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DIE BIBEL
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Schrift
DER ERSTE
BRIEF DES PAULUS AN DIE KORINTHER
Kapitel 1 -
16
Kapitel 1
Paulus, berufen zum Apostel
Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Bruder Sosthenes
der Gemeinde Gottes zu
Korinth, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen
Heiligen samt allen denen, die den Namen unsers Herrn Jesus
Christus anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns:
Gnade sei mit euch und
Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Segen des Evangeliums in Korinth
Ich danke Gott
allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben
ist in Christus Jesus,
daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich
gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis.
Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig
geworden,
so daß ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe
und nur wartet auf die Offenbarung unsers Herrn Jesus Christus.
Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, daß
ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesus
Christus.
Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur
Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unsers Herrn.
Spaltungen in der Gemeinde
Ich ermahne euch
aber, liebe Brüder, durch den Namen unsers Herrn Jesus
Christus, daß ihr allzumal einerlei Rede führet und
lasset nicht Spaltungen unter euch sein, sondern haltet fest
aneinander in einem Sinne und in einerlei Meinung.
Denn es ist mir kundgeworden,
liebe Brüder, über euch durch die Leute der Chloe, daß
Zank unter euch sei.
Ich meine aber dies, daß
unter euch einer spricht: Ich bin paulisch, der andere: Ich bin
apollisch, der dritte: Ich bin kephisch, der vierte: Ich bin
christisch.
Wie? Ist Christus nun
zertrennt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid
ihr auf des Paulus Namen getauft?
Ich danke Gott, daß ich
niemand unter euch getauft habe außer Krispus und Gajus,
damit nicht jemand sagen möge,
ihr seiet auf meinen Namen getauft.
Ich habe aber auch getauft des
Stephanas Haus; weiter weiß ich nicht, ob ich etliche
andere getauft habe.
Denn Christus hat mich nicht
gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen; nicht mit
klugen Worten, auf daß nicht das Kreuz Christi zunichte
werde.
Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott
Denn das Wort
vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber,
die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft.
Denn es steht geschrieben
(Jesaja 29,14):
«Ich will
zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der
Verständigen will ich verwerfen.»
Wo sind die Klugen? Wo sind
die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die
Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht?
Denn weil die Welt durch ihre
Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott
wohl, durch törichte Predigt zu retten, die daran glauben.
Denn die Juden fordern
Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit,
wir aber predigen den
gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den
Griechen eine Torheit;
denen aber, die berufen sind,
Juden und Griechen, predigen wir Christus als göttliche
Kraft und göttliche Weisheit.
Denn die göttliche
Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche
Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.
Sehet an, liebe Brüder,
eure Berufung: nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele
Gewaltige, nicht viele Edle sind berufen.
Sondern was töricht ist
vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen
zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott
erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist;
und das Unedle vor der Welt
und das Verachtete hat Gott erwählt, das da nichts ist,
damit er zunichte mache, was etwas ist,
auf daß sich vor Gott
kein Fleisch rühme.
Durch ihn aber seid ihr in
Christus Jesus, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit
und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung,
auf daß, wie geschrieben
steht (Jeremia 9,22.23):
«Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!»
Des Apostels Predigt vom Kreuz
Kapitel 2
Auch ich, liebe Brüder,
da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten und hoher
Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt.
Denn ich hielt nicht dafür,
daß ich etwas wüßte unter euch als allein Jesus
Christus, den Gekreuzigten.
Auch war ich bei euch in
Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern;
und mein Wort und meine
Predigt geschah nicht mit überredenden Worten menschlicher
Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft,
auf daß euer Glaube
bestehe nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.
Von der Weisheit Gottes
Wovon wir aber
reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine
Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt,
welche vergehen.
Sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit
Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Zeit der Welt zu unsrer
Herrlichkeit,
welche keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat;
denn wenn sie die erkannt hätten, so hätten sie den
Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.
Sondern es ist gekommen, wie geschrieben steht (Jesaja
64,3): «Was kein
Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines
Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn
lieben.»
Uns aber hat es Gott offenbart
durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die
Tiefen der Gottheit.
Denn welcher Mensch weiß,
was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in
ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein
der Geist Gottes.
Wir aber haben nicht empfangen
den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir
wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.
Und davon reden wir auch nicht
mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit
Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Sachen für
geistliche Menschen.
Der natürliche Mensch
aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit,
und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich
verstanden sein.
Der geistliche Mensch aber
ergründet alles und wird doch selber von niemand ergründet.
Denn «wer hat des Herrn
Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen?» (Jesaja
40,13). Wir aber haben
Christi Sinn.
Der Auftrag der Lehrer
Kapitel 3
Und ich, liebe Brüder,
konnte auch mit euch nicht reden als mit geistlichen Menschen,
sondern als mit fleischlichen, wie mit jungen Kindern in
Christus.
Milch habe ich euch zu trinken
gegeben, und nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht
vertragen. Auch jetzt könnt ihr's noch nicht,
weil ihr noch fleischlich
seid. Denn wenn Eifersucht und Zank unter euch sind, seid ihr da
nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise?
Denn so einer sagt: Ich bin
paulisch, der andere aber: Ich bin apollisch, ist das nicht
menschlich geredet?
Wer ist nun Apollos?
Wer ist Paulus? Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig
geworden, und das, wie es der Herr einem jeglichen gegeben hat.
Ich habe gepflanzt, Apollos
hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.
So ist nun weder der da
pflanzt noch der da begießt etwas, sondern Gott, der das
Gedeihen gibt.
Der aber pflanzt und der da
begießt, die sind einer wie der andere. Ein jeglicher aber
wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.
Denn wir sind Gottes
Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.
Ich nach Gottes Gnade, die mir
gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein
anderer baut darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf
baue.
Die Verantwortung der Lehrer
Einen andern Grund kann niemand legen außer dem,
der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Wenn aber jemand auf diesen
Grund baut Gold, Silber, edle Steine, Holz, Heu, Stroh,
so wird eines jeglichen Werk
offenbar werden; der Tag wird's klar machen. Denn mit Feuer wird
er sich offenbaren; und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird
das Feuer bewähren.
Wird jemandes Werk bleiben,
das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.
Wird aber jemandes Werk
verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird
gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.
Wisset ihr nicht, daß
ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
Wenn jemand den Tempel Gottes
verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist
heilig; der seid ihr.
Niemand betrüge
sich selbst. Welcher sich unter euch dünkt, weise zu sein in
dieser Welt, der werde ein Narr, auf daß er möge weise
sein.
Denn dieser Welt Weisheit ist
Torheit bei Gott. Denn es steht geschrieben (Hiob
5,13): «Die Weisen
erhascht er in ihrer Klugheit»,
und abermals (Psalm
94,11): «Der Herr weiß
der Weisen Gedanken, daß sie nichtig sind.»
Darum rühme sich niemand
eines Menschen; denn es ist alles euer:
es sei Paulus oder Apollos
oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei
Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer,
ihr aber seid Christi,
Christus aber ist Gottes.
Kapitel 4
Dafür halte uns jedermann: für Christi
Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse.
Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, als daß
sie treu erfunden werden.
Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch
gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich
mich selbst nicht.
Ich bin mir nichts bewußt, aber darin bin ich nicht
gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet.
Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt,
welcher wird ans Licht bringen, auch was im Finstern verborgen
ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Alsdann
wird einem jeglichen von Gott sein Lob widerfahren.
Gegen die Selbstüberhebung der Korinther
Solches aber, liebe Brüder,
habe ich auf mich und Apollos gedeutet um euretwillen, damit ihr
an uns lernet, was das heißt: Nicht über das hinaus,
was geschrieben steht! auf daß sich nicht einer wider den
andern um jemandes willen aufblase.
Denn wer gibt dir einen
Vorzug? Was hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber
empfangen hast, was rühmest du dich denn, als hättest
du es nicht empfangen?
Ihr seid schon satt geworden?
Ihr seid schon reich geworden? Ihr herrschet ohne uns? Ja, wollte
Gott, ihr herrschtet, auf daß auch wir mit euch herrschen
möchten!
Denn mich dünkt, Gott
habe uns Apostel als die Allergeringsten dargestellt, wie dem
Tode übergeben. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der
Welt und den Engeln und den Menschen.
Wir sind Narren um Christi
willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber
stark; ihr herrlich, wir aber verachtet.
Bis auf diese Stunde leiden
wir Hunger und Durst und Blöße und werden geschlagen
und haben keine sichere Stätte
und arbeiten und wirken mit
unsern eigenen Händen. Man schilt uns, so segnen wir; man
verfolgt uns, so dulden wir's; man lästert uns, so reden wir
freundlich.
Wir sind geworden wie der
Abschaum der Welt, jedermanns Kehricht, bis heute.
Paulus der Vater der Gemeinde zu Korinth
Nicht schreibe
ich solches, daß ich euch beschäme; sondern ich
vermahne euch als meine lieben Kinder.
Denn ob ihr gleich zehntausend Zuchtmeister hättet in
Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe
euch gezeugt in Christus Jesus durchs Evangelium.
Darum ermahne ich euch: Seid meine Nachfolger!
Aus derselben Ursache habe ich Timotheus zu euch gesandt,
welcher ist mein lieber und getreuer Sohn in dem Herrn, daß
er euch erinnere an meine Wege, die in Christus Jesus sind, wie
ich sie an allen Enden in allen Gemeinden lehre.
Es blähen sich etliche auf, als würde ich
nicht zu euch kommen.
Ich werde aber gar bald zu euch kommen, so der Herr will,
und kennenlernen nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern ihre
Kraft.
Denn das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in
Kraft.
Was wollt ihr? Soll ich mit
der Rute zu euch kommen oder mit Liebe und sanftmütigem
Geist?
Ausschluß der Unzüchtigen aus der Gemeinde
Kapitel 5
Überdies geht die Rede,
daß Unzucht unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht,
von der auch die Heiden nicht zu sagen wissen: daß einer
seines Vaters Frau habe.
Und ihr seid aufgeblasen und
habt nicht vielmehr Leid getragen, auf daß, der diese Tat
begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan würde?
Ich zwar, der ich mit dem
Leibe nicht da bin, doch mit dem Geist, habe schon, als sei ich
gegenwärtig, beschlossen über den, der solches getan
hat:
wenn ihr versammelt seid im
Namen des Herrn Jesus und mein Geist samt der Kraft unsers Herrn
Jesus bei euch ist,
wollen wir diesen Menschen
übergeben dem Satan zum Verderben des Fleisches, auf daß
der Geist gerettet werde am Tage des Herrn.
Euer Ruhm ist nicht
fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen
Teig versäuert?
Darum feget den alten
Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja
ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Osterlamm, das ist
Christus, für uns geopfert.
Darum lasset uns Ostern
halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der
Bosheit und Argheit, sondern in dem Süßteig der
Lauterkeit und der Wahrheit.
Ich habe euch
geschrieben in dem Briefe, daß ihr nichts sollt zu schaffen
haben mit den Unzüchtigen.
Das meine ich nicht insgemein
von den Unzüchtigen in dieser Welt oder den Geizigen oder
Räubern oder Götzendienern; sonst müßtet ihr
ja die Welt räumen.
Vielmehr schrieb ich euch: ihr
sollt nicht mit einem zu schaffen haben, der sich läßt
einen Bruder nennen und ist ein Unzüchtiger oder ein
Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder
ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit dem sollt ihr auch
nicht essen.
Denn was gehen mich die
draußen an, daß ich sie sollte richten? Habt ihr
nicht, die drinnen sind, zu richten?
Gott aber wird, die draußen
sind, richten. Tut ihr selbst von euch hinaus, wer da böse
ist!
Rechtssachen unter Christen
Kapitel 6
Wie darf jemand unter euch,
wenn er einen Streit hat mit einem andern, sein Recht suchen vor
den Ungerechten und nicht vor den Heiligen?
Wisset ihr nicht, daß
die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun die Welt soll von
euch gerichtet werden, seid ihr dann nicht gut genug, geringe
Sachen zu richten?
Wisset ihr nicht, daß
wir über Engel richten werden? Wieviel mehr über die
zeitlichen Güter.
Ihr aber, wenn ihr über
zeitlichen Gütern rechtet, so nehmt ihr solche, die in der
Gemeinde nichts gelten, und setzt sie zu Richtern.
Euch zur Schande muß ich
das sagen. Ist so gar kein Weiser unter euch, auch nicht einer,
der da könnte richten zwischen Bruder und Bruder?
Sondern ein Bruder rechtet mit
dem andern, dazu vor den Ungläubigen!
Es ist ja schon ein Mangel an
euch, daß ihr miteinander rechtet. Warum lasset ihr euch
nicht lieber Unrecht tun? Warum lasset ihr euch nicht lieber
übervorteilen?
Statt dessen tut ihr Unrecht
und übervorteilt, und das an Brüdern!
Unzucht und christliche Freiheit
Wisset ihr nicht, daß
die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset
euch nicht irreführen! Weder die Unzüchtigen noch die
Götzendiener noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch
die Knabenschänder
noch die Diebe noch die
Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die
Räuber werden das Reich Gottes ererben.
Und solche sind euer etliche
gewesen. Aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid
gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und
durch den Geist unsers Gottes.
Mir ist alles erlaubt,
es frommt aber nicht alles. Mir ist alles erlaubt, es soll mich
aber nichts gefangen nehmen.
Kapitel
10,23.
Die Speise dem Bauche und der
Bauch der Speise; aber Gott wird diesen und jene zunichte machen.
Der Leib jedoch nicht der Unzucht, sondern dem Herrn, und der
Herr dem Leibe.
Gott aber hat den Herrn
auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft.
Wisset ihr nicht, daß
eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder
Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne!
Oder wisset ihr nicht, daß,
wer an der Hure hanget, der ist ein Leib mit ihr? Denn «es
werden», sagt die Schrift (1. Mose
2,24), «die zwei ein
Fleisch sein».
Wer aber dem Herrn anhanget,
der ist ein Geist mit ihm.
Fliehet die Unzucht! Alle
Sünden, die der Mensch tut, sind außer seinem Leibe;
wer aber Unzucht treibt, der sündigt an seinem eigenen
Leibe.
Oder wisset ihr nicht, daß
euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist,
welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer eigen?
Denn ihr seid teuer erkauft; darum so preiset Gott an
eurem Leibe.
Ehe und Ehelosigkeit
Kapitel 7
Wovon ihr aber mir geschrieben
habt, darauf antworte ich: Es ist dem Menschen gut, daß er
kein Weib berühre.
Doch um der Unkeuschheit
willen habe ein jeglicher seine eigene Frau, und eine jegliche
habe ihren eigenen Mann.
Der Mann leiste der Frau die
schuldige Pflicht, desgleichen die Frau dem Manne.
Die Frau ist ihres Leibes
nicht mächtig, sondern der Mann. Desgleichen der Mann ist
seines Leibes nicht mächtig, sondern die Frau.
Entziehe sich nicht eins dem
andern, es sei denn mit beider Bewilligung eine Zeitlang, daß
ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wiederum zusammen, auf
daß euch der Satan nicht versuche, weil ihr euch nicht
enthalten könnt.
Solches sage ich aber als
Erlaubnis und nicht als Gebot.
Ich wollte wohl lieber, alle
Menschen wären, wie ich bin; doch ein jeglicher hat seine
eigene Gabe von Gott, einer so, der andere so.
Den Ledigen und Witwen sage
ich: Es ist ihnen gut, wenn sie auch bleiben wie ich.
Wenn sie aber sich nicht
können enthalten, so laß sie freien; es ist besser
freien als von Begierde verzehrt werden.
Ehescheidung
Den Ehelichen aber gebiete
nicht ich, sondern der Herr, daß die Frau sich nicht
scheide von dem Manne
- hat sie sich aber
geschieden, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit dem Manne
versöhnen – und daß der Mann die Frau nicht von
sich schicke.
Den andern aber sage ich,
nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat,
und sie ist willig, bei ihm zu wohnen, der scheide sich nicht von
ihr.
Und wenn eine Frau einen
ungläubigen Mann hat, und er ist willig, bei ihr zu wohnen,
die scheide sich nicht von ihm.
Denn der ungläubige Mann
ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist
geheiligt durch den gläubigen Mann. Sonst wären eure
Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.
Wenn aber der Ungläubige
sich scheiden will, so laß ihn sich scheiden. Es ist der
Bruder oder die Schwester nicht gebunden in solchen Fällen.
Zum Frieden hat euch Gott berufen.
Denn was weißt du, Frau,
ob du den Mann werdest retten können? Oder du, Mann, was
weißt du, ob du die Frau werdest retten können?
Unterschiede in der Gemeinde
Vielmehr wie einem jeglichen der Herr hat zugeteilt, wie
einen jeglichen Gott berufen hat, so wandle er. Und so verordne
ich's in allen Gemeinden.
Ist jemand als Beschnittener berufen, der bleibe bei der
Beschneidung. Ist jemand als Unbeschnittener berufen, der lasse
sich nicht beschneiden.
Beschnitten sein ist nichts, und unbeschnitten sein ist
nichts, sondern Gottes Gebote halten.
Ein jeglicher bleibe in dem, darin er berufen ist.
Bist du als Sklave berufen, sorge dich nicht; doch kannst
du frei werden, so ergreife es viel lieber.
Denn wer als Sklave berufen ist in dem Herrn, der ist ein
Freigelassener des Herrn; desgleichen, wer als Freier berufen
ist, der ist ein Knecht Christi.
Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen
Knechte.
Ein jeglicher, liebe Brüder,
worin er berufen ist, darin bleibe er vor Gott.
Von den Unverheirateten
Über die Jungfrauen habe
ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung, als der
ich die Barmherzigkeit erlangt habe von dem Herrn, sein Getreuer
zu sein.
So meine ich nun, solches sei
gut um der kommenden Not willen – es sei dem Menschen gut,
ledig zu sein.
Bist du an eine Frau gebunden,
so suche nicht, von ihr loszukommen; bist du los von der Frau, so
suche keine Frau.
Wenn du aber doch freist,
sündigst du nicht, und wenn eine Jungfrau freit, sündigt
sie nicht; doch werden sie leibliche Trübsal haben. Ich aber
schonte euch gerne.
Das sage ich aber,
liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan müssen auch die
da Frauen haben sein, als hätten sie keine; und die da
weinen, als weinten sie nicht;
und die sich freuen, als
freuten sie sich nicht; und die da kaufen, als besäßen
sie es nicht;
und die diese Welt gebrauchen,
als gebrauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt
vergeht.
Ich möchte aber, daß
ihr ohne Sorge seid. Wer ledig ist, der sorgt um des Herrn Sache,
nämlich wie er dem Herrn gefalle;
wer aber gefreit hat, der
sorgt um die Dinge der Welt, nämlich wie er der Frau
gefalle, und so ist er geteilten Herzens.
Und die Frau, die keinen Mann
hat, und die Jungfrau sorgt um des Herrn Sache, nämlich daß
sie heilig sei am Leib und auch am Geist; die aber gefreit hat,
die sorgt um die Dinge der Welt, nämlich wie sie dem Manne
gefalle.
Solches aber sage ich zu eurem
eigenen Nutzen; nicht, daß ich euch einen Strick um den
Hals werfe, sondern dazu, daß es fein zugehe und ihr stetig
und unverhindert dem Herrn dienen könnt.
Wenn aber jemand sich läßt
dünken, es wolle übel geraten mit seiner Jungfrau, weil
sie mannbar ist, und es kann nicht anders sein, so tue er, was er
will; er sündigt nicht, er lasse sie freien.
Wenn einer aber in seinem
Herzen fest steht, der nicht unter Zwang ist und seinen freien
Willen hat, und beschließt in seinem Herzen, seine Jungfrau
ledig bleiben zu lassen, der tut wohl.
Demnach, welcher seine
Jungfrau verheiratet, der tut wohl; welcher sie aber nicht
verheiratet, der tut besser.
Von den Witwen
Eine Frau ist gebunden,
solange ihr Mann lebt; wenn aber ihr Mann entschläft, ist
sie frei, zu heiraten, welchen sie will, nur daß es in dem
Herrn geschehe!
Seliger ist sie aber, wenn sie
ledig bleibt, nach meiner Meinung. Ich halte aber dafür:
auch ich habe den Geist Gottes.
Vom Essen des Götzenopferfleisches
Kapitel 8
Was aber das Götzenopfer
anlangt, so haben wir ja alle das Wissen. Das Wissen bläst
auf; aber die Liebe baut auf.
Wenn sich jemand dünken
läßt, er wisse etwas, der weiß noch nicht, wie
man erkennen soll.
Wenn aber jemand Gott liebt,
der ist von ihm erkannt.
Von dem Essen des
Götzenopfers aber wissen wir, daß kein Götze in
der Welt ist und daß kein Gott ist als der eine.
Und wiewohl solche sind, die
Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie
es ja viele Götter und viele Herren gibt,
so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von
welchem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus
Christus, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn.
Es hat aber nicht
jedermann das Wissen. Denn etliche, weil sie bisher an die Götzen
gewöhnt waren, essen's als Götzenopfer; damit wird ihr
Gewissen, weil es schwach ist, befleckt.
Aber Speise wird uns nicht
Gott wohlgefällig machen. Essen wir nicht, so werden wir
darum nichts weniger sein; essen wir, so werden wir darum nicht
besser sein.
Sehet aber zu, daß diese
eure Freiheit nicht gerate zu einem Anstoß für die
Schwachen!
Denn wenn dich, der du das
Wissen hast, jemand sähe zu Tische sitzen im Götzenhause,
wird nicht sein Gewissen, da er doch schwach ist, bestärkt,
das Götzenopfer zu essen?
Und so wird über deinem
Wissen der Schwache ins Verderben kommen, der Bruder, um des
willen doch Christus gestorben ist.
Wenn ihr aber so sündigt
an den Brüdern und verletzet ihr schwaches Gewissen, so
sündigt ihr an Christus.
Darum, wenn die Speise meinen
Bruder zur Sünde verführt, wollte ich nimmermehr
Fleisch essen, auf daß ich meinen Bruder nicht verführe.
Des Paulus Vorbild im Verzichten
Kapitel 9
Bin ich nicht
frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht unsern Herrn
Jesus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk in dem Herrn?
Bin ich andern nicht ein Apostel, so bin ich doch euer
Apostel; denn das Siegel meines Apostelamts seid ihr in dem
Herrn.
Denen, die über mich zu Gericht sitzen, antworte ich
so:
Haben wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken?
Haben wir nicht auch das Recht, eine Schwester als Ehefrau
mit uns zu führen wie die andern Apostel und des Herrn
Brüder und Kephas?
Oder haben allein ich und Barnabas nicht das Recht, nicht
zu arbeiten?
Wer zieht jemals in den Krieg auf seinen eigenen Sold? Wer
pflanzt einen Weinberg und isset nicht seine Frucht? Oder wer
weidet eine Herde und nährt sich nicht von der Milch der
Herde?
Rede ich aber solches nach menschlichem Gutdünken?
Sagt nicht solches das Gesetz auch?
Denn im Gesetz des Mose steht geschrieben (5.
Mose 25,4): «Du sollst
dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.»
Sorgt sich Gott etwa um die Ochsen?
Oder redet er nicht allenthalben um unsertwillen? Denn es
ist ja um unsertwillen geschrieben, daß, der da pflügt,
soll auf Hoffnung pflügen; und der da drischt, soll auf
Hoffnung dreschen, daß er sein Teil empfangen werde.
Wenn wir euch das Geistliche säen, ist es dann ein
groß Ding, wenn wir euer Leibliches ernten?
Wenn andere dieses Rechtes an euch teilhaftig sind, warum
nicht viel mehr wir? Aber wir haben solches Recht nicht
gebraucht, sondern wir ertragen alles, daß wir nicht dem
Evangelium Christi ein Hindernis bereiten.
Wisset ihr nicht, daß, die da opfern, vom Opfer
essen und, die am Altar dienen, vom Altar genießen?
So hat auch der Herr befohlen, daß, die das
Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelium nähren.
Ich aber habe der keines gebraucht. Ich schreibe auch
nicht darum davon, daß es mit mir nun sollte so gehalten
werden. Es wäre mir lieber, ich stürbe, als daß
mir jemand meinen Ruhm sollte zunichte machen.
Denn daß ich das Evangelium predige, darf ich mich
nicht rühmen; denn ich muß es tun. Und wehe mir, wenn
ich das Evangelium nicht predigte!
Täte ich's aus eigenem Willen, so würde mir
gelohnt. Ich tue es aber nicht aus eigenem Willen; mir ist das
Amt befohlen.
Was ist denn nun mein Lohn? Daß ich predige das
Evangelium frei umsonst, so daß ich von meinem Recht am
Evangelium nicht Gebrauch mache.
Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, habe ich
doch mich selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf daß ich
ihrer viele gewinne.
Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf daß ich
die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich
geworden wie einer unter dem Gesetz – wiewohl ich selbst
nicht unter dem Gesetz bin -, auf daß ich die, so unter dem
Gesetz sind, gewinne.
Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz
geworden – wiewohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott,
sondern bin in dem Gesetz Christi -, auf daß ich die, so
ohne Gesetz sind, gewinne.
Den Schwachen bin ich geworden ein Schwacher, auf daß
ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit
ich auf alle Weise etliche rette.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, auf daß
ich seiner teilhaftig werde.
Wisset ihr nicht, daß die, so in der
Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt
den Siegespreis? Laufet so, daß ihr ihn erlanget!
Ein jeglicher aber, der da
kämpft, enthält sich alles Dinges; jene nun, daß
sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen
unvergänglichen.
Ich laufe aber so, nicht als
aufs Ungewisse; ich fechte so, nicht als der in die Luft schlägt,
sondern ich züchtige
meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern
predige und selbst verwerflich werde.
Das warnende Beispiel Israels
Kapitel 10
Ich will euch aber, liebe
Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, daß
unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle
durchs Meer gegangen
und sind alle auf Mose getauft
mit der Wolke und mit dem Meer
und haben alle einerlei
geistliche Speise gegessen
und haben alle einerlei
geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen
Fels, der mitfolgte, welcher war Christus.
Aber an den meisten von ihnen
hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie wurden niedergeschlagen in
der Wüste.
Das ist aber uns zum Vorbilde
geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des
Bösen, gleichwie jene gelüstet hat.
Werdet auch nicht
Götzendiener, gleichwie jener etliche wurden, wie
geschrieben steht (2. Mose 32,6):
«Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und
stand auf, zu spielen.»
Auch lasset uns nicht Unzucht
treiben, wie etliche unter jenen Unzucht trieben, und fielen auf
einen Tag dreiundzwanzigtausend.
Lasset uns auch den Herrn
nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden
von den Schlangen umgebracht.
Murret auch nicht, gleichwie
jener etliche murrten und wurden umgebracht durch den Verderber.
Solches widerfuhr jenen als
ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche
das Ende der Welt gekommen ist.
Darum, wer sich läßt
dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht
falle.
Es hat euch noch keine denn
menschliche Versuchung betroffen. Aber Gott ist getreu, der
euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen,
sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß
ihr's könnet ertragen.
Heiliges Abendmahl und Götzendienst
Darum, meine Lieben, fliehet
den Götzendienst!
Als mit Klugen rede ich;
urteilet ihr, was ich sage.
Der gesegnete Kelch, welchen
wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi?
Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des
Leibes Christi?
Denn ein Brot ist's, so
sind wir viele ein Leib, weil wir alle eines Brotes
teilhaftig sind.
Sehet an das Israel nach dem
Fleisch. Welche die Opfer essen, sind die nicht in der
Gemeinschaft des Altars?
Was will ich nun damit sagen?
Daß das Götzenopfer etwas sei? Oder daß der
Götze etwas sei?
Nein; sondern was die Heiden
opfern, das opfern sie den bösen Geistern und nicht Gott.
Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein
sollt.
Ihr könnt nicht zugleich
trinken des Herrn Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt
nicht zugleich teilhaftig sein des Tisches des Herrn und des
Tisches der Teufel.
Oder wollen wir dem Herrn
trotzen? Sind wir stärker als er?
Rücksicht auf das Gewissen
Alles ist erlaubt, aber es
frommt nicht alles. Alles ist erlaubt, aber es erbaut nicht
alles.
Kapitel
6,12.
Niemand suche das Seine,
sondern das, was des andern ist.
Alles, was feil ist auf dem
Fleischmarkt, das esset, und forschet nicht nach, auf daß
ihr das Gewissen nicht beschweret.
Denn «die Erde ist des
Herrn und was darinnen ist» (Psalm
24,1).
Wenn jemand von den
Ungläubigen euch einladet und ihr wollt hingehen, so esset
alles, was euch vorgesetzt wird, und forschet nicht nach, auf daß
ihr das Gewissen nicht beschweret.
Wenn aber jemand würde zu
euch sagen: Das ist Opferfleisch, so esset nicht, um des willen,
der es euch anzeigte, auf daß ihr das Gewissen nicht
beschweret.
Ich rede aber vom Gewissen,
nicht deinem eigenen, sondern von dem des andern. Denn warum
sollte ich über meine Freiheit lassen urteilen von eines
andern Gewissen?
So ich's mit Danksagung
genieße, was sollte ich mich dann verlästern lassen
über dem, wofür ich danke?
Ihr esset nun oder trinket oder was ihr tut, so tut es
alles zu Gottes Ehre.
Gebet kein Ärgernis weder
den Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes,
gleichwie ich auch jedermann
in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was
vielen frommt, damit sie gerettet werden.
Kapitel 11
Seid meine Nachfolger,
gleichwie ich Christi!
Verhalten im Gottesdienst
Ich lobe euch, daß ihr an mich gedenket in allen
Stücken und haltet den Brauch, wie ich ihn euch gegeben
habe.
Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines
jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott
aber ist Christi Haupt.
Ein jeglicher Mann, der da betet oder weissagt und hat
etwas auf dem Haupt, der schändet sein Haupt.
Eine Frau aber, die da betet oder weissagt mit unbedecktem
Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist ebensoviel, als
wäre sie geschoren.
Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr auch das
Haar ab. Nun es aber einer Frau übel steht, daß sie
das Haar abgeschnitten habe oder geschoren sei, so lasset sie das
Haupt bedecken.
Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist
Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz.
Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib ist
vom Manne.
Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen,
sondern das Weib um des Mannes willen.
Darum soll die Frau eine Macht
auf dem Haupte haben um der Engel willen.
Doch ist weder das Weib etwas ohne den Mann, noch der Mann
etwas ohne das Weib in dem Herrn;
denn wie das Weib von dem Manne, so kommt auch der Mann
durch das Weib; aber alles von Gott.
Urteilt bei euch selbst, ob es sich ziemt, daß eine
Frau unbedeckt vor Gott bete.
Lehrt euch nicht auch die Natur selbst, daß es einem
Manne eine Unehre ist, so er langes Haar trägt,
aber der Frau eine Ehre, so sie langes Haar hat? Das Haar
ist ihr zum Schleier gegeben.
Ist aber jemand unter euch, der Lust hat, darüber zu
zanken, der wisse, daß wir solchen Brauch nicht haben, die
Gemeinden Gottes auch nicht.
Feier des heiligen Abendmahls
Dies aber muß ich
befehlen: Ich kann's nicht loben, daß ihr nicht zum Guten,
sondern zum Schlimmen zusammenkommt.
Zum ersten, wenn ihr
zusammenkommt in der Gemeinde, höre ich, es seien Spaltungen
unter euch; und zum Teil glaube ich's.
Denn es müssen ja wohl
Spaltungen unter euch sein, auf daß die, so rechtschaffen
sind, offenbar unter euch werden.
Wenn ihr nun zusammenkommt, so
hält man da nicht das Abendmahl des Herrn.
Denn ein jeglicher nimmt beim
Essen sein eigenes Mahl vorweg, und einer ist hungrig, der andere
ist trunken.
Habt ihr denn nicht Häuser,
wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die
Gemeinde Gottes und beschämt die, die da nichts haben? Was
soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch
nicht.
Denn ich habe es von
dem Herrn empfangen, was ich euch gegeben habe: Der Herr Jesus
in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot,
dankte und brach's und sprach: Nehmet, esset, das ist
mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem
Gedächtnis.
Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Mahl und
sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut;
solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot
esset und von diesem Kelch trinket, verkündigt ihr des Herrn
Tod, bis daß er kommt.
Welcher nun unwürdig* von
diesem Brot isset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist
schuldig an dem Leib und Blut des Herrn.
*d. h. in
einer Weise, die die Heilstat Christi mißachtet.
Der Mensch prüfe aber
sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem
Kelch.
Denn welcher also isset und
trinket, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn, der
isset und trinket sich selber zum Gericht.
Darum sind auch viele Schwache
und Kranke unter euch, und ein gut Teil sind entschlafen.
Wenn wir uns selber richteten,
so würden wir nicht gerichtet.
Wenn wir aber von dem Herrn
gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, auf daß
wir nicht samt der Welt verdammt werden.
Darum, meine lieben Brüder,
wenn ihr zusammenkommt, zu essen, so wartet aufeinander.
Hungert jemand, der esse
daheim, auf daß ihr nicht zum Gericht zusammenkommt.
Das andre will ich ordnen,
wenn ich komme.
Viele Gaben – ein Geist
Kapitel 12
Über die geistlichen
Gaben aber will ich euch, liebe Brüder, nicht ohne
Erkenntnis lassen.
Ihr wisset: als ihr Heiden
waret, zog es euch mit Macht zu den stummen Götzen.
Darum tue ich euch kund, daß
niemand Jesus verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und
niemand kann Jesus den Herrn heißen ohne durch den heiligen
Geist.
Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist.
Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein
Herr.
Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein
Gott, der da wirket alles in allen.
In einem jeglichen offenbaren
sich die Gaben des Geistes zu gemeinem Nutzen.
Einem wird gegeben durch den
Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu
reden von der Erkenntnis, nach demselben Geist;
einem andern der Glaube, in
demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem
einen Geist;
einem andern die Kraft, Wunder
zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu
unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern,
die Zungen auszulegen.
Dies alles aber wirkt derselbe
eine Geist und teilt einem jeglichen das Seine zu, wie er
will.
Viele Glieder – ein Leib
Denn gleichwie ein Leib
ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes,
wiewohl ihrer viel sind, doch ein Leib sind: so auch
Christus.
Denn wir sind durch einen
Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden
oder Griechen, Unfreie oder Freie, und sind alle mit einem
Geist getränkt.
Denn auch der Leib ist nicht
ein Glied, sondern viele.
Wenn aber der Fuß
spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied
nicht, sollte er um deswillen nicht des Leibes Glied sein?
Und wenn das Ohr spräche:
Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied, sollte
es um deswillen nicht des Leibes Glied sein?
Wenn der ganze Leib Auge wäre,
wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo
bliebe der Geruch?
Nun aber hat Gott die Glieder
gesetzt, ein jegliches am Leibe besonders, wie er gewollt hat.
Wenn aber alle Glieder ein
Glied wären, wo bliebe der Leib?
Nun aber sind der Glieder
viele, aber der Leib ist einer.
Es kann das Auge nicht sagen
zu der Hand: Ich bedarf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu
den Füßen: Ich bedarf euer nicht.
Sondern vielmehr die Glieder
des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein,
sind die nötigsten;
und die uns dünken am
wenigsten ehrbar zu sein, die umkleiden wir mit besonderer Ehre;
und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten.
Denn die uns wohl anstehen,
die bedürfen's nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt
und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben,
auf daß nicht eine
Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander
gleich sorgen.
Und wenn ein Glied
leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied
wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.
Ihr seid aber der Leib
Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil.
Und Gott hat gesetzt in der
Gemeinde aufs erste Apostel, aufs andre Propheten, aufs dritte
Lehrer, danach Wundertäter, danach Gaben, gesund zu machen,
Helfer, Regierer, mancherlei Zungen.
Sind sie alle Apostel? Sind
sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle
Wundertäter?
Haben sie alle Gaben, gesund
zu machen? Reden sie alle in Zungen? Können sie alle
auslegen?
Strebet aber nach den besten
Gaben!
Und ich will euch noch
einen köstlicheren Weg zeigen.
Die Liebe als die höchste Geistesgabe
Kapitel 13
Wenn ich mit
Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe
nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende
Schelle.
Und wenn ich weissagen könnte und wüßte
alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen
Glauben, so daß ich Berge versetzte, und hätte der
Liebe nicht, so wäre ich nichts.
Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe
meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre
mir's nichts nütze.
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die
Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet
sich nicht,
sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht
das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet
das Böse nicht zu,
sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich
aber der Wahrheit;
sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet
alles, sie duldet alles.
Die Liebe höret nimmer auf, so doch die
Weissagungen aufhören werden und das Zungenreden aufhören
wird und die Erkenntnis aufhören wird.
Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen
ist Stückwerk.
Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das
Stückwerk aufhören.
Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war
klug wie ein Kind und hatte kindliche Anschläge; da ich aber
ein Mann ward, tat ich ab, was kindlich war.
Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort;
dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich
stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich
erkannt bin.
Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Die Gaben des Lehrens und des Zungenredens
Kapitel 14
Strebet nach der Liebe!
Befleißiget euch der geistlichen Gaben, am meisten aber,
daß ihr weissagen möget!
Denn wer in Zungen redet, der
redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn
niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist Geheimnisse.
Wer aber weissagt, der redet
den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung.
Wer in Zungen redet, der
erbaut sich selbst; wer aber weissagt, der erbaut die Gemeinde.
Ich wollte, daß ihr alle
in Zungen reden könntet; aber noch viel mehr, daß ihr
weissagtet. Denn der da weissagt, ist größer, als der
in Zungen redet; es sei denn, daß er's auch auslege, auf
daß die Gemeinde dadurch erbaut werde.
Nun aber, liebe Brüder,
wenn ich zu euch käme und redete in Zungen, was wäre
ich euch nütze, wenn ich nicht zu euch redete Worte entweder
der Offenbarung oder der Erkenntnis oder der Weissagung oder der
Lehre?
Verhält sich's doch auch
so mit den Dingen, die da tönen und doch nicht leben, es sei
eine Pfeife oder eine Harfe: wenn sie nicht unterschiedliche Töne
von sich geben, wie kann man erkennen, was da gepfiffen und
geharfet wird?
Und wenn die Posaune einen
undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Streit rüsten?
So auch ihr, wenn ihr in
Zungen redet und nicht mit deutlichen Worten, wie kann man
wissen, was geredet ist? Ihr werdet in den Wind reden.
Es ist mancherlei Art der
Sprache in der Welt, und nichts ist ohne Sprache.
Wenn ich nun nicht weiß
der Sprache Bedeutung, werde ich den nicht verstehen, der da
redet, und der da redet, wird mich nicht verstehen.
So auch ihr: da ihr euch
befleißiget der geistlichen Gaben, trachtet danach, daß
ihr sie reichlich habet, auf daß ihr die Gemeinde erbaut.
Darum, welcher in Zungen
redet, der bete, daß er's auch auslegen könne.
Denn wenn ich in Zungen bete,
so betet mein Geist; aber was ich im Sinn habe, bleibt ohne
Frucht.
Wie soll es aber denn sein?
Ich will beten im Geist und will auch verständlich beten;
ich will Psalmen singen im Geist und will Psalmen auch
verständlich singen.
Wenn du lobpreist im Geist,
wie soll der, der dabeisteht und begreift es nicht, das Amen
sagen auf deine Danksagung, da er doch nicht weiß, was du
sagst?
Du danksagest wohl fein; aber
der andere wird nicht davon erbaut.
Ich danke Gott, daß ich
mehr in Zungen rede als ihr alle.
Aber ich will in der Gemeinde
lieber fünf Worte reden mit verständlichem Sinn, auf
daß ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in
Zungen.
Liebe Brüder,
werdet nicht Kinder, wenn es zu verstehen gilt. Wenn es aber
etwas Böses gilt, dann seid wie Kinder. Im Verstehen aber
seid vollkommen.
Im Gesetz steht geschrieben
(Jesaja 28,11.12):
«Ich will in andern Zungen und mit andern Lippen reden zu
diesem Volk, und sie werden mich auch so nicht hören,
spricht der Herr.»
Darum dient die Zungenrede zum
Zeichen nicht den Gläubigen, sondern den Ungläubigen;
die Weissagung aber nicht den Ungläubigen, sondern den
Gläubigen.
Wenn nun die ganze Gemeinde
zusammenkäme an einen Ort und redeten alle in Zungen, es
kämen aber hinein Unkundige oder Ungläubige, würden
sie nicht sagen, ihr wäret von Sinnen?
Wenn sie aber alle weissagten
und käme dann ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein,
der würde von ihnen allen ins Gericht genommen und von allen
überführt;
das Verborgene seines Herzens
würde offenbar, und so würde er auf sein Angesicht
fallen, Gott anbeten und bekennen, daß Gott wahrhaftig in
euch ist.
Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr
zusammenkommt, so hat ein jeglicher einen Psalm, er hat eine
Lehre, er hat Offenbarung, er hat Zungenrede, er hat Auslegung.
Lasset es alles geschehen zur Erbauung!
Wenn jemand in Zungen redet, so seien es ihrer zwei oder
aufs meiste drei, und einer nach dem andern; und einer lege es
aus.
Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde
und rede für sich selber und für Gott.
Propheten aber lasset reden zwei oder drei, und die andern
lasset die Rede prüfen.
Wenn aber eine Offenbarung geschieht einem andern, der da
sitzt, so schweige der erste.
Ihr könnet alle weissagen, einer nach dem andern, auf
daß sie alle lernen und alle ermahnt werden.
Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.
Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des
Friedens.
Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset die
Frauen schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht
zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen sich
unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.
Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre
Männer fragen. Es steht der Frau übel an, in der
Gemeinde zu reden.
Oder ist von euch das Wort Gottes ausgegangen? Oder ist's
allein zu euch gekommen?
So sich jemand läßt dünken, er sei
ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, daß
es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe.
Wer aber das nicht anerkennt, der wird auch nicht
anerkannt.
Darum, liebe Brüder, befleißiget euch des
Weissagens und wehret nicht, in Zungen zu reden.
Lasset aber alles ehrbar und ordentlich zugehen.
Gewißheit der Auferstehung Christi
Kapitel 15
Ich erinnere euch aber, liebe
Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt
habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch
stehet,
durch welches ihr auch selig
werdet, wenn ihr's festgehalten habt, in welcher Gestalt ich es
euch verkündigt habe; es wäre denn, daß ihr
umsonst gläubig geworden wäret.
Denn ich habe euch zuvörderst
gegeben, was ich auch empfangen habe: daß Christus
gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;
und daß er begraben ist;
und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der
Schrift;
und daß er gesehen
worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen.
Danach ist er gesehen worden
von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von
denen die meisten noch heute leben, etliche aber sind
entschlafen.
Danach ist er gesehen worden
von Jakobus, danach von allen Aposteln.
Am letzten nach allen ist er
auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden.
Denn ich bin der geringste
unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein
Apostel heiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes
verfolgt habe.
Aber von Gottes Gnade bin
ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich
gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle;
nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.
Es sei nun ich oder jene: so
predigen wir, und so habt ihr geglaubt.
Wider die Leugnung der Auferstehung
Wenn aber Christus gepredigt
wird, daß er ist von den Toten auferstanden, wie sagen denn
etliche unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?
Gibt es aber keine
Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.
Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre
Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.
Wir würden aber auch
erfunden als falsche Zeugen Gottes, weil wir wider Gott gezeugt
hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt
hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen.
Denn wenn die Toten nicht
auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden.
Ist Christus aber nicht
auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in
euren Sünden;
so sind auch die, die in
Christus entschlafen sind, verloren.
Hoffen wir allein in diesem
Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen
Menschen.
Nun aber ist
Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden
unter denen, die da schlafen.
Denn da durch einen
Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen
Menschen die Auferstehung der Toten.
Denn gleichwie sie in Adam
alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig
gemacht werden.
Ein jeglicher aber in seiner
Ordnung: der Erstling Christus; danach die Christus angehören,
wenn er kommen wird;
danach das Ende, wenn er das
Reich Gott, dem Vater, überantworten wird, wenn er
vernichtet haben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und
Gewalt.
Denn er muß herrschen,
bis daß er «alle Feinde unter seine Füße
lege» (Psalm 110,1).
Der letzte Feind, der
vernichtet wird, ist der Tod.
Denn «alles hat er unter
seine Füße getan» (Psalm
8,7). Wenn er aber sagt,
alles sei untertan, ist's offenbar, daß ausgenommen
ist der, der ihm alles untergetan hat.
Wenn aber alles ihm untertan
sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem,
der ihm alles untergetan hat, auf daß Gott sei alles in
allem.
Was machen sonst, die
sich taufen lassen für die Toten, wenn die Toten überhaupt
nicht auferstehen? Was lassen sie sich taufen für die Toten?
Und was stehen wir alle Stunde
in Gefahr?
Bei dem Ruhm, den ich an euch,
liebe Brüder, habe in Christus Jesus, unserm Herrn: ich
sterbe täglich.
Habe ich nur um menschlicher
Dinge willen zu Ephesus mit wilden Tieren gefochten, was hilft's
mir? Wenn die Toten nicht auferstehen, dann «lasset uns
essen und trinken; denn morgen sind wir tot!» (Jesaja
22,13).
Lasset euch nicht verführen! Böse Geschwätze
verderben gute Sitten.
Werdet doch einmal recht
nüchtern und sündiget nicht! Denn etliche wissen nichts
von Gott; das sage ich euch zur Schande.
Der Auferstehungsleib
Möchte aber jemand sagen:
Wie werden die Toten auferstehen, und mit welcherlei Leibe
werden sie kommen?
Du Narr: Was du säest,
wird nicht lebendig, es sterbe denn.
Und was du säest, ist ja
nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn,
etwa Weizen oder der andern eines.
Gott aber gibt ihm einen Leib,
wie er will, und einem jeglichen Samen seinen eigenen Leib.
Nicht ist alles Fleisch
einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen,
ein anderes des Viehs, ein anderes der Vögel, ein anderes
der Fische.
Und es gibt himmlische Körper
und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die
himmlischen und eine andere die irdischen.
Einen anderen Glanz hat die
Sonne, einen anderen Glanz hat der Mond, einen anderen Glanz
haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern an
Glanz.
So auch die Auferstehung der
Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen
unverweslich.
Es wird gesät in Unehre und wird auferstehen in
Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird
auferstehen in Kraft.
Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird
auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen
Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.
Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, «ward
zu einer lebendigen Seele» (1. Mose
2,7), und der letzte Adam zum
* Geist, der da lebendig macht.
*2. Korinther 3,17.
Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der
natürliche; danach der geistliche.
Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere
Mensch ist vom Himmel.
Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die
irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind
auch die himmlischen.
Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so
werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.
Die Verwandlung der Gläubigen.
Der letzte Sieg
Das sage ich
aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können
das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben
die Unverweslichkeit.
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle
entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden;
und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit
der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die
Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt
werden.
Denn dies Verwesliche muß anziehen die
Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die
Unsterblichkeit.
Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen die
Unverweslichkeit und dies Sterbliche wird anziehen die
Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das
geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea
13,14):
«Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo
ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?»*
*Andere
Überlieferung: «Der Tod ist verschlungen in den Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?»
Aber der Stachel des Todes ist
die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern
Herrn Jesus Christus!
Darum, meine lieben
Brüder, seid fest, unbeweglich und nehmet immer zu in dem
Werk des Herrn, weil ihr wisset, daß eure Arbeit nicht
vergeblich ist in dem Herrn.
Geldsammlung für die Gemeinde in Jerusalem
Kapitel 16
Was aber die Sammlung anlangt,
die für die Heiligen geschieht: wie ich den Gemeinden in
Galatien verordnet habe, so sollt auch ihr tun!
An jeglichem ersten Tag der
Woche lege bei sich selbst ein jeglicher unter euch zurück
und sammle, was ihn gut dünkt, auf daß nicht, wenn ich
komme, dann erst die Sammlung geschieht.
Wenn ich aber gekommen bin, so
will ich solche, die ihr für bewährt ansehet, mit
Briefen senden, daß sie hinbringen eure Liebesgabe nach
Jerusalem.
Wenn es aber wert ist, daß
ich auch hinreise, sollen sie mit mir reisen.
Reisepläne. Ermahnungen. Grüße
Ich will aber zu euch kommen,
wenn ich durch Mazedonien gezogen bin; denn durch Mazedonien
werde ich ziehen.
Bei euch aber werde ich
vielleicht bleiben oder auch den Winter zubringen, damit ihr mich
dann geleitet, wo ich hinziehen werde.
Ich will euch jetzt nicht
sehen nur im Vorüberziehen; denn ich hoffe, ich werde
etliche Zeit bei euch bleiben, wenn es der Herr zuläßt.
Ich werde aber zu Ephesus
bleiben bis Pfingsten.
Denn mir ist eine große
Tür aufgetan, die viel Frucht wirkt. Und viele Widersacher
sind da.
Wenn Timotheus kommt,
so sehet zu, daß er ohne Furcht bei euch sei; denn er
treibt auch das Werk des Herrn wie ich.
Daß ihn nun nicht jemand
verachte! Geleitet ihn aber im Frieden, daß er zu mir
komme; denn ich warte sein mit den Brüdern.
Von Apollos, dem Bruder, aber
wisset, daß ich ihn sehr viel ermahnt habe, daß er zu
euch käme mit den Brüdern; aber es war durchaus sein
Wille nicht, daß er jetzt käme; er wird aber kommen,
wenn es ihm gelegen sein wird.
Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid
stark!
Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!
Ich ermahne euch aber,
liebe Brüder: Ihr kennet das Haus des Stephanas, daß
sie sind die Erstlinge in Achaja und haben sich selbst
bereitgestellt den Heiligen zum Dienst.
Seid auch ihr solchen Männern
untertan und allen, die mitwirken und arbeiten!
Ich freue mich über die
Ankunft des Stephanas und Fortunatus und Achaikus; denn da ich
euch entbehren mußte, haben sie euch mir ersetzt.
Sie haben erquickt meinen und
euren Geist. Erkennet solche Leute an!
Es grüßen euch die Gemeinden in der
Landschaft Asien. Es grüßt euch sehr in dem Herrn
Aquila und Priska samt der Gemeinde in ihrem Hause.
Es grüßen euch alle Brüder. Grüßet
euch untereinander mit dem heiligen Kuß.
Hier mein, des Paulus, eigenhändiger Gruß.
Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht.
Maranatha!
Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch!
Meine Liebe ist mit euch allen in Christus Jesus!
Der erste Brief an die Korinther, gesandt von Philippi durch
Stephanas und Fortunatus und Achaikus und Timotheus.
DER
ZWEITE BRIEF DES PAULUS AN DIE KORINTHER
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