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DAS BUCH
JUDITH.
Kapitel 1 -
16
Das 1. Kapitel.
Die Stadt Ekbatana; Nebukadnezars Sieg und Stolz.
Arphaxad, der Meder König, hatte viel Land und
Leute unter sich gebracht, und bauete eine große, gewaltige
Stadt; die nannte er Ekbatana.
Ihre Mauern machte er aus eitel Werkstücken,
siebenzig Ellen hoch und dreißig Ellen dick.
Ihre Türme aber machte er hundert Ellen hoch
und zwanzig Ellen dick ins Gevierte.
Und der Stadt Tore machte er so hoch als Türme; und
trotzete auf seine Macht und große Heereskraft.
Nebukadnezar aber, der König von Assyrien, regierte
in der großen Stadt Ninive, und stritt im zwölften
Jahr seines Königreichs wider den Arphaxad. Und die Völker,
die am Wasser Euphrat, Tigris und Hydaspes wohneten, halfen ihm;
und schlug ihn im großen Feld, Ragau genannt, welches vor
Zeiten gewesen war * Arjochs, des Königs zu Ellasar.
*1. Mose 14,1.
Da ward das Reich Nebukadnezars mächtig und sein Herz
stolz; und sandte Botschaften zu allen, die da wohneten in
Cilicien, Damaskus, auf dem Libanon,
Karmel und in Kedar; auch zu denen in Galiläa und auf
dem großen Felde Esdrelom;
und zu allen, die da waren in Samaria und jenseit des
Jordans bis gen Jerusalem; auch ins ganze Land Gosen bis an die
Grenzen des Mohrenlands.
Zu denen allen sandte Nebukadnezar, der König von
Assyrien, Botschaften. Aber sie schlugen's ihm alle ab, und
ließen die Boten mit Schanden wieder heimziehen.
Da ward der König Nebukadnezar sehr zornig wider alle
diese Lande, und schwor bei seinem Königsstuhl und Reich,
daß er sich an allen diesen Landen rächen wollte.
Das 2. Kapitel.
Feldzug des Holofernes.
Im dreizehnten Jahr Nebukadnezars, des Königs,
am zweiundzwanzigsten Tag des ersten Monats ward geratschlagt im
Hause Nebukadnezars, des Königs von Assyrien, daß er
sich wollte rächen.
Und er forderte alle seine Räte, Fürsten und
Hauptleute,
und ratschlagte heimlich mit ihnen, und hielt ihnen vor,
wie er gedächte, alle diese Lande unter sein Reich zu
bringen.
Da solches ihnen allen wohlgefiel, forderte der König
Nebukadnezar Holofernes, seinen Feldhauptmann, und sprach:
Zeuch (Zieh) aus wider alle
Reiche, die gegen Abend liegen, und sonderlich wider die, so mein
Gebot verachtet haben.
Du sollst keines Reichs verschonen, und alle feste Städte
sollst du mir untertänig machen.
Da forderte Holofernes die Hauptleute und die Obersten des
assyrischen Kriegsvolks, und rüstete das Volk zum Kriege,
wie ihm der König geboten hatte, hundertundzwanzigtausend zu
Fuße und zwölftausend Schützen zu Rosse.
Und er ließ all sein Kriegsvolk vor ihm hinziehen
mit unzähligen Kamelen, großem Vorrat, dazu mit Ochsen
und Schafen ohne Zahl für sein Volk;
und ließ aus ganz Syrien Korn zuführen zu
seinem Zug.
Gold und Geld aber nahm er aus der Maßen viel mit
sich aus des Königs Kammer.
Und zog also fort mit dem ganzen Heer, mit Wagen, Reitern
und Schützen, welche den Erdboden bedeckten wie
Heuschrecken.
Da er nun über die Grenze des assyrischen Landes
gezogen war, kam er zu dem großen Gebirge Ange an der
linken Seite Ciliciens, und eroberte alle ihre Flecken und festen
Städte.
Und zerstörete Melothi, eine berühmte Stadt, und
beraubete alle Leute in Tarsis und die Kinder Ismael, die da
wohneten gegen die Wüste und gegen Mittag des Landes
Chellon.
Er zog auch über den Euphrat, und kam nach
Mesopotamien, und zerstörete alle hohe Städte, die er
fand, vom Bach Mambre an bis ans Meer.
Und nahm da die Gebiete ein von Cilicien an bis an die
Grenzen Japhets, die gegen Mittag liegen.
Und führete auch weg die Kinder Midians, und raubete
all ihr Gut; und schlug alle, die ihm widerstrebten, mit der
Schärfe des Schwerts.
Danach zog er hinab ins Land Damaskus in der Ernte, und
verbrannte all ihr Getreide, und ließ niederhauen alle
Bäume und Weinberge.
Und das ganze Land fürchtete sich vor ihm.
Das 3. Kapitel.
Holofernes unterwirft die ausländischen Könige.
Da schickten die Könige und Fürsten von
Syrien, Mesopotamien, Syrien-Sobal (Schobal),
Libyen und Cilicien ihre Botschafter aus allen Städten und
Landen. Die kamen zu Holofernes, und sprachen:
Wende deinen Zorn von uns;
denn es ist besser, daß wir Nebukadnezar, dem großen
König, dienen, und dir gehorsam seien und lebendig bleiben,
denn daß wir umkommen, und gewönnen gleichwohl nichts.
Alle unsre Städte, Güter, Berge, Hügel,
Äcker, Ochsen, Schafe, Ziegen, Rosse und Kamele, und was wir
nur haben, dazu auch unser Gesinde, ist alles dein; schaffe
damit, was du willst.
Ja, auch wir samt unsern Kindern sind deine Knechte. Komm
zu uns, und sei unser gnädiger Herr, und brauche unsers
Dienstes, wie dir's gefällt.
Da zog Holofernes vom Gebirge herab mit dem ganzen
Kriegsvolk, und nahm die festen Städte und das ganze Land
ein.
Und las da Knechte aus, das beste Volk, das er unter ihnen
fand.
Davon erschraken alle Lande so sehr, daß die
Regenten und Vornehmsten aus allen Städten samt dem Volk ihm
entgegenkamen, und nahmen ihn auf mit Kränzen, Kerzen,
Reigen, Pauken und Pfeifen,
und konnten dennoch mit solcher Ehre keine Gnade erlangen;
denn er zerbrach ihre Städte, und haute ihre Haine
um.
Denn Nebukadnezar, der König, hatte ihm geboten, daß
er alle Götter in den Landen vertilgen sollte, auf daß
alle Völker, die Holofernes bezwingen würde, ihn allein
für Gott preiseten.
Da er nun Syrien-Sobal (Schobal),
Apamea und Mesopotamien durchzogen hatte, kam er zu den Edomitern
ins Land Gabaa, und nahm ihre Städte ein, und lag allda
dreißig Tage lang. Indes forderte er sein Kriegsvolk alles
zusammen.
Das 4. Kapitel.
Rüstung und Buße der Juden.
Da die Kinder Israel, die im Lande Juda wohneten,
solches höreten, fürchteten sie sich sehr vor ihm,
und Zittern und Schrecken kam sie an; denn sie besorgeten,
er möchte der Stadt Jerusalem und dem Tempel des Herrn auch
so tun, wie er den andern Städten und ihren Götzenhäusern
getan hatte.
Darum sandten sie ins ganze Land Samaria umher bis an
Jericho, und besetzten die Höhen der Berge,
und machten Mauern um ihre Flecken, und schafften Vorrat
zum Kriege.
Und der Priester Jojakim schrieb an alle, so gegen
Esdrelom wohneten, das ist, gegen das große Feld bei
Dothaim, und an alle, da die Feinde mochten durchkommen, daß
sie die engen Wege im Gebirge gegen Jerusalem sollten verwahren.
Und die Kinder Israel taten, wie ihnen Jojakim, des Herrn
Priester, befohlen hatte.
Und alles Volk schrie mit Ernst zum Herrn, und sie und
ihre Weiber demütigten sich mit Fasten und Beten.
Die Priester aber zogen Säcke an, und die Kinder
lagen vor dem Tempel des Herrn, und des Herrn Altar bedeckte man
mit einem Sacke.
Und sie schrieen zum Herrn, dem Gott Israels,
einmütiglich, daß ihre Kinder und Weiber nicht
weggeführet, ihre Städte nicht zerstöret, ihr
Heiligtum nicht verunreiniget, und sie nicht den Heiden zur
Schmach würden.
Und Jojakim, der Hohepriester des Herrn, ging umher,
vermahnete das ganze Volk Israel
und sprach: Ihr sollt ja wissen, daß der Herr euer
Gebet erhören wird, so ihr nicht ablasset mit Fasten und
Beten vor dem Herrn.
Gedenket an Mose, den Diener des Herrn, der nicht mit dem
Schwert, sondern mit * heiligem Gebet den Amalek schlug, der sich
auf seine Kraft und Macht, auf sein Heer, Schild, Wagen und
Reiter verließ.
*2. Mose 17,11.
So soll es auch gehen allen Feinden Israels, so ihr euch
also bessert, wie ihr angefangen habt.
Nach solcher Vermahnung baten sie den Herrn, und blieben
vor dem Herrn, also daß auch die Priester in Säcken
gingen, und Asche auf dem Haupt hatten, und also Brandopfer dem
Herrn brachten; und baten alle den Herrn von ganzem Herzen, daß
er sein Volk Israel heimsuchen wollte.
Das 5. Kapitel.
Der Ammoniter Achior beschreibt dem Holofernes das jüdische
Volk.
Und es ward dem Holofernes, dem Feldhauptmann von
Assyrien, angesagt, daß die Kinder Israel sich rüsteten
und sich wehren wollten, und wie sie die engen Wege im Gebirge
eingenommen hätten. Da ergrimmte Holofernes, und forderte
alle Obersten und Hauptleute der Moabiter und Ammoniter, und
sprach zu ihnen:
Saget an, was ist dies für ein Volk, das im Gebirge
wohnet? Was haben sie für große Städte? Was
vermögen sie? Und was für Kriegsvolk und Könige
haben sie, daß sie allein vor allen andern im Morgenland
uns verachten, und sind uns * nicht entgegengegangen, daß
sie uns aufnähmen mit Frieden?
*Kapitel 3,8.
Da antwortete Achior, der Oberste aller Kinder Ammon, und
sprach:
Mein Herr, willst du es gerne hören, so will ich dir
die Wahrheit sagen, was dies für ein Volk sei, das im
Gebirge wohnet, und dir nicht lügen.
Dies Volk ist aus Chaldäa herkommen.
Und hat erstlich in Mesopotamien gewohnet, denn sie
wollten nicht folgen den Göttern ihrer Väter in
Chaldäa.
Darum verließen sie die Sitten ihrer Väter,
welche viel Götter hatten, auf daß sie dem einigen
Gott des Himmels dienen möchten, welcher ihnen auch * gebot
zu ziehen von dannen, und zu wohnen in Kanaan.
*1. Mose 12,1.
Da nun in allen den Landen teure Zeit war, * reiseten sie
hinab nach Ägyptenland. Da sind ihrer in vierhundert Jahren
so viel worden, daß man sie nicht zählen konnte.
*1. Mose 46,6.
Da aber der König in Ägypten sie * beschwerte
mit Erde führen und Ziegel machen, seine Städte zu
bauen, riefen sie zu ihrem Herrn; der schlug ganz Ägypten
mit mancherlei Plage.
*2. Mose 1,11.14.
Da nun die * Ägypter sie von sich ausgestoßen
hatten, und die Plage von ihnen abließ, und wollten sie
wieder fahen (fangen),
und zu Dienst ins Land führen, tat ihnen auf der Flucht der
Gott des Himmels das Meer auf, also daß das Wasser auf
beiden Seiten fest stund wie eine Mauer; und sie gingen trocknes
Fußes auf des Meeres Grund, und kamen davon.
*2. Mose 12,33.
Da aber die Ägypter ihnen mit ihrem ganzen Heer
nacheileten, wurden * sie alle ersäuft im Meer, also daß
auch nicht Einer wäre überblieben, der es hätte
können nachsagen.
*2. Mose 14,28.
Und da dies Volk aus dem Roten Meer kam, lagerte es sich
in der Wüste des Berges Sinai, da zuvor kein Mensch wohnen
noch sich aufhalten konnte.
Da * ward das bittre Wasser süß, daß sie
es trinken konnten, und + kriegten Brot vom Himmel vierzig Jahre
lang,
*2. Mose 15,25
+2. Mose 16,35.
und wo sie zogen ohne Bogen, Pfeil, Schild und Schwert, da
stritt Gott für sie und siegete.
Und niemand konnte diesem Volk Schaden tun, ohne allein,
wenn es abwich von den Geboten des Herrn, seines Gottes.
Denn so oft sie außer ihrem Gott einen andern
anbeteten, wurden sie erschlagen, und weggeführt mit allen
Schanden.
Richter 2,13-15.
So oft aber sie es reuete, daß sie abgewichen waren
von den Geboten ihres Gottes, gab ihnen der Gott des Himmels
wiederum Sieg wider ihre Feinde.
Darum * vertilgeten sie die Könige der Kanaaniter,
der Jebusiter, der Perisiter, der Hethiter, der Hewiter, der
Amoriter und alle Gewaltige zu Hesbon, und nahmen ihr Land und
Städte ein;
*Josua 12,7-24.
und es ging ihnen wohl, solange sie sich nicht
versündigten an ihrem Gott; denn ihr Gott hasset das
Unrecht.
Sie sind auch vor diesen Zeiten oft vertrieben von vielen
Völkern, und weggeführt in fremde Lande, darum daß
sie abgewichen waren von dem Gebot, das ihnen Gott gegeben hatte,
daß sie drinnen wandeln sollten.
Aber sie sind neulich wiederkommen aus dem Elend, darin
sie waren, nachdem sie sich wieder bekehret haben zum Herrn,
ihrem Gott; und haben sich wieder gesetzt in diesem Gebirge, und
wohnen wiederum zu Jerusalem, da ihr Heiligtum ist.
Darum, mein Herr, laß forschen, ob sich dies Volk
versündiget hat an ihrem Gott, so wollen wir hinaufziehen,
und ihr Gott wird sie dir gewißlich in die Hände
geben, daß du sie bezwingest.
Haben sie sich aber nicht versündiget an ihrem Gott,
so schaffen wir nichts wider sie; denn ihr Gott wird sie
beschirmen, und wir werden zu Spott werden dem ganzen Lande.
Da Achior solches geredet hatte, wurden alle Hauptleute
des Holofernes zornig, und gedachten, ihn zu töten, und
sprachen unter einander:
Wer ist dieser, der solches sagen darf, daß die
Kinder Israel sich sollten erwehren wider den König
Nebukadnezar und sein Kriegsvolk? Sind es doch eitel wehrlose
Leute und keine Krieger.
Daß aber Achior sehe, daß er gelogen habe, so
laßt uns hinaufziehen; und wenn wir ihre besten Leute fahen
(fangen),
so wollen wir Achior mit ihnen erstechen lassen, auf daß
alle Völker innewerden, daß Nebukadnezar ein * Gott
auf Erden sei und kein andrer.
*Kapitel 3,11.
Das 6. Kapitel.
Achior wird nach Bethulia gebracht.
Danach ergrimmte auch Holofernes über den
Achior und sprach:
Wie darfst du uns weissagen, daß * das Volk Israel
solle von seinem Gott Schutz haben? + Wenn wir sie aber nun
schlagen wie einen einigen Menschen, so wirst du sehen, daß
kein andrer Gott ist denn allein Nebukadnezar; und dann sollst du
auch durch der Assyrer Schwert mit ihnen erstochen werden, und
ganz Israel soll mit dir umkommen. So wirst du dann innewerden,
daß Nebukadnezar ein Herr sei aller Welt,
*Kapitel 5,23
+Kapitel 5,26.
wenn du mit meinem Schwert erstochen wirst, und liegst
unter den Erschlagenen Israels, und mußt sterben und
verderben.
Meinest du aber, daß deine Weissagung gewiß
ist, so darfst du nicht erschrecken noch erblassen.
Wie es ihnen gehen wird, so soll es dir auch gehen; denn
ich will dich jetzt zu ihnen schicken, daß ich dich mit
ihnen strafe.
Da befahl Holofernes seinen Knechten, daß sie Achior
greifen sollten und hinein gen Bethulia führen in die Hände
der Kinder Israel.
Und die Knechte des Holofernes griffen ihn. Und da sie
übers Blachfeld ans Gebirge kamen, zogen gegen sie heraus
die Schützen.
Da wichen sie auf eine Seite am Berg, und banden Achior an
einen Baum mit Händen und Füßen, und ließen
ihn also gebunden, und zogen wieder zu ihrem Herrn.
Aber die Kinder Israel kamen herunter von Bethulia
zu ihm, und machten ihn los und brachten ihn hinein gen Bethulia,
und führeten ihn unter das Volk, und fragten ihn, wie das
zugegangen wäre, warum ihn die Assyrer gebunden
zurückgelassen hätten.
Zur selbigen Zeit waren die Obersten in der Stadt Osias,
der Sohn Michas, vom Stamm Simeon, und Charmi, der auch Othniel
(Othniël)
hieß.
Vor diesen Ältesten und vor allem Volk sagte Achior
alles, * was ihn Holofernes gefragt, und was er geantwortet
hätte, und daß ihn des Holofernes Leute um dieser
Antwort willen hätten töten wollen; aber Holofernes
hätte befohlen, man sollte ihn den Kindern Israel
überantworten, auf daß, wenn er die Kinder Israel
geschlagen hätte, er ihn, den Achior, auch wollte strafen
und umbringen;
*Kapitel 5,2-6.8.
darum daß er gesagt hatte, der Gott des Himmels
würde ihr Schutz sein.
Da Achior solches gesagt hatte, fiel alles Volk auf ihr
Angesicht, und beteten den Herrn an, weineten alle zugleich, und
beteten zum Herrn und sprachen:
Herr, Gott des Himmels und der Erde, siehe an ihren
Hochmut und unser Elend, und siehe deine Heiligen gnädiglich
an, und beweise, daß du nicht verläßt, die auf
dich trauen, und stürzest, die auf sich und auf ihre Macht
trotzen.
Also weineten und beteten sie den ganzen Tag, und
trösteten den Achior und sprachen:
Der Gott unsrer Väter, des Macht du gepriesen hast,
wird dir's also vergelten, daß sie nicht ihre Lust an dir
sehen, sondern daß du sehest, wie sie geschlagen und
vertilget werden.
Und wenn uns der Herr, unser Gott, errettet, so sei Gott
mit dir unter uns. Und willst du, so sollst du mit allen den
Deinen bei uns wohnen.
Da nun das Volk wieder von einander ging, führte ihn
Osias mit sich in sein Haus, und richtete ein groß
Abendmahl zu,
und bat zu sich alle Ältesten, und lebten wohl,
nachdem sie lang gefastet hatten.
Danach ward das Volk wieder zusammengefordert, und beteten
um Hilfe von dem Gott Israels in der Versammlung die ganze Nacht.
Das 7. Kapitel.
Belagerung der Stadt Bethulia.
Des andern Tages gebot Holofernes seinem
Kriegsvolk, daß man auf sein sollte wider Bethulia.
Und hatte * hundertundzwanzigtausend zu Fuß und
zwölftausend zu Roß, ohne den Haufen, den er gewählet
hatte an jedem Ort, wo er ein Land eingenommen hatte.
*Kapitel 2,7.
Dieses Kriegsvolk rüstete sich alles wider die Kinder
Israel; und sie lagerten sich oben auf den Berg gegen * Dothaim,
von Belma an bis gen Chelmon, das da liegt gegen Esdrelom.
*Kapitel 4,5.
Da nun die Kinder Israel das große Volk der Assyrer
sahen, fielen sie auf die Erde, und legten Asche auf ihre
Häupter, und baten alle zugleich, daß der Gott Israels
seine Barmherzigkeit erzeigen wollte über sein Volk.
Und sie rüsteten sich mit ihren Waffen, und legten
sich in die Orte, die zu den engen Wegen im Gebirge führen,
und bewahrten sie Tag und Nacht.
Da aber Holofernes umherzog, merkte er, daß
außerhalb der Stadt gegen Mittag ein Brunnen war, welcher
durch Röhren in die Stadt geleitet war. Diese Röhren
hieß er abhauen.
Und wiewohl sie nicht ferne von der Mauer kleine Brünnlein
hatten, da sie heimlich Wasser holeten, so war es doch kaum so
viel, daß sie sich damit laben konnten.
Darum kamen die Ammoniter und Moabiter zu Holofernes und
sprachen:
Die Kinder Israel wagen nicht, sich gegen uns zu wehren,
sondern halten sich auf in den Bergen und Hügeln, darunter
sie sicher sind.
Darum laß nur die Brunnen verwahren, daß sie
nicht Wasser holen mögen, so müssen sie ohne Schwert
sterben, oder die Not wird sie dringen, daß sie die Stadt
übergeben müssen, davon sie meinen, daß sie nicht
zu gewinnen sei, weil sie in Bergen liegt.
Dieser Rat gefiel Holofernes und seinen Kriegsleuten wohl,
und legte je hundert zu jeglichem Brunnen.
Da man nun zwanzig Tage die Brunnen verwahret hatte,
hatten die von Bethulia kein Wasser mehr, weder in Zisternen noch
sonst, daß sie einen Tag länger nach Notdurft haben
möchten; und man mußte täglich den Leuten das
Wasser zumessen.
Da kam Weib und Mann, jung und alt, zu Osias und den
Ältesten, klagten und sprachen: * Gott sei Richter zwischen
euch und uns, daß ihr uns in solche Not gebracht habt
damit, daß ihr nicht wolltet mit den Assyrern Frieden
machen; so hat uns nun Gott in ihre Hände gegeben,
*2. Mose 5,21.
und wir haben keine Hilfe, sondern müssen vor ihren
Augen vor Durst verschmachten und jämmerlich umkommen.
Darum fordert das Volk zusammen, daß wir uns dem
Holofernes williglich ergeben.
Denn * es ist besser, daß wir uns ergeben und beim
Leben bleiben, und also Gott loben, denn daß wir umkommen,
und vor aller Welt zu Schanden werden, und sehen sollen, daß
unsre Weiber und Kinder so jämmerlich vor unsern Augen
sterben müssen.
*Kapitel 3,3.
Wir bezeugen heute vor Himmel und Erde und vor unsrer
Väter Gott, der uns jetzt strafet um unsrer Sünden
willen, daß wir euch gebeten haben, die Stadt dem
Holofernes zu übergeben, daß wir lieber durchs Schwert
alsbald umkämen, und nicht so lang vor Durst
verschmachteten.
Da ward ein groß Heulen und Weinen im ganzen Volk
etliche Stunden lang, und schrieen zu Gott und sprachen:
Wir haben gesündiget samt unsern Vätern, wir
haben mißgehandelt und sind gottlos gewesen.
Daniel 9,8.
Aber du bist barmherzig, darum sei uns gnädig, oder
strafe uns du selbst; und dieweil wir dich bekennen, übergib
uns nicht den Heiden, die dich nicht kennen, daß sie nicht
rühmen: Wo ist nun ihr Gott?
Da sie nun lang geschrieen und geweinet hatten, und es ein
wenig war stille worden, stund Osias auf, weinte und sprach:
Lieben Brüder, habt doch Geduld, und laßt uns
noch fünf Tage der Hilfe erharren von Gott,
ob er uns wolle Gnade erzeigen und seinen Namen herrlich
machen.
Wird uns diese fünf Tage nicht geholfen, so wollen
wir tun, wie ihr gebeten habt.
Das 8. Kapitel.
Judith gibt den Ältesten Mahnung und guten Rat.
Solches kam vor Judith, welche war eine Witwe, eine
Tochter Meraris, des Sohns des Uz, des Sohns Josephs, des Sohns
Osias, des Sohn Elais, des Sohns Jamnors, des Sohns Gideons, des
Sohns Raphaims, des Sohns Achitobs, des Sohns Malchias (Malkias),
des Sohns Enans, des Sohns Nathanjas, des Sohns Sealthiels, des
Sohns Simeons.
Und ihr Mann hatte geheißen Manasse, der war in der
Gerstenernte gestorben.
Denn da er auf dem Felde war bei den Arbeitern, ward er
krank von der Hitze, und starb in seiner Stadt Bethulia, und ward
zu seinen Vätern begraben.
Der ließ die Judith nach; die war nun drei Jahre und
sechs Monate eine Witwe.
Und sie hatte sich oben in ihrem Hause ein sonderlich
Kämmerlein gemacht, darin sie saß mit ihren Mägden;
und war bekleidet mit einem Sack, und fastete täglich,
ohne am Sabbat, Neumonden und andern Festen des Hauses Israel.
Und sie war schön und reich, und hatte viel Gesindes und
Höfe voll Ochsen und Schafe.
Und hatte ein gut Gerücht bei jedermann, daß
sie Gott fürchtete; und konnte niemand übel von ihr
reden.
Diese Judith, da sie hörte, daß Osias zugesagt
hatte, die Stadt nach fünf Tagen den Assyrern zu übergeben,
sandte sie zu den Ältesten Chabri und Charmi.
Und da sie zu ihr kamen, sprach sie zu ihnen: Was soll das
sein, daß * Osias gewilliget hat, die Stadt den Assyrern zu
übergeben, wenn uns in fünf Tagen nicht geholfen wird?
*Kapitel 7,21-24.
Wer seid ihr, daß ihr Gott versuchet? Das dienet
nicht, Gnade zu erwerben, sondern vielmehr Zorn und Ungnade.
Wollt ihr dem Herrn nach eurem Gefallen Zeit und Tag
bestimmen, wann er helfen soll?
Doch der Herr * ist geduldig; darum laßt uns das
leid sein und Gnade suchen mit Tränen.
*Psalm 103,8.
Denn Gott zürnet nicht
wie ein Mensch, daß er sich nicht versöhnen lasse.
Darum sollen wir uns demütigen von Herzen, und ihm
dienen, und mit Tränen vor ihm beten, daß er nach
seinem Gefallen Barmherzigkeit an uns erzeigen wolle;
und wie wir jetzt trauern
müssen von wegen ihres Hochmuts, daß wir uns nach
diesem Jammer wieder freuen mögen, daß wir nicht
gefolget sind * der Sünde unsrer Väter, die ihren Gott
verließen und fremde Götter anbeteten, darum sie ihren
Feinden übergeben, und von ihnen erschlagen, gefangen und
geschändet sind.
*Kapitel
5,16.
Wir aber kennen keinen andern
Gott, ohne ihn allein, und wollen mit Demut von ihm Hilfe und
Trosts warten,
so wird er, der Herr, unser
Gott, unser Blut retten von unsern Feinden, und alle Heiden, die
uns verfolgen, demütigen und zu Schanden machen.
Und ihr, lieben Brüder,
dieweil ihr seid die Ältesten des Volkes, und ihr Leben in
eurer Hand ist, tröstet das Volk mit eurem Wort, daß
sie bedenken, wie unsre Väter auch * versucht wurden, daß
sie bewährt würden, ob sie Gott von Herzen dieneten.
*5. Mose
13,4.
Erinnert sie, wie unser Vater
* Abraham auf mancherlei Weise versucht ist, und ist + Gottes
Freund worden, nachdem er durch mancherlei Anfechtung bewährt
ist.
*1. Mose 22
+Jakobus 2,23.
Also sind auch Isaak, Jakob,
Mose und alle, die Gott lieb gewesen sind, beständig
blieben, und haben viel Trübsale überwinden müssen.
Die andern aber, so die
Trübsale nicht haben wollen annehmen mit Gottesfurcht,
sondern mit Ungeduld wider Gott gemurret und gelästert, *
sind von dem Verderber und durch die Schlangen umgebracht.
*4. Mose
14,36; 21,6; 1. Korinther 10,9.10.
Darum laßt uns nicht
ungeduldig werden in diesem Leiden, sondern bekennen, daß
es eine Strafe ist von Gott, viel geringer denn unsre Sünden
sind, und glauben, daß wir gezüchtiget werden als
seine Knechte zur Besserung und nicht zum Verderben.
Darauf antwortete Osias und
die Ältesten: Es ist alles wahr, wie du gesaget hast, und
ist an deinen Worten nichts zu strafen.
Darum bitte für uns zum
Herrn; denn du bist ein heilig, gottesfürchtig Weib.
Und Judith sprach: Weil ihr
dafür haltet, daß aus Gott sei, was ich gesagt habe,
so wollet auch prüfen, ob dasjenige, so ich vorhabe zu tun,
aus Gott sei, und bittet, daß Gott Glück dazu gebe.
Diese Nacht wartet am Tor,
wenn ich hinausgehe mit meiner Magd, und betet, daß der
Herr in diesen fünf Tagen, wie ihr gesagt habt, sein Volk
Israel trösten wolle.
Was ich aber vorhabe, sollt
ihr nicht nachforschen, sondern betet allein für mich zum
Herrn, unserm Gott, bis ich euch weiter anzeige, was ihr tun
sollt.
Und Osias, der Fürst
Judas, sprach zu ihr: Gehe hin im Frieden; der Herr sei mit dir,
und räche uns an unsern Feinden! Und sie gingen also wieder
von ihr.
Das 9. Kapitel.
Gebet der Judith.
Danach ging Judith in
ihr Kämmerlein, und bekleidete sich mit einem Sack, und
streute Asche auf ihr Haupt, und fiel nieder vor dem Herrn, und
schrie zu ihm und sprach:
Herr, Gott meines Vaters
Simeon, dem * du das Schwert gegeben hast, die Heiden zu strafen,
so die Jungfrau genotzüchtiget und zu Schanden gemacht
hatten, und hast wiederum ihre Weiber und Töchter fahen
(fangen)
und sie berauben lassen durch deine Knechte, die da in deinem
Eifer geeifert haben, hilf mir armen Witwe, Herr, mein Gott!
*1. Mose
34,25; 49,5-7.
Denn * alle Hilfe, die vor
Zeiten und hernach je geschehen ist, die hast du getan; und + was
du willst, das muß geschehen.
*Psalm 74,12
+Psalm 33,9.
Denn, wenn du willst helfen,
so kann's nicht fehlen; und du weißt wohl, wie du die
Feinde strafen sollst.
Schaue jetzt auf der Assyrer
Heer, wie du * vor Zeiten auf der Ägypter Heer schauetest,
da sie deinen Knechten nachjagten mit großer Macht, und
trotzeten auf ihre Wagen, Reiter und großes Kriegsvolk.
*2. Mose
14,24.
Da du sie aber ansahest,
wurden sie verzagt,
und die Tiefe übereilte
sie, und das Wasser ersäufte sie.
Also geschehe auch jetzt
diesen, Herr, die da trotzen auf ihre Macht, Wagen, Spieße
und Geschütze, und kennen dich nicht, und denken nicht, daß
du, Herr, unser Gott, der seiest, der da * den Kriegen steuert
von Anfang, und heißet billig Herr.
*Psalm
46,10.
Strecke aus deinen Arm wie vor
Zeiten, und zerschmettere die Feinde durch deine Macht, daß
sie umkommen durch deinen Zorn, die sich rühmen, sie wollen
dein Heiligtum zerstören, und die Hütte deines Namens
entheiligen, und mit ihrem Schwert das Horn deines Altars
abhauen.
Strafe seinen Hochmut durch
sein eigen Schwert; laß ihn durch seine eignen Augen
gefangen werden, wenn er mich ansiehet, und durch meine
freundlichen Worte betrogen werden.
Gib mir einen Mut, daß
ich mich nicht entsetze vor ihm und vor seiner Macht, sondern daß
ich ihn stürzen möge.
Das wird deines Namens Ehre sein, daß ihn ein Weib
daniedergelegt hat.
Denn du, Herr, * kannst wohl Sieg geben ohne alle Menge,
und + hast nicht Lust an der Stärke der Rosse. Es haben
dir die **
Hoffärtigen noch nie gefallen; aber allezeit hat dir
gefallen der Elenden und Demütigen Gebet.
*1.
Samuel 14,6 +Psalm
147,10 **Lukas
1,51.
O Herr, du Gott des Himmels,
Schöpfer der Wasser und Herr aller Dinge, erhöre mein
armes Gebet, die ich allein auf deine Barmherzigkeit vertraue.
Gedenke, Herr, an deinen Bund, und gib mir ein, was ich
reden und denken soll, und gib mir Glück dazu, auf daß
dein Haus bleibe, und alle * Heiden erfahren, daß du Gott
bist, und kein andrer außer dir.
*Jesaja 37,20.
Das 10. Kapitel.
Judith geht in das Zelt des Holofernes.
Da sie nun ausgebetet hatte, stund sie auf,
und rief ihrer Magd, und ging herunter ins Haus, legte den
Sack ab, und zog ihre Witwenkleider aus,
und wusch sich, und salbete sich mit köstlichem
Wasser, und flocht ihr Haar ein, und setzte eine Haube auf, und
zog ihre schönen Kleider an, und tat Schuhe an ihre Füße,
und schmückte sich mit Spangen und Geschmeide, und
zog all ihren Schmuck an.
Und der Herr gab ihr Gnade, daß sie lieblich
anzusehen war; denn sie schmückte sich nicht aus Vorwitz,
sondern Gott zu Lob.
Und sie gab ihrer Magd einen Schlauch voll Wein und einen
Krug mit Öl, und einen Sack, darin sie hatte Feigenkuchen,
Mehl und Brot, das sie essen durfte; und sie ging dahin.
Und * am Tor fand sie Osias und die Ältesten, die
ihrer warteten.
*Kapitel 8,26.
Und sie wunderten sich, daß sie so schön war.
Doch fragten sie nicht, was sie vorhätte, sondern
ließen sie hinaus und sprachen: Der Gott unsrer Väter
gebe dir Gnade, und lasse dein Vornehmen geraten, daß sich
Israel dein freue, und dein Name gerechnet werde unter die
Heiligen.
Und alle, die da waren, sprachen: Amen, Amen.
Aber Judith betete, und ging fort mit ihrer Magd.
Und da sie frühmorgens den Berg hinabging,
begegneten ihr die Wächter der Assyrer, und fielen sie an,
und fragten sie, von wannen sie käme, und wo sie hinwollte.
Und sie antwortete: Ich bin ein hebräisch Weib, und
bin von ihnen geflohen; denn ich weiß, daß sie euch
in die Hände kommen werden, darum daß sie euch
verachtet haben, und nicht wollen Gnade suchen, und sich willig
ergeben.
Darum hab ich mir vorgenommen, zu dem Fürsten
Holofernes zu kommen, daß ich ihm ihre Heimlichkeiten
offenbare, und sage ihm, wie er sie leichtlich gewinnen möge,
daß er nicht Einen Mann verlieren dürfe.
Dieweil sie so redete, schaueten sie sie an, und *
verwunderten sich sehr, daß sie so schön war,
*Vers 8.
und sprachen: Das möchte dir helfen, daß du es
so gut meinest, und zu unserm Herrn gehen willst.
Denn, wenn du vor ihn kommst, so wird er dir gnädig
sein, und wirst von Herzen ihm wohlgefallen.
Und sie führeten sie hin in des Holofernes Gezelt,
und sagten ihm von ihr.
Und da sie vor ihn kam, ward er sobald entzündet
gegen sie.
Und seine Diener sprachen unter einander: Das hebräische
Volk ist traun nicht zu verachten, weil es schöne Weiber
hat. Sollte man um solcher schöner Weiber willen nicht
kriegen?
Da nun Judith den Holofernes sah sitzen unter seinem
Vorhang, der schön gewirkt war mit Purpur und Gold, und mit
Smaragden und viel Edelsteinen geziert, bückte sie sich, und
fiel vor ihm nieder. Und Holofernes hieß sie wieder
aufrichten.
Das 11. Kapitel.
Gespräch der Judith mit Holofernes.
Und Holofernes sprach
zu ihr: Sei getrost und fürchte dich nicht; denn ich habe
nie keinem Menschen Leid getan, der sich unter den König
Nebukadnezar ergeben hat.
Und hätte mich dein Volk
nicht verachtet, so hätte ich nie keinen Spieß
aufgehoben wider sie.
Nun sage an, warum du bist von
ihnen gewichen und zu mir kommen.
Judith antwortete ihm und
sprach: Du wollest deine Magd gnädiglich hören. Wirst
du tun, wie dir deine Magd anzeigen wird, so wird's der Herr mit
dir wohl ausrichten.
Gott gebe Nebukadnezar Glück
und Heil, dem Könige der ganzen Erde, der dich ausgeschickt
hat, alle Ungehorsame zu strafen; denn du kannst ihm untertan
machen nicht allein die Leute, sondern auch alle Tiere auf dem
Felde.
Denn deine Vernunft und
Weisheit ist hoch berühmt in aller Welt, und jedermann weiß,
daß du der gewaltigste Fürst bist im ganzen
Königreich, und dein gut Regiment wird überall
gepriesen.
So wissen wir auch, * was
Achior geredet hat, und wie du dagegen mit ihm getan hast.
*Kapitel
5,3-6.8.
Denn unser Gott ist also
erzürnet über unsre Sünden, daß er durch
seine Propheten hat verkündigen lassen, er wolle das Volk
strafen um seiner Sünden willen.
Weil nun das Volk Israel weiß,
daß sie ihren Gott erzürnet haben, sind sie
erschrocken vor dir.
Dazu leiden sie großen
Hunger, und müssen vor * Durst verschmachten;
*Kapitel
7,14.17.
und haben jetzund vor, ihr
Vieh zu schlachten, daß sie desselben Blut trinken, und das
heilige Opfer zu essen an Korn, Wein und Öl, das ihnen Gott
verboten hat, daß sie es auch nicht anrühren sollten.
Darum ist gewiß, daß sie müssen umkommen, weil
sie solches tun.
Und weil ich das weiß,
bin ich von ihnen geflohen; und der Herr hat mich zu dir gesandt,
daß ich dir solches solle anzeigen.
Denn ob ich wohl zu dir bin
kommen, so bin ich doch nicht darum von Gott abgefallen, sondern
will meinem Gott noch dienen bei dir. Und deine Magd wird
hinausgehen und Gott anbeten; der wird mir offenbaren, wann er
ihnen ihren Lohn geben will für ihre Sünde. So will ich
dann kommen, und will dir's anzeigen, und dich mitten durch
Jerusalem führen, daß du alles Volk Israel habest wie
Schafe, die keinen Hirten haben, und wird nicht ein Hund dich
dürfen anbellen. Denn das hat mir Gott offenbart,
weil er über sie erzürnet
ist, und hat mich gesandt, daß ich dir's anzeige.
Diese Rede gefiel Holofernes
und seinen Knechten wohl; und sie wunderten sich ihrer Weisheit,
und sprachen unter einander:
Des Weibes gleichen ist nicht
auf Erden von * Schöne und Weisheit.
*Kapitel
10,15.20.
Und Holofernes sprach zu ihr:
Das hat Gott also geschickt, daß er dich hergesandt hat,
ehe denn das Volk in meine Hand käme. Wird nun dein Gott
solches ausrichten, wie du gesagt hast, so soll er auch mein Gott
sein; und du sollst groß werden beim Könige
Nebukadnezar, und dein Name soll gepriesen werden im ganzen
Königreich.
Das 12. Kapitel.
Des Holofernes Gastmahl und Trunkenheit.
Da ließ er sie
hineinführen in die Schatzkammer, da sie bleiben sollte, und
befahl, daß man sie von seinem Tisch speisen sollte.
Aber Judith antwortete und
sprach: Ich darf noch nicht essen von deiner Speise, daß
ich mich nicht versündige; sondern ich habe ein wenig mit
mir genommen, davon will ich essen.
Da sprach Holofernes selbst:
Wenn das auf ist, das du mit dir gebracht hast, woher sollen wir
dir andres schaffen?
Judith antwortete: Mein Herr,
so gewiß du lebst, ehe deine Magd alles verzehren wird, so
wird Gott durch mich ausrichten, was er vorhat.
Und da sie die Knechte in das
Gemach führen wollten, wie er befohlen hatte,
bat sie, daß man ihr
erlaubete, abends und morgens herauszugehen, und ihr Gebet zu tun
zum Herrn.
Da befahl Holofernes seinen Kammerdienern, daß man
sie drei Tage sollte frei aus und ein lassen gehen, ihr Gebet zu
tun zu Gott.
Und des Abends ging sie heraus in das Tal vor Bethulia,
und wusch sich im Wasser.
Danach betete sie zum Herrn, dem Gott Israels, daß *
er ihr Glück gäbe, sein Volk zu erlösen.
*Kapitel 9,15.
Und ging wieder in das Gezelt, und hielt sich rein, und aß
nicht vor abends.
Am vierten Tage machte Holofernes ein Abendmahl
seinen nächsten Dienern allein, und sprach zu Bagvas, seinem
Kämmerer: Gehe hin und berede das hebräische Weib, daß
sie sich nicht weigere, zu mir zu kommen;
denn es ist eine Schande bei den Assyrern, daß ein
solch Weib sollte unberühret von uns kommen, und einen Mann
genarret haben.
Da kam Bagvas zu Judith: Schöne Frau, ihr wollet euch
nicht weigern, zu meinem Herrn zu kommen, daß er euch ehre,
und ihr mit ihm esset und trinket, und fröhlich seid.
Da sprach Judith: Wie darf ich's meinem Herrn versagen?
Alles, was ihm lieb ist, das will ich von Herzen gerne tun
all mein Leben lang.
Und sie stund auf, und schmückte sich, und ging
hinein vor ihn, und stund vor ihm.
Da wallte dem Holofernes sein Herz; denn er * war
entzündet mit Begierde zu ihr.
*Kapitel 10,19.
Und sprach zu ihr: Sitz nieder, trink, und sei fröhlich;
denn du hast Gnade gefunden bei mir.
Und Judith antwortete: Ja, Herr, ich will fröhlich
sein, denn ich bin mein Leben lang so hoch nicht geehret worden.
Und sie aß und trank vor ihm, was ihr ihre Magd
bereitet hatte.
Und Holofernes war fröhlich mit ihr, und trank so
viel, als er nie getrunken hatte sein Leben lang.
Das 13. Kapitel.
Judith tötet den Holofernes und dankt Gott mit ihrem
Volke.
Da es nun sehr spät
ward, gingen seine Diener hinweg in ihre Gezelte; und sie waren
allesamt trunken.
Und Bagvas machte des
Holofernes Kammer zu und ging davon. Und Judith war allein bei
ihm in der Kammer.
Holofernes aber war auf sein
Bett hingefallen und schlief; denn er war ganz trunken.
Da sprach Judith zu ihrer
Magd, sie sollte draußen warten vor der Kammer.
Und Judith trat vor das Bette,
und betete heimlich mit Tränen,
und sprach: Herr, Gott
Israels, stärke mich, und hilf mir gnädiglich das Werk
vollbringen, das ich mit ganzem Vertrauen auf dich habe
vorgenommen, daß du deine Stadt Jerusalem erhöhest,
wie du zugesagt hast.
Nach solchem Gebet trat sie zu
der Säule oben am Bette, und langte das Schwert, das daran
hing,
und zog es aus, und ergriff
ihn beim Schopf, und sprach abermal:
Herr, Gott, stärke mich
in dieser Stunde! Und sie hieb zweimal in den Hals mit aller
Macht, und schnitt ihm den Kopf ab; danach wälzte sie den
Leib aus dem Bette, und nahm den Vorhang von den Säulen weg
mit sich.
Danach ging sie heraus, und
gab das Haupt des Holofernes ihrer Magd, und hieß sie es in
* ihren Sack stoßen.
*Kapitel
10,6.
Und sie gingen mit einander
hinaus nach ihrer Gewohnheit, als wollten sie beten gehen, durch
das Lager, und gingen * umher durch das Tal, daß sie
heimlich ans Tor der Stadt kamen.
*Kapitel
12,8.
Und Judith rief den
Wächtern auf der Mauer von ferne: Tut die Tore auf; denn
Gott ist mit uns, der hat Israel Sieg gegeben.
Da nun die Wächter ihre
Stimme höreten, forderten sie alsbald die Ältesten der
Stadt.
Da kam alles herzu, klein und
groß; denn sie hatten schon verzagt, daß sie nicht
würde wiederkommen.
Und sie zündeten Fackeln
an, und umringten sie.
Sie aber trat auf einen höhern
Ort, und hieß sie still sein und zuhören, und sprach
also:
Danket dem Herrn, unserm
Gotte, der nicht verläßt diejenigen, so auf ihn
trauen, und hat uns Barmherzigkeit erzeigt durch mich, seine
Magd, wie er dem Hause Israel verheißen hat, und hat diese
Nacht den Feind seines Volks durch meine Hand umgebracht.
Und sie zog das Haupt des
Holofernes heraus, und zeigte es ihnen und sprach:
Sehet, dies ist das Haupt des
Holofernes, des Feldhauptmanns der Assyrer; und sehet, das ist
der Vorhang, darunter er lag, da er trunken war. Da hat ihn der
Herr, unser Gott, durch Weibeshand umgebracht.
So wahr der Herr lebt, hat er
mich durch seinen Engel behütet, daß ich nicht bin
verunreiniget worden, solange ich bin außen gewesen; und
hat mich ohne Sünde wieder hergebracht mit großen
Freuden und Sieg.
Darum danket ihm alle; denn er
ist gütig, und hilft immerdar.
Und sie danketen alle dem
Herrn, und sprachen zu ihr: Gelobt sei der Herr, der durch dich
unsre Feinde heute hat zu Schanden gemacht.
Und Osias, der Fürst des
Volks Israel, sprach zu ihr: * Gesegnet bist du, Tochter, vom
Herrn, dem höchsten Gott, vor allen Weibern auf Erden;
*Richter
5,24.
und gelobt sei der Herr, der
Himmel und Erde geschaffen hat, der * dir hat Glück gegeben,
den Hauptmann unsrer Feinde zu töten, und hat deinen Namen
so herrlich gemacht, daß dich allezeit preisen werden alle,
die des Herrn Werk achten, darum daß du deines Lebens nicht
geschonet hast in der Trübsal und Not deines Volks, sondern
hast es errettet vor dem Herrn, unserm Gott.
*Kapitel
8,25.
Und alles Volk sprach: Amen,
Amen.
Kapitel
10,10.
Danach forderte man den
Achior; zu dem sprach Judith: Der Gott Israels, * von dem du
gezeuget hast, daß er sich an seinen Feinden rächen
kann, hat diese Nacht der Gottlosen Haupt umgebracht durch meine
Hand.
*Kapitel
5,3-23.
Und daß du es sehest, so
ist hie der Kopf des Holofernes, * der den Gott Israels
trotziglich gelästert hat, und dir den Tod gedräuet
(gedrohet),
da er sprach:
*Kapitel
6,1.2.
Wenn das Volk Israel gefangen
würde, so wollte er dich mit ihnen erstechen lassen.
Kapitel
5,26; 6,3.
Und da Achior des Holofernes
Kopf sah, entsetzte er sich, daß er erstarrte.
Danach, da er wieder zu sich
selbst kam, fiel er zu ihren Füßen und sprach:
Gesegnet bist du von deinem
Gott in allen Hütten Jakobs; denn der Gott Israels wird an
dir gepriesen werden bei allen Völkern, die deinen Namen
hören werden.
Das 14. Kapitel.
Der Judith Rat zum Angriff. Bestürzung der Assyrer.
Danach sprach Judith zu
allem Volk: Lieben Brüder, höret mich!
Sobald der Tag anbricht, * so
hänget den Kopf über die Mauer hinaus, und nehmet eure
Waffen, und fallet allesamt hinaus mit einem Haufen und mit
großem Geschrei;
*2.
Makkabäer 15,35.
so werden die in der
Schildwacht fliehen, und werden dann ihren Herrn aufwecken wollen
zur Schlacht.
Und wenn die Hauptleute zu des
Holofernes Gezelt kommen werden, und den Leichnam da sehen im
Blut liegen, so werden sie erschrecken.
Und wenn ihr merket, daß
sie verzagt sein werden, und die Flucht geben, so dringet getrost
auf sie; denn der Herr hat sie unter eure Füße
gegeben.
Da nun Achior sah, daß
der Gott Israels geholfen hatte, verließ er die heidnische
Weise und glaubte an Gott, und ließ sich beschneiden; und
ist unter Israel gerechnet worden, er und alle seine Nachkommen,
bis auf diesen Tag.
Und da der Tag anbrach,
hängten sie den Kopf über die Mauer hinaus, und nahmen
ihre Wehr, und fielen hinaus mit einem Haufen und mit großem
Geschrei.
Und da solches die in der Schildwacht sahen, liefen sie zu
des Holofernes Gezelt; und die drinnen richteten ein Poltern an
vor seiner Kammer, davon er sollte aufwachen.
Denn es wagte niemand, anzuklopfen, oder hineinzugehen in
des Fürsten zu Assyrien Kammer.
Aber da die Hauptleute der Assyrer kamen, sagten sie den
Kammerdienern:
Gehet hinein und wecket ihn auf; denn die Mäuse *
sind herausgelaufen aus ihren Löchern, und sind kühn
worden, daß sie uns nun angreifen.
*1. Samuel 14.11.
Da ging Bagvas hinein, und trat vor den Vorhang, und
klatschte mit den Händen; denn er meinte, er schliefe bei
Judith.
Und horchte, ob er sich regen wollte. Da er aber nichts
vernahm, hub er den Vorhang auf: da sah er den Leichnam ohne den
Kopf in seinem Blut auf der Erde liegen. Da schrie und heulte er
laut, und zerriß seine Kleider,
und sah in der Judith Kammer; und da er sie nicht fand,
lief er heraus zu den Kriegern und sprach: Ein einiges
hebräisches Weib hat das ganze Haus Nebukadnezars zu Spott
und Hohn gemacht vor aller Welt; denn Holofernes liegt da tot auf
der Erde, und ist ihm der Kopf abgehauen.
Da das die Hauptleute von Assyrien hörten, zerrissen
sie ihre Kleider, und erschraken über die Maßen sehr,
und ward ein groß Zetergeschrei unter ihnen.
Das 15. Kapitel.
Flucht und Niederlage der Assyrer. Beute und Triumph der
Juden.
Da nun das Kriegsvolk
hörte, daß Holofernes der Kopf ab war, erschraken sie,
und wurden irr, und konnten nicht Rat halten, was sie tun
sollten, so war ihnen der Mut entfallen;
und flohen auf allen Wegen in
der Ebene und im Gebirge, daß sie den Hebräern
(Ebräern)
entrinnen möchten; denn sie hörten, daß sie gegen
sie daherzögen.
Und da die Kinder Israel
sahen, daß die Feinde flohen,
eileten sie ihnen nach mit
großem Geschrei und Trompeten.
Weil aber der Assyrer Ordnung
zertrennet war, und die Kinder Israel in ihrer Ordnung zogen,
schlugen sie alle, die sie ereilen konnten.
Und Osias sandte zu * allen
Städten im Lande Israel,
*Richter
7,24.
daß man in allen Städten
auf war, und jagte den Feinden nach bis zum Land hinaus.
Aber das übrige
Volk zu Bethulia fiel in der Assyrer Lager, und plünderten,
und führeten hinweg, was die Assyrer dagelassen hatten, und
brachten groß Gut davon.
Die andern aber, da sie
wiederkamen, brachten sie mit sich alles, was jene mitgeführet
hatten, an Vieh und an anderm Gut; und das ganze Land ward reich
von solchem Raub.
Danach kam * Jojakim, der
Hohepriester, von Jerusalem gen Bethulia mit allen Priestern, daß
sie Judith sähen.
*Kapitel
4,5.
Und sie ging hervor zu ihnen.
Da priesen sie sie alle zugleich und sprachen:
Du bist die Krone Jerusalems,
du bist die Wonne Israels, du bist eine Ehre des ganzen Volks,
daß du solch löbliche Tat getan, und Israel so große
Wohltat erzeiget hast, daß sie Gott wiederum errettet hat.
Gesegnet seist du vor Gott ewiglich!
Und alles Volk sprach: Amen,
Amen.
Kapitel
10,10; 13,25.
Und da man nun dreißig
Tage lang die Beute gesammelt hatte,
gaben sie Judith alle
köstliche Geräte, so Holofernes gehabt hatte, an Gold,
Silber, Kleidern und Edelsteinen.
Und war jedermann fröhlich,
sangen und sprangen, beide, jung und alt.
Das 16. Kapitel.
Der Judith Triumphlied und übriger Lebenslauf.
Da sang Judith dem Herrn dies
Lied und sprach:
Spielet dem Herrn mit
Pauken, und klinget ihm mit Zimbeln; * singet ihm ein neues Lied,
seid fröhlich und rufet seinen Namen an!
*Psalm 96.1;
98,1.
Der Herr ist's, der * den
Kriegen steuern kann; Herr heißt sein Name.
*Kapitel
9,8.
Er streitet für sein
Volk, daß er uns errette von allen unsern Feinden.
Assur kam vom Gebirge von
Mitternacht mit einer großen Macht; seine Menge verstopfte
die Bäche, und seine Pferde bedeckten das Land;
er dräute (drohte),
mein Land zu verbrennen, und meine Mannschaft zu erwürgen,
Kinder und Jungfrauen wegzuführen.
Aber der Herr, der allmächtige
Gott, hat ihn gestraft, und hat ihn in eines Weibes Hände
gegeben.
Kapitel
13,19.26.
Denn kein Mann, noch kein Krieger hat ihn umgebracht, und
kein Riese hat ihn angegriffen, sondern Judith, die Tochter
Meraris, hat ihn niedergelegt mit ihrer Schönheit.
Denn sie legte ihre Witwenkleider ab, und zog ihre schönen
Kleider an zur Freude den Kindern Israel;
Kapitel 10,2.3.
sie bestrich sich mit köstlichem Wasser, und flocht
ihre Haare ein, ihn zu betrügen;
ihre schönen Schuhe verblendeten ihn, ihre Schönheit
fing sein Herz; aber sie hieb ihm den Kopf ab,
Kapitel 12,17; 13.9.
daß sich die Perser und Meder entsetzten vor solcher
kühner Tat.
Und der Assyrer Heer heulte, da meine Elenden hervorkamen,
so vor Durst verschmachtet waren.
Die Knaben erstachen * die Assyrer, und schlugen sie auf
der Flucht wie Kinder. Sie sind vertilget von dem Heer des Herrn,
meines Gottes.
*Kapitel 15,4.5.
Laßt uns singen ein neues Lied dem Herrn, unserm
Gott!
Vers 2.
Herr, Gott, du bist der mächtige Gott, der große
Taten tut; und niemand kann dir widerstehen.
Alle deine Kreatur muß dir dienen; denn * was du
sprichst, das muß geschehen. Wo du einem einen Mut gibst,
das muß fortgehen, und deinem Wort kann niemand Widerstand
tun.
*Kapitel 9,3.
Die Berge müssen zittern, und die Felsen zerschmelzen
wie Wachs vor dir.
Psalm 97,5.
Aber die dich fürchten, denen erzeigest du große
Gnade. Denn * alles Opfer und Fett ist viel zu gering vor dir;
aber den Herrn fürchten, das ist sehr groß.
*Psalm 51,18.
Weh den Heiden, die mein Volk verfolgen; denn der
allmächtige Herr richtet sie, und suchet sie heim zur Zeit
der Rache.
Er wird ihren Leib plagen mit Feuer und Würmern; und
werden brennen und heulen in Ewigkeit.
Jesaja 66,24.
Nach solchem Sieg zog alles Volk von Bethulia gen
Jerusalem, den Herrn anzubeten, und reinigten sich, und opferten
Brandopfer, und was sie gelobt hatten.
Und Judith hängte auf im Tempel alle Waffen des
Holofernes und den Vorhang, den sie von seinem Bette genommen
hatte, daß es dem Herrn verbannet sollte sein ewiglich.
Und das Volk war fröhlich zu Jerusalem bei dem
Heiligtum mit der Judith drei Monate lang, und feierten den Sieg.
Danach zog jedermann wider heim; und Judith kam auch
wieder gen Bethulia,
und ward hoch geehret im ganzen Land Israel.
Und sie nahm keinen Mann nach ihres ersten Mannes,
Manasses, Tod.
Und sie ward sehr alt, und blieb in ihres Mannes Hause,
bis sie hundert und fünf Jahre alt ward. Und ihre Magd
machte sie frei. Danach starb sie zu Bethulia, und man begrub sie
bei ihrem Mann Manasse.
Und das Volk trauerte um sie sieben Tage lang. Und ehe sie
starb, teilte sie all ihr Gut unter ihre und ihres Manns Freunde.
Und weil sie lebete und dazu lang hernach, wagte niemand,
Israel zu überziehen.
Und der Tag dieses Siegs wird bei den Hebräern
(Ebräern)
für ein groß Fest gehalten, und von ihnen gefeiert bis
auf diesen Tag.
DIE
WEISHEIT SALOMOS
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