel 1,23.25.39.
Daher kommt mir jetzt alles Unglück, und muß in
einem fremden Lande von dieser Traurigkeit sterben.
Und er forderte einen seiner Freunde, Philippus; den
verordnete er zum Hauptmann über das ganze Königreich;
und gab ihm die Krone, Mantel und Ring, und befahl ihm,
seinen Sohn, den jungen Antiochus, aufzuziehen, und in das
Königreich einzusetzen.
Danach starb Antiochus daselbst * im
hundertneunundvierzigsten Jahr.
*Kapitel 1,11.
Da nun Lysias hörte, daß der König
tot war, machte er zum König den Sohn des Antiochus des
Edlen, den jungen Antiochus, welches Zuchtmeister er gewesen war,
und nannte ihn Eupator.
2. Makkabäer 10,10.11.
Nun taten die Heiden, so die Burg noch innehatten, dem
Volk Israel im Heiligtum viel Schaden; denn sie hatten eine gute
Festung.
Darum nahm Judas vor, sie zu belagern, damit er sie
vertilgen möchte.
Und das Volk kam zusammen * im hundertundfünfzigsten
Jahr, und brachten davor allerlei Kriegsrüstung und
Geschütz.
*Kapitel 1,11.
Und etliche Heiden kamen aus der Burg, daß sie zum
Könige zögen, Hilfe zu suchen. Zu diesen taten sich
viel Abtrünnige aus Israel; die zogen mit ihnen zum Könige
und sprachen:
Warum willst du nicht strafen, und unsre Brüder
rächen?
Denn wir wollten deinem Vater untertan und seinen Geboten
gehorsam sein.
Da fiel unser Volk von uns ab; und wo sie unser einen
ergriffen, töteten sie ihn, und teileten unser Erbe unter
sich;
und plagten nicht allein uns, sondern trieben solches im
ganzen Lande.
Und jetzt belagern sie die Burg zu Jerusalem, sie zu
erobern, und * haben das Heiligtum und Bethzur befestiget.
*Kapitel 4,60.61.
Wo du nicht eilen wirst, ihnen zu wehren, werden sie
stärker werden, und mehr Schaden tun, und wirst sie nicht
mehr bezwingen können.
Da der König * solches hörte, ergrimmte
er sehr, und ließ zusammenfordern seine Fürsten und
Hauptleute über das Fußvolk und über die
Reisigen;
*Kapitel 3,27. 2. Makkabäer 13,9.
und nahm fremde Knechte an aus andern Königreichen
und aus den Inseln;
und brachte zusammen hunderttausend Mann zu Fuß,
zwanzigtausend zu Roß und zweiunddreißig Elefanten,
zum Krieg gewöhnet.
Dies Heer zog durch Idumäa; und da sie ans Land
kamen, belagerten sie Bethzur, und machten davor mancherlei
Kriegsrüstung zum Sturme; aber die Juden fielen heraus und
verbrannten diese Werke, und stritten ritterlich.
2. Makkabäer 13,19.
Und Judas zog ab von der Burg, und kam mit dem Heer gen
Bethzachara, gegen des Königes Lager.
Da war der König morgens früh auf vor Tag, und
führte das Heer an die Straße vor Bethzachara, und
ließ die Schlachtordnung machen, und trompeten,
und den Elefanten roten Wein und Maulbeersaft vorhalten,
sie anzureizen und zu erzürnen;
und teileten die Elefanten in die Haufen, also daß
je zu einem Elefanten tausend Mann zu Fuß in eisernen
Helmen und Harnischen und fünfhundert Pferde verordnet
wurden.
Diese warteten also auf den Elefanten, daß sie nicht
von ihm wichen, und wohin man den Elefanten wandte, da mußten
sie auch hin.
Und trug ein jeder Elefant einen hölzernen Turm,
darin waren je zweiunddreißig Krieger und der Inder, so die
Bestie regierte.
Die übrige Reiterei ordnete er auf beiden Seiten, das
Fußvolk zu bewahren, daß es nicht zertrennet würde.
Und da die Sonne aufging, und schien auf die güldnen
und ehernen Schilde, leuchtete das ganze Gebirge davon, als wäre
es eitel Feuer.
Und des Königs Heer zog ein Teil auf dem Gebirge, ein
Teil unten im Blachfeld, in guter Ordnung und vorsichtiglich.
Und wer sie hörte, der entsetzte sich vor dem
grausamen Getöne und der großen Menge und Getümmel,
das sie mit dem Harnisch und Eisen machten; denn es wahr ein sehr
groß und wohlgerüstet Volk.
Und Judas zog auch gegen sie in seiner Ordnung, sich zu
wehren, und schlug sechshundert tot aus des Königs Heer.
Und * Eleasar Awaran merkte einen Elefanten, der war höher
und besser gerüstet denn die andern, und dachte, der König
wäre darauf;
*Kapitel 2,5.
und wagte sich, daß er das Volk Israel errettete,
und einen ewigen Namen erlangte,
lief mit großer Kühnheit hinzu, drang durch die
Feinde und tötete ihrer viel auf beiden Seiten.
Und machte sich unter den Elefanten, und stach ihn, daß
der Elefant umfiel auf ihn, und starb, und schlug ihn auch tot.
Dieweil aber die Juden sahen, daß des Königs
Heer eine solche große Macht war, wichen sie von ihnen
beiseits.
Darum zog des Königs Heer fort gen Jerusalem, und kam
nach Judäa.
Aber die * auf Bethzur konnten Hungers halben nicht länger
darin bleiben; denn es war das + siebente Jahr, darin man die
Felder mußte feiern lassen; und sie erlangten Geleit vom
Könige, daß sie sicher heraus möchten gehen.
*Vers 31. +3. Mose 25,4.
Da nahm der König Bethzur ein, und legte Kriegsvolk
darein, diese Festung zu bewahren.
Und zog fort gen Zion, und belagerte das Heiligtum eine
lange Zeit, und richtete dagegen auf allerlei Geschütz.
Es wehrte sich aber das Volk Israel im Heiligtum viel
Tage, und machten auch Geschütz und Kriegsrüstung wider
die Feinde.
Es hatte aber auch nicht zu essen, dieweil es das siebente
Jahr war; und die * fremden Juden, so aus der Heiden Ländern
nach Judäa um Sicherheit willen geführt waren, hatten
allen Vorrat verzehret.
*Kapitel 5,23.45.
Und es blieben sehr wenige im Heiligtum, denn der Hunger
nahm überhand; darum mußten sie von einander ziehen,
und sich in andere Städte teilen.
Mittlerzeit vernahm Lysias, daß * Philippus,
dem des Königs Vater Antiochus den jungen König und das
Reich bei Leben befohlen hatte,
*Kapitel 6,14.
wiederkommen war aus Persien und Medien mit dem
Kriegsvolk, das der König dahin geführt hatte, und daß
sich Philippus des Regiments unterstund.
Darum eilte er, wegzuziehen aus Judäa wieder ins
Königreich, und sprach zum Könige und zu den
Hauptleuten: Wir leiden hie Not, und haben nichts zu essen, und
verlieren viel Leute, und dieser Ort ist sehr fest, so wir doch
daheim nötigere Sachen zu tun haben, Frieden im Königreich
zu erhalten.
Laßt uns Frieden mit diesem Volk machen
und zulassen, daß sie ihr Gesetz halten wie zuvor;
denn sie zürnen und streiten allein darum, daß wir
ihnen ihr Gesetz abtun wollen.
Diese Meinung gefiel dem König und den Fürsten
wohl. Und der König schickte zu ihnen, einen * Frieden mit
ihnen aufzurichten; und sie nahmen es an.
*2. Makkabäer 13,23.
Und da der König und die Fürsten schwuren, kamen
sie aus ihrer Festung heraus, und der König zog hinein auf
den Berg Zion.
Da er aber sah, daß der Ort so fest war, hielt er
seinen Eid nicht, sondern gebot, die Mauer umher wieder
einzureißen.
Danach zog er eilend weg gen Antiochien. Da vernahm er,
daß sich Philippus aufgeworfen hatte zum Herrn der Stadt.
Mit dem stritt er, und eroberte die Stadt wiederum.
Das 7. Kapitel.
Veränderungen im syrischen Reich. Alcimus wird
Hoherpriester. Sieg des Judas über Nikanor.
(Vergleiche
2. Makkabäer 14; 15)
Im * hundertundeinundfünfzigsten Jahr ging
Demetrius, des Seleukus Sohn, von Rom weg, und kam in eine Stadt
am Meer mit wenig Männern, und regierte da als ein König.
*Kapitel 1,11.
Und da er in die Hauptstadt Antiochien kam, fing das
Kriegsvolk Antiochus und Lysias, dieselben dem Demetrius zu
überantworten.
Da aber solches Demetrius angezeigt ward, gebot er, man
sollte sie nicht vor seine Augen kommen lassen.
Darum tötete sie das Kriegsvolk. Da nun Demetrius das
Reich innehatte,
kamen zu ihm viel gottlose und abtrünnige Leute aus
Israel; und war der vornehmste unter ihnen Alcimus, der wäre
gerne Hoherpriester worden.
Diese verklagten Judas und ihr eigen Volk und sprachen:
Judas und seine Brüder haben alle, so dir wollten gehorsam
sein, umgebracht, und uns aus unserm Lande verjaget.
Kapitel 6,21.
Darum sende jemand dahin, dem du vertrauest, daß er
sehe, wie sie uns und des Königs Land verderbet haben, und
laß sie und allen ihren Anhang strafen.
Darum erwählte der König Bacchides,
seinen Freund, der Hauptmann war über das Land jenseit des
Euphrats und gewaltig im Reich, und dem der König viel
vertraute.
Und schickte mit ihm den abtrünnigen Alcimus, den er
zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel
zu strafen.
Und sie zogen ins Land Juda mit einem großen Heer,
und schickten Botschafter zu Judas und seinen Brüdern, vom
Frieden zu handeln; und stelleten sich, als wollten sie Frieden
mit ihnen halten.
Aber es war eitel Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht;
denn er sah, daß sie wohl gerüstet waren, und ein groß
Heer mit sich führeten.
Aber viel Schriftgelehrte kamen zu Alcimus und Bacchides,
und viele von den Frommen in Israel;
die versahen sich Gutes zu Alcimus, und begehreten Frieden
und sprachen: Ein Priester aus dem Geschlechte Aaron ist
mit dem Heere kommen; er wird uns keine Untreue beweisen.
Und Alcimus sagte ihnen Frieden zu, und tat einen Eid und
sprach: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid tun.
Da sie ihm also glaubten, ließ er sechzig aus ihnen
fahen (fangen),
und tötete sie alle auf Einen Tag, wie die Schrift spricht:
„Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren
gegeben; sie haben Blut vergossen um Jerusalem umher wie Wasser;
und war niemand, der sie begrub.“
Psalm 79,2.3.
Darum kam eine sehr große Furcht und Schrecken in
das Volk, welches klagte, daß weder Glaube noch Treue in
Alcimus wäre; denn er hielt seinen Eid nicht.
Und Bacchides zog weg von Jerusalem, und belagerte
Bethzeth, und sandte aus, und ließ viele fahen (fangen),
so zuvor sich an ihn ergeben, und von wegen der Untreue wieder
von ihm flohen, und ließ ihrer viele töten, die warf
er in eine große Grube.
Danach befahl Bacchides das Land Alcimus, und ließ
Kriegsvolk bei ihm, und er zog wieder zum König.
Und Alcimus unterstund sich, mit Gewalt
Hoherpriester zu werden.
Und hängte an sich alle Abtrünnigen in Israel,
und brachte das Land Juda mit Gewalt unter sich, und plagte das
Volk Israel sehr hart.
Da nun Judas sah, daß Alcimus und die Abtrünnigen
aus Israel viel größern Schaden in Israel taten denn
die Heiden,
zog er abermal umher durch das ganze Land Juda, und
strafte die Abtrünnigen, und wehrete ihnen, daß sie
nicht mehr also im Lande hin- und herziehen durften.
Da aber Alcimus sah, daß Judas und sein Volk wieder
gewaltig war, und daß er ihnen nicht widerstehen konnte,
zog er wieder zum König, und verklagte sie hart.
Darum sandte der König einen großen
Fürsten, Nikanor, dahin, der dem Volk Israel sehr gram war,
und gebot ihm, das Volk Israel ganz zu vertilgen.
Und Nikanor zog mit einem großen Heer gen Jerusalem,
und schickte Boten zu Judas und seinen Brüdern betrüglich,
die sich stellen sollten, als wollte er Frieden mit ihnen halten,
und sprechen:
Wir wollen Frieden mit einander halten, ich und ihr, und
will mit wenig Volk kommen friedlich, daß ich dich
anspreche.
Also kam Nikanor zu Judas, und sie empfingen und sprachen
einander friedlich an; aber es war bestellet, daß man den
Judas da fahen (fangen)
sollte.
Dies ward Judas verkundschaftet, daß Nikanor darum
zu ihm kommen wäre, ihn mit diesem Betrug zu fahen (fangen);
darum hütete er sich vor ihm, und wollte nicht mehr zu ihm
kommen.
Und da Nikanor merkte, daß sein Vornehmen war
offenbar worden, zog er wider Judas, und tat eine Schlacht mit
ihm bei Kaphar Salama.
Da verlor Nikanor bei fünftausend Mann, und sein Heer
mußte fliehen auf Davids Burg.
Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion.
Und die Priester und die Ältesten gingen heraus, ihn
friedlich zu empfahen (empfangen),
und ihm zu zeigen, daß sie für den König große
Opfer täten.
Aber Nikanor verspottete und verlachte sie, und tat ihnen
Schimpf an und lästerte,
und schwur einen Eid und sprach: Werdet ihr mir Judas und
sein Heer nicht überantworten in meine Hand, so will ich
dieses Haus verbrennen, sobald ich glücklich wiederum
herkomme; und zog weg mit großem Grimme.
Aber die Priester gingen hinein, und traten vor den Altar
im Tempel, und weineten und sprachen:
Ach, Herr, dieweil du dieses Haus erwählet hast, daß
man dich da anrufen und zu dir beten soll,
so bitten wir, du wollest an diesem Nikanor und seinem
Heer Rache üben und daran gedenken, daß sie dein
Heiligtum und dich gelästert haben, und wollest sie aus dem
Lande verjagen und vertilgen.
Und Nikanor zog von Jerusalem weg, und lagerte sich bei
Beth-Horon. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, ihm zu
helfen.
Aber Judas lagerte sich bei Adasa mit dreitausend Mann,
und betete zu Gott, und sprach also:
Herr, Gott, da dich die Boten des Königes Sanherib
lästerten, * schicktest du einen Engel, der schlug tot
hundertundfünfundachtzigtausend Mann.
*Jesaja 37,36.
Also schlag diese unsre Feinde heute vor unsern Augen, und
richte diesen Nikanor nach seiner großen Missetat, daß
die andern Leute erkennen, daß du ihn darum gestraft hast,
daß er dein Heiligtum gelästert hat.
Und am dreizehnten Tag des Monats Adar taten sie eine
Schlacht mit einander, und Nikanor kam zum allerersten um.
Und da sein Heer solches sah, warfen sie die Waffen von
sich und flohen.
Aber Judas jagte ihnen nach eine Tagreise, von Adasa bis
gen Gazera, und * ließ hinter ihnen her die Halltrompeten
blasen,
*Kapitel 4,13.
daß das Volk aus allen Flecken umher auf dem Lande
heraus zu ihm liefe, und hülfe die Feinde schlagen; und
kamen zu Judas, und hielten sich wieder zu ihm. Also ward das
Heer Nikanors geschlagen, und kam niemand davon.
Und Judas plünderte sie, und führte den Raub mit
sich weg. Dem Nikanor aber ließ er den Kopf abhauen und die
rechte Hand, die er zum Eid ausgereckt hatte, da er lästerte,
und dem Heiligtum dräute (drohte);
und ließ beide, Kopf und Hand, mitführen, und zu
Jerusalem aufhängen.
Da ward das Volk wieder sehr fröhlich, und feierten
diesen Tag mit großen Freuden.
Und verordneten, daß man jährlich diesen Tag,
nämlich den dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte.
Also ward wieder Friede im Lande Juda eine kleine Zeit.
Das 8. Kapitel.
Judas schließt ein Bündnis mit den Römern.
Es hörte aber Judas von den Römern, daß
sie sehr mächtig wären, und fremde Völker gerne in
Schutz nähmen, die Hilfe bei ihnen suchten, und daß
sie Treue und Glauben hielten.
Denn er hörte, wie ehrliche Taten sie getan wider die
Gallier, welche sie bezwungen, und unter sich gebracht hatten;
auch welche große Kriege sie in Hispanien geführt
hatten, und die Bergwerke erobert, da man Gold und Silber gräbt,
und daß sie viel Länder fern von Rom mit großer
Vernunft und Ernst gewonnen hätten und erhielten;
daß sie auch viel gewaltige Könige, die ihnen
in ihr Land mit Macht gezogen sind, geschlagen und verjagt hätten
und ihre Königreiche unter sich gebracht;
und daß sie neulich den König von Chittim,
Philippus, und hernach seinen Sohn Perseus überwunden
hätten;
auch von dem großen Antiochus, dem König in
Asien, der wider die Römer gezogen war mit hundertundzwanzig
Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr vielem Volk; aber die
Römer hatten sein Heer geschlagen,
und ihn gezwungen, daß er um Frieden bitten mußte;
und haben ihm und seinen Erben nach ihm eine große
Schatzung aufgelegt, die sie jährlich den Römern geben
mußten; * dazu mußte er den Römern Geiseln
schicken.
*Kapitel 1,11.
Sie nahmen ihm auch Jonien (Ionien),
Asien und Lydien und andre der edelsten Länder, und gaben
sie dem Könige Eumenes.
Es setzten sich auch die Griechen mit großer Macht
wider sie.
Aber sie schickten einen Feldhauptmann wider die Griechen;
der schlug sie, und nahm das Land ein, und ließ in den
Städten die Mauern niederreißen, daß sie mußten
Frieden halten und gehorsam sein.
Solchen Ernst zeigeten sie gegen alle ihre Feinde, daß
sie alle diejenigen bezwangen, die sich wider sie setzten.
Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie guten
Frieden, und * hielten Glauben, und waren mächtig und
gefürchtet in allen Landen.
*Vers 1.
Wem sie halfen, der ward geschützt und erhalten bei
seinem Königreich; welchen sie aber strafen wollten, der
ward von Land und Leuten verjaget; und wurden sehr mächtig.
Und war solche Tugend bei ihnen, daß sich keiner zum
Könige machte; es war auch kein König da,
sondern der Rat, das waren dreihundertundzwanzig Mann, die
regierten wohl.
Und jährlich wählte man einen Hauptmann, der in
allen ihren Landen zu gebieten hatte; dem mußten sie alle
gehorsam sein. Und war keine Hoffart, Neid noch Zwietracht bei
ihnen.
Und Judas wählte Eupolemus, den Sohn des
Johannes, des Sohns des Akkos, und Jason, Eleasars Sohn, und
sandte sie gen Rom, mit den Römern Freundschaft und einen
Bund zu machen,
daß sie ihnen hülfen, daß Israel nicht
unterdrückt würde von dem Königreich der Griechen.
Diese zogen gen Rom einen weiten Weg, und kamen vor den
Rat, und sprachen also:
Judas Makkabäus und seine Brüder und das
jüdische Volk haben uns zu euch gesandt, einen Frieden und
Bund mit euch zu machen, daß ihr uns in Schutz nehmen wollt
als Freunde und Bundesgenossen.
Das gefiel den Römern;
und ließen den Bund auf eherne Tafeln schreiben, und
schickten die Abschrift gen Jerusalem zu einem Gedächtnis
des aufgerichteten Friedens und Bundes. Und lautete also:
Mögen die Römer und die Juden Glück und
Frieden haben zu Land und zu Wasser, und behütet bleiben vor
Krieg und Feinden ewiglich!
Wo aber die Römer Krieg haben würden zu Rom oder
in ihren Landen und Gebieten,
so sollen die Juden den Römern getreulich Hilfe tun,
danach es die Not fordert;
und sollen der Römer Feinden nicht Speise, Waffen,
Geld, Schiffe und andre Dinge zuschicken. Dieses fordern die
Römer von den Juden; und sollen die Juden solche Stücke
treulich halten ohne allen Betrug.
Dagegen auch, so die Juden Krieg haben würden, sollen
ihnen die Römer getreulich helfen, danach es die Not
fordert;
und sollen der Juden Feinden nicht Speise, Waffen, Geld,
Schiffe oder andre Dinge zuschicken. Das sagen die Römer zu,
und wollen solchen Bund * treulich und ohne Betrug halten.
*Vers 1,12.
Also ist der Bund zwischen den Römern und den Juden
aufgerichtet.
So aber hernach dieser oder jener Teil bedächten,
mehr Stücke dazuzusetzen, oder etwas davonzutun, so sollen
beide Teile darüber sich vertragen. Und was sie dazusetzen,
oder davontun werden, soll alles stät und fest gehalten
werden.
Daß auch der König Demetrius an den Juden
Gewalt übet, davon haben wir ihm geschrieben also: Warum
plagest du unsre Freunde und Bundesgenossen?
Wo sie weiter über dich klagen werden, so müssen
wir sie schützen, und wollen dich zu Land und Wasser
angreifen.
DAS
ERSTE BUCH DER MAKKABÄER VERSE 9 - 16
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