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DIE BIBEL

Heilige Schrift

DIE APOSTELGESCHICHTE DES LUKAS

Kapitel 1 - 14







Christi Himmelfahrt

Kapitel 1

  1. Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus anfing zu tun und zu lehren

  2. bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählt, durch den heiligen Geist Weisung gegeben hatte.

  3. Ihnen hat er sich auch als der Lebendige erzeigt nach seinem Leiden in mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.

  4. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr, so sprach er, gehört habt von mir;

  5. denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

  6. Die aber zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?

  7. Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater in seiner Macht bestimmt hat;

  8. ihr werdet aber die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

  9. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.

  10. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern,

  11. welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird so kommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

  12. Da wandten sie sich um nach Jerusalem von dem Berge, der da heißt der Ölberg, welcher ist nahe bei Jerusalem und liegt einen Sabbatweg davon.

  13. Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, des Alphäus Sohn, und Simon Zelotes und Judas, des Jakobus Sohn.

  14. Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

Wahl des Matthias

  1. Und in den Tagen trat Petrus auf unter den Brüdern und sprach – es war aber eine Schar zusammen bei hundertzwanzig -:

  2. Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, welches zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids über Judas, der den Weg zeigte denen, die Jesus fingen;

  3. denn er war zu uns gezählt und hatte dies Amt mit uns empfangen.

  4. Dieser hat erworben einen Acker um den Lohn für seine Ungerechtigkeit und stürzte vornüber und ist mitten entzweigeborsten und all sein Eingeweide ausgeschüttet.

  5. Und es ist kundgeworden allen, die zu Jerusalem wohnen, so daß dieser Acker genannt wird auf ihre Sprache: Akeldamach, das heißt Blutacker.

  6. Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (Psalm 69,26; 109,8): «Seine Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darin wohne», und: «Sein Amt empfange ein anderer.»

  7. So muß nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist,

  8. von der Taufe des Johannes an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.

  9. Und sie stellten zwei auf: Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Justus, und Matthias,

  10. beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast unter diesen zweien,

  11. daß einer träte an seinen Platz in diesem Dienst und Apostelamt, von dem Judas gewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort.

  12. Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias; und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln.

Das Pfingstwunder

Kapitel 2

  1. Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle beieinander an einem Ort.

  2. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen.

  3. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen,

  4. und sie wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen in andern Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

  5. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist.

  6. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

  7. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?

  8. Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darin wir geboren sind?

  9. Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, in Pontus und der Landschaft Asien,

  10. Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und der Gegend von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom,

  11. Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.

  12. Sie entsetzten sich aber alle und wurden bestürzt und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?

  13. Die andern aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Pfingstpredigt des Petrus

  1. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem seid, das sei euch kundgetan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen.

  2. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage;

  3. sondern das ist's, was durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist (Joel 3,1-5):

  4. «Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben;

  5. und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.

  6. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf;

  7. die Sonne soll sich verkehren in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt.

  8. Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden.»

  9. Ihr Männer von Israel, höret diese Worte: Jesus von Nazareth, den Mann, von Gott unter euch erwiesen mit Taten und Wundern und Zeichen, welche Gott durch ihn tat unter euch, wie ihr selbst wisset:

  10. ihn, der durch Ratschluß und Vorsehung Gottes dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und getötet.

  11. Den hat Gott auferweckt und aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß er sollte von ihm gehalten werden.

  12. Denn David spricht von ihm (Psalm 16,8-11): «Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er ist an meiner Rechten, auf daß ich nicht wanke.

  13. Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlocket; auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung.

  14. Denn du wirst meine Seele nicht bei den Toten lassen, auch nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.

  15. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens, du wirst mich erfüllen mit Freuden vor deinem Angesicht.»

  16. Ihr Männer, liebe Brüder, lasset mich frei reden zu euch von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag.

  17. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm Gott verheißen hatte mit einem Eide, daß sein Nachkomme sollte auf seinem Thron sitzen,

  18. hat er's vorausgesehen und geredet von der Auferstehung des Christus, daß er nicht bei den Toten gelassen ist und sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.

  19. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen.

  20. Nun er durch die Rechte Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat er ausgegossen, was ihr hier sehet und höret.

  21. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber (Psalm 110,1): «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,

  22. bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.»

  23. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.

Die erste Gemeinde

  1. Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petrus und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?

  2. Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.

  3. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller, die ferne sind, soviele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.

  4. Auch mit vielen andern Worten bezeugte er und ermahnte und sprach: Lasset euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!

  5. Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen.

  6. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

  7. Es kam aber alle Seelen Furcht an, und geschahen auch viel Wunder und Zeichen durch die Apostel.

  8. Alle aber, die gläubig waren geworden, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.

  9. Auch verkauften sie Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem einer in Not war.

  10. Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in den Häusern,

  11. nahmen die Speise mit Freuden und lauterem Herzen, lobten Gott und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die gerettet wurden, zu der Gemeinde.

Heilung des Lahmen

Kapitel 3

  1. Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegt zu beten.

  2. Und es ward ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzten sie täglich vor des Tempels Tür, die da heißt die schöne, daß er bettelte um ein Almosen von denen, die in den Tempel gingen.

  3. Da er nun sah Petrus und Johannes, wie sie wollten zum Tempel hineingehen, bat er um ein Almosen.

  4. Petrus aber sah ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!

  5. Und er sah sie an und wartete, daß er etwas von ihnen empfinge.

  6. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und wandle!

  7. Und griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Alsbald standen seine Füße und Knöchel fest,

  8. und er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang und lobte Gott.

  9. Und es sah ihn alles Volk wandeln und Gott loben.

  10. Sie kannten ihn auch, daß er's war, der um Almosen gesessen hatte vor der schönen Tür des Tempels; und sie wurden voll Wunderns und Entsetzens über das, was ihm widerfahren war.

  11. Als er aber sich zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißt Salomos, und wunderten sich sehr.

  12. Als Petrus das sah, sprach er zu dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber, oder was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsre eigene Kraft oder Frömmigkeit?

  13. Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, welchen ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, als der ihn loslassen wollte.

  14. Ihr aber verleugnetet den Heiligen und Gerechten und batet, daß man euch den Mörder schenkte;

  15. aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; des sind wir Zeugen.

  16. Und durch den Glauben an seinen Namen hat diesen hier, den ihr sehet und kennet, sein Name stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euer aller Augen.

  17. Nun, liebe Brüder, ich weiß, daß ihr's in Unwissenheit getan habt wie auch eure Obersten.

  18. Gott aber hat so erfüllt, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigt hat, daß sein Christus leiden sollte.

  19. So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden getilgt werden,

  20. auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesicht des Herrn und er sende den, der euch zuvor zum Christus bestimmt ist, Jesus.

  21. Ihn muß der Himmel aufnehmen bis auf die Zeit, da alles wiedergebracht wird, wovon Gott geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von Anbeginn.

  22. Mose hat gesagt (5. Mose 18,15.19): «Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern gleichwie mich; den sollt ihr hören in allem, was er euch sagen wird.

  23. Und es wird geschehen, wer diesen Propheten nicht hören wird, der soll vertilgt werden aus dem Volk.»

  24. Und alle Propheten von Samuel an und hernach, wieviel ihrer geredet haben, die haben auch diese Tage verkündigt.

  25. Ihr seid der Propheten und des Bundes Kinder, welchen Gott gemacht hat mit euren Vätern, da er sprach zu Abraham (1. Mose 22,18): «Durch dein Geschlecht sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden.»

  26. Für euch zuvörderst hat Gott erweckt seinen Knecht Jesus und hat ihn zu euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeglicher sich bekehre von seiner Bosheit.

Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat

Kapitel 4

  1. Als sie aber zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer,

  2. die verdroß, daß sie das Volk lehrten und verkündigten an Jesus die Auferstehung von den Toten.

  3. Und sie legten die Hände an sie und setzten sie bis auf den Morgen ins Gefängnis; denn es war schon Abend.

  4. Aber viele unter denen, die dem Wort zuhörten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer ward bei fünftausend.

  5. Als nun der Morgen kam, versammelten sich ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten zu Jerusalem

  6. und Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander, und wie viel ihrer waren vom Hohenpriestergeschlecht,

  7. und stellten sie vor sich und fragten sie: Aus welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan?

  8. Petrus, voll des heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Volks und ihr Ältesten!

  9. Wenn wir heute verhört werden wegen dieser Wohltat an dem kranken Menschen, durch welche er ist gesund geworden,

  10. so sei euch und allem Volk von Israel kundgetan, daß in dem Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat, steht dieser hier vor euch gesund.

  11. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist.

  12. In keinem andern ist das Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.

  13. Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und verwunderten sich; denn sie waren gewiß, daß es ungelehrte und einfache Leute waren, und wußten auch von ihnen, daß sie mit Jesus gewesen waren.

  14. Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wußten nichts dagegen zu sagen.

  15. Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und verhandelten miteinander und sprachen:

  16. Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn daß ein offenbares Zeichen durch sie geschehen ist, ist kund allen, die zu Jerusalem wohnen, und wir können's nicht leugnen.

  17. Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, laßt uns sie ernstlich bedrohen, daß sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden.

  18. Und sie riefen sie und geboten ihnen, daß sie durchaus nicht redeten noch lehrten in dem Namen Jesu.

  19. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen als Gott.

  20. Wir können's ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten von dem, was wir gesehen und gehört haben.

  21. Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen und fanden nicht, wie sie sie strafen könnten, um des Volkes willen; denn sie lobten alle Gott über das, was geschehen war.

  22. Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an welchem dies Zeichen der Heilung geschehen war.

Gebet der Gemeinde

  1. Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten.

  2. Da sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, der du Himmel und Erde und das Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hast;

  3. der du durch den heiligen Geist, durch den Mund unsers Vaters David, deines Knechtes, gesagt hast (Psalm 2,1.2): «Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was umsonst ist?

  4. Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich zuhauf wider den Herrn und wider seinen Christus»:

  5. wahrlich ja, sie haben sich versammelt in dieser Stadt wider deinen heiligen Knecht Jesus, welchen du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Völkern von Israel,

  6. zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor bedacht hat, daß es geschehen sollte.

  7. Und nun, Herr, siehe an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort,

  8. und strecke deine Hand aus, daß Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.

  9. Und da sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, da sie versammelt waren; und sie wurden alle des heiligen Geistes voll und redeten das Wort Gottes mit Freimut.

Gütergemeinschaft der ersten Christen

  1. Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.

  2. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

  3. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie viel ihrer waren, die da Äcker oder Häuser hatten, die verkauften sie und brachten das Geld des verkauften Gutes

  4. und legten es zu der Apostel Füßen; und man gab einem jeglichen, je nachdem einer in Not war.

  5. Joseph aber, von den Aposteln genannt mit dem Zunamen Barnabas, das heißt: Sohn des Trostes, ein Levit, aus Cypern gebürtig,

  6. der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es zu der Apostel Füßen.

Ananias und Saphira

Kapitel 5

  1. Ein Mann aber mit Namen Ananias samt seiner Frau Saphira verkaufte einen Acker

  2. und entwendete etwas vom Gelde mit Wissen seiner Frau und brachte einen Teil und legte es zu der Apostel Füßen.

  3. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den heiligen Geist belögest und entwendetest etwas vom Gelde des Ackers?

  4. Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du dir solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.

  5. Als Ananias aber diese Worte hörte, fiel er nieder und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten.

  6. Es standen aber die Jünglinge auf und deckten ihn zu und trugen ihn hinaus und begruben ihn.

  7. Und es begab sich über eine Weile, bei drei Stunden, da kam seine Frau herein und wußte nicht, was geschehen war.

  8. Aber Petrus sprach zu ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so teuer verkauft? Sie sprach: Ja, so teuer.

  9. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins geworden, zu versuchen den Geist des Herrn? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden dich hinaustragen.

  10. Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie neben ihren Mann.

  11. Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die dieses hörten.

Wundertaten der Apostel

  1. Es geschahen aber viel Zeichen und Wunder im Volk durch der Apostel Hände; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig.

  2. Von den andern aber wagte keiner, sich zu ihnen zu tun; doch das Volk hielt groß von ihnen.

  3. Desto mehr aber wuchs die Zahl derer, die da glaubten an den Herrn, eine Menge Männer und Frauen,

  4. so daß sie die Kranken sogar auf die Gassen hinaustrugen und sie auf Betten und Bahren legten, damit, wenn Petrus käme, zum wenigsten sein Schatten einige von ihnen überschattete.

  5. Es kamen auch herzu viele aus den Städten um Jerusalem und brachten die Kranken und die von unsaubern Geistern gepeinigt waren; und alle wurden gesund.

Die Apostel vor dem Hohen Rat

  1. Es erhob sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Sekte der Sadduzäer, und wurden voll Eifer

  2. und legten die Hände an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis.

  3. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach:

  4. Gehet hin und tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte des Lebens.

  5. Da sie das gehört hatten, gingen sie frühe in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber kam und die mit ihm waren und riefen zusammen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen.

  6. Die Diener aber kamen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen wieder und sagten es an

  7. und sprachen: Das Gefängnis fanden wir verschlossen mit allem Fleiß und die Hüter außen stehen vor den Türen; aber als wir auftaten, fanden wir niemand darin.

  8. Da der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Rede hörten, wurden sie darüber betreten, was das doch werden wollte.

  9. Da kam einer, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.

  10. Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern und holten sie, nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie gesteinigt würden.

  11. Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie

  12. und sprach: Wir haben euch doch mit Ernst geboten, daß ihr nicht solltet lehren in diesem Namen. Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt dieses Menschen Blut über uns bringen.

  13. Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

  14. Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, welchen ihr an das Holz gehängt und getötet habt.

  15. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden.

  16. Und wir sind Zeugen dieser Geschichten und der heilige Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm gehorchen.

  17. Da sie das hörten, ging's ihnen durchs Herz und dachten, sie zu töten.

Der Rat des Gamaliel

  1. Da stand aber auf im Hohen Rat ein Pharisäer mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, in Ehren gehalten von allem Volk, und hieß die Apostel ein wenig hinaustun

  2. und sprach: Ihr Männer von Israel, sehet euch vor mit diesen Menschen, was ihr tun wollt.

  3. Denn vor diesen Tagen stand auf Theudas und gab vor, er wäre etwas, und hingen ihm an eine Zahl Männer, bei vierhundert; der ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreut und zunichte geworden.

  4. Danach stand auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schätzung und machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umgekommen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreut.

  5. Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und lasset sie gehen! Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wird's untergehen;

  6. ist's aber aus Gott, so könnt ihr sie nicht hindern; auf daß ihr nicht erfunden werdet als solche, die wider Gott streiten wollen.

  7. Da fielen sie ihm zu und riefen die Apostel, ließen sie schlagen und geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu, und ließen sie gehen.

  8. Sie gingen aber fröhlich von des Rates Angesicht, daß sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden,

  9. und hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.

Wahl der sieben Almosenpfleger

Kapitel 6

  1. In den Tagen aber, da der Jünger viel wurden, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde wider die hebräischen, darum daß ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung.

  2. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es taugt nicht, daß wir das Wort Gottes versäumen und zu Tische dienen.

  3. Darum, ihr lieben Brüder, sehet euch um nach sieben Männern, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, welche wir bestellen mögen zu diesem Dienst.

  4. Wir aber wollen anhalten am Gebet und am Amt des Wortes.

  5. Und die Rede gefiel der ganzen Menge wohl; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen von Antiochien.

  6. Diese stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie.

  7. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger ward sehr groß zu Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.

Stephanus, der erste Märtyrer

  1. Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.

  2. Da standen etliche auf von der Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und von denen, die aus Cilicien und der Landschaft Asien waren, und stritten mit Stephanus.

  3. Und sie vermochten nicht, zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete.

  4. Da stifteten sie etliche Männer an, die sprachen: Wir haben ihn gehört Lästerworte reden wider Mose und wider Gott.

  5. Und sie erregten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und griffen ihn und führten ihn vor den Hohen Rat

  6. und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz.

  7. Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat.

  8. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.

Rede des Stephanus

Kapitel 7

  1. Da sprach der Hohepriester: Ist dem also?

  2. Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, höret zu. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er wohnte in Haran,

  3. und sprach zu ihm (1. Mose 12,1): «Gehe aus deinem Lande und von deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen will.»

  4. Da ging er aus der Chaldäer Lande und wohnte in Haran. Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies Land, darin ihr nun wohnet,

  5. und gab ihm kein Eigentum darin, auch nicht einen Fuß breit, und verhieß nur, er wollte es geben zum Besitz ihm und seinem Geschlecht nach ihm, obwohl er noch kein Kind hatte.

  6. Denn Gott sprach (1. Mose 15,13.14): «Dein Geschlecht wird ein Fremdling sein in einem fremden Lande, und sie werden es dienstbar machen und übel behandeln vierhundert Jahre.

  7. Aber das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten», sprach Gott, «und danach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser Stätte.»

  8. Und gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Erzväter.

  9. Und die Erzväter beneideten Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm

  10. und errettete ihn aus aller seiner Trübsal und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König in Ägypten; der setzte ihn zum Fürsten über Ägypten und über sein ganzes Haus.

  11. Es kam aber eine teure Zeit über das ganze Land Ägypten und Kanaan und eine große Trübsal, und unsre Väter fanden nicht Nahrung.

  12. Jakob aber hörte, daß in Ägypten Getreide wäre, und sandte unsre Väter aus zum ersten Mal.

  13. Und beim zweiten Mal gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und ward dem Pharao Josephs Herkunft offenbar.

  14. Joseph aber sandte aus und ließ holen seinen Vater Jakob und seine ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Seelen.

  15. Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsre Väter;

  16. und sie sind herübergebracht nach Sichem und gelegt in das Grab, das Abraham gekauft hatte um Geld von den Kindern Hemor zu Sichem.

  17. Da nun sich die Zeit der Verheißung nahte, die Gott Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,

  18. bis daß ein andrer König über Ägypten aufkam, der nichts wußte von Joseph.

  19. Dieser trieb Hinterlist mit unserm Geschlecht und behandelte unsre Väter übel und schaffte, daß man die jungen Kindlein aussetzen mußte, damit sie nicht lebendig blieben.

  20. Zu der Zeit ward Mose geboren und war ein feines Kind vor Gott und ward drei Monate ernährt in seines Vaters Hause.

  21. Als er aber ausgesetzt ward, nahm ihn die Tochter des Pharao auf und zog ihn auf als ihren Sohn.

  22. Und Mose ward gelehrt in aller Weisheit der Ägypter und war mächtig in Worten und Werken.

  23. Als er aber vierzig Jahre alt ward, gedachte er, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen.

  24. Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.

  25. Er meinte aber, seine Brüder sollten's verstehen, daß Gott durch seine Hand ihnen Rettung gebe; aber sie verstanden's nicht.

  26. Und am andern Tage kam er zu ihnen, als sie miteinander haderten, und mahnte sie, daß sie Frieden hielten, und sprach: Liebe Männer, ihr seid Brüder; warum tut einer dem andern Unrecht?

  27. Der aber seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn von sich und sprach (2. Mose 2,14): «Wer hat dich über uns gesetzt zum Obersten und Richter?

  28. Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?»

  29. Mose aber floh wegen dieser Rede und ward ein Fremdling im Lande Midian; daselbst zeugte er zwei Söhne.

  30. Und nach vierzig Jahren erschien ihm in der Wüste an dem Berge Sinai der Engel des Herrn in einer Feuerflamme im Dornbusch.

  31. Da das aber Mose sah, wunderte er sich des Gesichts. Als er aber hinzuging, zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm (2. Mose 3,6):

  32. «Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.» Mose aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen.

  33. Aber der Herr sprach zu ihm (2. Mose 3,5.7.8.10): «Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, da du stehest, ist heilig Land!

  34. Ich habe wohl gesehen das Leiden meines Volkes, das in Ägypten ist, und habe ihr Seufzen gehört und bin herabgekommen, sie zu erretten. Und nun komm her, ich will dich nach Ägypten senden.»

  35. Diesen Mose, welchen sie verleugneten, da sie sprachen (2. Mose 2,14): «Wer hat dich zum Obersten und Richter gesetzt!», den sandte Gott als einen Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels, der ihm erschien im Dornbusch.

  36. Dieser führte sie aus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre.

  37. Dies ist der Mose, der zu den Kindern Israel gesagt hat (5. Mose 18,15): «Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern gleichwie mich.»

  38. Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste mitten zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern stand. Dieser empfing Worte des Lebens, euch zu geben.

  39. Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden, sondern stießen ihn von sich und wandten sich um mit ihren Herzen nach Ägypten

  40. und sprachen zu Aaron (2. Mose 32,1): «Mache uns Götter, die vor uns hingehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.»

  41. Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und brachten dem Götzen Opfer und freuten sich der Werke ihrer Hände.

  42. Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, daß sie dienten dem Heer des Himmels; wie denn geschrieben steht in dem Buch der Propheten (Amos 5,25-27): «Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste mir auch je Opfer und Gaben dargebracht?

  43. Ihr truget umher die Hütte Molochs und den Stern des Gottes Romphan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten. Und ich will euch wegführen bis jenseits Babylon.»

  44. Es hatten unsre Väter die Stiftshütte in der Wüste, wie es ihnen verordnet hatte, der zu Mose redete, daß er sie machen sollte nach dem Vorbilde, das er gesehen hatte.

  45. Dieselbe übernahmen unsre Väter und brachten sie auch mit Josua in das Land, das die Heiden innehatten, welche Gott ausstieß vor dem Angesicht unsrer Väter, bis zur Zeit Davids.

  46. Der fand Gnade bei Gott und bat, daß er eine Wohnung finden möchte für den Gott Jakobs.

  47. Salomo aber baute ihm ein Haus.

  48. Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht (Jesaja 66,1.2):

  49. «Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen», spricht der Herr, «oder welches ist die Stätte meiner Ruhe?

  50. Hat nicht meine Hand das alles gemacht?»

  51. Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geist, wie eure Väter so auch ihr.

  52. Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die da zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.

  53. Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Dienste und habt's doch nicht gehalten.

Tod des Stephanus

  1. Als sie solches hörten, ging's ihnen durchs Herz und knirschten mit den Zähnen über ihn.

  2. Er aber voll heiligen Geistes sah auf gen Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen.

  3. Sie schrien aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.

  4. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus,

  5. und steinigten Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!

  6. Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er.

Kapitel 8

  1. Saulus aber hatte Wohlgefallen an seinem Tode.

Verfolgung der Gemeinde zu Jerusalem

    Es erhob sich aber an jenem Tage eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem; und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samarien, außer den Aposteln.

  1. Es bestatteten aber den Stephanus gottesfürchtige Männer und hielten eine große Klage über ihn.

  2. Saulus aber wütete wider die Gemeinde, ging hin und her in die Häuser und zog hervor Männer und Frauen und überantwortete sie ins Gefängnis.

  3. Die nun zerstreut waren, zogen umher und predigten das Wort.

Philippus in Samaria. Der Zauberer Simon

  1. Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus.

  2. Das Volk aber neigte sich dem, was Philippus sagte, einmütig zu, wie sie hörten und sahen, was er für Zeichen tat.

  3. Denn die unsaubern Geister fuhren aus vielen Besessenen aus mit großem Geschrei, auch viele Gichtbrüchige und Lahme wurden gesund gemacht;

  4. und ward eine große Freude in derselben Stadt.

  5. Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in dieser Stadt Zauberei trieb und bezauberte das samaritische Volk und gab vor, er wäre etwas Großes.

  6. Und sie hingen ihm alle an, klein und groß, und sprachen: Der ist die Kraft Gottes, die da groß heißt.

  7. Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei bezaubert hatte.

  8. Da sie aber glaubten den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi, ließen sich taufen Männer und Frauen.

  9. Da ward auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er sah die Zeichen und großen Taten, die da geschahen, verwunderte er sich.

  10. Da aber die Apostel hörten zu Jerusalem, daß Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.

  11. Die kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen.

  12. Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.

  13. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist.

  14. Da aber Simon sah, daß der Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an

  15. und sprach: Gebt mir auch die Macht, daß, wenn ich jemand die Hände auflege, derselbe den heiligen Geist empfange.

  16. Petrus aber sprach zu ihm: Daß du verdammt werdest mitsamt deinem Gelde, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt.

  17. Du hast weder Teil noch Anrecht an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott.

  18. Darum tu Buße für diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vergeben werden möchte die Tücke deines Herzens.

  19. Denn ich sehe, daß du bist voll bitterer Galle und verstrickt in Ungerechtigkeit.

  20. Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, daß der keines über mich komme, davon ihr gesagt habt.

  21. Sie aber, da sie bezeugt und geredet hatten das Wort des Herrn, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium vielen samaritischen Dörfern.

Der Kämmerer aus Mohrenland

  1. Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Stehe auf und gehe gen Süden auf die Straße, die von Jerusalem geht hinab nach Gaza, das da wüste ist.

  2. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Kandake, der Königin in Mohrenland, welcher war über ihre ganze Schatzkammer, der war gekommen nach Jerusalem, um anzubeten,

  3. und zog wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.

  4. Der Geist aber sprach zu Philippus: Gehe hinzu und halte dich zu diesem Wagen!

  5. Da lief Philippus hinzu und hörte, daß er den Propheten Jesaja las, und sprach: Verstehst du auch, was du liesest?

  6. Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, daß er aufstiege und sich zu ihm setzte.

  7. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser (Jesaja 53,7.8): «Er ist wie ein Schaf zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm still ist vor seinem Scherer, so hat er nicht aufgetan seinen Mund.

  8. In seiner Niedrigkeit ward ihm gerechtes Urteil versagt. Wer wird von seinem Geschlechte reden? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.»

  9. Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet solches, von sich selber oder von jemand anders?

  10. Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus.

  11. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich mich taufen lasse?

  12. <Philippus aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so mag es geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist.>

  13. Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das Wasser beide, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.

  14. Als sie aber heraufstiegen aus dem Wasser, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich.

  15. Philippus aber ward gefunden zu Asdod und zog umher und predigte allen Städten das Evangelium, bis daß er kam nach Cäsarea.

Bekehrung des Saulus

Kapitel 9

  1. Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester

  2. und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, auf daß, wenn er etliche von der neuen Lehre fände, Männer und Frauen, er sie gebunden führte nach Jerusalem.

  3. Und als er auf dem Wege war und nahe an Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel;

  4. und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?

  5. Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. (Es wird dir schwer werden, wider den Stachel löcken (ausschlagen))

  6. Stehe auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.

  7. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarrt; denn sie hörten die Stimme, aber sahen niemand.

  8. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen auftat, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus;

  9. und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht.

  10. Es war aber ein Jünger zu Damaskus mit Namen Ananias; zu dem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr.

  11. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin in die Gasse, die da heißt die gerade, und frage in dem Hause des Judas nach einem namens Saul von Tarsus. Denn siehe, er betet

  12. und hat gesehen in einem Gesicht einen Mann mit Namen Ananias zu ihm hereinkommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde.

  13. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wieviel Übles er deinen Heiligen getan hat zu Jerusalem;

  14. und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen.

  15. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel.

  16. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens willen.

  17. Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamst; du sollst wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werden.

  18. Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend

  19. und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich.

    Saulus war aber eine Zeitlang bei den Jüngern zu Damaskus.

Erstes Wirken des Saulus

  1. Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, daß dieser Gottes Sohn sei.

  2. Sie entsetzten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem die vertilgt hat, die diesen Namen anrufen, und ist er nicht darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern?

  3. Saulus aber gewann immer mehr an Kraft und trieb die Juden in die Enge, die zu Damaskus wohnten, und bewies, daß dieser ist der Christus.

  4. Und nach vielen Tagen hielten die Juden einen Rat zusammen, daß sie ihn töteten.

  5. Aber es ward Saulus kundgetan, daß sie ihm nachstellten. Sie bewachten aber Tag und Nacht die Tore, daß sie ihn töteten.

  6. Da nahmen ihn seine Jünger bei der Nacht und ließen ihn in einem Korbe über die Mauer hinab.

  7. Da er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den Jüngern zu halten; und sie fürchteten sich alle vor ihm und glaubten nicht, daß er ein Jünger wäre.

  8. Barnabas aber nahm ihn zu sich und führte ihn zu den Aposteln, und er erzählte ihnen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen und der mit ihm geredet und wie er zu Damaskus im Namen Jesu mit Freimut gepredigt hätte.

  9. Und er war bei ihnen und ging ein und aus zu Jerusalem und predigte mit Freimut im Namen des Herrn Jesus.

  10. Er redete auch und stritt mit den griechischen Juden; aber sie stellten ihm nach, daß sie ihn töteten.

  11. Da das die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea und schickten ihn weiter nach Tarsus.

  12. So hatte nun die Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich und wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich durch den Beistand des heiligen Geistes.

Petrus in Lydda

  1. Es geschah aber, als Petrus umherzog allenthalben, daß er auch zu den Heiligen kam, die zu Lydda wohnten.

  2. Daselbst fand er einen Mann mit Namen Äneas, acht Jahre lang auf dem Bette gelegen, der war gichtbrüchig.

  3. Und Petrus sprach zu ihm: Äneas, Jesus Christus macht dich gesund; stehe auf und mache dir selber das Bett! Und alsbald stand er auf.

  4. Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und in Saron wohnten; die bekehrten sich zu dem Herrn.

Auferweckung der Tabea

  1. Zu Joppe aber war eine Jüngerin mit Namen Tabea, welches verdolmetscht heißt: Reh. Die war voll guter Werke und Almosen, die sie gab.

  2. Es begab sich aber zu der Zeit, daß sie krank ward und starb. Da wuschen sie dieselbe und legten sie in das Obergemach.

  3. Da aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die Jünger, als sie hörten, daß Petrus daselbst war, zwei Männer zu ihm und baten ihn: Säume nicht, zu uns zu kommen!

  4. Petrus aber stand auf und kam zu ihnen. Und als er hingekommen war, führten sie ihn hinauf in das Obergemach, und es traten zu ihm alle Witwen, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Tabea gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.

  5. Und da Petrus sie alle hinausgetrieben hatte, kniete er nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabea, stehe auf! Und sie tat ihre Augen auf; und da sie Petrus sah, setzte sie sich aufrecht.

  6. Er aber gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen und rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie lebendig vor ihre Augen.

  7. Und es ward kund in ganz Joppe, und viele wurden gläubig an den Herrn.

  8. Und es geschah, daß er lange Zeit zu Joppe blieb bei einem Simon, der ein Gerber war.

Der Hauptmann Kornelius

Kapitel 10

  1. Es war aber ein Mann zu Cäsarea mit Namen Kornelius, ein Hauptmann von der Schar, die da heißt die italische.

  2. Der war fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause und gab dem Volk viel Almosen und betete immer zu Gott.

  3. Der sah in einem Gesicht um die neunte Stunde am Tage deutlich einen Engel Gottes zu sich eintreten, der sprach zu ihm: Kornelius!

  4. Er aber sah ihn an, erschrak und sprach: Herr, was ist's? Er aber sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen ins Gedächtnis vor Gott.

  5. Und nun sende Männer nach Joppe und laß holen Simon, mit dem Zunamen Petrus,

  6. welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt.

  7. Und als der Engel, der mit Kornelius redete, hinweggegangen war, rief er zwei seiner Diener und einen gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, die immer um ihn waren,

  8. und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.

  9. Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren und nahe zur Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf das Dach, zu beten um die sechste Stunde.

  10. Und da er hungrig ward, wollte er essen. Als sie ihm aber zubereiteten, ward er verzückt

  11. und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren ein Gefäß wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde.

  12. Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels.

  13. Und es geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß!

  14. Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines und Unreines gegessen.

  15. Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das heiße du nicht gemein.

  16. Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäß ward sogleich wieder aufgenommen gen Himmel.

  17. Als aber Petrus noch in sich selbst unruhig war, was das Gesicht bedeute, das er gesehen hatte, siehe, da hatten die Männer, von Kornelius gesandt, das Haus Simons erfragt und standen an der Tür,

  18. riefen und forschten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, allda zur Herberge wäre.

  19. Indem aber Petrus sich besann über das Gesicht, sprach der Geist: Siehe, zwei Männer suchen dich,

  20. stehe auf, steig hinab und zieh mit ihnen und zweifle nicht; denn ich habe sie gesandt.

  21. Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr suchet; was ist die Sache, darum ihr hier seid?

  22. Sie aber sprachen: Kornelius, der Hauptmann, ein frommer und gottesfürchtiger Mann und guten Rufs bei dem ganzen Volk der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, daß er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast.

  23. Da rief er sie herein und herbergte sie.

    Des andern Tages machte er sich auf und zog aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm.

  24. Und des andern Tages kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte zusammengerufen seine Verwandten und nächsten Freunde.

  25. Und als Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel zu seinen Füßen und betete ihn an.

  26. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf, ich bin auch nur ein Mensch.

  27. Und indem er mit ihm sprach, ging er hinein und fand ihrer viele, die zusammengekommen waren.

  28. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß es ein unerlaubt Ding ist einem jüdischen Mann, umzugehen mit einem Fremdling oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen.

  29. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt ward. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.

  30. Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem hellen Kleid

  31. und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.

  32. So sende nun nach Joppe und laß herrufen Simon, mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon an dem Meer.

  33. Da sandte ich alsbald zu dir; und du hast wohl getan, daß du gekommen bist. Nun sind wir alle hier gegenwärtig vor Gott, zu hören alles, was dir vom Herrn befohlen ist.

  34. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht;

  35. sondern in jeglichem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.

  36. Ihr wisset die Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, als er verkündigen ließ den Frieden durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle,

  37. und was da geschehen ist im ganzen jüdischen Land, und wie Gott angefangen hat in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte,

  38. und diesen Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm.

  39. Und wir sind Zeugen alles des, was er getan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehängt und getötet.

  40. Den hat Gott auferweckt am dritten Tage und hat ihn erscheinen lassen,

  41. nicht allem Volk, sondern uns, den von Gott vorerwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten.

  42. Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu bezeugen, daß er ist verordnet von Gott zum Richter der Lebendigen und der Toten.

  43. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

  44. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.

  45. Und die Gläubigen aus den Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward;

  46. denn sie hörten, daß sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus:

  47. Mag auch jemand dem Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch wir?

  48. Und befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, daß er etliche Tage dabliebe.

Petrus rechtfertigt sich in Jerusalem

Kapitel 11

  1. Es kam aber vor die Apostel und Brüder, die in dem jüdischen Lande waren, daß auch die Heiden hätten Gottes Wort angenommen.

  2. Und da Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten mit ihm die, die aus den Juden waren,

  3. und sprachen: Du bist gegangen zu Männern, die nicht Juden sind, und hast mit ihnen gegessen!

  4. Petrus aber hob an und erzählte es ihnen nacheinander und sprach:

  5. Ich war in der Stadt Joppe im Gebet und ward verzückt und sah ein Gesicht, nämlich ein Gefäß herniederfahren wie ein großes leinenes Tuch mit vier Zipfeln, niedergelassen vom Himmel, das kam bis zu mir.

  6. Da hinein sah ich und ward gewahr und sah vierfüßige Tiere der Erde und wilde Tiere und kriechende Tiere und Vögel des Himmels.

  7. Ich hörte aber eine Stimme, die sprach zu mir: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß!

  8. Ich aber sprach: O nein, Herr; denn es ist nie etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gegangen.

  9. Aber die Stimme antwortete mir zum zweiten Mal vom Himmel: Was Gott gereinigt hat, das heiße du nicht gemein.

  10. Das geschah aber dreimal; und alles ward wieder hinauf gen Himmel gezogen.

  11. Und siehe, alsbald standen drei Männer vor dem Hause, darin ich war, gesandt von Cäsarea zu mir.

  12. Der Geist aber sprach zu mir, ich sollte mit ihnen gehen und nicht zweifeln. Es kamen aber mit mir auch diese sechs Brüder, und wir gingen in des Mannes Haus.

  13. Und er verkündete uns, wie er gesehen hätte einen Engel in seinem Hause stehen, der zu ihm gesprochen hätte: Sende nach Joppe und laß holen Simon, mit dem Zunamen Petrus;

  14. der wird dir die Botschaft sagen, dadurch du selig wirst und dein ganzes Haus.

  15. Indem aber ich anfing zu reden, fiel der heilige Geist auf sie gleichwie auf uns am ersten Anfang.

  16. Da dachte ich an das Wort des Herrn, als er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden.

  17. Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die da gläubig geworden sind an den Herrn Jesus Christus: wer war ich, daß ich konnte Gott wehren?

  18. Da sie das hörten, schwiegen sie stille und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Buße gegeben, die zum Leben führt!

Erste heidenchristliche Gemeinde in Antiochien

  1. Die aber zerstreut waren in der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen umher bis nach Phönizien und Cypern und Antiochien und redeten das Wort zu niemand als allein zu den Juden.

  2. Es waren aber etliche unter ihnen, Männer von Cypern und Kyrene, die kamen nach Antiochien und redeten auch zu den Griechen und predigten ihnen das Evangelium vom Herrn Jesus.

  3. Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl ward gläubig und bekehrte sich zu dem Herrn.

  4. Es kam aber diese Kunde von ihnen vor die Ohren der Gemeinde zu Jerusalem; und sie sandten Barnabas nach Antiochien.

  5. Als dieser hingekommen war und sah die Gnade Gottes, ward er froh und ermahnte sie alle, daß sie mit festem Herzen an dem Herrn bleiben sollten;

  6. denn er war ein bewährter Mann, voll heiligen Geistes und Glaubens. Und es ward ein großes Volk dem Herrn zugetan.

  7. Barnabas aber zog aus nach Tarsus, Saulus zu suchen;

  8. und da er ihn fand, führte er ihn nach Antiochien. Und sie blieben bei der Gemeinde ein ganzes Jahr und lehrten viel Volks. Und es wurden die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt.

  9. In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochien.

  10. Und einer unter ihnen mit Namen Agabus stand auf und weissagte durch den Geist eine große Teuerung, die da kommen sollte über den ganzen Kreis der Erde; welche geschah unter dem Kaiser Klaudius.

  11. Aber unter den Jüngern beschloß ein jeglicher, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden;

  12. das taten sie auch und schickten's zu den Ältesten durch die Hand des Barnabas und Saulus.

Tod des Jakobus. Befreiung des Petrus

Kapitel 12

  1. Um diese Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeinde, sie zu peinigen.

  2. Er tötete aber Jakobus, des Johannes Bruder, mit dem Schwert.

  3. Und da Herodes sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der ungesäuerten Brote.

  4. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Rotten, je von vier Kriegsknechten, ihn zu bewachen, und gedachte, ihn nach dem Fest vor das Volk zu stellen.

  5. Und Petrus ward im Gefängnis gehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.

  6. Und da ihn Herodes wollte vorführen lassen, in derselben Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Tür hüteten das Gefängnis.

  7. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach; und er schlug Petrus an die Seite und weckte ihn und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.

  8. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach!

  9. Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß es Wahrheit war, was durch den Engel geschah, sondern er meinte, er sähe ein Gesicht.

  10. Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu der eisernen Tür, welche zur Stadt führt; die tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen hin eine Gasse weit; und alsbald schied der Engel von ihm.

  11. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat und mich errettet aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erwartete.

  12. Und als er sich besann, kam er vor das Haus Marias, der Mutter des Johannes, der mit dem Zunamen Markus hieß, wo viele beieinander waren und beteten.

  13. Als er aber an die Tür des Tores klopfte, trat hervor eine Magd, zu horchen, mit Namen Rhode.

  14. Und als sie des Petrus Stimme erkannte, tat sie das Tor nicht auf vor Freuden, sondern lief hinein und verkündete es ihnen, Petrus stünde vor dem Tor.

  15. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist von Sinnen. Sie aber bestand darauf, es wäre so. Sie sprachen: Es ist sein Engel.

  16. Petrus aber klopfte weiter an. Da sie nun auftaten, sahen sie ihn und entsetzten sich.

  17. Er aber winkte ihnen mit der Hand, zu schweigen, und erzählte ihnen, wie ihn der Herr hatte aus dem Gefängnis geführt, und sprach: Verkündet dies dem Jakobus und den Brüdern. Und ging hinaus und zog an einen andern Ort.

Ende des Herodes Agrippa

  1. Da es nun Tag ward, war eine nicht kleine Bestürzung unter den Kriegsknechten, wie es doch mit Petrus gegangen wäre.

  2. Herodes aber, da er ihn forderte und nicht fand, ließ er die Hüter verhören und hieß sie abführen; und zog von Judäa hinab nach Cäsarea und blieb allda eine Zeitlang.

  3. Er war aber ergrimmt wider die von Tyrus und Sidon. Sie aber kamen einmütig zu ihm und überredeten des Königs Kämmerer Blastus und baten um Frieden, weil ihr Land sich nähren mußte von des Königs Land.

  4. Und an einem festgesetzten Tag tat Herodes das königliche Kleid an, setzte sich auf den Thron und hielt eine Rede an sie.

  5. Das Volk aber rief ihm zu: Das ist Gottes Stimme und nicht eines Menschen!

  6. Alsbald schlug ihn der Engel des Herrn, darum daß er die Ehre nicht Gott gab, und ward gefressen von den Würmern und gab den Geist auf.

  7. Und das Wort des Herrn wuchs und mehrte sich.

  8. Barnabas aber und Saulus kehrten von Jerusalem zurück, nachdem sie überbracht hatten die Gabe, und nahmen mit sich Johannes, mit dem Zunamen Markus.

Beginn der ersten Missionsreise

Kapitel 13

  1. Es waren aber zu Antiochien in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit Herodes, dem Vierfürsten, erzogen war, und Saulus.

  2. Da sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe.

  3. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen.

Auf der Insel Cypern

  1. Als sie nun ausgesandt waren vom heiligen Geist, kamen sie nach Seleucia und von da zu Schiff nach Cypern.

  2. Und da sie in die Stadt Salamis kamen, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden; sie hatten aber auch Johannes zum Gehilfen.

  3. Und als sie die ganze Insel durchzogen bis zu der Stadt Paphos, fanden sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, der hieß Bar-Jesus;

  4. der war bei Sergius Paulus, dem Landvogt, einem verständigen Mann. Der rief zu sich Barnabas und Saulus und begehrte, das Wort Gottes zu hören.

  5. Da widerstand ihnen Elymas, der Zauberer, denn so wird sein Name gedeutet, und trachtete, daß er den Landvogt vom Glauben abwendete.

  6. Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen Geistes, sah ihn an

  7. und sprach: O du Kind des Teufels, voll aller List und aller Bosheit, Feind aller Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, krumm zu machen die geraden Wege des Herrn?

  8. Und nun siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und sollst blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen! Und von Stund an fiel auf ihn Dunkelheit und Finsternis, und er ging umher und suchte jemand, der ihn bei der Hand leite.

  9. Als der Landvogt sah, was geschehen war, glaubte er und verwunderte sich der Lehre des Herrn.

Zu Antiochien in Pisidien

  1. Da aber Paulus und die um ihn waren von Paphos abfuhren, kamen sie nach Perge im Lande Pamphylien. Johannes aber wich von ihnen und zog wieder nach Jerusalem.

  2. Sie aber zogen weiter von Perge und kamen nach Antiochien im Lande Pisidien und gingen in die Synagoge am Sabbattage und setzten sich.

  3. Nach der Lesung aber des Gesetzes und der Propheten sandten die Vorsteher der Synagoge zu ihnen und ließen ihnen sagen: Liebe Brüder, wollt ihr etwas reden und das Volk ermahnen, so saget an.

  4. Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach: Ihr Männer von Israel und die ihr Gott fürchtet, höret zu!

  5. Der Gott dieses Volkes Israel hat erwählt unsre Väter und groß gemacht das Volk, als sie Fremdlinge waren im Lande Ägypten, und mit starkem Arm führte er sie aus demselben,

  6. und vierzig Jahre lang duldete er ihre Weise in der Wüste

  7. und vertilgte sieben Völker in dem Lande Kanaan und gab ihnen deren Land zum Erbe;

  8. das geschah in etwa vierhundertfünfzig Jahren. Danach gab er ihnen Richter bis auf den Propheten Samuel.

  9. Und von da an baten sie um einen König; und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, vierzig Jahre lang.

  10. Und als er denselben wegtat, erweckte er ihnen David zum König, von welchem er bezeugte (1. Samuel 13,14): «Ich habe gefunden David, den Sohn Jesses, einen Mann nach meinem Herzen, der soll tun allen meinen Willen.»

  11. Aus dessen Geschlecht hat Gott, wie er verheißen hat, kommen lassen Jesus dem Volk Israel zum Heiland,

  12. nachdem Johannes zuvor dem ganzen Volk Israel gepredigt hatte die Taufe der Buße, ehe denn Jesus anfing.

  13. Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber siehe, er kommt nach mir, des ich nicht wert bin, daß ich ihm die Schuhe von seinen Füßen löse.

  14. Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Kinder des Geschlechtes Abrahams und die unter euch Gott fürchten, uns ist das Wort dieses Heils gesandt.

  15. Denn die zu Jerusalem wohnen und ihre Obersten haben, weil sie Jesus nicht erkannten, mit ihrem Urteilsspruch die Worte der Propheten, welche an allen Sabbaten gelesen werden, zur Erfüllung gebracht.

  16. Und wiewohl sie nichts an ihm fanden, das den Tod verdient hätte, baten sie doch Pilatus, ihn zu töten.

  17. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab.

  18. Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten;

  19. und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa nach Jerusalem gegangen waren, welche jetzt seine Zeugen sind vor dem Volk.

  20. Und wir verkündigen euch die Verheißung, die unseren Vätern geschehen ist, als frohe Botschaft,

  21. weil Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht (Psalm 2,7): «Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.»

  22. Daß er ihn aber hat von den Toten auferweckt, auf daß er hinfort nicht verwese, spricht er so aus (Jesaja 55,3): «Ich will euch die Gnade, die David verheißen ist, treulich halten.»

  23. Darum spricht er auch an einer anderen Stelle (Psalm 16,10): «Du wirst es nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.»

  24. Denn David, nachdem er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, ist entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen.

  25. Den aber Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen.

  26. So sei es nun euch kund, liebe Brüder, daß euch verkündigt wird Vergebung der Sünden durch diesen; und von dem allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht konntet freigesprochen werden,

  27. ist der gerechtfertigt, der an ihn glaubt.

  28. Sehet nun zu, daß nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt ist (Habakuk 1,5):

  29. «Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zunichte! Denn ich tue ein Werk zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählen wird.»

  30. Da sie aber aus er Synagoge hinausgingen, baten die Leute, daß sie am nächsten Sabbat ihnen von diesen Dingen wiederum sagen sollten.

  31. Und als die Gemeinde voneinander ging, folgten dem Paulus und Barnabas nach viele Juden und gottesfürchtige Judengenossen. Sie aber sprachen mit ihnen und ermahnten sie, daß sie bleiben sollten in der Gnade Gottes.

  32. Am folgenden Sabbat aber kam zusammen fast die ganze Stadt, das Wort Gottes zu hören.

  33. Da aber die Juden das Volk sahen, wurden sie voll Neid und widersprachen dem, was von Paulus gesagt ward, und lästerten.

  34. Paulus aber und Barnabas sprachen frei öffentlich: Euch mußte zuerst das Wort Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.

  35. Denn so hat uns der Herr geboten (Jesaja 49,6): «Ich habe dich den Heiden zum Licht gesetzt, daß du das Heil seiest bis an das Ende der Erde.»

  36. Da das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn und wurden gläubig, wie viel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren.

  37. Und das Wort des Herrn ward ausgebreitet durch die ganze Gegend.

  38. Aber die Juden reizten die gottesfürchtigen angesehenen Frauen auf und der Stadt Oberste und erregten eine Verfolgung wider Paulus und Barnabas und stießen sie zu ihren Grenzen hinaus.

  39. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen über sie und kamen nach Ikonion.

  40. Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen Geistes.

Zu Ikonion

Kapitel 14

  1. Es geschah aber zu Ikonion, daß sie gleicherweise in die Synagoge der Juden gingen und so predigten, daß eine große Menge der Juden und der Griechen gläubig ward.

  2. Die Juden aber, die ungläubig blieben, erregten und entrüsteten die Seelen der Heiden wider die Brüder.

  3. Dennoch blieben sie daselbst eine lange Zeit und lehrten frei öffentlich im Herrn, welcher bezeugte das Wort seiner Gnade und ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände.

  4. Die Menge aber der Stadt spaltete sich; etliche hielten's mit den Juden und etliche mit den Aposteln.

  5. Als sich aber ein Sturm erhob der Heiden und der Juden und ihrer Obersten, sie zu schmähen und zu steinigen,

  6. wurden sie des inne und entflohen in die Städte des Landes Lykaonien, nach Lystra und Derbe, und in die Gegend umher

  7. und predigten daselbst das Evangelium.

In Lystra

  1. Und es war ein Mann zu Lystra, der hatte schwache Füße und konnte nur sitzen; er war lahm von Mutterleibe und hatte noch nie gehen können.

  2. Der hörte Paulus reden. Und als dieser ihn ansah und merkte, daß er glaubte, ihm könnte geholfen werden,

  3. sprach er mit lauter Stimme: Stelle dich aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und wandelte.

  4. Da aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und sprachen auf lykaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich geworden und zu uns herniedergekommen,

  5. und nannten Barnabas Jupiter und Paulus Merkurius, weil er das Wort führte.

  6. Und der Priester Jupiters aus dem Tempel vor ihrer Stadt brachte Ochsen und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem Volk.

  7. Da das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk, schrien

  8. und sprachen: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen gleichwie ihr und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen Göttern zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde und das Meer und alles, was darinnen ist.

  9. Zwar hat er in den vergangenen Zeiten alle Heiden gehen lassen ihre eigenen Wege;

  10. und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und eure Herzen erfüllt mit Speise und Freude.

  11. Und da sie das sagten, beruhigten sie kaum das Volk, daß sie ihnen nicht opferten.

  12. Es kamen aber dahin Juden von Antiochien und Ikonion und überredeten das Volk und steinigten Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus und meinten, er wäre gestorben.

  13. Da ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging in die Stadt.

In Derbe. Rückkehr nach Antiochien in Syrien

    Und den andern Tag ging er mit Barnabas weiter nach Derbe;

  1. und sie predigten dieser Stadt das Evangelium und machten viele zu Jüngern und zogen wieder nach Lystra und Ikonion und Antiochien,

  2. stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, daß sie im Glauben blieben, und daß wir durch viel Trübsal müssen in das Reich Gottes gehen.

  3. Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in jeder Gemeinde, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.

  4. Und zogen durch Pisidien und kamen nach Pamphylien

  5. und redeten das Wort zu Perge und zogen hinab nach Attalia.

  6. Und von da fuhren sie zurück nach Antiochien, wo sie der Gnade Gottes befohlen worden waren zu dem Werk, das sie hatten ausgerichtet.

  7. Als sie aber hinkamen, versammelten sie die Gemeinde und verkündigten, wieviel Gott, der mit ihnen war, getan hatte und daß er den Heiden hätte die Tür des Glaubens aufgetan.

  8. Sie blieben aber allda eine nicht geringe Zeit bei den Jüngern.

DIE APOSTELGESCHICHTE DES LUKAS 15-28