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DIE BIBEL
Heilige
Schrift
DER BRIEF DES
PAULUS AN DIE PHILIPPER
Kapitel 1 –
4
Kapitel 1
Paulus und Timotheus, Knechte
Jesu Christi,
allen Heiligen in Christus
Jesus zu Philippi samt den Bischöfen und Diakonen:
Gnade sei mit euch und
Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Dank und Fürbitte für die Gemeinde
Ich danke meinem Gott, sooft
ich euer gedenke
- welches ich allezeit tue in
allem meinem Gebet für euch alle und tue das Gebet mit
Freuden -,
für eure Gemeinschaft am
Evangelium vom ersten Tage an bis hierher
und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der
in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen
bis an den Tag Jesu Christi.
Wie es mir denn billig ist,
daß ich so von euch allen denke. Denn ich habe euch in
meinem Herzen, die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid in
meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verantworte und
bekräftige.
Gott ist mein Zeuge, wie mich
nach euch allen verlangt von Herzensgrund in der Liebe Jesu
Christi.
Und ich bete darum, daß
eure Liebe je mehr und mehr reich werde an Erkenntnis und aller
Erfahrung,
daß ihr prüfen
möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und
unanstößig auf den Tag Christi,
erfüllt mit Frucht der
Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus geschaffen wird zu Gottes
Ehre und Lob.
Des Apostels Gefangenschaft und Bereitschaft zum Sterben
Ich lasse euch
aber wissen, liebe Brüder: wie es um mich steht, das ist nur
mehr zur Förderung des Evangeliums geraten.
Denn daß ich meine Fesseln für Christus trage,
das ist in dem ganzen Richthause und bei den andern allen
offenbar geworden,
und viele Brüder in dem Herrn haben aus meiner
Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind desto kühner
geworden, Gottes Wort zu reden ohne Scheu.
Etliche zwar predigen Christus auch um Neides und Haders
willen, etliche aber auch aus guter Meinung:
diese aus Liebe, denn sie wissen, daß ich zur
Verantwortung des Evangeliums hier liege;
jene aber verkündigen Christus aus Streitsucht und
nicht lauter, denn sie möchten mir in meiner Gefangenschaft
eine Trübsal zuwenden.
Was tut's aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf
alle Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue
ich mich darüber und will mich auch fernerhin freuen.
Denn ich weiß, daß mir dies zum Heil
gereichen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des
Geistes Jesu Christi,
wie ich sehnlich warte und hoffe, daß ich in keinem
Stück zuschanden werde, sondern frei und offen, wie immer so
auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei
durch Leben oder durch Tod.
Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein
Gewinn.
Wenn aber das Leben im Fleisch
mir dazu dient, mehr Frucht zu schaffen, so weiß ich nicht,
was ich erwählen soll.
Beides liegt mir hart an: ich
habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, was auch
viel besser wäre;
aber es ist nötiger, im
Fleisch zu bleiben, um euretwillen.
In solcher Gewißheit
weiß ich, daß ich bleiben und bei euch allen sein
werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben,
auf daß euer Rühmen
groß werden möge in Christus Jesus um meinetwillen,
wenn ich wieder zu euch komme.
Einmütiger Kampf für das Evangelium
Wandelt nur
würdig des Evangeliums Christi, auf daß, ob ich komme
und euch sehe oder abwesend von euch höre, ihr stehet in
einem Geist und kämpfet mit uns einmütig für
den Glauben des Evangeliums
und euch in keinem Stück erschrecken lasset von den
Widersachern, was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch
aber der Seligkeit, und das von Gott.
Denn euch ist die Gnade gegeben, um Christi willen beides
zu tun: daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch
um seinetwillen leidet
und habet denselben Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt
und nun von mir höret.
Leben nach dem Vorbild Christi
Kapitel 2
Ist nun bei euch Ermahnung in
Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist
herzliche Liebe und Barmherzigkeit,
so machet meine Freude völlig
und seid eines Sinnes, habt gleiche Liebe, seid einmütig
und einhellig.
Tut nichts aus Zank oder um
eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher
als sich selbst;
und ein jeglicher sehe nicht
auf das Seine, sondern auch auf das, was des andern ist.
Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war:
welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war,
nahm er's nicht als einen Raub, Gott gleich zu sein,
sondern entäußerte sich selbst und nahm
Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an
Gebärden als ein Mensch erfunden.
Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum
Tode, ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den
Namen gegeben, der über alle Namen ist,
daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller
derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus
Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Sorge um das Heil
Also, meine
Lieben, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, so seid es nicht
allein in meiner Gegenwart, sondern nun auch viel mehr in meiner
Abwesenheit und schaffet, daß ihr selig werdet, mit
Furcht und Zittern.
Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen
und das Vollbringen, zu seinem Wohlgefallen.
Tut alles ohne Murren und ohne
Zweifel,
auf daß ihr seid ohne
Tadel und lauter, Gottes Kinder, unsträflich mitten unter
einem verderbten und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr
scheinet als Lichter in der Welt,
dadurch daß ihr haltet
an dem Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, daß
ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet
habe.
Und ob ich auch geopfert werde
bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich
und freue mich mit euch allen.
Dessen sollt ihr euch auch
freuen und sollt euch mit mir freuen.
Sendung des Timotheus und Rückkehr des Epaphroditus
Ich hoffe aber in dem Herrn
Jesus, daß ich Timotheus bald werde zu euch senden, damit
auch ich erquickt werde, wenn ich erfahre, wie es um euch steht.
Denn ich habe keinen, der so
ganz meines Sinnes sei, der so herzlich für euch sorgen
wird.
Denn sie suchen alle das Ihre,
nicht, was Christi Jesu ist.
Ihr aber wisset, daß er
sich bewährt hat; denn wie ein Kind dem Vater hat er mit mir
gedient am Evangelium.
Ihn hoffe ich alsbald zu
senden, wenn ich erfahren habe, wie es um mich steht.
Ich vertraue aber in dem
Herrn, daß auch ich selbst bald kommen werde.
Ich habe es aber für
nötig angesehen, den Bruder Epaphroditus zu euch zu senden,
der mein Gehilfe und Mitstreiter und euer Bote und Helfer für
mich ist;
denn er hatte nach euch allen
Verlangen und war tief bekümmert, darum daß ihr gehört
hattet, daß er krank gewesen sei.
Und er war auch todkrank, aber
Gott hat sich über ihn erbarmt; nicht allein aber über
ihn, sondern auch über mich, auf daß ich nicht eine
Traurigkeit über die andre hätte.
Ich sende ihn nun desto
eilender, auf daß ihr ihn sehet und wieder fröhlich
werdet und ich auch weniger Traurigkeit habe.
So nehmet ihn nun auf in dem
Herrn mit allen Freuden und habt solche Leute in Ehren.
Denn um des Werkes Christi
willen ist er dem Tode so nahe gekommen, da er sein Leben gering
achtete, um mir zu dienen an eurer Statt.
Warnung vor Rückfall in die Gerechtigkeit des Gesetzes
Kapitel 3
Weiter, liebe Brüder,
freuet euch in dem Herrn! Daß ich euch immer dasselbe
schreibe, verdrießt mich nicht und macht euch desto
gewisser.
Gebt acht auf die Hunde, gebt
acht auf die bösen Arbeiter, gebt acht auf die falsche
Beschneidung!
Denn wir sind die rechte
Beschneidung, die wir Gott in seinem Geiste dienen und rühmen
uns Christi Jesu und verlassen uns nicht auf Fleisch,
wiewohl ich meine Zuversicht
auch auf Fleisch setzen könnte. Wenn ein anderer sich dünken
läßt, er könne sich auf Fleisch verlassen, so
könnte ich es viel mehr:
der ich am achten Tag
beschnitten bin, einer aus dem Volk Israel, vom Stamme Benjamin,
ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein
Pharisäer,
nach dem Eifer ein Verfolger
der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit im Gesetz gewesen
unsträflich.
Aber was mir Gewinn war, das
habe ich um Christi willen für Schaden geachtet.
Ja, ich achte es noch alles
für Schaden gegen die überschwengliche Größe
der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen mir
das alles ein Schaden geworden ist, und achte es für Kot,
auf daß ich Christus gewinne
und in ihm erfunden werde,
damit ich nicht habe meine eigene Gerechtigkeit, die aus dem
Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, nämlich
die Gerechtigkeit, die aus Gott kommt, auf Grund des Glaubens.
Ich möchte ja ihn
erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft
seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden,
damit ich gelange zur
Auferstehung von den Toten.
Das himmlische Kleinod
Nicht, daß ich's schon
ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach,
ob ich's wohl ergreifen möchte, nachdem ich von Christus
Jesus ergriffen bin.
Meine Brüder, ich schätze
mich selbst noch nicht so ein, daß ich's ergriffen habe.
Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und
strecke mich nach dem, das da vorne ist,
und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod
der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
Wie viele nun unter uns
vollkommen sind, die lasset uns so gesinnt sein. Und solltet ihr
in einem Stück anders denken, so wird euch Gott auch das
offenbaren.
Nur, was wir schon erreicht
haben, darin lasset uns auch wandeln!
Der Christen Heimat
Folget mir, liebe Brüder,
und sehet auf die, die so wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde.
Denn viele wandeln, von
welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich's auch unter
Tränen: sie sind die Feinde des Kreuzes Christi,
ihr Ende ist die Verdammnis,
ihr Gott ist ihr Bauch, und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie
sind irdisch gesinnt.
Unsre Heimat aber ist im Himmel, von dannen wir auch
warten des Heilandes Jesus Christus, des Herrn,
welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß
er gleich werde seinem verklärten Leibe nach der Wirkung
seiner Kraft, mit der er kann auch alle Dinge sich untertänig
machen.
Mahnung zur Einigkeit und zur Freude im Herrn
Kapitel 4
Also, meine lieben und
ersehnten Brüder, meine Freude und meine Krone, stehet fest
in dem Herrn, ihr Lieben.
Euodia ermahne ich und
Syntyche, daß sie eines Sinnes seien in dem Herrn.
Ja, ich bitte auch dich, mein
treuer Gefährte, stehe ihnen bei; sie haben mit mir für
das Evangelium gekämpft mit Klemens und meinen andern
Gehilfen, deren Namen in dem Buch des Lebens sind.
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage
ich: Freuet euch!
Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! Der
Herr ist nahe!
Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure
Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden!
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle
Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus!
Weiter, liebe Brüder:
Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was
lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob,
dem denket nach!
Was ihr auch gelernt und
empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so
wird der Gott des Friedens mit euch sein.
Freude des Apostels über die Fürsorge der Gemeinde
Ich bin aber hocherfreut in
dem Herrn, daß ihr wieder Kraft habt, für mich zu
sorgen; wiewohl ihr allewege darauf bedacht waret, aber die Zeit
hat's nicht wollen leiden.
Nicht sage ich das des Mangels
halben; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie
ich's finde.
Ich kann niedrig sein und kann
hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut; ich kann beides:
satt sein und hungern, beides: übrig haben und Mangel
leiden.
Ich vermag alles durch den, der mich mächtig
macht, Christus.
Doch ihr habt wohlgetan, daß
ihr euch meiner Bedrängnis angenommen habt.
Ihr aber von Philippi wißt,
daß von Anfang meiner Predigt des Evangeliums an, als ich
auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt
hat im Geben und Nehmen als ihr allein.
Denn auch nach Thessalonich
sandtet ihr für meinen Bedarf einmal und danach noch einmal.
Nicht, daß ich das
Geschenk suche; sondern ich suche die Frucht, damit sie euch
reichlich zugerechnet werde.
Denn ich habe alles und habe
überflüssig. Ich habe die Fülle, da ich empfing
durch Epaphroditus, was von euch kam: ein lieblicher Geruch, ein
angenehmes Opfer, Gott gefällig.
Mein Gott aber wird ausfüllen
all euren Mangel nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in
Christus Jesus.
Gott aber, unserm Vater, sei
Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Segenswünsche
Grüßet
alle Heiligen in Christus Jesus. Es grüßen euch die
Brüder, die bei mir sind.
Es grüßen euch alle Heiligen, sonderlich aber
die von des Kaisers Hause.
Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geiste!
Geschrieben von Rom durch Epaphroditus.
DER
BRIEF DES PAULUS AN DIE KOLOSSER
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