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DIE BIBEL
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DER ZWEITE
BRIEF DES PAULUS AN DIE KORINTHER
Kapitel 1 –
13
Kapitel 1
Paulus, ein
Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Bruder
Timotheus
der Gemeinde Gottes zu Korinth samt allen Heiligen in
ganz Achaja:
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm
Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Dank für Gottes Trost in Trübsal
Gelobt sei Gott, der Vater
unsers Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und
Gott alles Trostes,
der uns tröstet in aller
unserer Trübsal, damit wir trösten können, die da
sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, mit dem wir selber
getröstet werden von Gott.
Denn gleichwie wir des Leidens
Christi viel haben, so werden wir auch reichlich getröstet
durch Christus.
Haben wir aber Trübsal,
so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so
geschieht es zu eurem Trost, welcher sich wirksam erweist, wenn
ihr leidet mit Geduld dieselben Leiden, die auch wir leiden.
Und unsre Hoffnung steht fest
für euch, weil wir wissen, daß, wie ihr des Leidens
teilhaftig seid, so werdet ihr auch des Trostes teilhaftig sein.
Denn wir wollen euch
nicht verschweigen, liebe Brüder, unsere Trübsal, die
uns in der Landschaft Asien widerfahren ist, wo wir über die
Maßen beschwert waren und über Vermögen, so daß
wir auch am Leben verzagten
und wir selbst es für
beschlossen hielten, wir müßten sterben. Das geschah
aber darum, daß wir unser Vertrauen nicht sollten auf uns
selbst stellen, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt,
welcher uns von solchem Tode
erlöset hat und erlösen wird. Auf ihn hoffen wir, er
werde uns auch hinfort erlösen.
Dazu helft auch ihr durch eure
Fürbitte für uns, auf daß unsertwegen für
die Gabe, die uns gegeben ist, durch viele Personen viel Dank
geschehe.
Wider den Vorwurf der Unwahrhaftigkeit
Denn unser Ruhm ist dieser:
das Zeugnis unsers Gewissens, daß wir in Heiligkeit und
göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit,
sondern in der Gnade Gottes unser Leben in der Welt geführt
haben, und das vor allem bei euch.
Denn wir schreiben euch nichts
anderes, als was ihr leset und auch verstehet. Ich hoffe aber,
ihr werdet es noch völlig verstehen,
wie ihr uns zum Teil auch
schon verstanden habt, nämlich, daß wir euer Ruhm
sind, gleichwie auch ihr unser Ruhm seid am Tage unsers Herrn
Jesus.
Und in solchem
Vertrauen gedachte ich zunächst zu euch zu kommen, auf daß
ihr abermals eine Wohltat empfinget.
Von euch aus wollte ich dann
nach Mazedonien reisen, aus Mazedonien wieder zu euch kommen und
mich von euch geleiten lassen nach Judäa.
Bin ich etwa leichtfertig
gewesen, als ich solches gedachte? Oder ist mein Vorhaben
fleischlich, so daß das Ja Ja bei mir auch ein Nein Nein
ist?
Gott ist mein Zeuge, daß
unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist.
Denn der Sohn Gottes, Jesus
Christus, der unter euch durch uns gepredigt ist, durch mich und
Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war
Ja in ihm.
Denn auf alle
Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen
wir auch durch ihn das Amen, Gott zu Lobe.
Gott ist's aber, der uns
befestigt samt euch in Christus und uns gesalbt
und versiegelt und in unsre
Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.
Ich rufe aber Gott an
zum Zeugen über meine Seele, daß ich euch schonen
wollte und darum nicht wieder nach Korinth gekommen bin.
Nicht daß wir Herren
wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen
eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben.
Kapitel 2
Ich
hatte mir aber vorgenommen, daß ich nicht abermals in
Traurigkeit zu euch käme.
Denn wenn
ich euch traurig mache, wer ist dann, der mich fröhlich
mache? Doch nur der, der von mir betrübt wird.
Und eben
dies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich käme,
über die traurig sein müßte, über welche ich
mich billig sollte freuen. Habe ich doch zu euch allen das
Vertrauen, daß meine Freude euer aller Freude sei.
Denn ich schrieb euch aus
großer Trübsal und Angst des Herzens mit viel Tränen;
nicht, daß ihr solltet betrübt werden, sondern auf daß
ihr die Liebe erkenntet, welche ich habe sonderlich zu euch.
Bitte um Vergebung für ein bestraftes Gemeindeglied
Wenn aber jemand Betrübnis
angerichtet hat, der hat nicht mich betrübt, sondern zum
Teil – auf daß ich nicht zu viel sage – euch
alle.
Es ist aber genug, daß
derselbe von den meisten so gestraft ist.
Nun möget ihr hinfort ihm
desto mehr vergeben und ihn trösten, auf daß er nicht
in allzu große Traurigkeit versinke.
Darum ermahne ich euch, daß
ihr Liebe an ihm beweiset.
Denn darum habe ich euch
geschrieben, daß ich erkennte eure Bewährung, ob ihr
gehorsam seid in allen Stücken.
Wem aber ihr etwas vergebet,
dem vergebe ich auch. Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu
vergeben hatte, es vergeben um euretwillen vor Christi Angesicht,
auf daß wir nicht
übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist nicht unbewußt,
was er im Sinn hat.
Dank für das Wirken in Troas und Mazedonien
Als ich aber nach Troas kam,
zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Tür
aufgetan war in dem Herrn,
da hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, weil ich Titus,
meinen Bruder, nicht fand; sondern ich nahm Abschied von ihnen
und fuhr nach Mazedonien.
Aber Gott sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in
Christus und offenbart durch uns den Wohlgeruch seiner Erkenntnis
an allen Orten!
Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi unter denen,
die gerettet werden, und unter denen, die verloren gehen:
diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein
Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hierzu tüchtig?
Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Worte Gottes
Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus
Gott reden muß, so reden wir vor Gott in Christus.
Die Herrlichkeit des Dienstes am neuen Bund
Kapitel 3
Heben wir denn
abermals an, uns selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir, wie
etliche, der Empfehlungsbriefe an euch oder von euch?
Ihr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben, gekannt
und gelesen von allen Menschen!
Ist doch offenbar geworden, daß ihr ein Brief
Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht
mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht in
steinerne Tafeln, sondern in fleischerne Tafeln des Herzens.
Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christus
zu Gott.
Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber,
etwas zu erdenken als von uns selber; sondern daß wir
tüchtig sind, ist von Gott,
welcher uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des
neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn
der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
Wenn aber schon das Amt, das mit Buchstaben in
Stein gehauen war und das doch nur den Tod bringt, Herrlichkeit
hatte, so daß die Kinder Israel das Angesicht des Mose
nicht konnten ansehen um der Herrlichkeit willen auf seinem
Angesicht, die doch aufhört,
wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt,
Herrlichkeit haben?
Denn wenn das Amt, das die Verdammnis predigt,
Herrlichkeit hat, wieviel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit
predigt, überschwengliche Herrlichkeit.
Ja, die Herrlichkeit dort ist nimmermehr für
Herrlichkeit zu achten gegen die überschwengliche
Herrlichkeit hier.
Denn wenn das Herrlichkeit hatte, was da aufhört,
wieviel mehr wird das Herrlichkeit haben, was da bleibt.
Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll
großer Zuversicht
und tun nicht wie Mose, der die Decke vor sein Angesicht
hing, damit die Kinder Israel nicht sehen sollten das Ende
dessen, was da aufhört.
Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den
heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem alten
Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan
wird.
Doch bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird,
hängt die Decke vor ihrem Herzen.
Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die
Decke abgetan.
Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn
ist, da ist Freiheit.
Nun aber spiegelt sich bei uns
allen die Herrlichkeit des Herrn in unserm aufgedeckten
Angesicht, und wir werden verklärt in sein Bild von einer
Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.
Des Apostels Lauterkeit in seinem Amt
Kapitel 4
Darum, weil wir ein solch Amt
haben nach der Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, werden
wir nicht müde,
sondern wir meiden schandbare
Heimlichkeit und gehen nicht mit List um, fälschen auch
nicht Gottes Wort; vielmehr weisen wir durch Offenbarung der
Wahrheit uns aus vor aller Menschen Gewissen im Angesicht Gottes.
Ist nun unser Evangelium
verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden,
den Ungläubigen, denen
der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, daß sie nicht
sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit
Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.
Denn wir predigen nicht uns
selbst, sondern Jesus Christus, daß er sei der Herr, wir
aber eure Knechte um Jesu willen.
Denn Gott, der da hieß
das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen
Schein in unsre Herzen gegeben, daß durch uns entstünde
die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem
Angesicht Jesu Christi.
Des Apostels Leidensgemeinschaft mit Christus
Wir haben aber solchen Schatz
in irdenen Gefäßen, auf daß die überschwengliche
Kraft sei Gottes und nicht von uns.
Wir haben allenthalben
Trübsal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange,
aber wir verzagen nicht.
Wir leiden Verfolgung, aber
wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir
kommen nicht um
und tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf
daß auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.
Denn mitten im Leben werden wir immerdar in den Tod
gegeben um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu
offenbar werde an unserm sterblichen Fleische.
So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in
euch.
Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie
geschrieben steht (Psalm 116,10):
«Ich glaube,
darum rede ich», so glauben wir auch, darum so reden
wir auch
und wissen, daß der, der
den Herrn Jesus hat auferweckt, wird uns auch auferwecken mit
Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.
Denn es geschieht alles um
euretwillen, auf daß die überschwengliche Gnade durch
vieler Danksagen Gott reichlich preise.
Darum werden wir nicht müde;
sondern ob auch unser äußerlicher Mensch verfällt,
so wird doch der innerliche von Tag zu Tag erneuert.
Denn unsre Trübsal,
die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über
alle Maßen wichtige Herrlichkeit uns,
die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das
Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber
unsichtbar ist, das ist ewig.
Des Apostels Sehnsucht nach der himmlischen Heimat
Kapitel 5
Denn wir wissen: wenn unser
irdisch Haus, diese Hütte, zerbrochen wird, so haben wir
einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen
gemacht, das ewig ist im Himmel.
Denn darum seufzen wir auch
und sehnen uns danach, daß wir mit unserer Behausung, die
vom Himmel ist, überkleidet werden,
weil wir dann bekleidet und
nicht bloß erfunden werden.
Denn solange wir in dieser
Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber
wollen nicht entkleidet, sondern überkleidet
werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von
dem Leben.
Der uns aber dazu bereitet
hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat.
So sind wir denn getrost
allezeit und wissen: solange wir im Leibe wohnen, wallen wir
ferne vom Herrn;
denn wir wandeln im Glauben
und nicht im Schauen.
Wir sind aber getrost und
haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim
zu sein bei dem Herrn.
Darum befleißigen wir
uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm
wohlgefallen.
Denn wir müssen alle
offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein
jeglicher empfange, wie er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei
gut oder böse.
Des Apostels Selbstlosigkeit
Weil wir denn wissen, daß
der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen;
aber vor Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, daß wir
auch in eurem Gewissen offenbar sind.
Wir loben uns nicht abermals
bei euch, sondern geben euch Anlaß, von uns etwas zu
rühmen. So könnt ihr denen antworten, die sich des
Äußeren rühmen und nicht des Herzens.
Denn, sind wir von Sinnen
gewesen, so war es für Gott; sind wir bei Sinnen, so sind
wir's für euch.
Denn die Liebe Christi
dringet uns, da wir dafür halten, daß wenn einer
für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben.
Und er ist darum für alle
gestorben, damit die, die da leben, hinfort nicht sich selbst
leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden
ist.
Des Apostels Botschaft von der Versöhnung
Darum kennen wir von nun an
niemand mehr nach fleischlicher Weise; und ob wir auch Christus
früher nach fleischlicher Weise erkannt haben, so erkennen
wir ihn doch jetzt so nicht mehr.
Darum ist jemand in
Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen,
siehe, es ist alles neu geworden!
Aber das alles von Gott, der
uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das
Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.
Denn Gott versöhnte in
Christus die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden
nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der
Versöhnung.
So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott
vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset
euch versöhnen mit Gott!
Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte,
für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden
in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.
Des Apostels Bewährung in seinem Dienst
Kapitel 6
Als Mithelfer aber ermahnen
wir euch, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes
empfanget.
Denn er spricht (Jesaja
49,8): «Ich habe dich
in der angenehmen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils
geholfen.» Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit, siehe,
jetzt ist der Tag des Heils!
Und wir geben niemand
irgendein Ärgernis, auf daß unser Amt nicht verlästert
werde;
sondern in allen Dingen
erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in
Trübsalen, in Nöten, in Ängsten,
in Schlägen, in
Gefängnissen, in Aufruhren, in Mühen, in Wachen, in
Fasten,
in Keuschheit, in Erkenntnis,
in Langmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in
ungefärbter Liebe,
in dem Wort der Wahrheit, in
der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und
zur Linken,
durch Ehre und Schande, durch
böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die
Verführer, und doch wahrhaftig;
als die Unbekannten, und doch bekannt; als die
Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und
doch nicht ertötet;
als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die
Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben,
und doch alles haben.
Heiligung der Gemeinde
O ihr Korinther, unser Mund
hat sich zu euch aufgetan, unser Herz ist weit geworden.
Ihr habt nicht engen Raum in
uns; aber eng ist's in euren Herzen.
Ich rede mit euch als mit
meinen Kindern: stellet euch doch zu mir auch so und machet auch
euer Herz weit.
Ziehet nicht am fremden
Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu
schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für
Gemeinschaft mit der Finsternis?
Wie stimmt Christus mit
Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem
Ungläubigen?
Was hat der Tempel Gottes
gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des
lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht (3.
Mose 26,11.12): «Ich
will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und
sie sollen mein Volk sein.»
Darum «gehet aus von
ihnen und sondert euch ab», spricht der Herr; «und
rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen
und euer Vater sein, und ihr
sollt meine Söhne und Töchter sein», spricht der
allmächtige Herr (Jesaja 52,11;
Jeremia 31,9).
Kapitel 7
Weil wir nun solche
Verheißungen haben, meine Lieben, so lasset uns von aller
Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die
Heiligung vollenden in der Furcht Gottes.
Gebet uns Raum in euren
Herzen! Wir haben niemand Unrecht getan, wir haben niemand
verletzt, wir haben niemand übervorteilt.
Nicht sage ich solches, euch
zu verurteilen; denn ich habe schon zuvor gesagt, daß ihr
in unsern Herzen seid, mitzusterben und mitzuleben.
Ich bin voller Zuversicht zu
euch; ich rühme viel von euch; ich bin erfüllt mit
Trost; ich habe überschwengliche Freude in aller unsrer
Trübsal.
Heilsame Reue der Gemeinde
Denn als wir nach Mazedonien kamen, fanden wir keine Ruhe;
sondern allenthalben waren wir in Trübsal, auswendig Streit,
inwendig Furcht.
Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete
uns durch die Ankunft des Titus;
nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch
den Trost, mit dem er bei euch war getröstet worden. Er
verkündete uns euer Verlangen, euer Weinen, euren Eifer für
mich, so daß ich mich noch mehr freute.
Denn wenn ich euch auch durch den Brief habe
traurig gemacht, reut es mich nicht. Und ob's mich reute –
sehe ich doch, daß jener Brief euch wohl eine Weile betrübt
hat -,
so freue ich mich doch jetzt nicht darüber; daß
ihr seid betrübt worden, sondern darüber, daß ihr
seid betrübt worden zur Reue. Denn ihr seid ja betrübt
worden nach Gottes Sinn, auf daß ihr von uns keinen Schaden
erlittet.
Denn die göttliche Traurigkeit wirkt zur Seligkeit
eine Reue, die niemand gereut; die Traurigkeit aber der Welt
wirkt den Tod.
Siehe: eben dies, daß
ihr seid betrübt worden nach Gottes Sinn, welchen Fleiß
hat das in euch gewirkt, dazu Verantwortung, Unwillen, Furcht,
Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt euch erwiesen in allen
Stücken, daß ihr rein seid in der Sache.
Darum, ob ich euch auch
geschrieben habe, so ist's doch nicht geschehen um des willen,
der beleidigt hat, auch nicht um des willen, der beleidigt ist,
sondern um deswillen, daß euer Eifer für uns offenbar
würde bei euch vor Gott.
Dadurch sind wir getröstet
worden.
Außer diesem unserm
Trost aber haben wir uns überschwenglicher noch gefreut über
die Freude des Titus; denn sein Geist ist erquickt an euch allen.
Denn was ich vor ihm von euch
gerühmt habe, darin bin ich nicht zuschanden geworden;
sondern, gleichwie alles wahr ist, was wir mit euch geredet
haben, so ist auch unser Rühmen vor Titus wahr geworden.
Und er ist überaus
herzlich gegen euch gesinnt, wenn er gedenkt an euer aller
Gehorsam, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern habt aufgenommen.
Ich freue mich, daß ich
mich zu euch alles Guten versehen darf.
Die Geldsammlung für die Gemeinde in Jerusalem
Kapitel 8
Wir tun euch aber kund, liebe
Brüder, die Gnade Gottes, die in den Gemeinden Mazedoniens
gegeben ist.
Denn bei vieler Bewährung
in Trübsal war ihre Freude überschwenglich, und wiewohl
sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller
Lauterkeit.
Denn nach allem Vermögen,
das bezeuge ich, und über Vermögen waren sie willig
und baten uns mit vielem
Zureden, daß sie mithelfen dürften an dem Liebeswerk
für die Heiligen;
und das nicht nur, wie wir
hofften, sondern sie gaben sich selbst, zuerst dem Herrn und
danach uns, durch den Willen Gottes.
So haben wir Titus zugeredet,
daß er, wie er zuvor hatte angefangen, so auch solches
Liebeswerk unter euch vollende.
Gleichwie ihr aber in
allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der
Erkenntnis und in allem Fleiß und in der Liebe, die wir in
euch erweckt haben, so schaffet, daß ihr auch in diesem
Liebeswerk reich seid.
Nicht sage ich, daß ich
etwas gebiete; sondern, weil andere so fleißig sind, prüfe
ich auch eure Liebe, ob sie rechter Art sei.
Denn ihr wisset die Gnade
unsers Herrn Jesus Christus, daß, ob er wohl reich ist,
ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine
Armut reich würdet.
Nur meine Meinung hierin gebe
ich; denn solches ist euch nützlich, die ihr angefangen habt
seit vorigem Jahr nicht allein das Tun, sondern auch das Wollen.
Nun aber vollendet auch das
Tun, auf daß, gleichwie ihr geneigt seid zu wollen, auch
euer Tun sei nach dem Maße dessen, was ihr habt.
Denn wenn der gute Wille da
ist, so ist er wohlgefällig nach dem, was er hat, nicht nach
dem, was er nicht hat.
Nicht geschieht das in der
Meinung, daß die andern gute Tage haben sollen und ihr
Trübsal, sondern daß ein Ausgleich sei.
Euer Überfluß diene
ihrem Mangel in der gegenwärtigen Zeit, damit auch ihr
Überfluß hernach diene eurem Mangel und so ein
Ausgleich geschehe,
wie geschrieben steht (2.
Mose 16,18): «Der viel
sammelte, hatte nicht Überfluß, und der wenig
sammelte, hatte nicht Mangel.»
Gott aber sei Dank, der
solchen Eifer für euch gegeben hat in das Herz des Titus.
Denn er ließ sich gerne
zureden; ja, weil er so sehr eifrig war, ist er von selber zu
euch gereist.
Wir haben aber den Bruder mit
ihm gesandt, dessen Lob am Evangelium durch alle Gemeinden geht.
Nicht allein aber das, sondern
er ist auch verordnet von den Gemeinden zum Gefährten unsrer
Fahrt in diesem Liebeswerk, welches durch uns ausgerichtet wird
dem Herrn zu Ehren und zum Erweis unsers guten Willens.
So verhüten wir, daß
uns nicht jemand übel nachrede bei solcher reichen Gabe, die
durch unsern Dienst bereitet wird.
Denn wir sehen darauf, daß
es redlich zugehe nicht allein vor dem Herrn, sondern auch vor
den Menschen.
Auch haben wir mit ihnen
gesandt unsern Bruder, den wir oft erfunden haben in vielen
Stücken, daß er eifrig ist, nun aber noch viel
eifriger aus großem Vertrauen zu euch.
Es sei nun Titus, welcher mein
Genosse und Gehilfe unter euch ist, oder unsere Brüder,
welche Boten sind der Gemeinden und eine Ehre Christi:
zeiget den Beweis eurer Liebe
und unsers Rühmens über euch vor ihnen nun auch
öffentlich vor den Gemeinden.
Kapitel 9
Denn von solchem
Liebeswerk, das für die Heiligen geschieht, ist mir nicht
not, euch zu schreiben.
Denn ich weiß euren
guten Willen, den ich um euretwillen rühme bei denen aus
Mazedonien und sage: Achaja ist schon voriges Jahr bereit
gewesen. Und euer Beispiel wurde vielen ein Anreiz.
Ich habe aber diese Brüder
darum gesandt, daß nicht unser Rühmen über euch
zunichte würde in diesem Stücke und damit ihr bereit
seid, wie ich von euch gesagt habe,
auf daß nicht, wenn die
aus Mazedonien mit mir kommen und euch nicht bereit finden, wir,
um nicht zu sagen: ihr, zuschanden würden mit dieser unsrer
Zuversicht.
So habe ich es nun für
nötig angesehen, die Brüder zu ermahnen, daß sie
voranzögen zu euch, fertig zu machen den von euch zuvor
verheißenen Segen, daß er bereit sei, so daß es
sei eine Gabe des Segens und nicht des Geizes.
Segen freudigen Gebens
Ich meine aber das: Wer da
kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und
wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.
Ein jeglicher nach dem Willen
seines Herzens, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen
fröhlichen Geber hat Gott lieb.
Gott aber kann machen, daß
alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen
allewege volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem
guten Werk;
wie geschrieben steht (Psalm
112,9): «Er hat
ausgestreut und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt in
Ewigkeit.»
Der aber Samen reicht dem
Säemann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen
reichen und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer
Gerechtigkeit.
So werdet ihr reich sein in
allen Dingen, zu geben in Lauterkeit, welche durch uns wirkt
Danksagung an Gott.
Denn die Handreichung dieses
Liebeswerkes füllt nicht allein den Mangel der Heiligen aus,
sondern ist auch überschwenglich darin, daß viele Gott
danken.
Denn für diesen treuen
Dienst preisen sie Gott über euern Gehorsam im Bekenntnis
zum Evangelium Christi und über die Lauterkeit eurer Gabe an
sie und an alle.
Und in ihrem Gebet für
euch verlangen sie nach euch um der überschwenglichen Gnade
Gottes willen bei euch.
Gott aber sei Dank für
seine unaussprechliche Gabe!
Des Apostels Verteidigung gegen persönliche Angriffe
Kapitel 10
Ich selbst aber, Paulus,
ermahne euch bei der Sanftmütigkeit und Lindigkeit Christi,
der ich in eurer Gegenwart unterwürfig sein soll, aber
dreist, wenn ich fern von euch bin.
Ich bitte aber, daß man
mich nicht zwinge, wenn ich anwesend bin, dreist zu werden und
mit der Kühnheit vorzugehen, die ich gegen etliche zu
brauchen gedenke, die unseren Wandel für fleischlich halten.
Denn ob wir wohl im Fleisch
wandeln, so streiten wir doch nicht fleischlicherweise.
Denn die Waffen, mit denen wir
kämpfen, sind nicht fleischlich, sondern mächtig im
Dienste Gottes, zu zerstören Befestigungen.
Wir zerstören damit
Anschläge und alles Hohe, das sich erhebt wider die
Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alle Gedanken unter den
Gehorsam Christi
und sind bereit, zu strafen
allen Ungehorsam, wenn euer Gehorsam völlig geworden ist.
Sehet, was vor Augen
liegt! Verläßt sich jemand darauf, daß er
Christus angehöre, der bedenke solches auch wiederum bei
sich, daß, gleichwie er Christus angehört, so auch
wir!
Auch wenn ich mich noch weiter
rühmte unsrer Vollmacht, welche uns der Herr gegeben hat,
euch zu erbauen und nicht zu verderben, so würde ich nicht
zuschanden werden.
Das sage ich nur, damit es
nicht scheint, als hätte ich euch mit den Briefen schrecken
wollen.
Denn seine Briefe, sprechen
sie, sind stark und wiegen schwer; aber wenn er selbst anwesend
ist, ist er schwach und seine Rede ohne Gewicht.
Wer so redet, der bedenke,
daß, wie wir aus der ferne mit Worten sind in unsern
Briefen, so werden wir, wenn wir anwesend sind, auch sein mit
unserm Tun.
Paulus greift nicht in fremde Arbeitsgebiete
Denn wir wagen nicht, uns
unter die zu rechnen oder ihnen gleich zu achten, die sich selbst
loben; aber weil sie sich nur an sich selbst messen und mit sich
selbst vergleichen, verstehen sie nichts.
Wir aber wollen uns nicht über
das Maß hinaus rühmen, sondern nur in dem Maß,
wie uns Gott hat zugemessen das Arbeitsfeld, nämlich daß
wir auch bis zu euch gelangen sollten.
Denn wir maßen uns nicht
zuviel an, als wären wir nicht bis zu euch gelangt; denn wir
sind ja wirklich mit dem Evangelium bis zu euch gekommen.
Wir rühmen uns nicht über
das Maß hinaus, nämlich fremder Arbeit. Sondern wir
haben die Hoffnung, wenn nun euer Glaube wächst, daß
wir bei euch nach dem Maß unserer eigenen Arbeit mehr als
genug zu Ehren kommen.
Denn wir wollen das Evangelium
auch denen predigen, die jenseits von euch wohnen, und rühmen
uns nicht mit dem, was auf fremdem Arbeitsfeld schon vollbracht
ist.
«Wer sich aber rühmt,
der rühme sich des Herrn» (Jeremia
9,22.23).
Denn nicht darum ist einer
tüchtig, daß er sich selbst lobt, sondern daß
ihn der Herr lobt.
Lauterkeit des Apostels und Unlauterkeit seiner Gegner
Kapitel 11
Wollte Gott, ihr hieltet mir
ein wenig Torheit zugut! Doch ihr haltet mir's wohl zugut.
Denn ich eifere um euch mit
göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt einem einzigen
Manne, daß ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.
Ich fürchte aber, daß,
wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure
Gedanken verkehrt werden hinweg von der Einfalt und Lauterkeit
gegenüber Christus.
Denn wenn einer zu euch kommt
und einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben,
oder ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen
habt, oder ein ander Evangelium, das ihr nicht angenommen habt,
so ertraget ihr das recht gern!
Ich achte doch, ich sei nicht
weniger, als die hohen Apostel sind.
Und ob ich schon ungeschickt
bin in der Rede, so bin ich's doch nicht in der Erkenntnis;
sondern in jeder Weise und vor allen haben wir sie bei euch
kundgetan.
Des Apostels Uneigennützigkeit bei der Verkündigung
des Evangeliums
Oder habe ich gesündigt,
als ich mich erniedrigt habe, auf daß ihr erhöht
würdet? Denn ich habe euch das Evangelium Gottes umsonst
verkündigt.
Andere Gemeinden habe ich
beraubt und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können.
Als ich bei euch anwesend war
und Mangel hatte, war ich niemand beschwerlich. Denn meinen
Mangel füllten die Brüder aus, die aus Mazedonien
kamen. So habe ich mich in allen Stücken euch unbeschwerlich
gehalten und will auch ferner mich so halten.
So gewiß die Wahrheit
Christi in mir ist, so soll mir dieser Ruhm in den Ländern
Achajas nicht verwehrt werden.
Warum das? Weil ich euch nicht
lieb habe? Gott weiß es.
Was ich aber tue, das will ich
auch ferner tun, damit ich die Ursache abschneide denen, die
Ursache suchen, sich rühmen zu können, sie seien wie
wir.
Denn solche falschen Apostel
und arglistigen Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln.
Und das ist auch kein Wunder;
denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes.
Darum ist es nichts Großes,
wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der
Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken.
Die Fülle der Leiden des Apostels
Ich sage abermals: niemand
halte mich für töricht; wenn aber doch, so nehmet mich
an als einen Törichten, damit auch ich mich ein wenig rühme.
Was ich jetzt rede, das rede
ich nicht als im Herrn, sondern als in der Torheit, weil wir in
das Rühmen gekommen sind.
Da viele sich rühmen nach
dem Fleisch, will ich mich auch rühmen.
Denn ihr ertraget gerne die
Narren, ihr, die ihr klug seid!
Ihr ertraget's, wenn euch
jemand zu Knechten macht, wenn euch jemand schindet, wenn euch
jemand gefangen nimmt, wenn jemand euch trotzt, wenn euch jemand
in das Angesicht schlägt.
Zu meiner Schande muß
ich sagen, dazu waren wir freilich zu schwach!
Was aber einen kühn
macht, ich rede in Torheit, das macht auch mich kühn.
Sie sind Hebräer –
ich auch! Sie sind Israeliten – ich auch! Sie sind Abrahams
Kinder – ich auch!
Sie sind Diener Christi –
ich rede töricht: ich bin's wohl mehr; ich habe mehr
gearbeitet, ich bin öfter gefangen gewesen, ich habe mehr
Schläge erlitten, ich bin oft in Todesnöten gewesen;
von den Juden habe ich fünfmal
empfangen vierzig Streiche weniger einen;
ich bin dreimal mit Ruten
geschlagen, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch
erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer;
ich bin oft gereist, ich bin
in Gefahr gewesen durch die Flüsse, in Gefahr unter den
Räubern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den
Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in den Wüsten,
in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern;
in Mühe und Arbeit, in
viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und
Blöße;
ohne was sich sonst zuträgt,
nämlich daß ich täglich werde angelaufen und
trage Sorge für alle Gemeinden.
Wer ist schwach, und ich werde
nicht schwach? Wer leidet Ärgernis, und ich brenne nicht?
Wenn ich mich denn rühmen
soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen.
Gott, der Vater des Herrn
Jesus, welcher sei gelobt in Ewigkeit, weiß, daß ich
nicht lüge.
Zu Damaskus bewachte der
Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damasker und
wollte mich greifen,
und ich ward in einem Korbe
zum Fenster hinaus durch die Mauer niedergelassen und entrann
seinen Händen.
Die Offenbarungen des Herrn und die Schwachheit des Apostels
Kapitel 12
Gerühmt muß
werden, wenn's auch nichts nütze ist. So will ich kommen auf
die Gesichte und Offenbarungen des Herrn.
Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren
– ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich's nicht;
oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's
auch nicht; Gott weiß es – da ward derselbe entrückt
bis an den dritten Himmel.
Und ich kenne denselben Menschen – ob er in dem
Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich
nicht; Gott weiß es -;
der ward entrückt in das Paradies und hörte
unaussprechliche Worte, welche ein Mensch nicht sagen darf.
Von demselben will ich rühmen; von mir selbst aber
will ich nichts rühmen, nur meine Schwachheit.
Doch wenn ich mich rühmen wollte, täte ich darum
nicht töricht; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich
enthalte mich aber dessen, auf daß nicht jemand mich höher
achte, als er an mir sieht oder von mir hört.
Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarungen
überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich
des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß
ich mich nicht überhebe.
Dafür ich dreimal zum Herrn gefleht habe, daß
er von mir wiche.
Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade
genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner
Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne.
Darum bin ich guten Mutes in
Schwachheit, in Mißhandlungen, in Nöten, in
Verfolgungen, in Ängsten, um Christi willen; denn wenn ich
schwach bin, so bin ich stark.
Des Apostels Liebe zu seiner Gemeinde
Ich bin ein Narr
geworden! Dazu habt ihr mich gezwungen. Denn ich sollte von euch
gelobt werden, da ich doch nicht weniger bin, als die hohen
Apostel sind, wiewohl ich nichts bin.
Denn es sind ja eines Apostels Zeichen unter euch
geschehen in aller Geduld mit Zeichen und mit Wundern und mit
Taten.
Was ist's, worin ihr zu kurz gekommen seid hinter anderen
Gemeinden, außer daß ich selbst euch nicht habe
beschwert? Vergebet mir dieses Unrecht!
Siehe, ich bin jetzt bereit, zum dritten Mal zu euch zu
kommen, und will euch nicht beschweren; denn ich suche nicht das
Eure, sondern euch. Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern
Schätze sammeln, sondern die Eltern den Kindern.
Ich aber will gerne hingeben und hingegeben werden für
eure Seelen. Wenn ich euch mehr liebe, soll ich darum weniger
geliebt werden?
Sei es also, ich habe euch nicht beschwert. Oder
bin ich tückisch gewesen und habe euch mit Hinterlist
gefangen?
Habe ich euch etwa übervorteilt durch derer einen,
die ich zu euch gesandt habe?
Ich habe Titus zugeredet und mit ihm gesandt den Bruder.
Hat euch etwa Titus übervorteilt. Sind wir nicht in einem
Geist gewandelt? Sind wir nicht in einerlei Fußtapfen
gegangen?
Baldiges Kommen des Apostels und Mahnung zur Buße
Schon lange werdet ihr denken,
daß wir uns vor euch verantworten. Wir reden jedoch in
Christus vor Gott! Das alles aber geschieht, meine Lieben, damit
ihr auferbaut werdet.
Denn ich fürchte, wenn
ich komme, daß ich euch nicht finde, wie ich will, und ihr
mich auch nicht findet, wie ihr wollt, sondern daß Hader,
Neid, Zorn, Zank, üble Nachrede, Ohrenblasen, Aufblähen,
Aufruhr da sei.
Ich fürchte, daß
mich, wenn ich abermals komme, mein Gott demütigt bei euch
und ich Leid tragen muß über viele, die zuvor
gesündigt und nicht Buße getan haben für die
Unreinigkeit und Unzucht und Ausschweifung, die sie getrieben
haben.
Kapitel 13
Jetzt komme ich zum
dritten Mal zu euch. «Auf zweier oder dreier Zeugen Mund
soll jegliche Sache stehen»
(5. Mose 19,15).
Ich habe es euch zuvor gesagt
und sage es noch einmal zuvor – wie bei meinem zweiten
Besuch, so auch nun aus der Ferne – denen, die zuvor
gesündigt haben, und den andern allen: Wenn ich abermals
komme, so will ich nicht schonen;
ihr verlangt ja, daß ihr
einmal gewahr werdet, wer in mir redet, nämlich Christus,
welcher gegen euch nicht schwach ist, sondern ist mächtig
unter euch.
Und ob er wohl gekreuzigt ist
aus Schwachheit, so lebt er doch aus Gottes Kraft. Und ob wir
auch schwach sind in ihm, so werden wir doch mit ihm uns lebendig
erweisen an euch in der Kraft Gottes.
Versuchet euch selbst,
ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst! Oder erkennet
ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es
müßte denn sein, daß ihr untüchtig seid.
Ich hoffe aber, ihr werdet
erkennen, daß wir nicht untüchtig sind.
Wir bitten aber Gott, daß
ihr nichts Übles tut; nicht damit wir als tüchtig
angesehen werden, sondern damit ihr das Gute tut und wir wie die
Untüchtigen seien.
Denn wir können nichts
wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit.
Wir freuen uns ja, wenn wir
schwach sind und ihr mächtig seid. Um dies beten wir auch,
um eure Vollkommenheit.
Derhalben schreibe ich auch
solches aus der Ferne, damit ich nicht, wenn ich anwesend bin,
scharf werden muß nach der Vollmacht, welche mir der Herr
gegeben hat zum Aufbauen, nicht zum Niederreißen.
Zuletzt, liebe Brüder,
freuet euch, lasset euch zurechtbringen, lasset euch mahnen, habt
einerlei Sinn, seid friedsam! So wird der Gott der Liebe und des
Friedens mit euch sein.
Grüßet euch
untereinander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen
euch alle Heiligen.
Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus und die Liebe
Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch
allen!
Der andere Brief an die Korinther, gesandt von Philippi in
Mazedonien durch Titus und Lukas.
DER
BRIEF DES PAULUS AN DIE GALATER
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