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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DIE
APOSTELGESCHICHTE DES LUKAS
Kapitel 1 -
14
Christi Himmelfahrt
Kapitel 1
Den ersten Bericht habe ich
gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus anfing zu tun
und zu lehren
bis an den Tag, da er
aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte
erwählt, durch den heiligen Geist Weisung gegeben hatte.
Ihnen hat er sich auch als der
Lebendige erzeigt nach seinem Leiden in mancherlei Erweisungen,
und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und
redete mit ihnen vom Reich Gottes.
Und als er sie versammelt
hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen,
sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr,
so sprach er, gehört habt von mir;
denn Johannes hat mit Wasser
getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden
nicht lange nach diesen Tagen.
Die aber
zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du
in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?
Er sprach aber zu ihnen: Es
gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der
Vater in seiner Macht bestimmt hat;
ihr werdet aber die Kraft des
heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und
werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und
Samarien und bis an das Ende der Erde.
Und da er solches
gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf
vor ihren Augen weg.
Und als sie ihm nachsahen, wie
er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer
in weißen Kleidern,
welche auch sagten: Ihr Männer
von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser
Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird so
kommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.
Da wandten sie sich um
nach Jerusalem von dem Berge, der da heißt der Ölberg,
welcher ist nahe bei Jerusalem und liegt einen Sabbatweg davon.
Und als sie hineinkamen,
stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich
aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas,
Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus,
Jakobus, des Alphäus Sohn, und Simon Zelotes und Judas, des
Jakobus Sohn.
Diese alle waren stets
beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der
Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Wahl des Matthias
Und in den Tagen trat Petrus auf unter den Brüdern
und sprach – es war aber eine Schar zusammen bei
hundertzwanzig -:
Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort
der Schrift erfüllt werden, welches zuvor gesagt hat der
heilige Geist durch den Mund Davids über Judas, der den Weg
zeigte denen, die Jesus fingen;
denn er war zu uns gezählt und hatte dies Amt mit uns
empfangen.
Dieser hat erworben einen Acker um den Lohn für seine
Ungerechtigkeit und stürzte vornüber und ist mitten
entzweigeborsten und all sein Eingeweide ausgeschüttet.
Und es ist kundgeworden allen, die zu Jerusalem wohnen, so
daß dieser Acker genannt wird auf ihre Sprache: Akeldamach,
das heißt Blutacker.
Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (Psalm
69,26; 109,8): «Seine
Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der
darin wohne»,
und: «Sein Amt empfange ein anderer.»
So muß nun einer von diesen Männern, die bei
uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus
unter uns ein- und ausgegangen ist,
von der Taufe des Johannes an bis auf den Tag, da er von
uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.
Und sie stellten zwei auf: Joseph, genannt Barsabas, mit
dem Zunamen Justus, und Matthias,
beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst,
zeige an, welchen du erwählt hast unter diesen zweien,
daß einer träte an seinen Platz in diesem
Dienst und Apostelamt, von dem Judas gewichen ist, daß er
hinginge an seinen Ort.
Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf
Matthias; und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln.
Das Pfingstwunder
Kapitel 2
Und als der Tag
der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle beieinander an
einem Ort.
Und es geschah plötzlich
ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte
das ganze Haus, da sie saßen.
Und es erschienen ihnen
Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen
jeglichen unter ihnen,
und sie wurden alle voll
des heiligen Geistes und fingen an zu predigen in andern
Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
Es waren aber Juden zu
Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus
allerlei Volk, das unter dem Himmel ist.
Da nun diese Stimme geschah,
kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder
hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
Sie entsetzten sich aber,
verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die
da reden, aus Galiläa?
Wie hören wir denn ein
jeglicher seine Sprache, darin wir geboren sind?
Parther und Meder und
Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa
und Kappadozien, in Pontus und der Landschaft Asien,
Phrygien und Pamphylien, in
Ägypten und der Gegend von Libyen bei Kyrene und Ausländer
von Rom,
Juden und Judengenossen,
Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Zungen die großen
Taten Gottes reden.
Sie entsetzten sich aber alle
und wurden bestürzt und sprachen einer zu dem andern: Was
will das werden?
Die andern aber hatten ihren
Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.
Pfingstpredigt des Petrus
Da trat Petrus auf mit den
Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe
Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem seid, das sei euch
kundgetan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen.
Denn diese sind nicht trunken,
wie ihr wähnet, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage;
sondern das ist's, was durch
den Propheten Joel zuvor gesagt ist (Joel
3,1-5):
«Und es soll geschehen
in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen
von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure
Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen
Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben;
und auf meine Knechte und auf
meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist
ausgießen, und sie sollen weissagen.
Und ich will Wunder tun oben
am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und
Rauchdampf;
die Sonne soll sich verkehren
in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn der große Tag
der Offenbarung des Herrn kommt.
Und soll geschehen, wer den
Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden.»
Ihr Männer von
Israel, höret diese Worte: Jesus von Nazareth, den Mann, von
Gott unter euch erwiesen mit Taten und Wundern und Zeichen,
welche Gott durch ihn tat unter euch, wie ihr selbst wisset:
ihn, der durch Ratschluß
und Vorsehung Gottes dahingegeben war, habt ihr durch die Hand
der Heiden ans Kreuz geschlagen und getötet.
Den hat Gott auferweckt und
aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich
war, daß er sollte von ihm gehalten werden.
Denn David spricht von ihm
(Psalm 16,8-11):
«Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er ist an
meiner Rechten, auf daß ich nicht wanke.
Darum ist mein Herz fröhlich,
und meine Zunge frohlocket; auch mein Fleisch wird ruhen in der
Hoffnung.
Denn du wirst meine Seele
nicht bei den Toten lassen, auch nicht zugeben, daß dein
Heiliger die Verwesung sehe.
Du hast mir kundgetan die Wege
des Lebens, du wirst mich erfüllen mit Freuden vor deinem
Angesicht.»
Ihr Männer, liebe
Brüder, lasset mich frei reden zu euch von dem Erzvater
David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns
bis auf diesen Tag.
Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm
Gott verheißen hatte mit einem Eide, daß sein
Nachkomme sollte auf seinem Thron sitzen,
hat er's vorausgesehen und geredet von der Auferstehung
des Christus, daß er nicht bei den Toten gelassen ist und
sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle
Zeugen.
Nun er durch die Rechte Gottes erhöht ist und
empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat
er ausgegossen, was ihr hier sehet und höret.
Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber
(Psalm 110,1):
«Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner
Rechten,
bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner
Füße.»
So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß
Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und
Christus gemacht hat.
Die erste Gemeinde
Als sie aber das hörten,
ging's ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petrus und zu den
andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen
wir tun?
Petrus sprach zu ihnen: Tut
Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu
Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des heiligen Geistes.
Denn euer und eurer Kinder ist
diese Verheißung und aller, die ferne sind, soviele der
Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Auch mit vielen andern Worten
bezeugte er und ermahnte und sprach: Lasset euch erretten aus
diesem verkehrten Geschlecht!
Die nun sein Wort annahmen,
ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei
dreitausend Seelen.
Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre
und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
Es kam aber alle Seelen Furcht
an, und geschahen auch viel Wunder und Zeichen durch die Apostel.
Alle aber, die gläubig
waren geworden, waren beieinander und hatten alle Dinge
gemeinsam.
Auch verkauften sie Güter
und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem einer in Not
war.
Und sie waren täglich und
stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot
hin und her in den Häusern,
nahmen die Speise mit Freuden
und lauterem Herzen, lobten Gott und hatten Gnade bei dem ganzen
Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die gerettet wurden,
zu der Gemeinde.
Heilung des Lahmen
Kapitel 3
Petrus aber und Johannes
gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegt
zu beten.
Und es ward ein Mann
herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzten sie täglich
vor des Tempels Tür, die da heißt die schöne, daß
er bettelte um ein Almosen von denen, die in den Tempel gingen.
Da er nun sah Petrus und
Johannes, wie sie wollten zum Tempel hineingehen, bat er um ein
Almosen.
Petrus aber sah ihn an mit
Johannes und sprach: Sieh uns an!
Und er sah sie an und wartete,
daß er etwas von ihnen empfinge.
Petrus aber sprach: Silber und
Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im
Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und wandle!
Und griff ihn bei der rechten
Hand und richtete ihn auf. Alsbald standen seine Füße
und Knöchel fest,
und er sprang auf, konnte
gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und
sprang und lobte Gott.
Und es sah ihn alles Volk
wandeln und Gott loben.
Sie kannten ihn auch, daß
er's war, der um Almosen gesessen hatte vor der schönen Tür
des Tempels; und sie wurden voll Wunderns und Entsetzens über
das, was ihm widerfahren war.
Als er aber sich zu Petrus und
Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da
heißt Salomos, und wunderten sich sehr.
Als Petrus das sah,
sprach er zu dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert
ihr euch darüber, oder was sehet ihr auf uns, als hätten
wir diesen wandeln gemacht durch unsre eigene Kraft oder
Frömmigkeit?
Der Gott Abrahams und Isaaks
und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus
verherrlicht, welchen ihr überantwortet und verleugnet habt
vor Pilatus, als der ihn loslassen wollte.
Ihr aber verleugnetet den
Heiligen und Gerechten und batet, daß man euch den Mörder
schenkte;
aber den Fürsten des
Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den
Toten; des sind wir Zeugen.
Und durch den Glauben an
seinen Namen hat diesen hier, den ihr sehet und kennet, sein Name
stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat
diesem gegeben diese Gesundheit vor euer aller Augen.
Nun, liebe Brüder,
ich weiß, daß ihr's in Unwissenheit getan habt wie
auch eure Obersten.
Gott aber hat so erfüllt,
was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigt
hat, daß sein Christus leiden sollte.
So tut nun Buße und
bekehret euch, daß eure Sünden getilgt werden,
auf daß da komme die
Zeit der Erquickung von dem Angesicht des Herrn und er sende den,
der euch zuvor zum Christus bestimmt ist, Jesus.
Ihn muß der Himmel
aufnehmen bis auf die Zeit, da alles wiedergebracht wird, wovon
Gott geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von
Anbeginn.
Mose hat gesagt (5.
Mose 18,15.19): «Einen
Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren
Brüdern gleichwie mich; den sollt ihr hören in allem,
was er euch sagen wird.
Und es wird geschehen, wer
diesen Propheten nicht hören wird, der soll vertilgt werden
aus dem Volk.»
Und alle Propheten von Samuel
an und hernach, wieviel ihrer geredet haben, die haben auch diese
Tage verkündigt.
Ihr seid der Propheten und des
Bundes Kinder, welchen Gott gemacht hat mit euren Vätern, da
er sprach zu Abraham (1. Mose 22,18):
«Durch dein Geschlecht sollen gesegnet werden alle Völker
auf Erden.»
Für euch zuvörderst
hat Gott erweckt seinen Knecht Jesus und hat ihn zu euch gesandt,
euch zu segnen, daß ein jeglicher sich bekehre von seiner
Bosheit.
Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat
Kapitel 4
Als sie aber zum Volk redeten,
traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann des Tempels und
die Sadduzäer,
die verdroß, daß
sie das Volk lehrten und verkündigten an Jesus die
Auferstehung von den Toten.
Und sie legten die Hände
an sie und setzten sie bis auf den Morgen ins Gefängnis;
denn es war schon Abend.
Aber viele unter denen, die
dem Wort zuhörten, wurden gläubig; und die Zahl der
Männer ward bei fünftausend.
Als nun der Morgen kam,
versammelten sich ihre Obersten und Ältesten und
Schriftgelehrten zu Jerusalem
und Hannas, der Hohepriester,
und Kaiphas und Johannes und Alexander, und wie viel ihrer waren
vom Hohenpriestergeschlecht,
und stellten sie vor sich und
fragten sie: Aus welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr das
getan?
Petrus, voll des heiligen
Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Volks und ihr
Ältesten!
Wenn wir heute verhört
werden wegen dieser Wohltat an dem kranken Menschen, durch welche
er ist gesund geworden,
so sei euch und allem Volk von
Israel kundgetan, daß in dem Namen Jesu Christi von
Nazareth, welchen ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten
auferweckt hat, steht dieser hier vor euch gesund.
Das ist der Stein, von euch
Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist.
In keinem andern ist das Heil, ist auch kein andrer
Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen
selig werden.
Sie sahen aber den
Freimut des Petrus und Johannes und verwunderten sich; denn sie
waren gewiß, daß es ungelehrte und einfache Leute
waren, und wußten auch von ihnen, daß sie mit Jesus
gewesen waren.
Sie sahen aber den Menschen,
der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wußten nichts
dagegen zu sagen.
Da hießen sie sie
hinausgehen aus dem Hohen Rat und verhandelten miteinander und
sprachen:
Was wollen wir mit diesen
Menschen tun? Denn daß ein offenbares Zeichen durch sie
geschehen ist, ist kund allen, die zu Jerusalem wohnen, und wir
können's nicht leugnen.
Aber damit es nicht weiter
einreiße unter dem Volk, laßt uns sie ernstlich
bedrohen, daß sie hinfort zu keinem Menschen in diesem
Namen reden.
Und sie riefen sie und geboten
ihnen, daß sie durchaus nicht redeten noch lehrten in dem
Namen Jesu.
Petrus aber und Johannes
antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor
Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen als Gott.
Wir können's ja nicht
lassen, daß wir nicht reden sollten von dem, was wir
gesehen und gehört haben.
Da drohten sie ihnen und
ließen sie gehen und fanden nicht, wie sie sie strafen
könnten, um des Volkes willen; denn sie lobten alle Gott
über das, was geschehen war.
Denn der Mensch war über
vierzig Jahre alt, an welchem dies Zeichen der Heilung geschehen
war.
Gebet der Gemeinde
Und als man sie hatte gehen
lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die
Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten.
Da sie das hörten,
erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr,
der du Himmel und Erde und das Meer und alles, was darinnen ist,
gemacht hast;
der du durch den heiligen
Geist, durch den Mund unsers Vaters David, deines Knechtes,
gesagt hast (Psalm 2,1.2):
«Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich
vor, was umsonst ist?
Die Könige der Erde
treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich zuhauf
wider den Herrn und wider seinen Christus»:
wahrlich ja, sie haben sich
versammelt in dieser Stadt wider deinen heiligen Knecht Jesus,
welchen du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den
Heiden und den Völkern von Israel,
zu tun, was deine Hand und
dein Rat zuvor bedacht hat, daß es geschehen sollte.
Und nun, Herr, siehe an ihr
Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein
Wort,
und strecke deine Hand aus,
daß Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den
Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
Und da sie gebetet hatten,
erbebte die Stätte, da sie versammelt waren; und sie wurden
alle des heiligen Geistes voll und redeten das Wort Gottes mit
Freimut.
Gütergemeinschaft der ersten Christen
Die Menge aber der Gläubigen
war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte
von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es
war ihnen alles gemeinsam.
Und mit großer Kraft
gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus,
und große Gnade war bei ihnen allen.
Es war auch keiner unter
ihnen, der Mangel hatte; denn wie viel ihrer waren, die da Äcker
oder Häuser hatten, die verkauften sie und brachten das Geld
des verkauften Gutes
und legten es zu der Apostel
Füßen; und man gab einem jeglichen, je nachdem einer
in Not war.
Joseph aber, von den Aposteln
genannt mit dem Zunamen Barnabas, das heißt: Sohn des
Trostes, ein Levit, aus Cypern gebürtig,
der hatte einen Acker und
verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es zu der Apostel
Füßen.
Ananias und Saphira
Kapitel 5
Ein Mann aber mit
Namen Ananias samt seiner Frau Saphira verkaufte einen Acker
und entwendete etwas vom Gelde mit Wissen seiner Frau und
brachte einen Teil und legte es zu der Apostel Füßen.
Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz
erfüllt, daß du den heiligen Geist belögest und
entwendetest etwas vom Gelde des Ackers?
Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du
ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner
Gewalt. Warum hast du dir solches in deinem Herzen vorgenommen?
Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.
Als Ananias aber diese Worte hörte, fiel er nieder
und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über
alle, die dies hörten.
Es standen aber die Jünglinge auf und deckten ihn zu
und trugen ihn hinaus und begruben ihn.
Und es begab sich über eine Weile, bei drei
Stunden, da kam seine Frau herein und wußte nicht, was
geschehen war.
Aber Petrus sprach zu ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so
teuer verkauft? Sie sprach: Ja, so teuer.
Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins
geworden, zu versuchen den Geist des Herrn? Siehe, die Füße
derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und
werden dich hinaustragen.
Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen und gab
den Geist auf. Da kamen die Jünglinge und fanden sie tot,
trugen sie hinaus und begruben sie neben ihren Mann.
Und es kam eine große Furcht über die ganze
Gemeinde und über alle, die dieses hörten.
Wundertaten der Apostel
Es geschahen aber viel Zeichen
und Wunder im Volk durch der Apostel Hände; und sie waren
alle in der Halle Salomos einmütig.
Von den andern aber wagte
keiner, sich zu ihnen zu tun; doch das Volk hielt groß von
ihnen.
Desto mehr aber wuchs die Zahl
derer, die da glaubten an den Herrn, eine Menge Männer und
Frauen,
so daß sie die Kranken
sogar auf die Gassen hinaustrugen und sie auf Betten und Bahren
legten, damit, wenn Petrus käme, zum wenigsten sein Schatten
einige von ihnen überschattete.
Es kamen auch herzu viele aus
den Städten um Jerusalem und brachten die Kranken und die
von unsaubern Geistern gepeinigt waren; und alle wurden gesund.
Die Apostel vor dem Hohen Rat
Es erhob sich
aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich
die Sekte der Sadduzäer, und wurden voll Eifer
und legten die Hände an die Apostel und warfen sie in
das öffentliche Gefängnis.
Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen
des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach:
Gehet hin und tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle
Worte des Lebens.
Da sie das gehört hatten, gingen sie frühe in
den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber kam und die mit ihm
waren und riefen zusammen den Hohen Rat und alle Ältesten in
Israel und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen.
Die Diener aber kamen hin und fanden sie nicht im
Gefängnis, kamen wieder und sagten es an
und sprachen: Das Gefängnis fanden wir verschlossen
mit allem Fleiß und die Hüter außen stehen vor
den Türen; aber als wir auftaten, fanden wir niemand darin.
Da der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese
Rede hörten, wurden sie darüber betreten, was das doch
werden wollte.
Da kam einer, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer,
die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und
lehren das Volk.
Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern und holten sie,
nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß
sie gesteinigt würden.
Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat.
Und der Hohepriester fragte sie
und sprach: Wir haben euch doch mit Ernst geboten, daß
ihr nicht solltet lehren in diesem Namen. Und sehet, ihr habt
Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt dieses Menschen
Blut über uns bringen.
Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man
muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Der Gott unsrer Väter hat
Jesus auferweckt, welchen ihr an das Holz gehängt und
getötet habt.
Den hat Gott durch seine
rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, zu geben
Israel Buße und Vergebung der Sünden.
Und wir sind Zeugen dieser
Geschichten und der heilige Geist, welchen Gott gegeben hat
denen, die ihm gehorchen.
Da sie das hörten, ging's
ihnen durchs Herz und dachten, sie zu töten.
Der Rat des Gamaliel
Da stand aber auf im Hohen Rat
ein Pharisäer mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, in
Ehren gehalten von allem Volk, und hieß die Apostel ein
wenig hinaustun
und sprach: Ihr Männer
von Israel, sehet euch vor mit diesen Menschen, was ihr tun
wollt.
Denn vor diesen Tagen stand
auf Theudas und gab vor, er wäre etwas, und hingen ihm an
eine Zahl Männer, bei vierhundert; der ist erschlagen, und
alle, die ihm zufielen, sind zerstreut und zunichte geworden.
Danach stand auf Judas aus
Galiläa in den Tagen der Schätzung und machte viel
Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umgekommen, und
alle, die ihm zufielen, sind zerstreut.
Und nun sage ich euch: Lasset
ab von diesen Menschen und lasset sie gehen! Ist der Rat oder das
Werk aus den Menschen, so wird's untergehen;
ist's aber aus Gott, so könnt
ihr sie nicht hindern; auf daß ihr nicht erfunden werdet
als solche, die wider Gott streiten wollen.
Da fielen sie ihm zu und
riefen die Apostel, ließen sie schlagen und geboten ihnen,
sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu, und ließen sie
gehen.
Sie gingen aber fröhlich
von des Rates Angesicht, daß sie würdig gewesen waren,
um Seines Namens willen Schmach zu leiden,
und hörten nicht auf,
alle Tage im Tempel und hin und her in den Häusern zu lehren
und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.
Wahl der sieben Almosenpfleger
Kapitel 6
In
den Tagen aber, da der Jünger viel wurden, erhob sich ein
Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde wider die
hebräischen, darum daß ihre Witwen übersehen
wurden bei der täglichen Versorgung.
Da riefen die Zwölf die
Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es taugt nicht, daß
wir das Wort Gottes versäumen und zu Tische dienen.
Darum, ihr lieben Brüder,
sehet euch um nach sieben Männern, die einen guten Ruf haben
und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, welche wir bestellen
mögen zu diesem Dienst.
Wir aber wollen anhalten am
Gebet und am Amt des Wortes.
Und die Rede gefiel der ganzen
Menge wohl; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll
Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und
Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen
von Antiochien.
Diese stellten sie vor die
Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie.
Und das Wort Gottes breitete
sich aus, und die Zahl der Jünger ward sehr groß zu
Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.
Stephanus, der erste Märtyrer
Stephanus
aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen
unter dem Volk.
Da standen
etliche auf von der Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und
Alexandriner und von denen, die aus Cilicien und der Landschaft
Asien waren, und stritten mit Stephanus.
Und sie
vermochten nicht, zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus
welchem er redete.
Da
stifteten sie etliche Männer an, die sprachen: Wir haben ihn
gehört Lästerworte reden wider Mose und wider Gott.
Und sie
erregten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten
und traten herzu und griffen ihn und führten ihn vor den
Hohen Rat
und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser
Mensch hört nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese
heilige Stätte und das Gesetz.
Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von
Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern
die Sitten, die uns Mose gegeben hat.
Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und
sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.
Rede des Stephanus
Kapitel 7
Da sprach der
Hohepriester: Ist dem also?
Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, höret
zu. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als
er noch in Mesopotamien war, ehe er wohnte in Haran,
und sprach zu ihm (1. Mose 12,1):
«Gehe aus deinem Lande und von deiner Verwandtschaft und
zieh in das Land, das ich dir zeigen will.»
Da ging er aus der Chaldäer Lande und wohnte in
Haran. Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von
dort herüber in dies Land, darin ihr nun wohnet,
und gab ihm kein Eigentum darin, auch nicht einen Fuß
breit, und verhieß nur, er wollte es geben zum Besitz ihm
und seinem Geschlecht nach ihm, obwohl er noch kein Kind hatte.
Denn Gott sprach (1. Mose 15,13.14):
«Dein Geschlecht wird ein Fremdling sein in einem fremden
Lande, und sie werden es dienstbar machen und übel behandeln
vierhundert Jahre.
Aber das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten»,
sprach Gott, «und danach werden sie ausziehen und mir
dienen an dieser Stätte.»
Und gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er
Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und
Jakob die zwölf Erzväter.
Und die Erzväter beneideten Joseph und verkauften ihn
nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm
und errettete ihn aus aller seiner Trübsal und gab
ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König in Ägypten;
der setzte ihn zum Fürsten über Ägypten und über
sein ganzes Haus.
Es kam aber eine teure Zeit über das ganze Land
Ägypten und Kanaan und eine große Trübsal, und
unsre Väter fanden nicht Nahrung.
Jakob aber hörte, daß in Ägypten Getreide
wäre, und sandte unsre Väter aus zum ersten Mal.
Und beim zweiten Mal gab sich Joseph seinen Brüdern
zu erkennen, und ward dem Pharao Josephs Herkunft offenbar.
Joseph aber sandte aus und ließ holen seinen Vater
Jakob und seine ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Seelen.
Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und
unsre Väter;
und sie sind herübergebracht nach Sichem und gelegt
in das Grab, das Abraham gekauft hatte um Geld von den Kindern
Hemor zu Sichem.
Da nun sich die Zeit der Verheißung nahte,
die Gott Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich
in Ägypten,
bis daß ein andrer König über Ägypten
aufkam, der nichts wußte von Joseph.
Dieser trieb Hinterlist mit unserm Geschlecht und
behandelte unsre Väter übel und schaffte, daß man
die jungen Kindlein aussetzen mußte, damit sie nicht
lebendig blieben.
Zu der Zeit ward Mose geboren und war ein feines Kind vor
Gott und ward drei Monate ernährt in seines Vaters Hause.
Als er aber ausgesetzt ward, nahm ihn die Tochter des
Pharao auf und zog ihn auf als ihren Sohn.
Und Mose ward gelehrt in aller Weisheit der Ägypter
und war mächtig in Worten und Werken.
Als er aber vierzig Jahre alt ward, gedachte er, nach
seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen.
Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und
rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.
Er meinte aber, seine Brüder sollten's verstehen, daß
Gott durch seine Hand ihnen Rettung gebe; aber sie verstanden's
nicht.
Und am andern Tage kam er zu ihnen, als sie miteinander
haderten, und mahnte sie, daß sie Frieden hielten, und
sprach: Liebe Männer, ihr seid Brüder; warum tut einer
dem andern Unrecht?
Der aber seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn
von sich und sprach (2. Mose 2,14):
«Wer hat dich über uns gesetzt zum Obersten und
Richter?
Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter
getötet hast?»
Mose aber floh wegen dieser Rede und ward ein Fremdling im
Lande Midian; daselbst zeugte er zwei Söhne.
Und nach vierzig Jahren erschien ihm in der Wüste
an dem Berge Sinai der Engel des Herrn in einer Feuerflamme im
Dornbusch.
Da das aber Mose sah, wunderte er sich des Gesichts. Als
er aber hinzuging, zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu
ihm (2. Mose 3,6):
«Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott
Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.» Mose
aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen.
Aber der Herr sprach zu ihm (2. Mose
3,5.7.8.10): «Zieh die
Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, da
du stehest, ist heilig Land!
Ich habe wohl gesehen das Leiden meines Volkes, das in
Ägypten ist, und habe ihr Seufzen gehört und bin
herabgekommen, sie zu erretten. Und nun komm her, ich will dich
nach Ägypten senden.»
Diesen Mose, welchen sie verleugneten, da sie sprachen (2.
Mose 2,14): «Wer hat
dich zum Obersten und Richter gesetzt!», den sandte Gott
als einen Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels,
der ihm erschien im Dornbusch.
Dieser führte sie aus und tat Wunder und Zeichen in
Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre.
Dies ist der Mose, der zu den Kindern Israel gesagt hat
(5. Mose 18,15):
«Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken
aus euren Brüdern gleichwie mich.»
Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste mitten
zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und
unsern Vätern stand. Dieser empfing Worte des Lebens, euch
zu geben.
Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden,
sondern stießen ihn von sich und wandten sich um mit ihren
Herzen nach Ägypten
und sprachen zu Aaron (2. Mose
32,1): «Mache uns
Götter, die vor uns hingehen; denn wir wissen nicht, was
diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat,
widerfahren ist.»
Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und brachten dem
Götzen Opfer und freuten sich der Werke ihrer Hände.
Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, daß sie
dienten dem Heer des Himmels; wie denn geschrieben steht in dem
Buch der Propheten (Amos 5,25-27):
«Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste
mir auch je Opfer und Gaben dargebracht?
Ihr truget umher die Hütte Molochs und den Stern des
Gottes Romphan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie
anzubeten. Und ich will euch wegführen bis jenseits
Babylon.»
Es hatten unsre Väter die Stiftshütte in
der Wüste, wie es ihnen verordnet hatte, der zu Mose redete,
daß er sie machen sollte nach dem Vorbilde, das er gesehen
hatte.
Dieselbe übernahmen unsre Väter und brachten sie
auch mit Josua in das Land, das die Heiden innehatten, welche
Gott ausstieß vor dem Angesicht unsrer Väter, bis zur
Zeit Davids.
Der fand Gnade bei Gott und bat, daß er eine Wohnung
finden möchte für den Gott Jakobs.
Salomo aber baute ihm ein Haus.
Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit
Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht (Jesaja
66,1.2):
«Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße
Schemel; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen»,
spricht der Herr, «oder welches ist die Stätte meiner
Ruhe?
Hat nicht meine Hand das alles gemacht?»
Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und
Ohren, ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geist, wie eure
Väter so auch ihr.
Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt?
Und sie haben getötet, die da zuvor verkündigten das
Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr
nun geworden seid.
Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Dienste und
habt's doch nicht gehalten.
Tod des Stephanus
Als sie solches
hörten, ging's ihnen durchs Herz und knirschten mit den
Zähnen über ihn.
Er aber voll heiligen Geistes sah auf gen Himmel und sah
die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und
sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn
zur Rechten Gottes stehen.
Sie schrien aber laut und hielten ihre Ohren zu und
stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur
Stadt hinaus und steinigten ihn.
Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen
eines Jünglings, der hieß Saulus,
und steinigten Stephanus, der betete und sprach: Herr
Jesus, nimm meinen Geist auf!
Er kniete aber nieder und
schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und
als er das gesagt, entschlief er.
Kapitel 8
Saulus aber hatte
Wohlgefallen an seinem Tode.
Verfolgung der Gemeinde zu Jerusalem
Es erhob sich aber an jenem Tage eine große Verfolgung
über die Gemeinde zu Jerusalem; und sie zerstreuten sich
alle in die Länder Judäa und Samarien, außer den
Aposteln.
Es bestatteten aber den Stephanus gottesfürchtige
Männer und hielten eine große Klage über ihn.
Saulus aber wütete wider die Gemeinde, ging hin und
her in die Häuser und zog hervor Männer und Frauen und
überantwortete sie ins Gefängnis.
Die nun zerstreut waren, zogen umher und predigten das
Wort.
Philippus in Samaria. Der Zauberer Simon
Philippus aber kam hinab in
die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus.
Das Volk aber neigte sich dem,
was Philippus sagte, einmütig zu, wie sie hörten und
sahen, was er für Zeichen tat.
Denn die unsaubern Geister
fuhren aus vielen Besessenen aus mit großem Geschrei, auch
viele Gichtbrüchige und Lahme wurden gesund gemacht;
und ward eine große
Freude in derselben Stadt.
Es war aber ein Mann
mit Namen Simon, der zuvor in dieser Stadt Zauberei trieb und
bezauberte das samaritische Volk und gab vor, er wäre etwas
Großes.
Und sie hingen ihm alle an,
klein und groß, und sprachen: Der ist die Kraft Gottes, die
da groß heißt.
Sie hingen ihm aber an, weil
er sie lange Zeit mit seiner Zauberei bezaubert hatte.
Da sie aber glaubten den
Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen
Jesu Christi, ließen sich taufen Männer und Frauen.
Da ward auch Simon gläubig
und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als
er sah die Zeichen und großen Taten, die da geschahen,
verwunderte er sich.
Da aber die Apostel
hörten zu Jerusalem, daß Samarien das Wort Gottes
angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.
Die kamen hinab und beteten
für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen.
Denn er war noch auf keinen
von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den
Namen des Herrn Jesus.
Da legten sie die Hände
auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist.
Da aber Simon sah, daß
der Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hände
auflegten, bot er ihnen Geld an
und sprach: Gebt mir auch die
Macht, daß, wenn ich jemand die Hände auflege,
derselbe den heiligen Geist empfange.
Petrus aber sprach zu ihm: Daß
du verdammt werdest mitsamt deinem Gelde, weil du meinst, Gottes
Gabe werde durch Geld erlangt.
Du hast weder Teil noch
Anrecht an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen
vor Gott.
Darum tu Buße für
diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vergeben werden
möchte die Tücke deines Herzens.
Denn ich sehe, daß du
bist voll bitterer Galle und verstrickt in Ungerechtigkeit.
Da antwortete Simon und
sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, daß der keines
über mich komme, davon ihr gesagt habt.
Sie aber, da sie bezeugt und
geredet hatten das Wort des Herrn, kehrten sie wieder um nach
Jerusalem und predigten das Evangelium vielen samaritischen
Dörfern.
Der Kämmerer aus Mohrenland
Aber der Engel des Herrn
redete zu Philippus und sprach: Stehe auf und gehe gen Süden
auf die Straße, die von Jerusalem geht hinab nach Gaza, das
da wüste ist.
Und er stand auf und ging hin.
Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und
Gewaltiger der Kandake, der Königin in Mohrenland, welcher
war über ihre ganze Schatzkammer, der war gekommen nach
Jerusalem, um anzubeten,
und zog wieder heim und saß
auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.
Der Geist aber sprach zu
Philippus: Gehe hinzu und halte dich zu diesem Wagen!
Da lief Philippus hinzu und
hörte, daß er den Propheten Jesaja las, und sprach:
Verstehst du auch, was du liesest?
Er aber sprach: Wie kann ich,
wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, daß
er aufstiege und sich zu ihm setzte.
Der Inhalt aber der Schrift,
die er las, war dieser (Jesaja 53,7.8):
«Er ist wie ein Schaf zur Schlachtung geführt, und wie
ein Lamm still ist vor seinem Scherer, so hat er nicht aufgetan
seinen Mund.
In seiner Niedrigkeit ward ihm
gerechtes Urteil versagt. Wer wird von seinem Geschlechte reden?
Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.»
Da antwortete der Kämmerer
dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der
Prophet solches, von sich selber oder von jemand anders?
Philippus aber tat seinen Mund
auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das
Evangelium von Jesus.
Und als sie zogen der Straße
nach, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer sprach:
Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich mich taufen
lasse?
<Philippus
aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so mag es
geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, daß
Jesus Christus Gottes Sohn ist.>
Und er hieß den Wagen
halten, und stiegen hinab in das Wasser beide, Philippus und der
Kämmerer, und er taufte ihn.
Als sie aber heraufstiegen aus
dem Wasser, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und
der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße
fröhlich.
Philippus aber ward gefunden
zu Asdod und zog umher und predigte allen Städten das
Evangelium, bis daß er kam nach Cäsarea.
Bekehrung des Saulus
Kapitel 9
Saulus aber
schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des
Herrn und ging zum Hohenpriester
und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, auf
daß, wenn er etliche von der neuen Lehre fände, Männer
und Frauen, er sie gebunden führte nach Jerusalem.
Und als er auf dem Wege war und nahe an Damaskus kam,
umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel;
und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die
sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich
bin Jesus, den du verfolgst. (Es wird dir schwer werden, wider
den Stachel löcken (ausschlagen))
Stehe auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen,
was du tun sollst.
Die Männer aber, die seine Gefährten waren,
standen und waren erstarrt; denn sie hörten die Stimme, aber
sahen niemand.
Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er
seine Augen auftat, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der
Hand und führten ihn nach Damaskus;
und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht und
trank nicht.
Es war aber ein Jünger zu Damaskus mit Namen
Ananias; zu dem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Und er
sprach: Hier bin ich, Herr.
Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin in die
Gasse, die da heißt die gerade, und frage in dem Hause des
Judas nach einem namens Saul von Tarsus. Denn siehe, er betet
und hat gesehen in einem Gesicht einen Mann mit Namen
Ananias zu ihm hereinkommen und die Hand auf ihn legen, daß
er wieder sehend werde.
Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört
über diesen Mann, wieviel Übles er deinen Heiligen
getan hat zu Jerusalem;
und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, zu
binden alle, die deinen Namen anrufen.
Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein
auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage
vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel.
Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines
Namens willen.
Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die
Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat
mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf dem Wege, da du
herkamst; du sollst wieder sehend und mit dem heiligen Geist
erfüllt werden.
Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er
ward wieder sehend
und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu
sich und stärkte sich.
Saulus war aber eine Zeitlang bei den Jüngern zu
Damaskus.
Erstes Wirken des Saulus
Und alsbald predigte er in den
Synagogen von Jesus, daß dieser Gottes Sohn sei.
Sie entsetzten sich aber alle,
die es hörten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem
die vertilgt hat, die diesen Namen anrufen, und ist er nicht
darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den
Hohenpriestern?
Saulus aber gewann immer mehr
an Kraft und trieb die Juden in die Enge, die zu Damaskus
wohnten, und bewies, daß dieser ist der Christus.
Und nach vielen Tagen hielten
die Juden einen Rat zusammen, daß sie ihn töteten.
Aber es ward Saulus kundgetan,
daß sie ihm nachstellten. Sie bewachten aber Tag und Nacht
die Tore, daß sie ihn töteten.
Da nahmen ihn seine Jünger
bei der Nacht und ließen ihn in einem Korbe über die
Mauer hinab.
Da er aber nach
Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den Jüngern zu halten;
und sie fürchteten sich alle vor ihm und glaubten nicht, daß
er ein Jünger wäre.
Barnabas aber nahm ihn zu sich
und führte ihn zu den Aposteln, und er erzählte ihnen,
wie er auf dem Wege den Herrn gesehen und der mit ihm geredet und
wie er zu Damaskus im Namen Jesu mit Freimut gepredigt hätte.
Und er war bei ihnen und ging
ein und aus zu Jerusalem und predigte mit Freimut im Namen des
Herrn Jesus.
Er redete auch und stritt mit
den griechischen Juden; aber sie stellten ihm nach, daß sie
ihn töteten.
Da das die Brüder
erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea und schickten ihn
weiter nach Tarsus.
So hatte nun die
Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa und
Samarien und baute sich und wandelte in der Furcht des Herrn und
mehrte sich durch den Beistand des heiligen Geistes.
Petrus in Lydda
Es geschah aber, als Petrus
umherzog allenthalben, daß er auch zu den Heiligen kam, die
zu Lydda wohnten.
Daselbst fand er einen Mann
mit Namen Äneas, acht Jahre lang auf dem Bette gelegen, der
war gichtbrüchig.
Und Petrus sprach zu ihm:
Äneas, Jesus Christus macht dich gesund; stehe auf und mache
dir selber das Bett! Und alsbald stand er auf.
Und es sahen ihn alle, die zu
Lydda und in Saron wohnten; die bekehrten sich zu dem Herrn.
Auferweckung der Tabea
Zu Joppe aber war eine
Jüngerin mit Namen Tabea, welches verdolmetscht heißt:
Reh. Die war voll guter Werke und Almosen, die sie gab.
Es begab sich aber zu der
Zeit, daß sie krank ward und starb. Da wuschen sie dieselbe
und legten sie in das Obergemach.
Da aber Lydda nahe bei Joppe
ist, sandten die Jünger, als sie hörten, daß
Petrus daselbst war, zwei Männer zu ihm und baten ihn: Säume
nicht, zu uns zu kommen!
Petrus aber stand auf und kam
zu ihnen. Und als er hingekommen war, führten sie ihn hinauf
in das Obergemach, und es traten zu ihm alle Witwen, weinten und
zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Tabea gemacht
hatte, als sie noch bei ihnen war.
Und da Petrus sie alle
hinausgetrieben hatte, kniete er nieder, betete und wandte sich
zu dem Leichnam und sprach: Tabea, stehe auf! Und sie tat ihre
Augen auf; und da sie Petrus sah, setzte sie sich aufrecht.
Er aber gab ihr die Hand und
ließ sie aufstehen und rief die Heiligen und die Witwen und
stellte sie lebendig vor ihre Augen.
Und es ward kund in ganz
Joppe, und viele wurden gläubig an den Herrn.
Und es geschah, daß er
lange Zeit zu Joppe blieb bei einem Simon, der ein Gerber war.
Der Hauptmann Kornelius
Kapitel 10
Es war aber ein
Mann zu Cäsarea mit Namen Kornelius, ein Hauptmann von der
Schar, die da heißt die italische.
Der war fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen
Hause und gab dem Volk viel Almosen und betete immer zu Gott.
Der sah in einem Gesicht um die neunte Stunde am Tage
deutlich einen Engel Gottes zu sich eintreten, der sprach zu ihm:
Kornelius!
Er aber sah ihn an, erschrak und sprach: Herr, was ist's?
Er aber sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind
hinaufgekommen ins Gedächtnis vor Gott.
Und nun sende Männer nach Joppe und laß holen
Simon, mit dem Zunamen Petrus,
welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, dessen
Haus am Meer liegt.
Und als der Engel, der mit Kornelius redete,
hinweggegangen war, rief er zwei seiner Diener und einen
gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, die immer um ihn
waren,
und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.
Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren und
nahe zur Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf das Dach, zu beten
um die sechste Stunde.
Und da er hungrig ward, wollte er essen. Als sie ihm aber
zubereiteten, ward er verzückt
und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren ein Gefäß
wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln
niedergelassen auf die Erde.
Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende
Tiere der Erde und Vögel des Himmels.
Und es geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus,
schlachte und iß!
Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie
etwas Gemeines und Unreines gegessen.
Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott
gereinigt hat, das heiße du nicht gemein.
Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäß
ward sogleich wieder aufgenommen gen Himmel.
Als aber Petrus noch in sich selbst unruhig war,
was das Gesicht bedeute, das er gesehen hatte, siehe, da hatten
die Männer, von Kornelius gesandt, das Haus Simons erfragt
und standen an der Tür,
riefen und forschten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus,
allda zur Herberge wäre.
Indem aber Petrus sich besann über das Gesicht,
sprach der Geist: Siehe, zwei Männer suchen dich,
stehe auf, steig hinab und zieh mit ihnen und zweifle
nicht; denn ich habe sie gesandt.
Da stieg Petrus hinab zu den Männern und
sprach: Siehe, ich bin's, den ihr suchet; was ist die Sache,
darum ihr hier seid?
Sie aber sprachen: Kornelius, der Hauptmann, ein frommer
und gottesfürchtiger Mann und guten Rufs bei dem ganzen Volk
der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, daß
er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du
zu sagen hast.
Da rief er sie herein und herbergte sie.
Des andern Tages machte er sich auf und zog aus mit
ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm.
Und des andern Tages kam er nach Cäsarea. Kornelius
aber wartete auf sie und hatte zusammengerufen seine Verwandten
und nächsten Freunde.
Und als Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und
fiel zu seinen Füßen und betete ihn an.
Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf, ich
bin auch nur ein Mensch.
Und indem er mit ihm sprach, ging er hinein und fand ihrer
viele, die zusammengekommen waren.
Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß es ein
unerlaubt Ding ist einem jüdischen Mann, umzugehen mit einem
Fremdling oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt,
keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen.
Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich
geholt ward. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen
lassen.
Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich
um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein
Mann vor mir in einem hellen Kleid
und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und
deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.
So sende nun nach Joppe und laß herrufen Simon, mit
dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des
Gerbers Simon an dem Meer.
Da sandte ich alsbald zu dir; und du hast wohl getan, daß
du gekommen bist. Nun sind wir alle hier gegenwärtig vor
Gott, zu hören alles, was dir vom Herrn befohlen ist.
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun
erfahre ich in Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht;
sondern in jeglichem Volk, wer ihn fürchtet und
recht tut, der ist ihm angenehm.
Ihr wisset die Predigt, die
Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, als er verkündigen
ließ den Frieden durch Jesus Christus, welcher ist Herr
über alle,
und was da geschehen ist im
ganzen jüdischen Land, und wie Gott angefangen hat in
Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte,
und diesen Jesus von Nazareth
gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen
und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel
überwältigt waren, denn Gott war mit ihm.
Und wir sind Zeugen alles des,
was er getan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den
haben sie an das Holz gehängt und getötet.
Den hat Gott auferweckt am
dritten Tage und hat ihn erscheinen lassen,
nicht allem Volk, sondern uns,
den von Gott vorerwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen
und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten.
Und er hat uns geboten, zu
predigen dem Volk und zu bezeugen, daß er ist verordnet von
Gott zum Richter der Lebendigen und der Toten.
Von diesem zeugen alle
Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben,
Vergebung der Sünden empfangen sollen.
Da Petrus noch diese
Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort
zuhörten.
Und die Gläubigen aus den
Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, daß
auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen
ward;
denn sie hörten, daß
sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete
Petrus:
Mag auch jemand dem Wasser
wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen
Geist empfangen haben gleichwie auch wir?
Und befahl, sie zu taufen in
dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, daß er etliche
Tage dabliebe.
Petrus rechtfertigt sich in Jerusalem
Kapitel 11
Es kam aber vor die Apostel
und Brüder, die in dem jüdischen Lande waren, daß
auch die Heiden hätten Gottes Wort angenommen.
Und da Petrus hinaufkam nach
Jerusalem, stritten mit ihm die, die aus den Juden waren,
und sprachen: Du bist gegangen
zu Männern, die nicht Juden sind, und hast mit ihnen
gegessen!
Petrus aber hob an und
erzählte es ihnen nacheinander und sprach:
Ich war in der Stadt Joppe im
Gebet und ward verzückt und sah ein Gesicht, nämlich
ein Gefäß herniederfahren wie ein großes
leinenes Tuch mit vier Zipfeln, niedergelassen vom Himmel, das
kam bis zu mir.
Da hinein sah ich und ward
gewahr und sah vierfüßige Tiere der Erde und wilde
Tiere und kriechende Tiere und Vögel des Himmels.
Ich hörte aber eine
Stimme, die sprach zu mir: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß!
Ich aber sprach: O nein, Herr;
denn es ist nie etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund
gegangen.
Aber die Stimme antwortete mir
zum zweiten Mal vom Himmel: Was Gott gereinigt hat, das heiße
du nicht gemein.
Das geschah aber dreimal; und
alles ward wieder hinauf gen Himmel gezogen.
Und siehe, alsbald standen
drei Männer vor dem Hause, darin ich war, gesandt von
Cäsarea zu mir.
Der Geist aber sprach zu mir,
ich sollte mit ihnen gehen und nicht zweifeln. Es kamen aber mit
mir auch diese sechs Brüder, und wir gingen in des Mannes
Haus.
Und er verkündete uns,
wie er gesehen hätte einen Engel in seinem Hause stehen, der
zu ihm gesprochen hätte: Sende nach Joppe und laß
holen Simon, mit dem Zunamen Petrus;
der wird dir die Botschaft
sagen, dadurch du selig wirst und dein ganzes Haus.
Indem aber ich anfing zu
reden, fiel der heilige Geist auf sie gleichwie auf uns am ersten
Anfang.
Da dachte ich an das Wort des
Herrn, als er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber
sollt mit dem heiligen Geist getauft werden.
Wenn nun Gott ihnen die
gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die da gläubig
geworden sind an den Herrn Jesus Christus: wer war ich, daß
ich konnte Gott wehren?
Da sie das hörten,
schwiegen sie stille und lobten Gott und sprachen: So hat Gott
auch den Heiden die Buße gegeben, die zum Leben führt!
Erste heidenchristliche Gemeinde in Antiochien
Die aber
zerstreut waren in der Verfolgung, die sich wegen Stephanus
erhob, gingen umher bis nach Phönizien und Cypern und
Antiochien und redeten das Wort zu niemand als allein zu den
Juden.
Es waren aber etliche unter ihnen, Männer von Cypern
und Kyrene, die kamen nach Antiochien und redeten auch zu den
Griechen und predigten ihnen das Evangelium vom Herrn Jesus.
Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große
Zahl ward gläubig und bekehrte sich zu dem Herrn.
Es kam aber diese Kunde von ihnen vor die Ohren der
Gemeinde zu Jerusalem; und sie sandten Barnabas nach Antiochien.
Als dieser hingekommen war und sah die Gnade Gottes, ward
er froh und ermahnte sie alle, daß sie mit festem Herzen an
dem Herrn bleiben sollten;
denn er war ein bewährter Mann, voll heiligen Geistes
und Glaubens. Und es ward ein großes Volk dem Herrn
zugetan.
Barnabas aber zog aus nach Tarsus, Saulus zu suchen;
und da er ihn fand, führte er ihn nach Antiochien.
Und sie blieben bei der Gemeinde ein ganzes Jahr und lehrten viel
Volks. Und es wurden die Jünger zuerst in Antiochien
Christen genannt.
In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach
Antiochien.
Und einer unter ihnen mit Namen Agabus stand auf und
weissagte durch den Geist eine große Teuerung, die da
kommen sollte über den ganzen Kreis der Erde; welche geschah
unter dem Kaiser Klaudius.
Aber unter den Jüngern beschloß ein jeglicher,
nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa
wohnten, eine Gabe zu senden;
das taten sie auch und schickten's zu den Ältesten
durch die Hand des Barnabas und Saulus.
Tod des Jakobus. Befreiung des Petrus
Kapitel 12
Um diese Zeit
legte der König Herodes die Hände an etliche von der
Gemeinde, sie zu peinigen.
Er tötete aber Jakobus, des Johannes Bruder, mit dem
Schwert.
Und da Herodes sah, daß es den Juden gefiel,
fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben
die Tage der ungesäuerten Brote.
Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis und
überantwortete ihn vier Rotten, je von vier Kriegsknechten,
ihn zu bewachen, und gedachte, ihn nach dem Fest vor das Volk zu
stellen.
Und Petrus ward im Gefängnis gehalten; aber die
Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.
Und da ihn Herodes wollte vorführen lassen, in
derselben Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten,
gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Tür
hüteten das Gefängnis.
Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht
schien in dem Gemach; und er schlug Petrus an die Seite und
weckte ihn und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen
ihm von seinen Händen.
Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine
Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen
Mantel um dich und folge mir nach!
Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht,
daß es Wahrheit war, was durch den Engel geschah, sondern
er meinte, er sähe ein Gesicht.
Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen
zu der eisernen Tür, welche zur Stadt führt; die tat
sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen hin
eine Gasse weit; und alsbald schied der Engel von ihm.
Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß
ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat und
mich errettet aus der Hand des Herodes und von allem, was das
jüdische Volk erwartete.
Und als er sich besann, kam er vor das Haus Marias,
der Mutter des Johannes, der mit dem Zunamen Markus hieß,
wo viele beieinander waren und beteten.
Als er aber an die Tür des Tores klopfte, trat hervor
eine Magd, zu horchen, mit Namen Rhode.
Und als sie des Petrus Stimme erkannte, tat sie das Tor
nicht auf vor Freuden, sondern lief hinein und verkündete es
ihnen, Petrus stünde vor dem Tor.
Sie aber sprachen zu ihr: Du bist von Sinnen. Sie aber
bestand darauf, es wäre so. Sie sprachen: Es ist sein Engel.
Petrus aber klopfte weiter an. Da sie nun auftaten, sahen
sie ihn und entsetzten sich.
Er aber winkte ihnen mit der Hand, zu schweigen, und
erzählte ihnen, wie ihn der Herr hatte aus dem Gefängnis
geführt, und sprach: Verkündet dies dem Jakobus und den
Brüdern. Und ging hinaus und zog an einen andern Ort.
Ende des Herodes Agrippa
Da es nun Tag ward, war eine
nicht kleine Bestürzung unter den Kriegsknechten, wie es
doch mit Petrus gegangen wäre.
Herodes aber, da er ihn
forderte und nicht fand, ließ er die Hüter verhören
und hieß sie abführen; und zog von Judäa hinab
nach Cäsarea und blieb allda eine Zeitlang.
Er war aber ergrimmt
wider die von Tyrus und Sidon. Sie aber kamen einmütig zu
ihm und überredeten des Königs Kämmerer Blastus
und baten um Frieden, weil ihr Land sich nähren mußte
von des Königs Land.
Und an einem festgesetzten Tag
tat Herodes das königliche Kleid an, setzte sich auf den
Thron und hielt eine Rede an sie.
Das Volk aber rief ihm zu: Das
ist Gottes Stimme und nicht eines Menschen!
Alsbald schlug ihn der Engel
des Herrn, darum daß er die Ehre nicht Gott gab, und ward
gefressen von den Würmern und gab den Geist auf.
Und das Wort des Herrn
wuchs und mehrte sich.
Barnabas aber und Saulus
kehrten von Jerusalem zurück, nachdem sie überbracht
hatten die Gabe, und nahmen mit sich Johannes, mit dem Zunamen
Markus.
Beginn der ersten Missionsreise
Kapitel 13
Es waren aber zu Antiochien in
der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und
Simon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit
Herodes, dem Vierfürsten, erzogen war, und Saulus.
Da sie aber dem Herrn dienten
und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas
und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe.
Da fasteten sie und beteten
und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen.
Auf der Insel Cypern
Als sie nun ausgesandt waren
vom heiligen Geist, kamen sie nach Seleucia und von da zu Schiff
nach Cypern.
Und da sie in die Stadt
Salamis kamen, verkündigten sie das Wort Gottes in den
Synagogen der Juden; sie hatten aber auch Johannes zum Gehilfen.
Und als sie die ganze Insel
durchzogen bis zu der Stadt Paphos, fanden sie einen Zauberer und
falschen Propheten, einen Juden, der hieß Bar-Jesus;
der war bei Sergius Paulus,
dem Landvogt, einem verständigen Mann. Der rief zu sich
Barnabas und Saulus und begehrte, das Wort Gottes zu hören.
Da widerstand ihnen Elymas,
der Zauberer, denn so wird sein Name gedeutet, und trachtete, daß
er den Landvogt vom Glauben abwendete.
Saulus aber, der auch Paulus
heißt, voll heiligen Geistes, sah ihn an
und sprach: O du Kind des
Teufels, voll aller List und aller Bosheit, Feind aller
Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, krumm zu machen die
geraden Wege des Herrn?
Und nun siehe, die Hand des
Herrn kommt über dich, und sollst blind sein und die Sonne
eine Zeitlang nicht sehen! Und von Stund an fiel auf ihn
Dunkelheit und Finsternis, und er ging umher und suchte jemand,
der ihn bei der Hand leite.
Als der Landvogt sah, was
geschehen war, glaubte er und verwunderte sich der Lehre des
Herrn.
Zu Antiochien in Pisidien
Da aber Paulus
und die um ihn waren von Paphos abfuhren, kamen sie nach Perge im
Lande Pamphylien. Johannes aber wich von ihnen und zog wieder
nach Jerusalem.
Sie aber zogen weiter von Perge und kamen nach Antiochien
im Lande Pisidien und gingen in die Synagoge am Sabbattage und
setzten sich.
Nach der Lesung aber des Gesetzes und der Propheten
sandten die Vorsteher der Synagoge zu ihnen und ließen
ihnen sagen: Liebe Brüder, wollt ihr etwas reden und das
Volk ermahnen, so saget an.
Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach:
Ihr Männer von Israel und die ihr Gott fürchtet, höret
zu!
Der Gott dieses Volkes Israel hat erwählt unsre Väter
und groß gemacht das Volk, als sie Fremdlinge waren im
Lande Ägypten, und mit starkem Arm führte er sie aus
demselben,
und vierzig Jahre lang duldete er ihre Weise in der Wüste
und vertilgte sieben Völker in dem Lande Kanaan und
gab ihnen deren Land zum Erbe;
das geschah in etwa vierhundertfünfzig Jahren. Danach
gab er ihnen Richter bis auf den Propheten Samuel.
Und von da an baten sie um einen König; und Gott gab
ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin,
vierzig Jahre lang.
Und als er denselben wegtat, erweckte er ihnen David zum
König, von welchem er bezeugte (1.
Samuel 13,14): «Ich
habe gefunden David, den Sohn Jesses, einen Mann nach meinem
Herzen, der soll tun allen meinen Willen.»
Aus dessen Geschlecht hat Gott, wie er verheißen
hat, kommen lassen Jesus dem Volk Israel zum Heiland,
nachdem Johannes zuvor dem ganzen Volk Israel gepredigt
hatte die Taufe der Buße, ehe denn Jesus anfing.
Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Ich
bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber siehe, er kommt
nach mir, des ich nicht wert bin, daß ich ihm die Schuhe
von seinen Füßen löse.
Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Kinder des
Geschlechtes Abrahams und die unter euch Gott fürchten, uns
ist das Wort dieses Heils gesandt.
Denn die zu Jerusalem wohnen und ihre Obersten haben, weil
sie Jesus nicht erkannten, mit ihrem Urteilsspruch die Worte der
Propheten, welche an allen Sabbaten gelesen werden, zur Erfüllung
gebracht.
Und wiewohl sie nichts an ihm fanden, das den Tod verdient
hätte, baten sie doch Pilatus, ihn zu töten.
Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm
geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in
ein Grab.
Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten;
und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf
von Galiläa nach Jerusalem gegangen waren, welche jetzt
seine Zeugen sind vor dem Volk.
Und wir verkündigen euch die Verheißung, die
unseren Vätern geschehen ist, als frohe Botschaft,
weil Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem
er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht
(Psalm 2,7):
«Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.»
Daß er ihn aber hat von den Toten auferweckt, auf
daß er hinfort nicht verwese, spricht er so aus (Jesaja
55,3): «Ich will euch
die Gnade, die David verheißen ist, treulich halten.»
Darum spricht er auch an einer anderen Stelle (Psalm
16,10): «Du wirst es
nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.»
Denn David, nachdem er zu seiner Zeit dem Willen Gottes
gedient hatte, ist entschlafen und zu seinen Vätern
versammelt worden und hat die Verwesung gesehen.
Den aber Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht
gesehen.
So sei es nun euch kund, liebe Brüder, daß euch
verkündigt wird Vergebung der Sünden durch diesen; und
von dem allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht konntet
freigesprochen werden,
ist der gerechtfertigt, der an ihn glaubt.
Sehet nun zu, daß nicht über euch komme, was in
den Propheten gesagt ist (Habakuk 1,5):
«Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und
werdet zunichte! Denn ich tue ein Werk zu euren Zeiten, welches
ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählen
wird.»
Da sie aber aus er Synagoge hinausgingen, baten die
Leute, daß sie am nächsten Sabbat ihnen von diesen
Dingen wiederum sagen sollten.
Und als die Gemeinde voneinander ging, folgten dem Paulus
und Barnabas nach viele Juden und gottesfürchtige
Judengenossen. Sie aber sprachen mit ihnen und ermahnten sie, daß
sie bleiben sollten in der Gnade Gottes.
Am folgenden Sabbat aber kam zusammen fast die
ganze Stadt, das Wort Gottes zu hören.
Da aber die Juden das Volk sahen, wurden sie voll Neid und
widersprachen dem, was von Paulus gesagt ward, und lästerten.
Paulus aber und Barnabas
sprachen frei öffentlich: Euch mußte zuerst das Wort
Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet und
achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden
wir uns zu den Heiden.
Denn so hat uns der Herr
geboten (Jesaja 49,6):
«Ich habe dich
den Heiden zum Licht gesetzt, daß du das Heil seiest bis an
das Ende der Erde.»
Da das die Heiden
hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn und
wurden gläubig, wie viel ihrer zum ewigen Leben verordnet
waren.
Und das Wort des Herrn ward ausgebreitet durch die ganze
Gegend.
Aber die Juden reizten die gottesfürchtigen
angesehenen Frauen auf und der Stadt Oberste und erregten eine
Verfolgung wider Paulus und Barnabas und stießen sie zu
ihren Grenzen hinaus.
Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen
über sie und kamen nach Ikonion.
Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen
Geistes.
Zu Ikonion
Kapitel 14
Es geschah aber zu Ikonion,
daß sie gleicherweise in die Synagoge der Juden gingen und
so predigten, daß eine große Menge der Juden und der
Griechen gläubig ward.
Die Juden aber, die ungläubig
blieben, erregten und entrüsteten die Seelen der Heiden
wider die Brüder.
Dennoch blieben sie daselbst eine lange Zeit und lehrten
frei öffentlich im Herrn, welcher bezeugte das Wort seiner
Gnade und ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre
Hände.
Die Menge aber der Stadt spaltete sich; etliche hielten's
mit den Juden und etliche mit den Aposteln.
Als sich aber ein Sturm erhob der Heiden und der Juden und
ihrer Obersten, sie zu schmähen und zu steinigen,
wurden sie des inne und entflohen in die Städte des
Landes Lykaonien, nach Lystra und Derbe, und in die Gegend umher
und predigten daselbst das Evangelium.
In Lystra
Und es war ein
Mann zu Lystra, der hatte schwache Füße und konnte nur
sitzen; er war lahm von Mutterleibe und hatte noch nie gehen
können.
Der hörte Paulus reden. Und als dieser ihn ansah und
merkte, daß er glaubte, ihm könnte geholfen werden,
sprach er mit lauter Stimme: Stelle dich aufrecht auf
deine Füße! Und er sprang auf und wandelte.
Da aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie
ihre Stimme und sprachen auf lykaonisch: Die Götter sind den
Menschen gleich geworden und zu uns herniedergekommen,
und nannten Barnabas Jupiter und Paulus Merkurius, weil er
das Wort führte.
Und der Priester Jupiters aus dem Tempel vor ihrer Stadt
brachte Ochsen und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt
dem Volk.
Da das die Apostel Barnabas und Paulus hörten,
zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk, schrien
und sprachen: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind
auch sterbliche Menschen gleichwie ihr und predigen euch das
Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen
Göttern zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel
und Erde und das Meer und alles, was darinnen ist.
Zwar hat er in den vergangenen Zeiten alle Heiden gehen
lassen ihre eigenen Wege;
und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat
viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten
gegeben und eure Herzen erfüllt mit Speise und Freude.
Und da sie das sagten, beruhigten sie kaum das Volk, daß
sie ihnen nicht opferten.
Es kamen aber dahin Juden von Antiochien und
Ikonion und überredeten das Volk und steinigten Paulus und
schleiften ihn zur Stadt hinaus und meinten, er wäre
gestorben.
Da ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und
ging in die Stadt.
In Derbe. Rückkehr nach Antiochien in Syrien
Und den andern Tag ging er mit
Barnabas weiter nach Derbe;
und sie predigten dieser Stadt
das Evangelium und machten viele zu Jüngern und zogen wieder
nach Lystra und Ikonion und Antiochien,
stärkten die Seelen der
Jünger und ermahnten sie, daß sie im Glauben blieben,
und daß wir durch viel Trübsal müssen in das
Reich Gottes gehen.
Und sie ordneten ihnen hin und
her Älteste in jeder Gemeinde, beteten und fasteten und
befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.
Und zogen durch Pisidien und
kamen nach Pamphylien
und redeten das Wort zu Perge
und zogen hinab nach Attalia.
Und von da fuhren sie
zurück nach Antiochien, wo sie der Gnade Gottes befohlen
worden waren zu dem Werk, das sie hatten ausgerichtet.
Als sie aber hinkamen,
versammelten sie die Gemeinde und verkündigten, wieviel
Gott, der mit ihnen war, getan hatte und daß er den Heiden
hätte die Tür des Glaubens aufgetan.
Sie blieben aber allda eine
nicht geringe Zeit bei den Jüngern.
DIE
APOSTELGESCHICHTE DES LUKAS 15-28
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