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DAS ERSTE BUCH DER MAKKABÄER.

Kapitel 1 - 8





Das 1. Kapitel.

Von des Antiochus Epiphanes Gottlosigkeit und Tyrannei.

  1. Alexander, der Sohn des Philippus, König zu Macedonien, der erste Monarch in Griechenland, ist ausgezogen aus dem Lande Chittim, und hat große Kriege geführt, viel feste Städte erobert, und der Perser und Meder König Darius geschlagen,

  2. hernach andere Könige in allen Landen unter sich gebracht;

  3. und ist immer fortgezogen, und hat alle Lande und Königreiche eingenommen.

  4. Und hat sich niemand wider ihn setzen dürfen; und hatte ein gewaltig gut Kriegsvolk.

  5. Da er nun die Königreiche innehatte, ward er stolz, und fiel in Krankheit.

  6. Da er aber merkte, daß er sterben würde,

  7. forderte er zu sich seine Fürsten, die mit ihm von Jugend auf erzogen waren, und setzte sie zu Hauptleuten über die Länder bei seinem Leben.

  8. Hernach ist Alexander gestorben, als er regiert hatte zwölf Jahre.

  9. Nach seinem Tod ist das Reich auf seine Fürsten kommen; die nahmen die Länder ein, ein jeglicher Hauptmann seinen Ort.

  10. Und machten sich alle zu Königen, und regierten sie und ihre Nachkommen lange Zeit. Und sind große Kriege zwischen ihnen gewesen, und ist allenthalben in der ganzen Welt viel Jammers worden.

  11. Von dieser Fürsten einem ist geboren eine schädliche, böse Wurzel, Antiochus, genannt der Edle,* der zu Rom als Geisel gewesen ist für seinen Vater, den großen Antiochus. Und dieser Antiochus der Edle fing an zu regieren im hundertundsiebenunddreißigsten Jahr des griechischen Reichs.

    *Kapitel 8,7.

  12. Zu dieser Zeit waren in Israel böse Leute; die hielten an bei dem Volk und sprachen: Laßt uns einen Bund machen mit den Heiden umher, und ihre Gottesdienste annehmen; denn wir haben viel leiden müssen seit der Zeit, da wir uns von den Heiden abgesondert haben.

  13. Diese Meinung gefiel ihnen wohl.

  14. Und wurden etliche vom Volk zum König gesandt; der erlaubte ihnen, heidnische Weise anzufangen.

  15. Da richteten sie zu Jerusalem ein heidnisches Spielhaus her,

    2. Makkabäer 4,12.

  16. und hielten die Beschneidung nicht mehr, und fielen ab vom heiligen Bund, und hielten sich als Heiden, und wurden ganz verstockt, alle Schande und Laster zu treiben.

  17. Als nun Antiochus sein Reich gewaltig innehatte, unterstund er sich, das Königreich Ägypten auch an sich zu bringen, daß er beide Königreiche hätte;

  18. und zog nach Ägypten, wohl gerüstet mit Wagen, Elefanten, Reisigen und viel Schiffen;

  19. und kriegte mit Ptolemäus, dem König Ägyptens. Aber Ptolemäus fürchtete sich und floh; und sind viel Ägypter umkommen.

  20. Und Antiochus hatte die festen Städte in Ägypten eingenommen, und groß Gut da geraubet und davongebracht.

  21. Als aber Antiochus in Ägypten gesieget hatte, und wieder heimzog * im hundertunddreiundvierzigsten Jahr, reiste er durch Israel;

    *Vers 11.

  22. und kam gen Jerusalem mit einem großen Volk,

    2. Makkabäer 5,11-23.

  23. und ging * trotziglich in das Heiligtum, und ließ wegnehmen den güldnen Altar, Leuchter und was dazu gehört, den Tisch, darauf die Schaubrote lagen, die Becher, Schalen, die güldnen Kellen, den Vorhang, die Kronen und güldnen Schmuck vorn am Tempel, und zerschlug's alles.

    *Daniel 8,11.12.

  24. Und nahm das Silber und Gold und köstliche Gefäße und die verborgnen Schätze, soviel er fand, und führte es mit sich in sein Land.

  25. Und ließ viel Leute töten und lästerliche Gebote ausrufen.

  26. Da war überall in ganz Israel groß Herzeleid.

  27. Die Fürsten und Ältesten trauerten, die Jungfrauen und Jünglinge sahen jämmerlich;

  28. Mann und Weib klagten;

  29. und das ganze Land ward betrübet von wegen der Wüterei, die darin geschah; und das ganze Haus Jakob war voll Jammers.

  30. Und nach zweien Jahren * sandte der König einen Rentmeister nach Juda; der kam mit einem großen Kriegsvolk gen Jerusalem,

    *2. Makkabäer 5,24-26.

  31. und begehrte, man sollte ihn einlassen, so wollte er keinen Schaden tun; aber es war eitel Betrug.

  32. Da sie ihm nun glaubten, und ließen ihn ein, überfiel er die Stadt verräterisch, und erschlug viel Leute von Israel;

  33. und plünderte die Stadt, und verbrannte die Häuser, riß die Mauern nieder,

  34. und führte Weib und Kind und Vieh weg;

  35. und befestigte die Stadt Davids mit starken Mauern und Türmen, und sie wurde ihre Burg.

  36. Und besetzte sie mit einem gottlosen Haufen, der allen Mutwillen drauf übte;

  37. und raubeten Waffen und Speise aus der Stadt Jerusalem, und schafften's auf die Burg;

  38. und belagerten da das Heiligtum, und lauerten auf die Leute, die in den Tempel gingen, und fielen heraus aus der Burg in das Heiligtum, den Gottesdienst zu wehren;

  39. und vergossen viel unschuldiges Bluts bei dem Heiligtum, und entheiligten es.

  40. Und die Bürger zu Jerusalem flohen weg, und die Fremden blieben zu Jerusalem, und die, so daselbst geboren waren, mußten weichen.

  41. Das * Heiligtum ward wüste, die Feiertage wurden eitel Trauertage, die Sabbate eitel Jammer, und alle ihre Herrlichkeit ward zunichte.

    *Daniel 8,11.12.

  42. So herrlich und hoch Jerusalem zuvor gewesen war, so jämmerlich und elend mußte es dazumal sein.

  43. Und Antiochus ließ ein Gebot ausgehen durch sein ganz Königreich, daß alle Völker zugleich einerlei Gottesdienst halten sollten.

  44. Da verließen alle Völker ihre Gesetze, und willigten in die Weise des Antiochus.

  45. Und viele aus Israel willigten auch darein, und opferten den Götzen, und entheiligten den Sabbat.

  46. Antiochus sandte auch Briefe gen Jerusalem und in alle Städte Judas, darin er gebot, daß sie der Heiden Gottesdienst annehmen sollten,

  47. und die Brandopfer, Speisopfer, Sündopfer im Heiligtum,

  48. Sabbate und andere Feste abtun.

  49. Und befahl, daß man das Heiligtum und das heilige Volk Israel entheiligen sollte.

  50. Und ließ Altäre, Tempel und Götzen aufrichten, und Saufleisch opfern und andere unreine Tiere.

  51. Und die Beschneidung verbot er, und gebot, die Leute zu gewöhnen zu allen Greueln, daß sie Gottes Gesetz und Recht vergessen, und andre Weise annehmen sollten.

  52. Und wer dem König nicht gehorsam sein würde, den sollte man töten.

  53. Dies Gebot ließ er ausgehen durch sein ganz Königreich, und verordnete Hauptleute, die das Volk zwingen sollten, solches zu halten.

  54. Diese richteten in Juda Opfer an, und geboten, die zu halten.

  55. Und viele vom Volk fielen ab von Gottes Gesetz zu ihnen.

    Vers 45.

  56. Allen Mutwillen trieben sie im Lande, und verjagten das Volk Israel, daß es sich verbergen und verstecken mußte in die Höhlen als die Flüchtigen.

  57. Im * hundertundfünfundvierzigsten Jahr, am fünfzehnten Tage des Monats Chislev (Kislew), ließ der König Antiochus + den Greuel der Verwüstung auf Gottes Altar setzen, und ließ in allen Städten Judas Altäre aufrichten,

    *Vers 11. +Daniel 11,31. 2. Makkabäer 6,1-7.

  58. daß man öffentlich in Gassen, und ein jeder vor seinem Haus räucherte und opferte;

  59. und ließ die Bücher des Gesetzes Gottes zerreißen und verbrennen,

  60. und alle, bei denen man die Bücher des Bundes Gottes fand, und alle, so Gottes Gesetz hielten, totschlagen.

  61. Und das taten sie mit ihrem Kriegsvolk alle Monate, wenn das Volk zusammenkam in die Städte.

  62. Am fünfundzwanzigsten Tage des Monats opferten sie auf dem Altar, den sie auf den Altar des Herrn gesetzt hatten.

  63. Die Weiber, welche ihre Kinder beschnitten, wurden getötet, wie Antiochus geboten hatte.

    2. Makkabäer 6,10.

  64. Die Eltern wurden in ihren Häusern erwürget, und die Kinder drinnen aufgehängt.

  65. Aber viele vom Volk Israel waren beständig, und wollten nichts Unreines essen,

    2. Makkabäer 6,18-7,42.

  66. und ließen sich lieber töten, denn daß sie sich verunreinigten,

  67. und wollten nicht vom heiligen Gesetz Gottes abfallen; darum wurden sie umgebracht.

  68. Und es war ein sehr großer Zorn über Israel.

Das 2. Kapitel.

Des Priesters Mattathias Eifer. Auswanderung und Gegenwehr der Frommen. Ermahnung des sterbenden Mattathias an seine Söhne.

  1. Es war aber ein Priester, Mattathias, der Sohn des Johannes, des Sohns Simeons, aus dem Geschlecht Jojaribs von Jerusalem, der wohnte in Modin,

  2. und hatte fünf Söhne: Johannes, mit dem Zunamen Gaddis,

  3. Simon, mit dem Zunamen Thassi,

  4. Judas, mit dem Zunamen Makkabäus,

  5. Eleasar, mit dem Zunamen Awaran, und Jonathan, mit dem Zunamen Apphus.

  6. Diese jammerte sehr das große Elend in Juda und Jerusalem.

  7. Und Mattathias klagte: Ach, daß ich dazu geboren bin, daß ich meines Volks und der heiligen Stadt Zerstörung sehen muß, und dazu stillsitzen, und die Feinde ihren Mutwillen treiben lassen!

  8. Die Fremden haben das Heiligtum inne, und der Tempel Gottes ist wie ein ehrloser Mensch.

  9. Seinen * Schmuck hat man weggeführet. Die Kindlein sind auf den Gassen erschlagen, und die junge Mannschaft ist von Fremden erstochen.

    *Kapitel 1,23.24.

  10. Das Reich ist allen Heiden zu teil worden, die es plündern.

  11. Alle seine Herrlichkeit ist weg. Es war eine Königin, nun ist's eine Magd.

  12. Siehe, unser Heiligtum und unser Ruhm und Preis ist weg; die Heiden haben's verwüstet.

  13. Wen sollte noch gelüsten zu leben?

  14. Und Mattathias zerriß seine Kleider, er und seine Söhne, und zogen Säcke an und trauerten sehr.

  15. Da nun des Antiochus Hauptleute auch dahin kamen, die so geflohen waren in die Stadt Modin, auch zu dringen, von Gottes Gesetze abzufallen, und zu opfern und zu räuchern,

  16. da fielen viele vom Volk Israel zu ihnen. Aber Mattathias und seine Söhne blieben beständig.

  17. Und die Hauptleute des Antiochus sprachen zu Mattathias: Du bist der Vornehmste und Gewaltigste in dieser Stadt, und hast viel Söhne und eine große Freundschaft;

  18. darum tritt du zuerst hin und tue, was der König geboten hat, wie alle Länder getan haben und die Leute Judas und die, so noch zu Jerusalem sind, so wirst du und deine Söhne einen gnädigen König haben, und begabet werden mit Gold und Silber und großen Gaben.

  19. Da sprach Mattathias frei heraus: Wenn schon alle Länder dem Antiochus gehorsam wären, und jedermann abfiele von seiner Väter Gesetz, und willigten in des Königs Gebot,

  20. so wollen doch ich und meine Söhne und Brüder im Bunde unsrer Väter wandeln.

  21. Da sei Gott vor! Das wäre uns nicht gut, daß wir von Gottes Wort und Gottes Gesetz abfielen.

  22. Wir wollen nicht willigen in das Gebot des Antiochus, und wollen nicht opfern, und von unserm Gesetz abfallen, und eine andere Weise annehmen.

  23. Da er also ausgeredet hatte, gehet ein Jude hin vor ihrer aller Augen, und opfert auf dem Götzenaltar zu Modin, wie der König geboten hatte.

  24. Das sah Mattathias, und ging ihm durchs Herz, und sein Eifer entbrannte um das Gesetz,

  25. und lief hinzu und tötete bei dem Altar den Juden und den Hauptmann des Antiochus, und warf den Altar um.

  26. Und eiferte um das Gesetz, wie * Pinehas (Pinhas) tat dem Simri, dem Sohn Salus.

    *4. Mose 25,7-15.

  27. Und Mattathias schrie laut durch die ganze Stadt: Wer um das Gesetz eifert, und den Bund halten will, der ziehe mit mir aus der Stadt!

  28. Also * flohen er und seine Söhne aufs Gebirge, und verließen alles, das sie hatten in der Stadt.

    *Kapitel 1,40. 2. Makkabäer 5,27.

  29. Und viel frommer Leute zogen hinaus in die Wüste,

  30. und hielten sich da mit Weib und Kind und ihrem Vieh; denn die Tyrannei war allzugroß worden.

  31. Da aber des Königs Volk zu Jerusalem in * der Stadt Davids hörte, daß etliche sich wider des Königs Gebot setzten, und sich aus den Städten getan hätten, sich heimlich in der Wüste zu verstecken und aufzuhalten, und daß viel Volks zu ihnen gezogen war,

    *Kapitel 1,35.

  32. erhuben sie sich eilend am Sabbat, sie zu überfallen;

  33. und ließen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht gehorsam sein? Ziehet heraus, und tut, was der König geboten hat, so sollt ihr sicher sein.

  34. Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herausziehen, gedenken auch, den Sabbat nicht zu entheiligen, wie der König gebeut.

  35. Und die draußen stürmeten den Felsen;

  36. und die drinnen wehreten sich nicht, warfen nicht einen Stein heraus, machten auch die Höhlen nicht zu,

  37. und sprachen: Wir wollen also sterben in unsrer Unschuld; Himmel und Erde werden Zeugen sein, daß ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringet.

  38. Also wurden die drinnen am Sabbat überfallen, und ihre Weiber und Kinder samt dem Vieh umgebracht, bei tausend Personen.

    2. Makkabäer 6,11.

  39. Da Mattathias und seine Freunde solches höreten, tat es ihnen sehr weh;

  40. und sprachen unter einander: Wollen wir alle tun wie unsere Brüder, und uns nicht wehren wider die Heiden, unser Leben und Gesetz zu retten, so haben sie uns leichtlich ganz vertilget.

  41. Und beschlossen bei sich: So man uns am Sabbat angreifen würde, wollen wir uns wehren, daß wir nicht alle umkommen, wie unsre Brüder in den Höhlen ermordet sind.

  42. Und es sammelte sich zuhauf eine große Menge der Frommen, tapfere Leute aus Israel, die alle beständig blieben im Gesetz;

  43. und kamen zu ihnen alle die, so vor der Tyrannei flohen, und mehreten ihre Stärke.

  44. Darum rüsteten sie sich auch, und erschlugen viel Gottlose und Abtrünnige in ihrem Eifer und Zorn; die übrigen aber gaben die Flucht, und entrannen zu den Heiden.

  45. Danach zog Mattathias und seine Freunde umher im Lande Israel, und rissen die Altäre wieder nieder,

  46. und beschnitten die Kinder, so noch unbeschnitten waren, mit Gewalt,

  47. und griffen die Gottlosen an; und es ist ihnen gelungen,

  48. daß sie das Gesetz erhielten wider alle Macht der Heiden und Könige, daß die Gottlosen nicht über sie Herrn wurden.

  49. Da aber Mattathias sehr alt war, sprach er vor seinem Tod zu seinen Söhnen: Es ist große Tyrannei und Verfolgung und ein großer Grimm und harte Strafe über uns kommen.

  50. Darum, lieben Söhne, eifert um das Gesetz, und waget euer Leben für den Bund unsrer Väter;

  51. und gedenket, welche Taten unsre Väter zu ihren Zeiten getan haben, so werdet ihr rechte Ehre und einen ewigen Namen erlangen.

  52. Abraham ward versucht, und blieb fest im Glauben; das ist ihm gerechnet worden zur Gerechtigkeit.

    1. Mose 22,1; 15,6.

  53. Joseph hielt das Gebot in seiner Trübsal, und ist Herr in Ägypten worden.

    1. Mose 39,12; 41,40.41.

  54. Pinehas (Pinhas), unser Vater, eiferte Gott zu Ehren, und erlangte den Bund, daß das Priestertum auf ihm bleiben sollte.

    4. Mose 25,7.13.

  55. Josua richtete den Befehl aus, der ihm gegeben war; darum ward er der oberste Fürst in Israel.

    Josua 1,2.16.

  56. Kaleb * gab Zeugnis, und strafte das Volk; darum hat er ein + besonder Erbe erlanget.

    *4. Mose 14,6-9. +Josua 14,13.14.

  57. David blieb treu und rechtschaffen an Gott; darum erbte er das Königreich ewiglich.

    2. Samuel 7,16.

  58. Elia * eiferte um das Gesetz, und + ward gen Himmel geführt.

    *1. Könige 18,21; 19,10. +2. Könige 2,11.

  59. Hananja, Asarja und Misael (Mischaël) glaubten, und wurden aus dem Feuer errettet.

    Daniel 3,16-30.

  60. Daniel ward von wegen seiner Unschuld errettet von den Löwen.

    Daniel 6,21-24.

  61. Also bedenket, was zu jeder Zeit Geschehen ist, so werdet ihr finden, daß alle, so auf Gott vertrauen, erhalten werden.

  62. Darum fürchtet euch nicht vor der Gottlosen Trotz; denn ihre Herrlichkeit ist Kot und Würmer.

  63. Heute schwebet er empor, morgen liegt er danieder, und ist nichts mehr, so er wieder zu Erde worden ist; und sein Vornehmen ist zunichte worden.

  64. Derhalben, lieben Kinder, seid unerschrocken, und haltet fest ob dem Gesetz, so wird euch Gott wiederum herrlich machen.

  65. Euer Bruder Simon ist weise; demselbigen gehorchet allezeit als einem Vater.

  66. Judas Makkabäus ist stark und ein Held von Jugend auf; der soll Hauptmann sein, und den Krieg führen.

  67. Und fordert zu euch alle, so das Gesetz halten. Rächet die Gewalt, an eurem Volk geübet;

  68. und bezahlet die Heiden, wie sie verdienet haben; und haltet mit Ernst ob dem Gesetz.

  69. Danach segnete er sie, und ward versammelt zu seinen Vätern,

  70. und starb im * hundertundsechsundvierzigsten Jahr. Und die Söhne begruben ihn in seiner Väter Grabe zu Modin; und ganz Israel trauerte sehr um ihn.

    *Kapitel 1,11.

Das 3. Kapitel.

Judas, der Makkabäer, schlägt den Apollonius. Antiochus rüstet mächtig zum Kampf.

  1. Und * Judas Makkabäus kam an seines Vaters Statt.

    *Kapitel 2,66. 2. Makkabäer 8,1-7.

  2. Und seine Brüder und alle, die sich zum Vater gehalten hatten, halfen ihm, und stritten für Israel mit Freuden.

  3. Judas erlangte dem Volk große Ehre; er zog in seinem Harnisch wie ein Held, und schützte sein Heer mit seinem Schwert.

  4. Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie ein junger brüllender Löwe, so er etwas jagt.

  5. Er suchte die Abtrünnigen und die Gottlosen, die das Volk drangen, vom Gesetz abzufallen, und strafte und verbrannte sie,

  6. daß allenthalben seine Feinde vor ihm erschraken und flohen, und die Abtrünnigen wurden gedämpft; und er hatte Glück und Sieg.

  7. Das verdroß viel Könige; aber Jakob war es eine Freude und ihm ein ewiger Ruhm und Ehre.

  8. Er zog durch die Städte Judas, und vertilgte darinnen die Gottlosen, daß er den Zorn von Israel abwendete.

  9. Und er war allenthalben im Lande berühmt, daß alle Unterdrückte zu ihm liefen.

  10. Dagegen brachte * Apollonius ein groß Heer zusammen von Heiden und von Samaria, wider Israel zu streiten.

    *Kapitel 1,30.

  11. Da Judas das hörte, zog er ihm entgegen, und tat eine Schlacht mit ihm, und erschlug ihn und einen großen Haufen Feinde mit ihm; die übrigen aber flohen.

  12. Und Judas gewann den Raub, und nahm des Apollonius Schwert; das führte er hernach sein Leben lang.

  13. Danach, da Seron, der Hauptmann zu Syrien, hörte, daß die Frommen sich zu Judas hielten, und daß ein groß Volk bei einander war, sprach er:

  14. Ich will Ehre einlegen, daß ich im ganzen Königreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der des Königs Gebot verachtet, schlagen.

  15. Darum rüstete er sich, und zog mit ihm eine große Macht Gottloser, daß sie ihm hülfen und sich an Israel rächeten, und kamen, bis wo man hinaufgehet gen Beth-Horon.

  16. Da zog Judas ihm entgegen mit einem kleinen Haufen.

  17. Als sie aber die Feinde sahen, sprachen sie zu Judas: Unser sind wenige, dazu sind wir heute matt von Fasten; wie sollen wir uns mit einem solchen großen und starken Haufen schlagen?

  18. Aber Judas sprach: Es kann wohl geschehen, daß wenige einen großen Haufen überwinden; denn * Gott kann ebensowohl durch wenige Sieg geben als durch viele.

    *1. Samuel 14,6.

  19. Denn der Sieg kommt vom Himmel, und wird nicht durch große Menge erlanget.

  20. Sie trotzen auf ihre große Macht, und wollen uns, unsre Weiber und Kinder ermorden und berauben.

  21. Wir aber müssen uns wehren, und für unser Leben und Gesetz streiten.

  22. Darum wird sie Gott vor unsern Augen vertilgen; ihr sollt sie nicht fürchten.

  23. Da er also ausgeredet hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich's versahen, und schlug den Seron und sein Volk in die Flucht,

  24. und jagte sie von Beth-Horon herunter ins Blachfeld, und schlug bei achthundert zu Tod; die übrigen flohen in der Philister Land.

  25. Also kam eine Furcht in alle Völker umher vor Judas und seinen Brüdern.

  26. Und in allen Ländern sagte man von Judas und seinen Taten, und es kam auch vor den König.

  27. Da nun solches alles Antiochus hörte, ergrimmte er sehr, und schickte aus, und ließ aufbieten im ganzen Königreich, und brachte eine große Macht zusammen;

  28. und griff seine Schätze an, und ordnete Sold auf ein Jahr, und gebot, daß man stets sollte gerüstet sein.

  29. Da er aber sah, daß er nicht Gelds genug hatte, und daß das Land von wegen der Zwietracht und des Kriegs, den er führte wider die alten Gesetze, nicht viel geben konnte,

  30. besorgte er, er vermöchte die großen Kosten länger nicht zu tragen wie bisher, da er Sold und Gaben ausgegeben hatte mehr denn alle Könige vor ihm.

  31. Darum ward er betrübt, und zog nach Persien, dasselbige Land zu schätzen, und viel Geld aufzubringen.

  32. Und ließ im Lande einen Fürsten aus königlichem Stamm, mit Namen Lysias, den machte er zum Hauptmann über das ganze Königreich, vom Euphrat an bis an Ägypten;

  33. und befahl ihm seinen Sohn, den jungen Antiochus, dieweil er außer dem Lande sein würde.

  34. Und ließ ihm die Hälfte des Kriegsvolks und die Elefanten, und tat ihm Befehl von allen Sachen, auch von Judäa und Jerusalem,

  35. daß er mehr Volks dahin schicken sollte, auszurotten die übrigen Leute in Israel und Jerusalem,

  36. und das Land den Fremden auszuteilen, und Heiden allenthalben darein zu setzen.

  37. Im * hundertundsiebenundvierzigsten Jahr nahm der König die andre Hälfte des Kriegsvolks, und zog aus von seiner Stadt Antiochien über den Euphrat hinauf in die oberen Länder.

    *Kapitel 1,11.

  38. Aber Lysias wählte etliche Fürsten, des Königs Freunde, zu Hauptleuten, nämlich Ptolemäus, den Sohn des Dorymenes, Nikanor und Gorgias;

    2. Makkabäer 8,8-11.

  39. und gab ihnen vierzigtausend Mann zu Fuß und siebentausend zu Roß, daß sie das Land Juda überziehen sollten, und die Juden ausrotten, wie der König befohlen hatte.

  40. Nachdem sie nun mit diesem Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich bei Emmaus auf dem Blachfeld.

  41. Da solches die Kaufleute in den Landen umher höreten, kamen sie in das Lager, und brachten viel Gelds und Fesseln mit sich, die Kinder Israel zu kaufen, daß sie ihre Knechte sein müßten. Und aus Syrien und von andern Heiden zog ihnen mehr Kriegsvolk zu.

  42. Da nun Judas und seine Brüder sahen, daß die Verfolgung größer ward, und daß die Feinde an der Grenze lagen, und vernahmen, daß der König geboten hatte, ganz Juda zu vertilgen,

  43. waren sie unerschrocken, und vereinigten sich, sie wollten ihr Volk retten, und für das Heiligtum streiten.

  44. Darum brachten sie ihr Kriegsvolk zusammen, daß sie bei einander wären, und warteten, wenn man die Feinde angreifen müßte, daß sie auch mit einander beteten um Gnade und Hilfe von Gott.

  45. Aber die Zeit war Jerusalem wüste, und wohnte kein Bürger mehr da, und das Heiligtum war zertreten; und die Heiden hatten die Burg inne, und war alle Herrlichkeit von Jakob weggenommen, und man hörte da weder Pfeife noch Harfe.

  46. Darum kam das Volk zusammen gen Mizpa, gegen Jerusalem über, denn Israel hatte vorzeiten zu Mizpa angebetet.

  47. An diesem Ort kamen sie jetzt auch zusammen, fasteten da, und zogen Säcke an, streueten Asche auf ihre Häupter, und zerrissen ihre Kleider;

  48. und trugen hervor die Bücher des Gesetzes, welche die Heiden suchen ließen, ihre Götzen darein zu schreiben und zu malen.

  49. Sie brachten auch dahin die priesterlichen Kleider, die Erstlinge und Zehnten, und ließen herbeikommen die * Nasiräer, welche ihre bestimmte Zeit erfüllet hatten.

    *4. Mose 6,2-21.

  50. Und schrieen kläglich gen Himmel: Wo sollen wir diese hinführen?

  51. Denn dein Heiligtum ist zertreten und verunreiniget, deine Priester sind in Trauer und Niedrigkeit.

  52. Und siehe, alle Heiden empören sich wider uns, daß sie uns ganz vertilgen. Du weißt, was sie wider uns im Sinn haben.

  53. Wie können wir vor ihnen bleiben, du helfest uns denn, unser Gott?

  54. Danach ließ Judas das Volk zusammenrufen mit der Posaune,

  55. und machte ein Feldregiment, Oberste, Hauptleute, Unterhauptleute und Weibel.

  56. Auch ließ er ausrufen, daß * diejenigen, so Häuser baueten, oder freieten, oder Weinberge pflanzten, oder die + voll Furcht waren, wieder heimziehen möchten, wie solchen das Gesetz erlaubet.

    *5. Mose 20,5-8. +Richter 7,3.

  57. Danach zogen sie fort und schlugen ihr Lager auf bei Emmaus gegen Mittag.

  58. Und Judas vermahnte sein Volk und sprach: Rüstet euch und seid unerschrocken, daß ihr morgen frühe bereit seid, zu streiten wider diese Heiden, die uns und unser Heiligtum gedenken zu vertilgen.

  59. Uns ist leidlicher, daß wir im Streit umkommen, denn daß wir solchen Jammer an unserm Volk und Heiligtum sehen.

  60. Aber * was Gott im Himmel will, das geschehe.

    *1. Chronik 19,13.

Das 4. Kapitel.

Judas schlägt den Gorgias und Lysias, reinigt den Tempel und stiftet das Fest der Tempelweihe.

  1. Und * Gorgias nahm fünftausend zu Fuß und tausend Reisige, die besten, und rückte bei Nacht heimlich hinan an der Juden Lager,

    *Kapitel 3,38.

  2. sie unversehens zu überfallen; und führten den Haufen etliche, die auf der Burg in Besatzung gelegen waren.

  3. Aber Judas war zuvor auf mit dem besten Haufen, daß er eher käme, und die Feinde, so bei Emmaus waren, übereilte und schlüge sie,

  4. dieweil sie noch zerstreuet hin und her lagen.

  5. Da nun Gorgias des Nachts an des Judas Lager kam, und niemand da fand, zog er ihnen nach in das Gebirge, und meinte, sie wären vor ihm geflohen.

  6. Aber Judas eilte, daß er morgens frühe ins Blachfeld käme mit dreitausend Mann, die doch keinen Harnisch hatten, sondern allein ihre Kleider und Schwerter.

  7. Da sie nun sahen, daß die Feinde wohl gerüstet waren mit Harnisch, und hatten eine starke Reiterei, und waren rechte Kriegsleute,

  8. sprach Judas zu seinem Volk: Fürchtet euch nicht vor dieser großen Menge, und vor ihrer Macht erschreckt nicht.

  9. Gedenkt, wie unsre Väter im Roten Meer errettet sind, da ihnen Pharao mit einem großen Heer nacheilte.

    2. Mose 14,22.

  10. Laßt uns gen Himmel rufen, so wird uns der Herr auch gnädig sein, und an den Bund gedenken, den er mit unsern Vätern gemacht hat, und wird unsere Feinde heute vor unsern Augen vertilgen.

  11. Und alle Heiden sollen innewerden, daß es Gott ist, der sich Israels annimmt, hilft und errettet.

  12. Da nun die Heiden sahen, daß Judas gegen sie kam,

  13. zogen sie auch aus dem Lager, Judas anzugreifen. Judas * aber ließ trompeten,

    *4. Mose 10,9.

  14. und griff die Feinde an; und die Heiden wurden in die Flucht geschlagen, daß sie über das Blachfeld flohen, und die letzten erstochen wurden.

  15. Denn Judas jagte ihnen nach bis gen Assaremoth und bis ins Gefilde von Idumäa und gegen Asdod und Jamnia; und blieben tot bei dreitausend Mann.

  16. Da aber Judas wieder umkehrte, gebot er seinem Volk

  17. und sprach: Ihr sollt nicht plündern; denn wir müssen noch eine Schlacht tun.

  18. Gorgias und sein Haufe ist vor uns im Gebirge; darum bleibt in der Ordnung, und wehret euch. Danach, so ihr die Feinde geschlagen habt, könnt ihr plündern sicher und ohne Fahr (Gefahr).

  19. Da Judas also redet, tut sich ein Haufe aus dem Gebirge hervor.

  20. Und Gorgias sah, daß seine Leute geschlagen waren, und das Lager angezündet; denn er sah den Rauch; davon konnte er abnehmen, was geschehen war.

  21. Dazu sahen sie Judas und sein Kriegsvolk im Blachfeld, gerüstet zur Schlacht; darum erschraken sie sehr,

  22. und flohen alle in der Heiden Land.

  23. Also kehrte Judas wieder um, das Lager zu plündern, und eroberte einen großen Raub, viel Gold, Silber, blauen und roten Purpur und groß Volk.

  24. Danach zogen sie heim, dankten und lobeten Gott mit Gesang, und sprachen: * Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

    *Psalm 118,1; 136,1.

  25. Auf diesen Tag hat Israel herrlichen Sieg gehabt.

  26. Die Heiden aber, so entronnen waren, kamen zu * Lysias und sagten ihm, wie es ihnen gegangen war.

    *Kapitel 3,32.

  27. Als Lysias solches hörte, ward er sehr bestürzt, daß nicht geraten war, was er Israel hatte tun wollen, und was der König befohlen hatte.

  28. Darum brachte Lysias im folgenden Jahr wiederum viel Kriegsvolk zusammen, sechzigtausend Mann zu Fuß und fünftausend Reisige, die Juden zu vertilgen.

  29. Dies Heer zog gegen Idumäa, und lagerte sich bei Bethzur. Dahin kam Judas auch mit zehntausend Mann.

    2. Makkabäer 11,5.

  30. Da er aber sah, daß die Feinde so ein groß Volk hatten, betete er und sprach: Lob sei dir, du Heiland Israels, der * du durch die Hand deines Knechts David den großen Riesen erschlagen hast, und + hast ein ganz Heer der Heiden gegeben in die Hände Jonathans, Sauls Sohns, und seines Waffenträgers.

    *1. Samuel 17,49. +1. Samuel 14,13.

  31. Ich bitte dich, du wollest diese unsre Feinde auch in die Hände deines Volks Israel geben, daß sie mit ihrer Macht und Reisigen zu Schanden werden.

  32. Gib ihnen ein erschrocken und verzagt Herz;

  33. schlage sie nieder mit dem Schwert derer, so dich lieben, daß dich loben und preisen alle, so deinen Namen kennen!

  34. Danach griff er sie an. Und Lysias verlor bei fünftausend Mann.

  35. Da aber Lysias sah, daß die Seinen flohen, und daß die Juden unerschrocken waren, und daß sie bereit waren, beide ehrlich zu leben, oder ehrlich zu sterben, zog er ab gen Antiochien, wiederum Kriegsvolk aufzubringen, und die Juden noch stärker zu überziehen.

    (Vers 36-59: vergleiche 2. Makkabäer 10,1-8.)

  36. Judas aber und seine Brüder sprachen: Dieweil unsere Feinde verjaget sind, so laßt uns hinaufziehen, und das Heiligtum wieder reinigen!

  37. Darum kam das Kriegsvolk alles zusammen, und zogen mit einander auf den Berg Zion.

  38. Und da sie sahen, wie das Heiligtum verwüstet war, der Altar entheiliget, die Pforten verbrannt, und daß der Platz umher mit Gras bewachsen war wie ein Wald oder Gebirge, und der Priester Zellen zerfallen waren:

  39. da * zerrissen sie ihre Kleider, und hatten eine große Klage, streueten Asche auf ihre Häupter,

    *Kapitel 2,14.

  40. fielen nieder auf ihr Angesicht, und bliesen die * Halltrompeten, und schrieen gen Himmel.

    *4. Mose 10,9.

  41. Und Judas wählte einen Haufen, den Feinden in der Burg zu wehren, daß sie nicht herausfielen, dieweil er das Heiligtum reinigen ließe.

  42. Und nahm dazu Priester, die sich nicht verunreinigt hatten, sondern beständig im Gesetz geblieben waren.

  43. Diese reinigten das Heiligtum, und trugen die unreinen Steine weg an unheilige Orte.

  44. Und weil der Altar des Brandopfers entheiliget war, hielten sie Rat, wie sie es damit halten sollten.

  45. Und fanden einen guten Rat, nämlich, daß man ihn ganz einreißen sollte, daß nicht Ärgernis davon käme, dieweil ihn die Heiden entheiliget hatten; darum ward er ganz eingerissen.

  46. Und verwahrten die Steine auf dem Berge bei dem Haus an einem besondern Ort, bis ein Prophet käme, der anzeigete, was man damit tun sollte.

  47. Sie nahmen aber andere neue, ungehauene Steine, wie * das Gesetz lehret, und baueten einen neuen Altar, gleichwie der zuvor gewesen war.

    *2. Mose 20,25.

  48. Und baueten das Heiligtum wieder und das Inwendige des Hauses, und weiheten die Vorhöfe.

  49. Und ließen neue heilige Gefäße machen, den güldnen Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch; und brachten's wieder in den Tempel.

  50. Und stelleten das Rauchwerk auf den Altar, und zündeten die Lampen auf dem Leuchter an, daß sie im Tempel leuchteten.

  51. Auf den Tisch legten sie die Brote, und hängeten die Vorhänge auf, und richteten den Tempel ganz wieder her.

  52. Und am fünfundzwanzigsten Tag des neunten Monats, der da heißt Chislev (Kislew), im * hundertundachtundvierzigsten Jahr,

    *Kapitel 1,11.

  53. stunden sie früh auf, und opferten wiederum nach dem Gesetz auf dem Altar des Brandopfers.

  54. Eben * auf die Zeit und auf den Tag, da die Heiden das Heiligtum verunreiniget haben, ward dieses Opfer wieder angerichtet mit Gesang und mit Pfeifen, Harfen und Zimbeln.

    *Kapitel 1,62.

  55. Und alles Volk fiel nieder auf das Angesicht, beteten an und lobten den Herrn im Himmel, der ihnen Glück und Sieg gegeben hatte.

  56. Und hielten das Fest des neuen Altars acht Tage, und opferten darauf Brandopfer und Dankopfer mit Freuden;

  57. und schmückten die vordere Seite des Tempels mit güldnen Kränzen und Schilden, und machten neue Tore und Zellen.

  58. Und war sehr große Freude im Volk, daß die Schande von ihnen genommen war, die ihnen die Heiden angetan hatten.

  59. Und Judas und seine Brüder und alles Volk Israel beschlossen, daß man * jährlich vom fünfundzwanzigsten Tage an des Monats Chislev (Kislew) acht Tage des neuen Altars Fest halten sollte mit Freuden und Danksagung.

    *Johannes 10,22.

  60. Und sie baueten feste Mauern und Türme um das Heiligtum auf dem Berge Zion, daß die Heiden das Heiligtum nicht einnehmen und zertreten könnten wie zuvor.

  61. Und Judas legte Kriegsvolk darein, das Heiligtum zu bewahren. Er befestigte auch Bethzur, daß das Volk eine Festung innehätte gegen Idumäa, darin sie sich aufhalten und wehren konnten.

Das 5. Kapitel.

Siege des Judas über die Heiden umher. Niederlage der Juden unter Joseph und Asarja.

  1. Da aber die Heiden umher höreten, daß der Altar wieder aufgerichtet, und das Heiligtum gereiniget war, ergrimmeten sie sehr,

  2. und nahmen vor, das Geschlecht Jakobs in ihrer Mitte auszurotten, und fingen an, die Juden in ihren Grenzen zu töten.

  3. Aber Judas zog in Idumäa wider die Kinder Esau, und überfiel sie zu Akrabattine, da sie die Kinder Israel belagert hatten, und schlug viel Idumäer tot und plünderte sie.

    2. Makkabäer 10,17.

  4. Dieweil auch die Kinder Bean auf den Straßen Untreue und Mord getrieben hatten wider Israel,

  5. hat's ihnen Judas auch gedacht, und belagerte und verbannte sie, und verbrannte ihre Burgen mit allen, so darin waren.

  6. Danach zog er wider Ammon; die waren wohl gerüstet, und hatten viel Kriegsvolk und einen Hauptmann * Timotheus.

    *2. Makkabäer 10,24.

  7. Darum tat Judas viel Schlachten mit ihnen, und hatte Sieg.

  8. Und gewann die Stadt * Jaser mit andern umliegenden Flecken. Danach zog er wieder heim nach Judäa.

    *4. Mose 21,32.

  9. Es waren aber die Heiden auch auf in Gilead wider Israel an ihrer Grenze, sie zu vertilgen; aber das Volk floh auf die Burg Dathema,

  10. und schrieben an Judas und seine Brüder also:

  11. Die Heiden umher haben sich versammelt wider uns, daß sie uns alle umbringen; ihr Hauptmann ist Timotheus, und wollen unsre Burg, darein wir geflohen sind, stürmen.

  12. Darum bitten wir, du wollest uns zu Hilfe kommen und uns retten; denn unser sind wenige, denn die Feinde haben viele umgebracht,

  13. und im Lande * Tob bei tausend Mann getötet, und ihre Weiber, Kinder und Güter weggeführet.

    *Richter 11,3. 2. Samuel 10,6.

  14. Da man diesen Brief las, kamen mehr Boten aus Galiläa, die * zerrissen ihre Kleider,

    *Kapitel 2,14.

  15. und sagten kläglich, daß die Heiden aus allen Städten umher mit Macht Galiläa überzogen hätten, aus Ptolemais, Tyrus und Sidon, und daß ganz Galiläa voll Feinde wäre, Israel auszurotten.

  16. Als Judas und das Volk solches höreten, hielt man Rat, wie sie ihren Brüdern in dieser Not helfen könnten.

  17. Und Judas befahl seinem Bruder Simon, daß er sich einen besondern Haufen wählen sollte, und nach Galiläa ziehen, die Brüder da zu retten; so wollten er und sein Bruder Jonathan nach Gilead ziehen.

  18. Und machte Joseph, den Sohn des Zacharias, und Asarja zu Hauptleuten über das übrige Volk daheim, Judäa zu bewahren.

  19. Und befahl ihnen, sie sollten das Volk regieren und nicht ausziehen, die Feinde anzugreifen, bis er wiederkäme.

  20. Und Simon zog nach Galiläa mit dreitausend Mann, Judas nach Gilead mit achttausend.

  21. Da nun Simon nach Galiläa kam, tat er viel Schlachten mit den Heiden, und siegte, und jagte sie bis gen Ptolemais an das Tor,

  22. daß bei dreitausend Heiden umkamen; und Simon plünderte sie.

  23. Danach kam er wieder zu seinen Brüdern in Galiläa und zu Arbatta, und hieß sie mit Weib und Kind mit ihm nach Judäa ziehen, und führte sie dahin mit großen Freuden.

  24. Aber Judas Makkabäus und Jonathan, sein Bruder, zogen über den Jordan in die Wüste drei Tagreisen.

  25. Da kamen zu ihnen die Nabatäer, und empfingen sie freundlich, und zeigeten ihnen an, wie es ihren Brüdern in Gilead ginge,

  26. und daß viele eingeschlossen wären in Bozra, Bosor, Alema, Chasphor, Maked und Karnaim (Karnajim), welches eitel große und feste Städte waren;

  27. daß auch viele in andern Städten in Gilead eingeschlossen wären, und die Feinde beschlossen hätten, daß sie des Morgens alsbald ihre Befestigungen überziehen und stürmen wollten.

  28. Und Judas kehrte um zurück eine Tagreise, und stürmte die Stadt Bosor, ehe sie sich's versahen, und eroberte sie, und ließ alle Mannsbilde drinnen erstechen, und plünderte und verbrannte die Stadt.

  29. Danach zog er fort bei Nacht zu der * Burg, da seine Brüder belagert waren.

    *Vers 9.

  30. Und da er des Morgens dahin kam, sah er eine große, mächtige Menge Volks ohne Zahl da, welche Leitern und Kriegsrüstung zum Sturm trugen und den Sturm anfingen;

  31. und war in der Stadt ein kläglich Geschrei, das in den Himmel schallte.

  32. Da vermahnte Judas sein Volk, daß sie für ihre Brüder streiten wollten, sie zu retten.

  33. Und machte drei Rotten, und griff sie von hinten an, und ließ trompeten; und das Volk schrie laut und betete zu Gott.

  34. Als aber das Heer des Timotheus sah, daß Judas hinter ihnen war, flohen sie, und wurden hart geschlagen, daß aus ihnen diesen Tag bei achttausend tot blieben.

  35. Danach zog Judas gen Maspha, stürmte und eroberte sie, und ließ alle Mannsbilde drinnen töten, und plünderte und verbrannte die Stadt.

  36. Danach gewann er * Chasphor, Maked, Bosor und die andern Städte in Gilead.

    *Vers 26.

  37. Aber Timotheus brachte wiederum ein groß Heer zusammen, und lagerte sich gegen Raphon jenseit des Bachs.

    2. Makkabäer 12,20.

  38. Da schickte Judas Kundschafter hin, und ließ besehen, wie stark die Feinde wären, und wie sie lägen. Diese sagten ihm wieder, daß ihrer eine sehr große Menge wäre aus allen Heiden umher;

  39. daß sie auch Kriegsknechte aus Arabien bei sich hätten, denen sie Sold müßten geben, und daß sich das Heer jenseit des Bachs gelagert hätte, und wären gerüstet zur Schlacht. Darum zog Judas aus wider sie.

  40. Und Timotheus sprach zu seinen Hauptleuten: Wenn Judas an den Bach kommt, und so mutig ist, daß er herüberzieht, so können wir ihm nicht widerstehen, sondern er wird uns schlagen.

  41. Wenn er sich aber fürchtet, und nicht über den Bach herübergeht, so wollen wir über das Wasser, und ihn angreifen und schlagen.

  42. Da nun Judas an den Bach kam, stellte er die Amtleute an das Wasser, und gebot ihnen, sie sollten alles Volk hinübertreiben, daß sie die Feinde hülfen schlagen, und niemand sollte dahinten bleiben.

  43. Da nun also Judas und sein Heer zuerst über das Wasser kamen, flohen die Feinde, und ließen ihre Wehr fallen, und kamen in einen Tempel in der Stadt * Karnaim (Karnajim).

    *Vers 26.

  44. Aber Judas eroberte die Stadt und verbrannte den Tempel und alle, die darin waren; und Karnaim ward überwältigt, und konnte sich nicht schützen vor Judas.

  45. Danach ließ Judas alles Volk Israel, das in Gilead war, klein und groß, Weib und Kind, zusammenkommen, * daß es mit nach Judäa zöge.

    *Vers 23.

  46. Und auf dem Wege kamen sie zu einer großen festen Stadt, Ephron, die an der Straße lag, da man durch mußte, und nicht nebenhin ziehen konnte.

  47. Nun wollten die Leute zu Ephron Judas nicht durchlassen,

  48. sondern machten sich in die Stadt, und hielten die Tore zu.

  49. Aber Judas sandte zu ihnen, sagte ihnen Frieden zu, und bat freundlich,

  50. daß man sie durchließe; denn ihnen sollte kein Schade von den Seinen geschehen; er begehrte nichts, denn allein durchzuziehen. Aber die von Ephron wollten sie nicht einlassen.

  51. Da ließ Judas ausrufen im ganzen Heer, daß das Kriegsvolk eine Ordnung machen sollte, und Sturm laufen, ein jeder Haufe an seinem Ort. Also stürmeten sie die Stadt den ganzen Tag und die ganze Nacht, und eroberten sie.

    2. Makkabäer 12,27.28.

  52. Und Judas ließ erstechen alle Mannsbilde drinnen, plünderte und zerstörte sie, und zog durch über die toten Körper hin; und kamen über den Jordan auf das Blachfeld gegenüber Bethsan.

  53. Und Judas trieb das Volk fort, das sich dahinten säumte, und tröstete sie die ganze Reise über, bis er sie ins Land Judäa brachte.

  54. Da zogen sie auf den Berg Zion mit großen Freuden, und opferten Brandopfer, daß ihnen Gott Sieg gegeben, und sie mit Frieden wieder heimgebracht hatte.

  55. Dieweil aber Judas und Jonathan in Gilead waren, und Simon, ihr Bruder, in Galiläa vor Ptolemais,

  56. höreten * Joseph, der Sohn des Zacharias, und Asarja, die Hauptleute, von ihrem Sieg und großen Taten, und sprachen:

    *Vers 18.

  57. Wir wollen auch Ehre einlegen, und die Heiden um uns her angreifen.

  58. Und geboten ihrem Kriegsvolk, daß sie sollten auf sein, und zogen gen Jamnia.

  59. Da zog wider sie heraus Gorgias mit seinem Heer,

  60. und schlug den Joseph und Asarja in die Flucht, und jagte sie bis ins Land Juda. Und Israel verlor den Tag viel Volks, nämlich bei zweitausend Mann,

  61. darum daß sie des Judas und seines Bruders * Befehl nicht gehorcht hatten, und sich aus eigener Vermessenheit unterstanden, einen Ruhm zu erjagen,

    *Vers 19.

  62. so sie doch nicht aus dem Geschlecht der Männer waren, denen Gott verliehen hatte, daß Israel durch sie geholfen würde.

  63. Aber Judas und seine Brüder wurden groß geachtet bei dem ganzen Israel und bei allen Heiden,

  64. und wo man sie nannte, wurden sie gepriesen.

  65. Und Judas zog aus mit seinen Brüdern * wider die Kinder Esau gegen Mittag, und eroberte Hebron und die Flecken umher, und riß ihre Mauern nieder und verbrannte ihre Türme.

    *Vers 3.

  66. Und kehrte um in der Philister Land, und zog durch Samaria.

  67. Da sind viel Priester umkommen, welche auch zu kühn waren, und die Feinde ohne Rat und Befehl angriffen.

  68. Und Judas zog gen Asdod in der Philister Land, und riß die Götzenaltäre ein, und verbrannte die Götzen, und plünderte die Städte, und kam wieder heim ins Land Juda.

Das 6. Kapitel.

Antiochus Epiphanes stirbt unter bitterer Reue. Sein Sohn bekriegt den Judas, muß aber Frieden schließen und den Juden Religionsfreiheit gestatten.

(Verse 1-16: vergleiche 2. Makkabäer 9)

  1. Da aber der König Antiochus * oben im Königreich hin- und herzog, hörte er von einer berühmten Stadt in Elymais in Persien, daß viel Gold und Silber und großer Reichtum da wäre;

    *Kapitel 3,37.

  2. und daß im Tempel groß Gut und die güldnen Kleider, Harnische und Schilde wären, die der Sohn des Philippus, Alexander, der König aus Macedonien, dahin gegeben hatte.

  3. Darum kam Antiochus vor die Stadt, sie zu erobern und zu plündern; aber die in der Stadt waren verwarnet.

  4. Darum waren sie auf, sich zu wehren. Und Antiochus konnte nichts schaffen, sondern mußte fliehen, und zog wieder ab mit großem Unmut, daß er umkehrte gen Babylon.

  5. Da kam ihm Botschaft nach Persien, daß sein Heer, das er in das Land Juda gesandt hatte, geschlagen wäre,

  6. und daß * Lysias hätte fliehen müssen, und daß die Juden in seinem Lager groß Gut und viele Waffen gewonnen, damit sie sich hernach besser gerüstet hätten, und mächtiger worden wären;

    *Kapitel 4,35.

  7. und hätten den * Greuel, den er auf den Altar zu Jerusalem gebaut hatte, + zerstört, und das Heiligtum wieder mit festen Mauern bewahret wie zuvor, dazu auch ** Bethzur befestiget.

    *Kapitel 1,57. +Kapitel 4,36-60. **Kapitel 4,61.

  8. Da Antiochus solches hörte, erschrak er sehr, und ward hoch betrübet, legte sich nieder und ward vor Leid krank, daß sein Vornehmen nicht geraten war.

  9. Und blieb lange daselbst; denn der Kummer ward je länger je größer, und machte ihn so schwach, daß er sah, daß er sterben müßte.

  10. Darum forderte er seine Freunde zu sich und sprach zu ihnen: Ich kann keinen Schlaf mehr haben vor großem Kummer und Herzeleid, das ich habe.

  11. Ach, wie hat sich's so gar mit mir umgekehret! Solange ich regiert habe, hab ich Freude und Sieg gehabt, und bin bei den Meinen auch lieb und wert gewesen.

  12. Aber nun bin ich so herzlich betrübet, und gedenke an das Übel, das ich * zu Jerusalem getan habe, da ich alle güldne und silberne Gefäße aus dem Tempel wegführte, und ließ unschuldige Leute in Judäa töten.

    *Kapitel 1,23.25.39.

  13. Daher kommt mir jetzt alles Unglück, und muß in einem fremden Lande von dieser Traurigkeit sterben.

  14. Und er forderte einen seiner Freunde, Philippus; den verordnete er zum Hauptmann über das ganze Königreich;

  15. und gab ihm die Krone, Mantel und Ring, und befahl ihm, seinen Sohn, den jungen Antiochus, aufzuziehen, und in das Königreich einzusetzen.

  16. Danach starb Antiochus daselbst * im hundertneunundvierzigsten Jahr.

    *Kapitel 1,11.

  17. Da nun Lysias hörte, daß der König tot war, machte er zum König den Sohn des Antiochus des Edlen, den jungen Antiochus, welches Zuchtmeister er gewesen war, und nannte ihn Eupator.

    2. Makkabäer 10,10.11.

  18. Nun taten die Heiden, so die Burg noch innehatten, dem Volk Israel im Heiligtum viel Schaden; denn sie hatten eine gute Festung.

  19. Darum nahm Judas vor, sie zu belagern, damit er sie vertilgen möchte.

  20. Und das Volk kam zusammen * im hundertundfünfzigsten Jahr, und brachten davor allerlei Kriegsrüstung und Geschütz.

    *Kapitel 1,11.

  21. Und etliche Heiden kamen aus der Burg, daß sie zum Könige zögen, Hilfe zu suchen. Zu diesen taten sich viel Abtrünnige aus Israel; die zogen mit ihnen zum Könige und sprachen:

  22. Warum willst du nicht strafen, und unsre Brüder rächen?

  23. Denn wir wollten deinem Vater untertan und seinen Geboten gehorsam sein.

  24. Da fiel unser Volk von uns ab; und wo sie unser einen ergriffen, töteten sie ihn, und teileten unser Erbe unter sich;

  25. und plagten nicht allein uns, sondern trieben solches im ganzen Lande.

  26. Und jetzt belagern sie die Burg zu Jerusalem, sie zu erobern, und * haben das Heiligtum und Bethzur befestiget.

    *Kapitel 4,60.61.

  27. Wo du nicht eilen wirst, ihnen zu wehren, werden sie stärker werden, und mehr Schaden tun, und wirst sie nicht mehr bezwingen können.

  28. Da der König * solches hörte, ergrimmte er sehr, und ließ zusammenfordern seine Fürsten und Hauptleute über das Fußvolk und über die Reisigen;

    *Kapitel 3,27. 2. Makkabäer 13,9.

  29. und nahm fremde Knechte an aus andern Königreichen und aus den Inseln;

  30. und brachte zusammen hunderttausend Mann zu Fuß, zwanzigtausend zu Roß und zweiunddreißig Elefanten, zum Krieg gewöhnet.

  31. Dies Heer zog durch Idumäa; und da sie ans Land kamen, belagerten sie Bethzur, und machten davor mancherlei Kriegsrüstung zum Sturme; aber die Juden fielen heraus und verbrannten diese Werke, und stritten ritterlich.

    2. Makkabäer 13,19.

  32. Und Judas zog ab von der Burg, und kam mit dem Heer gen Bethzachara, gegen des Königes Lager.

  33. Da war der König morgens früh auf vor Tag, und führte das Heer an die Straße vor Bethzachara, und ließ die Schlachtordnung machen, und trompeten,

  34. und den Elefanten roten Wein und Maulbeersaft vorhalten, sie anzureizen und zu erzürnen;

  35. und teileten die Elefanten in die Haufen, also daß je zu einem Elefanten tausend Mann zu Fuß in eisernen Helmen und Harnischen und fünfhundert Pferde verordnet wurden.

  36. Diese warteten also auf den Elefanten, daß sie nicht von ihm wichen, und wohin man den Elefanten wandte, da mußten sie auch hin.

  37. Und trug ein jeder Elefant einen hölzernen Turm, darin waren je zweiunddreißig Krieger und der Inder, so die Bestie regierte.

  38. Die übrige Reiterei ordnete er auf beiden Seiten, das Fußvolk zu bewahren, daß es nicht zertrennet würde.

  39. Und da die Sonne aufging, und schien auf die güldnen und ehernen Schilde, leuchtete das ganze Gebirge davon, als wäre es eitel Feuer.

  40. Und des Königs Heer zog ein Teil auf dem Gebirge, ein Teil unten im Blachfeld, in guter Ordnung und vorsichtiglich.

  41. Und wer sie hörte, der entsetzte sich vor dem grausamen Getöne und der großen Menge und Getümmel, das sie mit dem Harnisch und Eisen machten; denn es wahr ein sehr groß und wohlgerüstet Volk.

  42. Und Judas zog auch gegen sie in seiner Ordnung, sich zu wehren, und schlug sechshundert tot aus des Königs Heer.

  43. Und * Eleasar Awaran merkte einen Elefanten, der war höher und besser gerüstet denn die andern, und dachte, der König wäre darauf;

    *Kapitel 2,5.

  44. und wagte sich, daß er das Volk Israel errettete, und einen ewigen Namen erlangte,

  45. lief mit großer Kühnheit hinzu, drang durch die Feinde und tötete ihrer viel auf beiden Seiten.

  46. Und machte sich unter den Elefanten, und stach ihn, daß der Elefant umfiel auf ihn, und starb, und schlug ihn auch tot.

  47. Dieweil aber die Juden sahen, daß des Königs Heer eine solche große Macht war, wichen sie von ihnen beiseits.

  48. Darum zog des Königs Heer fort gen Jerusalem, und kam nach Judäa.

  49. Aber die * auf Bethzur konnten Hungers halben nicht länger darin bleiben; denn es war das + siebente Jahr, darin man die Felder mußte feiern lassen; und sie erlangten Geleit vom Könige, daß sie sicher heraus möchten gehen.

    *Vers 31. +3. Mose 25,4.

  50. Da nahm der König Bethzur ein, und legte Kriegsvolk darein, diese Festung zu bewahren.

  51. Und zog fort gen Zion, und belagerte das Heiligtum eine lange Zeit, und richtete dagegen auf allerlei Geschütz.

  52. Es wehrte sich aber das Volk Israel im Heiligtum viel Tage, und machten auch Geschütz und Kriegsrüstung wider die Feinde.

  53. Es hatte aber auch nicht zu essen, dieweil es das siebente Jahr war; und die * fremden Juden, so aus der Heiden Ländern nach Judäa um Sicherheit willen geführt waren, hatten allen Vorrat verzehret.

    *Kapitel 5,23.45.

  54. Und es blieben sehr wenige im Heiligtum, denn der Hunger nahm überhand; darum mußten sie von einander ziehen, und sich in andere Städte teilen.

  55. Mittlerzeit vernahm Lysias, daß * Philippus, dem des Königs Vater Antiochus den jungen König und das Reich bei Leben befohlen hatte,

    *Kapitel 6,14.

  56. wiederkommen war aus Persien und Medien mit dem Kriegsvolk, das der König dahin geführt hatte, und daß sich Philippus des Regiments unterstund.

  57. Darum eilte er, wegzuziehen aus Judäa wieder ins Königreich, und sprach zum Könige und zu den Hauptleuten: Wir leiden hie Not, und haben nichts zu essen, und verlieren viel Leute, und dieser Ort ist sehr fest, so wir doch daheim nötigere Sachen zu tun haben, Frieden im Königreich zu erhalten.

  58. Laßt uns Frieden mit diesem Volk machen

  59. und zulassen, daß sie ihr Gesetz halten wie zuvor; denn sie zürnen und streiten allein darum, daß wir ihnen ihr Gesetz abtun wollen.

  60. Diese Meinung gefiel dem König und den Fürsten wohl. Und der König schickte zu ihnen, einen * Frieden mit ihnen aufzurichten; und sie nahmen es an.

    *2. Makkabäer 13,23.

  61. Und da der König und die Fürsten schwuren, kamen sie aus ihrer Festung heraus, und der König zog hinein auf den Berg Zion.

  62. Da er aber sah, daß der Ort so fest war, hielt er seinen Eid nicht, sondern gebot, die Mauer umher wieder einzureißen.

  63. Danach zog er eilend weg gen Antiochien. Da vernahm er, daß sich Philippus aufgeworfen hatte zum Herrn der Stadt. Mit dem stritt er, und eroberte die Stadt wiederum.

Das 7. Kapitel.

Veränderungen im syrischen Reich. Alcimus wird Hoherpriester. Sieg des Judas über Nikanor.

(Vergleiche 2. Makkabäer 14; 15)

  1. Im * hundertundeinundfünfzigsten Jahr ging Demetrius, des Seleukus Sohn, von Rom weg, und kam in eine Stadt am Meer mit wenig Männern, und regierte da als ein König.

    *Kapitel 1,11.

  2. Und da er in die Hauptstadt Antiochien kam, fing das Kriegsvolk Antiochus und Lysias, dieselben dem Demetrius zu überantworten.

  3. Da aber solches Demetrius angezeigt ward, gebot er, man sollte sie nicht vor seine Augen kommen lassen.

  4. Darum tötete sie das Kriegsvolk. Da nun Demetrius das Reich innehatte,

  5. kamen zu ihm viel gottlose und abtrünnige Leute aus Israel; und war der vornehmste unter ihnen Alcimus, der wäre gerne Hoherpriester worden.

  6. Diese verklagten Judas und ihr eigen Volk und sprachen: Judas und seine Brüder haben alle, so dir wollten gehorsam sein, umgebracht, und uns aus unserm Lande verjaget.

    Kapitel 6,21.

  7. Darum sende jemand dahin, dem du vertrauest, daß er sehe, wie sie uns und des Königs Land verderbet haben, und laß sie und allen ihren Anhang strafen.

  8. Darum erwählte der König Bacchides, seinen Freund, der Hauptmann war über das Land jenseit des Euphrats und gewaltig im Reich, und dem der König viel vertraute.

  9. Und schickte mit ihm den abtrünnigen Alcimus, den er zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu strafen.

  10. Und sie zogen ins Land Juda mit einem großen Heer, und schickten Botschafter zu Judas und seinen Brüdern, vom Frieden zu handeln; und stelleten sich, als wollten sie Frieden mit ihnen halten.

  11. Aber es war eitel Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht; denn er sah, daß sie wohl gerüstet waren, und ein groß Heer mit sich führeten.

  12. Aber viel Schriftgelehrte kamen zu Alcimus und Bacchides, und viele von den Frommen in Israel;

  13. die versahen sich Gutes zu Alcimus, und begehreten Frieden

  14. und sprachen: Ein Priester aus dem Geschlechte Aaron ist mit dem Heere kommen; er wird uns keine Untreue beweisen.

  15. Und Alcimus sagte ihnen Frieden zu, und tat einen Eid und sprach: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid tun.

  16. Da sie ihm also glaubten, ließ er sechzig aus ihnen fahen (fangen), und tötete sie alle auf Einen Tag, wie die Schrift spricht:

  17. „Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren gegeben; sie haben Blut vergossen um Jerusalem umher wie Wasser; und war niemand, der sie begrub.“

    Psalm 79,2.3.

  18. Darum kam eine sehr große Furcht und Schrecken in das Volk, welches klagte, daß weder Glaube noch Treue in Alcimus wäre; denn er hielt seinen Eid nicht.

  19. Und Bacchides zog weg von Jerusalem, und belagerte Bethzeth, und sandte aus, und ließ viele fahen (fangen), so zuvor sich an ihn ergeben, und von wegen der Untreue wieder von ihm flohen, und ließ ihrer viele töten, die warf er in eine große Grube.

  20. Danach befahl Bacchides das Land Alcimus, und ließ Kriegsvolk bei ihm, und er zog wieder zum König.

  21. Und Alcimus unterstund sich, mit Gewalt Hoherpriester zu werden.

  22. Und hängte an sich alle Abtrünnigen in Israel, und brachte das Land Juda mit Gewalt unter sich, und plagte das Volk Israel sehr hart.

  23. Da nun Judas sah, daß Alcimus und die Abtrünnigen aus Israel viel größern Schaden in Israel taten denn die Heiden,

  24. zog er abermal umher durch das ganze Land Juda, und strafte die Abtrünnigen, und wehrete ihnen, daß sie nicht mehr also im Lande hin- und herziehen durften.

  25. Da aber Alcimus sah, daß Judas und sein Volk wieder gewaltig war, und daß er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder zum König, und verklagte sie hart.

  26. Darum sandte der König einen großen Fürsten, Nikanor, dahin, der dem Volk Israel sehr gram war, und gebot ihm, das Volk Israel ganz zu vertilgen.

  27. Und Nikanor zog mit einem großen Heer gen Jerusalem, und schickte Boten zu Judas und seinen Brüdern betrüglich, die sich stellen sollten, als wollte er Frieden mit ihnen halten, und sprechen:

  28. Wir wollen Frieden mit einander halten, ich und ihr, und will mit wenig Volk kommen friedlich, daß ich dich anspreche.

  29. Also kam Nikanor zu Judas, und sie empfingen und sprachen einander friedlich an; aber es war bestellet, daß man den Judas da fahen (fangen) sollte.

  30. Dies ward Judas verkundschaftet, daß Nikanor darum zu ihm kommen wäre, ihn mit diesem Betrug zu fahen (fangen); darum hütete er sich vor ihm, und wollte nicht mehr zu ihm kommen.

  31. Und da Nikanor merkte, daß sein Vornehmen war offenbar worden, zog er wider Judas, und tat eine Schlacht mit ihm bei Kaphar Salama.

  32. Da verlor Nikanor bei fünftausend Mann, und sein Heer mußte fliehen auf Davids Burg.

  33. Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion. Und die Priester und die Ältesten gingen heraus, ihn friedlich zu empfahen (empfangen), und ihm zu zeigen, daß sie für den König große Opfer täten.

  34. Aber Nikanor verspottete und verlachte sie, und tat ihnen Schimpf an und lästerte,

  35. und schwur einen Eid und sprach: Werdet ihr mir Judas und sein Heer nicht überantworten in meine Hand, so will ich dieses Haus verbrennen, sobald ich glücklich wiederum herkomme; und zog weg mit großem Grimme.

  36. Aber die Priester gingen hinein, und traten vor den Altar im Tempel, und weineten und sprachen:

  37. Ach, Herr, dieweil du dieses Haus erwählet hast, daß man dich da anrufen und zu dir beten soll,

  38. so bitten wir, du wollest an diesem Nikanor und seinem Heer Rache üben und daran gedenken, daß sie dein Heiligtum und dich gelästert haben, und wollest sie aus dem Lande verjagen und vertilgen.

  39. Und Nikanor zog von Jerusalem weg, und lagerte sich bei Beth-Horon. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, ihm zu helfen.

  40. Aber Judas lagerte sich bei Adasa mit dreitausend Mann, und betete zu Gott, und sprach also:

  41. Herr, Gott, da dich die Boten des Königes Sanherib lästerten, * schicktest du einen Engel, der schlug tot hundertundfünfundachtzigtausend Mann.

    *Jesaja 37,36.

  42. Also schlag diese unsre Feinde heute vor unsern Augen, und richte diesen Nikanor nach seiner großen Missetat, daß die andern Leute erkennen, daß du ihn darum gestraft hast, daß er dein Heiligtum gelästert hat.

  43. Und am dreizehnten Tag des Monats Adar taten sie eine Schlacht mit einander, und Nikanor kam zum allerersten um.

  44. Und da sein Heer solches sah, warfen sie die Waffen von sich und flohen.

  45. Aber Judas jagte ihnen nach eine Tagreise, von Adasa bis gen Gazera, und * ließ hinter ihnen her die Halltrompeten blasen,

    *Kapitel 4,13.

  46. daß das Volk aus allen Flecken umher auf dem Lande heraus zu ihm liefe, und hülfe die Feinde schlagen; und kamen zu Judas, und hielten sich wieder zu ihm. Also ward das Heer Nikanors geschlagen, und kam niemand davon.

  47. Und Judas plünderte sie, und führte den Raub mit sich weg. Dem Nikanor aber ließ er den Kopf abhauen und die rechte Hand, die er zum Eid ausgereckt hatte, da er lästerte, und dem Heiligtum dräute (drohte); und ließ beide, Kopf und Hand, mitführen, und zu Jerusalem aufhängen.

  48. Da ward das Volk wieder sehr fröhlich, und feierten diesen Tag mit großen Freuden.

  49. Und verordneten, daß man jährlich diesen Tag, nämlich den dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte.

  50. Also ward wieder Friede im Lande Juda eine kleine Zeit.

Das 8. Kapitel.

Judas schließt ein Bündnis mit den Römern.

  1. Es hörte aber Judas von den Römern, daß sie sehr mächtig wären, und fremde Völker gerne in Schutz nähmen, die Hilfe bei ihnen suchten, und daß sie Treue und Glauben hielten.

  2. Denn er hörte, wie ehrliche Taten sie getan wider die Gallier, welche sie bezwungen, und unter sich gebracht hatten;

  3. auch welche große Kriege sie in Hispanien geführt hatten, und die Bergwerke erobert, da man Gold und Silber gräbt, und daß sie viel Länder fern von Rom mit großer Vernunft und Ernst gewonnen hätten und erhielten;

  4. daß sie auch viel gewaltige Könige, die ihnen in ihr Land mit Macht gezogen sind, geschlagen und verjagt hätten und ihre Königreiche unter sich gebracht;

  5. und daß sie neulich den König von Chittim, Philippus, und hernach seinen Sohn Perseus überwunden hätten;

  6. auch von dem großen Antiochus, dem König in Asien, der wider die Römer gezogen war mit hundertundzwanzig Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr vielem Volk; aber die Römer hatten sein Heer geschlagen,

  7. und ihn gezwungen, daß er um Frieden bitten mußte; und haben ihm und seinen Erben nach ihm eine große Schatzung aufgelegt, die sie jährlich den Römern geben mußten; * dazu mußte er den Römern Geiseln schicken.

    *Kapitel 1,11.

  8. Sie nahmen ihm auch Jonien (Ionien), Asien und Lydien und andre der edelsten Länder, und gaben sie dem Könige Eumenes.

  9. Es setzten sich auch die Griechen mit großer Macht wider sie.

  10. Aber sie schickten einen Feldhauptmann wider die Griechen; der schlug sie, und nahm das Land ein, und ließ in den Städten die Mauern niederreißen, daß sie mußten Frieden halten und gehorsam sein.

  11. Solchen Ernst zeigeten sie gegen alle ihre Feinde, daß sie alle diejenigen bezwangen, die sich wider sie setzten.

  12. Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie guten Frieden, und * hielten Glauben, und waren mächtig und gefürchtet in allen Landen.

    *Vers 1.

  13. Wem sie halfen, der ward geschützt und erhalten bei seinem Königreich; welchen sie aber strafen wollten, der ward von Land und Leuten verjaget; und wurden sehr mächtig.

  14. Und war solche Tugend bei ihnen, daß sich keiner zum Könige machte; es war auch kein König da,

  15. sondern der Rat, das waren dreihundertundzwanzig Mann, die regierten wohl.

  16. Und jährlich wählte man einen Hauptmann, der in allen ihren Landen zu gebieten hatte; dem mußten sie alle gehorsam sein. Und war keine Hoffart, Neid noch Zwietracht bei ihnen.

  17. Und Judas wählte Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohns des Akkos, und Jason, Eleasars Sohn, und sandte sie gen Rom, mit den Römern Freundschaft und einen Bund zu machen,

  18. daß sie ihnen hülfen, daß Israel nicht unterdrückt würde von dem Königreich der Griechen.

  19. Diese zogen gen Rom einen weiten Weg, und kamen vor den Rat, und sprachen also:

  20. Judas Makkabäus und seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu euch gesandt, einen Frieden und Bund mit euch zu machen, daß ihr uns in Schutz nehmen wollt als Freunde und Bundesgenossen.

  21. Das gefiel den Römern;

  22. und ließen den Bund auf eherne Tafeln schreiben, und schickten die Abschrift gen Jerusalem zu einem Gedächtnis des aufgerichteten Friedens und Bundes. Und lautete also:

  23. Mögen die Römer und die Juden Glück und Frieden haben zu Land und zu Wasser, und behütet bleiben vor Krieg und Feinden ewiglich!

  24. Wo aber die Römer Krieg haben würden zu Rom oder in ihren Landen und Gebieten,

  25. so sollen die Juden den Römern getreulich Hilfe tun, danach es die Not fordert;

  26. und sollen der Römer Feinden nicht Speise, Waffen, Geld, Schiffe und andre Dinge zuschicken. Dieses fordern die Römer von den Juden; und sollen die Juden solche Stücke treulich halten ohne allen Betrug.

  27. Dagegen auch, so die Juden Krieg haben würden, sollen ihnen die Römer getreulich helfen, danach es die Not fordert;

  28. und sollen der Juden Feinden nicht Speise, Waffen, Geld, Schiffe oder andre Dinge zuschicken. Das sagen die Römer zu, und wollen solchen Bund * treulich und ohne Betrug halten.

    *Vers 1,12.

  29. Also ist der Bund zwischen den Römern und den Juden aufgerichtet.

  30. So aber hernach dieser oder jener Teil bedächten, mehr Stücke dazuzusetzen, oder etwas davonzutun, so sollen beide Teile darüber sich vertragen. Und was sie dazusetzen, oder davontun werden, soll alles stät und fest gehalten werden.

  31. Daß auch der König Demetrius an den Juden Gewalt übet, davon haben wir ihm geschrieben also: Warum plagest du unsre Freunde und Bundesgenossen?

  32. Wo sie weiter über dich klagen werden, so müssen wir sie schützen, und wollen dich zu Land und Wasser angreifen.

DAS ERSTE BUCH DER MAKKABÄER VERSE 9 - 16