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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER ERSTE
BRIEF DES PAULUS AN DIE THESSALONICHER
Kapitel 1 –
5
Kapitel 1
Paulus und Silvanus und
Timotheus
der Gemeinde zu
Thessalonich in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus:
Gnade sei mit euch und
Friede!
Das vorbildliche Glaubensleben der Gemeinde
Wir danken Gott allezeit für
euch alle und gedenken euer in unserm Gebet
und denken ohne Unterlaß
vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure
Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern
Herrn Jesus Christus.
Denn, liebe Brüder, von
Gott geliebt, wir wissen, daß ihr erwählt seid;
denn unsere Predigt des
Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der
Kraft und in dem heiligen Geist und in großer Gewißheit.
Ihr wisset ja, wie wir uns unter euch gehalten haben um
euretwillen.
Und ihr seid unserm Beispiel
gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen unter
vielen Trübsalen mit Freuden im heiligen Geist,
so daß ihr seid ein
Vorbild geworden allen Gläubigen in Mazedonien und Achaja.
Denn von euch aus ist
erschollen das Wort des Herrn nicht allein in Mazedonien und
Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt
geworden, so daß uns nicht not ist, etwas zu sagen.
Denn sie selbst berichten von
uns, welchen Eingang wir bei euch gehabt haben und wie ihr euch
bekehrt habt zu Gott von den Götzen, zu dienen dem
lebendigen und wahren Gott
und zu warten auf seinen Sohn
vom Himmel, welchen er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der
uns von dem zukünftigen Zorn errettet.
Des Apostels Wirken bei Gründung der Gemeinde
Kapitel 2
Denn ihr wisset selbst, liebe
Brüder, wie es war, als wir zu euch kamen. Es geschah nicht
ohne Kraft,
sondern, ob wir gleich zuvor
gelitten hatten und geschmäht gewesen waren zu Philippi, wie
ihr wisset, fanden wir dennoch in unserem Gott den freien Mut,
bei euch das Evangelium Gottes zu sagen unter viel Kampf.
Denn unsre Predigt kam nicht
aus trügerischem oder unlauterem Sinn, noch geschah sie mit
List,
sondern als Menschen, die Gott
wert geachtet hat, sie mit dem Evangelium zu betrauen, so reden
wir; nicht als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott,
der unsere Herzen prüft.
Denn wir sind nie mit
Schmeichelworten umgegangen, wie ihr wisset, noch mit versteckter
Habsucht – Gott ist des Zeuge -,
haben auch nicht Ehre gesucht
von den Leuten, weder von euch noch von andern,
ob wir uns wohl hätten
wichtig machen können als Christi Apostel. Aber wir sind bei
euch linde gewesen, gleichwie eine Mutter ihre Kinder pflegt.
So hatten wir Herzenslust an
euch und waren willig, euch mitzuteilen nicht allein das
Evangelium Gottes, sondern auch unser Leben, darum daß wir
euch lieb gewonnen hatten.
Ihr erinnert euch doch, liebe
Brüder, unsrer Arbeit und unsrer Mühe; denn Tag und
Nacht arbeiteten wir, daß wir niemand unter euch
beschwerlich wären, und predigten unter euch das Evangelium
Gottes.
Des seid ihr Zeugen und Gott,
wie heilig und gerecht und unsträflich wir bei euch, die ihr
gläubig waret, gewesen sind.
Denn ihr wisset, daß
wir, wie ein Vater seine Kinder, einen jeglichen unter euch
ermahnt und aufgerichtet
und euch beschworen haben, daß
ihr wandeln solltet würdig des Gottes, der euch berufen hat
zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.
Die Aufnahme des Evangeliums in der Gemeinde
Darum danken wir auch Gott
ohne Unterlaß, daß ihr das Wort göttlicher
Predigt, als ihr es von uns empfinget, nicht aufnahmet als
Menschenwort, sondern, wie es das in Wahrheit ist, als Gottes
Wort, welches auch wirkt in euch, die ihr glaubet.
Damit seid ihr, liebe Brüder,
den gleichen Weg geführt worden wie die Gemeinden Gottes in
Judäa, die in Christus Jesus sind, denn ihr habt
ebendasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den
Juden.
Die haben den Herrn Jesus
getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und
gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind.
Und auf daß sie das Maß
ihrer Sünden erfüllen allewege, wehren sie uns, zu
predigen den Heiden zu ihrem Heil. Aber der Zorn ist schon über
sie gekommen zum Ende hin.
Wir aber, liebe Brüder,
nachdem wir eine Weile von euch geschieden waren nach dem
Angesicht, nicht nach dem Herzen, haben wir uns desto mehr
gemüht, euer Angesicht zu sehen, mit großem Verlangen.
Darum wollten wir zu euch
kommen, ich, Paulus, einmal und noch einmal, doch Satan hat uns
gehindert.
Denn wer ist unsre Hoffnung
oder Freude oder unser Ruhmeskranz – seid nicht auch ihr es
vor unserm Herrn Jesus, wenn er kommt?
Ihr seid ja unsre Ehre und
Freude.
Sendung des Timotheus
Kapitel 3
Darum ertrugen
wir's nicht länger und beschlossen, in Athen allein
zurückzubleiben,
und sandten Timotheus, unsern Bruder und Diener Gottes am
Evangelium Christi, euch zu stärken und zu ermahnen in eurem
Glauben,
daß nicht jemand weich würde in diesen
Trübsalen. Denn ihr wisset selbst, daß wir dazu
gesetzt sind.
Denn schon als wir bei euch waren, sagten wir's euch
voraus, daß wir Trübsale haben würden, wie es
auch geschehen ist und ihr wisset.
Darum habe ich's auch nicht länger ertragen und habe
ihn gesandt, daß ich erführe euren Glauben, ob euch
nicht vielleicht versucht hätte der Versucher und unsre
Arbeit vergeblich würde.
Nun aber ist Timotheus zu uns von euch gekommen und
hat uns gute Botschaft gebracht von eurem Glauben und eurer
Liebe, und daß ihr uns allezeit in gutem Andenken habt und
daß euch verlangt, uns zu sehen, wie denn auch uns nach
euch.
Dadurch haben wir, liebe Brüder, an euch Trost
gewonnen in aller unsrer Not und Trübsal durch euren
Glauben;
denn nun sind wir wieder lebendig, wenn ihr feststehet in
dem Herrn.
Denn was für
einen Dank können wir Gott vergelten eurethalben für
alle diese Freude, die wir an euch haben vor unserm Gott?
Wir bitten Tag und Nacht gar sehr, daß wir sehen
mögen euer Angesicht und zurechtbringen, was etwa eurem
Glauben mangelt.
Er selbst aber, Gott, unser Vater, und unser Herr Jesus
richte unsern Weg zu euch.
Euch aber lasse der Herr wachsen und immer völliger
werden in der Liebe untereinander und gegen jedermann, wie auch
wir sie zu euch haben,
daß eure Herzen gestärkt werden und unsträflich
seien in der Heiligkeit vor Gott, unserm Vater, wenn unser Herr
Jesus kommt samt allen seinen Heiligen.
Ermahnung zur Heiligung
Kapitel 4
Weiter, liebe
Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesus –
da ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott
gefallen, was ihr ja auch tut -, daß ihr darin immer
völliger werdet.
Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben
durch den Herrn Jesus.
Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß
ihr meidet die Unzucht
und ein jeglicher unter euch
sein eigen Weib zu gewinnen suche in Heiligung und Ehrbarkeit,
nicht in gieriger Lust wie die
Heiden, die von Gott nichts wissen;
und daß niemand zu weit
gehe und betrüge seinen Bruder in solcher Sache; denn der
Herr ist ein Rächer über das alles, wie wir euch schon
zuvor gesagt und bezeugt haben.
Denn Gott hat uns nicht
berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung.
Wer dies nun verachtet, der
verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist
in euch gibt.
Von der brüderlichen
Liebe aber ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr seid selbst
von Gott gelehrt, euch untereinander zu lieben.
Und das tut ihr auch an allen
Brüdern, die in ganz Mazedonien sind. Wir ermahnen euch
aber, liebe Brüder, daß ihr noch völliger werdet
und ringet danach, daß
ihr stille seid und das Eure schaffet und arbeitet mit euren
Händen, wie wir euch geboten haben,
auf daß ihr ehrbar
wandelt gegen die, die draußen sind, und niemandes
bedürfet.
Von der Auferstehung der Toten
Wir wollen euch aber, liebe
Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die da
schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern,
die keine Hoffnung haben.
Denn wenn wir glauben, daß
Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch, die da
entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen.
Denn das sagen wir euch
als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und
übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, werden denen nicht
zuvorkommen, die entschlafen sind.
Denn er selbst, der Herr, wird
mit befehlendem Wort, mit der Stimme des Erzengels und mit der
Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in
Christus werden auferstehen zuerst.
Danach wir, die wir leben und
übrigbleiben, werden zugleich mit ihnen hingerückt
werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft, und werden
so bei dem Herrn sein allezeit.
So tröstet euch nun mit
diesen Worten untereinander.
Von der Erwartung des Herrn
Kapitel 5
Von den Zeiten aber und
Stunden, liebe Brüder, ist nicht not euch zu schreiben;
denn ihr selbst wisset genau,
daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der
Nacht.
Wenn sie sagen werden: Es ist
Friede, es hat keine Gefahr, dann wird sie das Verderben schnell
überfallen gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und
werden nicht entfliehen.
Ihr aber, liebe Brüder,
seid nicht in der Finsternis, daß der Tag wie ein Dieb über
euch komme.
Denn ihr alle seid Kinder des
Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch
von der Finsternis.
So lasset uns nun nicht
schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern
sein.
Denn die da schlafen, die
schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts
trunken.
Wir aber, die wir des Tages
sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des
Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das
Heil.
Denn Gott hat uns nicht
gesetzt zum Zorn, sondern das Heil zu gewinnen durch unsern Herrn
Jesus Christus,
der für uns gestorben
ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit
ihm leben sollen.
Darum ermahnet euch
untereinander und erbauet einer den andern, wie ihr auch tut.
Ermahnungen und Grüße
Wir bitten aber euch, liebe
Brüder, erkennet an, die an euch arbeiten und euch vorstehen
in dem Herrn und euch vermahnen;
habt sie besonders lieb um
ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander.
Wir ermahnen aber euch, liebe
Brüder: vermahnet die Unordentlichen, tröstet die
Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen
jedermann.
Sehet zu, daß keiner
Böses mit Bösem vergelte, sondern jaget allezeit dem
Guten nach untereinander und gegen jedermann.
Seid allezeit fröhlich,
betet ohne Unterlaß,
seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der
Wille Gottes in Christus Jesus an euch.
Den Geist dämpfet nicht.
Weissagungen verachtet nicht.
Prüfet aber alles, und
das Gute behaltet.
Meidet das Böse in jeder
Gestalt.
Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und
durch, und euer Geist ganz samt Seele und Leib müsse bewahrt
werden unversehrt, unsträflich auf die Ankunft unsers Herrn
Jesus Christus.
Getreu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.
Liebe Brüder,
betet für uns.
Grüßet alle Brüder
mit dem heiligen Kuß.
Ich beschwöre euch bei
dem Herrn, daß ihr diesen Brief lesen lasset vor allen
Brüdern.
Die Gnade unsers Herrn Jesus
Christus sei mit euch!
An die Thessalonicher der erste
Brief, geschrieben von Athen.
DER
ZWEITE BRIEF DES PAULUS AN DIE THESSALONICHER
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