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DIE BIBEL
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Schrift
DER BRIEF DES
PAULUS AN DIE GALATER
Kapitel 1 –
6
Kapitel 1
Paulus, ein Apostel nicht von
Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus
Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den
Toten,
und alle Brüder, die bei
mir sind,
den Gemeinden in Galatien:
Gnade sei mit euch und
Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus,
der sich selbst für unsre
Sünden gegeben hat, daß er uns errette von dieser
gegenwärtigen, argen Welt nach dem Willen Gottes, unsers
Vaters,
welchem sei Ehre von Ewigkeit
zu Ewigkeit! Amen.
Wider die Verfälschung des Evangeliums
Mich wundert, daß ihr
euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die
Gnade Christi, zu einem andern Evangelium,
obwohl es doch kein andres
gibt; nur daß etliche da sind, die euch verwirren und
wollen das Evangelium Christi verkehren.
Aber wenn auch wir oder ein
Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, als
wir euch gepredigt haben, der sei verflucht.
Wie wir eben gesagt haben, so
sage ich abermals: Wenn jemand euch Evangelium predigt anders,
als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.
Predige ich denn jetzt
Menschen oder Gott zu Gefallen? Oder gedenke ich, Menschen
gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig
wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.
Das Apostelamt des Paulus
Ich tue euch aber kund, liebe
Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist,
nicht menschlicher Art ist.
Denn ich habe es von keinem
Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch eine Offenbarung
Jesu Christi.
Denn ihr habt ja wohl gehört
von meinem Wandel vormals im Judentum, wie ich über die
Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören
suchte
und nahm zu im Judentum weit
über viele meiner Gefährten in meinem Volk und eiferte
über die Maßen für die väterlichen
Satzungen.
Da es aber Gott
wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leibe an hat ausgesondert
und berufen durch seine Gnade,
daß er seinen Sohn
offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium verkündigen
sollte unter den Heiden, fuhr ich zu und besprach ich mich nicht
mit Fleisch und Blut,
ging auch nicht hinauf nach
Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog hin
nach Arabien und kam wiederum nach Damaskus.
Danach über drei Jahre
kam ich nach Jerusalem, Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn
Tage bei ihm.
Von den andern Aposteln aber
sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder.
Was ich euch aber schreibe,
siehe, Gott weiß, ich lüge nicht!
Danach kam ich in die Länder
Syrien und Cilicien.
Ich war aber unbekannt von
Angesicht den christlichen Gemeinden in Judäa.
Sie hatten nur gehört:
der uns vormals verfolgte, der predigt jetzt den Glauben, welchen
er vormals zu vernichten suchte,
und sie priesen Gott über
mir.
Die Anerkennung des Paulus durch die anderen Apostel
Kapitel 2
Danach über vierzehn
Jahre zog ich abermals hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und
nahm auch Titus mit mir.
Ich zog aber hin auf Grund
einer Offenbarung und besprach mich mit ihnen über das
Evangelium, das ich predige unter den Heiden, besonders aber mit
denen, die das Ansehen hatten, auf daß ich nicht etwa
vergeblich liefe oder gelaufen wäre.
Aber es ward selbst Titus, der
mit mir war, nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen, obwohl
er ein Grieche war.
Denn da etliche falsche Brüder
sich mit eingedrängt hatten und neben eingeschlichen waren,
auszukundschaften unsre Freiheit, die wir haben in Christus
Jesus, damit sie uns knechteten,
wichen wir denselben auch
nicht eine Stunde und waren ihnen nicht untertan, damit die
Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.
Von denen aber, die das
Ansehen hatten – wer immer sie einst gewesen sind, daran
liegt mir nichts; denn Gott achtet das Ansehen der Menschen nicht
-, mir haben die, welche das Ansehen hatten, nichts weiter
auferlegt.
Im Gegenteil, da sie sahen, daß mir anvertraut war
das Evangelium an die Heiden gleichwie dem Petrus das Evangelium
an die Juden
- denn der in Petrus kräftig gewesen ist zum
Apostelamt unter den Juden, der ist auch in mir kräftig
gewesen unter den Heiden -,
und da sie erkannten die Gnade, die mir gegeben war,
Jakobus und Kephas und Johannes, die für Säulen
angesehen werden, gaben sie mir und Barnabas die rechte Hand und
wurden mit uns eins, daß wir unter den Heiden, sie aber
unter den Juden predigten,
nur daß wir der Armen gedächten, welches ich
auch fleißig gewesen bin zu tun.
Paulus und Petrus in Antiochien
Als aber Kephas nach
Antiochien kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn es war
Grund zur Klage wider ihn.
Denn zuvor, ehe etliche von
Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen,
zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus dem
Judentum fürchtete.
Und mit ihm heuchelten die
andern Juden, so daß auch Barnabas verführt ward, mit
ihnen zu heucheln.
Als ich aber sah, daß
sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums,
sprach ich zu Kephas vor allen öffentlich: Wenn du, der du
ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum
zwingst du denn die Heiden, jüdisch zu leben?
Wir sind von Natur
Juden und nicht Sünder aus den Heiden.
Doch weil wir wissen, daß
der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern
durch den Glauben an Christus Jesus, sind auch wir gläubig
geworden an Christus Jesus, damit wir gerecht werden durch den
Glauben an Christus und nicht durch des Gesetzes Werke; denn
durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht.
Sollten wir aber, die wir
suchen, durch Christus gerecht zu werden, selber als Sünder
erfunden werden, so wäre Christus ein Diener der Sünde.
Das sei ferne!
Wenn ich aber das, was ich
zerbrochen habe, wiederum baue, so mache ich mich selbst zu einem
Übertreter.
Denn ich bin durchs Gesetz dem
Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus
gekreuzigt.
Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in
mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben
an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für
mich dargegeben.
Ich werfe nicht weg die Gnade
Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so
ist Christus vergeblich gestorben.
Die Gerechtigkeit aus dem Glauben
Kapitel 3
O ihr unverständigen
Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor
die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?
Das allein will ich von euch
erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke
oder durch die Predigt vom Glauben?
Seid ihr so unverständig?
Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch
vollenden?
Habt ihr denn so viel umsonst
erlitten? Wenn anders das konnte umsonst sein!
Der euch nun den Geist
darreicht und tut solche Taten unter euch, tut er's durch des
Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?
So hat doch «Abraham
Gott geglaubt, und es ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit»
(1. Mose 15,6).
Erkennet also: die des
Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder.
Die Schrift aber hat es vorausgesehen, daß Gott die
Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte
sie dem Abraham (1. Mose 12,3):
«In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.»
So werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem
gläubigen Abraham.
Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter
dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5.
Mose 27,26): «Verflucht
sei jedermann, der nicht bleibt in alle dem, was geschrieben
steht in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue!»
Daß aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor
Gott, ist offenbar; denn «der Gerechte wird aus Glauben
leben» (Habakuk 2,4).
Das Gesetz aber ist nicht «aus Glauben»,
sondern «der Mensch, der es tut, wird dadurch leben»
(3. Mose 18,5).
Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des
Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns, denn
es steht geschrieben (5.
Mose 21,23):
«Verflucht ist jedermann, der am Holz hanget»,
auf daß der Segen
Abrahams unter die Heiden käme in Jesus Christus und wir den
verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.
Liebe Brüder, ich
will nach menschlicher Weise reden: Man hebt doch eines Menschen
Testament nicht auf, wenn es bestätigt ist, und tut auch
nichts dazu.
Nun ist die Verheißung
Abraham zugesagt und «seinem Nachkommen». Es heißt
nicht: und den Nachkommen, als gälte es vielen, sondern es
gilt einem: «und deinem Nachkommen» (1.
Mose 22,18), welcher ist
Christus.
Ich meine aber dies: Das
Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist, wird nicht
aufgehoben durch das Gesetz, welches vierhundertdreißig
Jahre hernach gegeben ist, so daß die Verheißung
zunichte würde.
Denn wenn das Erbe durch das
Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch
Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch
Verheißung frei geschenkt.
Die Aufgabe des Gesetzes
Was soll nun das Gesetz? Es
ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da
sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es verordnet von
Engeln durch die Hand eines Mittlers.
Der Mittler aber ist nicht
eines Einzigen Mittler, Gott aber ist nur einer.
Wie? Ist denn das Gesetz wider
Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein
Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen,
käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz.
Aber die Schrift hat alles
beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung
durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die
da glauben.
Ehe aber der Glaube
kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf
den Glauben hin, der da sollte offenbart werden.
So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf
Christus, damit wir durch Glauben gerecht würden.
Nun aber der Glaube gekommen
ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.
Denn ihr seid alle Gottes
Kinder durch den Glauben an Christus Jesus.
Denn wie viele von euch auf
Christus getauft sind, die haben Christus angezogen.
Hier ist nicht Jude noch
Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann
noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christus Jesus.
Seid ihr aber Christi, so seid
ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.
Befreiung vom Gesetz durch Christus
Kapitel 4
Ich sage aber:
Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem
Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter,
sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis
auf die Zeit, die der Vater bestimmt hat.
So auch wir: als wir unmündig waren, waren wir in der
Knechtschaft der Elemente der Welt.
Als aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott
seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan,
auf daß er die, so unter dem Gesetz waren,
erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.
Weil ihr denn Kinder seid, hat
Gott gesandt den Geist seines Sohnes in unsre Herzen, der
schreit: Abba, lieber Vater!
So bist du nicht mehr Knecht,
sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.
Rückfall der Galater in Gesetzlichkeit
Aber zu der Zeit, da ihr Gott
nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter
sind.
Nun ihr aber Gott erkannt
habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn
wiederum zu den schwachen und dürftigen Elementen, welchen
ihr von neuem dienen wollt?
Ihr haltet Tage und Monate und
Feste und Jahre.
Ich fürchte für
euch, daß ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe.
Werdet doch wie ich, denn ich
wurde wie ihr; liebe Brüder, ich bitte euch. Ihr habt mir
kein Leid getan.
Ihr wisset doch, daß ich
euch in Schwachheit des Leibes das Evangelium gepredigt habe das
erste Mal.
Und was euch anfocht an meinem
Leib, das habt ihr nicht verachtet noch verschmäht, sondern
wie einen Engel Gottes nahmet ihr mich auf, ja wie Christus
Jesus.
Wie waret ihr dazumal so
selig! Ich bin euer Zeuge, daß, wenn es möglich
gewesen wäre, ihr hättet eure Augen ausgerissen und mir
gegeben.
Bin ich denn damit euer Feind
geworden, daß ich euch die Wahrheit vorhalte?
Es ist nicht recht, wie sie um
euch eifern; sie wollen euch nur von mir abwendig machen, daß
ihr um sie sollt eifern.
Eifrig umworben zu werden ist
gut, wenn's im Guten geschieht immerdar und nicht allein dann,
wenn ich anwesend bei euch bin,
meine lieben Kinder, welche
ich abermals mit Ängsten gebäre, bis daß Christus
in euch Gestalt gewinne!
Ich wollte, daß ich
jetzt bei euch wäre und meine Stimme wandeln könnte;
denn ich bin irre an euch.
Knechtschaft und Freiheit gegenüber dem Gesetz
Saget mir, die ihr unter dem
Gesetz sein wollt: Höret ihr nicht das Gesetz?
Denn es steht geschrieben, daß
Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von
der Freien.
Aber der von der Magd war, ist
nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die
Verheißung geboren.
Diese Worte bedeuten etwas.
Denn das sind die zwei Testamente: eins von dem Berg Sinai, das
zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Hagar;
denn Hagar heißt in Arabien der Berg Sinai und ist
ein Gleichnis für das Jerusalem dieser Zeit, das dienstbar
ist mit seinen Kindern.
Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; die
ist unsre Mutter.
Denn es steht geschrieben (Jesaja
54,1): «Sei fröhlich,
du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich hervor und rufe,
die du nicht schwanger bist! Denn die Einsame hat viel mehr
Kinder, als die den Mann hat.»
Ihr aber, liebe Brüder, seid wie Isaak Kinder der
Verheißung.
Aber wie zu jener Zeit der nach dem Fleisch Geborene
verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, so geht es auch
jetzt.
Doch was spricht die Schrift (1.
Mose 21,10)? «Stoß
die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht
erben mit dem Sohn der Freien.»
So sind wir nun, liebe Brüder, nicht der Magd Kinder,
sondern der Freien.
Aufruf zur rechten Freiheit
Kapitel 5
Zur Freiheit hat uns Christus
befreit! So stehet nun fest und lasset euch nicht wiederum in das
knechtische Joch fangen!
Siehe, ich, Paulus, sage euch:
Wenn ihr euch beschneiden lasset, so wird euch Christus nichts
nützen.
Ich bezeuge abermals einem
jeden, der sich beschneiden läßt, daß er das
ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
Ihr habt Christus verloren,
die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der
Gnade gefallen.
Denn wir warten im Geist durch
den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muß.
Denn in Christus Jesus gilt
weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der
Glaube, der durch die Liebe tätig ist.
Ihr liefet fein. Wer
hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen?
Solch Überreden ist nicht
von dem, der euch beruft.
Ein wenig Sauerteig
durchsäuert den ganzen Teig.
Ich habe das Vertrauen zu euch
in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber
irre macht, der wird sein Urteil tragen müssen, er sei, wer
er wolle.
Ich aber, liebe Brüder,
wenn ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich denn
Verfolgung? So hätte ja das Ärgernis des Kreuzes
aufgehört.
Sie sollten sich doch lieber
gleich verschneiden lassen, die euch in Unruhe bringen!
Ihr aber, liebe Brüder,
seid zur Freiheit berufen. Allein sehet zu, daß ihr durch
die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebet, sondern durch die
Liebe diene einer dem andern.
Denn das ganze Gesetz ist in
einem Wort erfüllt, in dem (3.
Mose 19,18): «Liebe
deinen Nächsten wie dich selbst.»
Wenn ihr euch aber
untereinander beißet und fresset, so sehet zu, daß
ihr nicht voneinander verzehrt werdet.
Wandel im Geist
Ich sage aber: Wandelt im
Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht
vollbringen.
Denn das Fleisch streitet
wider den Geist und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind
widereinander, daß ihr nicht tut, was ihr wollt.
Regiert euch aber der Geist,
so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
Offenbar sind aber die Werke
des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung,
Götzendienst, Zauberei,
Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht,
Spaltungen,
Neid, Saufen, Fressen und
dergleichen, von welchen ich euch vorausgesagt habe und sage noch
einmal voraus, daß, die solches tun, werden das Reich
Gottes nicht erben.
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede,
Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut,
Keuschheit.
Wider solche ist das Gesetz
nicht.
Welche aber Christus Jesus
angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Lüsten
und Begierden.
Wenn wir im Geist leben, so
lasset uns auch im Geist wandeln.
Lasset uns nicht eitler Ehre
geizig sein, einander nicht reizen, einander nicht neiden.
Mahnung zur Brüderlichkeit
Kapitel 6
Liebe Brüder, wenn ein
Mensch etwa von einem Fehl übereilt würde, so helfet
ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr
geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht
auch versucht werdest.
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz
Christi erfüllen.
Denn wenn sich jemand läßt
dünken, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt
sich selbst.
Ein jeglicher aber prüfe
sein eigen Werk; und alsdann wird er an sich selbst den Ruhm
haben und nicht an einem andern.
Denn ein jeglicher wird seine
Last tragen.
Der aber unterrichtet
wird im Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn
unterrichtet.
Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht
spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch
das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird
von dem Geist das ewige Leben ernten.
Lasset uns aber Gutes tun und
nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch
ernten, wenn wir nicht ablassen.
Darum, solange wir noch Zeit
haben, lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an
des Glaubens Genossen.
Ruhm des Kreuzes Christi
Sehet, mit wie großen
Buchstaben ich euch schreibe mit eigner Hand!
Die ein Ansehen haben wollen
nach dem Fleisch, die zwingen euch zur Beschneidung, nur damit
sie nicht um des Kreuzes Christi willen verfolgt werden.
Denn auch sie selbst, die sich
beschneiden lassen, halten das Gesetz nicht, sondern sie wollen,
daß ihr euch beschneiden lasset, damit sie sich eures
Fleisches rühmen können.
Von mir aber sei es ferne,
mich zu rühmen, als allein des Kreuzes unsers Herrn Jesus
Christus, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der
Welt.
Denn in Christus Jesus gilt
weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine
neue Kreatur.
Und wie viele nach dieser
Regel einhergehen, - Friede und Barmherzigkeit sei über sie
und über das Israel Gottes.
Hinfort mache mir niemand
weiter Mühe; denn ich trage die Malzeichen Jesu an meinem
Leibe.
Die Gnade unsers Herrn
Jesus Christus sei mit eurem Geist, liebe Brüder! Amen.
An die Galater gesandt von Rom.
DER
BRIEF DES PAULUS AN DIE EPHESER
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