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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DAS
EVANGELIUM NACH LUKAS
Kapitel 13 -
24
Untergang der Galiläer. Turm von Siloah
Kapitel 13
Es waren aber zu der Zeit
etliche dabei, die verkündeten ihm von den Galiläern,
deren Blut Pilatus mit ihrem Opfer vermischt hatte.
Und Jesus antwortete und
sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr
als alle andern Galiläer Sünder gewesen sind, weil sie
das erlitten haben?
Ich sage euch: Nein; sondern
wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
Oder meinet ihr, daß die
achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und erschlug sie,
seien schuldiger gewesen als alle anderen Menschen, die zu
Jerusalem wohnen?
Ich sage euch: Nein; sondern
wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
Gleichnis vom Feigenbaum
Er sagte ihnen aber dies
Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in
seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand sie
nicht.
Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun
drei Jahre lang alle Jahre gekommen und habe Frucht gesucht auf
diesem Feigenbaum und finde sie nicht. Haue ihn ab! Was hindert
er das Land?
Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn
noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe und bedünge
ihn,
ob er doch noch wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue
ihn ab.
Heilung am Sabbat
Und er lehrte in
einer Synagoge am Sabbat.
Und siehe, eine Frau war da, die hatte einen Geist der
Krankheit achtzehn Jahre, und sie war verkrümmt und konnte
sich nicht mehr aufrichten.
Da aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu
ihr: Weib, sei los von deiner Krankheit!
Und legte die Hände auf sie; und alsbald richtete sie
sich auf und pries Gott.
Da antwortete der Oberste der Synagoge, denn er war
unwillig, daß Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem
Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an ihnen
kommt und laßt euch heilen, aber nicht am Sabbattage.
Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Löst
nicht ein jeglicher unter euch seinen Ochsen oder Esel von der
Krippe am Sabbat und führt ihn zur Tränke?
Sollte dann diese, die doch Abrahams Tochter ist, welche
der Satan gebunden hatte nun wohl achtzehn Jahre, nicht von
diesem Bande gelöst werden am Sabbattage?
Und als er solches sagte, mußten sich schämen
alle, die ihm zuwider gewesen waren. Und alles Volk freute sich
über alle herrlichen Taten, die von ihm geschahen.
Vom Senfkorn und Sauerteig
Er sprach aber:
Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich's vergleichen?
Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm und
warf's in seinen Garten; und es wuchs und ward ein Baum, und die
Vögel des Himmels wohnten unter seinen Zweigen.
Und abermals sprach er: Wem soll ich das Reich
Gottes vergleichen?
Es ist einem Sauerteig gleich, welchen ein Weib nahm und
vermengte ihn unter drei Scheffel Mehl, bis daß es ganz
durchsäuert ward.
Vom Ringen ums Seligwerden
Und er ging durch
Städte und Dörfer und lehrte und nahm seinen Weg nach
Jerusalem.
Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinest du, daß
wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen:
Ringet danach, daß ihr durch die enge Pforte
eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, danach trachten,
wie sie hineinkommen, und werden's nicht können.
Von da an, wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür
verschlossen hat und ihr dann anfanget, draußen zu stehen
und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!
wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht, wo ihr
her seid.
So werdet ihr dann anfangen zu sagen: Wir haben vor dir
gegessen und getrunken, und auf unsern Gassen hast du gelehrt.
Und er wird zu euch sagen: Ich weiß nicht, wo ihr
her seid; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!
Da wird sein Heulen und Zähneklappen, wenn ihr sehen
werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich
Gottes, euch aber hinausgestoßen.
Und es werden kommen vom Ostern und vom Westen, vom Norden
und vom Süden, die zu Tische sitzen werden im Reich Gottes.
Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und
sind Erste, die werden die Letzten sein.
Feindschaft des Herodes.
Klage über Jerusalem
Zur selben Stunde
kamen etliche Pharisäer und sprachen zu ihm: Gehe fort und
ziehe von hinnen; denn Herodes will dich töten!
Und er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget diesem Fuchs:
Siehe, ich treibe böse Geister aus und mache gesund heut und
morgen, und am dritten Tage werde ich am Ziel sein.
Doch muß ich heute und morgen und am Tage danach
noch wandern; denn es geht nicht an, daß ein Prophet
umkomme außerhalb von Jerusalem.
Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten
und steinigst, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich wollen
deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihr Nest unter ihre
Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
Sehet, «euer
Haus soll euch wüste gelassen werden» (Jeremia
22,5; Psalm 69,26). Denn ich
sage euch: Ihr werdet mich nicht sehen, bis daß die Zeit
komme, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt im Namen des
Herrn!
Heilung des Wassersüchtigen am Sabbat
Kapitel 14
Und es begab
sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer
an einem Sabbat, das Brot zu essen; und sie lauerten ihm auf.
Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war
wassersüchtig.
Und Jesus hob an und sagte zu den Schriftgelehrten und
Pharisäern und sprach: Ist's recht, am Sabbat zu heilen oder
nicht?
Sie aber schwiegen stille. Und er faßte ihn an und
heilte ihn und ließ ihn gehen.
Und er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein
Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt, und der nicht
alsbald ihn herauszieht am Sabbattage?
Und sie konnten ihm darauf nicht Antwort geben.
Mahnung zur Demut.
Warnung vor Eigennutz
Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er
merkte, wie sie suchten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen:
Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze
dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Vornehmerer als du
von ihm geladen sei,
und dann komme, der dich und ihn geladen hat, und spreche
zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan
sitzen.
Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich
untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, er
spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre
haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen.
Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt
werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht
werden.
Er sprach auch zu dem,
der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl
machst, so lade nicht deine Freunde noch deine Brüder noch
deine Verwandten noch reiche Nachbarn, auf daß sie dich
nicht etwa wieder laden und dir vergolten werde.
Sondern wenn du ein Mahl
machst, so lade die Armen, die Krüppel, die Lahmen, die
Blinden,
so bist du selig, denn sie
haben's nicht, dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten
werden in der Auferstehung der Gerechten.
Das große Abendmahl
Da aber solches hörte
einer, der mit zu Tisch saß, sprach der zu ihm: Selig ist,
der das Brot isset im Reich Gottes!
Er aber sprach zu ihm:
Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud
viele dazu.
Und sandte seinen Knecht aus
zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es
ist alles bereit!
Und sie fingen an alle
nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich
habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn
besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.
Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen
gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich,
entschuldige mich.
Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum
kann ich nicht kommen.
Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da
ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe
schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und
führe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen
herein.
Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du
befohlen hast; es ist aber noch Raum da.
Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die
Landstraßen und an die Zäune und nötige sie
hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde.
Denn ich sage euch, daß der Männer keiner, die
geladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.
Kreuz und Nachfolge
Es ging aber viel
Volks mit ihm; und er wandte sich und sprach zu ihnen:
So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater,
Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein
eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.
Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der
kann nicht mein Jünger sein.
Wer ist aber unter euch, der einen Turm bauen will, und
sitzt nicht zuvor und überschlägt die Kosten, ob er's
habe, hinauszuführen?
auf daß nicht, wenn er den Grund gelegt hat und
kann's nicht hinausführen, alle, die es sehen, anfangen,
sein zu spotten,
und sagen: Dieser Mensch hob an zu bauen und kann's nicht
hinausführen.
Oder welcher König will sich begeben in einen Streit
wider einen andern König und sitzt nicht zuvor und
ratschlagt, ob er könne mit zehntausend begegnen dem, der
über ihn kommt mit zwanzigtausend?
Wo nicht, so schickt er Botschaft, wenn jener noch ferne
ist, und bittet um Frieden.
Also auch ein jeglicher unter euch, der nicht absagt
allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.
Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz
kraftlos wird, womit wird man's würzen?
Es ist weder auf das Land noch in den Mist nütze,
sondern man wird's wegwerfen. Wer Ohren hat, zu hören, der
höre!
Verlorenes Schaf. Verlorener Groschen
Kapitel 15
Es nahten
aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie
ihn hörten.
Und die
Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser
nimmt die Sünder an und isset mit ihnen.
Er sagte
aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:
Welcher
Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, so er deren
eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der
Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er's
finde?
Und wenn
er's gefunden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden.
Und wenn
er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu
ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden,
das verloren war.
Ich sage
euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen
Sünder, der Buße tut, mehr als über
neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
Oder
welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie deren einen
verliert, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus
und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde?
Und wenn
sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen
und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen
gefunden, den ich verloren hatte.
Also auch, sage ich euch,
wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen
Sünder, der Buße tut.
Der verlorene Sohn
Und er
sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.
Und der
jüngere unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das
Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das
Gut.
Und nicht
lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und
zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit
Prassen.
Als er nun
all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung
durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben
und ging
hin und hängte sich an einen Bürger desselben Landes;
der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.
Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit Trebern,
die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm.
Da schlug
er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater,
die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger!
Ich will
mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater,
ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.
Ich bin
hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße;
mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
Und er
machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne
von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und
fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn.
Der Sohn
aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den
Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß
ich dein Sohn heiße.
Aber der
Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Kleid
hervor und tut es ihm an und gebet ihm einen Fingerreif an seine
Hand und Schuhe an seine Füße
und bringt
das Kalb, das wir gemästet haben, und schlachtet's; lasset
uns essen und fröhlich sein!
Denn
dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er
war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an,
fröhlich zu sein.
Aber
der ältere Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause
kam, hörte er das Singen und den Reigen
und rief
zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre.
Der aber
sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das
gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder hat.
Da ward er
zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus
und bat ihn.
Er aber
antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich
dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir
nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden
fröhlich wäre.
Nun aber
dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Dirnen verpraßt
hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
Er aber
sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles,
was mein ist, das ist dein.
Du
solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser
dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war
verloren und ist wiedergefunden.
Vom ungetreuen Haushalter
Kapitel 16
Er sprach
aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der
hatte einen Haushalter; der ward vor ihm beschuldigt, er vergeude
ihm seine Güter.
Und er
ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von
dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten! denn du kannst hinfort
nicht Haushalter sein.
Der
Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr
nimmt das Amt von mir; graben kann ich nicht, auch schäme
ich mich zu betteln.
Ich weiß
wohl, was ich tun will, daß sie mich in ihre Häuser
nehmen, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde.
Und er
rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für
sich, und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn
schuldig?
Er sprach:
Hundert Tonnen Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen
Schuldbrief, setze dich und schreib flugs fünfzig.
Danach
sprach er zu dem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er
sprach: Hundert Scheffel Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm
deinen Brief und schreib achtzig.
Und der
Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich
gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind untereinander
klüger als die Kinder des Lichts.
Und ich sage euch auch:
Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon,
auf daß, wenn es damit zu Ende ist, sie euch aufnehmen in
die ewigen Hütten.
Treue im Irdischen
Wer im Geringsten treu ist,
der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht
ist, der ist auch im Großen unrecht.
So ihr nun
mit dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das
wahre Gut anvertrauen?
Und so ihr
mit dem Fremden nicht treu seid, wer wird euch geben, was unser
ist?
Kein
Knecht kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen
und den andern lieben oder wird dem einen anhangen und den andern
verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Selbstgerechtigkeit. Stellung zum
Gesetz
Das alles
hörten die Pharisäer. Die waren geldgierig und
spotteten sein.
Und er
sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst als gerecht
hinstellet vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn
was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott.
Das
Gesetz und die Propheten reichen bis auf Johannes. Von da an wird
das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt
sich mit Gewalt hinein.
Es ist
aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß
ein Tüpfelchen vom Gesetz falle.
Wer sich
scheidet von seiner Frau und freit eine andere, der bricht die
Ehe; und wer die von dem Manne Geschiedene freit, der bricht auch
die Ehe.
Reicher Mann und armer Lazarus
Es war
aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und
köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in
Freuden.
Es war
aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür
voller Schwären
und
begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen
Tische fiel; dazu kamen auch noch die Hunde und leckten ihm seine
Schwären.
Es begab
ich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den
Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und
ward begraben.
Als er nun
bei den Toten war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah
Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
Und er
rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende
Lazarus, daß er das Äußerste seines Fingers ins
Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in
dieser Flamme.
Abraham
aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen
hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen;
nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt.
Und über
das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft
befestigt, daß, die da wollten von hier hinüberfahren
zu euch, könnten nicht, und auch nicht die von dort zu uns
herüber können.
Da sprach
er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines
Vaters Haus;
denn ich
habe noch fünf Brüder, daß er sie warne, auf daß
sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual.
Abraham
sprach: Sie haben Mose und die Propheten; laß sie dieselben
hören.
Er aber
sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu
ihnen ginge, so würden sie Buße tun.
Er sprach
zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden
sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufstünde.
Von Ärgernis und Vergebung
Kapitel 17
Er sprach
aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, daß
nicht Ärgernisse kommen; weh aber dem, durch welchen sie
kommen!
Es wäre
ihm besser, daß man einen Mühlstein an seinen Hals
hängte und würfe ihn ins Meer, als daß er einem
dieser Kleinen Ärgernis gibt.
Hütet
euch!
Wenn
dein Bruder sündigt, so halte es ihm vor; und wenn es ihn
reut, vergib ihm.
Und wenn
er siebenmal des Tages an dir sündigen würde und
siebenmal wiederkäme zu dir und spräche: Es reut mich!
so sollst du ihm vergeben.
Glaube und Werk
Und die Apostel
sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den Glauben!
Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein
Senfkorn und saget zu diesem Maulbeerbaum: Reiß dich aus
und versetze dich ins Meer! so wird er euch gehorsam sein.
Wer unter euch, der einen Knecht hat, der ihm
pflügt oder das Vieh weidet, sagt ihm, wenn er heimkommt vom
Felde: Komm sogleich und setze dich zu Tische?
Ist's nicht vielmehr so, daß er zu ihm sagt: Richte
zu, was ich zu Abend esse, schürze dich und diene mir, bis
ich esse und trinke; danach sollst du auch essen und trinken?
Danket er auch dem Knechte, daß er getan hat, was
ihm befohlen war?
So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen
ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan,
was wir zu tun schuldig waren.
Die zehn Aussätzigen
Und es begab
sich, da er reiste nach Jerusalem, zog er zwischen Samarien und
Galiläa hin.
Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige
Männer, die standen von ferne
und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber
Meister, erbarme dich unser!
Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und
zeiget euch den Priestern! Und es geschah, da sie hingingen,
wurden sie rein.
Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund
geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme
und fiel auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und
dankte ihm. Und das war ein Samariter.
Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn
rein geworden? Wo sind aber die neun?
Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und
gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling?
Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat
dir geholfen.
Vom Kommen des Gottesreichs
Da er
aber gefragt ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich
Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das
Reich Gottes kommt nicht so, daß man's mit Augen sehen
kann;
man wird auch nicht sagen:
Siehe, hier! oder: da! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten
unter euch.*
*Andere
Übersetzung: «Das Reich Gottes kommt nicht mit
äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen:
Siehe, hier! oder: da! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig
in euch.»
Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die
Zeit kommen, daß ihr werdet begehren, zu sehen einen der
Tage des Menschensohnes, und werdet ihn nicht sehen.
Und sie werden zu euch sagen: Siehe da! siehe, hier! Gehet
nicht hin und folget auch nicht.
Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzt und leuchtet
über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen
Sohn an seinem Tage sein.
Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden
von diesem Geschlecht.
Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch
geschehen in den Tagen des Menschensohnes:
sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen
sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging und die
Sintflut kam und brachte sie alle um.
Desgleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen,
sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie
bauten;
an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es
Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um.
Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn des
Menschen Sohn wird offenbar werden.
An demselben Tage, wer auf dem Dache ist und hat
seinen Hausrat im Hause, der steige nicht hernieder, ihn zu
holen. Desgleichen, wer auf dem Felde ist, der wende sich nicht
um nach dem, was hinter ihm ist.
Gedenket an Lots Weib!
Wer da sucht, seine Seele zu erhalten, der wird sie
verlieren; und wer sie verlieren wird, der wird ihr zum Leben
helfen.
Ich sage euch: In derselben Nacht werden zwei auf einem
Bette liegen; einer wird angenommen, der andere wird
verworfen werden.
Zwei werden mahlen miteinander; eine wird angenommen, die
andere wird verworfen werden.
<Zwei
werden auf dem Felde sein; einer wird angenommen, der andere wird
verworfen werden.>
Und sie antworteten und sprachen zu ihm:
Herr, wo? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da sammeln
sich auch die Geier.
Die bittende Witwe
Kapitel 18
Er
sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit
beten und nicht nachlassen solle,
und sprach: Es war ein Richter in einer
Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich
vor keinem Menschen.
Es war aber eine Witwe in derselben Stadt,
die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht vor meinem
Widersacher!
Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte
er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte
noch vor keinem Menschen scheue,
so will ich doch dieser Witwe, weil sie mir
so viel Mühe macht, ihr Recht schaffen, auf daß sie
nicht zuletzt komme und tue mir etwas an.
Da sprach der Herr: Höret hier, was der
ungerechte Richter sagt!
Sollte Gott nicht auch Recht schaffen
seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und
sollte er's bei ihnen lange hinziehen?
Ich sage euch: Er wird ihnen ihr Recht
schaffen in Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen
wird, meinest du, er werde den Glauben finden auf Erden?
Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner
Er sagte aber zu
etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm
wären, und verachteten die andern, dies Gleichnis:
Es gingen zwei
Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer,
der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer
stand und betete bei sich selbst: Ich danke dir, Gott, daß
ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte,
Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.
Ich faste zweimal
in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
Und der Zöllner
stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen
Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei
mir Sünder gnädig!
Ich sage euch:
Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus, nicht jener. Denn
wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer
sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
Jesus segnet die Kinder
Sie brachten auch
junge Kindlein zu ihm, daß er sie sollte anrühren. Da
es aber die Jünger sahen, fuhren sie sie an.
Aber Jesus rief
sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und
wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes.
Wahrlich, ich
sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der
wird nicht hineinkommen.
Jesus und der Reiche
Und es fragte ihn
ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muß ich tun,
daß ich das ewige Leben ererbe?
Jesus aber sprach
zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut als Gott
allein.
Du weißt
die Gebote: «Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht
töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch
Zeugnis reden; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.»
Er aber sprach:
Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.
Da Jesus das
hörte, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eins.
Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du
einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!
Da er aber das
hörte, ward er traurig; denn er war sehr reich.
Jesus aber sah
ihn an und sprach: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich
Gottes!
Es ist leichter,
daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr, als daß
ein Reicher in das Reich Gottes komme.
Da sprachen, die
das hörten: Wer kann dann selig werden?
Er aber sprach:
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott
möglich.
Vom Lohn der Nachfolge
Da sprach Petrus:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Er aber sprach zu
ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der ein Haus
verläßt oder Weib oder Brüder oder Eltern oder
Kinder um des Reiches Gottes willen,
der es nicht
vielfältig wieder empfange in dieser Zeit, und in der
zukünftigen Welt das ewige Leben.
Dritte Leidensankündigung
Er nahm aber zu
sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf
nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was
geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn.
Denn er wird
überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und
geschmäht und verspeit werden,
und sie werden
ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er
auferstehen.
Sie aber
verstanden der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und
wußten nicht, was das Gesagte war.
Der Blinde von Jericho
Es geschah aber,
als er nahe an Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und
bettelte.
Da er aber hörte
das Volk, das vorbeiging, forschte er, was das wäre.
Da verkündeten
sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber.
Und er rief und
sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein!
Die aber vornean
gingen, bedrohten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel
mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein!
Jesus aber stand
still und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber
nahe zu ihm brachten, fragte er ihn
und sprach: Was
willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß
ich wieder sehen möge.
Und Jesus sprach
zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.
Und alsbald ward
er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das
solches sah, lobte Gott.
Zachäus
Kapitel 19
Und er zog hinein
und ging durch Jericho.
Und siehe, da war
ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner
und war reich.
Und er begehrte,
Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk;
denn er war klein von Person.
Und er lief
voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn
sähe; denn allda sollte er durchkommen.
Und als Jesus kam
an die Stätte, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus,
steig eilend hernieder; denn ich muß heute in deinem Hause
einkehren.
Und er stieg
eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden.
Da sie das sahen,
murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er
eingekehrt.
Zachäus aber
trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte
meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand
betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder.
Jesus aber sprach
zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch
er ist Abrahams Sohn.
Denn des
Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was
verloren ist.
Die anvertrauten Pfunde
Da sie nun
zuhörten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum daß er
nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes werde
sogleich offenbar werden,
und sprach: Ein
Edler zog ferne in ein Land, daß er das Königtum
erlangte und dann wiederkäme.
Der ließ
zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu
ihnen: Handelt damit, bis daß ich wiederkomme!
Seine Bürger
aber waren ihm feind und schickten Botschaft ihm nach und ließen
sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche.
Und es begab
sich, da er wiederkam, nachdem er das Königtum erlangt
hatte, hieß er dieselben Knechte rufen, welchen er das Geld
gegeben hatte, daß er erführe, was ein jeglicher
erhandelt hätte.
Da trat herzu der
erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund erworben.
Und er sprach zu
ihm: Ei, du frommer Knecht, weil du bist im Geringsten treu
gewesen, sollst du Macht haben über zehn Städte.
Der zweite kam
und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund getragen.
Zu dem sprach er
auch: Und du sollst sein über fünf Städte.
Und der dritte
kam auch und sprach: Herr, siehe da, hier ist dein Pfund, welches
ich habe im Schweißtuch behalten;
ich fürchtete
mich vor dir, denn du bist ein harter Mann; du nimmst, was du
nicht hingelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.
Er sprach zu ihm:
Aus deinem Munde richte ich dich, du böser Knecht. Wußtest
du, daß ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht
hingelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe:
warum hast du
denn mein Geld nicht in die Wechselbank gegeben? Und wenn ich
gekommen wäre, hätte ich's mit Zinsen gefordert.
Und er sprach zu
denen, die dabeistanden: Nehmet das Pfund von ihm und gebet's
dem, der zehn Pfund hat.
Und sie sprachen
zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn Pfund.
Ich sage euch
aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der
nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
Doch jene meine
Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen
sollte, bringet her und macht sie vor mir nieder.
Und als er
solches sagte, zog er fort und reiste hinauf nach Jerusalem.
Einzug in Jerusalem
Und es begab
sich, als er sich Bethphage und Bethanien nahte und an den Berg
kam, der da Ölberg heißt, sandte er seiner Jünger
zwei
und sprach: Gehet
hin in den Ort, der gegenüberliegt. Und wenn ihr
hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf
welchem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und
bringet's her!
Und wenn euch
jemand fragt, warum ihr's losbindet, so saget: Der Herr bedarf
sein.
Und die gesandt
waren, gingen hin und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte.
Da sie aber das
Füllen losbanden, sprachen seine Herren zu ihnen: Warum
bindet ihr das Füllen los?
Sie aber
sprachen: Der Herr bedarf sein.
Und sie
brachten's zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen
und setzten Jesus darauf.
Da er nun hinzog,
breiteten sie ihre Kleider auf den Weg.
Und da er schon
nahe am Abhang des Ölbergs war, fing an der ganze Haufe
seiner Jünger, fröhlich Gott zu loben mit lauter Stimme
über alle Taten, die sie gesehen hatten,
und sprachen:
Gelobt sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn!
Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
Und etliche der
Pharisäer im Volk sprachen zu ihm: Meister, wehre doch
deinen Jüngern!
Er antwortete und
sprach zu ihnen: Ich sage euch: Wenn diese werden schweigen, so
werden die Steine schreien.
Jesus weint über Jerusalem
Und als er nahe
hinzukam, sah er die Stadt an und weinte über sie
und sprach: Wenn
doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zu deinem Frieden
dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen.
Denn es werden
über dich die Tage kommen, daß deine Feinde werden um
dich und deine Kinder einen Wall aufwerfen, dich belagern und an
allen Orten ängstigen;
und werden dich
schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß
du nicht erkannt hast die Zeit, darin du heimgesucht bist.
Reinigung des Tempels
Und er ging in
den Tempel und fing an auszutreiben, die da verkauften,
und sprach zu
ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7):
«Mein Haus soll ein Bethaus sein»; ihr aber habt's
gemacht zur Räuberhöhle.
Und er lehrte
täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und
Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten danach,
daß sie ihn umbrächten,
und fanden nicht,
wie sie es machen sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörte
ihn.
Die Frage nach Jesu Vollmacht
Kapitel 20
Und es begab sich
an der Tage einem, als er das Volk lehrte im Tempel und predigte
das Evangelium, da traten zu ihm die Hohenpriester und
Schriftgelehrten mit den Ältesten
und sagten zu ihm und sprachen: Sage uns, aus was für
Vollmacht tust du das? oder wer hat dir solche Vollmacht gegeben?
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch
ein Wort fragen; saget mir:
Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von
Menschen?
Sie aber bedachten's bei sich selbst und sprachen: Sagen
wir, vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht
geglaubt?
Sagen wir aber, von Menschen, so wird uns alles Volk
steinigen; denn sie bestehen darauf, daß Johannes ein
Prophet sei.
Und sie antworteten, sie wüßten nicht, wo sie
her wäre.
Und Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht,
aus was für Vollmacht ich das tue.
Die bösen Weingärtner
Er fing aber an,
zu sagen dem Volk dies Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen
Weinberg und gab ihn an Weingärtner in Pacht und zog außer
Landes eine gute Zeit.
Und zu seiner Zeit sandte er einen Knecht zu den
Weingärtnern, daß sie ihm gäben von der Frucht
des Weinbergs. Aber die Weingärtner schlugen ihn und ließen
ihn leer von sich.
Und er sandte noch einen andern Knecht; sie aber schlugen
den auch und höhnten ihn und ließen ihn leer von sich.
Und er sandte noch einen dritten; sie aber schlugen auch
den blutig und stießen ihn hinaus.
Da sprach der Herr des Weinberges: Was soll ich tun? Ich
will meinen lieben Sohn senden; vor dem werden sie sich doch
scheuen.
Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, dachten sie
bei sich selbst und sprachen: Das ist der Erbe; kommt, lasset uns
ihn töten, daß das Erbe unser sei!
Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und
töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinberges ihnen tun?
Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und
seinen Weinberg andern geben.
Da sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne!
Er aber sah sie an und sprach: Was ist dann das, was
geschrieben steht (Psalm 118,22):
«Der Stein, den
die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden»?
Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf
wen aber er fällt, den wird er zermalmen.
Und die Schriftgelehrten und Hohenpriester trachteten
danach, wie sie die Hände an ihn legten noch zu derselben
Stunde, und fürchteten sich vor dem Volk; denn sie
verstanden, daß er auf sie dies Gleichnis gesagt hatte.
Der Zinsgroschen
Und sie stellten
ihm nach und sandten Leute aus, die sich stellen sollten, als
wären sie fromm, auf daß sie ihn in seiner Rede
fingen, damit sie ihn überantworten könnten der
Obrigkeit und Gewalt des Landpflegers.
Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß
du aufrichtig redest und lehrest und achtest keines Menschen
Ansehen, sondern du lehrest den Weg Gottes recht.
Ist's recht, daß wir dem Kaiser Steuer geben, oder
nicht?
Er aber merkte ihre List und sprach zu ihnen:
Zeiget mir einen Groschen! Wes Bild und Aufschrift hat er?
Sie aber sprachen: Des Kaisers.
Er aber sprach zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des
Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
Und sie konnten ihn nicht
fassen bei dem Wort vor dem Volk und verwunderten sich seiner
Antwort und schwiegen stille.
Die Auferstehung der Toten
Da traten zu ihm etliche der
Sadduzäer, welche dafür halten, es gebe kein
Auferstehen, und fragten ihn
und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben (5.
Mose 25,5.6): «Wenn
jemandes Bruder stirbt, der eine Frau hat, und er stirbt
kinderlos, so soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder
Nachkommen erwecken.»
Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und
starb kinderlos.
Und der zweite nahm sie,
und der dritte, desgleichen alle sieben und hinterließen
keine Kinder und starben.
Zuletzt starb auch die Frau.
Nun in der Auferstehung, wessen Frau wird sie sein unter
ihnen? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt freien
und lassen sich freien;
welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen
und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch
sich freien lassen.
Denn sie können auch hinfort nicht sterben; denn sie
sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder sind
der Auferstehung.
Daß aber die Toten auferstehen, darauf hat auch Mose
gedeutet bei dem Dornbusch, da er den Herrn heißt Gott
Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs (2.
Mose 3,6).
Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen
Gott; denn sie leben ihm alle.
Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und
sprachen: Meister, du hast recht gesagt.
Und sie wagten ihn hinfort nichts mehr zu fragen.
Davids Sohn und Herr
Er sprach aber zu
ihnen: Wie sagen sie, der Christus sei Davids Sohn?
Und er selbst, David, spricht im Psalmbuch (Psalm
110,1): «Der Herr hat
gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,
bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner
Füße.»
David nennt ihn also einen Herrn; wie ist er dann sein
Sohn?
Da aber alles Volk zuhörte, sprach er zu
seinen Jüngern:
Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die da wollen
einhergehen in langen Kleidern und lassen sich gerne grüßen
auf dem Markte und sitzen gerne obenan in den Synagogen und bei
Tisch;
sie fressen der Witwen Häuser und verrichten zum
Schein lange Gebete. Die werden desto schwereres Urteil
empfangen.
Scherflein der Witwe
Kapitel 21
Er sah aber auf
und schaute die Reichen, wie sie ihre Opfer einlegten in den
Gotteskasten.
Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte zwei
Scherflein ein.
Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe
hat mehr als sie alle eingelegt.
Denn diese alle haben aus ihrem Überfluß
eingelegt zu den Opfern; sie aber hat von ihrer Armut alles
eingelegt, wovon sie lebte.
Vom Kommen Christi
Und da etliche sagten von dem
Tempel, daß er geschmückt wäre mit feinen Steinen
und Kleinodien, sprach er:
Es wird die Zeit kommen, in
welcher von dem allem, was ihr sehet, nicht ein Stein auf dem
andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde.
Sie fragten ihn aber
und sprachen: Meister, wann soll das werden? und welches ist das
Zeichen, wann das geschehen wird?
Er aber sprach: Sehet zu,
lasset euch nicht verführen. Denn viele werden kommen unter
meinem Namen und sagen: Ich bin's, und: Die Zeit ist
herbeigekommen. - Folget ihnen nicht nach!
Wenn ihr aber hören
werdet von Kriegen und Empörungen, so entsetzet euch nicht.
Denn solches muß zuvor geschehen; aber das Ende ist noch
nicht so bald da.
Dann sprach er zu ihnen: Ein
Volk wird sich erheben wider das andere und ein Reich wider das
andere,
und es werden geschehen große
Erdbeben und hin und her Pestilenz und teure Zeit; auch werden
Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel geschehen.
Aber vor diesem allem
werden sie die Hände an euch legen und euch verfolgen und
werden euch überantworten in ihre Synagogen und Gefängnisse
und vor Könige und Fürsten ziehen um meines Namens
willen.
Das wird euch zu Zeugen
machen.
So nehmet nun zu Herzen, daß
ihr nicht sorget, wie ihr euch verantworten sollt.
Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, welcher nicht
sollen widerstehen noch widersprechen können alle eure
Widersacher.
Ihr werdet aber überantwortet werden von den Eltern,
Brüdern, Verwandten und Freunden; und sie werden euer
etliche töten.
Und ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines
Namens willen.
Und kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen.
Wenn ihr beharret, werdet ihr euer Leben gewinnen.
Wenn ihr aber sehen
werdet Jerusalem belagert von einem Heer, so merket, daß
herbeigekommen ist seine Verwüstung.
Alsdann, wer in Judäa
ist, der fliehe auf das Gebirge, und wer in der Stadt ist, der
gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, der komme nicht herein.
Denn das sind die Tage der
Vergeltung, damit erfüllt werde alles, was geschrieben ist.
Weh aber den Schwangeren und
Säugenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf
Erden sein und ein Zorn über dies Volk,
und sie werden fallen durch
des Schwertes Schärfe und gefangen geführt unter alle
Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden,
bis daß der Heiden Zeit erfüllt ist.
Und es werden Zeichen
geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den
Leuten bange sein, und sie werden zagen, denn das Meer und die
Wasserwogen werden brausen,
und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor
Warten der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde;
denn auch der Himmel Kräfte werden ins Wanken kommen.
Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in
einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf
und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung
naht.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den
Feigenbaum und alle Bäume:
wenn sie jetzt ausschlagen und ihr sehet's, so wißt
ihr selber, daß jetzt der Sommer nahe ist.
So auch ihr: wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset,
daß das Reich Gottes nahe ist.
Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht
vergehen, bis daß es alles geschehe.
Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte
vergehen nicht.
Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht
beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der
Nahrung und dieser Tag nicht schnell über euch komme wie ein
Fallstrick;
denn er wird unversehens hereinbrechen über alle, die
auf Erden wohnen.
So seid nun wach allezeit und betet, daß ihr stark
werden möget, zu entfliehen diesem allem, was geschehen
soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.
Und er lehrte des Tages im Tempel; des Nachts aber
ging er hinaus und blieb über Nacht an dem Berg, den man den
Ölberg heißt.
Und alles Volk machte sich frühe auf zu ihm, im
Tempel ihn zu hören.
Verrat des Judas
Kapitel 22
Es war aber nahe
das Fest der ungesäuerten Brote, das da Ostern
heißt.
Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten
danach, wie sie ihn töteten; denn sie fürchteten sich
vor dem Volk.
Es war aber der Satan gefahren in den Judas,
genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe.
Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit
den Hauptleuten, wie er ihn wollte ihnen überantworten.
Und sie wurden froh und versprachen, ihm Geld zu geben.
Und er sagte es zu und suchte Gelegenheit, daß er
ihn überantwortete ohne Lärm.
Das heilige Abendmahl
Es kam nun der
Tag der ungesäuerten Brote, an welchem man das Osterlamm
opfern mußte.
Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin,
bereitet uns das Osterlamm, auf daß wir's essen.
Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir's
bereiten?
Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die
Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen
Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht,
und saget zu dem Hausherrn: Der Meister läßt
dir sagen: Wo ist das Gemach, darin ich das Osterlamm essen kann
mit meinen Jüngern?
Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit
Polstern versehen ist; daselbst bereitet es.
Sie gingen hin und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte,
und bereiteten das Osterlamm.
Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und
die Apostel mit ihm.
Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies
Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide.
Denn ich sage euch, daß ich es hinfort nicht mehr
essen werde, bis daß es seine Erfüllung findet im
Reich Gottes.
Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet ihn und
teilet ihn unter euch;
denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht trinken von
dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.
Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's
ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben
wird; das tut zu meinem Gedächtnis.
Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Mahl und
sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das
für euch vergossen wird.
Doch siehe, die Hand
meines Verräters ist mit mir über Tische.
Denn des Menschen Sohn geht
zwar hin, wie es beschlossen ist; doch weh dem Menschen, durch
welchen er verraten wird!
Und sie fingen an, zu fragen
unter sich selbst, welcher es wohl wäre unter ihnen, der das
tun würde.
Gespräche mit den Jüngern
Es erhob sich auch ein Zank
unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten
gehalten werden.
Er aber sprach zu ihnen: Die
Könige der Völker herrschen, und ihre Mächtigen
heißet man gnädige Herren.
Ihr aber nicht also! Sondern
der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste,
und der Vornehmste wie ein Diener.
Denn welcher ist größer:
der zu Tische sitzt oder der da dient? Ist's nicht der, der zu
Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.
Ihr aber seid's, die
ihr beharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen.
Und ich will euch das Reich
bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat,
daß ihr essen und
trinken sollt an meinem Tische in meinem Reich und sitzen auf
Thronen und richten die Zwölf Stämme Israels.
Simon, Simon, siehe,
der Satan hat euer begehrt, daß er euch möchte sichten
wie den Weizen.
Ich aber habe für dich gebeten, daß dein
Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich
bekehrst, so stärke deine Brüder.
Er sprach aber zu ihm: Herr,
ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu
gehen.
Er aber sprach: Petrus, ich
sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du
dreimal geleugnet hast, daß du mich kennest.
Und er sprach zu ihnen:
Sooft ich euch ausgesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne
Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie.
Da sprach er zu ihnen: Aber
nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die
Tasche, und wer's nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein
Schwert.
Denn ich sage euch: Es muß
auch das noch vollendet werden an mir, was geschrieben steht
(Jesaja 53,12):
«Er ist unter die Übeltäter gerechnet.»
Denn was von mir geschrieben ist, wird auch vollendet.
Sie sprachen aber: Herr,
siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist
genug.
Jesus in Gethsemane
Und er ging
hinaus nach seiner Gewohnheit an den Ölberg. Es folgten ihm
aber seine Jünger.
Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf
daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
Und er riß sich von
ihnen einen Steinwurf weit und kniete nieder, betete
und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von
mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
Es erschien ihm aber ein Engel
vom Himmel und stärkte ihn.
Und es geschah, daß er
mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß
wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.
Und er stand auf von dem Gebet
und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafen vor
Traurigkeit
und sprach zu ihnen: Was
schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf daß ihr nicht in
Anfechtung fallet!
Jesu Gefangennahme
Als er aber noch redete, da
kam die Schar; und einer von den Zwölfen, der mit dem Namen
Judas, ging vor ihnen her und nahte sich zu Jesus, ihn zu küssen.
Jesus aber sprach zu ihm:
Judas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?
Als aber sahen, die um ihn
waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen
wir mit dem Schwert dreinschlagen?
Und einer von ihnen schlug
nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.
Jesus aber antwortete und
sprach: Haltet ein! Und er rührte sein Ohr an und heilte
ihn.
Jesus aber sprach zu den
Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten,
die zu ihm hergekommen waren: Ihr seid wie zu einem Mörder
mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen.
Ich bin täglich bei euch
im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt. Aber
dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.
Verleugnung des Petrus
Sie griffen ihn aber und
führten ihn hin und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus.
Petrus aber folgte von ferne.
Da zündeten sie ein Feuer
an mitten im Hof und setzten sich zusammen; und Petrus setzte
sich unter sie.
Da sah ihn eine Magd beim
Feuer sitzen und sah genau auf ihn und sprach: Dieser war auch
mit ihm.
Er ab er leugnete und sprach:
Weib, ich kenne ihn nicht.
Und über eine kleine
Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch deren einer.
Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht.
Und über eine Weile, wohl
nach einer Stunde, bekräftigte es ein anderer und sprach:
Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer.
Petrus aber sprach: Mensch,
ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, da er noch
redete, krähte der Hahn.
Und der Herr wandte sich und
sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu
ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn heute kräht, wirst du mich
dreimal verleugnen.
Und Petrus ging hinaus und
weinte bitterlich.
Vor dem Hohen Rat
Die Männer aber, die
Jesus hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn,
verdeckten ihn und fragten und
sprachen: Weissage, wer ist's, der dich schlug?
Und viele andre Lästerungen
sagten sie wider ihn.
Und als es Tag ward,
sammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester
und Schriftgelehrten und führten ihn hinauf vor ihren Rat
und sprachen: Bist du der
Christus, so sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's
euch, so glaubet ihr's nicht;
frage ich aber, so antwortet
ihr nicht.
Aber von nun an wird des
Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes.
Da sprachen sie alle: Bist
du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagt's, ich bin's.
Sie aber sprachen: Was
bedürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben's selbst gehört
aus seinem Munde.
Vor Pilatus
Kapitel 23
Und der ganze Haufe stand auf,
und sie führten ihn vor Pilatus
und fingen an, ihn zu
verklagen, und sprachen: Diesen haben wir gefunden, wie er unser
Volk abwendig macht und verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben,
und spricht, er sei Christus, ein König.
Pilatus aber fragte ihn und
sprach: Bist du der Juden König? Er antwortete ihm und
sprach: Du sagst es.
Pilatus sprach zu den
Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Schuld an diesem
Menschen.
Sie aber wurden noch
ungestümer und sprachen: Er wiegelt das Volk auf damit, daß
er lehrt hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in
Galiläa angefangen bis hierher.
Jesus und Herodes
Da aber Pilatus das hörte,
fragte er, ob der Mensch aus Galiläa wäre.
Und als er vernahm, daß
er unter des Herodes Obrigkeit gehörte, sandte er ihn zu
Herodes, welcher in den Tagen auch zu Jerusalem war.
Da aber Herodes Jesus sah,
ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gerne
gesehen; denn er hatte von ihm gehört und hoffte, er würde
ein Zeichen von ihm sehen.
Und er fragte ihn mancherlei.
Er aber antwortete ihm nichts.
Die Hohenpriester aber und
Schriftgelehrten standen dabei und verklagten ihn hart.
Aber Herodes mit seinem
Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes
Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus.
Auf den Tag wurden Pilatus und
Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind.
Jesu Verurteilung
Pilatus aber rief die
Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen
und sprach zu ihnen: Ihr habt
diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk abwendig
mache; und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und finde an
dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldigt;
Herodes auch nicht, denn er
hat ihn uns zurückgesandt. Und siehe, er hat nichts getan,
was des Todes wert sei.
Ich will ihn also züchtigen
lassen und losgeben.
<Denn
er mußte ihnen einen nach Gewohnheit des Festes losgeben.>
Da schrie der ganze Haufe und
sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas los!
Der war um eines Aufruhrs,
welcher in der Stadt geschehen war, und um eines Mordes willen
ins Gefängnis geworfen.
Da rief Pilatus abermals ihnen
zu, weil er Jesus losgeben wollte.
Sie riefen aber und sprachen:
Kreuzige, kreuzige ihn!
Er aber sprach zum dritten Mal
zu ihnen: Was hat denn dieser Übles getan? Ich finde nichts
an ihm, das den Tod verdient hätte; darum will ich ihn
züchtigen und losgeben.
Aber sie lagen ihm an mit
großem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt
würde. Und ihr Geschrei nahm überhand.
Und Pilatus urteilte, daß
ihre Bitte geschähe,
und ließ den los, der um
Aufruhrs und Mordes willen war ins Gefängnis geworfen, um
welchen sie baten; aber Jesus übergab er ihrem Willen.
Auf dem Wege nach Golgatha
Und als sie ihn hinführten,
ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der vom Felde kam, und
legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesus nachtrüge.
Es folgte ihm aber nach
ein großer Haufe Volks und Frauen, die klagten und
beweinten ihn.
Jesus aber wandte sich um zu
ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht
über mich, sondern weinet über euch selbst und über
eure Kinder.
Denn siehe, es wird die Zeit
kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren
und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die
nicht genährt haben!
Dann werden sie anfangen, zu
sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln:
Decket uns!
Denn so man das tut am grünen
Holz, was will am dürren werden?
Kreuzigung und Tod
Es wurden aber auch noch hingeführt andere, zwei
Übeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden.
Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt
Schädelstätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die
Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur
Linken.
Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen
nicht, was sie tun! Und sie teilten seine Kleider und warfen
das Los darum.
Und das Volk stand und sah zu.
Auch die Obersten spotteten und sprachen: Er hat andern geholfen;
er helfe sich selber, ist er der Christus, der Auserwählte
Gottes.
Es verspotteten ihn auch die
Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig
und sprachen: Bist du der
Juden König, so hilf dir selber!
Es war aber auch über ihm
die Überschrift: Dies ist der Juden König.
Aber der Übeltäter
einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist
du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!
Da antwortete der andere,
strafte ihn und sprach: Fürchtest du dich auch nicht vor
Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?
Und wir zwar sind mit Recht
darin, denn wir empfangen, was unsre Taten wert sind; dieser aber
hat nichts Unrechtes getan.
Und er sprach: Jesus, gedenke
an mich, wenn du in dein Reich kommst!
Und Jesus sprach zu ihm:
Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese
sein.
Und es war schon um die
sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze
Land bis an die neunte Stunde,
und die Sonne verlor ihren
Schein, und der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei.
Und Jesus rief laut und
sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!
Und als er das gesagt, verschied er.
Da aber der Hauptmann
sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr,
dieser ist ein frommer Mensch gewesen!
Und alles Volk, das dabei war
und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre
Brust und kehrten wieder um.
Es standen aber alle seine
Bekannten von ferne und die Frauen, die ihm aus Galiläa
waren nachgefolgt, und sahen das alles.
Jesu Grablegung
Und siehe, da war ein Mann mit
Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann
und hatte nicht gewilligt in ihren Rat und Handel. Er war
von Arimathia, einer Stadt der Juden, einer, der auf das Reich
Gottes wartete.
Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu
und nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in
ein gehauenes Grab, darinnen niemand je gelegen hatte.
Und es war Rüsttag,
und der Sabbat brach an.
Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen
waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib
gelegt ward.
Sie kehrten aber um und bereiteten Spezerei und Salben.
Und den Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz.
Die Auferstehung
Kapitel 24
Aber am ersten
Tage der Woche sehr früh kamen sie zum Grabe und trugen die
Spezerei, die sie bereitet hatten.
Sie fanden aber den Stein abgewälzt von dem Grabe
und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus
nicht.
Und da sie darum bekümmert waren, siehe, da traten zu
ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern.
Und sie erschraken und schlugen ihr Angesicht nieder zur
Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen
bei den Toten?
Er ist nicht hier; er ist auferstanden. Gedenket
daran, wie er euch sagte, da er noch in Galiläa war
und sprach: Des Menschen Sohn
muß überantwortet werden in die Hände der Sünder
und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.
Und sie gedachten an seine
Worte.
Und sie gingen wieder vom
Grabe und verkündigten das alles den elf Jüngern und
den andern allen.
Es war aber Maria Magdalena
und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die andern mit
ihnen, die solches den Aposteln sagten.
Und es erschienen ihnen diese
Worte, als wären's Märchen, und glaubten ihnen nicht.
<Petrus
aber stand auf und lief zum Grabe und bückte sich hinein und
sah nur die leinenen Tücher und ging davon und wunderte sich
über das, was geschehen war.>
Die Emmausjünger
Und siehe, zwei
von ihnen gingen an demselben Tage in einen Ort, der lag von
Jerusalem bei zwei Stunden Wegs; des Name heißt Emmaus.
Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.
Und es geschah, da sie so redeten und besprachen sich
miteinander, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht
erkannten.
Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die
ihr zwischen euch handelt unterwegs? Da blieben sie traurig
stehen.
Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu
ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht
wisse, was in diesen Tagen darin geschehen ist?
Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu
ihm: Das von Jesus von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig
von Taten und Worten vor Gott und allem Volk;
wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet
haben zur Verdammnis des Todes und gekreuzigt.
Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen
würde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß
solches geschehen ist.
Auch haben uns erschreckt etliche Frauen aus unserer
Mitte; die sind frühe bei dem Grabe gewesen,
haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie
haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, welche sagen, er lebe.
Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden's
so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.
Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und trägen
Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben!
Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner
Herrlichkeit eingehen?
Und fing an bei Mose und allen
Propheten und legte ihnen in der ganzen Schrift aus, was darin
von ihm gesagt war.
Und sie kamen nahe zu dem
Orte, da sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er
weitergehen.
Und sie nötigten ihn und
sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der
Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu
bleiben.
Und es geschah, da er mit
ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und
gab's ihnen.
Da wurden ihre Augen geöffnet,
und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.
Und sie sprachen
untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns
redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete?
Und sie standen auf zu
derselben Stunde, kehrten wieder nach Jerusalem und fanden die
Elf versammelt und die bei ihnen waren,
welche sprachen: Der Herr
ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.
Und sie erzählten ihnen,
was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wäre,
als er das Brot brach.
Erscheinungen des Auferstandenen.
Missionsbefehl
Da sie aber davon redeten,
trat er selbst, Jesus, mitten unter sie <und
sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!>.
Sie erschraken aber und
fürchteten sich, meinten, sie sähen einen Geist.
Und er sprach zu ihnen: Was
seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer
Herz?
Sehet meine Hände und
meine Füße, ich bin's selber. Fühlet mich an und
sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet,
daß ich habe.
<Und
als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die
Füße.>
Da sie aber noch nicht
glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen:
Habt ihr hier etwas zu essen?
Und sie legten ihm vor ein
Stück von gebratenem Fisch <und
Honigseim>.
Und er nahm's und aß vor
ihnen.
Er sprach aber zu ihnen: Das
ist's, was ich zu euch sagte, als ich noch bei euch war: es muß
alles erfüllt werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz
des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.
Da öffnete er ihnen das
Verständnis, daß sie die Schrift verstanden,
und sprach zu ihnen: Also
ist's geschrieben, daß Christus mußte leiden und
auferstehen von den Toten am dritten Tage;
und daß gepredigt werden muß in seinem
Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen
Völkern. Hebt an zu Jerusalem
und seid des alles Zeugen.
Und siehe, ich will auf euch
senden die Verheißung meines Vaters. Ihr aber sollt in der
Stadt bleiben, bis daß ihr angetan werdet mit Kraft aus der
Höhe.
Er führte sie aber
hinaus bis nach Bethanien und hob die Hände auf und segnete
sie.
Und es geschah, da er sie
segnete, schied er von ihnen <und
fuhr auf gen Himmel>.
Sie aber kehrten wieder nach
Jerusalem mit großer Freude
und waren allewege im Tempel
und priesen Gott.
DAS
EVANGELIUM NACH JOHANNES 1-10
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