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DAS BUCH JESUS SIRACH.

Kapitel 41 – 51





Das 41. Kapitel.

Von der Todesfurcht. Fluch der Gottlosen. Guter Name. Falsche und löbliche Scham.

  1. O Tod, wie bitter bist du, wenn an dich gedenkt ein Mensch, der gute Tage und genug hat, und ohne Sorge lebt,

  2. und dem es wohlgehet in allen Dingen, und der noch wohl essen mag!

  3. O Tod, wie wohl tust du dem Dürftigen,

  4. der da schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt, und nichts Bessers zu hoffen, noch zu gewarten hat!

  5. Fürchte den Tod nicht. Gedenke, daß es also vom Herrn geordnet ist über * alles Fleisch, beide, derer, die vor dir gewesen sind, und nach dir kommen werden.

    *Psalm 89,49.

  6. Und was weigerst du dich wider Gottes Willen, du lebest zehn, hundert oder tausend Jahre?

  7. Denn im Tod fraget man nicht, wie lange einer gelebt habe.

  8. Die Kinder der Gottlosen, und die sich zu den Gottlosen gesellen, werden eitel Greuel.

    Weisheit 3,12.

  9. Das Erbgut der Kinder von Gottlosen kommt um, und ihre Nachkommen müssen verachtet sein.

  10. Die Kinder müssen klagen über den gottlosen Vater; denn um seinetwillen sind sie verachtet.

    Weisheit 4,6.

  11. Weh euch, Gottlose, die ihr des Höchsten Gesetz verlaßt!

  12. Ihr lebt oder sterbt, so seid ihr * verflucht.

    *5. Mose 27,26.

  13. Gleichwie alles, so aus der Erde kommt, wiederum zu Erde wird, also kommen die Gottlosen aus dem Fluch zur Verdammnis.

  14. Eines Menschen Leiden mag hie währen, solange er lebet; aber * der Gottlosen Name muß vertilget werden, denn er taugt nicht.

    *Sprüche 10,7.

  15. Siehe zu, daß du einen guten Namen behaltest; der bleibet dir gewisser denn tausend große Schätze Goldes.

  16. Ein Leben, es sei wie gut es wolle, so währet es eine kleine Zeit; aber ein guter Name bleibt ewiglich.

  17. Meine Kinder, wenn's euch wohlgehet, so sehet zu und bleibet in Gottesfurcht.

  18. So schämet euch nun des, das ich nennen will.

  19. Man schämet sich oft, da man sich nicht schämen sollte; und billigt oft, das man nicht billigen sollte.

    Kapitel 4,25.

  20. Es schäme sich Vater und Mutter der Hurerei; ein Fürst und Herr der Lüge;

  21. ein Richter und Rat des Unrechten; die Gemeine und Volk des Ungehorsams;

  22. ein Nächster und Freund, Leid zu tun; ein Nachbar des Stehlens.

  23. Schäme dich, daß du mit deinem Arm auf dem Brot über Tisch liegest.

  24. Schäme dich, daß du übel bestehest, wenn du Rechnung tun sollst; und nicht dankest, wenn man dich grüßet.

  25. Schäme dich, nach den Huren zu sehen; und dein Angesicht von deinen Blutsfreunden zu wenden.

  26. Schäme dich, das Erbteil und Morgengabe zu entwenden; und eines andern Weib zu begehren.

  27. Schäme dich, eines andern Magd zu begehren, und um ihr Bette zu stehen.

  28. Schäme dich, deinem Freunde aufzurücken; und wenn du ihm etwas gibst, so verweise es ihm nicht.

    Kapitel 18,15; 20,15.

  29. Schäme dich, nachzusagen alles, was du gehöret hast, und zu offenbaren heimlich vertrauete Rede. Also schämest du dich recht, und wirst allen Leuten lieb und wert sein.

    Kapitel 27,17.19.24.

Das 42. Kapitel.

Von Weibern und Töchtern.

  1. Aber dieser Stücke schäme dich keines, und um niemands willen tue unrecht: nämlich des Gesetzes und Bundes des Höchsten;

  2. den Gottesfürchtigen bei Recht zu erhalten;

  3. treulich handeln gegen den Nächsten und Gesellen; den Freunden das Erbteil zuzuwenden;

  4. fleißig sein; rechtes Maß und Gewicht zu halten; zufrieden sein, du gewinnest viel oder wenig;

  5. recht handeln mit zeitlichem Gut in Kaufen und Verkaufen; die Kinder mit Fleiß ziehen; den bösen Knecht wohl stäupen (schlagen);

  6. vor einem bösen Weib das Deine wohl bewahren; wo viel Zugreifens ist, alles wohl verschließen;

  7. was man ihnen muß unter die Hände geben, alles zählen und abwägen; alle Ausgabe und Einnahme anschreiben;

  8. die Unverständigen und Toren unterweisen; auch die gar alten Leute, daß sie sich nicht mit den jungen hadern. Also wirst du ein recht wohlgeschickter Mensch, und bei allen Leuten gelobt.

  9. Eine Tochter macht dem Vater viel Wachens, davon niemand weiß, und das Sorgen für sie nimmt ihm viel Schlafs: weil sie jung ist, daß sie möchte veralten, oder wenn sie einen Mann krieget, daß er ihr möchte gram werden;

  10. oder weil sie noch Jungfrau ist, daß sie möchte geschändet, und in des Vaters Hause schwanger werden; oder wenn sie bei dem Mann ist, daß sie sich nicht recht halten, oder er kein Kind mit ihr haben möchte.

  11. Wenn deine Tochter nicht schamhaft ist, so halt sie hart, daß sie dich nicht deinen Feinden zum Spott mache, und die ganze Stadt von dir sage, und du von einem jeden Schande hören, und dich vor allen Leuten schämen müssest.

    Kapitel 26,13.

  12. Siehe * dich nicht um nach schönen Menschen, und sei nicht so gern um die Weiber.

    *Hiob 31,1.

  13. Denn gleichwie aus den Kleidern Motten kommen, also kommt von Weibern viel Böses.

  14. Es ist sicherer, bei einem bösen Mann zu sein, denn bei einem freundlichen Weibe, die einen zu Hohn und Spott macht.

Gottes Herrlichkeit in der Natur.

  1. Ich will nun preisen des Herrn Werke, und was ich gesehen habe, verkündigen. * Durch das Wort des Herrn sind seine Werke worden.

    *1. Mose 1,3.

  2. Die Sonne gibt aller Welt Licht, und des Herrn Werk ist seiner Herrlichkeit voll.

  3. Es ist auch den Heiligen von dem Herrn noch nie gegeben, daß sie alle seine Wunder aussprechen könnten; denn der allmächtige Herr hat sie zu groß gemacht, und alle Dinge sind zu groß, sie nach Würden zu loben.

    Kapitel 18,2-5.

  4. Er allein erforschet den Abgrund und der Menschen Herzen, und weiß, was sie gedenken.

    Psalm 139. Jeremia 17,9.10.

  5. Denn der Herr weiß alle Dinge, und siehet, zu welcher Zeit ein jegliches geschehen werde.

  6. Er verkündigt, was vergangen und was zukünftig ist, und offenbart, was verborgen ist; er vestehet alle Heimlichkeit, und ist ihm keine Sache verborgen.

  7. Er beweiset seine große Weisheit herrlich, und er ist von Ewigkeit bis in Ewigkeit.

  8. Man kann ihn weder größer noch geringer machen, und er * bedarf keines Rats.

    *Römer 11,34.

  9. Wie * lieblich sind alle seine Werke, wiewohl man kaum ein Fünklein davon erkennen kann.

    *Kapitel 39,23.

  10. Es lebt alles, und bleibet für und für; und wozu er ihrer bedarf, sind sie alle gehorsam.

  11. Es sind immer zwei und zwei, eins gegen eins; und was er macht, daran ist kein Fehl.

    Kapitel 33,16.

  12. Und hat ein jegliches geordnet, daß eins dem andern nütze sein soll.

Das 43. Kapitel.

  1. Und wer kann sich seiner Herrlichkeit satt sehen? Man siehet seine Herrlichkeit an der mächtig großen Höhe, an dem hellen Firmament, an dem schönen Himmel.

  2. Die Sonne, wenn sie aufgehet, verkündiget sie den Tag; sie ist ein Wunderwerk des Höchsten.

  3. Des Mittags trocknet sie die Erde, und wer kann vor ihrer Hitze bleiben?

  4. Sie macht's heißer denn viel Öfen, und brennet die Berge, und bläset eitel Hitze von sich, und gibt so hellen Glanz von sich, daß sie die Augen blendet.

    Psalm 19,7.

  5. Das muß ein großer Herr sein, der sie gemacht hat, und hat sie heißen so schnell laufen.

  6. Und der Mond in aller Welt muß scheinen zu seiner Zeit, und die Monate unterscheiden, und das Jahr einteilen.

  7. Nach dem Mond rechnet man die Feste; es ist ein Licht, das abnimmt und wieder zunimmt.

  8. Er machet den Monat; er wächst und verändert sich wunderbarlich.

  9. Es leuchtet auch das ganze himmlische Heer in der Höhe, am Firmament, und die hellen Sterne zieren den Himmel.

  10. Also hat sie der Herr in der Höhe heißen die Welt erleuchten.

  11. Durch Gottes Wort halten sie ihre Ordnung, und wachen sich nicht müde.

  12. Siehe den Regenbogen an, und lobe den, der ihn gemacht hat; denn er hat sehr schöne Farben.

    1. Mose 9,13.

  13. Er hat über den Himmel hin einen glänzenden Kreis gemacht; die Hand des Höchsten hat ihn ausgebreitet.

  14. Durch sein Wort fällt ein großer Schnee; und er lässet es wunderlich durch einander blitzen, daß sich der Himmel auftut,

  15. und die Wolken schweben, wie die Vögel fliegen.

  16. Er macht durch seine Kraft die Wolken dicht, daß Hagelsteine herausfallen.

  17. Sein Donner erschreckt die Erde, und Berge zittern vor ihm.

  18. Durch seinen Willen wehet der Südwind und der Nordwind.

  19. Und wie die Vögel fliegen, so wenden sich die Winde, und wehen den Schnee durch einander, daß er sich zu Haufen wirft, als wenn sich die Heuschrecken niedertun.

  20. Er ist so weiß, daß er die Augen blendet, und das Herz muß sich verwundern solches seltsamen Regens.

  21. Er schüttet den * Reif auf die Erde wie Salz; und wenn es gefrieret, so werden Eiszacken wie die Spitzen an den Stecken.

    *Psalm 147,16.

  22. Und wenn der kalte Nordwind wehet, so wird das Wasser zu Eis; wo Wasser ist, da wehet er überher, und zeucht (zieht) dem Wasser einen Harnisch an.

  23. Er verderbt die Gebirge, und verbrennet die Wüste, und verdorret alles, was grün ist, wie ein Feuer.

  24. Dawider hilft ein dicker Nebel, und ein Tau nach der Hitze, der erquickt alles wieder.

  25. Durch sein Wort brachte er das Meer zu Ruhe; und hat Inseln drein gesäet.

  26. Die auf dem Meer fahren, die sagen von seiner Fährlichkeit, und die wir's hören, verwundern uns.

  27. Daselbst sind seltsame Wunder, mancherlei Tiere und Walfische; durch dieselben schifft man hin.

  28. Durch sein Wort bestehet alles.

    Psalm 33,6.

  29. Wenn wir gleich viel sagen, so können wir's doch nicht erreichen; kurz: er ist alles.

    Psalm 106,2.

  30. Wenn wir gleich alles hoch rühmen, was ist das? Er ist doch noch viel höher denn alle seine Werke.

  31. Der Herr ist unaussprechlich groß, und seine Macht ist wunderbarlich.

  32. Lobet und preiset den Herrn, so hoch ihr vermögt; er ist doch noch höher.

  33. Preiset ihn aus allen Kräften, und laßt nicht ab;

  34. dennoch werdet ihr's nicht erreichen.

  35. Wer hat ihn gesehen, daß er von ihm sagen könnte? Wer kann ihn so hoch preisen, als er ist?

  36. Wir sehen seiner Werke das wenigste; denn viel größere sind uns noch verborgen.

  37. Denn alles, was da ist, hat der Herr gemacht, und das gibt er den Gottesfürchtigen zu wissen.

Das 44. Kapitel.

Lob der Erzväter: des Henoch, Noah, Abraham, Isaak, Jakob.

  1. Laßt uns loben die berühmten Männer und unsere Väter nach einander!

  2. Viel herrliche Dinge hat der Herr bei ihnen getan von Anfang durch seine große Macht.

  3. Sie haben ihre Königreiche wohl regieret, und löbliche Taten getan. Sie haben weislich geraten und geweissaget.

  4. Sie haben Land und Leute regiert mit Rat und Verstand der Schrift.

  5. Sie haben die Musik gelernet, und geistliche Lieder gedichtet.

  6. Sie sind auch reich gewesen, und haben große Güter gehabt, und im Frieden regieret, solange sie hie gewesen sind.

  7. Also sind sie alle zu ihren Zeiten löblich gewesen, und bei ihrem Leben gerühmt.

  8. Und sie haben einen herrlichen Namen hinter sich gelassen.

  9. Aber die andern haben keinen Ruhm, und sind umkommen, als wären sie nie gewesen. Und da sie noch lebeten, waren sie eben, als lebeten sie nicht; und ihre Kinder nach ihnen auch also.

  10. Aber jenen heiligen Leuten, welcher Gerechtigkeit nicht vergessen wird, ist ein gut Erbe blieben samt ihren Kindern.

  11. Ihre Nachkommen sind im Bund blieben, und um ihretwillen sind ihre Kindeskinder immer für und für blieben;

  12. und ihr Lob wird nicht untergehen.

  13. Sie sind im Frieden begraben; aber ihr Name lebt ewiglich.

  14. Die Leute reden von ihrer Weisheit,

  15. und die Gemeine verkündiget ihr Lob.

  16. Henoch gefiel dem Herrn wohl, und ist weggenommen, daß er der Welt eine Vermahnung zur Buße wäre.

    1. Mose 5,24.

  17. Noah ward erfunden unsträflich, und zur Zeit des Zorns hat er Gnade gefunden,

    1. Mose 6,9; 7,1.

  18. und ist übrig behalten auf Erden, da die Sintflut kam.

  19. Er empfing den Bund für die Welt, daß nicht mehr alles Fleisch durch die Sintflut vertilget werden sollte.

    1. Mose 9,15.

  20. Abraham, * der hochberühmte Vater vieler Völker, hat seinesgleichen nicht in der Ehre.

    *1. Mose 17,2.5.

  21. Er hielt das Gesetz des Höchsten, und Gott machte mit ihm einen Bund, und stiftete denselben Bund * an seinem Fleisch; und er + ward treu erfunden, da er versucht ward.

    *1. Mose 17,13. +1. Mose 22,12.

  22. Darum verhieß ihm Gott mit einem Eide, daß durch seinen Samen die Heiden sollten gesegnet werden, und er wie der Staub der Erde gemehret sollte werden,

  23. und sein Same erhöhet wie die Sterne, und Erben werden von einem Meer bis ans andre, und vom Strom an bis an der Welt Ende.

  24. Und hat denselben Segen über alle Menschen und den Bund auch also bestätigt * mit Isaak um seines Vaters Abraham willen;

    *1. Mose 26,3.4.

  25. und hat's auf Jakob kommen und bleiben lassen.

    1. Mose 28,14.

  26. Er hat ihn gnädiglich gesegnet, und ihm das Erbe gegeben, und sein Teil * abgesondert, und in die zwölf Stämme geteilet.

    *5. Mose 32,8.9.

Das 45. Kapitel.

Von Mose, Aaron und Pinehas (Pinhas).

  1. Er hat aus ihm kommen lassen den heiligen Mann Mose, der * aller Welt lieb und wert war, und beide Gott und Menschen, ihm hold waren, des Name hoch gepriesen wird.

    *2. Mose 11,3.

  2. Er hat ihn auch geehret wie die heiligen Väter, und hoch erhoben, daß ihn die Feinde fürchten mußten; und ließ ihn mit Worten viel Zeichen tun.

  3. Er machte ihn herrlich vor Königen, und gab ihm Befehl an sein Volk, und * zeigte ihm seine Herrlichkeit.

    *2. Mose 33,18-34,7.

  4. Er hat ihn auserkoren zum heiligen Stand um seiner * Treue und Sanftmut willen, und aus allen Menschen erwählet.

    *4. Mose 12,7.

  5. Er ließ ihn hören seine Stimme, und führte ihn in die finstre Wolke.

    2. Mose 19,16-20.

  6. Er hat ihm die Gebote gegeben * von Angesicht zu Angesicht, das Gesetz des + Lebens und der ** Weisheit, daß er Jakob sollte den Bund lehren und Israel seine Rechte.

    *2. Mose 33,11. +5. Mose 30,19. **5. Mose 4,6.

  7. Er hat * Aaron, seinen Bruder, aus demselben Stamm Levi, auch erhöhet, und ihm gleich auserkoren.

    *2. Mose 4,14; 28.

  8. Er machte einen ewigen Bund mit ihm, und gab ihm das Priestertum im Volk.

  9. Er hat ihn prächtig und schön gekleidet, und legte ihm einen herrlichen Rock an, und zog ihm allerlei Schmuck an.

  10. Er rüstete ihn mit köstlichem Geschmeide, und legte ihm an die Niederkleider, den langen Rock und Leibrock,

  11. und hing viel güldener Granatäpfel und Schellen umher an ihn, daß es klänge, wenn er aus- und einginge, und der Klang gehört würde im Heiligtum, damit seines Volks vor Gott gedacht würde;

  12. ja, den heiligen Rock mit Golde, blauem und rotem Purpur gestickt;

  13. das Amtsschildlein auf der Brust mit dem Licht und Recht, künstlich gewirkt, mit den edlen Steinen, darin die Namen der zwölf Stämme Israels gegraben und in Gold gefasset durch die Steinschneider, daß ihrer gedacht würde vor Gott;

  14. das güldene Stirnblatt an dem Hut, darin gegraben war: Heilig dem Herrn; welches alles war herrlich, köstlich, lieblich und schön.

  15. Man hat desgleichen vor ihm nie gesehen.

  16. Es durfte sie auch kein andrer anziehen, ohne seine Kinder allein und Kindeskinder für und für.

  17. Seine Opfer sollten täglich zweimal vollbracht werden immerdar.

    2. Mose 29,38.

  18. Mose * füllte ihm die Hände, und salbete ihn mit dem heiligen Öle.

    *2. Mose 29,9.33. 3. Mose 8,30-33.

  19. Es ward der Bund mit ihm gemacht, daß er und * seine Söhne ewiglich, solange die Tage des Himmels währen, ihm dienen, Priester sein, und + sein Volk in seinem Namen segnen sollten.

    *2. Mose 40,15. 5. Mose 18,5. +4. Mose 6,23-27.

  20. Er hat ihn erwählet aus allen Lebendigen, daß er dem Herrn opfern sollte Speisopfer und Rauchopfer zum süßen Geruch und Gedächtnis, das Volk zu versöhnen.

  21. Er befahl ihm das Amt seines Worts, daß er Jakob seine Zeugnisse lehren, und Israel mit seinem Gesetze erleuchten sollte.

    5. Mose 33,10.

  22. Es rotteten sich wohl andere wider ihn, und neideten ihn in der Wüste: die mit Dathan und Abiram waren, und die wütende Rotte Korahs;

    4. Mose 16.

  23. aber der Herr sah es, und gefiel ihm nicht; und sie wurden verschlungen im grimmigen Zorn.

  24. Er erzeigete ein schrecklich Wunder an ihnen, und verschlang sie mit seinem Feuer.

  25. Er ehrte Aaron noch weiter, und gab ihm ein Erbteil, nämlich alle Erstlinge teilte er ihm zu; vor allem andern verordnete er ihnen Brots genug;

    4. Mose 18,8-20.

  26. denn sie sollten essen des Herrn Opfer, die er ihm und seinem Samen gab.

  27. Aber sie durften kein Teil am Lande haben, noch mit dem Volk erben, sondern der Herr war ihr Teil und Erbe.

  28. Pinehas (Pinhas), der Sohn Eleasars, war der dritte in solcher Ehre; der eiferte in Gottesfurcht.

  29. Und da das Volk abfiel, stund er treulich, fest und keck, und versöhnte Israel.

    4. Mose 25,7-13.

  30. Darum ward ihm gegeben der Bund des Friedens, daß er dem Heiligtum und dem Volk vorstehen, und er und sein Same die priesterliche Würdigkeit ewiglich haben sollte.

  31. Gleichwie mit David aus dem Stamm Juda der Bund gemacht ist, daß allein aus seinen Söhnen einer König sein soll:

  32. also sollen auch Aaron und sein Same die Erben sein, daß man uns Weisheit lehre, und sein Volk recht regiere; auf daß ihr Stand und Herrlichkeit nicht untergehe, sondern für und für bei ihnen bleibe.

Das 46. Kapitel.

Von Josua und Kaleb, den Richtern und Samuel.

  1. * Jesus, der Sohn Nuns, war ein Held im Streit und ein Prophet nach Mose,

    *Josua. 5. Mose 34,9.

  2. der große Siege behielt für die Auserwähleten Gottes, wie sein Name gibt, und sie rächte an den Feinden, von welchen sie angegriffen wurden, auf daß Israel sein Erbe kriegete.

  3. Er hat Ehre erlanget, da er * die Hand ausreckte, und das Schwert zückte wider die Städte.

    *Josua 8,18.19.26.

  4. Wer ist jemals so dagestanden? Er fing die Feinde des Herrn.

  5. Um seinetwillen stund die Sonne, und ward ein Tag so lang als zween.

    Josua 10,12-14.

  6. Er rief an den Höchsten und Mächtigen, da er seine Feinde allenthalben drängte; und der Herr, der Große, erhörte ihn, und ließ sehr große * Hagelsteine fallen auf die Feinde;

    *Josua 10,11.

  7. und schlug die Widersacher tot, da sie herunterzogen. Und die Heiden wurde gewahr, was diese für Geschütz hatten,

  8. und daß der Herr selbst gegenwärtig wäre in dem Streit, darum daß er * dem Allmächtigen treulich gefolget war.

    *Josua 14,8.9.

  9. Und zur Zeit Moses tat er und Kaleb, der Sohn Jephunnes, ein gut Werk: da stunden sie wider den Haufen, und wehreten dem Volk die Sünde, und stilleten den schädlichen Aufruhr.

    4. Mose 14,6-9.

  10. Darum sind sie zween allein erhalten unter sechshunderttausend Mann, und haben das Volk zum Erbe gebracht ins Land, da Milch und Honig innen fleußt.

  11. Und der Herr erhielt * den Kaleb bei Leibeskräften bis in sein Alter, daß er hinaufzog aufs Gebirge im Lande, und sein Same besaß das Erbe;

    *Josua 14,11.

  12. auf daß alle Kinder Israel sähen, wie gut es ist, dem Herrn gehorchen.

  13. Und die Richter, ein jeglicher nach seinem Namen, welche nicht Abgötterei trieben, noch vom Herrn abfielen, werden auch gepriesen.

  14. Ihre Gebeine grünen noch immer, da sie liegen;

    Kapitel 49,12.

  15. und ihr Name wird gepriesen in ihren Kindern, auf welche er geerbet ist.

  16. Und Samuel, der Prophet des Herrn, von seinem Gott geliebt, richtete ein Königreich an, und salbete Fürsten über sein Volk.

    1. Samuel 10,1; 16,13.

  17. Er richtete die Gemeine nach dem Gesetze des Herrn, und der Herr sah Jakob wieder an.

  18. Und der Prophet ward rechtschaffen und treu erfunden, und man erkannte, daß seine Weissagungen gewißlich wahr wurden.

  19. Er rief an den Herrn, den Mächtigen, da seine Feinde allenthalben drängten, und opferte ein junges Lamm.

  20. Und der Herr donnerte vom Himmel herab, und ließ sich hören in einem großen Wetter,

    1. Samuel 7,9.10; 12,18.

  21. und zerschlug die Fürsten der Feinde und alle Herren der Philister.

  22. Und vor seinem Ende, ehe er starb, bezeugte er vor dem Herrn und seinem Gesalbeten, daß er von keinem Menschen Geld, auch nicht einen Schuh genommen hätte; und kein Mensch konnte ihn etwas zeihen.

    1. Samuel 12,3-5.

  23. Und da er nun entschlafen war, weissagte er, und verkündigte dem Könige sein Ende, und ließ sich hören aus der Erde hervor, und weissagte, daß die gottlosen Leute sollten umkommen.

    1. Samuel 28,15-19.

Das 47. Kapitel.

Von den Königen David, Salomo, Rehabeam und Jerobeam.

  1. Danach zur Zeit Davids weissagete Nathan.

    2. Samuel 7,4; 12,1.

  2. Und David war unter den Kindern Israel auserkoren, wie das Fette am Opfer Gott geeignet ist.

  3. Er ging mit Löwen um, als scherzte er mit Böcklein, und mit Bären als mit Lämmern.

    1. Samuel 17,34.35.

  4. In seiner Jugend schlug er den Riesen tot, und nahm weg die Schmach von seinem Volk.

    1. Samuel 17,49-51.

  5. Auf hub er seine Hand, und warf mit der Schleuder, und schlug den stolzen Goliath danieder.

  6. Denn er rief den Herrn, den Höchsten, an, der stärkte ihm seine Hand, daß er erwürgte den starken Krieger, und erhöhte das Horn seines Volks.

  7. Er ließ ihn * rühmen als zehntausend Mann wert, und ehrte ihn mit göttlichem Segen, daß er die königliche Krone kriegte.

    *1. Samuel 18,7.

  8. Er schlug die Feinde allenthalben, und vertilgte die Philister, seine Widersacher, und zerbrach ihr Horn, wie es noch heutiges Tages zerbrochen ist.

    2. Samuel 8,1.

  9. Für ein jegliches Werk dankte er dem Heiligen, dem Höchsten, mit einem schönen Liede.

  10. Er sang von ganzem Herzen, und liebete den, der ihn gemacht hatte.

  11. Er stiftete Sänger vor den Altar, und ließ sie süße Lieder singen.

    1. Chronik 25.

  12. Und ordnete, die Feiertage herrlich zu halten, und daß man die Jahrfeste durchs ganze Jahr schön begehen sollte, loben den Namen des Herrn und singen des Morgens im Heiligtum.

  13. Der Herr * vergab ihm seine Sünden, und + erhöhte sein Horn ewiglich, und machte einen Bund mit ihm, daß ** das Königreich und königlicher Stuhl in Israel bei ihm bleiben solle.

    *2. Samuel 12,13. +Psalm 89,25. **2. Samuel 7,12-16.

  14. Nach * ihm ward König sein kluger Sohn Salomo, dem der Vater gute Ruhe geschafft hatte, daß er im Frieden regierte.

    *1. Könige 2,12.

  15. Denn Gott hatte alles umher stille gemacht, daß er seinem Namen ein Haus bauete, und ein Heiligtum aufrichtete, das für und für bliebe.

    1. Könige 5,17-19.

  16. O wie wohl lerntest du in deiner Jugend, und warest * voll Verstandes, wie ein Wasser das Land bedeckt!

    *1. Könige 5,9-14.

  17. Und hast alles mit Sprüchen und Lehren erfüllet. Und dein Name ward genannt fern in den Inseln, und um deines Friedens willen warest du lieb und wert gehalten.

  18. Alle Lande verwunderten sich deiner Lieder, Sprüche, Gleichnisse und Auslegungen,

  19. und lobeten den Herrn, der da heißet der Gott Israels.

    1. Könige 10,9.

  20. Du brachtest so viel Gold zuwege als Zinn und so viel Silber als Blei.

    1. Könige 10,27.

  21. Dein Herz hing sich an die Weiber, und ließest dich durch sie betören, und hingest deiner Ehre einen Schandflecken an,

    1. Könige 11,1-13.

  22. und machtest, daß deine Kinder verworfen sein mußten, und der Zorn über deine Nachkommen ging zur Strafe deiner Torheit,

  23. da das Königreich zerteilet ward, und in Ephraim ein abgöttisch Königreich entstund.

  24. Aber der Herr wandte sich nicht von seiner Barmherzigkeit, und änderte nicht sein verheißen Werk, und vertilgete nicht gar seines Auserwähleten Nachkommen, und tat nicht weg den Samen * seines Liebhabers,

    *Vers 10.

  25. sondern behielt noch etwas übrig dem Volk Jakob und eine Wurzel von David.

  26. Und Salomo entschlief mit seinen Vätern,

  27. und ließ hinter sich seines Samens Rehabeam, * einen unweisen Mann, das Volk zu regieren,

    *1. Könige 12,13.

  28. der keinen Verstand hatte, der das Volk mit seinem Eigensinn abfällig machte;

  29. dazu Jerobeam, den Sohn Nebats, der Israel zur Abgötterei brachte, und führte Ephraim in Sünde.

    1. Könige 12,28.

  30. Und ihrer Sünden wurde sehr viel, daß sie zuletzt aus ihrem Lande vertrieben wurden.

    2. Könige 17,6-23.

  31. Denn sie erdachten allerlei Abgötterei, bis die Rache über sie kam.

Das 48. Kapitel.

Von Elia, Elisa, dem König Hiskia und Jesaja.

  1. Und der Prophet Elia brach hervor wie ein Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel;

    1. Könige 17,1.

  2. und brachte die teure Zeit über sie, und machte sie geringer an der Zahl durch seinen Eifer.

  3. Denn durch das Wort des Herrn * schloß er den Himmel zu; + dreimal brachte er Feuer herab.

    *Lukas 4,25. +1. Könige 18,38. 2. Könige 1,10.12.

  4. O wie herrlich bist du gewesen, Elia, mit deinen Wunderzeichen! Wer ist so herrlich als du?

  5. Durch das Wort des Höchsten hast du einen Toten auferweckt, und wieder aus der Hölle gebracht.

    1. Könige 17,22.

  6. Du hast Könige gestürzt und umgebracht, und aus ihrem Bette, die herrlich gehalten waren.

    1. Könige 21,19.29. 2. Könige 1,4.16.

  7. Du hast auf dem Berge Sinai gehöret die zukünftige Strafe und in Horeb die Rache.

    1. Könige 19,17.

  8. Du hast Könige gesalbet, die da strafen sollten, und Propheten nach dir verordnet.

    1. Könige 19,15.16.19.

  9. Du bist weggenommen in einem Wetter mit einem feurigen Wagen und Rossen.

    2. Könige 2,11.

  10. Du bist verordnet, daß du strafen sollst zu seiner Zeit, zu stillen den Zorn, ehe der Grimm kommt, das Herz der Väter zu den Kindern zu kehren, und die Stämme Jakobs wiederzubringen.

    Maleachi 3,23.24.

  11. Wohl denen, die dich sehen, und mit Liebe geschmückt sein werden!

  12. Da werden auch wir das rechte Leben haben.

  13. Da Elia im Wetter weg war, da * kam sein Geist auf Elisa reichlich. Zu seiner Zeit erschrak er vor keinem Fürsten, und niemand konnte ihn überwinden.

    *2. Könige 2,9.15.

  14. Nichts war ihm zu schwer, und da er * tot war, weissagte noch sein Leichnam.

    *2. Könige 13,21.

  15. Da er lebte, tat er Zeichen, und da er tot war, tat er Wunder.

  16. Doch half das alles nicht, daß sich das Volk gebessert, und von ihren Sünden gelassen hätte, bis sie aus ihrem Lande vertrieben, und in alle Lande zerstreuet wurden,

  17. und ein klein Häuflein überblieb, und ein Fürst im Hause David.

  18. Unter welchen etliche taten, was Gott gefiel; aber etliche sündigten sehr.

  19. Hiskia befestigte seine Stadt, und leitete Wasser hinein; und er ließ in den Fels graben und Brunnen machen.

    2. Könige 20,20.

  20. Zu seiner Zeit zog herauf Sanherib, und sandte Rabsake (Rabschake); er hub seine Hand auf wider Zion, und trotzte mit großem Hochmut.

    2. Könige 18,13.17.

  21. Da erzitterten ihre Herzen und Hände, und ward ihnen bange wie einem Weibe in Kindsnöten.

  22. Und sie riefen den barmherzigen Herrn an, und huben ihre Hände auf zu ihm.

  23. Und der Heilige im Himmel erhörte sie bald, und erlöste sie durch Jesaja.

    Jesaja 37.

  24. Er schlug das Heer der Assyrer, und sein Engel vertilgte sie.

    2. Könige 19,35.

  25. Denn Hiskia tat, was dem Herrn wohlgefiel, und blieb beständig auf dem Wege Davids, seines Vaters, wie ihn lehrete Jesaja, der ein großer und wahrhaftiger Prophet war in seiner Weissagung.

  26. Zu derselbigen Zeit ging die Sonne wieder zurück, und er verlängerte dem Könige das Leben.

    2. Könige 20,5-11.

  27. Er weissagte mit reichem Geist, was zuletzt geschehen sollte, und gab den Betrübten zu Zion * Trost, damit sie sich für und für trösten möchten.

    *Jesaja 40,1.

  28. Er verkündigte das Zukünftige und Verborgne, ehe denn es kam.

    Jesaja 46,10; 48,5.

Das 49. Kapitel.

Von Josia und den Königen in Juda, mehreren Propheten, berühmten Männern und Erzvätern.

  1. Der Name Josias ist wie ein edel Räucherwerk aus der Apotheke;

  2. er ist süß wie Honig im Munde und wie ein Saitenspiel beim Wein.

  3. Er hatte große Gnade, das Volk zu bekehren, und die Greuel der Abgötterei abzutun.

    2. Könige 23,1-25.

  4. Er wagte es mit ganzem Herzen auf den Herrn; er richtete den rechten Gottesdienst wieder auf, da das Land voll Abgötterei war.

  5. Alle Könige, ausgenommen David, Hiskia und Josia, haben sich verschuldet;

  6. denn sie verließen das Gesetz des Höchsten.

  7. Danach war es aus mit den Königen Judas; denn sie mußten ihr Königreich andern lassen und ihre Herrlichkeit einem fremden Volk.

  8. Die verbrannten die auserwählete Stadt des Heiligtums, und machten ihre Gassen wüste, wie * Jeremia geweissagt hatte,

    *Jeremia 21,10; 34,2; 37,8; 38,23.

  9. welchen sie übel plagten; der * in Mutterleib zum Propheten auserkoren war, daß er ausrotten, zerbrechen und zerstören, und wiederum auch bauen und pflanzen sollte.

    *Jeremia 1,4-10.

  10. Hesekiel sah die Herrlichkeit des Herrn im Gesichte, welche er ihm zeigte auf dem Wagen der Cherubim.

    Hesekiel 1,4-28.

  11. Er hat geweissaget wider die Feinde, und Trost verkündiget denen, die da rechttun.

  12. Und der zwölf Propheten * Gebeine grünen noch, da sie liegen. Denn sie haben Jakob getröstet, und Erlösung verheißen, der sie gewiß hoffen sollten.

    *Kapitel 46,14.

  13. Wie wollen wir * Serubabel preisen, der wie ein + Siegelring an der rechten Hand war?

    *Esra 3,2. +Haggai 2,23.

  14. und * Jesus, den Sohn Jozadaks? welche zu ihrer Zeit den Tempel baueten, und das heilige Haus dem Herrn wieder aufrichteten, das da bleiben sollte zu ewiger + Herrlichkeit.

    *Esra 3,2. +Haggai 2,7.9.

  15. Und * Nehemia ist allezeit zu loben, der uns die zerstöreten Mauern wieder aufgerichtet hat, und die Tore mit Schlössern gesetzt, und unsre Häuser wieder gebauet.

    *Nehemia 2,17; 7,1.

  16. Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich sei; denn er ist von der Erde weggenommen.

    1. Mose 5,24.

  17. Dem Joseph auch nicht, welcher war ein Herr über seine Brüder und Erhalter seines Volks.

    1. Mose 42,6; 50,20.

  18. Seine Gebeine wurden wiederum heimgebracht.

    1. Mose 50,25. Josua 24,32.

  19. * Seth und + Sem sind unter den Leuten in großen Ehren gewesen.

    *1. Mose 4,25. +1. Mose 9,26.

  20. Adam aber ist geehret über alles, was da lebt, daß * er der erste von Gott geschaffen ist.

    *1. Mose 2,7.

Das 50. Kapitel.

Lob des Hohenpriesters Simon. Dankgebet und Schluß des Buches.

  1. Simon, des Onias Sohn, der Hohepriester, der zu seiner Zeit das Haus besserte, und den Tempel befestigte,

  2. und den Grund noch eins so hoch aufführte, und oben den Umgang am Tempel wieder zurichtete;

  3. zu seiner Zeit war der Brunnen verfallen, den faßte er mit Kupfer;

  4. er sorgete für den Schaden seines Volks, und machete die Stadt fest wider die Feinde.

  5. Wie herrlich prangte er, wenn das Volk umzog!

  6. Wenn er hinter dem Vorhang hervorging, so leuchtete er wie der Morgenstern durch die Wolken, wie der volle Mond;

  7. wie die Sonne scheinet auf den Tempel des Höchsten; wie der Regenbogen mit seinen schönen Farben;

  8. wie eine schöne Rose im Lenze; wie die Lilien am Wasser, wie der Weihrauchbaum zur Sommerszeit;

  9. wie ein angezündeter Weihrauch im Rauchfaß;

  10. wie ein Kelch von getriebenem Gold, mit allerlei Edelsteinen gezieret;

  11. wie ein fruchtbarer Ölbaum und wie der höchste Zypressenbaum.

  12. Wenn er den schönen langen Rock anlegte, und * den ganzen Schmuck anzog, und zum heiligen Altar trat, so zierte er das ganze Heiligtum umher.

    *2. Mose 28,4.

  13. Wenn er aber aus der Priester Händen die Opferstücke nahm, und bei dem Feuer stund, das auf dem Altar brannte,

  14. so stunden seine Brüder rings um ihn her wie die Zedern, auf dem Libanon gepflanzt, und umringeten ihn wie Palmzweige;

  15. und alle Kinder Aaron in ihrem Schmuck, und hatten des Herrn Opfer in ihren Händen vor der ganzen Gemeine Israel.

  16. Und er richtete sein Amt aus auf dem Altar, und tat also dem Höchsten, dem Allmächtigen, ein feines Opfer.

  17. Er reckte seine Hand aus mit dem Trankopfer, und opferte roten Wein, und goß an den Boden des Altars zum süßen Geruch dem Höchsten, der aller König ist.

  18. Da riefen die Kinder Aaron laut, und * bliesen mit Trompeten, und töneten hoch, daß ihrer gedacht würde vor dem Höchsten.

    *2. Chronik 7,6.

  19. Da fiel alsobald alles Volk mit einander zur Erde auf ihr Angesicht, und beteten zum Herrn, ihrem allmächtigen, höchsten Gott.

  20. Und die Sänger lobeten ihn mit Psalmen, und das ganze Haus erscholl von dem süßen Getöne.

  21. Und das Volk betete zum Herrn, dem Höchsten, daß er gnädig sein wolle, bis der Gottesdienst aus war, und sie ihr Amt vollendet hatten.

  22. Wenn er nun wieder herabging, so reckte er seine Hand aus über die ganze Gemeine der Kinder Israel, und gab ihnen den Segen des Herrn mit seinem Munde, und wünschte ihnen Heil in seinem Namen.

  23. Da beteten sie abermal, und nahmen den Segen an von dem Höchsten.

  24. Nun danket alle Gott, der * große Dinge tut an allen Enden; der uns von Mutterleib an lebendig erhält, und tut uns alles Gute.

    *Joel 2,21.

  25. Er gebe uns ein fröhlich Herz, und verleihe immerdar Frieden zu unsrer Zeit in Israel,

  26. und daß seine Gnade stets bei uns bleibe, und erlöse uns, solange wir leben.

  27. Zweierlei Volk bin ich von Herzen feind; dem dritten aber bin ich so gram als sonst keinem:

  28. dem Volk, das da wohnet * auf dem Gebirge Seїr, den Philistern und dem tollen Pöbel zu Sichem.

    *1. Mose 36,8.9.

  29. Diese Lehre und Weisheit hat in dies Buch geschrieben Jesus, der Sohn Sirachs, von Jerusalem, und aus seinem Herzen solche Lehre geschüttet.

  30. Wohl dem, der sich hierin übet! Und wer's zu Herzen nimmt, der wird weise werden.

  31. Und wo er danach tut, so wird er zu allen Dingen tüchtig sein; denn des Herrn Licht leitet ihn.

Das 51. Kapitel.

Gebet und Schlußvermahnung.

Ein Gebet Jesu, des Sohns Sirachs.

  1. Ich danke dir, Herr, mein König, und lobe dich, Gott, meinen Heiland.

  2. Ich danke deinem Namen, daß du mein Schutz und Hilfe bist,

  3. und meinen Leib aus dem Verderben, vom Strick der falschen Zunge und den Lügenmäulern erlöset hast;

  4. und hast mir geholfen wider die Feinde, und hast mich errettet nach deiner großen und hochgerühmten Barmherzigkeit von dem Brüllen derer, die mich fressen wollten;

  5. aus der Hand derer, die mir nach dem Leben stunden, aus vielen Trübsalen, darin ich lag;

  6. aus dem Brande, der mich umgeben hatte, mitten aus dem Feuer, das ich nicht angezündet hatte, aus dem tiefen Rachen der Hölle;

  7. von den falschen Kläffern und Lügnern vor dem Könige und von ungerechtem Urteil.

  8. Ich war dem Tode nahe, und mein Leben war schier zur Hölle gesunken;

  9. ich war umringet, und niemand half mir;

  10. ich suchte Hilfe bei den Menschen, und fand keine.

  11. Da gedachte ich, Herr, an deine Barmherzigkeit, und wie du allezeit geholfen hast;

  12. denn du errettest alle, die auf dich harren, und erlösest sie aus den Händen der Heiden.

  13. Ich betete zu Gott wider ihren Grimm, und flehte um Erlösung vom Tod;

  14. und rief an den Herrn, meinen Vater und Herrscher, daß er mich nicht verließe in der Not, und wenn die Stolzen trotzeten, und ich keine Hilfe hatte.

  15. Ich lobe deinen Namen ohne Unterlaß, und ich preise und danke dir; denn mein Gebet ist erhöret,

  16. und du hast mich errettet aus dem Verderben und von allem Übel.

  17. Darum will ich dir, Herr, danken und loben, und deinen Namen preisen.

  18. Da ich noch jung war, ehe ich verführet ward, * suchte ich die Weisheit ohne Scheu mit meinem Gebet.

    *1. Könige 3,9.

  19. Im Tempel bat ich drum, und will sie bis an mein Ende suchen.

  20. Mein Herz freute sich über ihr, als wenn die Trauben reifen.

  21. Ich ging strackes Weges zu ihr, und forschte von Jugend auf nach ihr; ich horchte drauf, und nahm sie an.

  22. Da lernte ich wohl, und nahm sehr zu durch sie.

  23. Darum danke ich dem, der mir Weisheit gab.

  24. Ich setzte mir vor, danach zu tun, und mich zu fleißigen des Guten; und ich werde nicht zu Schanden werden.

  25. Ich rang von Herzen danach, und war fleißig, danach zu tun.

  26. Ich hub meine Hände auf gen Himmel;

  27. da ward meine Seele erleuchtet durch die Weisheit, daß ich meine Torheit erkannte.

  28. Ich stund mit Ernst nach ihr; sie und ich wurden Ein Herz von Anfang, und fand sie rein. Darum werde ich nicht verworfen werden.

  29. Meinem Herzen verlangte nach ihr, und ich kriegte einen guten Schatz.

  30. Der Herr hat mir durch sie eine neue Zunge gegeben, damit will ich ihn loben.

  31. Macht euch her zu mir, ihr Unerfahrnen, und kommt zu mir in die Schule;

  32. und was euch fehlet, das könnt ihr hie lernen; denn ihr seid gewißlich sehr durstig.

  33. Ich habe meinen Mund aufgetan, und gelehret. Denkt nun, und kauft euch Weisheit, weil ihr sie * ohne Geld haben könnt.

    *Jesaja 55,1.

  34. Und ergebt euren Hals unter ihr Joch, und laßt euch ziehen; man findet sie jetzt in der Nähe.

  35. Sehet mich an; ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt, und habe großen Trost gefunden.

  36. Nehmet die Lehre an wie einen großen Schatz Silbers, und behaltet sie wie einen großen Haufen Goldes.

  37. Freuet euch der Barmherzigkeit Gottes, und schämet euch seines Lobens nicht.

  38. Tut, was euch geboten ist, weil ihr * die Zeit habt, so wird er's euch wohl belohnen zu seiner Zeit.

    *Galater 6,10.

DAS BUCH BARUCH