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DIE WEISHEIT
SALOMOS.
Kapitel 1 -
19
Das 1. Kapitel.
Gerechtigkeit in Wort und Tat ist der Weg zur Weisheit.
Habt Gerechtigkeit lieb, ihr Regenten auf Erden!
Denket dem Herrn nach in frommem Sinn, und suchet ihn mit
einfältigem Herzen!
Denn er * läßt sich finden von denen, so ihn
nicht versuchen, und erscheinet denen, die ihm nicht mißtrauen.
*5. Mose 4,29.
Aber * ruchloser Dünkel scheidet von Gott; und wenn
die Strafe kommt, beweiset sie, was jene für Narren gewesen
sind.
*Jesaja 59,2.
Denn die Weisheit kommt nicht in eine boshaftige Seele,
und wohnet nicht in einem Leibe, der Sünde unterworfen.
Denn der heilige Geist, so ein Geist der Zucht ist,
fleucht die Falschen, und weichet von den Ruchlosen, und wird
verscheucht, wenn Ungerechtigkeit ihm nahen will.
Denn ein leutseliger Geist ist die Weisheit, und lässet
den Lästerer nicht ungestraft. Denn Gott ist Zeuge über
alle * Gedanken, und erkennet alle Herzen gewiß, und höret
alle Worte.
*Psalm 139,2.
Denn der Weltkreis ist voll Geistes des Herrn; und der
allenthalben ist, kennet die Rede.
Darum kann der nicht verborgen bleiben, der das Unrecht
redet; und das Recht, so ihn strafen soll, wird sein nicht
fehlen.
Denn des Gottlosen Anschläge müssen vor Gericht,
und seine Reden müssen vor den Herrn kommen, daß seine
Untugend gestraft werde.
Denn des * Eifrigen Ohr höret alles, und das Spotten
der Lästerer wird nicht verborgen bleiben.
*2. Mose 20,5.
So * hütet euch nun vor dem schädlichen Lästern,
und enthaltet die Zunge vor dem Fluchen. Denn was ihr heimlich
mit einander in die Ohren redet, wird nicht so leer hingehen, und
der Mund, so da lüget, tötet die Seele.
*Psalm 34,14.
Strebet nicht so nach dem Tod mit eurem Irrtum, und ringet
nicht so nach dem Verderben durch eurer Hände Werk.
Denn Gott hat den Tod nicht gemacht, und hat nicht Lust am
Verderben der Lebendigen;
Hesekiel 18,23.
sondern er hat alles geschaffen, daß es im Wesen
sein solle; und was in der Welt geschaffen wird, das ist * gut,
und ist nichts Schädliches drinnen. Dazu ist der Hölle
Reich nicht auf Erden;
*1. Mose 1,31; Sirach 39,21.
denn die Gerechtigkeit ist unsterblich;
sondern die Gottlosen ringen nach dem Tode, beide, mit
Worten und mit Werken. Denn sie halten ihn für einen Freund,
und fahren dahin, und verbinden sich mit ihm; denn sie sind's
auch wert, daß sie seines Teils sind.
Das 2. Kapitel.
Die Gottlosen bereden sich, daß mit dem Tode alles aus
sei, und verfolgen den Gerechten.
Denn es sind rohe Leute
und sagen: „Es ist ein kurz und mühselig Ding um unser
Leben; und wenn ein Mensch dahin ist, so ist's gar aus mit ihm; *
so weiß man keinen nicht, der aus der Hölle
wiederkommen sei.
*Matthäus
22,23; Apostelgeschichte 23,8.
Von ohngefähr sind wir
geboren, und fahren wieder dahin, als wären wir nie gewesen.
Denn das Schnauben in unsrer Nase ist ein Rauch, und der Gedanke
ist ein Fünklein, das sich aus unserm Herzen regt.
Wenn dasselbige verloschen
ist, so ist der Leib dahin wie eine Loderasche, und der Geist
zerflattert wie eine dünne Luft.
Und unsers Namens wird mit der
Zeit vergessen, daß niemand unsers Tuns gedenken wird.
Unser Leben fähret dahin, als wäre eine Wolke
dagewesen, und zergehet wie ein Nebel, von der Sonne Glanz
zertrieben und von ihrer Hitze verzehret.
Unsre Zeit ist, wie ein
Schatten dahinfähret, und wenn wir weg sind, ist kein
Wiederkehren; denn es ist fest versiegelt, daß niemand
wiederkommt.
Wohl her nun, und lasset uns
wohlleben, weil's da ist, und unsers Leibes brauchen, weil er
jung ist!
Jesaja
22,13.
Wir wollen uns mit dem besten
Wein und Salben füllen; laßt uns die Maienblumen nicht
versäumen!
Laßt uns Kränze
tragen von jungen Rosen, ehe sie welk werden!
Unser keiner lasse es ihm
fehlen mit Prangen, daß man allenthalben spüren möge,
wo wir fröhlich gewesen sind! Wir haben doch nicht mehr
davon denn das.
Laßt uns den armen
Gerechten überwältigen, und keiner Witwe schonen; laßt
uns der Greise graues Haar nicht achten!
Was wir nur tun können,
das soll recht sein; denn wer nicht tun kann, was ihn gelüstet,
der gilt nichts.
So laßt uns auf den
Gerechten lauern; denn er macht uns viel Unlust, und setzet sich
wider unser Tun, und schilt uns, daß wir wider das Gesetz
sündigen, und rufet aus unser Wesen für Sünde.
Er gibt vor, daß er Gott
kenne, und rühmet sich Gottes Kind;
straft, was wir im Herzen
haben.
Er ist uns nicht leidlich,
auch nur anzusehen; denn sein Leben reimet sich nicht mit den
andern, und sein Wesen ist gar ein andres.
Er hält uns für
untüchtig, und meidet unser Tun als einen * Unflat; und gibt
vor, wie es + die Gerechten zuletzt gut haben werden; und rühmet,
daß Gott sein Vater sei.
*2. Petrus
2,20 +Jesaja
3,10.
So laßt doch sehen, ob
sein Wort wahr sei, und versuchen, wie es mit ihm ein Ende werden
will.
Ist der Gerechte Gottes Sohn,
so wird er ihm helfen, und ihn erretten von der Hand der
Widersacher.
Matthäus
27,43.
Mit Schmach und Qual wollen
wir ihn peinigen, daß wir sehen, wie fromm er sei, und
erkennen, wie geduldig er sei.
Wir wollen ihn zum
schändlichen Tod verdammen; denn es wird ihm ja Hilfe
werden, wie er sagt.“
Solches schlagen sie
an, und fehlen; ihre Bosheit hat sie verblendet,
daß sie Gottes heimlich
Gericht nicht erkennen. Denn sie haben der Hoffnung nicht, daß
ein heilig Leben belohnet werde, und achten der Ehre nicht, so
unsträfliche Seelen haben werden.
Denn Gott hat den Menschen
geschaffen zum ewigen Leben, und * hat ihn gemacht zum Bilde, daß
er gleich sein soll, wie er ist.
*1. Mose
1,27.
Aber durch des Teufels Neid
ist der Tod in die Welt kommen;
1. Mose
3,1-19; Johannes 8,44.
und die seines Teils sind,
müssen ihn schmecken.
Das 3. Kapitel.
Ungleicher Zustand der Frommen und der Gottlosen in diesem
und jenem Leben.
Aber der Gerechten Seelen sind *
in Gottes Hand, und keine Qual rühret sie an.
*5. Mose
33,3.
Vor den Unverständigen
werden sie angesehen, als stürben sie, und ihr Abschied wird
für eine Pein gerechnet,
und ihre Hinfahrt für ein
Verderben; aber sie sind im Frieden.
Ob sie wohl vor den Menschen
viel Leidens haben, so sind sie doch gewisser Hoffnung, daß
sie nimmermehr sterben.
Römer
5,2.3.
Sie werden ein wenig gestäupt
(geschlagen),
aber viel Gutes wird ihnen widerfahren; denn * Gott versucht sie,
und findet sie, daß sie sein wert sind.
*5. Mose
8,2.
Er * prüfet sie wie Gold
im Ofen, und nimmt sie an wie ein völliges Opfer.
*Jesaja
48,10; Sirach 2,5.
Und zur Zeit, wenn Gott drein
sehen wird, werden sie helle scheinen, und daherfahren wie
Flammen über den Stoppeln.
Matthäus
13,43.
Sie werden die Heiden richten,
und herrschen über Völker; und der Herr wird ewiglich
über sie herrschen.
Die ihm vertrauen, die
erfahren, daß er treulich hält; und die treu sind in
der Liebe, läßt er ihm nicht nehmen. Denn seine
Heiligen sind in Gnaden und Barmherzigkeit, und * er hat ein
Aufsehen auf seine Auserwähleten.
*Kapitel
4,15; Lukas 18,7.
Aber die Gottlosen werden
gestraft werden, nach dem sie gesinnet waren; denn sie achten des
Gerechten nicht, und weichen vom Herrn.
Denn wer die Weisheit und die
Rute verachtet, der ist unselig; und ihre Hoffnung ist nichts,
und ihre Arbeit ist umsonst, und ihr Tun ist nichts nütze.
Ihre Weiber sind Närrinnen,
und ihre Kinder boshaftig. Verflucht ist, was von ihnen geboren
ist.
Denn selig ist die
Unfruchtbare, die unbefleckt ist, die da unschuldig ist des
sündlichen Bettes; dieselbige wird's genießen zur
Zeit, wenn man die Seelen richten wird.
Desselbigen gleichen ein
Unfruchtbarer, der nichts Unrechtes mit seiner Hand tut, noch
Arges wider den Herrn denkt; dem wird gegeben für seinen
Glauben eine sonderliche Gabe und ein besser Teil im Tempel des
Herrn.
Denn gute Arbeit gibt
herrlichen Lohn, und die Wurzel des Verstandes verfaulet nicht.
Aber die Kinder der Ehebrecher
gedeihen nicht, und der Same aus unrechtem Bette wird vertilget
werden.
Kapitel 4,6.
Und ob sie gleich lange
lebeten, so müssen sie doch endlich zu Schanden werden, und
ihr Alter wird doch zuletzt ohne Ehre sein.
Sterben sie aber bald, so
haben sie nichts zu hoffen, noch Trost zur Zeit des Gerichts.
Denn der Ungerechten
Geschlecht nimmt ein bös Ende.
Psalm 37,38;
73,19.
Das 4. Kapitel.
Die Kinder der Ehebrecher. Vom frühzeitigen Sterben der
Gerechten. Ende der Gottlosen.
Besser ist's, keine
Kinder haben, so man fromm ist; denn dasselbige bringet ewiges
Lob; denn es wird bei Gott und den Menschen gerühmet.
Ist es da, so nimmt man es zum
Beispiel an; ist es aber dahin, so sehnt man sich danach, und es
pranget in ewigem Kranz, und behält den Sieg des keuschen
Kampfs.
Aber die fruchtbare Menge der
Gottlosen ist nichts nütze; und was aus der Hurerei
gepflanzt wird, das wird nicht tief wurzeln, noch gewissen Grund
setzen.
Sirach
23,35.
Und ob sie eine Zeit lang an
den Zweigen grünen, werden sie vom Winde bewegt, weil sie
gar lose stehen, und werden vom starken Winde ausgerottet.
Psalm
37,35.36.
Und die unzeitigen Äste
werden zerbrochen; und ihre Frucht ist unnütz, unreif zum
Essen und zu nichts taugend.
Denn die Kinder, so aus unehelichem Beischlaf geboren
werden, müssen zeugen von der Bosheit wider die Eltern, wenn
man sie fraget.
Kapitel 3,16.
Aber der Gerechte, ob er gleich zu zeitig stirbt,
ist er doch in der Ruhe.
Kapitel 3,1; Jesaja 57,2.
Denn ein ehrliches Alter ist nicht, das lange lebet, oder
viel Jahre hat:
Klugheit unter den Menschen ist das rechte graue Haar, und
ein unbefleckt Leben ist das rechte Alter.
Er gefällt Gott wohl, und ist ihm lieb, und wird
weggenommen aus dem Leben unter den Sündern,
1. Mose 5,24.
und wird hingerückt, daß die Bosheit seinen
Verstand nicht verkehre, noch falsche Lehre seine Seele betrüge.
Denn die bösen Beispiele verführen, und
verderben einem das Gute, und die reizende Lust verkehret
unschuldige Herzen.
1. Korinther 15,33.
Er ist bald vollkommen worden, und hat viel Jahre
erfüllet.
Denn seine Seele gefällt Gott; darum eilet er mit ihm
aus dem bösen Leben.
Vers 10.
Aber die Leute, so es sehen, * achten's nicht, und
nehmen's nicht zu Herzen, daß die Heiligen Gottes in Gnade
und Barmherzigkeit sind, und daß er ein Aufsehen auf seine
Auserwähleten hat.
*Jesaja 57,1.
Denn es verdammt der verstorbne Gerechte die lebendigen
Gottlosen, und ein Junger, der bald vollkommen wird, das lange
Leben des Ungerechten.
Sie sehen wohl des Weisen Ende; aber sie merken nicht, was
der Herr über ihm bedacht, und warum er ihn in Sicherheit
gebracht hat.
Sie sehen's wohl, und achten's nicht. Aber * der Herr
verlachet sie, und werden danach schändlich fallen, und eine
Schmach sein unter den Toten ewiglich.
*Psalm 2,4.
Und er wird sie unversehens herniederstürzen, und
wird sie aus dem Grund reißen, daß sie gar zu Boden
gehen.
Und sie werden in Ängsten sein, und * ihr Gedächtnis
wird verloren sein. Sie werden aber kommen verzagt mit dem
Gewissen ihrer Sünden, und ihre eignen Sünden werden
sie unter Augen schelten.
*Sprüche 10,7.
Das 5. Kapitel.
Die Reue der Gottlosen beim Gericht kommt zu spät.
Alsdann wird der
Gerechte stehen mit großer Freudigkeit wider die, so ihn
geängstet haben, und so seine Arbeit verworfen haben.
2.
Thessalonicher1,6.
Wenn dieselbigen dann solches
sehen, werden sie grausam erschrecken vor solcher Seligkeit, der
sie sich nicht versehen hätten;
und werden unter einander
reden mit Reue, und vor Angst des Geistes seufzen: Das ist der,
welchen wir vormals für einen Spott hatten und für ein
höhnisch Beispiel.
Wir Narren hielten sein Leben
für unsinnig und sein Ende für eine Schande.
Wie ist er nun gezählet
unter die Kinder Gottes, und sein Erbe ist unter den Heiligen!
Darum so haben wir des rechten
Weges gefehlet, und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht
geschienen, und die Sonne ist uns nicht aufgegangen.
Wir sind eitel unrechte und
schädliche Wege gegangen, und gewandelt wüste Unwege;
aber des Herrn Weg haben wir nicht gewußt.
Was hilft uns nun die Pracht?
Was bringt uns nun der Reichtum samt dem Hochmut?
Es ist alles dahingefahren wie
* ein Schatten und wie ein Geschrei, das vorüberfähret;
*Kapitel
2,5.
wie ein Schiff auf den
Wasserwogen dahinläuft, von welchem man, so es vorüber
ist, keine Spur finden kann, noch desselbigen Bahn in der Flut;
oder wie ein Vogel, der durch
die Luft fleuget (flieget),
da man seines Weges keine Spur finden kann; denn er regt und
schlägt in die leichte Luft, treibt und zerteilet sie mit
seinen schwebenden Flügeln, und danach findet man kein
Zeichen solches Fluges darinnen;
oder als wenn ein Pfeil
abgeschossen wird zum Ziel, da die zerteilete Luft alsbald wieder
zusammenfällt, daß man seinen Flug dadurch nicht
spüren kann.
Also auch wir, nachdem wir
geboren sind gewesen, haben wir ein Ende genommen;
und haben kein Zeichen der
Tugend bewiesen; aber in unsrer Bosheit sind wir verzehret.
Denn * des Gottlosen Hoffnung
ist wie ein Staub, vom Winde verstreuet, und wie ein dünner
Reif, von einem Sturm vertrieben, und wie ein Rauch, vom Winde
verweht, und wie man eines vergisset, der nur einen Tag Gast
gewesen ist.
*Sprüche
10,25.28.
Aber die Gerechten
werden ewiglich leben, und der * Herr ist ihr Lohn, und der
Höchste sorget für sie.
*1. Mose
1,15.
Darum werden sie empfahen
(empfangen)
* ein herrliches Reich und eine + schöne Krone von der Hand
des Herrn. Denn er wird sie mit seiner Rechten beschirmen, und
mit seinem Arm verteidigen.
*Daniel 7,18
+2. Timotheus 4,8.
Er wird seinen Eifer nehmen
zum Harnisch, und wird die Kreatur rüsten zur Rache über
die Feinde.
Er wird Gerechtigkeit anziehen
zum Panzer, und wird das ernste Gericht aufsetzen zum Helm.
Jesaja
59,17.
Er wird Heiligkeit nehmen zum
unüberwindlichen Schilde;
er wird den strengen Zorn *
wetzen zum Schwert, und die Welt wird mit ihm zum Streit
ausziehen wider die Unweisen.
*Psalm 7,13.
Die Geschosse der Blitze
werden gleich zutreffen, und werden aus den Wolken als von einem
hart gespannten Bogen fahren zum Ziel.
Und wird dicker Hagel fallen
aus der Schleuder des Zorns. So wird auch des Meers Wasser wider
sie wüten, und die Ströme werden sich mit einander
heftig ergießen.
Und wird auch ein starker Wind
sich wider sie legen, und wird sie wie ein Wirbel zerstreuen.
Das 6. Kapitel.
Aufforderung an die Regenten der Erde, nach Gerechtigkeit
und Weisheit zu streben.
Ungerechtigkeit verwüstet alle Lande, und
böses Leben stürzt die Stühle der Gewaltigen.
So höret nun, ihr Könige, und merket; lernet,
ihr Richter auf Erden;
Psalm 2,10.
nehmet zu Ohren, die ihr über viele herrschet, die
ihr euch erhebt über den Völkern!
Denn euch ist die Obrigkeit gegeben vom Herrn, und die
Gewalt vom Höchsten, welcher wird fragen, wie ihr handelt,
und forschen, was ihr ordnet.
Römer 13,1.
Denn ihr seid seines Reichs Amtleute; aber ihr führet
euer Amt nicht fein, und haltet kein Recht, und tut nicht nach
dem, das der Herr geordnet hat.
Er wird gar greulich und kurz über euch kommen, und
es wird ein gar scharf Gericht gehen über die Oberherrn.
Denn den Geringen widerfähret Gnade; aber die
Gewaltigen werden gewaltiglich gestraft werden.
Denn der, so aller Herr ist, wird keines Person fürchten,
noch die Macht scheuen; er hat beide, die Kleinen und Großen,
gemacht, und sorget für alle gleich.
Über die Mächtigen aber wird ein stark Gericht
gehalten werden.
Mit euch, Tyrannen, rede ich, auf daß ihr Weisheit
lernet, und daß ihr nicht in Sünde fallet.
Denn wer heilige Lehre heiliglich behält, der wird
heilig gehalten; und wer dieselbige wohl lernet, der wird wohl
bestehen.
So laßt euch nun meine Rede gefallen; begehrt
sie, und laßt euch lehren!
Denn die Weisheit ist schön und unvergänglich,
und läßt sich gern sehen von denen, die sie lieb
haben, und läßt sich finden von denen, die sie suchen.
Sprüche 8,17.
Ja, sie begegnet und gibt sich selbst zu erkennen denen,
die sie gerne haben.
Wer sie gern bald hätte, bedarf nicht viel Mühe;
er findet sie vor seiner Tür auf ihn warten.
Denn nach ihr trachten, das ist die rechte Klugheit; und
wer wacker ist nach ihr, darf nicht lange sorgen.
Denn sie gehet umher und sucht, wer ihrer wert sei, und
erscheinet ihm gern unterwegen, und hat acht auf ihn, daß
sie ihm begegne.
Denn wer sich gern läßt weisen, da ist
gewißlich der Weisheit Anfang; wer sie aber achtet, der hat
sie lieb.
Wer sie lieb hat, der hält ihre Gebote; wo man aber
die Gebote hält, da ist unvergänglich Wesen gewiß.
Wo aber unvergänglich Wesen ist, da ist man Gott
nahe.
Wer nun Lust hat zur Weisheit, den macht sie zum Herrn.
Habt ihr nun Gefallen an Thron und Zepter, ihr
Herrscher der Völker,
so haltet die Weisheit in Ehren, auf daß ihr
ewiglich herrschet.
Was aber Weisheit ist, und woher sie komme, will ich euch
verkündigen, und will euch die * Geheimnisse nicht
verbergen, sondern forschen von Anfang der Kreatur, und will sie
öffentlich zu erkennen dargeben, und will der Wahrheit nicht
sparen.
*Matthäus 13,35.
Denn ich will mit dem giftigen Neid nicht zu tun haben;
denn derselbige hat nichts an der Weisheit.
Jakobus 3,14.15.
Wenn aber der Weisen viel sind, das ist der Welt Heil; und
ein kluger König ist des Volks Glück.
Darum laßt euch weisen durch meine Worte; das wird
euch frommen.
Das 7. Kapitel.
Der Weisheit Vortrefflichkeit.
Ich bin auch ein
sterblicher Mensch gleichwie die andern, geboren vom Geschlechte
des Ersten, aus Erde geschaffenen Menschen;
und bin ein Fleisch gebildet
im Mutterleibe zehn Monate lang, in Blut zusammengeronnen aus
Mannssamen durch Lust im Beischlafen;
und habe auch, da ich geboren
war, Odem geholet aus der gemeinen Luft; und bin auch gefallen
aufs Erdreich, das uns alle gleich trägt; und Weinen ist
auch gleichwie der andern meine erste Stimme gewesen;
und bin in den Windeln
auferzogen mit Sorgen.
Denn es hat kein König
einen andern Anfang seiner Geburt,
sondern sie haben alle
einerlei Eingang in das Leben und gleichen Ausgang.
Darum so bat ich, und mir ward
Klugheit gegeben; ich rief, und mir kam der Geist der Weisheit.
Und ich hielt sie teurer denn
Königreiche und Fürstentümer, und Reichtum hielt
ich für nichts gegen sie.
Ich verglich ihr keinen
Edelstein; denn alles Gold ist gegen sie wie geringer Sand, und
Silber ist wie Kot gegen sie zu rechnen.
Hiob
28,15.16; Sprüche 8,10.11.
Ich hatte sie lieber denn
gesunden und schönen Leib, und erwählete sie mir zum
Licht; denn der Glanz, so von ihr gehet, verlischet nicht.
Es kam mir aber alles Gute mit
ihr, und unzähliger Reichtum in ihrer Hand.
1. Könige
3,13.
Ich war in allen Dingen
fröhlich. Das macht, die Weisheit ging mir in denselbigen
vor; ich wußte es aber nicht, daß solches von ihr
käme.
Einfältiglich hab ich's
gelernet, mildiglich teile ich's mit; ich will ihren Reichtum
nicht verbergen.
Denn sie ist den Menschen ein
unendlich Schatz; die sein gebrauchen, werden Gottes Freunde, und
sind angenehm, darum daß ihnen gegeben ist, sich weisen zu
lassen.
Gott aber gebe mir, weislich
zu reden, und nach solcher Gabe der Weisheit recht zu gedenken.
Denn er ist's, der auf dem Wege der Weisheit führet, und die
Weisen regiert.
Denn in seiner Hand sind
beide, wir selbst und unsre Rede, dazu alle Klugheit und Kunst in
allerlei Geschäften.
Denn er hat mir gegeben
gewisse Erkenntnis alles Dinges, daß ich weiß, wie
die Welt gemacht ist, und die Kraft der Elemente;
der Zeit Anfang, Ende und
Mittel; wie der Tag zu- und abnimmt; wie die Zeit des Jahrs sich
ändert,
und wie das Jahr herumläuft;
wie die Sterne stehen;
die Art der zahmen und der
wilden Tiere; wie der Wind so stürmet; und was die Leute im
Sinn haben; mancherlei Art der Pflanzen und Kraft der Wurzeln.
Ich weiß alles, was
verborgen und offenbar ist; denn die Weisheit, so aller Kunst
Meister ist, lehrte mich's.
Denn es ist in ihr ein Geist,
der verständig ist, heilig, einig, mannigfaltig, fein,
behend, durchdringend, rein, klar, sanft, freundlich, ernst,
frei, wohltätig,
leutselig, fest, gewiß,
sicher; vermag alles, * siehet alles, und gehet durch alle
Geister, wie verständig, lauter, fein sie sind.
*1.
Korinther 2,10.
Denn die Weisheit ist das
Allerbehendeste; sie fähret und gehet durch alles, so gar
lauter ist sie.
Denn sie ist das Hauchen der
göttlichen Kraft und ein reiner Strahl der Herrlichkeit des
Allmächtigen; darum kann nichts Unreines zu ihr kommen.
Denn sie ist ein Glanz des
ewigen Lichts und ein unbefleckter Spiegel der göttlichen
Kraft und ein Bild seiner Gütigkeit.
Hebräer
1,3.
Sie ist einig und tut doch
alles. Sie bleibt, das sie ist, und verneuet doch alles; und für
und für gibt sie sich in die heiligen Seelen, und macht
Gottes Freunde und Propheten.
Denn Gott liebet niemand, er
bleibe denn bei der Weisheit.
Sie gehet einher herrlicher
denn die Sonne und alle Sterne; und gegen das Licht gerechnet,
gehet sie weit vor.
Denn das Licht muß der
Nacht weichen; aber die Bosheit überwältiget die
Weisheit nimmermehr.
Das 8. Kapitel.
Der Weisheit Nutzen und Frommen.
Sie reicht von einem
Ende zum andern gewaltiglich, und regiert alles wohl.
Dieselbige hab ich
geliebt und gesucht von meiner Jugend auf, und gedachte mir sie
zur Braut zu nehmen; denn ich habe ihre Schöne liebgewonnen.
Sie ist herrliches Adels; denn
ihr Wesen ist bei Gott, und der Herr aller Dinge hat sie lieb.
Johannes
1,1.
Sie ist der heimliche Rat in
Gottes Erkenntnis und ein Angeber seiner Werke.
Kapitel 9,9;
Sprüche 8,22-31.
Ist Reichtum ein köstlich
Ding im Leben: was ist reicher denn die Weisheit, die alles
schafft?
Kapitel
7,8.9.
Tut's aber Klugheit: wer ist
unter allen ein künstlicherer Meister denn sie?
Hat aber jemand Gerechtigkeit
lieb: ihre Arbeit ist eitel Tugend; denn sie lehret Zucht,
Klugheit, Gerechtigkeit und Stärke, welche das Allernützeste
sind im Menschenleben.
Begehrt einer viel Dinge zu
wissen, so kann sie erraten, beide was vergangen und zukünftig
ist. Sie verstehet sich auf verdeckte Worte, und weiß die
Rätsel aufzulösen. Zeichen und Wunder weiß sie
zuvor, und wie es zu den Zeiten und Stunden ergehen soll.
Ich habe es beschlossen, mir
sie * zur Gespielin zu nehmen; denn ich weiß, daß sie
mir ein guter Ratgeber sein wird und ein Tröster in Sorgen
und Traurigkeit.
*Sprüche
7,4.
Ich werde durch dieselbige
Herrlichkeit bei dem Volk haben und Ehre bei den Alten, obschon
ich jung bin.
Ich werde scharf erfunden
werden im Gericht, und bei den Gewaltigen wird man sich mein
verwundern.
1. Könige
3,28.
Wenn ich schweige, werden sie
auf mich harren; wenn ich rede, werden sie aufmerken; wenn ich
fortrede, werden sie die Hände auf ihren Mund legen.
Ich werde einen unsterblichen
Namen durch sie bekommen, und ein ewiges Gedächtnis bei
meinen Nachkommen lassen.
Ich werde Leute regieren, und
Heiden werden mir untertan sein.
Grausame Tyrannen werden sich
fürchten, wenn sie mich hören; und bei dem Volk werde
ich gütig erfunden, und im Krieg ein Held. Komme ich aber
heim, so hab ich meine Ruhe an ihr.
Denn es ist kein Verdruß,
mit ihr umzugehen, noch Unlust, um sie zu sein, sondern Lust und
Freude.
Solches bedachte ich bei mir,
und nahm es zu Herzen; denn welche ihre Verwandten sind, haben
ewiges Wesen;
und welche ihre Freunde sind,
haben reine Wollust; und kommt unendlicher Reichtum durch die
Arbeit ihrer Hände und Klugheit durch ihre Gesellschaft und
Gespräch und ein guter Ruhm durch ihre Gemeinschaft und
Rede. Darum bin ich umhergegangen zu suchen, daß ich sie zu
mir brächte.
Denn ich war ein Kind guter
Art, und habe bekommen eine feine Seele.
Oder vielmehr, da ich gut war,
kam ich in einen unbefleckten Leib.
Da ich aber erfuhr, daß
ich nicht anders könnte züchtig sein, es gäbe
mir's denn Gott (und dasselbige war auch Klugheit, erkennen, wes
solche Gnade ist), trat ich zum
Herrn, und bat ihn, und sprach von meinem ganzen Herzen:
Das 9. Kapitel.
Gebet zu Gott um Weisheit.
O Gott meiner Väter und Herr aller Güte,
der du alle Dinge durch dein Wort gemacht,
und den Menschen durch deine Weisheit bereitet hast, daß
er * herrschen solle über die Kreatur, so von dir gemacht
ist,
*1. Mose 1,26.28.
daß er die Welt regieren solle mit Heiligkeit und
Gerechtigkeit, und mit rechtem Herzen richten,
* gib mir die Weisheit, die bei dir auf deinem Throne
sitzt, und verwirf mich nicht aus deinen Kindern.
*2. Chronik 1,10.
Denn ich bin * dein Knecht und deiner Magd Sohn, ein
schwacher Mensch und kurzes Lebens, und zu gering im Verstand des
Rechtes und Gesetzes.
*Psalm 116,16.
Und wenn gleich einer unter den Menschenkindern vollkommen
wäre, so gilt er doch nichts, wo er ohne die Weisheit ist,
so von dir kommt.
Und hast mich erwählet zum Könige über dein
Volk und zum Richter über deine Söhne und Töchter;
und hießest mich einen Tempel bauen auf deinem
heiligen Berge und einen Altar in der Stadt deiner Wohnung, der
da gleich wäre der heiligen Hütte, welche du vor Zeiten
bereiten ließest,
1. Könige 8,19.
und mit dir deine Weisheit, welche deine Werke weiß,
und * dabei war, da du die Welt machtest, und erkennet, was dir
wohlgefällt, und was richtig ist nach deinen Geboten.
*Sprüche 8,22.
Sende sie herab aus deinem heiligen Himmel und von dem
Thron deiner Herrlichkeit; sende sie, daß sie bei mir sei,
und mit mir arbeite, daß ich erkenne, was dir wohlgefalle;
denn * sie weiß alles und verstehet's. Und laß
sie mich leiten in meinen Werken mäßiglich und mich
behüten durch ihre Herrlichkeit,
*Kapitel 8,8.
so werden dir meine Werke angenehm sein, und werde dein
Volk recht richten, und würdig sein des Throns meines
Vaters.
Denn welcher Mensch weiß Gottes Rat? oder wer kann
denken, was der Herr will?
Römer 11,34.
Denn der sterblichen Menschen Gedanken sind ungewiß,
und unsre Anschläge sind gefährlich.
Denn der sterbliche Leib beschweret die Seele, und die
irdische Hütte drückt den zerstreueten Sinn.
Wir treffen das kaum, so auf Erden ist, und erfinden
schwerlich, das unter Händen ist: wer will denn erforschen,
das im Himmel ist?
Wer will deinen Rat erfahren? Es sei denn, daß du
Weisheit gebest, und sendest deinen heiligen Geist aus der Höhe,
und also richtig werde das Tun auf Erden, und die Menschen
lernen, was dir gefällt,
und durch die Weisheit errettet werden.
Das 10. Kapitel.
Die Geschichte lehrt, das der Besitz der Weisheit glücklich,
der Mangel an Weisheit unglücklich macht.
Dieselbige Weisheit
behütet den, so am ersten gemacht, und alleine geschaffen
ward zum Vater der Welt;
1. Mose
1,28; 2,7.
und brachte ihn aus seiner
Sünde, und gab ihm Kraft, * über alles zu herrschen.
*Kapitel
9,2.
Da aber der Ungerechte von ihr
abfiel durch seinen Zorn, verdarb er von wegen des wütigen
Brudermords.
1. Mose
4,8.11.
Und als die Erde um
desselbigen willen mit der Sintflut verderbet ward, half die
Weisheit wiederum, und leitete den Gerechten durch ein geringes
Holz.
Kapitel
14,5.6.
Dieselbige, nachdem die Heiden in ihrer böslichen
Einigkeit waren * verwirret worden, + fand sie den Gerechten, und
erhielt ihn unsträflich vor Gott, und ließ ihn fest
sein ** wider das väterliche Herz gegen den Sohn.
*1. Mose 11,7
+1. Mose 12,1
**1. Mose 22,10.
Dieselbige erlöste den Gerechten, da die Gottlosen
umkamen, da er floh vor dem Feuer, das über die fünf
Städte fiel,
1. Mose 19,16.17.
welcher verwüstet Land rauchet noch, und ist ein
Zeugnis der Bosheit samt den Bäumen, so unreife Früchte
tragen, und der Salzsäule, die da stehet zum Gedächtnis
der ungläubigen Seele.
Denn die, so die Weisheit nicht achten, haben nicht allein
den Schaden, daß sie das Gute nicht kennen, sondern lassen
auch ein Gedächtnis hinter sich den Lebendigen, daß
sie nicht mögen verborgen bleiben in dem, darin sie
irregegangen sind.
Aber die Weisheit errettet die aus aller Mühsal, so
sich an sie halten.
Dieselbige leitete den Gerechten, so * vor seines Bruders
Zorn flüchtig sein mußte, strackes Weges, und zeigte
ihm das Reich Gottes, und gab ihm zu erkennen, was heilig ist,
und half ihm in seiner Arbeit, daß + er wohl zunahm, und
viel Guts mit seiner Arbeit gewann;
*1. Mose 27,42.43; 28
+1. Mose 30,43.
und war bei ihm, da er übervorteilet ward von denen,
die ihm Gewalt taten, und machte ihn reich;
sie bewahrete ihn vor Feinden, und machte ihn sicher vor
denen, so ihm nachstelleten; und * gab ihm Sieg in starkem Kampf,
daß er erführe, + wie Gottseligkeit mächtiger ist
denn alle Dinge.
*1. Mose 32,29
+1. Timotheus 4,8.
Dieselbige verließ den verkauften Gerechten nicht,
sondern behütete ihn vor der Sünde, fuhr mit ihm hinab
in den Kerker;
1. Mose 37,28; 39,8.9.21.
und in den Banden verließ sie ihn nicht, bis daß
sie ihm zubrachte das Zepter des Königreichs und Obrigkeit
über die, so ihm Gewalt getan hatten; und machte die zu
Lügnern, die ihn getadelt hatten; und gab ihm eine ewige
Herrlichkeit.
1. Mose 41,41.
Dieselbige erlösete das heilige Volk und
unsträflichen Samen aus den Heiden, die sie plagten.
2. Mose 12,51.
Sie kam in die Seele des Dieners des Herrn, und widerstund
den grausamen Königen durch Wunder und Zeichen.
2. Mose 7,10.
Sie * belohnte den Heiligen ihre Arbeit, und leitete sie
durch wunderliche Wege; und war ihnen + des Tages ein Schirm und
des Nachts eine Flamme wie das Gestirn.
*2. Mose 3,21
+2. Mose 13,21.
Sie führte sie durchs Rote Meer, und leitete sie
durch große Wasser;
2. Mose 14,22.
aber ihre Feinde ersäufte sie, und warf sie aus von
dem Grunde der Tiefe.
2. Mose 14,30.
Darum nahmen die Gerechten Raub von den Gottlosen, und *
priesen deinen heiligen Namen, Herr, und lobeten einmütiglich
deine sieghafte Hand.
*2. Mose 15,1-18.
Denn die Weisheit öffnete der Stummen Mund, und
machte der Unmündigen Zungen beredt.
2. Mose 4,12.
Das 11. Kapitel.
Fortsetzung
Sie führte derselbigen Werke durch die Hand
eines heiligen Propheten;
und geleitete sie durch eine wilde Wüste, daß
sie Gezelte aufschlugen in der Einöde,
2. Mose 15,27.
und ihren Feinden widerstunden, und sich rächeten an
ihren Widersachern.
2. Mose 17,10-13.
Da sie dürstete, riefen sie dich an, und ihnen ward
Wasser gegeben aus dem schroffen Fels, und löscheten den
Durst aus hartem Stein.
2. Mose 17,6.
Und eben dadurch ihre Feinde geplagt wurden, dadurch
geschah ihnen Gutes, da sie Not litten.
Denn wie jene erschraken vor dem Blut, so anstatt des
fließenden Wassers kam,
2. Mose 7,20.
zur Strafe des Gebots, daß * man die Kinder töten
mußte: also gabest du diesen Wassers die Fülle
unversehens,
*2. Mose 1,15.16.22.
und zeigtest damit an durch jener Durst, wie du die
Widersacher plagest.
Denn da diese versucht und mit Gnaden gezüchtiget
wurden, erkannten sie, wie die Gottlosen mit Zorn gerichtet und
gequälet werden.
Diese zwar hast du als ein Vater vermahnet und geprüfet,
jene aber als ein strenger König gestraft und verdammt.
5. Mose 8,2; Hebräer 12,6.7.
Und es wurden beide, die dabei waren, und die nicht dabei
waren, gleich geplagt.
Denn es kam zwiefältig Leid über sie, dazu auch
Seufzen, so sie des vorigen gedachten.
Denn da sie höreten, daß diesen dadurch Gutes
geschah, durch welches sie gequälet wurden, fühleten
sie den Herrn.
Denn den sie vormals verächtlich verstoßen und
verworfen hatten, und ihn verlachten, des mußten sie sich
zuletzt, da es so hinausging, verwundern, da sie gar anders
dürsteten denn die Gerechten.
Also auch für die tollen Gedanken ihres ungerechten
Wandels, durch welche sie betrogen unvernünftiges Gewürm
und * verächtliche Tiere anbeteten, sandtest du unter sie
die Menge der unvernünftigen Tiere zur Rache;
*Kapitel 12,24.
auf daß sie erkenneten, daß, * womit jemand
sündiget, damit wird er auch geplagt.
*Kapitel
16,1.
Denn es mangelte deiner
allmächtigen Hand nicht (welche hat die Welt geschaffen aus
ungestaltetem Wesen), über sie
zu schicken eine Menge von Bären oder mutige Löwen
oder neu geschaffene,
grimmige, unbekannte Tiere, oder die da Feuer spieen, oder mit
grimmigem Rauch schnaubeten, oder grausame Funken aus den Augen
blitzeten;
welche nicht allein mit
Versehrung sie mochten verderben, sondern auch wohl mit ihrem
schrecklichen Anblick vernichten.
Ja, sie mochten wohl ohne das
durch einen einigen Odem fallen, mit Rache verfolget, und durch
den Geist deiner Kraft zerstreuet werden.
Aber du hast alles geordnet
mit Maß, Zahl und Gewicht. Denn groß Vermögen
ist allezeit bei dir, und wer kann der Macht deines Arms
widerstehen?
Jesaja
40,26.
Denn die Welt ist vor dir wie
ein Stäublein an der Waage und wie ein Tropfen des
Morgentaues, der auf die Erde fällt.
Jesaja
40,15.
Aber du erbarmest dich über
alles; denn du hast Gewalt über alles, und übersiehest
der Menschen Sünden, daß sie sich bessern sollen.
Denn du liebest alles, das da
ist, und hassest nichts, was du gemacht hast; denn du hast ja
nichts bereitet, da du Haß zu hättest.
Wie könnte etwas bleiben,
wenn du nicht wolltest? oder wie könnte erhalten werden, das
du nicht gerufen hättest?
Du schonest aber aller; denn
sie sind dein, Herr, * du Liebhaber des Lebens,
*Hesekiel
18,23; 33,11.
Das 12. Kapitel.
Preis göttlicher Langmut und Gerechtigkeit.
und dein unvergänglicher
Geist ist in allen.
Darum strafest du
säuberlich die, so da fallen, und erinnerst sie mit Zucht,
woran sie sündigen, auf daß sie von der Bosheit
loswerden, und an dich, Herr, glauben.
Denn da du feind warest den
vorigen Einwohnern deines heiligen Landes,
darum daß sie
feindselige Werke begingen mit Zaubern,
und wolltest durch unsrer
Väter Hände vertilgen die ungöttlichen Opferer und
unbarmherzigen Mörder ihrer Söhne,
5. Mose
18,9-12.
(die da Menschenfleisch
fraßen, und greulich Blut soffen, damit sie dir
Gottesdienst erzeigen wollten; und die, so Eltern waren,
erwürgeten die Seelen, so keine Hilfe hatten;)
auf daß das Land, so vor
dir unter allen das edelste war, eine würdige Wohnung würde
der Kinder Gottes:
dennoch verschontest du
derselbigen als Menschen, und sandtest Vortraber her vor deinem
Heer, * die Hornissen, auf daß sie dieselbigen mit der Zeit
vertilgten.
*2. Mose
23,28.
Es war dir zwar nicht
unmöglich, die Gottlosen im Streit den Gerechten zu
unterwerfen, oder durch grausame Tiere oder sonst etwa mit einem
harten Wort alle zugleich zu zerschmettern;
aber du richtetest sie mit der
Zeit, und ließest ihnen Raum zur Buße, wiewohl dir
nicht unbewußt war, daß sie böser Art waren, und
ihre Bosheit ihnen angeboren, und daß sie ihre Gedanken
nimmermehr ändern würden.
Römer
2,4.
Denn sie waren ein *
verfluchter Same vom Anfang. So hast du auch nicht darum, daß
du jemand scheutest, ihre Sünden ungestraft gelassen.
*1. Mose
9,25.
Denn wer will zu dir sagen:
Was tust du? Oder wer will deinem Gericht widerstehen? Oder wer
will dich schuldigen um die vertilgeten Heiden, welche du
geschaffen hast? Oder wer will sich zum Rächer wider dich
setzen um der ungerechten Menschen willen?
Daniel 4,32;
Römer 9,20.
Denn es ist außer dir
kein Gott, der du sorgest * für alle, auf daß du
beweisest, wie du nicht unrecht richtest.
*Kapitel
6,8; 1. Petrus 5,7.
Es kann dir auch weder König
noch Tyrann unter Augen treten für die, so du strafest.
Weil du aber gerecht bist, so
regierest du alle Dinge recht, und achtest deiner Majestät
nicht gemäß, jemand zu verdammen, der die Strafe nicht
verdienet hat.
Denn deine Stärke ist
eine Herrschaft der Gerechtigkeit. Und weil du über alle
herrschest, so * verschonest du auch aller.
*Psalm
145,9.
Denn du hast deine Stärke
bewiesen an denen, so nicht glaubeten, daß du so gar
mächtig wärest, und hast dich erzeiget an denen, die
sich keck wußten.
Aber du, gewaltiger Herrscher,
richtest mit Lindigkeit, und regierest uns mit vielem Verschonen;
denn du vermagst alles, was du willst.
Dein Volk aber lehrest
du durch solche Werke, daß der Fromme gütig sein soll;
und deinen Kindern gibst du damit zu verstehen, sie sollen guter
Hoffnung sein, daß du wollest Buße für die
Sünden annehmen.
Denn so du die Feinde deiner
Kinder, und die des Todes schuldig waren, mit solchem Verzug und
Schonen gestraft hast, und gabst ihnen Zeit und * Raum, damit sie
konnten von ihrer Bosheit lassen:
*Vers 10.
mit wieviel größerm
Bedacht richtest du deine Kinder, mit welcher Vätern du hast
Eid und Bund viel guter Verheißungen aufgerichtet!
Darum, indem du uns
züchtigest, plagest du unsre Feinde tausendfältig, daß
wir deine Güte bedenken, wenn wir richten; ob wir aber
gerichtet würden, daß wir doch auf deine
Barmherzigkeit trauen sollen.
Daher du auch die Ungerechten,
so ein unverständig Leben führeten, mit ihren eignen
Greueln quäletest.
Denn sie waren so gar weit in
den Irrtum geraten, daß * sie auch die Tiere, so bei ihren
Feinden verachtet waren, für Götter hielten, gleichwie
die unverständigen Kinder betrogen.
*Kapitel
11,15; Römer 1,23.
Darum hast du auch eine
spöttliche Strafe unter sie, als unter unverständige
Kinder, geschickt.
Da sie aber solche spöttische
Vermahnung nicht bewegte, empfanden sie die ernste Gottesstrafe.
Denn sie wurden eben dadurch
gequälet, das sie für Götter hielten; welches sie
gar übel verdroß, da sie den sahen, den sie vorhin
nicht wollten kennen, * und mußten ihn für den wahren
Gott bekennen; darum auch zuletzt die Verdammnis über sie
kam.
*2. Mose
8,15.
Das 13. Kapitel.
Torheit des Götzendienstes.
Es sind zwar alle
Menschen von Natur eitel, so von Gott nichts wissen, und * an den
sichtbarlichen Gütern den, + der es ist, nicht kennen, und
sehen an den Werken nicht, wer der Meister ist;
*Römer
1,19-21 +2.
Mose 3,14; Offenbarung 1,4.
sondern halten entweder das
Feuer, oder Wind, oder schnelle Luft, oder die Sterne, oder
mächtiges Wasser, oder die Lichter am Himmel für
Götter, die die Welt regieren.
So sie aber an derselbigen
schöner Gestalt Gefallen hatten, und sie also für
Götter hielten, sollten sie billig gewußt haben, wie
gar viel besser der sei, der über solche der Herr ist; denn
der aller Schöne Meister ist, hat solches alles geschaffen.
Und so sich der Macht und
Kraft verwunderten, sollten sie billig an denselbigen gemerkt
haben, wieviel mächtiger der sei, der solches alles
zubereitet hat.
Denn es kann ja an der Größe
und Schöne der Geschöpfe derselbigen Schöpfer als
im Bilde erkannt werden.
Wiewohl über diese nicht
so gar hoch zu klagen ist; denn auch sie wohl irren können,
wenn sie * Gott suchen und gerne fänden.
*Apostelgeschichte
17,27.
Denn so sie mit seinem
Geschöpf umgehen und nachdenken, werden sie gefangen im
Ansehen, weil die Kreaturen so schön sind, die man siehet.
Doch sind sie damit nicht
entschuldiget.
Denn haben sie so viel mögen
erkennen, daß sie konnten die Welt erforschen, warum haben
sie nicht viel eher den Herrn derselbigen * gefunden?
*Vers 6.
Aber die sind unselig, und
setzen ihre Hoffnung auf Totes, die da Menschengemächte Gott
heißen, als Gold und Silber, das künstlich zugerichtet
ist, und die Bilder der Tiere oder unnütze Steine, so vor
alten Jahren gemacht sind.
Als wenn ein Zimmermann, der
zu arbeiten sucht, etwa einen Baum absäget und behauet, und
schlichtet denselbigen wohl, und macht etwas Künstliches und
Feines daraus, des man braucht zur Notdurft im Leben;
Jesaja
44,13-20.
die Späne aber von
solcher Arbeit braucht er, Speise zu kochen, daß er satt
werde.
Was aber davon überbleibt,
das sonst nichts nütze ist, weil es krumm und ästig
Holz ist, nimmt und schnitzet er, wenn er müßig ist,
mit Fleiß, und bildet's nach seiner Kunst meisterlich, und
macht's eines Menschen oder verachteten Tiers Bilde gleich;
und färbet's mit roter
und weißer Farbe, rot und schön, und wo ein Flecken
daran ist, streicht er's zu;
und macht ihm ein feines
Häuslein, und setzt's an die Wand, und * heftet's fest mit
Eisen,
*Jesaja
41,7.
daß es nicht falle, so
wohl versorgt er's; denn er weiß, daß es sich selber
nicht helfen kann; denn es ist ein Bild, und bedarf wohl Hilfe.
Und so er betet für seine
Güter, für sein Weib, für seine Kinder, schämet
er sich nicht, mit einem Leblosen zu reden;
und rufet den Schwachen um
Gesundheit an, bittet den Toten ums Leben, flehet zu dem
Untüchtigen um Hilfe, und zu dem, so nicht gehen kann, um
glückselige Reise;
und um seinen Gewinn, Gewerbe
und Hantierung, daß es wohl gelinge, bittet er den, so gar
nichts vermag.
Das 14. Kapitel.
Fortsetzung
Desgleichen tut, der da
schiffen will, und durch wilde Fluten zu fahren gedenket, und
rufet an ein viel fauler Holz, denn das Schiff ist, darauf er
fähret.
Denn dasselbige ist erfunden,
Nahrung zu suchen, und der Meister hat's mit Kunst zubereitet.
Aber deine Fürsichtigkeit,
o Vater, regieret es; denn du auch im Meer Wege gibst und mitten
unter den Wellen sichern Lauf,
und beweisest damit, wie du an
allen Enden helfen kannst, ob auch gleich jemand ohne Schiff ins
Meer sich begäbe.
Doch weil du nicht willst, daß
ledig liege, was du durch deine Weisheit geschaffen hast,
geschieht's, daß die Menschen ihr Leben auch so geringem
Holz vertrauen, und bewahret werden im Schiff, damit sie durch
die Meereswellen fahren.
Denn auch vor alters, da * die
hochmütigen Riesen umgebracht wurden, flohen die, an welchen
Hoffnung blieb, die Welt zu mehren, + in ein Schiff, welches
deine Hand regierte, und ließen also der Welt Samen hinter
sich.
*1. Mose 6,4
+1. Mose 7,17.
Denn solch Holz, durch welches
Gerechtigkeit geschieht, ist Segens wohl wert;
aber des Fluchs wert ist das,
so mit Händen geschnitzt wird, sowohl als der, der es
schnitzet: dieser darum, daß er's machet; jenes darum, daß
es Gott genannt wird, so es doch ein vergänglich Ding ist.
Denn Gott ist * beiden gleich
feind, dem Gottlosen und seinem gottlosen Geschäfte,
*Psalm
115,8.
und wird das Werk samt dem
Meister gestrafet werden.
Darum werden auch die * Götzen
der Heiden heimgesucht; denn sie sind aus der Kreatur Gottes zum
Greuel und zum Ärgernis der Menschen Seelen und zum Stricke
den Unverständigen worden.
*Jeremia
46,25.
Denn Götzen aufrichten,
ist der Hurerei Anfang; und dieselbigen erdenken, ist des Lebens
Verderben.
2. Mose
34,15; Römer 1,23.24.
Vom Anfang sind sie
nicht gewesen, werden auch nicht ewig bleiben;
sondern durch eitlen Wahn der
Menschen sind sie in die Welt kommen, und darum ist ihnen auch
ein schnelles Ende zugedacht.
Denn ein Vater, so er über
seinen Sohn, der ihm allzu frühe dahingenommen ward, Leid
und Schmerzen trug, ließ er ein Bild machen, und fing an,
den, so ein toter Mensch war, nun für Gott zu halten, und
stiftete für die Seinen einen Gottesdienst und Opfer.
Danach mit der Zeit ward
solche gottlose Weise befestigt, und für ein Recht gehalten,
* daß man auch mußte Bilder ehren auf der Tyrannen
Gebot.
*Daniel 3,5.
Desselbigen gleichen, welche
die Leute nicht konnten unter Augen ehren, darum daß sie zu
ferne wohneten, ließen sie aus fernen Landen das Angesicht
abmalen, und machten ein löblich Bild des herrlichen Königs,
auf daß sie mit Fleiß heucheln möchten dem
Abwesenden als dem Gegenwärtigen.
So trieb auch der Künstler
Ehrgeizigkeit die Unverständigen, zu stärken solchen
Gottesdienst.
Denn welcher dem Fürsten
wollte wohldienen, der machte das Bild mit aller Kunst aufs
feinste.
Der Haufe aber, so durch solch
fein Gemächte gereizt ward, fing an, den für einen Gott
zu halten, welcher kurz zuvor für einen Menschen geehret
war.
Aus solchem kam der Betrug in
die Welt: wenn den Leuten etwas angelegen war, oder wollten den
Tyrannen gefällig sein, gaben sie den Steinen und Holz
solchen Namen, der doch denselbigen nicht gebührte.
Danach ließen sie sich nicht dran genügen,
daß sie in Gottes Erkenntnis irreten, sondern, ob sie
gleich in einem wüsten, wilden Wesen der Unweisheit lebeten,
nannten sie doch solchen Krieg und Übel Frieden.
Denn entweder * sie würgen ihre Kinder zum Opfer,
oder pflegen Gottesdienst, der nicht zu sagen ist, oder halten
wütige Fresserei nach sonderlichen Satzungen;
*Kapitel 12,5.6.
und haben fürder weder reinen Wandel noch Ehe,
sondern einer erwürget den andern mit List, oder beleidigt
ihn mit Ehebruch;
und gehet bei ihnen unter einander her Blut, Mord,
Diebstahl, Falsch, Betrug, Untreue, Pochen, Meineid, Unruhe der
Frommen,
Römer 1,28-32.
Undank, der jungen Herzen Ärgernis, stumme Sünden,
Blutschande, Ehebruch, Unzucht.
Denn den schändlichen Götzen dienen, ist alles
Bösen Anfang, Ursache und Ende.
Halten sie Feiertage, so tun sie, als wären sie
wütend; weissagen sie, so ist's eitel Lügen. Sie leben
nicht recht, schwören leichtfertig falschen Eid.
Denn weil sie glauben an die leblosen Götzen,
besorgen sie sich keines Schadens, wenn sie fälschlich
schwören.
Doch wird aller beider Recht über sie kommen: des,
daß sie nicht recht von Gott halten, weil sie auf die
Götzen achten, und des, daß sie unrecht und fälschlich
schwören, und achten kein Heiliges.
Denn der Ungerechten Bosheit nimmt ein Ende, nicht durch
die Gewalt derer, bei denen sie schwören, sondern durch die
Strafe, die sie verdienen mit ihrem Sündigen.
Das 15. Kapitel.
Seligkeit der wahren Erkenntnis Gottes. Weitere Schilderung
der blinden Götzendiener.
Aber du, unser Gott, bist freundlich und treu und
geduldig, und regierst alles mit Barmherzigkeit.
2. Mose 34,6.
Und wenn wir gleich sündigen, sind wir doch dein, und
kennen deine Macht. Weil wir aber solches wissen, daß wir
für die Deinigen gerechnet werden, sündigen wir nicht.
Denn dich kennen, ist eine vollkommne Gerechtigkeit; und
deine Macht wissen, ist eine Wurzel des ewigen Lebens.
Johannes 17,3.
Denn uns verführen nicht so der Menschen böse
Fündlein, noch der Maler unnütze Arbeit, nämlich
ein bunt Bild mit mancherlei Farbe,
welches Gestalt die Unverständigen ärgert; und
die gern Böses tun, haben auch ihre Lust an dem leblosen und
toten Bilde.
Sie sind auch solcher Frucht wert, beide, die sie machen,
und die sie begehren und ehren.
Ein Töpfer, der den weichen Ton mit Mühe
arbeitet, machet allerlei Gefäß zu unserm Brauch. Er
macht aber aus einerlei Ton beide, Gefäße, die zu
reinen, und zugleich auch, die zu unreinen Werken dienen. Aber
wozu ein jegliches derselbigen soll gebraucht werden, das stehet
bei dem Töpfer.
Aber das ist eine elende Arbeit, wenn er aus demselbigen
Ton einen nichtigen Gott macht, so er selbst doch nicht lange
zuvor * von Erde gemacht ist, und über ein kleines wieder
dahinfähret, davon er genommen ist, wenn die Seele, so ihm
geliehen war, von ihm + gefordert wird.
*1. Mose 2,7; 3,19
+Lukas 12,20.
Aber seine Sorge stehet darauf, nicht daß er
hinsterben muß, noch daß er so ein kurz Leben hat,
sondern daß er um die Wette arbeite mit den Goldschmieden
und Silberschmieden, und daß er's den Rotgießern
nachtun möge; und er hält's für einen Ruhm, daß
er trügliche Arbeit macht.
Denn seines Herzens Gedanken sind wie Asche, und seine
Hoffnung geringer denn Erde, und sein Leben verächtlicher
denn Ton;
weil er den nicht kennet, der ihn gemacht, und ihm die
Seele, so in ihm wirkt, eingegossen, und den lebendigen Odem
eingeblasen hat.
Sie halten auch das menschliche Leben für einen
Scherz und menschlichen Wandel für einen Jahrmarkt; geben
vor, man müsse allenthalben Gewinst suchen, auch durch böse
Stücke.
Diese wissen vor allen, daß sie sündigen, wenn
sie solche lose Dinge und * Bilder aus irdischem Ton machen.
*5. Mose 4,16.
Sie sind aber törichter und elender denn ein Kind
(nämlich die Feinde deines Volks, welches sie unterdrücken),
daß sie allerlei Götzen der Heiden für
Götter halten, welcher Augen nicht sehen, noch ihre Nasen
Luft holen, noch die Ohren hören, noch die Finger an ihren
Händen fühlen können, und ihre Füße gar
faul sind zu wandern.
Psalm 115,5-7.
Denn ein Mensch hat sie gemacht, und der den Odem von
einem andern hat, hat sie gebildet.
Ein Mensch aber kann ja nicht einmal einen Gott machen,
der ihm gleich sei; denn er ist sterblich, und macht einen Toten
mit seinen gottlosen Händen. Er ist ja besser denn das, dem
er Gottesdienst tut; denn er lebet doch, jene aber nimmermehr.
Dazu ehren sie auch die allerfeindseligsten Tiere, welche,
so man sie gegen andre unvernünftige Tiere hält, sind
sie viel ärger.
Kapitel 11,16; 12,24.
Denn sie sind nicht lieblich wie andre Tiere, die fein
anzusehen sind, und sind von Gott weder gelobt noch gesegnet.
Das 16. Kapitel.
Strafen, welche Gott an den Ägyptern vollzog;
Wohltaten, welche er Israel erzeigte.
Darum wurden sie mit
derselbigen gleichen billig geplagt, und wurden durch die Menge
des Ungeziefers gemartert.
Kapitel
11,16.
Gegen welche Plage tatest du
deinem Volk Gutes, und bereitetest ihm ein neu Essen, nämlich
Wachteln zur Nahrung, nach welcher sie lüstern waren;
2. Mose
16,13; 4. Mose 11,31.
auf daß jene, so sie
nach Speise lüstern waren, wegen des scheußlichen
Ansehens der zugeschickten Tiere sich auch von der nötigen
Nahrung abwandten; diese aber, so eine kleine Zeit Mangel litten,
einer neuen Speise genossen.
Denn es sollte also gehen, daß
denen, so tyrannisch handelten, solcher Mangel widerführe,
der nicht aufzuhalten wäre; diesen aber allein ein Anzeichen
geschähe, wie ihre Feinde geplaget würden.
Zwar es kamen über diese
auch böse, zornige Tiere, und wurden gebissen und verderbet
durch die krummen Schlangen.
4. Mose
21,6.
Doch blieb der Zorn nicht bis
zum Ende, sondern sie wurden eine kleine Zeit erschreckt zur
Warnung; denn sie hatten * ein heilsam Zeichen, auf daß sie
gedächten an das Gebot in deinem Gesetze.
*4. Mose
21,8.9.
Denn welche sich zu
demselbigen Zeichen kehreten, die wurden gesund, nicht durch das,
so sie anschaueten, sondern durch dich, aller Heiland.
Und damit bewiesest du unsern
Feinden, daß du bist der Helfer aus allem Übel.
Denn jene wurden durch *
Heuschrecken und + Fliegen zu Tod gebissen, und konnten keine
Hilfe ihres Lebens finden; denn sie waren's wert, daß sie
damit geplagt wurden.
*2. Mose
10,13 +2.
Mose 8,13.
Aber deinen Kindern konnten
auch der giftigen Drachen Zähne nicht schaden; denn deine
Barmherzigkeit kam zu Hilfe und machte sie gesund.
Denn sie wurden darum also
gestraft und flugs wieder geheilet, auf daß sie lerneten an
deine Worte gedenken, und nicht zu tief ins Vergessen fielen,
sondern blieben unabgewendet von deinen Wohltaten.
Denn es
heilete sie weder Kraut noch Pflaster, sondern dein Wort, Herr,
welches alles heilet.
Denn du hast Gewalt, beide,
über Leben und über Tod; und du führest hinunter
zu der Hölle Pforten, und führest wieder heraus,
1. Samuel
2,6.
ein Mensch aber, so er jemand
tötet durch seine Bosheit, so kann er den ausgefahrnen Geist
nicht wiederbringen, noch die verschiedene Seele wieder holen.
Aber unmöglich
ist's, deiner Hand zu entfliehen.
Tobias 13,2.
Denn die Gottlosen, so dich
nicht kennen wollten, sind durch deinen mächtigen Arm
gestäupt (geschlagen),
da sie durch ungewöhnliche Regen, Hagel, Gewässer,
denen sie nicht entgehen konnten, verfolget, und durchs Feuer
aufgefressen wurden.
2. Mose
9,23.25.
Und das war das
Allerwunderlichste, daß das * Feuer am meisten im Wasser
brannte, welches doch alles auslöschet. Denn die Welt
streitet für die Gerechten.
*Kapitel
19,19.
Zuweilen tat die Flamme
gemach, daß sie ja nicht verbrennete die Tiere, so unter
die Gottlosen geschickt waren, sondern daß sie selbst sehen
mußten, wie sie durch Gottes Gericht also zerplaget wurden.
Zuweilen aber brannte die
Flamme im Wasser über die Macht des Feuers, auf daß es
das Gewächs des ungerechten Landes verderbete.
Dagegen nähretest du dein
Volk mit Engelspeise, und sandtest ihnen Brot bereitet vom
Himmel, ohne Arbeit, welches vermochte allerlei Lust zu geben,
und war einem jeglichen eben nach seinem Geschmack.
2. Mose
16,14.
(Denn so man auf dich harret,
das macht deinen Kindern offenbar, wie süß du seiest.)
Denn ein jeglicher machte daraus, was er wollte, je nach dem ihn
Lust ankam, so oder so zu schmecken.
Und * Schnee und Eis blieben
auch im Feuer und zerschmolzen nicht; auf daß sie
innewürden, wie das Feuer, so auch im Hagel brannte, und im
Regen blitzete, der Feinde Früchte verderbete,
*Kapitel
19,20.
und wie dasselbige Feuer
seiner eignen Kraft vergessen mußte, auf daß sich die
Gerechten nähreten.
Denn die Kreatur, so dir, als
dem Schöpfer, dienet, ist heftig zur Plage über die
Ungerechten, und tut gemach zur Wohltat über die, so dir
trauen.
Sirach
39,30.
Darum ließ sie sich auch
dazumal in allerlei wandeln, und dienete in der Gabe, welche alle
nährete, * nach eines jeglichen Willen, wie er's bedurfte;
*Vers 21.
auf daß deine Kinder
lerneten, die du, Herr, lieb hast, daß nicht die
gewachsenen Früchte den Menschen ernähren, sondern *
dein Wort erhält die, so an dich glauben.
*5. Mose
8,3.
Denn das, so vom Feuer nicht
verzehret ward, das ward schon von einem geringen Glanz der Sonne
warm, und zerschmolz.
2. Mose
16,21.
Auf daß kundwürde,
daß man, ehe die Sonne aufgehet, dir danken solle, und vor
dich treten, wenn das Licht aufgehet.
Denn eines Undankbaren *
Hoffnung wird wie ein Reif im Winter zergehen, und wie ein unnütz
Wasser verfließen.
*Kapitel
5,15.
Das 17. Kapitel.
Schauervolle Beschreibung der ägyptischen Finsternis.
Groß und
unsäglich sind deine Gerichte, Herr; darum fehlten auch die
törichten Leute.
Denn da sie meineten, das
heilige Volk zu unterdrücken, wurden sie, als die
Ungerechten, * der Finsternis Gebundene und der langen Nacht
Gefangene; und lagen unter den Dächern verschlossen als die
Flüchtigen vor der ewigen Weisheit.
*2. Mose
10,21-23.
Und da sie meineten, ihre
Sünden sollten verborgen und unter einer dunkeln Decke
vergessen sein, wurden sie grausamlich zerstreuet, und durch
Gespenster erschreckt.
Denn auch der Winkel, darin
sie waren, konnte sie nicht ohne Furcht bewahren. Da war Getöne
um sie her, das sie erschreckte, und scheußliche Larven
erschienen, davor sie sich entsetzten.
Und das Feuer vermochte mit
keiner Macht, ihnen zu leuchten, noch die hellen Flammen der
Sterne konnten die elende Nacht licht machen.
Es erschien ihnen aber wohl
ein selbstbrennend Feuer voller Erschrecknis. Da erschraken sie
vor solchem Gespenste, das doch nichts war, und dachten, es wäre
noch ein ärgeres dahinten, denn das sie sahen.
Das Gaukelwerk der schwarzen
Kunst lag auch danieder, und das Rühmen von ihrer Kunst ward
zum Spott.
Denn die sich unterwanden, die
* Furcht und Schrecknis von den kranken Seelen zu treiben, wurden
selbst krank, daß man auch ihrer Furcht spottete.
*2. Mose
9,11.
Und wenn sie schon keines
solcher Schrecknisse hätte erschreckt, so hätten sie
doch mögen vor Furcht vergehen, da die Tiere unter sie
fuhren, und die Schlangen so zischeten, daß sie auch in die
Luft, welcher sie doch nicht entbehren konnten, nicht gern sahen.
Daß einer so verzagt
ist, das macht seine eigne Bosheit, die ihn überzeugt und
verdammt;
und ein erschrocken Gewissen
versiehet sich immerdar des Ärgesten.
Denn Furcht kommt daher, daß
einer sich nicht trauet zu hoffen, weil er keine Hilfe weiß.
Wo aber wenig Trost im Herzen
ist, da macht dasselbige Verzagen bänger denn die Plage
selbst.
Die aber, so zugleich
dieselbige Nacht schliefen (welche eine greuliche und eine rechte
Nacht, und aus der greulichen Hölle Winkeln kommen war),
wurden etliche durch grausame
Gespenster umgetrieben, etliche aber fielen dahin, daß sie
am Leben verzagten; denn es kam über sie eine plötzliche
und unversehene Furcht,
daß wo einer war, der
drin ergriffen ward, der war gleich wie im Kerker verschlossen,
ohne Eisen verwahret;
war es ein Ackermann oder
Hirte oder ein Arbeiter in der Wüste, er mußte, als
plötzlich erfaßt, solche unmeidliche Not tragen.
Denn sie waren alle zugleich
mit einerlei Kette der Finsternis gefangen.
Wo etwa ein Wind hauchte, oder
die Vögel süß sangen unter den dichten Zweigen,
oder das Wasser mit vollem Lauf rauschte, oder die Steine mit
starkem Poltern fielen, oder die springenden Tiere, die sie nicht
sehen konnten, liefen, oder die grausamen wilden Tiere heuleten,
oder der Widerhall aus den hohlen Bergen schallte: so erschreckte
es sie, und machte sie verzagt.
Die ganze Welt hatte ein
helles Licht, und ging in unverhinderten Geschäften;
allein über diesen stund
eine tiefe Nacht, welche war ein Bild der Finsternis, die über
sie kommen sollte; aber sie waren ihnen selbst eine schwerere
Last denn die Finsternis.
Das 18. Kapitel.
Tod der Erstgeburt der Ägypter; Schutz und Schonung des
israelitischen Volks.
Aber deine Heiligen
hatten ein groß Licht, und die Feinde höreten ihre
Stimme wohl, aber sahen ihre Gestalt nicht.
2. Mose
10,23.
Und priesen sie selig, daß
sie nicht dergleichen litten, und dankten, daß die, so von
ihnen zuvor beleidigt waren, sich nicht an ihnen rächeten,
und wünscheten, daß sie ja ferne von ihnen blieben.
Dagegen gabest du diesen eine
* feurige Säule, die ihnen den unbekannten Weg wies, und
ließest die Sonne sie nicht versehren auf der herrlichen
Reise.
*2. Mose
13,21.
Denn jene waren's auch wert,
daß sie, des Lichts beraubt und in der Finsternis, als im
Kerker gefangen lägen, so deine Kinder gefangen hielten,
durch welche das unvergängliche Licht des Gesetzes der Welt
gegeben sollte werden.
Und als sie gedachten,
der * Heiligen Kinder zu töten, eines aber derselbigen +
ausgesetzt, und ihnen zur Strafe erhalten ward: ** nahmst du
ihnen Kinder in Haufen weg, und verderbetest sie auf Einmal in
mächtigem Wasser.
*2. Mose
1,22 +2.
Mose 2,3 **2.
Mose 12,29; 14,27.
Dieselbige Nacht war unsern
Vätern * zuvor kundworden, auf daß sie gewiß
wären und sich freueten der Verheißung, daran sie
glaubten.
*2. Mose
11,4-7.
Und dein Volk wartete also auf
das Heil der Gerechten und auf das Verderben der Feinde.
Denn womit du die Widersacher
plagtest, eben damit machtest du uns, so du zu dir fordertest,
herrlich.
Denn die heiligen Kinder der
Frommen opferten dir im Verborgnen, und nahmen einträchtig
das göttliche Gesetz an, beide Gutes und Böses mit
einander zu leiden, und sangen vorher die heiligen Lobgesänge
der Väter.
Dagegen aber erschallte der
Feinde gar ungleich Geschrei, und kläglich Weinen hörte
man hin und wieder über Kinder.
2. Mose
12,30.
Denn es ging gleiche Rache
über Herr und Knecht, und der König mußte eben,
das der gemeine Mann, leiden.
Und sie hatten alle mit
einander unzählige Tote, einerlei Todes gestorben, daß
der Lebendigen nicht genug waren, sie zu begraben; denn in einer
Stunde war dahin, was ihre edelste Geburt war.
Und da sie zuvor nichts
glauben wollten, durch die Zauberer verhindert, mußten sie,
da die Erstgeburten alle erwürget wurden, bekennen, daß
* dies Volk Gottes Sohn wäre.
*2. Mose
4,22.23.
Denn da alles still war und
ruhte, und eben recht Mitternacht war,
fuhr dein allmächtiges
Wort herab vom Himmel aus königlichem Thron, als ein
heftiger Kriegsmann, mitten in das Land, so verderbet werden
sollte;
und trug ein scharfes Schwert,
nämlich dein ernstlich Gebot, und stund und machte es
allenthalben voller Toten, und wiewohl es auf Erden stund, rührte
es doch bis in den Himmel.
Da erschreckte sie plötzlich
das Gesicht greulicher Träume, und unversehens kam Furcht
über sie,
und lagen einer hie, der andre
da, halb tot, daß man wohl an ihnen sehen konnte, aus was
Ursache sie so stürben.
Denn die Träume, so sie
erschrecket hatten, zeigten's an, auf daß sie nicht
verdürben unwissend, warum sie so übel geplagt wären.
Es traf aber auch die
Gerechten des Todes Anfechtung, und geschah in der Wüste ein
Riß unter der Menge; aber der Zorn währte nicht lange.
Denn eilend kam der
unsträfliche Mann, der für sie stritt, und führte
die Waffe seines Amts, nämlich das Gebet und Versöhnung
* mit dem Räucherwerk, und widerstund dem Zorn, und schaffte
dem Jammer ein Ende; damit bewies er, daß er dein Diener
wäre.
*4. Mose
17,9-15.
Er überwand aber das
schreckliche Wesen, nicht mit leiblicher Macht, noch mit
Waffenkraft, sondern mit dem Wort warf er unter sich den Plager,
da er erinnerte an den Eid und Bund, den Vätern verheißen.
Denn da jetzt die Toten in
Haufen über einander fielen, stund er im Mittel, und
steuerte dem Zorn, und wehrte ihm den Weg zu den Lebendigen.
Denn auf seinem langen Rocke
war die ganze Welt abgebildet, und der Väter Ehre war in die
vier Reihen der Steine gegraben, und deine Herrlichkeit an dem
Hut seines Haupts.
2. Mose 28.
Solchen Stücken mußte
der Verderber weichen, und solche mußte er fürchten;
denn es war daran genug, daß sie den Zorn nur kosteten.
Das 19. Kapitel.
Gottes Wunder an Freund und Feind.
Aber die gottlosen überfiel der Zorn ohne
Barmherzigkeit bis zum Ende.
Denn er wußte zuvor wohl, was sie künftig tun
würden, nämlich, da sie ihnen geboten hatten
wegzuziehen, und dazu sie mit Fleiß lassen geleiten, daß
sie es bereuen würden, und ihnen nachjagen.
Denn da sie noch * Leid trugen, und bei der Toten Gräbern
klagten, + fielen sie auf ein ander thörlich Vornehmen: daß
sie verfolgen wollten als die Flüchtigen, welche sie doch
mit Flehen hatten ausgestoßen.
*2.
Mose 12,30.31 +2.
Mose 14,5.
Aber es mußte also gehen, daß sie zu solchem
Ende kämen, wie sie verdienet hatten, und mußten
vergessen, was ihnen widerfahren war, auf daß sie vollends
die Strafe überkämen, die noch dahinten war,
und dein Volk eine wunderliche Reise erführe, jene
aber eine neue Weise des Todes fänden.
Denn die ganze Kreatur, so ihre eigne Art hatte,
veränderte sich wiederum nach deinem Gebot, dem sie dienet,
auf daß deine Kinder unversehrt bewahrt würden.
Da war die * Wolke, und beschattete das Heer; da zuvor
Wasser stund, sah man trocken Land hervorkommen; da ward aus dem
Roten Meer ein Weg ohne Hindernis und aus den mächtigen
Fluten ein grünes Feld,
*2. Mose 14,19.
durch welches ging alles Volk, so unter deiner Hand
beschirmet ward, die solche wunderliche Wunder sahen;
und gingen wie die Rosse an der Weide, und * löcketen
wie die Lämmer, und + lobten dich, Herr, der sie erlöset
hatte.
*hüpfeten
+2. Mose 15,1.
Denn sie gedachten noch daran, wie es ergangen war im
Elende, wie die Erde anstatt der gewöhnlichen Tiere *
Fliegen brachte, und das Wasser anstatt der Fische + Frösche
die Menge gab.
*2. Mose 8,13
+2. Mose 8,2.
Hernach aber sahen sie auch * eine neue Art der Vögel,
da sie lüstern wurden, und um leckere Speise baten.
*2. Mose 16,13.
Denn es kamen ihnen Wachteln vom Meer, ihre Lust zu büßen.
Auch kam die Strafe über die Sünder nicht
ohne Zeichen, so zuvor mit mächtigem Blitzen geschahen; denn
es war recht, daß sie solches litten um ihrer Bosheit
willen, weil sie hatten die Gäste so gar übel gehalten.
Denn * andere, wenn solche kamen, so nirgend hin wußten,
nahmen sie dieselbigen nicht auf; sie aber + zwangen die Gäste,
so ihnen Gutes getan hatten, zum Dienst.
*1. Mose 19
+2. Mose 1,11.
Und das nicht allein, sondern es wird auch noch ein anders
Einsehen über sie kommen;
denn da jene die Fremden so unfreundlich hielten, plagten
diese die, so sie * mit Freuden hatten angenommen, und Stadtrecht
mitgenießen lassen, mit schwerer Arbeit.
*1. Mose 45,18.
Sie wurden aber auch mit Blindheit geschlagen, gleichwie *
jene vor der Tür des Gerechten mit so dicker Finsternis
überfallen wurden, daß ein jeglicher suchte den Gang
zu seiner Türe.
*1. Mose 19,11.
Denn die Elemente gingen durch einander, wie die Saiten
auf dem Psalter durch einander klingen, und doch zusammen lauten,
wie man solches an der Tat wohl siehet.
Denn was auf dem Lande zu sein pflegt, das war im Wasser,
und was im Wasser zu sein pflegt, ging auf dem Lande.
Das Feuer war mächtig im Wasser über seine
Kraft, und das Wasser vergaß seine Kraft, zu löschen.
Kapitel 16,17.
Wiederum die Flammen verzehreten nicht das Fleisch der
sterblichen Tiere, so drinnen gingen, und * zerschmelzten nicht
die unsterbliche Speise, die doch wie ein Eis leichtlich
zerschmolz.
*Kapitel 16,27.
Herr, du hast dein Volk allenthalben herrlich gemacht, und
geehret, und hast sie nicht verachtet, sondern allezeit und an
allen Orten ihnen beigestanden.
DAS
BUCH TOBIAS
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