|
DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER BRIEF DES
PAULUS AN DIE KOLOSSER
Kapitel 1 –
4
Kapitel 1
Paulus, ein
Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Bruder
Timotheus
den Heiligen zu Kolossä und den gläubigen
Brüdern in Christus:
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater!
Dank und Fürbitte für die Gemeinde
Wir danken Gott, dem Vater
unsers Herrn Jesus Christus, allezeit, wenn wir für euch
beten,
da wir gehört haben von
eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe, die ihr zu
allen Heiligen habt,
um der Hoffnung willen, die
für euch bereit ist im Himmel. Von ihr habt ihr schon jetzt
gehört durch das Wort der Wahrheit im Evangelium,
das zu euch gekommen ist, wie
es auch in aller Welt da ist und Frucht bringt und so wächst,
wie auch bei euch von dem Tage an, da ihr's gehört habt und
erkannt die Gnade Gottes in der Wahrheit.
So habt ihr's gelernt von
Epaphras, unserm lieben Mitknecht, welcher ist ein treuer Diener
Christi für euch,
der uns auch kundgetan hat
eure Liebe im Geist.
Darum auch wir von dem
Tage an, da wir's gehört haben, lassen wir nicht ab, für
euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllt werdet
mit Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und
Einsicht,
auf daß ihr des Herrn
würdig wandelt zu allem Gefallen und Frucht bringt in
jeglichem guten Werk
und wachset in der Erkenntnis Gottes und gestärkt
werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller
Geduld und Langmut.
So saget nun Dank mit Freuden dem Vater, der euch tüchtig
gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht
und uns errettet hat von der Macht der Finsternis und hat
uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes,
in welchem wir die Erlösung haben, nämlich die
Vergebung der Sünden.
Die Herrlichkeit Christi und seines Werkes
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der
Erstgeborne vor allen Kreaturen.
Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf
Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, es seien Throne oder
Herrschaften oder Reiche oder Gewalten; es ist alles durch ihn
und zu ihm geschaffen.
Und er ist vor allem, und es
besteht alles in ihm.
Und er ist das Haupt des
Leibes, nämlich der Gemeinde; er, der der Anfang ist, der
Erstgeborne von den Toten, auf daß er in allen Dingen der
Erste sei.
Denn es ist Gottes
Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen
sollte
und alles durch ihn versöhnt
würde mit Gott, es sei auf Erden oder im Himmel, dadurch daß
er Frieden machte durch das Blut an seinem Kreuz.
Auch euch, die ihr vormals ihm
fremd und feindlich gesinnt waret in bösen Werken,
hat er nun versöhnt mit
dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf daß er euch
darstellte heilig und unsträflich und ohne Tadel vor seinem
Angesicht;
wenn ihr nur bleibet im
Glauben, gegründet und fest, und nicht weichet von der
Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das
gepredigt ist unter aller Kreatur, die unter dem Himmel ist. Sein
Diener bin ich, Paulus, geworden.
Des Apostels Amt unter den Heiden
Nun freue ich mich in den
Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem
Fleisch, was noch mangelt an den Trübsalen Christi, seinem
Leibe zugut, welcher ist die Gemeinde.
Ihr Diener bin ich geworden
nach dem Ratschluß Gottes, der mir anvertraut ist für
euch, um Gottes Wort in seiner Fülle kundzumachen,
nämlich das Geheimnis,
das verborgen gewesen ist von allen Zeiten und Geschlechtern her;
nun aber ist es offenbart seinen Heiligen.
Ihnen wollte Gott kundtun, was
da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den
Heiden, welches ist Christus in euch, die Hoffnung der
Herrlichkeit.
Den verkündigen wir und
vermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen mit aller
Weisheit, auf daß wir einen jeglichen Menschen darstellen
vollkommen in Christus;
daran ich auch arbeite und
ringe in der Wirkung des, der in mir kräftig wirkt.
Kapitel 2
Ich lasse euch aber
wissen, welch einen Kampf ich habe für euch und für die
zu Laodicea und alle, die meine Person im Fleisch nicht gesehen
haben,
auf daß ihre Herzen
gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu
allem Reichtum des vollen Verständnisses, zu erkennen das
Geheimnis Gottes, das Christus ist,
in welchem verborgen liegen alle Schätze der
Weisheit und der Erkenntnis.
Ich sage das, auf daß
euch niemand betrüge mit verführerischen Reden.
Denn ob ich wohl leiblich
ferne bin, so bin ich doch im Geist bei euch und freue mich, wenn
ich sehe eure Ordnung und euren festen Glauben an Christus.
Wie ihr nun angenommen habt
den Herrn Christus Jesus, so wandelt in ihm
und seid verwurzelt und
gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt seid,
und seid reichlich dankbar.
Warnung vor Irrlehren
Sehet zu, daß euch
niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet
auf der Menschen Lehre und auf die Elemente der Welt und nicht
auf Christus.
Denn in ihm wohnt die ganze
Fülle der Gottheit leibhaftig,
und ihr habt diese Fülle
in ihm, welcher ist das Haupt aller Reiche und Gewalten.
In ihm seid ihr auch
beschnitten mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen
gemacht ist, als ihr nämlich euren fleischlichen Leib
ablegtet bei der Beschneidung durch Christus.
Mit ihm wurdet ihr begraben
durch die Taufe, und mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den
Glauben, den Gott wirkt, welcher ihn auferweckt hat von den
Toten.
Und er hat euch mit ihm
lebendig gemacht, die ihr tot waret in den Sünden und in
eurem unbeschnittenen Fleisch, und hat uns vergeben alle Sünden.
Getilgt hat er den
Schuldbrief, der wider uns war und durch die Satzungen gegen uns
stand, und hat ihn aus der Mitte getan und an das Kreuz geheftet.
Er hat die Reiche und die
Gewaltigen ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur
Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in
Christus.
So lasset nun niemand
euch ein Gewissen machen über Speise oder über Trank
oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate.
Das alles ist nur der Schatten
von dem, was zukünftig sein soll; aber leibhaftig ist es in
Christus.
Lasset euch niemand das Ziel
verrücken, der sich gefällt in falscher Demut und
Verehrung der Engel und sich mit seinen Gesichten rühmt und
ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn
und hält sich nicht an
das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder
gestützt und zusammengehalten wird und so wächst zu der
Größe, wie Gott sie will.
Wenn ihr denn nun
abgestorben seid mit Christus den Elementen der Welt, was lasset
ihr euch denn Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der
Welt:
Du sollst das nicht angreifen,
du sollst dies nicht kosten, du sollst jenes nicht anrühren?
Das alles soll sich doch unter
den Händen verzehren; es sind der Menschen Gebote und
Lehren,
die einen Schein von Weisheit
haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und
dadurch, daß sie des Leibes nicht schonen, nicht aus
Ehrfurcht, sondern um des Fleisches Gelüsten zu dienen.
Das himmlische Ziel und der christliche Wandel
Kapitel 3
Seid ihr nun mit
Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus
ist, sitzend zu der Rechten Gottes.
Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was
auf Erden ist.
Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen
mit Christus in Gott.
Wenn aber Christus, unser Leben, sich offenbaren wird,
dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.
So tötet nun die
Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinigkeit, schändliche
Lust, böse Begierde und die Habsucht, welche ist
Götzendienst,
um derentwillen der Zorn
Gottes kommt.
In dem allen seid auch ihr
einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet.
Nun aber leget alles ab von
euch, Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus
eurem Munde.
Belüget einander nicht;
denn ihr habt ja ausgezogen den alten Menschen mit seinen Werken
und angezogen den neuen, der
da erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn
geschaffen hat.
Da ist nicht mehr Grieche,
Jude, Beschnittener, Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe,
Knecht, Freier, sondern alles und in allen Christus.
So ziehet nun an als
die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten,
herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;
und vertrage einer den andern
und vergebet euch untereinander, wenn jemand Klage hat wider den
andern; gleichwie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.
Über alles aber ziehet an
die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit;
und der Friede Christi regiere
in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem
Leibe; und seid dankbar.
Lasset das Wort Christi reichlich wohnen in euch:
lehret und vermahnet euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen
und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet Gott
dankbar in euren Herzen.
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das
tut alles in dem Namen des Herrn Jesus und danket Gott, dem
Vater, durch ihn.
Die christliche Haustafel
Ihr Frauen, seid
untertan euren Männern, wie sich's gebührt in dem
Herrn.
Ihr Männer, liebet eure Frauen und seid nicht bitter
gegen sie.
Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn
das ist dem Herrn gefällig.
Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß
sie nicht scheu werden.
Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren
leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu
gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des
Herrn.
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn
und nicht den Menschen
und wisset, daß ihr von
dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn
Christus!
Wer aber unrecht tut, der wird
empfangen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der
Person.
Kapitel 4
Ihr Herren, was recht
und billig ist, das erweiset den Knechten, und bedenket, daß
auch ihr einen Herrn im Himmel habt.
Vom Gebet und vom Halten am Wort
Haltet an am Gebet und wachet
in ihm mit Danksagung;
und betet zugleich auch für
uns, auf daß Gott uns eine Tür für das Wort
auftue, zu sagen das Geheimnis Christi, um deswillen ich auch
gebunden bin,
auf daß ich es offenbar
mache, wie es mir zu sagen gebührt.
Wandelt weise gegen
die, die draußen sind, und kaufet die Zeit aus.
Eure Rede sei allezeit
lieblich und mit Salz gewürzt, daß ihr wisset, wie ihr
einem jeglichen antworten sollt.
Grüße und Segenswünsche
Wie es um mich steht, wird
euch alles kundtun Tychikus, der liebe Bruder und getreue Diener
und Mitknecht in dem Herrn,
den ich darum zu euch sende,
daß ihr erfahret, wie es sich mit uns verhält, und daß
er eure Herzen aufrichte,
und mit ihm Onesimus, den
getreuen und lieben Bruder, welcher einer der Euren ist. Alles,
wie es hier steht, werden sie euch kundtun.
Es grüßt euch
Aristarchus, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des
Barnabas, über welchen ihr schon Weisung empfangen habt –
wenn er zu euch kommt, nehmet ihn auf! -,
und Jesus, der da heißt
Justus. Aus den Juden sind diese allein meine Gehilfen am Reich
Gottes und sind mir ein Trost geworden.
Es grüßt euch
Epaphras, der einer von den Euren ist, ein Knecht Christi Jesu,
der allezeit ringt für euch in seinen Gebeten, auf daß
ihr dastehet vollkommen und erfüllt mit allem, was Gottes
Wille ist.
Ich gebe ihm Zeugnis, daß
er große Mühe hat um euch und um die zu Laodicea und
zu Hierapolis.
Es grüßt euch
Lukas, der Arzt, der Geliebte, und Demas.
Grüßet die
Brüder zu Laodicea und die Nympha und die Gemeinde in ihrem
Hause.
Und wenn der Brief bei euch
gelesen ist, so sorget, daß er auch in der Gemeinde zu
Laodicea gelesen werde und daß ihr den von Laodicea leset.
Und saget dem Archippus: Siehe
auf das Amt, das du empfangen hast in dem Herrn, daß du es
ausrichtest!
Mein Gruß mit
meiner, des Paulus, Hand. Gedenket meiner Ketten! Die Gnade sei
mit euch!
Geschrieben von Rom durch
Tychikus und Onesimus.
DER
ERSTE BRIEF DES PAULUS AN DIE THESSALONICHER
|