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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER BRIEF AN
DIE HEBRÄER
Kapitel 1 -
13
Kapitel 1
Nachdem vorzeiten Gott
manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern
durch die Propheten,
hat er in diesen letzten Tagen
zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat Gott gesetzt zum Erben
über alles; durch ihn hat er auch die Welt gemacht.
Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild
seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen
Wort und hat vollbracht die Reinigung von unsern Sünden und
hat sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe
und ist so viel höher
geworden als die Engel, so viel erhabener der Name ist, den er
vor ihnen ererbt hat.
Christus höher als die Engel
Denn zu welchem Engel hat Gott
jemals gesagt (Psalm 2,7):
«Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt»? und
abermals (2. Samuel 7,14):
«Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein»?
Und wiederum, da er den
Erstgebornen in die Welt einführt, spricht er (Psalm
97,7): «Und es sollen
ihn alle Engel Gottes anbeten.»
Von den Engeln heißt es
(Psalm 104,4):
«Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu
Feuerflammen»,
aber von dem Sohn (Psalm
45,7.8): «Gott, dein
Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit», und: «Das
Zepter der Gerechtigkeit ist seines Reiches Zepter.
Du hast geliebt die
Gerechtigkeit und gehaßt die Ungerechtigkeit; darum hat
dich, o Gott, gesalbt dein Gott mit dem Öl der Freude wie
keinen andern neben dir.»
Und (Psalm
102,26-28): «Du, Herr,
hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind
deiner Hände Werk.
Sie werden vergehen, du aber
bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Kleid;
und wie einen Mantel wirst du
sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden.
Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.»
Zu welchem Engel aber hat er
jemals gesagt (Psalm 110,1):
«Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde
zum Schemel deiner Füße»?
Sind sie nicht allzumal
dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die
das Heil ererben sollen?
Kapitel 2
Darum sollen wir desto
mehr achthaben auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht
am Ziel vorbeitreiben.
Denn wenn das Wort fest
geworden ist, das durch die Engel geredet ist, und eine jegliche
Übertretung und jeder Ungehorsam den rechten Lohn empfangen
hat,
wie wollen wir entrinnen, wenn
wir ein solches Heil nicht achten, welches zuerst gepredigt ist
durch den Herrn und bei uns bekräftigt durch die, die es
gehört haben?
Und Gott hat dazu Zeugnis
gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei mächtigen Taten
und mit Austeilung des heiligen Geistes nach seinem Willen.
Erniedrigung und Erhöhung Christi
Denn nicht den Engeln hat er
untertan gemacht die zukünftige Welt, von der wir reden.
Es bezeugt aber einer an einer
Stelle der Schrift und spricht (Psalm
8,5-7): «Was ist der
Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Sohn, daß
du auf ihn achtest?
Du hast ihn eine kleine Zeit
niedriger sein lassen als die Engel; mit Preis und Ehre hast du
ihn gekrönt und hast ihn gesetzt über die Werke deiner
Hände,
alles hast du unter seine Füße
getan.» Wenn er ihm alles unter die Füße getan
hat, so hat er nichts ausgenommen, was ihm nicht untertan wäre.
Jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles untertan
ist.
Den aber, der «eine
kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel», Jesus,
sehen wir durch sein Todesleiden «gekrönt mit Preis
und Ehre», auf daß er aus Gottes Gnade für alle
den Tod schmeckte.
Denn so ist Gott, um deswillen
alle Dinge sind und durch den sie alle sind, daß er den,
der da viel Kinder zur Herrlichkeit geführt hat, als den
Herzog ihrer Seligkeit, durch Leiden vollendete.
Denn weil sie alle von einem
kommen, beide, der da heiligt und die da geheiligt werden,
darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen,
und spricht (Psalm
22,23): «Ich will
verkündigen deinen Namen meinen Brüdern und mitten in
der Gemeinde dir lobsingen.»
Und abermals (Jesaja
8,17): «Ich will mein
Vertrauen auf ihn setzen»;
und abermals (Jesaja 8,18):
«Siehe da, ich und die Kinder, welche mir Gott gegeben
hat.»
Weil nun die Kinder Fleisch
und Blut haben, ist auch er der gleichen Art teilhaftig geworden,
damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der des Todes
Gewalt hatte, das ist dem Teufel,
und erlöste die, so durch
Furcht vor dem Tode im ganzen Leben Knechte sein mußten.
Denn er nimmt sich ja nicht
der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.
Daher mußte er in allen Dingen seinen Brüdern
* gleich werden, auf daß er barmherzig würde
und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden
des Volks.
*Philipper 2,7.
Denn worin er selber gelitten
hat und versucht ist, kann er denen helfen, die versucht werden.
Christus höher als Mose
Kapitel 3
Darum, ihr heiligen Brüder,
die ihr mit berufen seid durch die himmlische Berufung, schauet
auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus,
der da treu ist dem, der ihn
gemacht hat, wie auch Mose in Gottes ganzem Hause.
Er aber ist doch größerer
Ehre wert als Mose, weil größere Ehre als das Haus der
hat, der es erbaute.
Denn ein jedes Haus wird von
jemand erbaut; Gott aber ist's, der alles erbaut hat.
Und Mose zwar war treu in
Gottes ganzem Hause als Knecht, um zu bezeugen, was dereinst
gesagt werden sollte.
Christus aber war treu als
Sohn über sein Haus. Dessen Haus sind wir, wenn wir das
Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten.
Verheißung der Gottesruhe
Darum, wie der heilige Geist
spricht (Psalm 95,7-11):
«Heute, wenn ihr hören werdet seine Stimme,
so verstocket eure Herzen
nicht, wie geschah bei der Verbitterung am Tage der Versuchung in
der Wüste,
da mich eure Väter
versuchten und prüften, und hatten doch gesehen meine Werke
vierzig Jahre lang.
Darum ward ich entrüstet
über dies Geschlecht und sprach: Immerdar irren sie mit dem
Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht,
so daß ich schwur in
meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen.»
Sehet zu, liebe Brüder,
daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges
Herz habe, das da abfalle von dem lebendigen Gott,
sondern ermahnet euch selbst
alle Tage, solange es «heute» heißt, daß
nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der
Sünde.
Denn wir sind Christi
teilhaftig geworden, wenn anders wir die Zuversicht vom Anfang
bis ans Ende fest behalten.
Wenn es heißt: «Heute,
wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure
Herzen nicht, wie bei der Verbitterung geschah», -
wer hat sie denn gehört
und eine Verbitterung angerichtet? Waren's nicht alle, die von
Ägypten auszogen mit Mose?
Und über wen ward Gott
entrüstet vierzig Jahre lang? War's nicht über die, die
da sündigten, deren Leiber in der Wüste verfielen?
Welchen schwur er, daß
sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den
Ungehorsamen?
Und wir sehen, daß sie
nicht haben hineinkommen können um ihres Unglaubens willen.
Kapitel 4
So lasset uns nun mit
Furcht darauf achten, daß euer keiner dahintenbleibe,
solange die Verheißung noch besteht, daß wir
einkommen zu seiner Ruhe.
Denn es ist auch uns
verkündigt gleichwie jenen; aber das Wort der Predigt half
jenen nichts, da die nicht glaubten, die es hörten.
Denn wir, die wir glauben,
gehen ein in die Ruhe, wie er spricht (Psalm
95,11): «Ich schwur in
meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen.» Nun
waren ja die Werke von Anbeginn der Welt fertig,
denn so spricht er an einer
Stelle der Schrift von dem siebenten Tag (1.
Mose 2,2): «Und Gott
ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken.»
Gleichwohl heißt es an
dieser Stelle abermals: «Sie sollen nicht kommen zu meiner
Ruhe.»
Da es nun bestehen
bleibt, daß etliche sollen zu Gottes Ruhe kommen, und die,
denen es zuerst verkündigt ist, nicht dazu gekommen sind um
des Ungehorsams willen,
bestimmt er abermals einen
Tag, ein «Heute», und sagt durch David nach solcher
langen Zeit, wie eben gesagt ist: «Heute, wenn ihr seine
Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht.»
Denn wenn Josua sie hätte
zur Ruhe gebracht, würde Gott nicht hernach von einem andern
Tage geredet haben.
So ist also noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes.
Denn wer zu Gottes Ruhe
gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken gleichwie Gott von
den seinen.
So lasset uns nun Fleiß
tun, hineinzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand zu
Fall komme in gleichem Ungehorsam.
Denn das Wort Gottes ist
lebendig und kräftig und schärfer denn ein
zweischneidig Schwert und dringt durch, bis daß es scheidet
Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der
Gedanken und Sinne des Herzens.
Und keine Kreatur ist vor ihm
verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor
Gottes Augen, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Christus der wahre Hohepriester
Weil wir denn einen großen
Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel
durchschritten hat, so lasset uns halten an dem Bekenntnis.
Denn wir haben nicht einen
Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer
Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir,
doch ohne Sünde.
Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem
Thron der Gnade, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und
Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.
Kapitel 5
Denn ein jeglicher
Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird
gesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, auf daß
er opfere Gaben und Opfer für die Sünden.
Er kann mitfühlen mit
denen, die da unwissend sind und irren, weil er auch selber
Schwachheit an sich trägt.
Darum muß er, wie für
das Volk, so auch für sich selbst opfern für die
Sünden.
Und niemand nimmt sich selbst
die hohepriesterliche Würde, sondern er wird berufen von
Gott gleichwie Aaron.
So hat auch Christus sich
nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern
der hat's getan, der zu ihm gesagt hat (Psalm
2,7): «Du bist mein
Sohn, heute habe ich dich gezeugt.»
Wie er auch an anderer Stelle
spricht (Psalm 110,4):
«Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung
Melchisedeks.»
Und er hat in den Tagen seines
Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen
geopfert dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch
erhört, darum daß er Gott in Ehren hielt.
So hat er, wiewohl er Gottes
Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.
Und da er vollendet war, ist
er geworden allen, die ihm gehorsam sind, der Urheber ihres
ewigen Heils,
und ist von Gott genannt ein
Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
Von der Zuversicht des Glaubens
Davon hätten wir wohl
viel zu reden; aber es ist schwer, weil ihr so harthörig
geworden seid.
Denn die ihr solltet längst
Meister sein, bedürfet wiederum, daß man euch den
ersten Anfang der göttlichen Worte lehre und daß man
euch Milch gebe und nicht feste Speise.
Denn wem man noch Milch geben
muß, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn
er ist wie ein kleines Kind.
Feste Speise aber gehört
den Vollkommenen; sie haben durch steten Gebrauch geübte
Sinne und können Gutes und Böses unterscheiden.
Kapitel 6
Darum wollen wir jetzt
lassen, was im Anfang über Christus zu sagen ist, und uns
zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals Grund legen
mit der Lehre vom Abtun der toten Werke, vom Glauben an Gott,
vom Taufen, vom Händeauflegen,
von der Toten Auferstehung und vom ewigen Gericht.
Das wollen wir ein ander Mal
tun, wenn Gott es zuläßt.
Denn es ist unmöglich,
die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die
himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des heiligen Geistes
und geschmeckt haben das
gütige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen
Welt
und dann doch abgefallen sind,
wiederum zu erneuern zur Buße, sie, die für sich
selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen.
Denn die Erde, die den Regen
trinkt, der oft über sie kommt, und dann nützliche
Frucht trägt denen, die sie bauen, empfängt Segen von
Gott.
Wenn sie aber Dornen und
Disteln trägt, so ist sie nichts nütze und dem Fluch
nahe, daß man sie zuletzt abbrennt.
Obwohl wir aber so
reden, ihr Lieben, so haben wir doch für euch Zuversicht auf
ein Besseres, das euch retten kann.
Denn Gott ist nicht ungerecht,
daß er vergäße eures Werks und der Liebe, die
ihr erzeigt habt seinem Namen, da ihr den Heiligen dientet und
noch dienet.
Wir begehren aber, daß
ein jeglicher von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung
festzuhalten bis ans Ende,
damit ihr nicht träge
werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld
ererben die Verheißungen.
Denn als Gott dem
Abraham die Verheißung gab, schwur er bei sich selbst, da
er bei keinem Größeren zu schwören hatte,
und sprach: (1.
Mose 22,16.17): «Wahrlich,
ich will dich segnen und mehren.»
Und so wartete Abraham in
Geduld und erlangte die Verheißung.
Die Menschen schwören ja
bei einem Größeren, als sie sind; und der Eid dient
ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende.
Darum hat Gott, da er wollte
den Erben der Verheißung überschwenglich beweisen, daß
sein Ratschluß nicht wanke, sich noch mit einem Eid
verbürgt.
So sollten wir durch zwei
Stücke, die nicht wanken – denn es ist unmöglich,
daß Gott lügt -, einen starken Trost haben, die wir
unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der
angebotenen Hoffnung.
An ihr haben wir einen sichern
und festen Anker unsrer Seele, der hineinreicht bis in das Innere
hinter dem Vorhang.
Dahin ist als Vorläufer
für uns eingegangen Jesus, der ein Hoherpriester geworden
ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
Christus und Melchisedek
Kapitel 7
Dieser
Melchisedek aber war ein König von Salem, ein Priester
Gottes, des Allerhöchsten; der ging Abraham entgegen, da er
von der Könige Schlacht wiederkam, und segnete ihn;
ihm gab Abraham auch den Zehnten aller Güter. Aufs
erste wird sein Name verdolmetscht: König der Gerechtigkeit;
danach aber heißt er auch: König von Salem, das ist:
König des Friedens.
Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat
weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem
Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.
Schauet aber, wie groß der ist, dem Abraham, der
Erzvater, den Zehnten gab von der eroberten Beute!
Zwar die Kinder Levi, die das Priestertum empfangen, haben
nach dem Gesetz das Recht, den Zehnten zu nehmen vom Volk, das
ist von ihren Brüdern, wiewohl diese gleich ihnen von
Abraham abstammen.
Aber der nicht von ihrem Stamme war, der nahm den Zehnten
von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte.
Nun ist's ohn alles Widersprechen so, daß das
Geringere von dem Höheren gesegnet wird.
Hier nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, dort aber
einer, dem bezeugt wird, daß er lebe.
Und sozusagen ist in Abraham auch Levi, der doch selbst
den Zehnten nimmt, mit dem Zehnten belegt worden.
Denn er sollte seinem Vater ja erst noch geboren werden,
als ihm Melchisedek entgegenging.
Wäre nun die Vollendung durch das levitische
Priestertum gekommen – denn unter demselben hat das Volk
das Gesetz empfangen -, wozu war es dann noch nötig, einen
anderen als Priester nach der Ordnung Melchisedeks einzusetzen
und nicht nach der Ordnung Aarons?
Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß
auch das Gesetz verändert werden.
Denn der, vom dem solches gesagt wird, der ist von einem
andern Stamm, aus welchem nie einer am Altar gedient hat.
Denn es ist ja offenbar, daß aus Juda unser Herr
hervorgegangen ist, zu welchem Stamme Mose nichts geredet hat vom
Priestertum.
Und das ist noch viel klarer, wenn nach der Weise
Melchisedeks ein anderer als Priester aufkommt,
welcher nicht dazu gemacht ist nach dem Gesetz der
leiblichen Herkunft, sondern nach der Kraft des unendlichen
Lebens.
Denn es wird bezeugt (Psalm 110,4):
«Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung
Melchisedeks.»
Damit wird das vorige Gebot aufgehoben - darum daß
es zu schwach und nicht nütze war;
denn das Gesetz konnte nichts zur Vollendung bringen -,
und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch welche wir
zu Gott nahen.
Und das geschah nicht ohne Eid. Jene sind ohne Eid
Priester geworden,
dieser aber mit dem Eid, durch den, der zu ihm spricht
(Psalm 110,4):
«Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du
bist ein Priester in Ewigkeit.»
So ist Jesus eines viel besseren Bundes Bürge
geworden.
Und jener sind viele, die Priester wurden, darum
daß sie der Tod nicht bleiben ließ;
dieser aber hat darum, daß er ewig bleibt, ein
unvergängliches Priestertum.
Daher kann er auch auf ewig selig machen, die durch ihn zu
Gott kommen; denn er lebt immerdar und bittet für sie.
Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der
da ist heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern
abgesondert und höher, als der Himmel ist.
Ihm ist nicht täglich
not, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für die eigenen Sünden
Opfer zu tun, danach für des Volkes Sünden; denn das
hat er getan ein für allemal, da er sich selbst opferte.
Denn das Gesetz macht zu
Hohenpriestern Menschen, die da Schwachheit haben; dies Wort des
Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt ward, setzt den Sohn
ein, der ewig und vollkommen ist.
Der Mittler des neuen Bundes
Kapitel 8
Das ist nun die Hauptsache bei
dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der
da sitzt zu der Rechten des Thrones der Majestät im Himmel
und ist ein Diener am
Heiligtum und an der wahren Stiftshütte, welche Gott
aufgerichtet hat und kein Mensch.
Denn ein jeglicher
Hoherpriester wird eingesetzt, zu opfern Gaben und Opfer. Darum
muß auch dieser etwas haben, was er opfere.
Wenn er nun auf Erden wäre,
so wäre er nicht Priester, weil da schon Priester sind, die
nach dem Gesetz die Gaben opfern.
Sie dienen aber nur dem Abbilde und Schatten des
Himmlischen; wie Gottes Stimme zu Mose sprach, als er die
Stiftshütte vollenden sollte (2. Mose
25,40): «Schaue zu»,
sprach er, «daß du machest alles nach dem Bilde, das
dir auf dem Berge gezeigt ist.»
Nun aber hat er ein besseres Amt erlangt, wie er ja
auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf besseren
Verheißungen steht.
Denn wenn der erste Bund untadelig gewesen wäre,
würde nicht Raum für einen andern gesucht.
Denn Gott tadelt sie und sagt (Jeremia
31,31-34): «Siehe, es
kommen die Tage, spricht der Herr, daß ich mit dem Hause
Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen will;
nicht wie der Bund gewesen ist, den ich gemacht habe mit
ihren Vätern an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie
auszuführen aus Ägyptenland. Denn sie sind nicht
geblieben in meinem Bund; darum habe ich ihrer auch nicht wollen
achten, spricht der Herr.
Denn das ist der Bund, den ich machen will mit dem
Hause Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will geben
mein Gesetz in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben
und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.
Und wird keiner lehren seinen
Nächsten noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den
Herrn! denn sie werden mich alle kennen von dem Kleinsten an bis
zu dem Größten.
Denn ich will gnädig sein
ihrer Ungerechtigkeit, und ihrer Sünden will ich nicht mehr
gedenken.»
Indem er sagt: «Einen
neuen Bund», macht er den ersten alt. Was aber alt und
überlebt ist, das ist nahe bei seinem Ende.
Das Opfer Christi
Kapitel 9
Es hatte zwar auch der erste
Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches
Heiligtum.
Denn es war da aufgerichtet
der vordere Teil der Stiftshütte, worin der Leuchter war und
der Tisch und die Schaubrote, und er heißt das Heilige.
Hinter dem zweiten Vorhang
aber war die Hütte, die da heißt das Allerheiligste;
die hatte das goldene
Räuchergefäß und die Lade des Bundes,
allenthalben mit Gold überzogen, in welcher war der goldene
Krug mit * dem Himmelsbrot und + der Stab Aarons, der gegrünt
hatte, und ** die Tafeln des Bundes;
*2. Mose
16,33. +4. Mose 17,25. **2. Mose 25,16.21.
obendrüber aber waren die
Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten die Stätte
der Versöhnung; von welchen Dingen jetzt nicht im einzelnen
zu reden ist.
Da nun solches so eingerichtet
war, gingen die Priester allezeit in die vordere Hütte und
richteten den Gottesdienst aus.
In die andere Hütte aber
ging nur einmal im Jahr allein der Hohepriester, nicht
ohne Blut, das er opferte für sich selbst und des Volkes
unwissentliche Sünden.
Damit tat der heilige Geist
kund, daß noch nicht offenbart sei der Weg zum Heiligen,
solange die vordere Hütte stünde.
Sie ist ein Gleichnis auf die
gegenwärtige Zeit: es werden da Gaben und Opfer geopfert,
die doch nicht können im Gewissen vollkommen machen den, der
da Gottesdienst tut.
Es sind nur Satzungen
äußerlicher Heiligkeit über Speise und Trank und
mancherlei Waschungen, die auferlegt sind bis auf die Zeit, da
die richtige Ordnung kommt.
Christus aber ist
gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen
Güter, und ist durch die größere und
vollkommenere Hütte eingegangen, die nicht mit Händen
gemacht, das heißt: die nicht von dieser Schöpfung
ist;
er ist auch nicht mit der
Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein eigen Blut
ein für allemal in das Heilige eingegangen und hat eine
ewige Erlösung erworben.
Denn wenn der Böcke und
der Ochsen Blut und die Asche von der Kuh, gesprengt auf die
Unreinen, sie heiligt zu der leiblichen Reinigkeit,
wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst als
ein Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat,
unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem
lebendigen Gott!
Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Bundes, auf
daß durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung
von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die, so berufen
sind, das verheißene ewige Erbe empfangen.
Denn wo ein Testament
ist, da muß noch der Tod eintreten des, der das Testament
gemacht hat.
Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es
hat noch nicht Kraft, wenn der noch lebt, der es gemacht hat.
Daher ward auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet.
Denn als Mose alle Gebote nach dem Gesetz dem ganzen Volk
vorgelegt hatte, nahm er das Blut von Kälbern und Böcken
mit Wasser und Scharlachwolle und Ysop und besprengte das Buch
und danach alles Volk
und sprach (2. Mose 24,8):
«Das ist das Blut des Bundes, den Gott für euch
verordnet hat.»
Und die Stiftshütte und alles Gerät des
Gottesdienstes besprengte er desgleichen mit Blut.
Denn nach dem Gesetz wird fast alles mit Blut gereinigt,
und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.
Es mußten also die Abbilder der himmlischen
Dinge so gereinigt werden; aber sie selbst, die himmlischen
Dinge, müssen bessere Opfer haben, als jene waren.
Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, das
mit Händen gemacht ist, welches ist ein Gegenbild des
wahrhaftigen Heiligtums, sondern in den Himmel selbst, um jetzt
zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns;
auch nicht, damit er sich oftmals opfere, gleichwie der
Hohepriester alle Jahre in das Heilige geht mit fremdem Blut;
sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der
Welt her. Nun aber, am Ende der Zeiten, ist er einmal
erschienen, durch sein eigen Opfer die Sünde aufzuheben.
Und wie den Menschen gesetzt
ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht:
so ist Christus einmal
geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; zum andern Mal wird
er nicht um der Sünde willen erscheinen, sondern denen, die
auf ihn warten, zum Heil.
Kapitel 10
Denn das Gesetz hat nur den Schatten von den
zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter
selbst. Deshalb kann es, die da opfern, nicht für immer
vollkommen machen, da man alle Jahre die gleichen Opfer bringen
muß.
Sonst hätte das Opfern aufgehört, weil die, die
den Gottesdienst ausrichten, so sie einmal gereinigt wären,
sich kein Gewissen mehr gemacht hätten über ihre
Sünden.
Vielmehr geschieht dadurch nur eine Erinnerung an die
Sünden alle Jahre.
Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Ochsen und
Böcken Sünden wegzunehmen.
Darum spricht er bei seinem Kommen in die Welt
(Psalm 40,7-9):
«Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber
hast du mir bereitet.
Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.
Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von
mir geschrieben -, daß ich tue, Gott, deinen Willen.»
Zuerst hatte er gesagt: «Opfer und Gaben, Brandopfer
und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch
nicht», welche doch nach dem Gesetz geopfert werden!
Dann aber sprach er: «Siehe, ich komme, zu tun,
Gott, deinen Willen.» Da hebt er das erste auf, damit er
das andre einsetze.
In diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal
durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.
Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, daß
er alle Tage seinen Dienst tue und oftmals die gleichen Opfer
bringe, welche doch nimmermehr können die Sünden
wegnehmen.
Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden
geopfert, sitzt nun für immer zur Rechten Gottes
und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel
seiner Füße gelegt werden.
Denn mit einem Opfer hat er für immer
vollendet, die geheiligt werden.
Es bezeugt uns das aber auch
der heilige Geist. Denn nachdem der Herr gesagt hat (Jeremia
31,33.34):
«Das ist der Bund, den
ich ihnen machen will nach diesen Tagen», spricht er: «Ich
will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es
schreiben,
und ihrer Sünden und
ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.»
Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht für
sie kein Opfer mehr.
Vom Bekenntnis der Hoffnung
Weil wir denn nun, liebe
Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang
in das Heilige,
welchen er uns bereitet hat
als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist durch
sein Fleisch,
und haben einen Hohenpriester
über das Haus Gottes:
so lasset uns hinzugehen
mit wahrhaftigem Herzen in völligem Glauben, besprengt in
unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen
am Leibe mit reinem Wasser.
Lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und
nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat;
und lasset uns aufeinander
achthaben, uns anzureizen zur Liebe und guten Werken,
und nicht verlassen unsere
Versammlung, wie etliche pflegen, sondern einander ermahnen; und
das um so mehr, je mehr ihr sehet, daß sich der Tag naht.
Denn so wir mutwillig
sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen
haben, haben wir hinfort kein andres Opfer mehr für die
Sünden,
sondern es bleibt nichts als
ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer,
das die Widersacher verzehren wird.
Wenn jemand das Gesetz des
Mose bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit auf zwei
oder drei Zeugen hin.
Wieviel ärgere Strafe,
meinet ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen
tritt und das Blut des Bundes unrein achtet, durch welches er
doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht?
Denn wir kennen den, der
gesagt hat (5. Mose 32,35.36):
«Die Rache ist mein, ich will vergelten», und
abermals: «Der Herr wird sein Volk richten.»
Schrecklich ist's, in die
Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Gedenket aber an die
vorigen Tage, in welchen ihr, nachdem ihr erleuchtet waret,
erduldet habt einen großen Kampf des Leidens
und zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein
Schauspiel wurdet, zum Teil Gemeinschaft hattet mit denen,
welchen es so ging.
Denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und den Raub
eurer Güter mit Freuden erduldet, weil ihr wisset, daß
ihr eine bessere und bleibende Habe besitzet.
Darum werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine
große Belohnung hat.
Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen
Gottes tut und das Verheißene empfanget.
Denn «noch über
eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird's
nicht hinziehen.
Mein Gerechter aber wird aus
Glauben leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele
kein Gefallen haben» (Habakuk 2,3.4).
Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und
verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele
erretten.
Der Glaubensweg im Alten Bund
Kapitel 11
Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das
man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht.
In solchem Glauben haben die
Alten Zeugnis empfangen.
Durch den Glauben erkennen
wir, daß die Welt durch Gottes Wort gemacht ist, so daß
alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.
Durch den Glauben hat
Abel Gott ein besseres Opfer gebracht als Kain; deshalb
wurde ihm bezeugt, daß er gerecht sei, da Gott selbst für
seine Gaben Zeugnis gab; und durch den Glauben redet er noch,
wiewohl er gestorben ist.
Durch den Glauben ward Henoch
weggenommen, daß er den Tod nicht sähe, und ward
nicht mehr gefunden, darum daß ihn Gott wegnahm; denn vor
seiner Wegnahme hat er das Zeugnis gehabt, daß er Gott
gefallen habe.
Aber ohne Glauben ist's
unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will,
der muß glauben, daß er sei und denen, die ihn
suchen, ein Vergelter sein werde.
Durch den Glauben hat Noah
Gott geehrt und die Arche zubereitet zur Rettung seines
Hauses, da er ein göttliches Wort empfing über das, was
man noch nicht sah; und durch seinen Glauben sprach er der Welt
ihr Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den
Glauben kommt.
Durch den Glauben ward
gehorsam Abraham, als er berufen ward, auszugehen in ein
Land, das er erben sollte, und er ging aus und wußte nicht,
wo er hinkäme.
1. Mose
12,1.4.
Durch den Glauben ist er ein
Gast gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden
und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben
Verheißung;
denn er wartete auf die Stadt,
die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer
Gott ist.
Durch den Glauben empfing auch
Sara Kraft, daß sie schwanger ward über die
Zeit ihres Alters hinaus; denn sie achtete den treu, der es
verheißen hatte.
Darum sind auch von dem einen,
wiewohl er erstorbenen Leibes war, viele geboren wie die Sterne
am Himmel und wie der Sand am Rande des Meeres, der unzählig
ist.
Diese alle sind gestorben im
Glauben und haben das Verheißene nicht erlangt, sondern es
nur von ferne gesehen und gegrüßt und haben bekannt,
daß sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.
Denn die solches sagen, die
geben zu verstehen, daß sie ein Vaterland suchen.
Und zwar, wenn sie das gemeint
hätten, von welchem sie ausgezogen waren, hätten sie ja
Zeit gehabt, wieder umzukehren.
Nun aber begehren sie eines
besseren Vaterlandes, nämlich eines himmlischen. Darum
schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn
er hat ihnen eine Stadt zubereitet.
Durch den Glauben
opferte Abraham den Isaak, als er versucht ward, und gab
dahin den einzigen Sohn, obwohl er schon die Verheißungen
empfangen hatte
und ihm gesagt war (1.
Mose 21,12): «Was von
Isaak stammt, soll dein Geschlecht heißen.»
Er dachte, Gott kann auch wohl
von den Toten erwecken; daher er ihn auch als Zeichen des
Zukünftigen wiederbekam.
Durch den Glauben
segnete Isaak den Jakob und Esau auf das hin, was erst
kommen sollte.
Durch den Glauben segnete
Jakob, als er starb, beide Söhne Josephs und neigte
sich gegen seines Stabes Spitze.
Durch den Glauben redete
Joseph vom Auszug der Kinder Israel, als er starb, und tat
Befehl über seine Gebeine.
1. Mose
50,24.
Durch den Glauben ward
Mose, als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen
Eltern, weil sie sahen, daß er ein schönes Kind war,
und fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.
Durch den Glauben wollte Mose,
als er groß ward, nicht mehr ein Sohn heißen der
Tochter des Pharao,
sondern wollte viel lieber mit
dem Volk Gottes Ungemach leiden, als den vergänglichen Genuß
der Sünde haben,
und achtete die Schmach
Christi für größern Reichtum als die Schätze
Ägyptens; denn er sah hin auf die Belohnung.
Durch den Glauben verließ
er Ägypten und fürchtete nicht des Königs Grimm;
denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er
ihn.
Durch den Glauben hielt er das
Passa und das Blutbesprengen, auf daß der Würger ihre
Erstgeburten nicht träfe.
2. Mose
12,12.13.
Durch den Glauben gingen sie
durchs Rote Meer wie durch trockenes Land; das versuchten die
Ägypter auch und ertranken.
Durch den Glauben
fielen die Mauern Jerichos, als Israel sieben Tage um sie
herumgezogen war.
Josua 6,20.
Durch den Glauben ward die
Hure Rahab nicht umgebracht mit den Ungehorsamen, als sie
die Kundschafter freundlich aufnahm.
Josua
2,11.12; 6,17.23. Jakobus 2,25.
Und was soll ich mehr
sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen
von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David und Samuel
und den Propheten,
welche haben durch den Glauben
Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit gewirkt, Verheißungen
erlangt, der Löwen Rachen verstopft,
des Feuers Kraft ausgelöscht,
sind des Schwertes Schärfe entronnen, sind kräftig
geworden aus der Schwachheit, sind stark geworden im Streit,
haben der Fremden Heere zum Weichen gebracht.
Frauen haben ihre Toten durch
Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind gemartert worden
und haben die Freilassung nicht angenommen, auf daß sie die
Auferstehung, die besser ist, erlangten.
Etliche haben Spott und
Geißeln erlitten, dazu Ketten und Gefängnis;
sie wurden gesteinigt,
gefoltert, zersägt, durchs Schwert getötet; sie sind
umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen, mit Mangel, mit
Trübsal, mit Ungemach.
Deren die Welt nicht wert war,
die sind im Elend umhergeirrt in den Wüsten, auf den Bergen
und in den Klüften und Löchern der Erde.
Diese alle haben durch
den Glauben das Zeugnis Gottes empfangen und doch nicht erlangt,
was verheißen war,
weil Gott etwas Besseres für
uns zuvor ersehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet würden.
Der Glaubensweg der Christen
Kapitel 12
Darum auch wir, weil wir eine
solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen alles,
was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig
umstrickt, und lasset uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns
verordnet ist,
und aufsehen auf Jesus, den
Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl
hätte können Freude haben, erduldete das Kreuz und
achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten des
Thrones Gottes.
Gedenket an den, der ein
solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet
hat, auf daß ihr nicht matt werdet und nicht in eurem Mut
ablasset.
Ihr habt noch nicht bis
aufs Blut widerstanden im Kampf wider die Sünde
und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet
als zu seinen Kindern (Sprüche
3,11.12): «Mein Sohn,
achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage
nicht, wenn du von ihm gestraft wirst.
Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er,
und er straft einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt.»
Gott erzieht euch, wenn ihr
dulden müßt! Als seinen Kindern begegnet euch Gott;
denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
Seid ihr aber ohne Züchtigung,
welche sie alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene
und nicht Kinder.
Und so wir unsre leiblichen
Väter haben zu Züchtigern gehabt und sie gescheut,
sollten wir dann nicht viel mehr untertan sein dem Vater der
Geister, auf daß wir leben?
Denn jene haben uns gezüchtigt
wenige Tage, wie es ihnen gut dünkte, dieser aber zu unserm
Besten, auf daß wir an seiner Heiligkeit Teil erlangen.
Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt
uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber danach wird
sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die
dadurch geübt sind.
Darum richtet wieder
auf die lässigen Hände und die müden Knie
und tut gewisse Tritte mit
euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein
Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.
Jaget dem Frieden nach gegen jedermann und der
Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird,
und sehet darauf, daß
nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa
eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und die
Gemeinde dadurch befleckt werde;
daß nicht jemand sei ein
Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise
willen seine Erstgeburt verkaufte.
Ihr wisset ja, daß * er
hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ward; denn er
fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit Tränen
suchte.
*1. Mose
27,30-40.
Denn ihr seid nicht
gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der mit
Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter,
noch zu dem Hall der Posaune
und zum Schall der Worte, bei dem die Hörer baten, daß
ihnen kein Wort mehr gesagt würde;
denn sie vermochten's nicht zu
ertragen, was da gesagt ward (2. Mose
19,13): «Und wenn auch
nur ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt werden.»
Und so schrecklich war die
Erscheinung, daß Mose sprach (5. Mose
9,19): «Ich bin
erschrocken und zittere.»
Sondern ihr seid gekommen zu
dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem
himmlischen Jerusalem, und den vielen tausend Engeln
und zu der Versammlung und
Gemeinde der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und
zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der
vollendeten Gerechten
und zu dem Mittler des neuen
Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser
redet als Abels Blut.
Sehet zu, daß ihr
den nicht abweiset, der da redet. Denn wenn jene nicht entronnen
sind, die Gott abwiesen, als er auf Erden redete, wieviel weniger
wir, wenn wir den abweisen, der vom Himmel redet.
Seine Stimme hat zu jener Zeit
nur die Erde bewegt, nun aber verheißt er und spricht
(Haggai 2,6):
«Noch einmal will ich bewegen nicht allein die Erde,
sondern auch den Himmel.»
Solches «Noch einmal»
zeigt an, daß das Bewegliche soll verwandelt werden, weil
es geschaffen ist, damit allein das Unbewegliche bleibe.
Darum, weil wir empfangen ein
unbeweglich Reich, lasset uns dankbar sein und also Gott dienen,
ihm zu gefallen, in Zucht und Furcht;
denn unser Gott ist ein
verzehrend Feuer.
Letzte Ermahnungen
Kapitel 13
Bleibet fest in der
brüderlichen Liebe.
Gastfrei zu sein, vergesset
nicht; denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel
beherbergt.
Gedenket der Gebundenen als
die Mitgebundenen und derer, die Trübsal leiden, als solche,
die auch noch im Leibe leben.
Die Ehe soll in Ehren
gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; denn die
Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.
Der Wandel sei ohne
Geldgier; lasset euch genügen an dem, was da ist. Denn der
Herr hat gesagt (Josua 1,5):
«Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.»
So dürfen auch wir
getrost sagen: «Der
Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten; was
sollte mir ein Mensch tun?» (Psalm
118,6)
Gedenket an eure
Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schauet
an und folget ihrem Glauben nach.
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in
Ewigkeit.
Lasset euch nicht durch
mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein
köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches
geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, davon keinen
Nutzen haben, die damit umgehen.
Wir haben einen Altar, davon
kein Recht haben zu essen, die der Stiftshütte dienen.
Denn die Leichname der Tiere,
deren Blut getragen wird durch den Hohenpriester in das Heilige
für die Sünde, werden außerhalb des Lagers
verbrannt.
Darum hat auch Jesus, damit er
heiligte das Volk durch sein eigen Blut, gelitten draußen
vor dem Tor.
So lasset uns nun zu ihm
hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.
Denn wir haben hier keine
bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
So lasset uns nun durch ihn
Gott allezeit das Lobopfer bringen, das ist die Frucht der
Lippen, die seinen Namen bekennen.
Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht; denn
* solche Opfer gefallen Gott wohl.
*Philipper 4,18.
Gehorchet euren Lehrern und
folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da
Rechenschaft dafür geben sollen; damit sie das mit Freuden
tun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut.
Betet für uns.
Unser Trost ist der, daß
wir ein gutes Gewissen haben und uns befleißigen, guten
Wandel zu führen in allen Stücken.
Ich ermahne aber desto mehr,
solches zu tun, auf daß ich um so schneller euch
wiedergegeben werde.
Segenswunsch und Grüße
Der Gott aber des Friedens,
der von den Toten ausgeführt hat den großen Hirten der
Schafe durch das Blut des ewigen Bundes, unsern Herrn Jesus,
der mache euch tüchtig in
allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was vor
ihm gefällig ist, durch Jesus Christus; welchem sei Ehre von
Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Ich ermahne euch aber,
liebe Brüder, haltet das Wort der Ermahnung mir zugut; denn
ich habe euch nur kurz geschrieben.
Wisset, daß unser Bruder
Timotheus wieder frei ist; mit ihm, wenn er bald kommt, will ich
euch sehen.
Grüßet alle eure
Lehrer und alle Heiligen. Es grüßen euch die Brüder
aus Italien.
Die Gnade sei mit euch allen!
Geschrieben aus Italien durch
Timotheus.
DER
BRIEF DES JAKOBUS
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