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DIE BIBEL
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Apokryphen
DAS BUCH
BARUCH.
Kapitel 1 - 6
Das 1.
Kapitel.
Schreiben der Juden in Babel
an ihre Brüder in Jerusalem. Mahnung zur Buße.
Dies
sind die Reden, welche * Baruch, der Sohn Nerias, des Sohns
Mahsejas (Machsejas),
des Sohns Zedekias, des Sohns Hasadjas, des Sohns Hilkias, in ein
Buch geschrieben hat zu Babel,
*Jeremia
32,12; 51,59.
im
fünften Jahr, am siebenten Tage des Monats, zur Zeit, da die
Chaldäer Jerusalem gewonnen und mit Feuer verbrannt hatten.
Und
Baruch las dies Buch vor * Jechonja, dem Sohn Jojakims, dem
Könige Judas, und vor den Ohren alles Volks, das dazukam,
*2.
Könige 24,6.12.15.
und vor
den Ohren der Fürsten und Söhne der Könige und vor
den Ältesten und vor allem Volk, klein und groß, das
da wohnete zu Babel am Wasser Sud.
Und sie
weineten, fasteten und beteten mit Ernst vor dem Herrn.
Und
legten zuhauf, was ein jeglicher vermochte;
und
sandten es hin gen Jerusalem zu Jojakim, dem Sohn * Hilkias, des
Sohns Sallums (Schallums),
dem Priester, und zu den andern Priestern und zu allem Volk, das
mit ihm war zu Jerusalem,
*1.
Chronik 5,39.
als
Baruch die Gefäße des Hauses des Herrn empfing, die
aus dem Tempel weggenommen waren, daß sie wieder ins Land
Juda gebracht würden, am zehnten Tage des Monats Sivan
(Siwan);
nämlich die silbernen Gefäße, welche hatte machen
lassen * Zedekia, der Sohn Josias, der König Judas,
*2.
Könige 24,17.
da
Nebukadnezar, der König zu Babel, weggeführet hatte den
Jechonja und die Fürsten und die Gefangenen und die
Gewaltigen und das Landvolk von Jerusalem, und hatte sie gebracht
gen Babel.
Und
schrieben ihnen also: Siehe, wir senden euch Geld; dafür
kaufet Brandopfer und Sündopfer, Weihrauch und Speisopfer,
und opfert es auf dem Altar des Herrn, unsers Gottes.
Und *
bittet für das Leben Nebukadnezars, des Königs zu
Babel, und für das Leben +
Belsazers, seines Sohns, daß ihre Tage auf Erden seien,
solange die Tage des Himmels währen.
*Jeremia
29,7. +Daniel 5,1.
So wird
der Herr uns genug und gute Tage schaffen, und werden leben unter
dem Schatten Nebukadnezars, des Königs zu Babel, und unter
dem Schatten Belsazers, seines Sohns, und ihnen dienen lange
Zeit, und Gnade vor ihnen finden.
Auch
bittet für uns zu dem Herrn, unserm Gott; denn wir haben uns
versündiget an dem Herrn, unserm Gott, und sein Grimm und
Zorn ist von uns nicht gewandt bis auf den heutigen Tag.
Und
leset dies Buch; denn wir haben es darum zu euch gesandt, daß
ihr's lesen sollt im Hause des Herrn an den Feiertagen und
Jahrzeiten.
(Vers
15 – Kapitel 2,20: vergleiche Daniel 9,4-19.)
Und
sprechet: Der * Herr, unser Gott, ist gerecht, wir aber tragen
billig unsre Schande; wie es denn jetzt gehet denen von Juda und
denen von Jerusalem
*Kapitel
2,6
und
unsern Königen und unsern Fürsten und unsern Priestern
und unsern Propheten
um
deswillen, daß wir vor dem Herrn gesündiget und ihm
nicht geglaubt haben,
und
nicht gehorcht der Stimme des Herrn, unsers Gottes, daß wir
gewandelt wären nach seinen Geboten, die er uns gegeben hat.
Ja, von
der Zeit an, da der Herr unsre Väter aus Ägyptenland
geführet hat, bis auf diesen heutigen Tag sind wir dem
Herrn, unserm Gott, ungehorsam gewesen, und haben verachtet,
seiner Stimme zu gehorchen.
Darum
ist nun über uns kommen die Strafe und der Fluch, den der
Herr * verkündiget hat durch Mose, seinen Knecht, da der
Herr unsre Väter aus Ägyptenland führete, daß
er uns ein Land gäbe, darin Milch und Honig fleußt.
*5.
Mose 28,15.64.
Und wir
gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unsers Gottes, wie uns die
Propheten sagten, die er zu uns sandte;
sondern
ein jeglicher * ging nach seines bösen Herzens Gedünken,
und dieneten fremden Göttern, und taten Böses vor dem
Herrn, unserm Gott.
*Jesaja
65,2. Jeremia 7,24.
Das 2.
Kapitel.
Bußgebet des jüdischen
Volks.
Und
der Herr hat sein Wort gehalten, das er geredet hat zu uns und
unsern Richtern, Königen und Fürsten, die Israel
regieren sollten, und zu denen von Israel und Juda;
und hat
solche große Strafe über uns gehen lassen, desgleichen
unter allem Himmel nicht geschehen ist, wie über Jerusalem
gegangen ist; gleichwie geschrieben stehet * im Gesetze Moses,
*5.
Mose 28,53.
daß
ein Mensch seines Sohns und seiner Tochter Fleisch fressen soll.
Und er
gab sie dahin zu Knechten in alle Königreiche, die umher
liegen, zur Schmach und zum Fluch unter alle Völker, die um
uns sind, unter welche sie der Herr zerstreuet hat.
Und sie
werden immer unterdrückt, und können nicht wieder
aufkommen; denn wir haben uns versündiget an dem Herrn,
unserm Gott, in dem, daß wir seiner Stimme nicht gehorchet
haben.
Der Herr, *
unser Gott, ist gerecht; wir aber und unsere Väter tragen
billig unsre Schande, wie es denn jetzt gehet;
*Kapitel
1,15.
alles
Unglück, das der Herr wider uns geredet hat, ist über
uns kommen.
Und wir
haben nicht geflehet dem Herrn, daß sich ein jeglicher
gekehret hätte von den Gedanken seines bösen Herzens.
Und der
Herr hat gewachet über uns zum Unglück, das er über
uns hat gehen lassen. Denn der Herr ist gerecht in allen seinen
Werken, die er uns hat geboten;
wir
aber gehorcheten nicht seiner Stimme, daß wir gewandelt
wären nach den Geboten des Herrn, die er uns gegeben hat.
Und
nun, Herr, Israels Gott, der du dein Volk aus Ägyptenland
geführet hast mit starker Hand, mit großer Macht und
hoher Gewalt, durch Zeichen und Wunder, und hast dir einen Namen
gemachet, wie er jetzt ist:
wir
haben ja gesündiget, und sind leider gottlos gewesen, und
haben getan wider alle deine Gebote.
Ach,
Herr, unser Gott, * lasse ab von deinem Grimm über uns; denn
wir sind sehr gering worden unter den Heiden, dahin du uns
zerstreuet hast.
*Psalm
123,3.
Erhöre,
Herr, unser Gebet und unser Flehen, und hilf uns um deinetwillen;
und laß uns Gnade finden bei denen, die uns weggeführt
haben,
auf daß
alle Welt erkenne, daß du, Herr, unser Gott bist; denn
Israel und sein Same ist ja nach dir genannt.
Siehe,
Herr, von deinem heiligen Hause, und gedenke doch an uns; neige,
Herr, dein Ohr, und höre doch;
tu auf,
Herr, deine Augen, und siehe doch! Denn die * Toten in der Hölle,
welcher Geist aus ihrem Leibe gefahren ist, rühmen nicht die
Herrlichkeit und Gerechtigkeit des Herrn,
*Psalm
6,6.
sondern
eine Seele, die sehr betrübt ist, und gebücket und voll
Jammers einhergehet, und ihre Augen schier ausgeweinet hat, und
hungrig ist, die rühmet, Herr, deine Herrlichkeit und
Gerechtigkeit.
Psalm
74,21.
Und nun, Herr, unser
Gott, wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht von wegen der
Gerechtigkeit unsrer Väter und unsrer Könige,
sondern von wegen deiner
Barmherzigkeit; nachdem du deinen Grimm und Zorn hast über
uns gehen lassen, wie du geredet hast durch die Propheten, deine
Knechte, und gesaget:
So
spricht der Herr: Neiget eure Schultern, und ergebt euch dem
König zu Babel, so werdet ihr im Lande bleiben, welches ich
euren Vätern gegeben habe;
Jeremia
27,12; 38,2.
wo ihr
aber der Stimme des Herrn nicht gehorchen werdet, euch zu ergeben
dem Könige zu Babel,
so will
ich in den Städten Judas und von Jerusalem wegnehmen das
Geschrei der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams
und der Braut; und das ganze Land soll wüste stehen, und
niemand drinnen wohnen.
Jeremia
7,34; 16,9.
Wir
aber gehorchten nicht deiner Stimme, daß wir uns ergeben
hätten dem Könige zu Babel. Darum hast du * dein Wort
gehalten, das du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte,
daß man die Gebeine unsrer Könige und die Gebeine
unsrer Väter aus ihren Gräbern geworfen hat, und
zerstreuet,
*Jeremia
8,1.2.
daß
sie am Tage an der Sonne und des Nachts im Tau gelegen sind; und
sie sind sehr jämmerlich umkommen durch Hunger, Schwert und
Pestilenz.
Und um
der Missetat willen des Hauses Israel und des Hauses Juda hast du
dein Haus, darin man deinen Namen angerufen hat, so zerstören
lassen, wie es jetzt stehet.
Und du,
Herr, unser Gott, hast ganz gnädiglich und nach aller deiner
großen Barmherzigkeit mit uns gehandelt,
wie du
* durch Mose, deinen Knecht, geredet hast am Tage, da du ihm
gebotest, zu schreiben dein Gesetz vor den Kindern Israel, und
sprachst:
*5.
Mose 4,25-31.
Wo ihr
meiner Stimme nicht gehorchen werdet, so soll gewiß dieser
Haufe, des eine große Menge ist, ganz gering werden unter
den Heiden, dahin ich sie zerstreuen will.
Denn *
ich weiß doch wohl, daß sie mir nicht gehorchen
werden; denn es ist ein halsstarrig Volk. +
Sie werden sich aber wieder bekehren im Land, darin sie gefangen
sind,
*5.
Mose 31,27. +5. Mose 30,1.2.
und
werden erkennen, daß ich, der Herr, ihr Gott bin. Und ich
will ihnen * ein verständig Herz geben und Ohren, die da
hören.
*5.
Mose 29,3; 30,6.
Dann
werden sie mich preisen im Lande, darin sie gefangen sind, und
werden an meinen Namen gedenken,
und
sich von ihrem harten Nacken und von ihren Sünden kehren.
Denn sie werden dran gedenken, wie es ihren Vätern gegangen
ist, welche vor dem Herrn sündigten.
Und ich
will sie wiederbringen in das Land, das ich ihren Vätern,
Abraham, Isaak und Jakob, geschworen habe, und sie sollen drin
herrschen, und ich will sie mehren, und nicht mindern.
Und
will einen ewigen * Bund mit ihnen aufrichten, daß ich ihr
Gott will sein, und sie mein Volk. Und will mein Volk Israel
nicht mehr treiben aus dem Lande, das ich ihnen gegeben habe.
*3.
Mose 26,42-45.
Das 3.
Kapitel.
Fortsetzung des Bußgebets.
Aufforderung an Israel, die göttliche Weisheit zu suchen.
Allmächtiger
Herr, du Gott Israels, in dieser großen Angst und Not
schreie ich zu dir:
Höre,
und sei gnädig, Herr; denn wir haben wider dich gesündiget.
Du
regierest für und für; wir aber vergehen immerdar.
Allmächtiger
Herr, du Gott Israels, höre nun das Gebet Israels, die dem
Tod im Rachen stecken, und das Gebet der Kinder, die sich an dir
versündiget, und der Stimme des Herrn, ihres Gottes, nicht
gehorcht haben; darum ist auch die Strafe stets hinter uns her
gewesen.
Gedenke
nicht der Missetaten unsrer Väter, sondern gedenke jetzt an
deine Hand und an deinen Namen.
Denn du
bist ja, Herr, unser Gott; so wollen wir, Herr, dich loben.
Denn
darum hast du deine Furcht in unser Herz gegeben, daß wir
deinen Namen anrufen, und dich in unserm Gefängnis loben
sollen. Denn alle Missetat unsrer Väter, die vor dir
gesündiget haben, gehet zu Herzen uns,
die wir
jetzt sind in unserm Gefängnis, dahin du uns verstoßen
hast zur Schmach, zum Fluch und Greuel um aller Missetat willen
unsrer Väter, die von dem Herrn, ihrem Gott, abgewichen
sind.
Höre,
Israel, die Gebote des Lebens, merket fleißig drauf, daß
ihr Klugheit lernet.
Wie
kommt es, Israel, daß du in der Heiden Land verschmachtest?
daß
du in einem fremden Lande bist? daß du dich verunreinigst
unter den Toten? daß du unter * die gerechnet bist, die in
die Hölle fahren?
*Psalm
143,7.
Das ist
die Ursache: daß du den * Brunnen der Weisheit verlassen
hast.
*Sirach
1,5.
Wärest
du auf Gottes Wege blieben, du hättest wohl immerdar im
Frieden gewohnet.
So
lerne nun rechte Weisheit, auf daß du erfahrest, wer der
sei, der langes Leben, Güter, Freude und Frieden gibt.
Wer
weiß, wo sie wohnet? Wer ist in ihr Kämmerlein kommen?
Wo sind
die Fürsten der Heiden, und die, so über das Wild auf
Erden herrschten?
Die da
spielten mit den Vögeln des Himmels? die Silber und Gold
sammelten, darauf die Menschen ihr Vertrauen setzen, und können
sein nimmer satt werden?
(Denn
sie werben Geld, und sind geflissen drauf, und ist doch alles
vergeblich)
Sie
sind vertilget, und in die Hölle gefahren, und andere sind
an ihre Statt kommen.
Die
Nachkommen sahen zwar wohl das Licht, und wohnten auf dem
Erdboden, und trafen doch den Weg nicht, da man die Weisheit
findet;
denn
sie verachteten sie; dazu ihre Kinder sind auch irregegangen.
In
Kanaan höret man nichts von ihr: zu Theman (Teman)
siehet man sie nicht.
Die
Kinder Hagars forschen der irdischen Weisheit zwar wohl nach,
desgleichen die Kaufleute von Merran und die zu Theman (Teman),
die sich klug dünken; aber sie treffen doch den Weg nicht,
da man die Weisheit findet.
O
Israel, wie herrlich ist das Haus Gottes! Wie weit und groß
ist die Stätte, die er besitzet!
Sie hat
kein Ende, und ist unermeßlich hoch.
Da
waren vorzeiten Riesen, große, berühmte Leute und gute
Krieger;
dieselbigen
hat der Herr nicht erwählet, noch ihnen den Weg der
Erkenntnis offenbart.
Und
weil sie die Weisheit nicht hatten, sind sie untergegangen in
ihrer Torheit.
Wer ist
* gen Himmel gefahren, und hat sie geholet, und aus den Wolken
herabgebracht?
*5.
Mose 30,12.13.
Wer ist
über Meer geschiffet, und hat sie gefunden, und um köstlich
Gold hergebracht?
Es ist
niemand, der den Weg wisse, da man die Weisheit findet.
Der
aber alle Dinge weiß, kennet sie, und hat sie durch seinen
Verstand gefunden; der den Erdboden bereitet hat auf ewige Zeit,
und ihn erfüllet mit allerlei Tieren;
der das
Licht läßt aufgehen, und wenn er ihm wieder ruft, muß
es ihm gehorchen.
Die
Sterne leuchten in ihrer Ordnung mit Freuden, und wenn er sie
hervorrufet, antworten sie:
Hie
sind wir! und leuchten mit Freuden um deswillen, der sie
geschaffen hat.
Das ist
unser Gott, und keiner ist ihm zu vergleichen.
Der hat
die Weisheit gefunden, und hat sie gegeben Jakob, seinem Diener,
und Israel, seinem Geliebten.
Danach
ist sie erschienen auf Erden, und hat bei den Leuten gewohnet.
Das 4.
Kapitel.
Diese
Weisheit ist * das Buch von den Geboten Gottes und das Gesetz,
das ewig ist. Alle, die fest an ihr halten, werden leben; die sie
aber verlassen, werden sterben.
*Sirach
24,32.33.
Kehre
dich wieder zu ihr, Jakob, und nimm sie an; wandle solchem Licht
nach, das dir vorleuchtet.
Übergib
nicht deine Ehre einem andern und deinen Schatz einem fremden
Volk.
O,
selig sind wir, Israel! denn Gott hat uns seinen Willen
offenbart.
Psalm
147,19.20.
Klage Jerusalems über das
Schicksal des Volks. Trostvolle Aussicht auf Erlösung von
Feinden.
Sei getrost, mein Volk, die ihr übrig blieben
seid, daß Israels noch gedacht werde!
Ihr seid verkauft den Heiden, nicht zum Verderben; darum
aber, daß ihr Gott erzürnet habt, seid ihr euren
Feinden übergeben.
Denn ihr habt den, der euch erschaffen hat, entrüstet
in dem, daß ihr nicht Gott, sondern den Teufeln geopfert
habt.
5. Mose 32,15-18.
Ihr habt vergessen des ewigen Gottes, der euch geschaffen
hat, und Jerusalem, die euch hat auferzogen, habt ihr betrübet.
Denn sie hat gesehen den Zorn Gottes, der über euch
kam, und gesagt: Höret zu, ihr Nachbarinnen Zions, Gott hat
mir großes Leid zugeschickt;
denn ich habe gesehen das Gefängnis meiner Söhne
und Töchter, welches der Ewige über sie gebracht hat.
Ich habe sie mit Freuden auferzogen; mit Weinen aber und
Herzeleid habe ich sie sehen wegführen.
Niemand freue sich über mich, daß ich eine
Witwe, und von vielen verlassen bin; ich bin zur Wüste
gemacht um der Sünden willen meiner Kinder.
Klagelieder 1,1.7.
Denn sie sind vom Gesetze Gottes abgewichen, und haben
nicht erkannt seine Rechte; sie haben nicht gelebt nach Gottes
Befehl, und sind nicht gewandelt auf den Pfaden der Zucht in
seiner Gerechtigkeit.
Kommt her, ihr Nachbarinnen Zions, und gedenket des
Gefängnisses meiner Söhne und Töchter, das der
Ewige über sie gebracht hat.
Denn er hat über sie gebracht ein Volk von ferne, ein
frech Volk und einer unbekannten Sprache,
5. Mose 28,49.50.
die sich nicht scheuen vor den Alten, noch sich der Kinder
erbarmen; dieselben haben weggeführt die lieben Söhne
der Witwe, und die Einsame ihrer Töchter beraubet.
Aber wie kann ich euch helfen?
Denn der über euch gebracht hat dies Unglück,
wird euch von eurer Feinde Hand erretten.
Ziehet hin, ihr lieben Kinder, ziehet hin! Ich aber bin
verlassen einsam.
Ich habe mein Freudenkleid ausgezogen, und das Trauerkleid
angezogen; ich will schreien zu dem Ewigen für und für.
Seid getrost, Kinder! Schreiet zu Gott, so wird er
euch erlösen von der Gewalt und Hand der Feinde;
denn ich hoffe schon, daß der Ewige euch helfen
wird; und ich werde Freude haben von dem Heiligen um der
Barmherzigkeit willen, die euch schnell widerfahren wird von
unserm ewigen Heiland.
Ich habe euch ziehen lassen mit Trauern und Weinen; Gott
aber wird euch mir wiedergeben mit Wonne und Freude ewiglich.
Und gleichwie die Nachbarinnen Zions nun gesehen haben
euer Gefängnis, also werden sie auch bald sehen die Hilfe
von eurem Gott, die über euch kommen wird mit großer
Herrlichkeit und Glanz des Ewigen.
Ihr Kinder, leidet geduldiglich den Zorn, der von Gott
über euch kommet. Denn dein Feind hat dich verfolget; und du
wirst sehen in kurzem sein Verderben, und auf ihre Hälse
wirst du treten.
Meine zarten Kinder mußten gehen auf rauhem Wege;
sie sind weggeführt wie eine Herde, von den Feinden
geraubet.
Seid getrost, ihr Kinder, und schreiet zu Gott! denn der
euch hat wegführen lassen, wird euer nicht vergessen.
Denn wie ihr euch geflissen habt, von Gott abzuweichen,
also bekehret euch nun, und fleißiget euch zehnmal mehr, *
den Herrn zu suchen.
*5. Mose 4,29.
Denn der über euch diese Strafe hat lassen gehen, der
wird euch helfen und ewiglich erfreuen.
Jerusalem, sei getrost! denn der wird dich trösten,
nach dem du genannt bist.
Unselig müssen sein, die dir Leid getan, und * über
deinem Falle sich gefreuet haben.
*Psalm 137,7.
Unselig müssen sein die Städte, welchen deine
Kinder gedienet haben; und unselig müsse sein, die deine
Kinder gefangen hält.
Denn wie sie über deinem Falle gejauchzet, und über
deinem Verderben sich gefreuet hat, also soll sie betrübet
sein, wenn sie verwüstet wird.
Und ich will wegnehmen ihres Volkes Menge, darauf sie
trotzet, und ihren Ruhm in Klage verwandeln.
Denn ein Feuer wird über sie kommen von dem Ewigen
viele Tage lang, und * Teufel werden ihre Wohnung in ihr haben
lange Zeit.
*Jesaja 34,14.
Sieh umher, Jerusalem, gegen Morgen, und schaue den Trost,
der dir von Gott kommt.
Siehe, deine Kinder, die weggeführt sind, kommen; ja,
sie kommen versammelt vom Morgen und vom Abend, durch das Wort
des Heiligen, und rühmen Gottes Ehre.
Jesaja 49,12; 60,4.
Das 5. Kapitel.
Jerusalem wird zur Freude über die Rückkehr des
Volks ermuntert.
Zeuch (Zieh)
aus, Jerusalem, dein Trauerkleid, und zeuch an den herrlichen
Schmuck von Gott ewiglich!
Zeuch (Zieh)
an den Rock der Gerechtigkeit Gottes, und setze die Krone der
Herrlichkeit des Ewigen auf dein Haupt!
Jesaja
61,10.
Gott wird deine Herrlichkeit
unter allem Himmel offenbaren;
denn dein Name wird von Gott
genannt werden ewiglich: Friede der Gerechtigkeit, Preis der
Gottseligkeit.
Mache dich auf, Jerusalem, und
tritt auf die Höhe, und siehe umher gegen Morgen, und schaue
deine Kinder, die vom Abend und vom Morgen versammelt sind durch
das Wort des Heiligen, und freuen sich, daß Gott wieder
ihrer gedacht hat.
Jesaja
49,18; 60,4.
Sie sind zu Fuße von dir
durch die Feinde weggeführt; Gott aber bringet sie zu dir, *
getragen mit Ehren, als + Kinder des Reichs.
*Jesaja
49,22. +Matthäus 8,12.
Denn Gott will alle hohe Berge
und die Hügel, so dastehen für und für, niedrigen,
und die Täler füllen, auf daß das Land eben
werde, und Israel sicher wandere durch Gottes Herrlichkeit.
Die Wälder aber und alle
wohlriechende Bäume werden Israel aus Gottes Befehl Schatten
geben.
Denn Gott wird Israel
herwiederbringen mit Freuden durch das Licht seiner Herrlichkeit,
mit Barmherzigkeit und seiner Gerechtigkeit.
Das 6. Kapitel, so auch Brief des
Jeremia heißt.
Warnung vor Abgötterei, an die nach Babel
wegzuführenden Gefangenen gerichtet.
Dies ist die Abschrift
des Briefes, den Jeremia gesandt hat an die, so gefangen
weggeführt sollten werden gen Babel von dem König zu
Babel, darin er ihnen solches verkündigte, wie ihm Gott
befohlen hatte.
Um eurer Sünden
willen, die ihr getan habt wider Gott, werdet ihr gen Babel
gefangen weggeführet werden von Nebukadnezar, dem Könige
zu Babel.
Und ihr werdet zu Babel
bleiben müssen viele Jahre und eine lange Zeit bis zum
siebenten Geschlechte; danach will ich euch von dannen wieder
herausführen mit Frieden.
Jeremia
29,10.
Unterdes aber werdet ihr sehen
zu Babel, daß man auf den Achseln tragen wird die *
silbernen, güldnen und hölzernen Götzen, vor
welchen sich die Heiden fürchten.
*Psalm
115,4.
Darum sehet euch vor, daß
ihr ihnen solches nicht nachtut, und den Heiden nicht gleich
werdet.
Und wenn ihr sehet das Volk,
das vor- und nachgehet, die Götzen anbeten, so sprecht in
eurem Herzen: Herr, dich soll man anbeten!
Denn mein Engel soll bei euch
sein, und ich will eure Seelen rächen.
Ihre Zunge ist vom
Werkmeister fein gemacht, und sie sind mit Gold und Silber
gezieret; aber es sind Werke der Lüge, und können nicht
reden.
Sie schmücken sie mit Gold wie eine Metze
zum Tanz, und setzen ihnen Kronen auf.
Es geschieht aber auch, daß
die Pfaffen das Gold und Silber von den Götzen stehlen, und
es umbringen mit den Huren im Hurenhaus.
Und sie schmücken die
silbernen, güldnen und hölzernen Götzen mit
Kleidern, als wären's Menschen.
Sie können sich aber
nicht verwahren vor Rost und Motten.
Und wenn man ihnen ein
Purpurkleid anzeucht (anzieht),
so muß man ihnen den Staub abwischen, der dick auf ihnen
liegt.
Und er trägt ein Zepter
in der Hand wie ein König; und kann doch niemand strafen,
der ihm Leid tut.
Er hat auch ein Schwert und
eine Axt in der Hand; er kann sich aber des Kriegsvolks und der
Räuber nicht erwehren. * Daran siehet man wohl, daß
sie nicht Götter sind. Darum fürchtet sie nicht!
*Verse
23.29.50.52.65.
Gleichwie ein Gefäß,
das ein Mensch brauchet, wenn es zerbrochen wird, unnütze
ist, ebenso sind ihre Götzen.
Wenn man sie in ihre Häuslein
setzt, werden sie voll Staubs von den Füßen derer, die
hineingehen.
Die Priester verwahren der
Götzen Tempel mit Türen, Schlössern und Riegeln,
daß sie von den Räubern nicht gestohlen werden; eben
als wenn man einen gefangen legt und verwahret, der sich am König
vergriffen hat, und zum Tode verurteilt ist.
Sie zünden ihnen Lampen
an, und deren viel mehr, denn sie für sich selbst anzünden;
und sehen doch nichts.
Sie sind wie die Balken im
Hause, und die Würmer, so auf der Erde kriechen, fressen ihr
Herz und ihre Kleider; und sie fühlen's doch nicht.
In ihrem Angesicht sind sie
schwarz vom Rauch im Hause.
Und die Nachteulen, Schwalben
und andre Vögel setzen sich auf ihre Leiber und auf ihre
Köpfe, desgleichen auch die Katzen.
Daran ihr ja merken könnet,
daß es nicht Götter sind. Darum fürchtet sie
nicht.
Vers 15.
Das Gold, das man um
sie hänget, sie damit zu schmücken, gleißet
nicht, wenn man den Rost nicht abwischet. Da man sie gegossen
hat, fühleten sie es nicht.
Aus * allerlei, das köstlich
ist, hat man sie gemacht, und ist doch kein Leben darin.
*Jesaja
46,6.
Weil sie nicht gehen können,
muß man sie auf den Achseln tragen; daran die Leute sehen
können, daß es schändliche Götter seien.
Jesaja 46,7.
Es * müssen sich auch
ihrer schämen, die sie ehren, darum daß sie weder von
sich selber können aufstehen, so sie auf die Erde fallen,
noch sich regen, so man sie aufgerichtet hinsetzet, noch sich
aufrichten, so man sie lehnet. Und wie man den Toten Gaben
vorsetzet, also setzet man ihnen auch vor.
*Psalm 97,7.
Jesaja 42,17.
Was ihnen aber geopfert wird,
das bringen ihre Priester um; desgleichen auch ihre Weiber salzen
davon ein, und geben weder dem Armen noch dem Kranken etwas
davon.
Unreine Weiber und
Sechswöchnerinnen rühren ihre Opfer an. Daran ihr ja
merken könnet, daß es nicht Götter sind. Darum
fürchtet sie nicht!
Vers 15.
Denn woher sollen sie
Götter heißen? Denn die Weiber pflegen der silbernen,
güldnen und hölzernen Götzen.
Und die Priester sitzen in
ihren Tempeln mit weiten Chorröcken, scheren den Bart ab,
und tragen Platten, sitzen da mit bloßen Köpfen,
heulen und schreien vor ihren
Götzen, wie man pflegt an der Toten Begängnissen.
Die Pfaffen stehlen ihnen ihre
Kleider, und kleiden ihre Weiber und Kinder davon.
Man tue ihnen Böses oder
Gutes, so können sie es doch nicht vergelten. Sie vermögen
weder einen König einzusetzen noch abzusetzen.
Sie können weder Geld
noch Gut geben. Gelobet ihnen jemand etwas, und hält es
nicht, so fordern sie es nicht.
Sie können einen Menschen
vom Tod nicht erretten, noch einem Schwächern helfen wider
den Starken;
sie können keinen Blinden
nicht sehend machen; sie * können einem Menschen in der Not
nicht helfen;
*5. Mose
32,37.38.
sie erbarmen sich der Witwen
nicht, und helfen den Waisen nicht.
Denn sie sind hölzern,
mit Gold und Silber gezieret, den Steinen gleich, die man aus dem
Berg hauet. Darum, * die sie ehren, müssen zu Schanden
werden.
*Vers 27.
Wie soll man sie denn
für Götter halten, oder so heißen, da doch auch
die Chaldäer nicht groß von ihnen halten?
Wenn sie einen Stummen sehen,
der nicht reden kann, bringen sie den Bel herbei und sagen, der
Stumme solle ihn anrufen, gleich als verstünde er's.
Und wiewohl sie wissen, daß
kein Leben in ihnen ist, doch laufen sie ihnen nach.
Die Weiber aber sitzen an den
Wegen, mit Stricken umgürtet, und bringen Obst zum Opfer.
Und wenn jemand vorübergehet,
und eine von ihnen hinwegnimmt, und bei ihr schläft, rühmet
sie sich wider die andre, daß jene nicht sei wert gewesen
wie sie, daß ihr der Gurt aufgelöset würde.
Alles, was durch sie
geschieht, ist eitel Trügerei. Wie soll man sie denn für
Götter halten, oder so heißen?
Vers 40.
Von Werkmeistern und
Goldschmieden sind sie gemacht, und was die Werkmeister wollen,
muß draus werden und nichts anders.
Und die, so sie gemacht haben,
können nicht lange leben. Wie sollten denn das Götter
sein, so von ihnen gemacht sind?
Darum geben sie den Nachkommen
nur Ärgernis und Ursache zur schändlichen Abgötterei.
Denn wenn Krieg oder sonst ein
Unglück über sie kommet, ratschlagen die Pfaffen unter
einander, wo sie sich zugleich mit den Götzen verbergen
wollen.
Darum * kann man wohl merken,
daß es keine Götter sind, weil sie sich selber weder
vor Krieg, noch anderm Unglück schützen können.
*Vers 15.
Denn es sind doch nur
hölzerne, vergüldete und übersilberte Götzen.
Darum wird man hinfort wohl erkennen, * daß es Trügerei
ist; allen Heiden und Königen wird offenbar werden, daß
sie + nicht Götter sind, sondern von Menschenhänden
gemacht, und ist keine Gottheit in ihnen.
*Jeremia
10,14; 51,17. +Jeremia 2,11.
Darum kann jedermann wohl
merken, daß es nicht Götter sind.
Vers 15.
Denn sie erwecken
keinen König im Lande, sie * geben den Menschen nicht Regen,
*Jeremia
14,22.
und nehmen sich keines
Regierens noch Strafens an, so wenig als die Krähen, so in
der Luft hin und wieder fliegen.
Wenn das Haus der hölzernen,
vergüldeten und übersilberten Götzen vom Feuer
angehet, so laufen die Pfaffen davon, und verwahren sich vor
Schaden; sie aber verbrennen wie die Balken.
Sie können weder Königen
noch keinem Kriegsvolk nicht widerstehen. Wie soll man sie denn
für Götter halten oder nennen?
Die hölzernen,
übersilberten und vergüldeten Götzen können
sich nicht schützen vor Dieben und Räubern.
Denn die sie in ihre Gewalt
bekommen, ziehen ihnen das Gold und Silber ab, und das Gewand,
damit sie bekleidet sind, und gehen davon; so können sie
ihnen selber nicht helfen.
Darum ist's viel besser, ein
König sein, der seine Macht beweisen kann, oder ein
nützlicher Hausrat sein, der im Hause nütze ist, oder
eine Tür, die das Haus verwahret, oder eine hölzerne
Säule in einem königlichen Saal, denn ein solcher
ohnmächtiger Götze.
Sonne, Mond und Sterne
scheinen, und sind gehorsam, wie sie Gott heißt.
Desgleichen der Blitz
leuchtet, daß man ihn siehet; der Wind wehet in allen
Landen,
und die Wolken fahren durch
die ganze Welt, und tun, was sie Gott heißt.
Also auch das Feuer von oben
her schlägt Berge und Wälder, und tut, was ihm geboten
ist.
Die Götzen aber sind
diesen weder an Gestalt noch an Kräften zu vergleichen.
Darum soll man sie nicht für Götter halten oder so
heißen; denn sie können weder strafen noch helfen.
Weil ihr denn wisset,
daß es nicht Götter sind, so fürchtet euch nicht
vor ihnen.
Vers 15.
Denn sie können die
Könige weder verfluchen noch segnen.
Sie können auch kein
Zeichen am Himmel den Heiden anzeigen; sie können es nicht
licht machen wie die Sonne, noch einen Schein geben wie der Mond.
Die unvernünftigen Tiere
sind besser denn sie; die können doch in eine Höhle
fliehen und sich verwahren.
Darum ist allerdinge offenbar,
daß sie keine Götter sind.
Denn wie ein Scheusal im
Garten nichts verwahren kann, also sind auch ihre hölzernen,
vergüldeten und übersilberten Götzen nichts nütz.
Und wie eine Hecke im Garten
ist, darauf allerlei Vögel nisten, oder wie ein Toter, der
im Grabe liegt, also sind ihre hölzernen, vergüldeten
und übersilberten Götzen.
Auch kann man es daran merken,
daß sie nicht Götter sind: der Scharlach, den sie
umhaben, wird von den Motten zerfressen, und sie selbst endlich
auch dazu, daß ihrer jedermann spottet.
Wohl dem Menschen, der gerecht
ist, und keine Götzen hat! Der wird nicht zu Spott.
DAS
ERSTE BUCH DER MAKKABÄER
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