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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER ERSTE
BRIEF DES JOHANNES
Kapitel 1 - 5
Die apostolische Verkündigung
Kapitel 1
Das da von Anfang war, das wir
gehört haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das
wir beschaut haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort
des Lebens -
und das Leben ist erschienen,
und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das
Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater und ist uns
erschienen -,
was wir gesehen und gehört
haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit
uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater
und mit seinem Sohn Jesus Christus.
Und solches schreiben wir, auf
daß unsere Freude vollkommen sei.
Wandel im Licht
Und das ist die Botschaft, die
wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß
Gott Licht ist und in ihm ist keine Finsternis.
Wenn wir sagen, daß wir
Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so
lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so
haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi,
seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
Wenn wir sagen, wir haben
keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die
Wahrheit ist nicht in uns.
Wenn wir aber unsre Sünden
bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden
vergibt und reinigt uns von aller Untugend.
Wenn wir sagen, wir haben
nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein
Wort ist nicht in uns.
Christus der Versöhner
Kapitel 2
Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß
ihr nicht sündigt. Und ob jemand sündigt, so haben wir
einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht
ist.
Und derselbe ist die Versöhnung für unsre
Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch
für die der ganzen Welt.
Und an dem merken wir, daß
wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten.
Wer da sagt: Ich kenne ihn,
und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in
solchem ist die Wahrheit nicht.
Wer aber sein Wort hält,
in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen
wir, daß wir in ihm sind.
Wer da sagt, daß er in
ihm bleibt, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt ist.
Die Bruderliebe
Meine Lieben, ich schreibe
euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr habt
von Anfang gehabt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört
habt.
Wiederum, ein neues Gebot
schreibe ich euch, das da wahr ist in ihm und in euch; denn die
Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt.
Wer da sagt, er sei im Licht,
und hasset seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis.
Wer seinen Bruder liebt, der
bleibt im Licht, und ist kein Ärgernis in ihm.
Wer aber seinen Bruder hasset,
der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß
nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen
verblendet.
Absage an die Welt
Liebe Kindlein, ich schreibe
euch; denn die Sünden sind euch vergeben durch seinen Namen.
Ich schreibe euch Vätern;
denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch
Jünglingen; denn ihr habt den Bösen überwunden.
Ich habe euch Kindern
geschrieben; denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern
geschrieben; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich habe
euch Jünglingen geschrieben; denn ihr seid stark, und das
Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen
überwunden.
Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So
jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.
Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und
der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater,
sondern von der Welt.
Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den
Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Scheidung von den Widerchristen
Kinder, es ist die letzte
Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Widerchrist
kommt, so sind nun schon viele Widerchristen gekommen; daran
erkennen wir, daß die letzte Stunde ist.
Sie sind von uns ausgegangen,
aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen
wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es
sollte offenbar werden, daß sie nicht alle von uns sind.
Doch ihr habt die Salbung von
dem, der heilig ist, und wisset alles*.
*Andere
Überlieferung: «und
habt alle das Wissen».
Ich habe euch nicht
geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht;
sondern ihr wisset sie und wisset, daß keine Lüge aus
der Wahrheit kommt.
Wer ist ein Lügner, wenn
nicht, der da leugnet, daß Jesus der Christus sei? Das ist
der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet.
Wer den Sohn leugnet, der hat
auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den
Vater.
Was ihr gehört habt von
Anfang, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibt, was ihr von
Anfang gehört habt, so werdet ihr auch in dem Sohn und dem
Vater bleiben.
Und das ist die Verheißung,
die er uns verheißen hat: das ewige Leben.
Solches habe ich euch
geschrieben von denen, die euch verführen.
Und die Salbung, die ihr von
ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht,
daß euch jemand lehre; sondern wie euch die Salbung alles
lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch
gelehrt hat, so bleibet in ihm.
Und nun, Kindlein,
bleibet in ihm, damit, wenn er offenbart wird, wir Freudigkeit
haben und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt.
Wenn ihr wisset, daß er
gerecht ist, so erkennet auch, daß, wer recht tut, der ist
von ihm geboren.
Herrlichkeit der Gotteskindschaft
Kapitel 3
Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß
wir Gottes Kinder sollen heißen; und es auch sind!
Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht.
Meine Lieben, wir sind nun
Gottes Kinder; und es ist noch nicht erschienen, was wir sein
werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir
ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
Und ein jeglicher, der solche
Hoffnung hat zu ihm, der reinigt sich, gleichwie er auch rein
ist.
Wer Sünde tut, steht
wider das Gesetz, und die Sünde ist Übertretung des
Gesetzes.
Und ihr wisset, daß er
ist erschienen, damit er die Sünden wegnehme, und ist keine
Sünde in ihm.
Wer in ihm bleibt, der sündigt
nicht; wer da sündigt, der hat ihn nicht gesehen noch
erkannt.
Kindlein, lasset euch
von niemand verführen! Wer recht tut, der ist gerecht,
gleichwie er gerecht ist.
Wer Sünde tut, der ist
vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang. Dazu ist
erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels
zerstöre.
Wer aus Gott geboren ist, der
tut nicht Sünde, denn was er von Gott empfangen hat, das
bleibt in ihm; und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott
geboren.
Daran wird es offenbar, welche
die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels sind: wer nicht
recht tut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder
lieb hat.
Denn das ist die
Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang, daß wir uns
untereinander lieben sollen,
nicht wie Kain, der von dem
Argen war und erwürgte seinen Bruder. Und warum erwürgte
er ihn? Weil seine Werke böse waren und die seines Bruders
gerecht.
Verwundert euch nicht,
meine Brüder, wenn euch die Welt hasset.
Wir wissen, daß wir aus
dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder.
Wer nicht liebt, der bleibt im Tode.
Wer seinen Bruder hasset, der
ist ein Totschläger, und ihr wisset, daß ein
Totschläger nicht hat das ewige Leben in ihm bleibend.
Daran haben wir erkannt die
Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir
sollen auch das Leben für die Brüder lassen.
Wenn aber jemand dieser Welt
Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt
sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?
Meine Kindlein, lasset uns
nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat
und mit der Wahrheit.
Daran erkennen wir, daß
wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm
damit stillen,
daß, wenn uns unser Herz
verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt
alle Dinge.
Ihr Lieben, wenn uns unser
Herz nicht verdammt, so haben wir Zuversicht zu Gott,
und was wir bitten, werden wir
von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm
gefällig ist.
Und das ist sein Gebot, daß
wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben
uns untereinander, wie er uns das Gebot gegeben hat.
Und wer seine Gebote hält,
der bleibt in ihm und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß
er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.
Der Geist der Wahrheit und der Geist des Irrtums
Kapitel 4
Ihr Lieben, glaubet nicht
einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie
von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen
in die Welt.
Daran sollt ihr den Geist
Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß
Jesus Christus ist im Fleisch gekommen, der ist von Gott;
und ein jeglicher Geist, der
Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der
Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehört, daß
er kommen werde, und ist jetzt schon in der Welt.
Kindlein, ihr seid von Gott
und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer,
als der in der Welt ist.
Sie sind von der Welt; darum
reden sie von der Welt, und die Welt hört sie.
Wir sind von Gott, und wer
Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört
uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den
Geist des Irrtums.
Gottesliebe und Bruderliebe
Ihr Lieben, lasset uns
einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer lieb
hat, der ist von Gott geboren und kennt Gott.
Wer nicht lieb hat, der kennt
Gott nicht; denn Gott ist Liebe.
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, daß
Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß
wir durch ihn leben sollen.
Darin steht die Liebe: nicht,
daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns
geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für
unsre Sünden.
Ihr Lieben, hat uns
Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.
Niemand hat Gott jemals
gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in
uns, und seine Liebe ist völlig in uns.
Daran erkennen wir, daß
wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem
Geist gegeben hat.
Und wir haben gesehen und
bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat zum Heiland
der Welt.
Wer nun bekennt, daß
Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.
Und wir haben erkannt und
geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in
Gott und Gott in ihm.
Darin ist die Liebe völlig bei uns, daß wir
Zuversicht haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so
sind auch wir in dieser Welt.
Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige
Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht muß vor der
Strafe zittern. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig
in der Liebe.
Lasset uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
So jemand spricht: Ich liebe
Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer
seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben,
den er nicht sieht?
Und dies Gebot haben wir von
ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder
liebe.
Die Kraft des Glaubens
Kapitel 5
Wer da glaubt, daß Jesus
sei der Christus, der ist von Gott geboren; und wer da liebt den,
der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist.
Daran erkennen wir, daß
wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote
halten.
Denn das ist die Liebe zu
Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind
nicht schwer,
denn alles, was von Gott
geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist
der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Gottes Zeugnis von seinem Sohn
Wer ist aber, der die Welt
überwindet, wenn nicht, der da glaubt, daß Jesus
Gottes Sohn ist?
Dieser ist's, der da gekommen
ist mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein,
sondern mit Wasser und Blut; und der Geist ist's, der da Zeugnis
gibt, denn der Geist ist die Wahrheit.
Denn drei sind, die da Zeugnis
geben: der Geist und das Wasser und das Blut;
und die drei stimmen überein.
Wenn wir der Menschen Zeugnis
annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn das ist
Gottes Zeugnis, daß er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn.
Wer da glaubt an den Sohn
Gottes, der hat solches Zeugnis in ihm. Wer Gott nicht glaubt,
der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis,
das Gott gegeben hat von seinem Sohn.
Und das ist das Zeugnis, daß
uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und solches Leben ist in
seinem Sohn.
Wer den Sohn hat, der hat das
Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.
Freudigkeit zum Gebet
Solches habe ich euch
geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf
daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habt.
Und das ist die Zuversicht,
die wir haben zu ihm, daß, wenn wir etwas bitten nach
seinem Willen, so hört er uns.
Und wenn wir wissen, daß
er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, daß
wir erlangen, was wir von ihm gebeten haben.
Wenn jemand sieht
seinen Bruder sündigen eine Sünde nicht zum Tode, der
mag bitten; so wird er das Leben geben denen, die da sündigen
nicht zum Tode. Es gibt eine Sünde zum Tode; für die
sage ich nicht, daß jemand bitte.
Alles Unrecht ist Sünde;
aber es gibt Sünde nicht zum Tode.
Bewahrung in Christus
Wir wissen, daß, wer von
Gott geboren ist, der sündigt nicht, sondern wer von Gott
geboren ist, den bewahrt er, und der Arge wird ihn nicht
antasten.
Wir wissen, daß wir von
Gott sind, und die ganze Welt liegt im Argen.
Wir wissen aber, daß der
Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn dafür
gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen. Und wir sind in
dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der
wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
Kindlein, hütet
euch vor den Abgöttern.
DER
ZWEITE BRIEF DES JOHANNES
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