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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER BRIEF DES
JAKOBUS
Kapitel 1 - 5
Kapitel 1
Jakobus, ein Knecht Gottes und
des Herrn Jesus Christus,
den zwölf Stämmen
in der Zerstreuung Freude zuvor!
Der Christ in der Anfechtung
Meine lieben Brüder,
achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei
Anfechtung fallet,
und wisset, daß euer
Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt.
Die Geduld aber soll ihr Werk
tun bis ans Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ohne
Tadel und kein Mangel an euch sei.
Wenn aber jemandem
unter euch Weisheit mangelt, der * bitte Gott, der da gern gibt
jedermann und allen mit Güte begegnet, so wird ihm gegeben
werden.
*Sprüche
2,3-6.
Er bitte aber im Glauben und
zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die
Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird.
Solcher Mensch denke nicht,
daß er etwas von dem Herrn empfangen werde.
Ein Zweifler ist unbeständig
in allen seinen Wegen.
Ein Bruder aber, der
niedrig ist, rühme sich seiner Höhe;
und der da reich ist, rühme
sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er
vergehen.
Die Sonne geht auf mit der
Hitze, und das Gras verwelkt, und seine Blume fällt ab, und
seine schöne Gestalt verdirbt: so wird der Reiche in seinen
Wegen verwelken.
Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn
nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens
empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb
haben.
Der Ursprung der Versuchung
Niemand sage, wenn er versucht
wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht
versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand.
Sondern ein jeglicher wird
versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt
wird.
Danach, wenn die Lust
empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber,
wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod.
Irret nicht, liebe Brüder.
Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben
herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine
Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.
Er hat uns geschaffen nach
seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir
wären Erstlinge seiner Kreaturen.
Hörer und Täter
Wisset, liebe Brüder, ein
jeglicher Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden,
langsam zum Zorn.
Denn des Menschen Zorn tut
nicht, was vor Gott recht ist.
Darum so leget ab alle
Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit
Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen
selig machen.
Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer
allein, wodurch ihr euch selbst betrüget.
Denn so jemand ist ein Hörer
des Worts und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann,
der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschaut.
Denn nachdem er sich beschaut
hat, geht er davon und vergißt von Stund an, wie er
gestaltet war.
Wer aber durchschaut in das
vollkommene Gesetz der Freiheit und darin beharrt und ist nicht
ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter, der
wird selig sein in seiner Tat.
Wenn sich jemand läßt
dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im
Zaum, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst gilt
nichts.
Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem
Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal
besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.
Kein Ansehen der Person
Kapitel 2
Liebe Brüder,
haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der
Herrlichkeit, frei von aller Ansehung der Person.
Denn so in eure Versammlung käme ein Mann mit einem
goldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide, es käme aber
auch ein Armer in einem unsaubern Kleide,
und ihr sähet auf den, der das herrliche Kleid trägt,
und sprächet zu ihm: Setze du dich her aufs beste! und
sprächet zu dem Armen: Stehe du dort! oder: Setze dich unten
her zu meinen Füßen! -
ist's recht, daß ihr solchen Unterschied bei euch
selbst macht und richtet nach argen Gedanken?
Höret zu, meine lieben Brüder! Hat nicht
Gott erwählt die Armen auf dieser Welt, daß sie am
Glauben reich seien und Erben des Reichs, welches er verheißen
hat denen, die ihn lieb haben?
Ihr aber habt dem Armen Unehre getan. Sind es nicht die
Reichen, die Gewalt an euch üben und ziehen euch vor
Gericht?
Verlästern sie nicht den guten Namen, der über
euch genannt ist?
Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der
Schrift (3. Mose 19,18):
«Liebe deinen
Nächsten wie dich selbst», so tut ihr wohl;
wenn ihr aber die Person ansehet, tut ihr Sünde und
werdet überführt vom Gesetz als Übertreter.
Denn so jemand das ganze Gesetz hält und sündiget
an einem, der ist's ganz schuldig.
Denn der da gesagt hat (2.
Mose 20,13.14): «Du
sollst nicht ehebrechen», der hat auch gesagt: «Du
sollst nicht töten.» Wenn du nun nicht die Ehe
brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des
Gesetzes.
Redet so und handelt so wie
Leute, die dereinst durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden.
Denn es wird ein
unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht
Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber rühmt sich
wider das Gericht.
Glaube und Werke
Was hilft's, liebe Brüder,
so jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann
auch der Glaube ihn selig machen?
Wenn aber ein Bruder oder eine
Schwester bloß wäre und Mangel hätte an der
täglichen Nahrung
und jemand unter euch spräche
zu ihnen: Gehet hin in Frieden! Wärmet euch und sättiget
euch! ihr gäbet ihnen aber nicht, was dem Leibe not ist: was
hülfe ihnen das?
So auch der Glaube, wenn er
nicht Werke hat, ist er tot in sich selber.
Aber es könnte
jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke; zeige mir
deinen Glauben ohne die Werke, so will ich dir meinen Glauben
zeigen aus meinen Werken.
Du glaubst, daß nur
einer Gott ist? Du tust wohl daran; die Teufel glauben's auch und
zittern.
Willst du aber erkennen, du
törichter Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot ist?
Ist nicht Abraham, unser
Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf
dem Altar opferte?
1. Mose
22,9.10.12.
Da siehest du, daß der
Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken und durch die Werke
der Glaube vollkommen geworden ist,
und so ist die Schrift
erfüllt, die da spricht (1. Mose
15,6): «Abraham hat
Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet»,
und ward «ein Freund Gottes» geheißen (Jesaja
41,8).
So sehet ihr nun, daß
der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein.
Ist nicht desgleichen die Hure
Rahab durch Werke gerecht geworden, da sie die Boten aufnahm und
ließ sie auf einem andern Weg hinaus?
Denn gleichwie der Leib ohne
Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.
Die Zucht der Zunge
Kapitel 3
Liebe Brüder, werfe sich
nicht ein jeder zum Lehrer auf, sondern bedenkt, daß wir
Lehrer ein strengeres Urteil empfangen werden.
Denn wir fehlen alle
mannigfaltig. Wer aber auch im Wort nicht fehlet, der ist ein
vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.
Wenn wir den Pferden den Zaum
ins Maul legen, daß sie uns gehorchen, so lenken wir ihren
ganzen Leib.
Siehe, auch die Schiffe, ob
sie wohl so groß sind und von starken Winden getrieben
werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wo der
hin will, der es regiert.
So ist auch die Zunge ein
kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein
kleines Feuer, welch einen Wald zündet's an!
Und die Zunge ist auch ein
Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist die Zunge unter
unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib, sie setzt des
Lebens Kreis in Flammen und ist selbst von der Hölle
entzündet.
Denn die Natur aller Tiere und
Vögel und Schlangen und Meerwunder wird gezähmt und ist
gezähmt von der menschlichen Natur,
aber die Zunge kann kein
Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen
Giftes.
Durch sie loben wir den Herrn
und Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, die nach dem
Bilde Gottes gemacht sind.
Aus einem Munde geht
Loben und Fluchen. Es soll, liebe Brüder, nicht so sein.
Läßt denn die
Quelle aus einem Loch Süßes und Bitteres
fließen?
Kann auch, liebe Brüder,
ein Feigenbaum Ölbeeren oder ein Weinstock Feigen tragen? So
kann auch eine salzige Quelle nicht süßes Wasser
geben.
Die wahre Weisheit
Wer ist weise und klug unter
euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut
und Weisheit.
Habt ihr aber bittern Neid und
Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht und lüget
nicht wider die Wahrheit.
Das ist nicht die Weisheit,
die von oben herab kommt, sondern sie ist irdisch, menschlich und
teuflisch.
Denn wo Neid und Zank ist, da
ist Unordnung und allerlei böses Ding.
Die Weisheit aber von oben her
ist aufs erste lauter, danach friedsam, gelinde, läßt
sich etwas sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte,
unparteiisch, ohne Heuchelei.
Die Frucht aber der
Gerechtigkeit wird gesät im Frieden denen, die Frieden
halten.
Warnung vor Unfriede und Weltsinn
Kapitel 4
Woher kommt Streit und Krieg
unter euch? Kommt's nicht daher: aus euren Lüsten, die da
streiten in euren Gliedern?
Ihr seid begierig und
erlanget's damit nicht; ihr mordet und neidet und gewinnet damit
nichts; ihr streitet und kämpfet. Ihr habt nicht, darum daß
ihr nicht bittet;
ihr bittet und empfanget
nicht, darum daß ihr übel bittet, nämlich darum,
daß ihr's in euren Lüsten verzehren wollt.
Ihr Abtrünnigen,
wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes
Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes
Feind sein.
Oder meint ihr, die Schrift
sage umsonst: Der Geist, den Gott hat in uns wohnen lassen,
begehrt und eifert?
Er gibt aber desto reichlicher
Gnade. Darum heißt es (Sprüche
3,34): «Gott widersteht
den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.»
So seid nun Gott untertänig.
Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch.
Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. Reiniget
die Hände, ihr Sünder, und heiliget eure Herzen, ihr
Wankelmütigen.
Werdet eures Elends inne und
traget Leid und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen und
eure Freude in Traurigkeit.
Demütiget euch vor dem
Herrn, so wird er euch erhöhen.
Verlästert
einander nicht, liebe Brüder. Wer seinen Bruder verlästert
oder richtet seinen Bruder, der verlästert das Gesetz und
richtet das Gesetz. Richtest du aber das Gesetz, so bist du nicht
ein Täter des Gesetzes, sondern sein Richter.
Einer ist Gesetzgeber und
Richter, der retten und verdammen kann. Wer aber bist du, der du
den andern richtest?
Der Christ vor der Zukunft
Wohlan nun, die ihr saget:
Heute oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt und
wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn
machen, -
die ihr nicht wisset, was
morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf seid ihr,
der eine kleine Zeit währt, danach aber verschwindet er.
Dafür solltet ihr sagen:
So der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.
Nun aber rühmet ihr euch
in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.
Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem
ist es Sünde.
Das Gericht über die Reichen
Kapitel 5
Wohlan nun, ihr Reichen,
weinet und heulet über das Elend, das über euch kommen
wird!
Euer Reichtum ist verfault,
eure Kleider sind von Motten zerfressen.
Euer Gold und Silber ist
verrostet, und ihr Rost wird wider euch Zeugnis geben und wird
euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze
gesammelt am Ende der Tage!
Siehe, der Arbeiter Lohn, die
euer Land abgeerntet haben, der von euch vorenthalten ist, der
schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren
des Herrn Zebaoth.
Ihr habt wohlgelebt auf Erden
und eure Lust gehabt und eure Herzen geweidet am Schlachttag!
Ihr habt verurteilt den
Gerechten und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.
Ruf zur Geduld
So seid nun geduldig, liebe
Brüder, bis auf den Tag, da der Herr kommt. Siehe, ein
Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist
geduldig darüber, bis sie empfange den Frühregen und
Spätregen.
Seid auch ihr geduldig und
stärket eure Herzen; denn der Herr kommt bald.
Seufzet nicht widereinander,
liebe Brüder, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.
Siehe, der Richter ist vor der Tür.
Nehmet, liebe Brüder, zum
Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet
haben in dem Namen des Herrn.
Siehe, wir preisen selig, die
erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und
habt gesehen, wie's der Herr hinausgeführt hat; denn der
Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.
Vor allen Dingen aber,
meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch
bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein
Ja und das Nein ein Nein, auf daß ihr nicht unter das
Gericht fallet.
Die Gemeinde und ihre Kranken
Leidet jemand unter euch, der
bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.
Ist jemand unter euch krank,
der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, daß sie
über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des
Herrn.
Und das Gebet des Glaubens
wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und
wenn er hat Sünden getan, wird ihm vergeben werden.
Bekennet einer dem andern
seine Sünden und betet füreinander, daß ihr
gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es
ernstlich ist.
Elia war ein schwacher Mensch
wie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen
sollte, und * es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs
Monate.
*1. Könige
17,1. Lukas 4,25.
Und er betete abermals, und
der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.
1. Könige
18,42.
Liebe zu den irrenden Brüdern
Liebe Brüder, wenn jemand
unter euch irren würde von der Wahrheit * und jemand
bekehrte ihn,
*Galater
6,1.
so wisset, daß, wer *
den Sünder bekehrt hat von dem Irrtum seines Weges, der wird
dessen Seele vom Tode erretten und + bedecken eine Menge von
Sünden.
*Psalm
51,15. +Sprüche 10,12. 1. Petrus 4,8.
DER
BRIEF DES JUDAS
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