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DIE BIBEL
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Apokryphen
VON DEM BEL
ZU BABEL.
Aus
der griechischen Übersetzung des Buches Daniel.
Nach dem Tod des Astyages kam das Königreich
an Syrus aus Persien. Und * Daniel war stets um den König,
und ehrlicher gehalten denn alle Freunde des Königs.
*Daniel 6,29.
Nun hatten die zu Babylon einen Abgott, der hieß
Bel; dem mußte man täglich opfern zwölf Malter
Weizen und vierzig Schafe und drei Eimer Weins.
Und der König diente dem Abgott selbst, und ging
täglich hinab, denselben anzubeten; aber Daniel betete
seinen Gott an.
Und der König sprach zu ihm: Warum betest du nicht
auch den Bel an? Er aber sprach: Ich diene nicht den Götzen,
die mit Händen gemacht sind, sondern dem lebendigen Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat, und ein Herr ist über
alles, was da lebet.
Da sprach der König zu ihm: Hältst du denn den
Bel nicht für einen lebendigen Gott? Siehest du nicht, wie
viel er täglich isset und trinket?
Aber Daniel lachte und sprach: Herr König, laß
dich nicht verführen; denn dieser Bel ist inwendig nichts
denn Lehm und auswendig ehern, und * hat noch nie nichts
gegessen.
*Sirach 30,19.
Da ward der König zornig, und ließ alle seine
Priester rufen, und sprach zu ihnen: Werdet ihr mir nicht sagen,
wer dies Opfer verzehret, so müsset ihr sterben.
Könnet ihr aber beweisen, daß der Bel solches
verzehre, so muß Daniel sterben, denn er hat den Bel
gelästert. Und Daniel sprach: Ja, Herr König, es
geschehe also, wie du geredet hast.
Es waren aber ihrer siebenzig Priester des Bel, ohne ihre
Weiber und Kinder. Und der König ging mit Daniel in den
Tempel des Bel.
Da sprachen die Priester desselben: Siehe, wir wollen
hinausgehen; und du, Herr König, sollst die Speise und den
Trank selbst darsetzen, und die Tür nach dir zuschließen,
und mit deinem eignen Ringe versiegeln.
Und wenn du morgens frühe wiederkommest, und findest,
daß der Bel nicht alles verzehret habe, so wollen wir gerne
sterben; oder Daniel muß getötet werden, der solches
auf uns gelogen hat.
Sie verließen sich aber darauf, daß sie hatten
einen heimlichen Gang unter dem Tisch gemacht; durch denselben
gingen sie allezeit hinein, und verzehreten was da war.
Da nun die Priester hinaus waren, ließ der König
dem Bel die Speise vorsetzen. Aber Daniel befahl seinen Knechten,
daß sie Asche holeten, und ließ dieselbige streuen
durch den ganzen Tempel vor dem Könige. Danach gingen sie
hinaus, und schlossen die Tür zu, und versiegelten sie mit
des Königs Ringe, und gingen davon.
Die Priester aber gingen des Nachts hinein nach ihrer
Gewohnheit und ihren Weibern und Kindern, fraßen und soffen
alles, was da war.
Und des Morgens sehr frühe war der König auf,
und Daniel mit ihm.
Und der König sprach: Ist das Siegel unversehrt?
Er aber antwortete: Ja, Herr König. Und sobald die
Tür aufgetan war, sah der König auf den Tisch, und rief
mit lauter Stimme: Bel, du bist ein großer Gott, und ist
nicht Betrug mit dir!
Aber Daniel lachte und hielt den König, daß er
nicht hineinging, und sprach: Siehe auf den Boden und merke, wes
sind diese Fußstapfen?
Der König sprach: Ich sehe wohl Fußstapfen von
Männern und Weibern und Kindern.
Da ward der König zornig, und ließ die Priester
fahen (fangen) mit ihren Weibern und
Kindern. Und sie mußten ihm zeigen die heimlichen Gänge,
dadurch sie waren ein- und ausgegangen, und verzehret hatten, was
auf dem Tisch war.
Und der König ließ sie töten, und gab
Daniel den Bel in seine Gewalt; derselbe zerstörte ihn und
seinen Tempel.
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