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DIE BIBEL
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Apokryphen
DAS BUCH
JESUS SIRACH.
Kapitel 1 –
18
Vorrede.
Vieles und Großes ist
uns gegeben durch das Gesetz und die Propheten und die andern, so
denselbigen nachgefolget; daher man muß Israel billig loben
um solche Weisheit und Lehre.
Lukas 24,44.
Darum sollen nicht allein die,
so es haben und lesen, weise daraus werden, sondern auch denen in
der Fremde dienen mit Lehren und Schreiben.
So hat mein Großvater
Jesus, nachdem er sich sonderlich befleißiget, zu lesen das
Gesetz, die Propheten und die andern Bücher, so uns von
unsern Vätern gelassen sind, und sich wohl drinnen geübt
hatte, sich vorgenommen, auch etwas zu schreiben von Weisheit und
guten Sitten;
auf daß die, so gerne
lernen und klug werden wollten, desto verständiger und
geschickter würden, ein gut Leben zu führen.
Darum bitte ich, ihr
wollet es freundlich annehmen, und mit Fleiß lesen, und uns
zugut halten, so wir etwa in einigen Worten gefehlt haben, obwohl
wir allen Fleiß getan haben, recht zu dolmetschen.
Denn was in hebräischer
Sprache geschrieben ist, das lautet nicht so wohl, wenn man's
bringet in eine andere Sprache;
nicht allein dieses mein Buch,
sondern auch das Gesetz selber und die Propheten und die übrigen
Bücher lauten gar viel anders, wenn sie in ihrer eigenen
Sprache geredet werden.
Als ich nun gen Ägypten
kam, im achtunddreißigsten Jahr des Königs Ptolemäus
Euergetes, und drinnen blieb, gewann ich Raum, viel Gutes zu
lesen und zu schreiben.
Darum sah ich's für gut
und not an, daß ich den Fleiß und die Mühe drauf
legete, und dies Buch verdolmetschte.
Und dieweil ich Zeit hatte,
arbeitete ich, und kehrte Fleiß an, daß ich dies Buch
fertig machte, und an den Tag brächte, auf daß auch
die in der Fremde, so lernen wollen, sich zu guten Sitten
gewöhnen, auf daß sie nach dem Gesetze des Herrn leben
mögen.
Das 1. Kapitel.
Ruhm der Weisheit und der Furcht Gottes.
Alle Weisheit ist von
Gott, dem Herrn, und ist bei ihm ewiglich.
Sprüche
2,6; 8,22.
Wer hat zuvor gedacht, wie
viel Sand im Meer, wie viel Tropfen im Regen und wie viel Tage
der Welt werden sollten?
Wer hat zuvor gemessen, wie
hoch der Himmel, wie breit die Erde, wie tief das Meer sein
sollte? Wer hat Gott je gelehret, was er machen sollte?
Jesaja
40,12-14.
Denn seine Weisheit ist vor
allen Dingen.
Das Wort Gottes, des
Allerhöchsten, ist der Brunnen der Weisheit, und das ewige
Gebot ist ihre Quelle.
Wer könnte sonst wissen,
wie man die Weisheit und Klugheit erlangen sollte?
Einer ist weise, der
Allerhöchste, der Schöpfer aller Dinge, allmächtig,
ein gewaltiger König und sehr erschrecklich,
der auf seinem Thron sitzet,
ein herrschender Gott;
der hat sie durch seinen
heiligen Geist verkündiget, der hat alles zuvor gedacht,
gewußt und gemessen;
und hat die Weisheit
ausgeschüttet über alle seine Werke und über alles
Fleisch nach seiner Gnade, und gibt sie denen, so ihn lieben.
Die Furcht des Herrn
ist Ehre und Ruhm, Freude und eine schöne Krone.
Die Furcht des Herrn macht das
Herz fröhlich, und gibt Freude und Wonne ewiglich.
Wer den Herrn fürchtet,
dem wird's wohlgehen in der letzten Not, und wird endlich den
Segen behalten.
Gott lieben, das ist die
allerschönste Weisheit,
und wer sie ersiehet, der
liebt sie; denn er siehet, welch große Wunder sie tut.
Die * Furcht des
Herrn ist der Weisheit Anfang, und ist im Herzensgrund allein
bei den Gläubigen, und wohnet allein bei den auserwähleten
Weibern, und man findet sie allein bei den Gerechten und
Gläubigen.
*Psalm
111,10; Sprüche 1,7; 9,10.
Die Furcht des Herrn ist der
rechte Gottesdienst;
der behütet und macht das
Herz fromm, und gibt Freude und Wonne.
Wer den Herrn fürchtet,
dem wird's wohlgehen, und wenn er Trostes bedarf, wird er
gesegnet sein.
Gott fürchten ist die
Weisheit, die reich machet, und bringet alles Gute mit sich.
Sie erfüllet das ganze
Haus mit ihren Gaben und alle Gemächer mit ihrem Schatz.
Die Furcht des Herrn ist eine
Krone der Weisheit,
und gibt reichen Frieden und
Heil.
Diese Weisheit macht recht
kluge Leute; und wer an ihr festhält, dem hilft sie aus mit
Ehren.
Den Herrn fürchten ist
die Wurzel der Weisheit, und ihre Zweige grünen ewiglich.
Die Furcht des Herrn wehret
der Sünde.
1. Mose
39,9.
Denn wer ohne Furcht fähret,
der gefällt Gott nicht, und seine Frechheit wird ihn
stürzen.
Aber ein Demütiger erharret der Zeit, die ihn trösten
wird.
Denn wiewohl seine Sache eine Zeit lang unterdrückt
wird,
so werden doch die Frommen seine Weisheit rühmen.
Dem Gottlosen ist Gottes Wort ein Greuel; denn es ist ein
Schatz der Weisheit, der ihm verborgen ist.
Mein Sohn, willst du weise werden, so halte die
Gebote, so wird dir Gott die Weisheit geben.
Denn die * Furcht des Herrn ist die rechte Weisheit und
Zucht; und Glaube und Geduld gefallen Gott wohl.
*Sprüche
15,33.
Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei
sei, und diene ihm nicht mit falschem Herzen.
Suche nicht Ruhm bei den Leuten durch Heuchelei, und siehe
zu, was du redest.
Und wirf dich selbst nicht auf, daß du nicht fallest
und zu Schanden werdest,
und der Herr deine Tücke offenbare, und stürze
dich öffentlich vor den Leuten;
darum daß du nicht in rechter Furcht Gott gedienet
hast, und dein Herz falsch gewesen ist.
Das 2. Kapitel.
Vermahnung zur Geduld in Trübsal.
Mein Kind, willst du Gottes Diener sein, so schicke
dich zur Anfechtung.
Sprüche 3,11.
Halte fest und leide dich, und
wanke nicht, wenn man dich davonlocket.
Halt dich an Gott, und weiche
nicht, auf daß du immer stärker werdest.
Alles, was dir widerfähret, das leide, und sei
geduldig in allerlei Trübsal.
Denn gleichwie das Gold durchs Feuer, also werden die,
so Gott gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt.
Sprüche 17,3; 1. Petrus 1,7; 4,12.
Vertraue Gott, so wird
er dir aushelfen; richte deine Wege, und hoffe auf ihn!
Psalm 37,5.
Die ihr den Herrn fürchtet,
vertrauet ihm; denn es wird euch nicht fehlen.
Die ihr den Herrn fürchtet,
hoffet des Besten von ihm, so wird euch Gnade und Trost allezeit
widerfahren.
Die ihr den Herrn fürchtet,
harret seiner Gnade, und weichet nicht, auf daß ihr nicht
zu Grund gehet.
Sehet an die Beispiele der
Alten, und merket sie.
Wer ist jemals zu Schanden
worden, der auf ihn gehoffet hat?
Wer ist jemals verlassen, der
in der Furcht Gottes blieben ist? Oder wer ist jemals von ihm
verschmähet, der ihn angerufen hat?
Denn der Herr ist * gnädig
und barmherzig, und vergibt Sünden, und hilft in der Not.
*2. Mose
34,6.7.
Weh denen, so an Gott
verzagen, und nicht festhalten, und dem Gottlosen, der hin und
wieder wanket!
Weh den Verzagten! denn sie glauben nicht, darum werden
sie auch nicht beschirmet.
Weh denen, so nicht beharren!
Wie will es ihnen gehen, wenn sie der Herr heimsuchen
wird?
Die den Herrn fürchten, glauben seinem Wort;
und die ihn lieb haben, halten seine Gebote.
Die den Herrn fürchten, tun was ihm wohlgefällt;
und die ihn lieb haben, halten das Gesetz recht.
Die den Herrn fürchten, bereiten ihr Herz, und
demütigen sich vor ihm und sprechen:
Wir wollen lieber in die Hände des Herrn fallen denn
in die Hände der Menschen;
2. Samuel 24,14.
denn seine Barmherzigkeit ist ja so groß, als er
selber ist.
Das 3. Kapitel.
Vom Gehorsam gegen die Eltern und von wahrer Demut.
Lieben Kinder,
gehorchet mir, eurem Vater,
und lebet also, auf daß
es euch wohlgehe.
5. Mose
5,16.
Denn der Herr will den Vater
von den Kindern geehret haben; und was eine Mutter die Kinder
heißet, will er gehalten haben.
2. Mose
20,12.
Wer seinen Vater ehret, des
Sünden wird Gott nicht strafen;
und wer seine Mutter ehret,
der sammelt einen guten Schatz.
Wer seinen Vater ehret, der
wird auch Freude an seinen Kindern haben; und wenn er betet, so
wird er erhöret.
Wer seinen Vater ehret, der
wird desto länger leben; und wer um des Herrn willen
gehorsam ist, an dem hat die Mutter einen Trost.
Wer den Herrn fürchtet,
der ehret auch den Vater, und dienet seinen Eltern, und hält
sie für seine Herrn.
Ehre Vater und Mutter mit der Tat, mit Worten und
Geduld;
auf daß ihr Segen über dich komme.
Denn des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser,
aber der Mutter Fluch reißet sie nieder.
Spotte deines Vaters Gebrechen
nicht; denn es ist dir keine Ehre.
1. Mose
9,25.
Denn den Vater ehren, ist
deine eigne Ehre, und deine Mutter verachten, ist deine eigne
Schande.
Liebes Kind, * pflege deines
Vaters im Alter, und betrübe ihn ja nicht, solange er lebet;
*Sprüche
23,22.
und halt ihm zugut, ob er
kindisch würde, und verachte ihn ja nicht darum, daß
du geschickter bist.
Denn der Wohltat, dem Vater
erzeigt, wird nimmermehr vergessen werden; und wird dir Gutes
geschehen, ob du auch wohl ein Sünder bist.
Und dein wird gedacht werden
in der Not, und deine Sünden werden vergehen wie das Eis vor
der Sonne.
Wer seinen Vater verläßt,
der ist, als der Gott lästert; und wer seine Mutter
betrübet, der ist verflucht vom Herrn.
Sprüche
19,26.
Liebes Kind, bleib gern im niedrigen Stande; das ist
besser denn alles, da die Welt nach trachtet.
Römer 12,16.
Je höher du bist, je mehr demütige dich, so
wird dir der Herr hold sein.
Denn der Herr ist der Allerhöchste und tut doch
große Dinge durch die Demütigen.
Stehe nicht nach höherm
Stande, und denke nicht über dein Vermögen;
sondern was Gott dir befohlen
hat, des nimm dich stets an. Denn es frommet dir nichts, daß
du gaffest nach dem, das dir nicht befohlen ist.
Und was deines Amts nicht ist, da laß deinen
Vorwitz.
Denn dir ist schon mehr befohlen, als du kannst
ausrichten.
Solcher Dünkel hat viele
betrogen; und ihre Vermessenheit hat sie gestürzt.
Denn wer sich gern in Fahr
(Gefahr)
gibt, der verdirbt drinnen;
und einem vermessnen Menschen
gehet's endlich übel aus.
Ein vermessner Mensch macht
ihm selbst viel Unglücks, und richtet einen Jammer nach dem
andern an.
Denn Hochmut tut nimmer gut,
und kann nichts denn Arges draus erwachsen.
Kapitel
10,15; Tobias 4,14.
Ein vernünftiger
Mensch lernet Gottes Wort gern;
und wer die Weisheit lieb hat,
der höret gerne zu.
Wie das Wasser ein brennend
Feuer löscht, also tilget das Almosen die Sünden.
Daniel 4,24;
Tobias 4,11.
Und der oberste * Vergelter
wird's hernachmals gedenken, und wird ihn im Unfall erhalten.
*Matthäus
6,3.4.
Das 4. Kapitel.
Ermahnung zur Wohltätigkeit. Hoher Wert der Weisheit.
Wahre und falsche Scham.
Liebes Kind, laß
den Armen nicht Not leiden, und sei nicht hart gegen den
Dürftigen.
Kapitel
14,13.14.
Verachte den Hungrigen nicht,
und betrübe den Dürftigen nicht in seiner Armut.
Einem betrübten Herzen
mache nicht mehr Leides, und verzeuch die Gabe dem Dürftigen
nicht.
Die Bitte des Elenden schlage
nicht ab, und wende dein Angesicht nicht von dem Armen.
Tobias 4,7.
Wende deine Augen nicht von
dem Dürftigen, auf daß er nicht über dich klage.
Denn der ihn gemacht hat,
erhöret sein Gebet, wenn er mit traurigem Herzen über
dich klaget.
Sprüche
22,2.
Sei nicht zänkisch vor
Gericht, und halte den Richter in Ehren.
Höre den Armen gerne, und
antworte ihm freundlich und sanft.
Errette den, dem Gewalt
geschieht, von dem, der ihm Unrecht tut; und sei unerschrocken,
wenn du urteilen sollst.
Halt dich gegen die Waisen wie
ein Vater, und nimm dich ihrer Mutter an wie ihr Mann,
Hiob 29,16;
31,16-18.
so wirst du sein wie ein Sohn
des Allerhöchsten, und er wird dich lieber haben, denn dich
deine Mutter hat.
Die Weisheit erhöhet
die Kinder, und nimmt die auf, die sie suchen.
Wer sie lieb hat, der hat das
Leben lieb; und wer sie fleißig suchet, wird große
Freude haben.
Wer fest an ihr hält, der
wird große Ehre erlangen; und was er vornimmt, da wird der
Herr Glück zu geben.
Wer ihr dienet, der tut den *
rechten Gottesdienst; und wer sie lieb hat, den hat der Herr auch
lieb.
*1. Samuel
15,22.
Wer ihr gehorchet, der kann
andre Leute lehren; und wer sich zu ihr hält, der wird
sicher wohnen.
Wer ohne Falsch ist, der wird
sie erlangen, und seine Nachkommen werden gedeihen.
Und ob sie zum ersten sich
anders gegen ihm stellet,
und macht ihm angst und bange,
und prüfet ihn mit ihrer Rute, und versucht ihn mit ihrer
Züchtigung, bis sie befindet, daß er ohne Falsch sei:
so wird sie dann wieder zu ihm
kommen auf dem rechten Wege, und ihn erfreuen,
und wird ihm offenbaren ihr
Geheimnis.
Wo er aber falsch befunden
wird, wird sie ihn verlassen, daß er verderben muß.
Liebes Kind, brauche
der Zeit, und hüte dich vor unrechter Sache,
und schäme dich nicht für
deine Seele, das Recht zu bekennen.
Denn man kann sich so schämen,
daß man Sünde dran tut, und kann sich auch also
schämen, daß man Gnade und Ehre davon hat.
Kapitel
41,19; Markus 8,38.
Laß dich keine Person
bewegen dir zum Schaden, noch erschrecken dir zum Verderben,
sondern bekenne das Recht
frei,
wenn man den Leuten helfen
soll.
Denn durch Bekenntnis wird die
Wahrheit und das Recht offenbar.
Rede nicht wider die Wahrheit,
sondern laß den Hohn über dich gehen, wo du in der
Sache gefehlet hast.
Schäme dich nicht zu
bekennen, wo du gefehlet hast, und strebe nicht wider den Strom.
Diene einem Narren in seiner
Sache nicht, und siehe seine Gewalt nicht an;
sondern verteidige die
Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der Herr für dich
streiten.
Sei nicht wie die, so sich mit
hohen Worten erbieten, und tun doch gar nichts dazu.
Sei nicht ein Löwe in
deinem Hause, und nicht ein Wüterich gegen dein Gesinde.
Deine Hand soll nicht aufgetan
sein, immer zu nehmen, und zugeschlossen, nimmer zu geben.
Das 5. Kapitel.
Warnung vor gefährlicher Sicherheit und vor
Unvorsichtigkeit im Reden.
Verlaß dich nicht auf deinen Reichtum, und
denke nicht: Ich habe genug für mich.
Folge deinem Mutwillen nicht, ob du es gleich vermagst,
und tue nicht, was dich gelüstet,
und denke nicht: „Wer will mir's wehren?“ Denn
der Herr, der oberste Rächer wird's rächen.
Denke nicht: „Ich habe wohl mehr gesündiget,
und ist mir nichts Böses widerfahren;“ denn der Herr
ist wohl geduldig, aber er wird dich nicht ungestraft lassen.
Und sei nicht so sicher, ob deine Sünde noch nicht
gestraft ist, daß du darum für und für sündigen
wolltest.
Denke auch nicht: Gott ist sehr barmherzig, er wird mich
nicht strafen, ich sündige, wie viel ich will.
Er kann bald also zornig werden, als gnädig er ist;
und sein Zorn über die Gottlosen hat kein Aufhören.
Darum * verzeuch nicht, dich zum Herrn zu bekehren, und
schieb es nicht von einem Tage auf den andern.
*Kapitel 18,22.
Denn sein Zorn kommet plötzlich, und wird's rächen
und dich verderben.
Auf unrecht Gut verlaß dich nicht; denn es hilft
dich nichts, wenn die Anfechtungen kommen werden.
Laß dich nicht einen jeglichen Wind führen,
und folge nicht einem jeglichen Wege, wie die unbeständigen
Herzen tun,
sondern sei beständig in deinem Sinn, und bleibe bei
einerlei Rede.
Sei schnell, zu hören, und antworte, was recht ist,
und übereile dich nicht.
Jakobus 1,19.
Verstehest du die Sache, so unterrichte deinen Nächsten;
wo nicht, so halt dein Maul zu.
Denn Reden bringet Ehre, und Reden bringet auch Schande;
und den Menschen fället seine eigne Zunge.
Sei nicht ein Ohrenbläser, und verleumde nicht mit
deiner Zunge.
Ein Dieb ist ein schändlich Ding; aber ein Verleumder
ist viel schändlicher.
Achte es nicht geringe, es sei klein oder groß.
Das 6. Kapitel.
Warnung vor Unbescheidenheit. Vorschriften des Umgangs mit
Freunden und Feinden. Ermahnung, nach der Weisheit zu streben.
Laß dich nicht
bewegen, daß du deinem Freund gram werdest; denn solcher
Verleumder wird endlich zu Schanden.
Laß dich nicht zu klug
dünken, jedermann zu tadeln,
daß deine Blätter
nicht verwelken, und deine Früchte verderben, und auch
dermaleinst werdest wie ein dürrer Baum.
Denn ein solcher giftiger
Mensch schadet ihm selber, und wird seinen Feinden ein Spott.
Wiederum, wer alles zum besten
auslegt, der machet sich viel Freunde; und wer das Beste zur
Sache redet, von dem redet man wiederum das Beste.
Halt's mit jedermann
freundlich; aber zum Ratgeber nimm unter tausend nur einen.
Vertraue keinem Freunde, du
habest ihn denn erkannt in der Not.
Denn es sind viele Freunde,
solange sie es genießen können; aber in der Not halten
sie nicht.
Kapitel
37,4.
Und ist mancher Freund, der
wird bald Feind, und machet den Streit kund, dir zur Schmach.
Es sind auch etliche
Tischfreunde, und halten nicht in der Not.
Solange dir's wohlgehet, so
ist er dein Geselle, und lebet in deinem Hause, als wäre er
auch Hausherr;
gehet dir's aber übel, so
stehet er wider dich, und läßt sich nirgend finden.
Tue dich von deinen Feinden,
und hüte dich gleichwohl auch vor Freunden.
Ein treuer Freund ist ein
starker Schutz; wer den hat, der hat einen großen Schatz.
Ein treuer Freund ist mit
keinem Geld noch Gut zu bezahlen.
Ein treuer Freund ist ein
Trost des Lebens; wer Gott fürchtet, der kriegt solchen
Freund.
Kapitel
25,12.
Denn wer Gott fürchtet,
dem wird's gelingen mit Freunden; und wie er ist, also wird sein
Freund auch sein.
Liebes Kind, laß
dich die Weisheit ziehen von Jugend auf, so wird ein weiser Mann
aus dir.
Stelle dich zu ihr wie einer,
der da ackert und säet, und erwarte ihre guten Früchte.
Du mußt eine kleine Zeit um ihretwillen Mühe
und Arbeit haben; aber gar bald wirst du ihrer Früchte
genießen.
Bitter ist sie den ungebrochnen Menschen, und ein
Unverständiger bleibet nicht an ihr.
Denn sie ist ihm ein harter Prüfestein, und er wirft
sie bald von sich.
Sie rühmen wohl viel von der Weisheit, aber wissen
wenig drum.
Liebes Kind, gehorche meiner Lehre, und verachte nicht
meinen Rat.
Ergib deine Füße in ihre Fesseln, und deinen
Hals in ihr Halseisen.
Bücke deine Schultern, und trage sie, und sperre dich
wider ihre Bande nicht.
Halte dich zu ihr von ganzem Herzen, und bleibe mit allen
Kräften auf ihrem Wege.
Forsche ihr nach, und suche sie, so wirst du sie finden;
und wenn du sie kriegest, so laß sie nicht von dir.
Denn endlich wirst du Trost an ihr haben, und wird dir
dein Leib in Freude gekehret werden,
und ihre Fesseln werden dir ein starker Schirm, und ihr
Halseisen ein herrlich Kleid werden.
Sie hat eine güldene Krone mit einer Purpurhaube.
Dasselbige Kleid wirst du anziehen, und dieselbige *
schöne Krone wirst du aufsetzen.
*Sprüche 1,9.
Liebes Kind, willst du folgen, so wirst du weise;
und nimmst du es zu Herzen, so wirst du klug.
Wirst du gern gehorchen, so wirst du sie kriegen; und
wirst du deine Ohren neigen, so wirst du weise werden.
Sei gern bei den Alten, und wo ein weiser Mann ist, zu dem
halte dich. Höre gern jegliches Wort Gottes, und merke die
guten Sprüche der Weisheit.
Wo du einen vernünftigen Mann siehest, zu dem komm
mit Fleiß, und gehe stets aus und ein bei ihm.
Betrachte immerdar Gottes Gebote, und gedenke stets an
sein Wort; der wird dein Herz vollkommen machen, und dir geben
Weisheit, wie du begehrest.
Psalm 1,2.
Das 7. Kapitel.
Warnung vor Ungerechtigkeit und vor dem Streben nach Macht
und Ansehen. Vermischte Regeln der Lebensweisheit und Frömmigkeit.
Tue nichts Böses, so widerfähret dir nichts
Böses.
Halt dich vom Ungerechten, so trifft dich nicht
Unglück.
Säe nicht auf den Acker der Ungerechtigkeit, so
wirst du sie nicht ernten siebenfältig.
Sprüche 22,8.
Dringe dich nicht in Ämter
vor Gott, und ringe nicht nach Gewalt beim Könige.
Laß dich's nicht dünken
vor Gott, du seiest tüchtig genug dazu, und laß dich
nicht dünken beim Könige, du seiest weise genug dazu.
Laß dich nicht verlangen, Richter zu sein; denn
durch dein Vermögen wirst du nicht alles Unrecht zu Recht
bringen. Du möchtest dich entsetzen vor einem Gewaltigen,
und das Recht mit Schanden fallen lassen.
Richte nicht Aufruhr an in der Stadt, und hänge dich
nicht an den Pöbel,
auf daß du nicht tragen müssest zweifältige
Schuld; denn es wird keine ungestraft bleiben.
Denke auch nicht: Gott wird dafür mein groß
Opfer ansehen, und wenn ich dafür dem allerhöchsten
Gott opfere, so wird er's annehmen.
Hosea 8,13.
Wenn du * betest, so zweifle nicht,
*Jakobus 1,6.
und sei nicht laß, Almosen zu geben.
Spotte des Betrübten nicht; denn es ist einer, der
kann beides, niedrigen und erhöhen.
Stifte nicht Lüge wider deinen Bruder, noch wider
deinen Freund.
Gewöhne dich nicht an die Lüge; denn das ist
eine schädliche Gewohnheit.
Sei nicht schwätzig bei den Alten; und * wenn du
betest, so mache nicht viel Worte.
*Matthäus 6,7.
Ob dir's sauer wird mit deiner Nahrung und Ackerwerk, das
laß dich nicht verdrießen; * denn Gott hat's so
geschaffen.
*1. Mose 3,17-19.
Verlaß dich nicht drauf, daß der Haufe groß
ist, mit denen du übel tust,
sondern gedenke, daß dir die Strafe nicht ferne ist.
Darum demütige dich von Herzen; denn * Feuer und
Würmer ist Rache über die Gottlosen.
*Jesaja 66,24.
Übergib deinen Freund um keines Guts willen, noch
deinen treuen Bruder um des besten Golds willen.
Scheide dich nicht von einer vernünftigen und frommen
Frau; denn sie ist edler als Gold.
Einen treuen Knecht und fleißigen Arbeiter halt
nicht übel.
Einen frommen Knecht habe lieb, und hindere ihn nicht, wo
er frei werden kann.
Hast du Vieh, so warte sein, und träget dir's Nutz,
so behalt es.
Hast du Kinder, so zeuch (erzieh)
sie, und beuge ihren Hals von Jugend auf.
Hast du Töchter, so bewahre ihren Leib, und verwöhne
sie nicht.
Verheirate deine Tochter, so hast du ein groß Werk
getan, und gib sie einem vernünftigen Mann.
Hast du ein Weib nach deinem Herzen, so laß dich
nicht von ihr wenden, sie zu verstoßen; und vertraue der
Feindseligen nicht.
Ehre deinen Vater von ganzem Herzen, und vergiß
nicht, wie sauer du deiner Mutter worden bist;
und denke, daß du von ihnen geboren bist; und was
kannst du ihnen dafür tun, das sie an dir getan haben?
Fürchte den Herrn von ganzem Herzen, und halt
seine Priester in allen Ehren. Liebe den, der dich gemacht hat,
von allen Kräften; und seine Diener verlaß nicht.
Fürchte den Herrn, und ehre den Priester;
und gib ihm sein Teil, wie * dir geboten ist,
*4. Mose 18,8-21; 5. Mose 12,19.
Erstlinge und Schuldopfer
und Hebopfer, und was mehr geheiliget wird zum Opfer, und
allerlei heilige Erstlinge.
Reiche dem Armen deine Hand, auf daß du reichlich
gesegnet werdest,
Kapitel 14,16.
und deine Wohltat dich angenehm mache vor allen lebendigen
Menschen; ja, * beweise auch an den Toten deine Wohltat.
*2. Samuel 2,5.
Laß die Weinenden nicht ohne Trost, sondern traure
mit den Traurigen.
Römer 12,15.
Laß dich's nicht verdrießen, die Kranken zu
besuchen, denn um deswillen wirst du geliebet werden.
Was du tust, so bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr
Übels tun.
Das 8. Kapitel.
Regeln eines klugen und
rechtschaffenen Betragens gegen andere.
Zanke
nicht mit einem Gewaltigen, daß du ihm nicht in die Hände
fallest.
Zanke
nicht mit einem Reichen, daß er dich nicht überwiege.
Denn
viele lassen sich mit Geld bestechen, und es beweget auch wohl
der Könige Herz.
Zanke
nicht mit einem Schwätzer, daß du nicht Holz zutragest
zu seinem Feuer.
Scherze
nicht mit einem groben Menschen, daß er dein Geschlecht
nicht schmähe.
Rücke
dem nicht auf seine Sünde, der sich bessert, und gedenke,
daß wir alle auch Schuld auf uns haben.
Verachte
das Alter nicht; denn wir gedenken auch, alt zu werden.
* Freue dich nicht, daß dein Feind stirbt; gedenke,
daß wir alle sterben müssen.
*Hiob
31,29.
Verachte nicht, was die Weisen reden, sondern
richte dich nach ihren Sprüchen.
Kapitel 6,34-36.
Denn von ihnen kannst du Zucht lernen, und wie du dich
halten sollst gegen große Leute.
Laß dich nicht klüger dünken denn die
Alten, denn sie haben auch von ihren Vätern gelernet;
denn von ihnen kannst du lernen, wie du sollst antworten,
wo es not ist.
Blase dem Gottlosen nicht sein Feuer auf, daß du
nicht auch mit verbrennest.
Lege dich nicht an einen Lästerer, daß er dir
deine Worte nicht verkehre.
Leihe nicht einem Gewaltigern, denn du bist; leihest du
aber, so achte es als verloren.
Werde nicht Bürge über dein Vermögen; wirst
du aber Bürge, so denke, daß du bezahlest.
Rechte nicht mit dem Richter; denn man spricht das
Urteil, wie er will.
Wandere nicht mit einem Tollkühnen, daß er dich
nicht in Unglück bringe; denn er richtet an, was er will, so
mußt du dann um seiner Torheit willen Schaden leiden.
Hadere nicht mit einem Zornigen, und gehe nicht allein mit
ihm über Feld; denn er achtet Blutvergießen wie
nichts; wenn du dann keine Hilfe hast, so erwürget er dich.
Mit Narren halt keinen Rat, denn sie können kein Wort
bei sich behalten.
Vor einem Fremden tue nichts, das du heimlich halten
willst; denn du weißt nicht, was draus kommen möchte.
Offenbare dein Herz nicht jedermann; er möchte dir
übel danken.
Das 9. Kapitel.
Vorsicht im Umgang mit Weibern und Freunden.
Eifre nicht über
das Weib, das dir vertraut ist; denn solch hartes Aufsehen bringt
nichts Gutes.
Laß deinem Weibe nicht
Gewalt über dich, daß sie nicht dein Herr werde.
Fleuch die Buhlerin, daß
du nicht in ihre Stricke fallest.
Gewöhne dich nicht zu der
Sängerin, daß sie dich nicht fahe mit ihrem Reizen.
Siehe nicht nach den Mägden,
daß du nicht entzündet werdest gegen sie.
1. Mose
34,1.2; Hiob 31,1; Matthäus 5,28.
Hänge dich nicht an die
Huren, daß du nicht um das Deine kommest.
Gaffe nicht in der Stadt hin
und wieder, und laufe nicht durch alle Winkel.
Wende dein Angesicht von
schönen Frauen, und siehe nicht nach der Gestalt anderer
Weiber.
Denn schöne Weiber haben
manchen betöret,
2. Samuel
11,2; Judith 12,17.
und böse Lust entbrennet
davon wie ein Feuer.
Sitze nicht bei eines andern
Weib,
und herze dich nicht mit ihr,
und prasse nicht mit ihr, daß
dein Herz nicht an sie gerate, und deine Sinne nicht betöret
werden.
Gib einen alten Freund
nicht auf; denn du weißt nicht, ob du so viel am neuen
kriegest.
Ein neuer Freund ist ein neuer
Wein; laß ihn alt werden, so wird er dir wohlschmecken.
Eifre nicht über des
Gottlosen große Ehren; denn du weißt nicht, wie es
ein * Ende nehmen wird.
*Psalm
73,17-20.
Laß dir nicht gefallen
der Gottlosen Vornehmen; denn sie werden nicht ungestraft bleiben
bis in die Hölle hinein.
Halt dich fern von dem, so
Gewalt hat zu töten, so darfst du dich nicht besorgen, daß
er dich töte.
Mußt du aber um ihn
sein, so vergreif dich nicht, daß er dir nicht das Leben
nehme, da du dich's am wenigsten versiehest;
und wisse, daß du unter
Stricken wandelst, und gehest auf eitel hohen Spitzen.
Erlerne mit allem Fleiß
deinen Nächsten, und wo du Rat bedarfst, so suche es bei
weisen Leuten.
Und besprich dich mit den
Verständigen, und richte alle deine Sachen nach Gottes Wort.
* Geselle dich zu frommen
Leuten, und + sei fröhlich, doch mit Gottesfurcht.
*Kapitel
37,15 +Tobias
9,12.
Lob weiser Regenten. Warnung vor Stolz und Übermut.
Das Werk lobet den
Meister, und einen weisen Fürsten seine Rede.
Es ist ein fährlich Ding
in einem Regiment um einen Schwätzer; und ein jäher
Wäscher wird zu Schanden.
Das 10. Kapitel.
Ein weiser Regent hält sein Volk in Zucht; und wo
eine verständige Obrigkeit ist, * da gehet es ordentlich zu.
*Sprüche 28,12.
Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute; wie der
Rat ist, so sind auch die Bürger.
Ein König, der selber nicht Zucht gelernet hat,
verderbet Land und Leute; wenn aber die Gewaltigen klug sind, so
gedeihet die Stadt.
Das Regiment im Lande stehet in Gottes Händen;
derselbige gibt ihm zur rechten Zeit einen tüchtigen
Regenten.
Es stehet in Gottes Händen, daß es einem
Regenten gerate; derselbe gibt ihm einen löblichen Kanzler.
Räche nicht an deinem Nächsten alle
Missetat; und kühle dein Mütlein nicht, wenn du strafen
sollst.
Den Hoffärtigen ist Gott und die Welt feind; denn sie
handeln vor allen beiden unrecht.
Um Gewalt, Unrechts und Geizes willen kommt ein Königreich
von einem Volk aufs andre.
Was erhebet sich die arme * Erde und Asche?
*1. Mose 18,27.
Ist er doch ein eitel schändlicher Kot, dieweil er
lebet.
Und wenn der Arzt schon lange dran flickt,
so gehet's doch endlich also: Heute König, morgen
tot.
Und wenn der Mensch tot ist, so fressen ihn Schlangen und
wilde Tiere und Würmer.
Hiob 17,14.
Da kommt alle Hoffart her, wenn ein Mensch von Gott
abfällt, und sein Herz von seinem Schöpfer weichet.
Und Hoffart treibet zu allen
Sünden; und wer darin steckt, der richtet viel Greuel an.
Darum hat der Herr allezeit
den Hochmut geschändet und endlich gestürzet.
Gott hat die Hoffärtigen
Fürsten vom Stuhl heruntergeworfen, und Demütige drauf
gesetzt.
Lukas 1,52.
Gott hat der stolzen Heiden
Wurzel ausgerottet, und Demütige an ihre Stätte
gepflanzet.
Gott hat der Heiden Land
umgekehret und zu Grund verderbet.
Er hat sie verdorren lassen,
und verstöret, und ihren Namen vertilget auf Erden.
Daß die Leute
hoffärtig und grimmig sind, das ist von Gott nicht
geschaffen.
Der Mensch ist nicht böse
geschaffen,
sondern welcher Gott fürchtet,
der wird mit Ehren bestehen; welcher aber Gottes Gebote
übertritt, der wird zu Schanden.
Und die, so Gott fürchten,
halten ihren Regenten in Ehren; darum behütet er sie.
Es soll sich der Reiche und
Arme, der Große und Kleine, keines andern rühmen, denn
daß sie Gott fürchten.
Jeremia
9,22.23.
Es taugt gar nichts, daß
man einen armen Verständigen verschmähe und einen
reichen Gottlosen ehre.
Jakobus
2,5.6.
Fürsten, Herrn und
Regenten sind in großen Ehren; aber so groß sind sie
nicht als der, so Gott fürchtet.
Kapitel
25,14.
Einem weisen Knecht müssen
Freie dienen, und ein vernünftiger Mann murret nicht drum.
Stehe nicht auf deinem eignen
Kopf in deinem Tun, und mache dich nicht stolz, wenn du anderer
bedarfst;
es ist besser, daß einer
seines Tuns warte, dabei er gedeihet, denn sich viel vermesse,
und dabei ein Bettler bleibe.
Mein Kind, in Demut achte
deine Seele hoch, und halte dich selbst in Ehren nach Gebühr.
Denn wer wider seine Seele
sündigt, wer will den gerecht sprechen? und wer will den bei
Ehren erhalten, der sein eignes Leben unehret?
Der Arme wird geehret um
seiner Klugheit willen, und der Reiche um seiner Güter
willen.
Ist aber die Klugheit löblich
an einem Armen, wie viel mehr an einem Reichen! Und was einem
Reichen übel anstehet, das stehet viel mehr dem Armen übel
an.
Das 11. Kapitel.
In demütigem Aufsehen auf Gott muß man sein Glück
suchen, unter den Menschen aber Vorsicht gebrauchen.
Die Weisheit des
Geringen bringet ihn zu Ehren, und setzet ihn mitten unter die
Fürsten.
1. Mose
41,40; Daniel 2,48.
Du sollst niemand rühmen
um seines großen Ansehens willen, noch jemand verachten um
seines geringen Ansehens willen.
Denn die Biene ist ein klein
Vögelein, und gibt doch die allersüßeste Frucht.
Überhebe dich nicht
deiner Kleider, und sei nicht stolz in deinen Ehren; denn der
Herr ist wunderbarlich in seinen Werken, und niemand weiß,
was er tun will.
Viel Tyrannen haben müssen
herunter auf die Erde sitzen, und ist dem die Krone aufgesetzt,
auf den man nicht gedacht hätte.
Viel großer Herrn sind
zu Boden gegangen, und gewaltige Könige sind andern in die
Hände kommen.
Verdamme niemand, ehe du die
Sache zuvor erkennest; erkenne es zuvor, und strafe es dann.
Du sollst nicht urteilen, ehe
du die Sache hörest, und laß die Leute zuvor ausreden.
Menge dich nicht in fremde
Sache, und sitze nicht bei unrechtem Urteil.
Mein Kind, stecke dich
nicht in mancherlei Händel; denn wo du dir mancherlei
vornimmst, wirst du nicht viel dran gewinnen. Wenn du gleich sehr
danach ringest, so erlangest du es doch nicht; und wenn du auch
davonlaufen wolltest, so kommst du doch nicht heraus.
Mancher läßt es
sich sauer werden, und eilet zum Reichtum, und hindert sich nur
selber damit.
Dagegen tut mancher gemach,
der wohl Hilfe bedürfte, ist dazu schwach und arm:
den siehet Gott an mit Gnaden,
und hilft ihm aus dem Elend, und bringt ihn zu Ehren, daß
sich sein viele verwundern.
Es kommt alles von Gott, Glück
und Unglück, Leben und Tod, Armut und Reichtum.
Hiob 1,21;
2,10.
Den Frommen gibt Gott Güter,
die da bleiben;
und was er bescheret, das gedeihet immerdar.
Mancher karget und sparet, und wird dadurch reich,
und denket, er habe etwas vor sich gebracht,
und spricht: Nun will ich gut Leben haben, essen und
trinken von meinen Gütern; und er weiß nicht, daß
sein Stündlein so nahe ist, und muß alles andern
lassen und sterben.
Lukas 12,19.20.
Bleibe in Gottes Wort, und übe dich drinnen,
und beharre in deinem Beruf; und laß dich nicht irren, wie
die Gottlosen nach Gut trachten.
Vertraue du Gott, und bleibe in deinem Beruf;
denn es ist dem Herrn gar leicht, einen Armen reich zu
machen.
Gott segnet den Frommen ihre Güter, und wenn die Zeit
kommt, gedeihen sie bald.
Sprich nicht: Was hilft mich's und was hab ich nun davon?
Sprich nicht: Ich habe genug, wie kann mir's nun fehlen?
Kapitel 5,1.
Wenn dir's wohlgehet, so gedenke, daß dir's wieder
übel gehen kann; und wenn dir's übel gehet, so gedenke,
daß dir's wider wohlgehen kann.
Kapitel 18,25.
Denn der Herr kann einem jeglichen leichtlich vergelten im
Tod, wie er's verdienet hat.
Kapitel 17,19.
Eine böse Stunde machet, daß man aller Freude
vergisset; und wenn der Mensch stirbt, so wird er inne, wie er
gelebt hat.
Rühme niemand vor seinem Ende; denn was einer für
ein Mann gewesen sei, das findet sich an seinen Nachkommen.
Herberge nicht einen jeglichen in deinem Hause;
denn die Welt ist voll Untreue und List.
Ein falsch Herz ist wie ein Lockvogel im Korbe, und
lauert, wie er dich fahen (fangen)
möge.
Denn was er Gutes siehet, deutet er aufs ärgste, und
das Allerbeste schändet er aufs höchste.
Aus einem Funken wird ein groß Feuer, und der
Gottlose höret nicht auf, bis er Blut vergieße.
Hüte dich vor solchen Buben, sie haben nichts Gutes
im Sinn; daß sie dir nicht eine ewige Schande anhängen.
Nimmst du einen Fremden zu dir ein, so wird er dir Unruhe
machen, und dich aus deinem Eigentum treiben.
Das 12. Kapitel.
Wohltätigkeit gegen den Dürftigen, Vorsicht gegen
den Feind.
Willst du Gutes tun, so
siehe zu, wem du es tust, so verdienst du Dank damit.
Tue dem Frommen Gutes, so wird
dir's reichlich vergolten, wo nicht von ihm, so geschieht's
gewißlich vom Herrn.
Aber den bösen Buben, die
nicht danken für die Wohltat, wird's nicht wohlgehen.
Gib dem Gottesfürchtigen,
und erbarme dich des Gottlosen nicht.
Tue Gutes dem Elenden, und gib
dem Gottlosen nicht. Behalte dein Brot vor ihm, und gib ihm
nichts, daß er dadurch nicht gestärket werde, und dich
untertrete.
Du wirst noch eins so viel
Bosheit durch ihn empfahen (empfangen),
als du ihm Gutes getan hast. Denn auch der Allerhöchste ist
den Sündern feind, und wird die Gottlosen strafen.
Wenn's einem wohlgehet,
so kann man keinen Freund recht erkennen; wenn's aber übel
gehet, so kann sich der Feind auch nicht bergen.
Denn wenn's einem wohlgehet,
das verdreußt seinen Feind; wenn's aber übel gehet, so
weichen auch die Freunde von ihm.
Traue deinem Feinde
nimmermehr.
Denn gleichwie das Eisen immer
wieder rostet, also lässet er auch seine Tücke nicht.
Und ob er sich schon neiget
und bücket, so halt doch an dich und hüte dich vor ihm.
Und wenn du gleich an ihm polierest wie an einem Spiegel, so
bleibt er doch rostig.
Zeuch (Zieh)
ihn nicht zu dir, daß er dich nicht wegstoße und
trete an deine Statt. Setze ihn nicht neben dich, daß er
nicht nach deinem Stuhl trachte, und du zuletzt an meine Worte
denken müssest, und dich dann gereuen wird.
Gleich als wenn ein
Schlangenbeschwörer gebissen wird, das jammert niemand, so
wenig als das, so einer mit wilden Tieren umgehet, und von ihnen
zerrissen wird: also gehet's dem auch, der sich an die Gottlosen
hänget, und sich in ihre Sünden menget.
Er bleibet wohl eine Weile bei
dir; aber wenn du strauchelst, so beharret er nicht.
Der Feind gibt wohl gute
Worte, und klaget dich sehr, und stellet sich freundlich,
Jeremia
41,6.7.
kann auch dazu weinen; aber im Herzen denket er, wie er
dich in die Grube fälle; und kriegt er Raum, so kann er
deines Bluts nicht satt werden.
Will dir jemand Schaden tun, so ist er der erste,
und stellet sich, als wolle er dir helfen, und fället
dich meuchlings.
Seinen Kopf wird er schütteln, und in die Faust
lachen, dein spotten, und das Maul aufwerfen.
Das 13. Kapitel.
Kluges Betragen gegen Reiche und Vornehme.
Wer Pech angreift, der
besudelt sich damit; und wer sich gesellet zum Hoffärtigen,
der lernet Hoffart.
Geselle dich nicht zum
Gewaltigen und Reichen, du ladest sonst eine schwere Last auf
dich.
Was soll der irdene Topf bei
dem ehernen Kessel? Denn wo sie an einander stoßen, so
zerbricht er.
Der Reiche tut Unrecht, und
trotzt noch dazu; aber der Arme muß es leiden und dazu
danken.
Solange du ihm nütz bist,
brauchet er dein; aber wenn du nicht mehr kannst, so läßt
er dich fahren.
Weil du hast, so zehret er mit
dir, und bekümmert ihn nichts, daß du verdirbest.
Wenn er dein bedarf, kann er
dich fein äffen, und lächelt dich an, verheißt
dir viel, und gibt dir die besten Worte und spricht: Bedarfst du
etwas?
Und ladet dich einmal oder
drei zu Gast betrüglich, bis er dich um das Deine bringe,
und spottet dein zuletzt.
Und wenn er gleich deine Not
siehet, läßt er dich doch fahren, und * schüttelt
den Kopf über dich.
*Kapitel
12,19.
Darum siehe zu, daß dich
deine Einfältigkeit nicht betrüge
und in Unglück bringe.
Wenn dich ein Gewaltiger will
zu sich ziehen, so weigere dich, so wird er dich desto mehr zu
sich ziehen.
Dränge dich nicht selbst
zu ihm, daß du nicht verstoßen werdest; entzeuch
(entzieh)
dich auch nicht zu sehr, daß man dich zur Not brauchen
könne.
Geh nicht darauf aus, mit ihm
zu reden wie mit deinesgleichen, und traue nicht seinen vielen
Worten; denn er versucht dich damit, und mit seinen freundlichen
Gebärden holet er dich aus.
Wenn er ungnädig wird, so
bleibet's nicht bei solchen freundlichen Worten,
und scherzet nicht mit Strafen
und Gefängnis.
Darum hüte dich und siehe
dich wohl vor;
du lebest in großer Fahr
(Gefahr).
Ein jeglich Tier hält
sich zu seinesgleichen, und jeglicher Mensch zu dem, der ihm am
nächsten ist.
Jegliches Fleisch liebt seine
eigne Art; so soll auch ein Mann sich gesellen zu seinesgleichen.
Es ist eben, als wenn sich der
Wolf zum Schaf gesellte, wenn ein Gottloser sich zum Frommen
gesellet.
Wie die Hyäne mit dem
Hunde sich gesellet, also auch der Reiche mit dem Armen.
Wie der Löwe das Wild
frißt in der Heide, so fressen die Reichen die Armen.
Wie beim Hoffärtigen
unwert ist, was gering ist, also ist der Arme dem Reichen auch
unwert.
Wenn der Reiche fallen will,
so helfen ihm seine Freunde auf; wenn der Arme fällt, stoßen
ihn auch seine Freunde zu Boden.
Wenn ein Reicher nicht recht
getan hat, so sind viele, die ihm überhelfen; wenn er sich
mit Worten vergriffen hat, so muß man's lassen recht sein.
Wenn aber ein Armer nicht
recht getan hat, so kann man's aufmutzen; und wenn er gleich
weislich redet, so findet's doch keine Statt.
Wenn der Reiche redet, so
schweiget jedermann, und sein Wort hebt man in den Himmel.
Psalm 73,9.
Wenn aber der Arme redet, so
spricht man: Wer ist der? und so er fehlet, so muß er
herhalten.
Reichtum ist gut, wenn man ihn
ohne Sünde brauchet; aber Armut des Gottlosen lehret ihn
viel Böses reden.
Was einer im Sinn hat,
das siehet man ihm an den Augen an, es sei Gutes oder Böses.
Hat er Gutes im Sinn, so
siehet er fröhlich auf; wer aber mit heimlichen Tücken
umgehet, kann nicht Ruhe davor haben.
Das 14. Kapitel.
Wohl dem, der nicht bösen
Rat gibt, und davon nicht bös Gewissen hat!
Wohl dem, der kein bös
Gewissen hat, und seine Zuversicht ihm nicht entfallen ist!
Warnung vor Geiz
Einem Knauser stehet's nicht wohl an, daß er reich
ist; und was soll Geld und Gut einem kargen Hunde?
Wer viel sammelt, und ihm selber nichts Gutes tut, der
sammelt's andern, und andere werden's verprassen.
Prediger 2,21; 3,8; 5,12-16; 6,2.
Wer ihm selber nichts Gutes tut, was sollte der andern
Gutes tun? Er wird seines Guts nimmer froh.
Es ist kein schändlicher Ding, denn daß einer
ihm selbst nichts Gutes gönnet; und das ist die rechte Plage
für seine Bosheit.
Sprüche 11,17.
Tut er etwas Gutes, so weiß er nichts drum, und
zuletzt offenbart er seine Bosheit.
Das ist ein böser Mensch, der nicht sehen mag, daß
man den Leuten Gutes tut, sondern wendet sein Angesicht weg, und
erbarmet sich niemands.
Ein vorteilischer Mensch läßt sich nimmer
genügen an seinem Teil; und der Geiz macht die Seele dürre.
Ein Neidischer siehet nicht gern essen, und tut ihm wehe,
wenn er soll zu essen geben.
Sprüche 23,6-8.
Mein Kind, tue dir selbst Gutes von dem Deinen, und
gib dem Herrn Opfer, die ihm gebühren.
Gedenke, daß der Tod nicht säumet; und du weißt
ja wohl, daß du keinen Bund mit dem Tod hast.
Tue Gutes dem Freund vor deinem Ende, und * reiche dem
Armen nach deinem Vermögen.
*Tobias 4,8.9.
Vergiß der Armen nicht, wenn du den fröhlichen
Tag hast, so wird dir auch Freude widerfahren, die du begehrest.
Lukas 14,12-14.
Du mußt doch deinen sauren Schweiß andern
lassen, und deine Arbeit den Erben übergeben.
* Gib gern, so wirst du wieder empfahen (empfangen),
und gönne deiner Seele Gutes.
*Lukas 6,38.
Denn wenn du tot bist, so hast du ausgezehret.
Alles Fleisch verschleißt wie ein Kleid, denn es ist
der alte Bund: Du mußt sterben!
Jesaja 40,6.
Wie mit den grünen Blättern auf einem schönen
Baum – etliche fallen ab, etliche wachsen wieder –
also gehet's mit den Leuten auch, etliche sterben, etliche werden
geboren.
Alles vergängliche Ding muß ein Ende nehmen;
1. Johannes 2,17.
und die damit umgehen, fahren auch mit dahin.
Vom Nutzen der Weisheit. Ursache der Sünden.
Wohl dem, der
stets mit Gottes Wort umgehet, und dasselbe auslegt und lehret,
Psalm 1,2.
der's von Herzen betrachtet,
und gründlich verstehen lernet, und der Weisheit immer
weiter nachforschet, und schleicht ihr nach, wo sie hingehet.
Sprüche
2,2-6.
Und gucket zu ihrem Fenster
hinein, und horcht an der Tür,
sucht Herberge nahe bei ihrem
Hause, und richtet an ihrer Wand seine Hütte auf, und ist
ihm eine gute Herberge.
Er bringet seine Kinder auch
unter ihr Dächlein, und bleibt unter ihrer Laube.
Darunter wird er vor der Hitze
beschirmet, und ist ihm eine herrliche Wohnung.
Das 15. Kapitel.
Solches tut niemand, denn der den Herrn fürchtet, und
wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie.
Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter, und wird ihn
empfahen (empfangen)
wie eine junge Braut.
Sie wird ihn speisen mit Brot des Verstands, und wird ihn
tränken mit Wasser der Weisheit.
Dadurch wird er stark werden, daß er feststehen
kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden
wird.
Sie wird ihn erhöhen über seine Nächsten,
und wird ihm seinen Mund auftun in der Gemeine.
Sie wird ihn krönen mit Freuden und Wonne, und mit
ewigem Namen begaben.
Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können
sie nicht ersehen.
Denn sie ist fern von den Hoffärtigen, und die
Heuchler wissen nichts von ihr.
Das Lob Gottes ist nicht lieblich im Munde des Gottlosen;
denn es kommt nicht vom Herrn.
Denn zu rechtem Lobe gehöret Weisheit, so gibt Gott
Gnade dazu.
Du darfst nicht sagen: „Bin ich abtrünnig
worden, so hat's Gott getan.“ Denn was er hasset, das
solltest du nicht tun.
Jakobus 1,13.
Du darfst nicht sagen: „Er hat mich verführet;“
denn er bedarf keines Gottlosen.
Der Herr hasset alle Abgötterei, und wer ihn
fürchtet, der scheuet sich davor.
Er hat den Menschen von Anfang geschaffen, und ihm die
Wahl gegeben.
1. Mose 2,7.16.17.
Willst du, so halt die Gebote, und tue was ihm gefällt
in rechtem Vertrauen.
Er hat dir Feuer und Wasser vorgestellet; greif zu welchem
du willst.
Der Mensch hat vor sich Leben und Tod; welches er will,
das wird ihm gegeben werden.
5. Mose 30,15.
Denn die Weisheit Gottes ist groß, und er ist
mächtig,
und siehet alles;
Kapitel 23,28.
und * seine Augen sehen auf die, so ihn fürchten; und
er weiß wohl, was recht getan oder Heuchelei ist.
Psalm 34,16.
Er heißt niemand gottlos sein, und erlaubt niemand
zu sündigen.
Das 16. Kapitel.
Unglück durch mißratene Kinder. Gerechtigkeit
Gottes.
Freue dich nicht, daß
du viel ungeratener Kinder hast, und poche nicht darauf, daß
du viel Kinder hast, wenn sie Gott nicht fürchten.
Verlaß dich nicht
darauf, daß sie am Leben bleiben, und traue nicht auf ihr
Vermögen.
Denn es ist besser Ein fromm
Kind denn tausend gottlose.
Und ist besser, ohne Kinder
sterben, denn gottlose Kinder haben.
Ein frommer Mann kann einer
Stadt aufhelfen; aber wenn der Gottlosen gleich viel ist, wird
sie doch durch sie verwüstet.
Des hab ich meine Tage viel
gesehen, und noch viel mehr gehört.
Das Feuer verbrannte den
ganzen Haufen der Gottlosen, und der Zorn ging an über die
Ungläubigen.
Er verschonte der * alten
Riesen nicht, die mit ihrer Stärke zu Boden gingen.
*1. Mose
6,4-7.
Er schonte auch nicht derer,
bei welchen Lot ein Fremdling war, sondern verdammte sie um ihres
Hochmuts willen.
1. Mose
19,9.24.
Und er verderbte ohne
Barmherzigkeit das Volk, und ließ es in seinen Sünden
umkommen.
Also hat er
sechshunderttausend weggerafft, darum daß sie ungehorsam
waren; wie sollte denn ein einiger Ungehorsamer ungestraft
bleiben?
4. Mose
26,65; vergleiche 2. Mose 12,37.
Denn * er ist wohl barmherzig,
aber er ist auch zornig. Er lässet sich versöhnen, und
straft auch greulich. So groß seine Barmherzigkeit ist, so
groß ist auch seine Strafe; und er richtet einen jeglichen,
wie er's verdienet.
*2. Mose
20,5.6; 5. Mose 4,24.31.
Der Gottlose wird mit seinem
Raube nicht entgehen, und des Frommen Hoffnung wird nicht
ausbleiben.
Alle Wohltat wird ihre Stätte
finden; und einem * jeglichen wird widerfahren, wie er's
verdienet hat.
*Römer
2,6.
Sprich nicht: Der HERR
siehet nach mir nicht; wer fragt im Himmel nach mir?
Kapitel
23,25.26; Psalm 94,7.
Unter so großem Haufen
denket er an mich nicht; was bin ich gegen eine so große
Welt?
Denn siehe, der ganze Himmel
allenthalben, das Meer und die Erde beben, wenn er darein sieht.
Die Berge allzumal und die
Grundfesten der Erde zittern, wenn er heimsucht; sollte er denn
in dein Herz nicht sehen?
Aber was er tun will, das
siehet niemand, und die Windsbraut, so vorhanden ist, siehet kein
Mensch.
Und er kann viel tun, des sich
niemand versiehet; und wer kann's aussagen und ertragen, so er
richtet?
Aber solch Dräuen
(Drohen)
ist zu weit aus den Augen;
und wenn's ein roher Mensch
höret, bleibet er doch bei seiner Torheit und bei seinem
Irrtum.
Gottes Werke in der Schöpfung und Regierung der Welt.
Mahnung zur Buße.
Mein Kind, gehorche mir
und lerne Weisheit, und merke auf meine Worte mit Ernst.
Ich will dir eine gewisse
Lehre geben, und dich klärlich unterrichten.
Gott hat von Anfang seine
Werke wohl geordnet,
und einem jeglichen sein eigen
Werk gegeben;
und erhält sie für
und für in solcher Ordnung, daß sie ihr Amt immerdar
ausrichten, daß sie nicht müde noch matt werden, noch
ablassen von ihrem Geschäft,
Kapitel
43,11.
und keins das andre hindere,
sondern sind immerdar seinem Befehl gehorsam.
Weiter hat er auch auf die
Erde gesehen, und sie mit seinen Gütern erfüllet,
und machet das Erdreich voll
Tiere, welche wieder unter die Erde kommen.
Das 17. Kapitel.
Gott hat den Menschen
Geschaffen aus der Erde,
1. Mose 2,7.
und machte ihn wieder zur
Erde;
1. Mose
3,19.
und bestimmte ihnen die Zeit
ihres Lebens, und gab ihnen Macht über das, was auf Erden
ist, und kleidete sie mit Kraft nach ihrer Art, und * schuf sie
nach seinem Bilde.
*1. Mose
1,27.
Er gab ihnen, daß alles
Fleisch sie fürchten mußte, und sie herrschen sollten
über Tiere und Vögel.
Er gab ihnen Vernunft,
Sprache, Augen, Ohren und Verstand und Erkenntnis,
und zeigte ihnen beide, Gutes
und Böses;
und hat sein Auge sonderlich
auf sie gerichtet,
ihnen zu zeigen seine große
Majestät, daß sie loben sollen seinen heiligen Namen,
und erzählen seine großen Taten.
Er hat sie gelehret und ein
Gesetz des Lebens gegeben.
Er hat einen ewigen Bund mit ihnen gemacht und seine
Rechte offenbart.
Sie haben mit ihren Augen seine Majestät gesehen und
mit ihren Ohren seine herrliche Stimme gehöret.
Und er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht!
und befahl einem jeglichen seinen Nächsten.
Ihr Wesen ist immer vor ihm und nicht verborgen.
In allen Landen hat er Herrschaften geordnet;
Römer 13,1.
aber über Israel ist er selbst Herr worden.
1. Samuel 8,7.
Alle ihre Werke sind vor ihm so offenbar wie die Sonne,
und * seine Augen sehen ohne Unterlaß all ihr Wesen.
*Kapitel 23,28.
Auch sind alle ihre Bosheiten ihm unverborgen, und alle
ihre Sünden sind vor ihm offenbar.
Er behält die Wohltat des Menschen wie einen
Siegelring, und die guten Werke wie einen Augapfel.
Und zuletzt wird er aufwachen, und einem jeglichen
vergelten auf seinen Kopf, wie er's verdienet hat.
Römer 2,6.
Aber die sich bessern, läßt er zu Gnaden
kommen; und die da müde werden, tröstet er, daß
sie nicht verzagen.
So bekehre dich nun zum Herrn, und laß dein
sündlich Leben.
Bitte den Herrn, und höre auf vom Bösen.
Kapitel 21,1.
Halte dich zu dem Höchsten, und wende dich vom
Unrecht,
und hasse mit Ernst die Abgötterei.
1. Johannes 5,21.
Wer will den Höchsten loben in der Hölle?
Psalm 6,6.
Denn allein die Lebendigen können loben; die Toten,
als die nicht mehr sind, können nicht loben.
Darum lobe den Herrn, dieweil du lebest und gesund bist.
Gottes unbegreifliche Barmherzigkeit. Von Wohltätigkeit,
zeitiger Buße und Behutsamkeit.
O, wie ist die Barmherzigkeit des Herrn so groß,
und lässet sich gnädig finden denen, so sich zu ihm
bekehren!
Psalm 103,17.
Denn was kann doch ein Mensch
sein, sintemal er nicht unsterblich ist?
Was ist heller denn die Sonne?
und dennoch wird sie verfinstert; und was * Fleisch und Blut
dichtet, das ist ja böses Ding.
*1. Mose
8,21.
Das Heer der Himmelshöhe
hält er in Ordnung; aber alle Menschen sind * Erde und
Staub.
*Kapitel
10,9.
Das 18. Kapitel.
Der da ewig lebet, alles, was
der macht, das ist vollkommen.
1. Mose
1,31.
Der Herr ist allein gerecht;
niemand kann seine Werke aussprechen. Wer kann seine großen
Wunder begreifen?
Wer kann seine große
Macht messen?
Wer kann seine große
Barmherzigkeit erzählen?
Man kann sie weder mindern
noch mehren, und kann seine großen Wunder nicht begreifen.
Aber ein Mensch, wenn er
gleich sein Bestes getan hat, so ist's noch kaum angefangen; und
wenn er meinet, er habe es vollendet, so fehlet es noch weit.
Lukas 17,10.
Denn was ist der Mensch? Wozu
taugt er? Was kann er frommen oder Schaden tun?
Wenn er * lange lebet, so
lebet er hundert Jahre. Gleichwie ein Tröpflein Wassers
gegen das Meer und wie ein Körnlein gegen den Sand am Meer,
so gering sind seine Jahre gegen die Ewigkeit.
*Psalm
90,10.
Darum hat Gott * Geduld mit
ihnen, und schüttet seine Barmherzigkeit aus über sie.
*2. Petrus
3,9.
Er siehet, und weiß
wohl, wie sie alle des Todes sein müssen.
Darum erbarmet er sich desto
reichlicher über sie.
Eines Menschen Barmherzigkeit
gehet allein über seinen Nächsten; aber * Gottes
Barmherzigkeit gehet über alle Welt.
*Psalm
145,9.
Er strafet und züchtiget,
er lehret und pfleget wie ein Hirte seiner Herde.
Er erbarmet sich aller, die
sich ziehen lassen, und fleißig Gottes Wort hören.
Mein Kind, wenn du
jemand Gutes tust, so tu's nicht mit unnützen Reden; und
wenn du etwas gibst, so betrübe ihn nicht mit harten Worten.
Der Tau kühlet die Hitze;
also ist ein gut Wort besser denn die Gabe.
Ja, ein Wort ist oft
angenehmer denn eine große Gabe; und ein holdseliger Mensch
gibt sie alle beide.
Ein Narr aber * rückt's
einem unhöflich auf, und eine unfreundliche Gabe macht
Tränen fließen.
*Kapitel
20,15.
Lerne zuvor selbst, ehe du
andre lehrest.
Hilf dir zuvor selber, ehe du
andere arzneiest.
Strafe dich zuvor selbst, ehe
du andere richtest, so wirst du Gnade finden, wenn andere
gestraft werden.
Spare deine Buße
nicht, bis du krank werdest, sondern bessere dich, weil du noch
sündigen kannst. Verzeuch nicht, fromm zu werden, und harre
nicht mit Besserung deines Lebens bis in den Tod.
Kapitel 5,8.
Und willst du Gott dienen, so
laß dir's ernst sein, auf daß du Gott nicht
versuchest.
Gedenke an den Zorn, der am
Ende kommen wird, und an die Rache, wenn du davon mußt.
Denn wenn man satt ist, soll
man gleichwohl denken, daß man wieder hungern kann; und
wenn man reich ist, soll man denken, daß man wieder arm
werden kann.
Denn es kann vor abends wohl
anders werden, als es am Morgen war; und solches alles geschieht
bald vor Gott.
Ein weiser Mensch ist in
diesem allem sorgfältig, und hütet sich vor Sünden,
weil er noch sündigen kann.
Wer verständig ist, der
nimmt solche Weisheit an, und wer sie kriegt, der lobet sie.
Wer solche Lehre recht
gelernet hat, der kann sich weislich halten, und wohl davon reden
zur Besserung.
Folge nicht deinen
bösen Lüsten, sondern brich deinen Willen.
Denn wo du deinen bösen
Lüsten folgest, so wirst du dich deinen Feinden selbst zum
Spott machen.
Sei nicht ein Prasser, und
gewöhne dich nicht zum Schlemmen,
auf daß du nicht zum
Bettler werdest, und wenn du nimmer Geld im Säckel hast, auf
Wucher nehmen müssest.
DAS
BUCH JESUS SIRACH 19 - 40
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